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Pop von Johnny Haeusler | 11

Beckology

Wie kommt es eigentlich, dass kaum eines der derzeit ob seines neuen Albums massiv in Erscheinung tretenden Interviews mit Beck tiefergehende Fragen zu seiner Scientology-Zugehörigkeit stellt? Selbst der Spiegel muss nach einem spannenden Start einen Rückzieher in seinem ansonsten nicht schlechten Interview machen. Diskussionsgrundlagen und Interesse der Fans gäbe es doch genug, und es ist doch albern, sich von den Standard-Sätzen wie „das ist eine persönliche Sache“ von weiteren Fragen abhalten zu lassen.

Natürlich kann man unabhängig vom Glauben eines Künstlers über seine Platte reden, dennoch stellt Herr Hansen selbst einige Dinge in den Raum, die eine Hinterfragung durchaus sinnvoll erscheinen lassen.

Ich fand es immer schwer, die Werke von Künstlern getrennt von ihren persönlichen Einflüssen zu interpretieren, denn unter anderem aus diesen zieht ein jeder Kreativer seine Inspiration. Und gute Interviews versuchen meiner Meinung nach (auch), die Person hinter dem Werk zu erkennen.

Ich kann also nur vermuten, dass sich niemand in den mir bekannten neuen Interviews getraut hat, auf das Thema einzugehen. Oder es interessiert tatsächlich niemanden.

Was sehr ärgerlich ist, denn solche Sätze von Beck:

Über diese Dinge will ich mich keineswegs unterhalten. Sie können einen Menschen singen hören. Aber Sie werden nie vernehmen, welche Melodie sein Leben bestimmt.

(diesem WamS-Interview entnommen) sollten eine Aufforderung zum Weiterfragen sein.

Mehr dazu in diesem sehr umfangreichen Leitfaden für Beck-Interviewer eines ehemaligen Scientology-Mitglieds.

(Update: Danke an Oliver für den in den Kommentaren erwähnten Link zu Ingo Schmoll, auf dessen Site unter „Multimedia“ ein frisches Interview mit Beck zu finden ist, das ich gegen Ende geradezu beängstigend finde)

Johnny Haeusler 03.04.2005 um 16:48

Pop

Du kannst kommentieren, oder einen Trackback von deinem Blog aus setzen.


11 Kommentare

  1. 01

    Ralf:

    Ich will keine Bresche für Scientology schlagen, es könnte aber durchaus nervig sein, wenn man sich dazu bekennt FREIWILLIG da mit zu machen.
    Ich sehe das ein bisschen wie SM-Sex. Für viele ist das einfach nur Bah und Pfui. Absolut unvorstellbar und wiederwertig. Für diejenigen die es dann aber machen, ist es der Himmel auf Erden und von Aussenstehenden mit sehr vielen Vorurteilen behaftet.

    Ich will hier KEINE Diskussion über Scientology anzetteln. Aber ich denke, jeder Mensch hat das Recht und die Freiheit sich selbst ins Knie zu ficken (oder ins Knie ficken zu lassen). Dabei gehe ich mal davon aus, dass Beck sehr genau weiß worauf er sich da einlässt.

    03.04.2005 um 17:43 | Antworten
    Alle Kommentare von Ralf
  2. 02

    Uwe:

    Wer ist Beck? Noch nie gehört. Mist! Ich bin ungebildet.

    03.04.2005 um 17:57 | Antworten
    Alle Kommentare von Uwe
  3. 03

    Christian:

    “Über diese Dinge will ich mich keineswegs unterhalten. Sie können einen Menschen singen hören. Aber Sie werden nie vernehmen, welche Melodie sein Leben bestimmt.”

    Die Musik eines Künstlers steht in keinerlei Verbindung mit dem Künstler selbst, oder wie?

    03.04.2005 um 18:07 | Antworten
    Alle Kommentare von Christian
  4. 04

    Mario:

    Ich vermute mal, das Management macht im Vorfeld eines Interviews klar, welche Fragen auf keinen Fall gestellt werden dürfen. Da kann sich der Journalist dann auf den Kopf stellen: hält er sich nicht an diese Regeln, wird ihm die Autorisierung des Textes verweigert und er kann ihn in die Tonne schmeißen. Im angelsächsischen Raum ist die (Un-)Sitte der Text-Autorisierung dagegen weitgehend unbekannt. Und wie du selbst verlinkt hast, hat die NYT ja auch fleißig gefragt.

    03.04.2005 um 19:17 | Antworten
    Alle Kommentare von Mario
  5. 05

    johnny:

    Mario, dachte ich auch erst, aber das kann nicht sein, der Spiegel hat ja auch angefangen, zu fragen. Kann sein, dass man einfach nicht weiter kommt bei ihm, aber es wundert mich gerade bei den “alternativeren” Magazinen, dass da so gar nichts kommt.

