50

Riot inna ZKM

Na das ging doch ganz gut, bisher die lebendigste und inhaltlich spannendste Vortragsreihe zum Thema. Ich rede von dieser Veranstaltung des ZKM in Karlsruhe, bei der ich mich zur Zeit noch befinde.

Anfangs hatte ich mich noch unwohl gefühlt als Vertretung des erkrankten Klaus Eck, denn “Blogs in Unternehmen” ist sein Thema, nicht meines. Dann dachte ich, ach, dachte ich, mir doch egal, ich rede über meine Sicht der Dinge und dann wird das schon okay sein. Die Kommentare der BesucherInnen zu diesem Artikel werden’s richten, zumindest von meiner Position aus war’s locker, wenn auch durch Plaudereien zwischendurch für den Moderator etwas zu lang. Auch egal, solange es nicht gelangweilt hat. Die zuhörenden Anwesenden waren keinesfalls zurückhaltend oder passiv, ich mag’s ja sehr, wenn sich andere einmischen. Solange das Mikro bei mir bleibt.

Wenn Don Alphonso das Mikro hat sollte man sich warm anziehen, wenigstens wenn man seine Schnoddrigkeit, die im echten Leben kein bisschen hinter seiner von vielen gehassten, von vielen jedoch auch sehr geliebten Schreibe zurückstehen muss, noch nicht kennt. Sein Vortrag (ohne Beamer, ohne Mikro, ohne Textblatt frei aus dem Stand) war locker und pointiert, in der anschließenden Diskussion fand ich ihn aber leider etwas zu pöbelig gegenüber den Fragenden. Das fanden die Fragenden auch (Überraschung!) und so kam Stimmung auf, die der Moderator leider immer sofort unterdrückte.

Stimmung löste auch die Tatsache aus, dass ich zu Beginn meines Vortrags das Bild des Publikums zu Spreeblick gepackt hatte, eine von mir gern vorgeführte Demonstration des Mobloggings. Des Mobloggens? Egal. Interessanterweise fühlte sich niemand der anwesenden StudentInnen zur Hinterfragung meines Vorgehens provoziert, sondern einzig eine etwas ältere Dame, die zu Recht die Frage nach ihren Persönlichkeitsrechten stellte. Ich versuchte, mein Teilen ihrer grundsätzlichen Sorge durch die Erwähnung der Spreeblick-Diskussion um Privatsphäre und Blog-Etiquette zu unterstreichen und wollte damit auch zeigen, dass (natürlich, wir wissen das) durchaus gesellschaftlich relevante Diskussionen im Netz stattfinden, die den Mainstream erst sehr viel später erreichen. Ich weiß nicht, ob mir das gelungen ist, die Dame war doch recht aufgeregt.

Der Behauptung eines weiteren Anwesenden, dass es illegal wäre das Publikum zu fotografieren und dieses Foto zu veröffentlichen, musste ich jedoch widersprechen (da es nicht stimmt) und habe die Behauptung geäussert, dass die Dame sich nicht zu dem Foto geäußert hätte, wenn ein Profi-Fotograf für eine Tageszeitung Bilder gemacht hätte.

Also schön, dass das Thema auf den Tisch kam und für eine etwas heftigere Diskussion gesorgt hat.

Den Vortrag von Prof. Dr. Neuberger, der seine Schlüsse aus US-amerikanischen Meinungsforschungs- und Umfrage-Ergebnissen zum Thema Weblogs herleitete, fand ich etwas konstruiert. Aber ich bin sicher nicht der Richtige für die Beurteilung von kommunikationswissenschaftlichen Vorträgen. Kann alles sein, kann auch anders kommen, mir egal, ich mache hier meinen Kram und ob das repräsentativ ist oder nicht und wo das alles hingeht, das werden wir dann schon sehen. Man muss nicht jede junge Pflanze sofort ins Gewächshaus packen, manchmal macht es Sinn, den Wildwuchs abzuwarten. Theorie kills Praxis. Manchmal.

Jetzt sind gerade die Podcaster dran und spielen nach einleitenden Erklärungen zur Technik (die ich persönlich dabei eher wenig erwähnen würde, die Technik ist doch schnuppe) tolle US-amerikanische Vorbild-Podcasts vor und überlegen anhand von (ja, US-amerikanischen) Beipielen, wie man mit Podcasts Geld verdienen kann. Und zeigen lauter “witzige” Werbespots aus dem Internet, deren Bezug zu Podcasts mir nicht klar ist, die aber super ankommen.

