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Cut

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In Injection, einer Comic-Serie von Warren Ellis, Declan Shalvey und Jordie Bellaire, treffen wir eine Gruppe von exzentrischen Expertinnen und Experten in den Feldern der Physik, Spionage, Mythologie, Logik und Informationstechnologie, die versehentlich eine Art Virus in die Welt gesetzt haben. Und natürlich sind sie die einzigen Menschen, die dagegen auch wieder vorgehen können.

In einer frühen Szene im Buch, einer Art Kennenlernrunde der Protagonisten, erklärt Brigid, wie sie einmal eine Maschine erschaffen habe, die bei der Menschheit nicht besonders gut angekommen sei. Diese Maschine war so smart wie ein Mensch, verhielt sich aber nicht so. Denn, so Brigid: „Es gibt keinen Grund dafür, dass sich eine Maschine von der Klugheit eines Menschen auch wie einer benehmen sollte“.
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TINCON – teenageinternetwork convention

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Nach zehn Jahren re:publica nun also eine weiteres Event, das diesmal nicht in den re:publica-Räumen in Mitte, sondern mit kleinem Team im Spreeblick-Headquarter in Kreuzberg entsteht. Die TINCON nämlich, die vom 27.-29. Mai im Berliner Haus der Festspiele stattfinden wird.
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re:publica #rpTEN

rpTEN_300x250_1Zehn Jahre re:publica. Hammer, oder? Wer hätte gedacht, dass aus der Idee, sich mal mit ein paar Bloggerinnen und Bloggern zu treffen, eine der größten Konferenzen rund ums Digitale werden würde? Wir jedenfalls nicht, denn wir (Tanja, Andreas, Markus und ich) haben als Gründer der re:publica in den ersten Jahren immer wieder beratschlagt, ob wir das Event im kommenden Jahr wieder machen sollten. Die Antwort, ihr wisst das, war zehnmal Ja und sie wird es auch noch eine Weile lang bleiben, hoffen wir.
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Prince 1958 – 2016

You turn on the telly and every other story
Is telling you somebody died
Prince, Sign o‘ the Times

Nun ist also auch Prince tot. Es ist ein schlechtes Jahr für die Größen der Popwelt, doch es erinnert gerade die Älteren unter uns auch daran, in was für einem grandiosen Zeitalter wir leben dürfen, das solch unfassbar große Künstler hervorgebracht hat wie eben Prince oder David Bowie.

Und nun suchen alle in den Streaming-Portalen und auf YouTube nach den Songs des Mannes, der sich für die Trennung von seinem damaligen Label Warner Bros. mit TAFKAP sogar ein neues Pseudonym zugelegt hatte, um den Verantwortlichen den Finger zu zeigen. Aber da ist nicht viel, denn das Internet hat er genauso auf seine eigene Art, nach seinen eigenen Regeln bespielt, wie die Musik.

Danke für einige der besten Konzerte meines Lebens.
Danke für so viele unsterbliche Songs und Alben.

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Huch! Rechtsextreme!

Dass mit zweistelligen Ergebnissen für die AfD auch in Deutschland der europaweite Trend zu Erfolgen rechtsextremer Parteien ankommen würde, konnte man vor den Wahlen vom vergangenen Wochenende in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt mindestens ahnen. Jetzt also über die Ergebnisse erschüttert zu sein, ist zwar verständlich, es überrascht mich dennoch. Man muss schließlich seit Jahren von der bloßen Existenz dieser und ähnlicher Parteien erschüttert sein, nicht erst jetzt, wo die Prognosen eingetreten sind.
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Entscheidungshilfen für den Kauf eines Game PC

game pc

Seit Jahren, ach was, seit Jahrzehnten wünschte sich der ältere Sohn einen Game PC. Die Erfüllung des Wunsches wurde jedoch bis vor kurzer Zeit durch eine für ihn unglückliche Melange aus konträr zu noch mehr Daddelzeitfreigabe verlaufenden schulischen Leistungen und dem Unwillen des Vaters (das bin ich), ein Windows-Betriebssystem ins heimische Netz zu lassen, vereitelt. Oder wenigstens verzögert.

Zum letzten Weihnachtsfest gab es nämlich für uns als Eltern kaum noch Gegenargumente. Der eigene Anteil zum Budget war vom Sohn angespart worden, eine beachtliche Anzahl von guten Noten bewies den Willen zum pädagogisch wertlosen, letztendlich aber effektiven Kuhhandel „Learning gegen Gaming“ und naja, den Wunsch nach einem eigenen PC kann man bei einem 16-Jährigen schon verstehen. Zumal ja eine solche Multimedia-fähige Kiste auch irre hilfreich in der Schule sein würde. Ha. Ha.
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Wir sind Lebenswerker!

