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Verstehen erklären

Es gibt Leute, denen es zu anstrengend ist, die wilde Welt selbst zu erleben und zu verstehen. Solche Leute leiten häufig Unternehmen und gehen in Seminare, um sich die wilde Welt erklären zu lassen.

Oder auch nur simple Blogs. Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach, der mit Haltungsturnen seit zwei Jahren selbst bloggt, wird Mitte April das Seminar “Weblogs verstehen — Grundlagen und Strategien für Ihre PR” in Hamburg leiten. 12 Teilnehmer müssen dafür je 590 Euro plus Mwst. zahlen (das klingt viel, aber es geht noch viel teurer bei Seminaren für Manager).

Das ist so okay wie es langweilig ist.

Haltungsturnen ist ein für mich persönlich eher unspannendes, aber nicht schlechtes Blog und ich glaube daher schon, dass Herr Lünenbürger-Reidenbach (ich hätt’ mich auch nicht für einen der Namen entscheiden können) den Umständen entsprechende Kompetenz hat – für jede andere Wertung derselbigen müsste ich ihn ja auch kennen, was ich nicht tue.

Ich musste aber beim Lesen dieses Eintrags stutzen. Denn wenn der Haltungsturner bisher geglaubt hat, Don Alphonso würde ohne Informationen und Recherche über Jamba/Six Apart philosophieren oder ich hätte die damalige Kommentarflut willkürlich und spekulativ einer Quelle zugeordnet…

Dann gilt es, glaube ich, noch ein bisschen mehr zu verstehen, bevor man wirklich erklären kann.

[Dank mal wieder an IT&W]

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9 Kommentare

  1. 01

    590 Euro?!? Ich mach das für’n Zehner am Telefon.

  2. 02

    Naja, worum es mir bei dem Eintrag ging, war ja genau das Gegenteil dessen, was du mir unterstellst – sonst hätte ich ja auch seinerzeit nicht den ersten Artikel im PR-Blogger über deine Jamba-Geschichte geschrieben. Das Problem ist ja nun, dass es schon lohnt, noch mal drauf hinzuweisen, dass viel dafür spricht, Jamba hätte die Kommentarflut aktiv gesteuert – wo doch Bonow ausdrücklich und explizit bestreitet, dass es so sei.

    Und nachdem ich von sehr, sehr vielen Leuten gehört hatte, dass sie Alphonsos Idee von Jambas Plänen nicht mal absurd sondern noch unwahrscheinlicher fanden, kann es doch nicht schaden, die Ergebnisse eigener Recherchen darzustellen, die ihn bestätigen.

    Oder habe ich da was komplett falsch verstanden?

  3. 03

    Ich glaube eher, ich verstehe jetzt deinen oben verlinkten Eintrag falsch. Ich hatte ihn so verstanden: Bisher hattest du Dons Artikel für unterhaltsam übertrieben gehalten und an gesteuerte Comments mochtest du auch nicht glauben. Jetzt warst du in Berlin und Leute haben dir erzählt, dass das doch alles so sein könnte.

    Was das mit Recherche zu tun hat, weiß ich nicht, wieso die Meinung anderer Leute, die du im Comment jetzt erwähnst, da plötzlich mitspielt, weiß ich auch nicht.

    Aber ich will gar nicht stänkern und ich hab dir auch nichts unterstellt (höchstens ein kleines Bisschen Naivität bzgl. Dons Artikel). Alles was ich sagen wollte, steht ja oben. “Blogs erklären” ist irgendwie wie “die Welt erklären”. Das geht nicht, glaube ich.

  4. 04

    Die Gerüchteküche brodelt, und alle habens aus echt guten Quellen. Weitersagen!

