In der Regel benötigt man mindestens den Status eines Z-Promis, um zu einem Interview gebeten zu werden. Aber seit einigen Tagen flattert ein neuer Service durch die Twitter-Kanäle, mit dem diese Regel außer Kraft gesetzt wird: FormSpring.
formspring.me is a free, simple, service that allows you to create anonymous question boxes for all of your social networks.
Besonders interessant wird es für Menschen, die sich ständig fragen, warum sie bestimmte Fragen nie gefragt werden. Aber egal, ob Monolog oder Dialog – FormSpring ist ein nettes Werkzeug für alle, die immer das letzte Wort haben müssen.
Sollte es also Dinge geben, die ihr mich schon immer einmal nicht fragen wolltet, habt ihr hier die Möglichkeit dazu. Sprecht jetzt oder schweigt für immer. Und wer möchte, darf seine eigene FormSpring-Seite natürlich gerne in den Kommentaren hinterlassen.
Der Supermarkt in der Nähe ist ein ganz normaler, einer von dieser mittelguten Sorte. Aufgeräumt und sauber, die Gänge lassen schonmal eine Handbreit mehr Platz, als für den Einkaufswagen nötig wäre, und dass hier nicht Frau Vonundzu einkauft, merkt man hauptsächlich daran, dass es nur Linie 0,5-Liter-Bierflaschen gibt. Da ist, wenn man’s mal ausrechnet, und wer tut das nicht, gerade in diesen Zeiten, einfach mehr drin. Read on, my dear…
Diplomant Jan-Michael Kühn hat sich für seine Abschlussarbeit am Institut für Soziologie an der TU Berlin, die den Titel der Überschrift hier oben trägt, die Techno- und Houseproduzentenszene zur wissenschaftlichen Brust genommen und sie nach allen Regeln der Soziologie und Ethnologie daraufhin abgeklopft, wie denn Neues entsteht in so einer auch nach über 20 Jahren immer noch mimetischen Szene. Jan-Michael geht unter anderem und hauptsächlich den Fragen nach, welchen Einfluss erschwingliche Produktionsmittel und speziell das kulturelle Umfeld auf den musikalischen Progress haben. Nicht nur für Elektroniker hochinteressant, sondern in großen Teilen auch auf andere Genres übertragbar. Das Berlin Mitte Institut für bessere elektronische Musik stellt die gesamte Arbeit als Download bereit.
Ich habe mich sehr gewundert, als der diesjährige Friedensnobelpreis an den frisch gewählten US-Präsident Barack Obama ging, denn ich hielt den Zeitpunkt der Auszeichnung für mindestens zu früh – ob Obama jemals seine Ziele und Versprechen einlösen würde, kann schließlich auch heute noch niemand sagen.
Einige unserer Leser/innen, zuerst Betonblog, sahen das mit etwas mehr Gelassenheit und betrachteten den Preis als Anstoß und Unterstützung.
Ich glaube von heute aus gesehen, dass diese Leser/innen recht hatten, ich kann die Entscheidung des Komitees inzwischen nachvollziehen. Und ich halte sie nicht mehr für Unfug, sondern für richtig. Read on, my dear…
Seit Tagen* erzähle ich Christoph von meinem Wunsch, alle die Autoren aus seinem „Ausdruck – Ausgewählte Beiträge der deutschen Blogosphäre“ zusammenzutrommeln und eine Lesung zu organisieren. Ich so: „Das wird bestimmt sehr schön und lustig!“ Und er so: „Jaja“. Und ich so: „Soll ich mal alle Beteiligten fragen?“ Und er so: „Jaja.“
Und ich so in der Rundmail: „Wie wärs mit einer Ausdruck-Lesung?“ Und alle so im Mailverteiler: „Ja, klar!“
Und so kam es, dass wir den „Read on, my dear“-Jahresabschluss mit lauter Blogtexten fast der gesamten Berlin-Fraktion des Heftes, also namentlich von und mit Johnny Haeusler, Markus Herrmann, S, Stephie, Marcel Winatschek und Max Winde, bestreiten werden.
Das Heft hat übrigens reißend Absatz gefunden und ist inzwischen ausverkauft. Aaaaaaber: Am Mittwoch gibts noch fünf Exemplare zu erstehen. Das wird also eine Release- und Ausverkaufsparty in einem.
