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Produkte von Johnny Haeusler | 11

Ist denn das so schwer?

„Legales Filesharing“ bietet Peer Impact laut Heise nun in den USA an.

Im Klartext bedeutet das: Ich soll meine Musik online kaufen (natürlich mit Microsoft DRM codiert, natürlich nur für Windows PCs, natürlich in der Nutzbarkeit eingeschränkt, natürlich nur von den „Großen“), soll dann auch noch meine Leitung für den Dienst freigeben (P-2-P) und mein eigenes Musikwissen als „Verkäufer“ einbringen, um beim Kauf eines Titels, den ich empfehle „bis zu 10%“ mit zu verdienen. Bezahlt werde ich dafür natürlich nur in einer Währung, die mir weitere Einkäufe bei „Peer Impact“ ermöglicht.

Was für ein Bullshit.

Nochmal: Ein kommerzieller P-2-P Dienst kann und wird nur ohne DRM funktionieren. Von mir aus können sich clevere Konzepter an Stufensystemen zu unterschiedlichen Flatrate-Preisen hinsichtlich der Verbindungsgeschwindigkeit austoben oder spannende Cross-Marketing Ideen ausbrüten, alles okay. Aber lasst mich mit DRM endgültig in Ruhe, ich bin einfach nicht länger bereit, mir vorschreiben zu lassen, wie oft ich wo legal erworbene Musik für meinen Privatgebrauch hören und kopieren will.

Wer DRM fordert und einsetzt, setzt sich nicht für Musiker ein, sondern tötet deren Kunst.

Die wahre Zielsetzung hinter DRM ist die komplette Verbreitungs-Kontrolle sämtlicher künstlerischer Inhalte von Büchern über Musik bis zu Filmen durch wenige Großkonzerne. Man muss kein Paranoiker (und keine Paranoikerin!) sein, um das zu verstehen. Und man muss kein Apple- oder Linux-User (oder Userin!) sein um sich zu fragen, wie bekloppt eine Branche sein muss, die ihre digitale Rechteverwaltung (wenn sie denn unbedingt sein soll) in die Hände genau des Unternehmens legt, dessen Betriebssysteme und Programme die eindeutig anfälligsten für Sicherheitsprobleme sind und die damit in der Vergangenheit für Unternehmensschäden in Millionenhöhe gesorgt haben.

Schlimm genug, dass sich Apple in dieser (DRM-) Hinsicht von mir aus unfreiwillig auch nicht besser verhält und den Kunden zum Einsatz von Fremdsoftware zwingt, um das eigene DRM zu umgehen. Ich hoffe auf Besserung, denn zumindest die „Convenience“ stimmt beim iTMS. Das ist aber leider auch schon fast alles, auch wenn ich hier noch etwas besser gelaunt war, was das Thema angeht.

Ansonsten nach wie vor ein intelligenter Ansatz vom Fraunhofer Institut und von 4FO: Das Potato-System. Potato wird laut Pressemitteilungen auch vom in Berlin neu gestarteten Radiosender Motor-FM genutzt, es bleibt aber unersichtlich, wo und wie das der Fall sein soll. Denn die Download-Links bei Motor führen alle brav zu Musicload, dem „Apple-Killer“ (hust…) von T-Online.

Und zum Abschluss noch ein guter, aber leider vermutlich schwer effektvoll praktizierbarer Vorschlag von p2punite: In der letzten Aprilwoche soll die Entertainmentbranche boykottiert werden, um zu beweisen, wie viele Einnahmen flöten gehen wenn die bösen Filesharer (und Filesharerinnen!) ein paar Tage lang tatsächlich nichts mehr kaufen.

Wir werden legales Filesharing ohne DRM bekommen, keine Sorge. Es dauert halt nur noch ein wenig, bis auch in den 80jährigen Köpfen der Manager, die sich seit Jahrzehnten an der Kreativität Dritter dumm und dämlich verdient haben, die Botschaft der letzten Jahre angekommen ist:

Musik kann nicht sterben.
Konzerne sehr wohl.