Ich hingegen stelle fest, dass ich grottenschlecht im Wiedergeben solcher Tage bin. Kann aber auch daran liegen, dass ich seit 5h heute früh wach bin.

(Update: flickr-Tag)

(Update: Planet zum Tag von Hanno Böck)

I live by the river!- Werbung in eigener Sache -
Es gibt das Spreeblick-eBook "I live by the river!" mit 15 Krachern der Unterhaltungsliteratur für lächerliche 99 Cent bei Amazon, Beam und als iBook in iTunes! Infos dazu gibt es auch hier.
- Ende der Werbung in eigener Sache -

50 Kommentare

  1. 01

    Findste? Ich finde, es ist eine prima Zusammenfassung mit persönlicher Note. Don Alphonso live hätte ich natürlich zu gern gesehen.

  2. 02
    Pascal

    Super Podcast-Idee: bleib bis Montag morgen wach und füll dann damit 3 Minuten…

  3. 03

    Das ärgert mich jetzt, dass ich nicht da war. Ich hätte Zeit gehabt und wohne nicht weit von Karlsruhe weg. Hast du das irgendwo angekündigt?

    Grmblfx …

  4. 04

    Also ich fands toll dich kennen zu lernen und deinen Vortrag hervoragend. Er hat leider voraus gesetzt, dass man über sich und überhaupt lachen kann, damit waren einige Akademiker wie ich meine überfordert. Du warst einfach sehr natürlich und da kommen einige nicht mit klar. Man stelle sich vor, mitten in der Präse drückt der Johnny auf esc und korrigiert eine Tippfehler…

  5. 05

    Mir hat dein Vortrag richtig Spaß gemacht. Einfach und prägnat die Dinge auf den Punkt gebracht. Das ist viel schwerer als ein Paper abzulesen, was die die anwesenden Profs bevorzugt haben.
    War schon beeindruckend, man konnte ziemlich gut erkennen, wer von den Vortragenden blogged. Diejenigen haben viel mehr das Publikum einbezogen und konnten auch mit kritischen Stimmen gut umgehen.

  6. 06
    Carlos Ebers

    Ich fand die Veranstaltung auch recht unterhalten, wenn auch mir der Stil von Don Alphonso nicht so zusagt. Leider prallen hier aber, wie man gemerkt hat und sicher auch in der Kommentaren noch lesen wird, zwei Welten aufeinander:

    Die Akademische und die (?) Reale.

  7. 07

    Die Veranstaltung war wirklich unterhaltend. Dein Vortrag erhält ein dickes Lob von mir. Auch Jonnys war unterhaltsam wenn auch was krawllig.
    Leider hat der Krawall auch ein wenig Mitschuld daran, dass die DIskussion zwar lebhaft war, aber selten interessane Erkenntnisse aus der Konfrontation Blogger vs. Wissenschaft aufblitzten. Bei manchen Akademikern im Publikum hatte es aber auch den Anschein als wenn die vor euren Vorträgen gar nicht wußten was Blogs sind und nachher auch nicht wirklich verstanden haben worum es geht.

  8. 08

    Ich fand Deinen Beitrag sehr hörenswert, erma vielen Dank. Dafür, dass ich dafür keine 2cent bezahlt habe wars n echtes Geschenk von Deiner Seite. Repekt.
    Die Vorträge der Akademiker haben mich ehrlich gesagt gelangweilt. Scheinbar sind in der Wissenschaftswelt Dinge übers bloggen wichtig, von den ich nichts wusste und von denen ich auch nix wissen will. Sonst würde ich nicht bloggen.

  9. 09
    Zuhörer

    Boah – mir steht der Mund offen – sind Blogger verlogene User! Zeitzeuge! Gott – lass mich zurück ins Usenet. Ich kenne Johnny nicht, hab ihn zuvor noch nie gesehen habe aber dennoch die JAMBA Aktion vom Dezember 2004 mitbekommen, welche ich wirklich lustig, wichtig fand. An der JAMBA Sache konnte kein aktiver User vorbei. Ging durch alle Foren. Also volle Zustimmung – hab mich aber aus anderen Gründen schnell wieder abgewendet.