    03.04.2005 um 20:09 | Antworten
    Alle Kommentare von johnny
  6. 06

    hendrik:

    Es kann eigentlich gar nicht sein dass dort nicht weitergefragt wird. Die Aufklärung über Scientology und deren Praktiken schläft ja leider immer weiter ein. Wer sich aber mal genauer umschaut bzw. umsieht wird bemerken wie gefährlich dieser Verein ist. Hier muss nachgefragt werden!

    @Ralf:
    Sicherlich ist es richtig, dass sich jeder selber aussuchen sollte ob er sich ins “Knie” ficken lässt oder nicht und ich will hier auch keine Scientology Diskussion anfangen. Man sollte aber bedenken, dass Scientology eine sehr gefährliche Sekte ist. Ich glaube dass viele Menschen nicht genau wissen, worauf sie sich da eingelassen haben und ohne fremde Hilfe nicht aus diesem Sumpf entkommen können. Vielleicht geht es Beck ja auch so?!?!

    03.04.2005 um 20:41 | Antworten
    Alle Kommentare von hendrik
  7. 07

    Ralf:

    @hendrik:
    Bei meinem Kommentar ging es mir ja nicht darum darüber zu urteilen wie ud was Scientology ist. Sondern darum das jeder Mensch auch ein Recht auf sein Privatleben hat.

    Ziehen wir die Sache mal so auf (exemplarisch):
    Ralf: Hey Jonny. Hast du eigentlich ein Villeroy&Boch-Klo? Du schreibst immer so gute Texte, dass lässt darauf schliessen das du morgens immer gut kacken kannst.

    Jonny H: Ja ähmm ich glaube es geht niemanden was an wo ich meine Wurst rein lege.

    Ralf: Ja aber, ich habe mal gehört, dass man auf Villeroy&Boch-Klos besonders gut kacken kann. Ich habe kein Villeroy&Boch-Klo. Meine Texte sind für-chter-lich! ICh glaube das es daran liegt, dass ich das falsche Klo habe.

    Jonny H: Was hat mein Klo mit der Qualität meines Blogs zu tun?

    Ralf: Also hast du ein Villeroy&Boch-Klo? Oder liegt es an dem superweichen Klopapier das du benutzt?

    Jonny H: ?

    Ralf: Du kannst ruhig dazu stehen wenn du beim Thema Stuhlögang etwas luxuriöser zu Wege gehst. Muss man sich ja nicht für schämen [heftiges Zuzwinkern]

    [Jonny H. verlässt den Ort des Interviews]

    ————-
    Wenn die Fragen der Musik-Journalisten dahingehend gehen ob Lied X oder Platte Y von Becks Glaubensausrichtung beeinflusst sind, dann sind sie vielleicht berechtigt. Aber wenn Beck sagt das sein Privatleben privat ist und seine Musik sein Beruf, dann sollte man das vielleicht besser aktzeptieren.
    Zu der Frage von Verquickung von Privat&Musik (ich glaube das würde jetzt an Christian gehen): Wie viel Autobiographisches steckt denn in den Liedern von Udo Jürgens (als Beispiel)? Ich denke schon das man das eine vom anderen sehr sauber trennen kann. Muss ja nicht immer alles aus dem (eigenen) Leben gegriffen sein.

    04.04.2005 um 01:29 | Antworten
    Alle Kommentare von Ralf
  8. 08

    hendrik:

    Ich habe sehr gelacht mir gerade erstmal ein Villeroy und Boch Klo mit Goldrand bestellt.

    Beck wird hoffentlich wissen auf welchem Klo er da Scheisst.

    Gruß Hendrik

    04.04.2005 um 09:42 | Antworten
    Alle Kommentare von hendrik
  9. 09

    Oliver:

    Ich habe gestern versucht einen Trackback zu diesem Thema zu schicken, kam aber wohl nicht an, deswegen hier nochmal als Comment.

    In einem Interview auf Einslive hat Moderator Ingo Schmoll nochmal deutlicher nachgefragt und Beck auch mit einigen Statements von Ron Hubbard konfrontiert. Beck tat all dies aber sehr genervt ab, schlußendlich hat er das Studio kommentarlos verlassen - ohne sich vom Moderator zu verabschieden.
    Das Interview könnt Ihr bei Ingo im Bereich Multimedia als MP3 downloaden.

    04.04.2005 um 10:28 | Antworten
    Alle Kommentare von Oliver
  10. 10

    johnny:

    Danke für den Schmoll-Tipp. Und was hat beim Trackback nicht geklappt? Sobald du direkt verlinkst, sollte der hier auftauchen….

    04.04.2005 um 11:05 | Antworten
    Alle Kommentare von johnny
  11. 11

    Oliver:

    Gerne°!

    Ich habe über Movable Type direkt verlinkt, genau hier und zusätzlich einen Trackback geschickt. Ich dachte, Du würdest die kommentieren und deswegen nicht sofort anzeigen lassen.

    04.04.2005 um 11:10 | Antworten
    Alle Kommentare von Oliver

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