Johnny Haeusler 25.02.2005 um 15:31

Produkte

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11 Kommentare

  1. 01

    calvados:

    Siehe zu diesem Thema http://www.shopblogger.de/blog/archives/362-musicload-Gutscheine.html

    25.02.2005 um 17:24 | Antworten
  2. 02

    Janko:

    Kaufboykott-Drohungen von P2P-Nutzern haben in etwa so viel Effekt wie Aufrufe an Vegetarier, aus Protest eine Woche lang kein Fastfood mehr zu essen. Irgendwo hinterm Komma mag das zwar vielleicht tatsächlich ökonomische Auswirkungen haben, aber die damit verbundene Botschaft verpufft vollkommen wirkungslos.

    Wenn jemand wirklich nen wirksamen Boykott organisieren wollte, dann hieße dies: Ein Unternehmen gezielt rausgreifen und öffentlichkeitswirksam dort anprangern, wo es weh tut. Ein paar Monate lang jeden Samstag 10 Leute mit Flugblättern vorm Sony-Center sind allemal effektiver als 10.000 Filesharer, die auf irgend einer Website erklären, jetzt mal eine Woche keine Platten zu kaufen.

    25.02.2005 um 20:34 | Antworten
  3. 03

    Steff:

    Die fetten Jahre sind vorbei.

    26.02.2005 um 08:36 | Antworten
  4. 04

    Frank:

    ziemlich auf den punkt.
    bzgl apple: dass die songs im iTMS kopiergeschütz sind, ist vermutlich eher eine konzession apples an die majors. sonst hätte der iTMS wahrscheinlich später und mit weitaus weniger inhalt das licht der welt erblickt. ärgerlich, klar, aber zumindest für mich noch die beste lösung. neben dem grossartigen service von emusic übrigens.

    26.02.2005 um 13:24 | Antworten
  5. 05

    johnny:

    emusic kannte ich gar nicht. Sieht gut aus, checke gerade mal die Trial Membership.

    26.02.2005 um 14:13 | Antworten
  6. 06

    Janko:

    Frank, deine Apple-Romantik in allen Ehren. Aber die Vorstellung, dass der arme Steve Jobs von den Majors zu DRM gezwungen wurde, ist wohl nur die halbe Seite der Medallie. Wenn Apple so halbherzig zu DRM stehen würde, dann würden sie a) Fairplay an andere Firmen lizenzieren, b) Fairplay-Hacker nicht mittels des DMCA verfolgen und schließlich c) sich nicht darüber aufregen, dass Realnetworks Fairplay geknackt hat.

    DRM ist für Apple wie auch alle anderen zuallererst einmal der Versuch, sich Marktanteile durch künstliche Schranken zu sichern. Dazu gehört dann durchaus, den eigenen Nutzern den Umgang mit dem jeweiligen DRM möglichst einfach zu machen. Aber wehe, wenn sie wechseln wollen - etwa zu einer anderen Software oder Hardware …

    26.02.2005 um 18:34 | Antworten
  7. 07

    Mike:

    Wovon träumt Ihr nachts?
    Ist ja sehr idealistisch und romantisch gedacht, dass es mal irgendwann legale Musikdownloads in Deutschland ohne DRM geben wird. Aber das wird es nicht.

    Die Musikindustrie macht es genauso, wie es jeder von Euch in ihrer Situation machen würde. Zwar mögen im ersten Moment die Umsätze nicht stimmen, aber dass es genug Idioten gibt, die teuer Geld für wenig (eigeschränkte) Leistung bezahlen, zeigt doch die Klingeltonindustrie.

    Und ja: Microsofts DRM wird sich auf kurz oder lang durchsetzen. Wenn nicht, wäre es das erste Mal, dass sich eine Microsoft-Technologie nicht durchsetzt (über einiges, z.B. Passport, kann man natürlich streiten). Aber der Bill, der macht das schon. Mit Geld kannst Du heute sogar Schiris kaufen! Und Geld hat der Bill.

    Apple ist momentan einfach nur der, der es als erster so hingekriegt hat, wie es die (meisten) Kunden wollen. Eben mal ein erfolgreicher Early Adaptor, sowas gibt’s auch.