    Den Eindruck, den ich von Bloggern habe liegt aber jetzt echt schief. Zuerst wird Anti-Haltung gegenüber den klassischen Medien propagiert und dessen Wahrheitsgehalt angezweifelt und erfahre jetzt eine ungaubliche Verlogenheit, Beschönigung und beliebige Verdrehung.

    Vorwurf: Falsche Wiedergabe des Desasters von Karlsruhe. Seine unkritischen Blogjünger eilen ihm auch noch psychologisch zur Hilfe. Zustimmung obwohl sie nicht anwesend waren.

    1.) Johnny war während des Vortrags von Neuberger eine sehr lange Zeit nicht anwesend. 30 Minuten? Länger?

    2.) Don Alphonso alias Rainer Meyer ist inkompetent. Er ist von Minute zu Minute in immer derbere Kommentare abgeruscht. Kein genauer Wortlaut: “…wenn ich Lust habe schreibe ich auch rein, dass ich heute heftig Eine gefickt habe …” oder so ähnlich. Das “gefickt” stört nicht aber der Ort, Zeit und der Hintergrund für solche “Meinungen” war mehr als unpassend.

    Die emotionale Welt des Zuhhörers ist ihm gleichgültig. Er “holt” das Publikum nicht ab sondern wünscht es sich umgekehrt. Bestätigung gabs nur von seiner offenbar meinungsunfähigen Gefolgschaft.

    Das ist so als würde DON einen Firmenchef schreiben und nachfragen ob man sich nicht bei ihm bewerben wolle.

    3.) Es waren 4 Personen. Ich habe 4 Personen gezählt, die Johnny verbal “attackiert” haben. Ich war in einer ähnlichen Stimmung. Da hast Du 2 vergessen. Wieso erwähnst du nicht auch die 5. Person mit dem blauen Hemd, welche DON Grundlagen der Kommunikation (Kindergarten) erläutern wollte?

    4.) Johnny: “Die zuhörenden Anwesenden waren keinesfalls zurückhaltend oder passiv, ich mag”™s ja sehr, wenn sich andere einmischen.”

    Wie bitte? SUPERLOL – Johnny und DON haben verbal sich eine “Ohrfeige” in Karlruhe abholen dürfen. Könnt euch 2006 nochmal verbal Eine abholen. Seid beide herzlich willkommen. LOL

    5.) Johnny: ” Aber ich bin sicher nicht der Richtige für die Beurteilung von kommunikationswissenschaftlichen Vorträgen.”

    Dann tue es auch nicht! Ich hab bis ins letzte Detail alles verstanden und kann für Dich alles vereinfachend wiedergeben.

    6.) Trotzdem 5 Sterne für dich, weil du meine Kritik zulässt. Korrigiere, wenn ein Sachverhalt nicht stimmt.

    Das Themenforum Weblogs geht in die Geschichte des ZKM als das DESASTER VON KARLSRUHE ein.

  10. 10
    bussibaer

    ach, was soll das ganze?
    blogs sind nett aber nicht wirklich wichtig.
    ich lasse mich gerne durch blogs unterhalten.
    das ist so ähnlich wie gepräche in kneipen verfolgen.
    da kennt einer den sinn des lebens, ein anderer weiss wie man frauen ins bett bekommt, eine frauengruppe lästert über ihre (ex)lover.
    also erstmal ein “kühles” bestellen, zurücklehnen und geniessen.
    stutzig werde ich nur wenn blogger sich zu ernst nehmen und glauben der nabel der welt zu sein, im irrglauben ohne sie geht nix voran.

  11. 11
    Erwin

    Oh, da war aber ein “Zuhörer” angepißt. Kommt so ganz aus der dunklen hinteren Ecke, feuert eine Salve und verdrückt sich wieder. Irgendwas müssen Johnny und Don richtig gemacht haben.

    Was wird “Zuhörer” gestört haben? Das man seinen akademischen Arsch nicht geküßt und nicht genau seine, SEINE(!), Kommunikationstheorie zitiert und gelobt hat? Das “Zuhörer” mal auf echte Menschen gestoßen ist? Vielleicht ist “Zuhörer” einer der Goldgräber die Blogs als das nächste große Ding propagieren wollen? Vielleicht ist “Zuhörer” einer der Neocon-Freunde? Vielleicht war “Zuhörer” gar kein Zuhörer sondern der überforderte Moderator? Wollte “Zuhörer” gekuschelt werden?