„Ausdruck“ zu Gast bei Read on, my dear – Die Lesebühne mit Spreeblick
mit Johnny Haeusler, Markus Herrmann, S, Stephie, Marcel Winatschek und Max Winde
16.12. Einlass 20:00 Uhr, Start 20:30 Yuma-Bar
Reuterstraße 63
Eintritt frei, Austritt mit Hut
„Seit Tagen“ stimmt streng genommen nicht, musste aber sein, wegen derForm.
Am vergangenen Montag hatten wir hier bei Spreeblick FlockDrawin ein Posting integriert, ein Online-Werkzeug, das kollaboratives Malen im Browser einer Gruppe von bis zu zehn Menschen ermöglicht. Einige Tage lang glich der Artikel dem Treffen der lokalen ADS-Gruppe, Zeichenstifte und Worte fieberten über den Bildschirm und krakelten durch die virtuelle Gegend.
Doch auch viele sehr beachtliche Werke entstanden, und das Zuschauen beim Entstehen dieser Bildchen machte beinahe mehr Spaß als selbst mitzumalen. Emotionsgeladene Lösch-Battles waren ebenso wie liebreizende Herzchenbilder zu beobachten, und nette Spreeblick-Leser/innen speicherten freundlicherweise einige der Ergebnisse ab, zu finden sind die Links in den Kommentaren zum betreffenden Artikel. Ich selbst habe ein paar Malaktionen mitgefilmt, das soziologisch durchaus interessante Ergebnis inkl. meiner gestammelten Kommentare ist nach dem Klick zu sehen. Read on, my dear…
This Posting is no longer available due to a copyright claim by a national collecting society.
YouTube ist dieser Tage ja nicht mehr auszuhalten, so viele Videos wie gerade geblockt werden. Grund dafür ist der seit März andauernde, immer noch offene Streit mit der Gema um neue Lizenzverträge. Die Major-Labels, die man bei Sperrungen immer gern zuerst verdächtigt, sind diesmal also frei von jeder Schuld. Die YouTube-Kastrierung muss dann auch der Grund sein, dass der Launch einer weiteren Musikvideoplattform eben dieser Major-Labels, initiiert von Universal (Sony und EMI sind auch im Boot), doch so ein wenig Aufmerksamkeit generieren konnte. Vevo heißt das Ding, mit YouTube-Technik unter der Haube, viel „hochglanz“ und „high-quality“ im Pressetext, Bono deliriert etwas von “the birth of a new model for our industry” und dann will man sich diesen Heilsbringer einmal anschauen und bekommt das:
We’re sorry, Vevo is not currently available in your country.
Ganz ehrlich, es ist so gut wie 2010, kommt mal alle klar.
Klimaschutz braucht Kreativität, und selbst, wenn manche Einfälle eher symbolischen Charakter haben, sind sie den Aufwand wert. Soll ja auch Spaß machen, das politische Leben.
Mellow Mark und Pyro Merz haben mit den Ruffcats den Song Chamäleon aufgenommen und die Q Filmproduktion hat dazu ein Video produziert, das mit einem Hundertstel des sonst bei solchen Produktionen üblichen Energieaufwands entstanden ist, denn man hatte genug Helfer, die per pedales den Strom beim Fahrradfahren erzeugten (mehr Info hier).
Ein hübsches Projekt, das allerdings eine klitzkleine Frage offen lässt: Warum hat man den nach dem Klick folgenden Clip bei wenig Licht in den stockdunklen Räumen des Berliner Tresors gedreht? Ich mein … Sonne, anyone? Read on, my dear…
Als Update zu diesem zwei Monate alten Artikel: Die beiden jugendlichen Verdächtigen sitzen weiterhin seit inzwischen sieben Monaten in Untersuchungshaft. Der Prozess, in dem es festzustellen gilt, ob die beiden Angeklagten schuldig der versuchten und vorsätzlichen Tötung und der schweren Körperverletzung sind, findet dabei endlich mehr mediale Aufmerksamkeit, denn die Beweislage wird immer dünner. Read on, my dear…
Da prallen Welten aufeinander. „Früher war einiges besser“ versus „Früher war einiges schlechter“, das ist immer der Grundtenor von Technikkritik versus Technikkritikkritik. Kathrin Passig hat mit einem technikkritikkritischen Text angefangen, kürzlich hat Ronnie Vuine in gewohnt pessimistisch-nachdenklicher Manier geantwortet, und ich würde gerne mal sehen, wie weit man das Rad der Kritik an der Kritik jener Kritik, die es zu kritisieren kann, weiterdrehen darf, bis irgendwem das Lösungswort einfällt. Ich kaufe ein M.