    Also: Ihr müsst mir nochmal genau erklären, wieso DRM so schlecht ist! Natürlich schreibt Euch jemand damit vor, womit und wie oft ihr die Musik legal abspielen könnt. Findet Euch damit ab! That’s the way the cookie crumbles!
    Kann man die Tracks bei Apple nicht sogar auf CD brennen? Wo ist dann das Problem? Dass Ihr einen Ipod kaufen müsst? Wenn Ihr das nicht wollt, könnt Ihr doch immernoch in den Laden gehen und Euch ne CD und nen Discman kaufen. Niemand hält Euch davon ab, den Song in einer Form zu kaufen, die Ihr abspielen könnt und niemand zwingt Euch den Song bei Musicload herunterzuladen.

    Gruß,

    Mike.

    26.02.2005 um 19:43 | Antworten
  8. 08

    Steffen:

    “Also: Ihr müsst mir nochmal genau erklären, wieso DRM so schlecht ist! Natürlich schreibt Euch jemand damit vor, womit und wie oft ihr die Musik legal abspielen könnt. Findet Euch damit ab! That’s the way the cookie crumbles!”

    Du musst mir erklären, was an DRM gut ist. Zumindest als Musikanbieter.
    Wo liegt der benefit für den Kunden? Das er kopiergeschuetzte Cds nicht mehr ueberall abspielen kann? Super. Danke.

    und weg.

    26.02.2005 um 21:07 | Antworten
  9. 09

    Mike:

    Der Benefit für den Kunden bei Musik, die er über das Internet herunterlädt, ist, dass er 1. nicht in den Laden gehen muss und 2. keinen Medienbruch hat, wenn er die Dateien vor allem auf seinem PC oder auf kompatiblen tragbaren Musikplayern wiedergeben möchte.
    Da allerdings der Urheberrechte-Inhaber ein Interesse daran hat, dass die Dateien später nicht in Tauschbörsen auftauchen, und da es ausser DRM keine Technologie gibt, die dies sicherstellt, ist DRM unerlässlich.
    Erklär mir, wie die MI mit vertretbarem Aufwand bei *.mp3-Dateien verhindern kann, dass die Dateien in Tauschbörsen auftauchen und ich stimme Dir zu.

    Wer statt zufuss zu gehen lieber Auto fährt, muss hinnehmen, dass es stinkt und teuer ist. Wer statt CDs zu kaufen lieber Musik aus dem Internet herunterlädt (legal), muss hinnehmen, dass die Dateien kopiergeschützt sind.

    Und wenn Ihr a) an Eure Argumente und b) an die Marktwirtschaft glaubt, dann wird sich DRM doch sowieso in ein paar Monaten totlaufen. Wo ist also das Problem?

    Gruß,

    Mike.

    27.02.2005 um 22:29 | Antworten
  10. 10

    johnny:

    Mal abgesehen davon, dass der Kunde mit den von dir aufgeführten “Vorteilen” auch den ungeheuren Nachteil einer um Längen schlechteren Qualität als bei den analogen Medien geliefert bekommt:

    Welcher Urheber hat denn angeblich Interesse daran, dass seine Werke nicht in Tauschbörsen auftauchen? Das käme einem Interesse daran gleich, seine Werke nicht verbreiten zu wollen. Diese Behauptung kommt aus der Industrie, nicht von den Urhebern.

    Man *muss* gar nichts hinnehmen…

    27.02.2005 um 23:06 | Antworten
  11. 11

    Janko:

    Dass es in Deutsclnad nie Bezahl-Downloads ohne DRM geben wird ist ja auch Unsinn:

    http://www.mixburnrip.de/index.php?itemid=1090

    Media Markt verkauft MP3s

    Die Kollegen von der Netzwelt.de berichten heute, dass der Media Markt jetzt auch MP3s über seinen Download-Shop verkauft. Und siehe da: Drei Titel der Top 10 sind bereits MP3s.

    (Links im Original)

    28.02.2005 um 19:31 | Antworten

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