    Egal was “Zuhörer” ist, zwei Dinge kann “Zuhörer” nicht:

    - zuhören und
    - in Weblogs kommunizieren.

    Für einen, der den Kommunikations-Erklärbär machen will eine peinliche Vorstellung.

  12. 12

    Blogging darf nicht zu eng gesehen werden. Wir sind und bleiben eine Minderheit, dennoch eine starke und offenbar wirksame. Die Vorträge fand ich durchweg positiv, wobei Don einfach krass übertrieben hat. Aber wenn er diese Schiene fahren will, dann soll er das tun. Ich persönlich finde es etwas arm, wenn man seine Facette beim bloggen auch auf das reale Leben überträgt. Was er sagte war genial – wie er es sagte, war einfach vulgär und unter aller Sau.

    @Johnny: Äußerst sympathischer Zeitgenosse! War nett, dich kennenzulernen!

  13. 13

    Hi Zuhörer, ich will Kommaregeln nicht über Benimmregeln stellen, aber da geht bei Dir noh was.

    Immerhin hast Du begriffen, wie das mit dem Bloggen geht, kommentieren, Position beziehen, sich einmischen. Wenn ich Dir einen Tip geben darf, mach ein eigens Blog auf. Die Meinung hast Du, das Selbstbewusstsein auch, und der Stil und die Verständlichkeit kommt durch die Übung beim schreiben – denn es ist immer gut, wenn der Empfänger, also ich, versteht, womit Du mich angreifen willst. Das mit dem Unternehmer verstehe ich nicht.

    So, log in and check it out. Und schick mir die URL, dann verlinke ich Dich auch.

  14. 14

    Ach so,und “DESASTER VON KARLSRUHE”, das hat was, das gefällt mir. Wenn Du heute noch im ZKM bist – ich bin da,Du kannst es mir auch im Real Life sagen.

  15. 15
    frankz

    don, das war einfach super daneben. Du scheinst überhaupt nicht kritikfähig zu sein. genauso peinlich ist es auch draufzuschlagen, sobald der name “patalong” fällt.

    und noch was: hi don, ich will tippfehler nicht über inhaltliches stellen, aber bei Deinem comment liegt beides im argen.

    oberehrer dr. alphonso stellt klar: “die meinung hast du, das selbstbewusstsein auch…” wie unverschämt bist du eigentlich? woher kennst du “zuhörer” so genau? von einem einzigen comment? und was den stil, der ja mit der übung beim schreiben kommen sollte, betrifft: Du scheinst ziemlich wenig zu schreiben – denn stil fehlt Dir genauso wie übung: sonst würde Dein ewiges patalong-bashing aufhören und Du hättest gelernt: “übung beim schreiben” unter beachtung von groß-/kleinschreibung… da schreibt man “schreiben” ja groß!

  16. 16

    hähä, ja das hat was, Desaster Area in KarlsUNruhe ;-)
    Wobei ich wirklich sagen muß, die ganze “Aufregung” nicht ganz nachvollziehen zu können. Ich fand die Vorträge von Johnny und Don Alphonso vielleicht etwas “unkonventionell”, aber von Riot, Desaster usw. bemerkte ich nix. Klingt ja fast so, als wären sich alle an den Hals gegangen (gib mir ‘nen Fisch!!! ;-)
    Und den anonymen Zuhörer (im blauen Pulover ;-) möchte ich noch fragen, warum das ZKM um 14h der unpassende Hintergrund ist, um das Wort “gefickt” in den Mund zu nehmen? Sind mittlerweile eigentlich alle derart TV-Duell und Polit-Talk-Versaut, das sie es nicht mehr abkönnen, wenn sich *echte Menschen* unterhalten, bzw. angeregt diskutieren?

  17. 17

    frankz: Ich meine das mit dem Bloggen ernst, auch bei Dir, ganz einfach. Ich finde, jeder soll sich nach seiner Facon äussern dürfen. Ein eigenes Blog hat den Vorteil, dass man nicht aus der Anonymität heraus andere attakiert. Ich stehe vorne, da bin ich, mein Blog macht mich öffentlich. Und was bist Du? Der Ex-Zuhörer drei Postings drüber? Sein Freund? Ein Claquer? Im Moment bist Du nur ein anonymer Poster aus dem Nichts im Internet. Es ist auch etwas bezeichnend, dass diese Einwürfe hier kommen, und nicht auf meinem Blog, bei dem man sich mit valider Email registrieren muss. Es gibt so viele wie Dich, ich und viele andere Blogger haben das wöchentlich, das merkt man fast nicht mehr. Wenn ich anfange, mich so zu verhalten, wie andere wollen, höre ich besser mit dem Bloggen auf.