  5. 05

    Du hast Recht, du hattest mir nichts unterstellt. Hatte ich wohl überzogen gelesen. Und “Blogs erklären” ist eine etwas steile Formulierung. Die Branche, in der ich arbeite (PR), ist allerdings schon neugierig, was da zurzeit passiert mit diesen merkwürdigen Dingen, die sich Blogs nennen. Und auch, ob und wie sie damit umgehen könnten. Dass dieses Seminar bereits eine ganze Reihe Anmeldungen hat, bevor wir überhaupt massiv dafür geworben haben, spricht da für sich. Ich selbst verdiene da übrigens nichts, sondern mache das ganz normal in meiner Arbeitszeit, die ich beim Seminaranbieter ohnehin verbringe :-)

    Ich habe persönlich immer an gesteuerte Comments geglaubt und das auch von Anfang an (im PR-Blogger) so formuliert. Schwierig ist es aber, das zu behaupten, wenn der Pressesprecher seinen Namen verwettet, dass es nicht so sei. OK. Nun nach Gesprächen mit Agenturen und Leuten von Jamba sehe ich deutlicher, dass wir alle Rechte haben und manch andere nicht. Da ichs nicht beweisen kann, werde ich mich aber hüten, eine justiziable Formulierung zu verwenden…

    Dons Spekulation haben viele PR-Menschen gelesen und den Kopf geschüttelt. Auch hier sehe ich nach anfänglicher Skepsis mehr, was da dran ist – und hoffe, dass ich dazu beitragen kann, dass auch die Nicht-Blogger, die ich kenne und die mein Blog lesen, es anfangen zu glauben. Eigentlich ganz normal, oder?

  6. 06

    mal abgesehen vom inhaltlichen. geradliniger fände ich einen comment beim haltungsturner und nicht ein posting im eigenen weblog. aber sie sagen ja über sich selbst sie wären einen rampensau und da versteh ich schon dass man die leser lieber auf seiner seite hat als woanders. lese sie trotzdem gerne.

  7. 07

    Ich verstehe euch alle nicht mehr. Was genau wollt ihr sagen?

    @Michael: Ich kommentiere auf Spreeblick für mich relevante Themen. Klar, ich könnte auch einen Brief an Jamba schreiben, wenn mir ihre Geschäftspraktiken nicht gefallen, statt hier einen Artikel zu verfassen. Ich kann mich auch direkt an die Musikindustrie wenden, wenn mir DRM gegen den Strich geht, statt auf Spreeblick darüber zu schreiben. Ich kann auch Fanbriefe an Ted Leo verfassen, statt ihn hier zu lieben. Aber dann gäbe es Spreeblick nicht. Ich kommentiere übrigens recht viel in anderen Blogs und wollte dies auch in diesem Fall tun, obwohl mich das Registrieren für einen Comment extrem nervt. Der Eintrag wurde aber so lang, dass ich einen Beitrag bei Spreeblick sinnvoller fand. Ich mag aber trotzdem Kritik von Menschen, die trotzdem gerne mal vorbeischauen. :)

    @Haltungsturner: Na klar ist das Interesse aus PR-Kreisen groß. Schön zu hören. Ich selbst würde ohne Gage kein PR-Seminar für 12 Leute je 500 Euro geben, aber du wirst Gründe haben und die gehen mich nichts an (was ja immer nicht heißt, dass ich nicht trotzdem meinen Senf dazu gebe…). Aber: Was hat das mit dem Beitrag oben zu tun?

    Mich verwirrt es weiterhin, wenn du als PR-Profi schreibst, dass doch Bonow etwas bestritten hat. Na und? Seit wann haben Pressesprecher etwas mit Wahrheit zu tun? Und wer müsste das besser wissen als jemand, der Seminare für PR-Leute leitet?

    Sorry, ich will das alles gar nicht so groß machen und finde ehrlich gesagt die Diskussion albern, denn im Kern geht es um unterschiedliche Blog-Stile, also kein Beinbruch, aber da werden wir uns vermutlich auch nicht richtig einig. Denn während sich der Haltungsturner um (auch) juristisch korrekte Berichterstattung aus u.a. PR-Profi-Sicht bemüht (bitte korrigiere mich, wenn ich das jetzt falsch zusammenfasse), interessieren mich gut geschriebene subjektive Meinungen und Kommentare.

    Beides ist gut und richtig und hat seine Berechtigung. Und zeigt, wie schwer (oder auch leicht…) es ist, “Blogs zu verstehen”. Die beim Haltungsturner wiedergegebene “Überraschung” darüber, wie richtig Don liegen könnte, lässt mich einfach am Ziel oder Effekt des Seminars zweifeln. Und davon handelt mein Eintrag oben.

  8. 08

    i like your blog. it is a very interesting one. soft voice over the net: http://daisylady.bravejournal.com/entry/14579/ , i finished the 6th ball

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