Welch wichtigen Beitrag für die Gesellschaft wir hier tagtäglich leisten, erschliesst sich z.B. unseren Kindern und deren Großeltern nicht immer.
Für Werber muss das ab und an noch schwerer zu erklären sein: „Hab heute Nachtschicht wegen eines, äh, Hamster-Castings.“
Dinahs Konkurrenz für einen Werbeclip des Getränkeherstellers Drench nach dem Klick. Read on, my dear…
Niemand kommt an Werbung vorbei. Wir nicht, da sie unsere Arbeit zu einem wichtigen Teil finanziert, ihr nicht, da ihr sie seht und hört, und das natürlich nicht nur im Netz. Für uns alle gilt, dass Werbung beinahe jeden unserer Lebens- und Kulturräume durchdringt, sich im besten Fall anbietet, im schlimsten aber anbiedert und aufdrängt. Die Strategie der Werbung hat dabei vielerorts die naive 50er-Jahre-Vorstellung der Produktinformation ebenso verlassen wie die ihr zugeordnete Reklame-Nische, und ihre Penetranz geht nicht wenigen Menschen, die sie doch eigentlich erreichen und umgarnen soll, auf den Wecker. Wer braucht twitternde Sektmarken? Eben. Read on, my dear…
„Athen brennt nicht“, schreibt Wassilis Aswestopoulos in der TP und zerpflückt den Großteil der deutschen Presselandschaft, die über Krawalle in Athen berichtet hat, die lt. Aswestopoulos gar nicht stattgefunden hätten.
Gibt es Spreeblick-Leser/innen, die in Athen waren oder sind? Wie habt ihr die Situation erlebt, was könnt ihr berichten?
Update Da dieser Artikel zum Kommentar-Burner geworden ist (nicht), stelle ich erschütternden Mangel an griechischen Spreeblick-Leser/innen fest. Könnte an der hier verwendeten Sprache liegen. Nun denn. Seht’s als Linktipp.
Improv Everyhwere, die Improvisationskünstler aus New York, lassen den No Pants Subway Ride bereits seit neun Jahren steigen: Einfach mal die Hosen runterlassen, U-Bahn fahren, und dabei so tun, als wärs das Normalste der Welt. Auf Nachfragen erstaunt bemerken, dass man die Beinkleider wohl zu Hause vergessen hat. Und so ganz nebenbei für ein bisschen Verwirrung und Erheiterung sorgen. Was letztes Jahr 1.200 Teilnehmer in New York und nochmal etwa 1.000 auf der ganzen Welt an- bzw. ausgezogen hat soll am 10. Januar 2010 erstmals auch in Berlin stattfinden – sofern sich genug Helfer und natürlich Teilnehmer finden. Alle Details dazu findet ihr auf der Facebook-Seite oder direkt bei der Initiatorin Martha Dear.
Gerüchten zufolge wird die Spreeblick-Redaktion an dem Tag ihre Räumlichkeiten in die U-Bahn verlegen und sich die nackten Beine von ihren Laptops wärmen lassen.
Es gibt sie noch, diese Wow-Momente, abseits der großen, mobilfunkgesponserten Casting-Show-Gefühle, in denen jemand allein mit Gitarre auf die Bühne kommt und ein staunendes Publikum zurück läßt. Caitlin Rose zum Beispiel. Mit ihrer Stimme die an Alela Diane erinnert, festgehalten auf dem 2009er Monolith Festival. Da kann auch die Konserve nicht mithalten:
Wenn eine Band ihren ersten Song mit den Tags „indiepop virginiajetzt madsen juli tent supergroup berlin fans“ versieht und nächste Woche dreimal hintereinander bei kostenfreiem Eintritt in Hamburg spielt, dann ist das ein genaueres Reinhören wert. Und siehe da: Besonders das keithmooneske Schlagzeug von eben jenem Sebastian Madsen gefällt sehr!