    Ich habe nicht das Geringste gegen den Einwurf des Herrn in Blau, das habe ich gestern auch gesagt. Auch nichts gegen Deine Meinung. Ich würde nur hier im Netz raten, es selbst mit einer eigenen Plattform zu machen. Nicht mehr, nicht weniger. OK?

    Nur eine Sache würde ich wirklich anders sehen wollen: Das mit Patalong. Da haben andere einen ganz anderen Track Record, Stichwort IT&W. Ich habe eine kritische Distanz, mehr auch nicht, die Proleme beim Spiegel sehe ich bei Steingart und Blumencron, da würde ich das auch in dieser überspitzten Form akzeptieren.

  18. 18
    bussibaer

    jeder soll sich nach seiner facon in seinem blog äussern dürfen?
    ja!
    alle blogger sind intelligent?
    nein!

  19. 19

    Ich halte absolut nichts von einer Qualitätsdebatte, die sich noch dazu an solchen Beurteilungen orientiert. Was heisst schon dumm … in jedem Fall gibt es sehr viel dümmere Zeitvertreibe.

  20. 20

    BLOGGEN IST WIE MIT DEM BESTEN KUMPEL
    AM TRESEN STEHEN
    UND DIE GANZE KNEIPE
    HÖRT ZU.

    mehr nicht.

  21. 21

    Ich kann diese Haltung nicht ganz verstehen, wie jemand von vornherein allen Blogs die Relevanz gänzlich absprechen kann. Dass in Klein-Bloggersdorf viel Kindergarten bzw. Tresentalk abgeht ist unbestritten, aber einige Beispiele aus dem letzten Jahr (Irak-warblogs, London-Anschläge, Katrina) zeigen doch ganz klar, dass es Situationen gibt, in denen Blogs die einzige Möglichkeit bieten, sich über die Verhältnisse oder ein Geschehen vor Ort wirklich zu informieren. Sei dies nun, weil andere Kommunikationsmittel katastrophenbedingt versagen oder aber gerade die “objektiven Medien” eben nicht objektiv berichten und nur die “subjektiven Medien” eine Möglichkeit bieten, Gegenöffentlichkeit herzustellen. Etwas weniger Pauschalurteile täten der Diskussion jedenfalls sicherlich nicht schaden.

  22. 22
    pitsche

    Wow, spätestens jetzt ist das Wort “Riot” angebracht, “Riot in the coemmtn section” :-o

    Das mit dem Fisch wie bei Asterix und Obelix halte ich für eine sehr gute Idee, aber bitte jeder nur ein Kreuz einen Fisch und dann prügelt euch bitte in Real Life in der ZKM und bitte das ganze auch Flickern :-)

    Was mich viel mehr bewegt is jedoch dieses hier:

    Warum gibt es sowas nicht auch in der BRD oder noch besser in Berlin?

    http://webzine2005.com/

    Meine erstes ‘Quergelese’ des Webzine2005-Programms läßt mich mit offenstehendem Munde zurück…

    pitsche

  23. 23
    pitsche

    verdammt: comment section

    Und wieder 5,- Euro in die Tippfehler-Kasse :-(

  24. 24
    doclove

    ich war auch da und fand das niveau der vorträge etwas enttäuschend. der erste wissenschaftliche (zmi) war typisches geschwalle, spekulationen ohne substanz, don alfonso war pubertär-infantiles gelaber (“ey, bloggen is voll punkrock”, satanszeichen (war schon vor 5 jahren nicht mehr witzig, mit dem wort “ficken” kann man auch nicht mehr wirklich provozieren), johnny h. war ok, hatte allerdings auch etwas zu sehr den augenmerk auf entertainment, hätte mir von ihm mehr infos gewünscht. der gescholtene kommunikationswissenschaflter gefiel mir am besten, mag sein, dass die studien nicht 100% aktuell sind und teilweise aus usa, aber das ist mir immer noch lieber als völlig ungeb ungebundenes blabla ala signore alfonso.

