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Produkte von Johnny Haeusler | 16

DLD06 - Zweiter Teil

Nachdem auf dem für heute letzten DLD06-Panel Paul van Dyk den Präsentationswettbewerb ganz klar gewonnen hat, da er zwei PowerBooks hatte, muss ich trotz aller mir immer etwas auf den Wecker gehenden Digital-Euphorie nach 30 Minuten Fernsehen im Hotel doch sagen: Gebt mir bitte jederzeit Internet statt TV. Denn sogar im ZDF läuft eine Sondersendung zum Wetter. Außerdem zeigte auch dieser Tag in München, dass die Digitalisierung einen extremen gesellschaftlichen Wandel mit sich bringt. Denn wann zuvor ging es unter Männern darum, wer den Kleinsten hat?

Peter Löser (u.a. beim Podcastverband aktiv) hat einen viel kleineren als ich, sein MP3-Rekorder klingt dazu nicht mal viel schlechter als meiner. Außerdem ist Peter ein sehr netter Kerl, und genau darum geht es bei solchen Konferenzen in Wahrheit: Nette Menschen treffen, denen man sonst nur per Mail oder IM „begegnet“ oder dessen Sites man kennt. Die Site von Frank Tentler, die er gemeinsam mit Thomas Wanhoff und Christian Kundschaft betreibt, kannte ich bisher noch nicht, habe mich aber dafür umso mehr gefreut, ihn kennenzulernen. Die drei Jungs bieten Podcasts u.a. als Dienstleistung an und offenbar funktioniert das schon recht gut, immerhin hat DLD-Veranstalter Burda das Team als DLD-Podcast-Reporter gebucht. Unter anderem kann man die Berichte hier hören, irgendwo sind da irgendwann auch ein paar Sätze von mir dabei, wenn sie nicht rausgeschnitten wurden.

Natürlich habe ich selbst auch diversen Menschen Fragen gestellt, die Antworten könnt ihr im morgigen Podcast hören, den ich vermutlich noch heute Nacht online stellen werde.

Meckern fällt immer leicht bei einer solchen Veranstaltung, bei der es nur am Rande um Kulturgut, sondern in erster Linie um Geschäfte geht und bei dem teilweise jede Kritik am digitalen Leben oder dessen Fallen zu fehlen scheint. Wo ist der nächste Trend und vor allem: wie kann man damit Geld verdienen? Einigen Besuchern würde es sicher am liebsten sein, man würde ihnen die Lösung ins Vaio diktieren. Dennoch sollte man bei allem Gemoser auch mal einen objektiven Blick auf die Dokumentation der Veranstaltung werfen, die speziell für ein großes Medienhaus vorbildlich ist. Wenn jedermann am Rechner zu Hause die Panels bereits kurz nach ihrer Präsentation ungeschnitten als Video ansehen kann, wenn es komplett unabhängige Podcast-Reportagen wie oben erwähnt gibt, verdient das positive Erwähnung, zumal ganz sicher viele der älteren Medienmacher noch ihre Probleme mit dieser Transparenz haben dürften.

Wo wir aber schon bei den Präsentationen sind: Ich verstehe ja die Notwendigkeit der englischen Sprache, denn schließlich sind einige internationale Gäste und Redner anwesend. Aber macht es nicht für eine dennoch überwiegend von deutschsprachigen Menschen besuchten Veranstaltung mehr Sinn, Übersetzer und ein paar Kopfhörer einzusetzen statt haufenweise wirklich grausamstes Englisch von den deutschen Teilnehmern über die Zuhörer hereinbrechen zu lassen? Das ist so furchtbar peinlich, finde ich, und vielleicht wären einige Vorträge und Diskussionen in deutscher Sprache auch tiefer gegangen, statt nur an der Oberfläche zu kratzen.

Peinlich ist es auch speziell bei Beginn dieses Videomitschnitts, wenn sich zwei Moderator/-innen krampfhaft bemühen müssen, für die Ankunft eines Roboters wenigstens ein wenig Applaus zu bekommen, der extrem spärliche Einsatz desselben dann jedoch das Publikum so verausgabt hat, dass kein Klatscher mehr für Dr. Hubert Burda bleibt. Peinlich. Sehr.

Für selbigen jedoch, Dr. Burda, nicht den fehlenden Applaus, lohnt sich das Sichten des Videos. Dort steht natürlich kein hipper, junger Geek, der über das digitale Leben sinniert, sondern ein gestandener Mann, einer der einflussreichsten Medienmacher dieses Landes, der Expertise in seinem Fach und Offenheit gegenüber neuen Entwicklungen beweist, und das nicht erst seit heute. Das verdient Respekt und mehr Applaus als ein blöder Roboter.

Trotzdem es also immer mal wieder etwas interessantes zu hören gab: Die Panels waren für mich nicht die Hauptattraktion, sondern die Gespräche am Rande. Mal sehen, was der morgige Tag bringt.

Johnny Haeusler 23.01.2006 um 20:55

Produkte

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16 Kommentare

  1. 01

    Eva:

    am besten ist der teil, wo der moderator die menge zum mitklatschen der roboter-abgangsmusik animiert :) wahnsinn.

    23.01.2006 um 21:26 | Antworten
    Alle Kommentare von Eva
  2. 02

    asoli:

    Find das Video auch extrem peinlich. Die ganze Szenerie erinnert stark an Promoaktionen amerikanischer Silicon-Valley-Unternehmen - “clap ur hands” hier - “smile” dort, das ganze dekoriert mit hippen Jazz-Klängen. “Great”, und das wegen son doofen “Aschimo”.

    23.01.2006 um 21:30 | Antworten
    Alle Kommentare von asoli
  3. 03

    marius:

    wie heisst denn dem Peter sein Kleiner?

