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Pop mark von Johnny Haeusler | 10

Der Spreeblick “Excellence in music advertising”-Award 2005

Der soeben herbeierfundene Preis geht ohne Konkurrenz an Warnermusic Deutschland.

Begründung der einköpfigen Jury:

Mit der Anzeigenkampagne für die britische Band Hard-Fi beweist das Label Warnermusic Geschmack und Stilsicherheit. Die äußerst schlecht schlicht gestaltete Anzeige im günstigen Zweifarbdruck lenkt den Konsumenten subtil davon ab, dass es sich um eine eigentlich gute Band handelt und vermittelt stattdessen den Eindruck, der deutsche Zweig des Labels habe Druck von den Engländern bekommen, bei den verkauften Stückzahlen doch mal etwas nachzuhaken.

Gekonnt werden Zitate von weltbekannten und der Zielgruppe entsprechend hervorragend ausgewählten Musikfachleuten eingesetzt, um das Produkt an den Hörer zu bringen:

Beste Non Metal Platte des Jahres!

darf bspw. „Niels A.“ von sich geben, seines Zeichens bester Non-Bindestrich-Experte des Jahres. Seine für die Anzeige zitierte Empfehlung suggeriert, dass das Album von Hard-Fi sogar von Menschen verstanden werden kann, deren musikalischer Horizont sich ansonsten auf Bands beschränkt, deren Namen in nicht zu entziffernden Lettern gesetzt sind und deren Texte wahlweise von Wikingern, Monstern, Raubmorden oder Jungfrauen in Unterwäsche handeln. Oder davon, dass die Schulfreundin sie verlassen hat.

Neben den weiteren Meinungen von MAX, dem Fachmagazin für gute und aktuelle Musik und STEREOPLAY, der Zeitschrift für 60jährige, die wissen wollen, was auf der Straße so abgeht, toppt Warnermusic die Hard-Fi-Kampagne mit einem weiteren Kenner der Szene, den nur die Szene nicht kennt, nämlich mit „Constantin T.“:

(…) Hätte Beethoven solche Songs geschrieben, wäre er nicht taub geworden.

Würden sich die Texter und Grafiker von Warnermusic beide Ohren abschneiden, wären sie zwar noch immer nicht halb so gut wie Van Gogh, möchte die Jury hinzufügen, aber auch nicht weniger taub als sie es offensichtlich jetzt schon sind.

Und so vergibt die Jury mit Freude den letztjährigen ersten Preis für „excellence in music advertising“ an Warnermusic Deutschland und die oben beschriebene Kampagne, die beweist, dass es nur zwei belanglose und zwei (hoffentlich) erfunde Zitate auf einer Plattenfirmenanzeige braucht, um jede noch so gute Band als Volldeppen mit einem Billigprodukt erscheinen zu lassen.

Johnny Haeusler 06.01.2006 um 01:16

Pop

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10 Kommentare

  1. 01

    johannes:

    haha, die anzeige habe ich auch gesehen und kurz überlegt, ob das ernst gemeinst ist. ist es leider.

    06.01.2006 um 01:44 | Antworten
    Alle Kommentare von johannes
  2. 02

    nilz:

    ha ha..grossartig…ha ha…das können die doch nicht ernst….obwohl…wahrscheinlich doch..oh gott, wie schrecklich! hätten DIE mal DBD gemacht, das wäre der burner geworden!

    06.01.2006 um 03:45 | Antworten
    Alle Kommentare von nilz
  3. 03

    rene:

    “die oben beschriebene Kampagne, … beweist, dass es nur zwei belanglose und zwei (hoffentlich) erfunde Zitate auf einer Plattenfirmenanzeige braucht, um jede noch so gute Band als Volldeppen mit einem Billigprodukt erscheinen zu lassen.”

    DAS denke ich auch jedesmal, wenn eine dieser bescheuerten Labelanzeigen im Plattenkritikformat daherkommt…

    06.01.2006 um 07:50 | Antworten
    Alle Kommentare von rene
  4. 04

    500!:

    “das leicht schräge von den specials..”:
    a message to you,
    rudy.

    06.01.2006 um 10:01 | Antworten
    Alle Kommentare von 500!
  5. 05

    msia:

    Hinten auf der aktuellen Spex. Kein Scheiß, das Format war hinreichend schlicht in Alarmfarbe, mein kurzzeitiges Interesse zu wecken. Ich habe allerdings nur die größeren Blöcke *gelesen*. Insofern wunderte ich mich, was ich da schon wieder verpasst habe - Mitte letzten Jahres.

    Danke nun für Aufmerksamkeit lenken auf die wirklich wichtigen Teile der Anzeige. Das tut wirklich weh!

    Kann jemand was zur Qualität der Band sagen/verlinken, was seiner/ihrer Meinung entspricht?

    06.01.2006 um 10:06 | Antworten
    Alle Kommentare von msia
  6. 06

    Johnny:

    msia, Hard-Fi sind klasse. Der Clash-Vergleich ist nicht völlig falsch, natürlich klingen sie “moderner” und ein bisschen zu sauber. Live sind sie prima, aber irgendwas lässt mich noch zögern, sie richtig zu lieben, sie wollen meiner Meinung nach etwas zu auffällig “groß” werden. Mal sehen, was das nächste Album bringt (evtl. ja einen Label-Wechsel!), das aktuelle höre ich sehr gerne.

    06.01.2006 um 10:30 | Antworten
    Alle Kommentare von Johnny
  7. 07

    Corleone:

    Eine Singleband sind sie ohne Frage.
    Das Album am Stück wirkt etwas zusammenhanglos.

    06.01.2006 um 10:34 | Antworten
    Alle Kommentare von Corleone
  8. 08

    supatyp:

    praktikantenstyle. selbs schuld die warner brüder

    06.01.2006 um 11:44 | Antworten
    Alle Kommentare von supatyp
  9. 09

    Der Terroristenjäger veralbert:

    Mit Filmwerbung ist das ja ähnlich, da fragt mich sich auch, warum der Verleih mit Zitaten aus TV14, Gala oder Bravo wirbt.

    Janek.

    06.01.2006 um 11:47 | Antworten
    Alle Kommentare von Der Terroristenjäger veralbert
  10. 10

    msia:

    danke Johnny, werde ich mal checken

    06.01.2006 um 12:06 | Antworten
    Alle Kommentare von msia

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