  25. 25

    irgendwie ist die trackback-funktion meines blocks zerschossen daher hier kurz und manuell der hinweis auf mein fazit der gestrigen veranstaltung.

  26. 26

    “Die emotionale Welt des Zuhhörers ist ihm gleichgültig. Er “holt” das Publikum nicht ab sondern wünscht es sich umgekehrt.”

    Ui, da hat wer verstanden wie bloggen funktioniert: eben nicht als Publikumsbelustigung (und erst recht nicht nach den Vorgaben eines Publikums”, sondern eben auf sich selbst bezogen – und wems gefällt liests. Und wem nicht, der nicht. Hab’ jedenfalls noch nicht gehört, dass irgendwer zum Lesen dieses oder jenes Blogs gezwungen wurde :-)))

    Ich fürchte nur, dass diese gute Beschreibung eher als Vorwurf gedacht war – dann doch nichts kapiert…

  27. 27

    Der Titel des Artikels, “Riot inna ZKM” bezieht sich auf den Reggae-Song “Riot inna Babylon”.

    Babylon bezeichnet im Reggae zwar gern die westliche Welt im Allgemeinen, war jedoch, das wissen selbst die meisten Akademiker, im alten Testament eben jene Stadt, deren Turm-Bauherren von Gott mit verschiedenen Sprachen bestraft wurden, da sie ihm zu nahe kommen wollten. Das sorgte, vorsichtig ausgedrückt, für einige Verwirrung.

  28. 28

    Kein Akademikerbashing hier!
    Gibt auch nette ;-)))

  29. 29

    @Don

    Da kämpfst du für dein Recht auf freie Meinungsäusserung – welches dir ja durchaus zusteht. Aber welchen Sinn macht es denn, Leute auf einer wissenschaftlichen Tagung persönlich anzugreifen “KWler waren schon immer etwas neben der Spur” bzw. über sie in der dritten Person zu reden “einige Leute weiter links hier auf der Bühne haben anscheinend den Kern des Bloggen noch nicht begriffen”. Ich sehe keinen Sinn für einen derartigen Diskussionstil, der auf keinen Fall die Fakten in den Vordergrund stellt. Ist es denn zuviel verlangt, auf einer wissenschaftlichen Tagung sich vor allem um INHALTE zu stürzen und den Stil so neutral wie möglich zu halten? Johnny schaffts doch auch.

  30. 30
    Der verwunderte Blogleser

    Nachdem ich die Entwicklung der Blogs und Publikationen der Person hinter “Don Alphonso” eine Weile sehr genau beobachtet habe, bin ich der Meinung, dass hier eine gewisse distanzierte Kritik angebracht ist. Herr Alphonso greift zu Methoden, die in der realen Welt schlicht inakzeptabel wären und von denen man sich im wirklichen Leben unangenehm berührt abwenden würde.

    Und ich wundere mich mittlerweile sehr stark, dass sich in unserem freien Land und in unserer noch freieren Bloggerwelt kaum ein Blogger traut, etwas dagegen zu sagen. Nein, ich entschuldige das nicht mit der Situation im Wahlkampf und ich mag auch keine anderen Ausreden dafür hören. Er entgleist und seine Sprache entgleist. Einige klatschen Beifall und viele schweigen dazu.

    Und nein, ich werde meinen Realnamen hier nicht verwenden, so wie ich Herrn Alphonsos Realnamen nicht verwendet habe. Das Impressum seiner Blogs ziert jeweils eine Wegwerfadresse. Damit könnte ich auch dienen.

    Es geht hier in diesem Beitrag um eine berechtigte und sachlich vorgebrachte Kritik. Wer die Ursachen dafür sehen will, schaue sich auf der ‘rebellmarkt’-Seite um. Sinnvolle google-Suchbegriffe wie

    Merkel site:rebellmarkt.blogger.de

    sollten die dort vorgebrachten sprachlichen Entgleisungen ans Licht bringen. Andere Suchbegriffe kann ich gern nachliefern.

  31. 31
    Der verwunderte Blogleser

    PS: Ich denke übrigens, dass das Bloggen längst aus dem Stadium “ich mache das nur für mich selbst” herausgetreten ist. Das Bloggen hat gesellschaftliche Relevanz bekommen und die Kampagnen, die von Blogs ausgehen, wirken in das reale Leben zurück. Aus diesem Grund habe ich den Kommentar geschrieben.