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V.l.n.r.: Andreas, Tanja, Icke, Markus. Foto: Ibrahim

Schön war’s gestern, bei der Preisverleihung zum „Blogger2015“, bei der wir – die oben Abgebildeten – für die Arbeit an der von uns erfundenen und durchgeführten re:publica ausgezeichnet wurden.
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Wir brauchen neue Häfen

Wir brauchen neue Häfen.

Selbst sonst so ruhige Menschen sorgen sich, aber ganz anders als die Besorgten.

Denn wenn sie wieder vor den Türen stehen, stehen sie auch vor unserer.

Ohnmacht, Unsicherheit und Sprachlosigkeit erdrücken wichtige Stimmen, weil Grautöne und Farben in den Debatten eine Einladung für Schwarzweißmaler aller Couleur sind, die alles überstreichen. Sie sind ein offenes Einfallstor für die, die Herausforderungen nicht lösen wollen, die vor der Komplexität der Geschichte aufgegeben haben und die daher den Scharlatanen der einfachsten Erzählung folgen. Und die im öffentlichen Diskurs-Bereich dabei sind, die Oberhand zu gewinnen. Kein vernünftiger Artikel bleibt ohne Mistgabeln schwingende Meute, die ihn niederschreit.

Im Gegensatz zu uns haben sie eine Partei. Sie haben Treffpunkte und regelmäßige Öffentlichkeit. Sie sind dezentral vernetzt und organisiert durch die Werkzeuge, die wir viel besser kennen und die wir viel besser nutzen können sollten. Sie sind sich ihrer Sache sicher, denn sie erhalten zehntausende LIKEs für Mordaufrufe. Sie bewaffnen sich und sie scheuen keine Gewalt.

Sie haben eine gemeinsame Basis. Während wir uns kaputtstreiten über das dritte Wort im vorletzten Satz des fünften Abschnitts, schreiben sie nur die Headline. Und sind sich einig.

Immerhin: Was sie nicht haben, sind Kunst und Musik.
Wollen wir wirklich warten, bis sie sie wieder verbieten?

Wenn wir aber keine Partei haben, die sich bedingungslos gegen sie stellt. Wenn es niemanden gibt, der in unserem Sinne die Stimme erhebt. Wenn wir keine Treffpunkte, keine Vertreterinnen und Vertreter haben. Dann geben wir die Straße, die Kommentarfelder, die öffentlichen Debatten, die Demokratie und die Menschlichkeit auf.

Und wenn wir unsere Kritik, unsere Wut, unsere Gegenwehr weiterhin ausschließlich auf die Fehler der bestehenden demokratischen Instanzen, Menschen, Medien richten, statt auf die Hassenden … dann unterstützen wir die Abschaffung dieser Instanzen und spielen damit denen in die Hände, die sie sich hämisch reiben.

Immerhin: Noch bleiben uns die Kunst und die Musik.
Doch sie schützen nur unsere Seelen.
Nicht vor denen, die vor unseren Türen stehen.

Ein Bekannter war sich in einem Gespräch neulich sicher. Zurecht, fürchte ich. Der Staat wird mit härterer Gangart antworten. Mehr Polizei. Mehr Überwachung. Mehr Kontrolle. Mehr Staat. Und zu unserer Beruhigung wird es gleichgeschlechtliche Ehe und Marihuana geben. Das, was wir wollen, gegen das, was wir nicht wollen. Gegen das uns aber die Argumente ausgehen, weil sie niemand mehr ausspricht und niemand mehr hört.

Wir brauchen neue Häfen.

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David Bowie (1947 – 2016)

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Und dann vermischen sich beim morgendlichen Duschen die Tränen mit Wasser und fließen den ganzen Körper entlang. Es fühlt sich immer auch etwas seltsam an, wenn man um einen Menschen trauert, den man nicht persönlich kannte, der Verstand bemüht sich um Realismus und Relativierung, doch der Körper gibt nach und zeigt, wie wichtig das Werk dieses Menschen für einen selbst war und ist.

Es ist zum Heulen. Die kulturellen Refugien, die letzten gebliebenen Konstanten, die verschwinden, nie waren sie wertvoller als in einer Welt, die um einen herum durchzudrehen und nur noch hässliche Gesichter zu kennen scheint.

Das Gute an Künstlerinnen und Künstlern ist: Sie sind unsterblich.
Und trotzdem leben wir jetzt in einer Welt ohne David Bowie, und das ist sehr traurig.

Hier gibt es einen tollen Nachruf von Marc Krebs zu lesen.
Unser Beileid geht an seine Familie und an Freundinnen und Freunde.

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Komm doch, 2016!