    23.01.2006 um 21:41 | Antworten
    Alle Kommentare von marius
  4. 04

    roman libbertz:

    Der berliner Paulkanns halt immernoch!

    23.01.2006 um 22:15 | Antworten
    Alle Kommentare von roman libbertz
  5. 05

    Janek:

    Johnny, Du hast ja Recht. Burda hat ein Medienhaus mit Millionen von Kunden und ich habe ein kleines Kackblog mit mir also einzigem Leser. Trotzdem: Wenn der Digitale Lifestyle so humorfrei ist, bleibe ich lieber analog.

    23.01.2006 um 22:26 | Antworten
    Alle Kommentare von Janek
  6. 06

    Martin:

    Hast du ne ungefähre Ahnung was ein guter Simultandolmetscher kostet (und wenn die Veranstaltung länger als 30 mins geht brauchst du mehrere!)? Wenn ja, dann weißt du warum sie keinen eingesetzt haben ;-)

    23.01.2006 um 22:35 | Antworten
    Alle Kommentare von Martin
  7. 07

    Keiner:

    Grausam, dieser in das Mikrofon grunzende Moderator.
    Ich habe mir nur die ersten paar Minuten des Videos angetan.
    Die ganze Zeit überlegte ich, wann mich das letzte mal eine Präsentation so peinlich berührt hatte (Oh Gott, was macht dieser Roboter da? Was soll diese Roboteransprache?).Und dann ist es mir eingefallen.
    Das war bei der Jahresabschlußveranstaltung eines großen deutschen Technologiekonzerns. Das Verbindungsthema war Fussball(!), man war das peinlich.

    23.01.2006 um 23:03 | Antworten
    Alle Kommentare von Keiner
  8. 08

    wtf:

    Auch auf die Gefahr hin als Miesepeter und Regenmann dazustehen:

    crock of shit.

    Seit der Überschwemmung von New Orleans und den nachfolgenden Aktionen im Inet (Suchaktionen, Vermisstenanzeigen, Kontaktmöglichkeiten) ist für mich eines klar:

    das Netz gehört den Usern, Konzerne hin oder her, Gesetze hin oder her, Staaten hin oder her, Geldgeilheit hin oder her.

    Man möge mir mein idealitisches Kreuz mit Statistiken brechen, ich glaube nicht an einen digitalen Lebensstil.

    24.01.2006 um 00:43 | Antworten
    Alle Kommentare von wtf
  9. 09

    isdoschso:

    au weh, der verzweifelte versuch ein hightlight zum auftakt zu setzten. besser wären da wohl ein paar bunnys aus dem playboy gewesen.
    ach was solls, die bunnys haben mit digital lifestyle eh nix am hut. die kennen nur reallife.
    besser weiterhin papier mit werbung bedrucken und magazin draufschreiben und mit aller macht an die leute verhökern….. damit kennen sich die mannen im hause B…a besser aus.

    24.01.2006 um 00:59 | Antworten
    Alle Kommentare von isdoschso
  10. 10

    Peter:

    @marius
    mein kleiner heisst ifp 995 - ist aber leider sowohl von der Bedienung als auch vom Design her ein iRiver.
    Dennoch Podcast-tauglich.

    24.01.2006 um 10:23 | Antworten
    Alle Kommentare von Peter
  11. 11

    don:

    das ist sowas von 90er..

    und irgendwie seh ich da auch keinen unter 50. bitte macht einfach weiter eure nachrichtenmagazine. die zukunft, von der ihr da sprecht, werdet ihr sowieso nicht mehr erleben.

    24.01.2006 um 10:29 | Antworten
    Alle Kommentare von don
  12. 12

    Freddy:

    Ich finde diese Retro DotCom Blase eher etwas peinlich. Habe mir mal deren Liveblog Bilder und Videos angesehen - ouweia.
    Knapp 30ig jährige mit Gelfrisuren (angesagter leichter Irokesenanschnitt), dazu Müncher Anzugschikeria und wannabe Techies. Ich habe weder was gegen Haargel, noch gegen Anzüge auch nichts gegen unbegabte Leute mit Bullshitbingo-Vocabular - allerdings die Kombination löst Neurosen aus.

    Johnie, diese Spinner helfen Dir nicht aus Deiner Midlife-Crisis !

    24.01.2006 um 10:34 | Antworten
    Alle Kommentare von Freddy
  13. 13

    SUB:

    Ich finde den Roboter ja wirklich niedlich. Allerdings ist die gesamte Inszenierung schon ein wenig peinlich geraten – und ich kann es auf den Tod nicht ausstehen, wenn erwachsene Medienmogule von internationalem Format “Wiss” und “Se” statt “With” und “The” von sich geben.

    Allerdings ist der Moderator mit seinem Fake-American-Slang auch grausam.

    Die Musik auch.

    Also: Alles scheiße, aber der Roboter ist klasse.

    24.01.2006 um 11:10 | Antworten
    Alle Kommentare von SUB
  14. 14

    Nero:

    Cool, das man dank der Kommentare Gewissheit haben kann das man nicht der einzige ist der ein Peinlichkeits Gefühl hatte beim ansehen des Videos.

    Warum rief keiner:
    Fegt die Scheisse von der Bühne und lasst den Roboter nochmal rauf!!!

    24.01.2006 um 13:42 | Antworten
    Alle Kommentare von Nero
  15. 15

    marius:

    @Peter: Danke!

    24.01.2006 um 19:44 | Antworten
    Alle Kommentare von marius
  16. 16

    kosmar:

    der link zu löser ist malformatted, wie man so sagt … mal wieder http vergessen, tse … passiert mir auch immer ;)

    31.01.2006 um 14:58 | Antworten
    Alle Kommentare von kosmar

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