  32. 32

    man kanns auch übertreiben. wenn überhaupt, dann hat es eine mediale relevanz bekommen. dadurch dringt es in die gesellschaft, verändert sie aber nur geringfügig, falls überhaupt.

  33. 33
    Der verwunderte Blogleser

    @wirtschaftsweiser_ch:
    Wenn aber in Blogs Gewalt propagiert wird und üble Kampagnen gegen Unbeteiligte gefahren werden, dann hat das schneller eine Relevanz, als uns lieb sein kann.

  34. 34
    Felix Deutsch

    Der verwunderte Blogleser meint:

    Oh dear.

    Keine email, dafür Name der unschuldiges/unparteiisches Interesse ausdrücken soll: CHECK.

    Häufung von Kampfbegriffen (“Sprachliche Entgleisungen”) aus dem JU Rhetoriktraining: CHECK.

    Angriff der Form statt des Inhalts: CHECK.

    Pseudoobjektivität in Einheit mit Argumentation aus der angeblichen Opferperspektive: CHECK.

    Die klassische verfolgende Unschuld.

  35. 35
    Der verwunderte Blogleser

    (1) Offensichtlich hast Du auch keine E-Mail angegeben.
    (2) Der Name spielt keine Rolle, mir geht es um den Inhalt.
    (3) Nenne mir ein passendes Synonym für “sprachliche Entgleisungen”!
    (4) Ich greife niemanden an, sondern ich bewerte Form und Inhalt.
    (5) Ich argumentiere nicht aus der Opferperspektive.
    (6) Ich argumentiere natürlich subjektiv. So wie Du und so wie Herr Alphonso. Das hat eine Diskussion so an sich.

    PS: Aber wenn Du so überzeugt bist: lies doch einfach den ersten Beitrag von heute morgen (29.09.) auf “rebellmarkt” und gibt eine kurze Einschätzung der Qualität.

  36. 36

    Felix Deutsch hat eine E-Mail-Adresse angegeben. Diese taucht hier aber nie auf, sondern die Namen werden auf die Website des Kommentators verlinkt, wenn eine angegeben wurde.

    Ich finde es aber auch nicht grundsätzlich “schlimm”, keine echte Mailadresse anzugeben. Solange alles im Rahmen bleibt, ist auch anonymes Posten okay.

  37. 37
    Der verwunderte Blogleser

    Meine Aussagen werden im Rahmen bleiben und ich werde noch kurze Zeit auf Fragen oder Kommentare in diesem Thread antworten. Wenn eine Anmeldung erforderlich wäre, würde ich mich auch anmelden. Ich finde es schlicht alarmierend, welche Sprache in Blogs mittlerweile salonfähig geworden ist, denn die Sprache geht immer der Tat voran …

    Welchen Ansehensgewinn bringt es für die Blogger, wenn eines Tages auf einer wissenschaftlichen Konferenz wie in Karlsruhe eine Analyse “Herr Alphonso und ‘rebellmarkt’ im Wahlkampf 2005″ vorgetragen wird? Es wäre einfach nur peinlich und unangenehm.

  38. 38
    Felix Deutsch

    Welchen Ansehensgewinn bringt es für die Blogger, wenn eines Tages auf einer wissenschaftlichen Konferenz wie in Karlsruhe eine Analyse “Herr Alphonso und “˜rebellmarkt”™ im Wahlkampf 2005″³ vorgetragen wird? Es wäre einfach nur peinlich und unangenehm.

    Was geht’s dich an? Hast du ein blog?
    Peinlich ist einfach nur deine geheuchelte Empörung.

  39. 39
    Der verwunderte Blogleser

    Wenn Du in der Sache nichts zu sagen hast, dann tut es mir Leid um die Zeit. Ich habe als Leser das Recht, Leistung und Inhalt eines Blogs zu beurteilen und du wirst es mir sicher nicht verbieten. In diesem Artikel geht es um eine wissenschaftliche Konferenz über Blogs und ich habe über die Qualität der Aussagen eines sehr bekannten Teilnehmers geschrieben. Aber wir können das gern in den Kommentaren Deines Blogs weiterdiskutieren, wenn Du eins haben solltest. Und noch etwas: die Figur hinter “Felix Deutsch” hat sich dieses Jahr im Wahlblog von ihrer “besten” Seite gezeigt, Gratulation dazu …

Diesen Artikel kommentieren