Ich bin unsicher, wie ich das Jahr 2015 rückblickend bewerten soll. Dabei war es in persönlicher Hinsicht ein gutes! Die Familie ist gesund, größere Probleme gab es nicht, es geht uns gut. Und beruflich bleibt alles spannend, meine Radiosendung macht Spaß und ist erfolgreich, ähnlich läuft es mit meinen WIRED-Kolumnen; die re:publica steht vor der zehnten Ausgabe, und mit der TINCON haben Tanja und ich (seit kurzem auch mit kleinem Team) das nächste große Projekt gestartet: Einen gemeinnützigen Verein, der u.a. vom 27.-29. Mai 2016 in Berlin eine Konferenz allein für Teenager durchführen wird. Natürlich wird es auch hierbei um digitale Themen gehen.

Der Blick in die Welt allerdings vereitelt das entspannte Lächeln etwas. Mit Pegida und der AfD hat Hässlichkeit in Deutschland ein neues Gesicht bekommen, Brandstiftungen gegen Flüchtlingsunterkünfte, Gewalt gegen hilfesuchende Menschen und hasserfüllte Postings in den sozialen Netzwerken belegen, dass Menschen sich nicht dafür schämen, sondern sich auch noch gegenseitig dafür feiern, wenn sie sich als Rechtsextreme, Gewalttäter und Rassistinnen und Rassisten zeigen.

Das Leid unserer Nachbarn zeigt sich durch vor Kriegen Geflüchtete direkt vor unserer Haustür, und wären da nicht die vielen Helferinnen und Helfer, die vielen hilfsbereiten Menschen, die glücklicherweise das Land auch auf internationaler Ebene viel mehr prägen als die Hasskappen, dann könnte man den Glauben an die Menschlichkeit verlieren.

Und wer hätte gedacht, dass ich einmal froh bin über eine Kanzlerin Merkel, deren Worte sich klar gegen Rechts, gegen den Hass stellen, und die Hilfsbereitschaft zurecht zur ersten Bürgerpflicht ausgerufen hat. Ob es bei der Kanzlerin reine Empathie ist oder das Wissen, dass es auch die westliche Politik der letzten Jahrzehnte ist, die eine Mitschuld an den aktuellen Zuständen trägt, weiß ich nicht, es ist mir aber in diesem Fall egal.

Und dann ist da noch die Trauer um all diejenigen auf der ganzen Welt, die Opfer von brutalen Anschlägen wurden, für die mir die Worte fehlen und die mein Verstand niemals bewältigen kann.

Die Welt ist nicht okay, leider. Und sie wird es auch 2016 nicht werden. Ich wünsche euch und uns dennoch und deshalb, dass jede und jeder von uns es schafft, ein klitzekleiner Teil einer Lösung gegen Hass, Krieg, Gewalt und Ignoranz zu sein. Ein Lächeln, ein eigenes Projekt, ein Widerspruch in der Kneipe und im Netz – es braucht nicht viel um zu zeigen, dass Schluss ist mit Zynismus und Ironie und Wegschauen, dass es Zeit für klare Haltung ist.

Es gibt keinen anderen Weg in eine bessere Welt als den gemeinsamen.
Wir müssen nur losgehen.

Auf ein gutes, tolles, friedliches und gesundes 2016 für alle!

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John Bradbury (1953 – 2015)

Leider gibt es noch eine traurige Nachricht aus der Musikwelt. John Bradbury, der Schlagzeuger der Specials, ist heute im Alter von 62 Jahren verstorben. Das haut mich ganz besonders um, weil der Mann noch bis vor kurzer Zeit bei den Gigs der Specials wie ein junger Gott trommelte und absolut fit wirkte, wie man hier sehen kann:

Das ist sehr traurig.
Unser Beileid geht an Brads Familie und Freunde.

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Lemmy Kilmister (1945 – 2015)

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Bildquelle

Nun ist er tot. Lemmy Kilmister verstarb am 28.12.2015 an einem „extrem aggressiven“ Krebs, von dem er zwei Tage zuvor erfahren hatte.

Mit ihm geht ein Stück Musikgeschichte, die größer als das Leben war. Das hoch hängende Mikrofon, der für einen Metal-Bassisten äußerst untypische Rickenbacker-Bass, das Outfit, die Stimme, die Warzen, das von Sex, Drogen und Alkohol geprägte Dasein und – natürlich – die Musik von Motörhead machten den Mann zu einer Ikone für das, was nur wenige Menschen längere Zeit durchhalten: Das Leben nach eigenen Regeln und mit dem konstant ausgestreckten Mittelfinger Richtung Establishment.

Unser Beileid geht an seine Familie und seine Freunde.
Und an den Rock’n’Roll.

Ich wurde darauf hingewiesen, dass Motörhead eigentlich keine Metal-Band sind, sondern purer, harter Rock’n’Roll. Das stimmt. Insofern passt dann ein Rickenbacker-Bass irgendwie doch.