Außer vielleicht daran, dass ich gerade Zeuge einer gewalt(tät)igen Inszenierung bin. Mir ist allerdings nicht völlig klar, wer die Regisseure sind.
Wenn die Dinge so klar sein sollen wie im Fall der dänischen Mohammed-Karikaturen und der teilweise gewalttätigen Reaktionen muslimischer Gruppierungen, die inzwischen sogar Todesopfer gefordert haben, dann stinkt etwas. Klare Feindbilder, klare Verhältnisse, klare Standpunkte? Völker voller Terroristen auf der einen, Kämpfer für die Pressefreiheit auf der anderen Seite? Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass die Dinge ausnahmsweise mal so einfach sein sollten wie sonst nie.
Richten sich die Proteste nur gegen die Zeichnungen, die doch scheinbar ein Großteil der Muslime gar nicht wirklich kennt, oder werden, wie hier in der Berliner Zeitung im letzten Absatz erwähnt, ganz andere Gerüchte gestreut, um die in Bussen herbeigebrachten gewaltbereiten Extremisten anzuheizen? Wer weiß, was noch berichtet wird, wenn schon fälschlicherweise von Bücherverbrennungen die Rede ist?
Welche Rolle spielen Blogs, die Fotos „just in from London“ präsentieren und auf deren Blogroll man hauptsächlich rechte Blogs mit derartig widerwärtiger Hetze finden kann, dass eine Verlinkung einem Strafbestand gleichkommen könnte (u.a. werden Karikaturen gezeigt, die Mohammed mit einem Hakenkreuz auf der Kopfbedeckung zeigen)? Wie kommt es überhaupt, dass sich eine „rechtsliberale“ dänische Zeitung plötzlich so stark macht für die Pressefreiheit? Wie kommt es, dass die Regierung Dänemarks zwar in anderen Fällen für die Durchsetzung des dänischen Blasphemie-Paragraphen
§ 140. Derjenige, der öffentlich die Glaubenslehre oder Gottesverehrung irgendeiner legal in diesem Land bestehenden Religionsgemeinschaft verspottet oder verhöhnt, wird zu einer Geldstrafe oder Haftstrafe bis zu vier Monaten verurteilt.
sorgen konnte, in diesem Fall jedoch auf die im Oktober 2005 erfolgte Strafanzeige dänischer islamischer Organisationen gegen Jyllands-Posten keinen Handlungsbedarf erkennen konnte? Wieso ist es bisher niemandem gelungen, in dem seit längerer Zeit vorhandenem Konflikt Lösungen zu finden, bevor Gewalt ausbricht? Wie kann der Kulturminister eines Landes, das Vorkehrungen trifft um 80% der Zuwanderer von der Einbürgerung auszuschließen und das immer häufiger der Kritik der Ausländerfeindlichkeit ausgesetzt ist, Brian Mikkelsen, Sätze wie
Die erste Runde im Kulturkampf haben wir gewonnen
von sich geben und woher kommt mein Gefühl, dass sich einige Leute auf den „Kampf der Kulturen“ zu freuen scheinen?
Und warum fällt das alles zeitlich so merkwürdig perfekt in die Zeiten, in denen es um den Bau von Atomwaffen bzw. dessen Verhinderung geht? Wer hat hier wo welche Interessen und setzt zur Verfolgung selbiger welche Mittel ein?
Ich weiß es nicht, ich bin in dieser ganzen Sache komplett hilflos. Ich frage nur laut. Und je mehr ich lese, desto mehr frage ich mich.
Extremisten ist der richtige Ausdruck. Für viele Beteiligte.
01
Toller Beitrag, Johnny!
Ich bin zur Zeit hin- und hergerissen zwischen “Freiheit der Satire”, “war das nötig”, “wenn die jetzt ‘n Atombombe hätten”, “warum jetzt” und “wie reagieren”. Stehe irgendwie zwischen Fassungslosigkeit, Zorn und Enttäuschung.
Danke, dass Du mir in diesem Beitrag wieder neutralen Boden zeigen konntest. Lieber hilflos als extrem.
Hokey
Alle Kommentare von Hokey
02
danke johnny, aber irgendwie ist mir jetzt schlecht.
Alle Kommentare von nilz
03
Die Essenz Deines Textes - Hilfloses Zugucken und Schwanken zwischen den Positionen - dürfte einigen Leuten aus der Seele sprechen.
Alle Kommentare von Felix
04
Bei der heute vor laufender Kamera verbrannten deutschen Fahne bin ich mir ziemlich sicher, dass die denen in die Hand gedrückt wurde. Ich weiß nur noch nicht ob von Spindoctoren oder deutschen Journalisten …
Ich glaube: es gibt Aufruhr, aber er wird zusätzlich angeheizt. Und zwar von verschiedenen Seiten, wobei jeder aus seinen eigenen Interessen mitheizt. Die Machthaber, weil es sich mit klaren Feindbildern besser regieren lässt, Journalisten für plakative und spektakuläre Bilder, Islamisten für den größeren Zulauf, rechte Spindoktoren um den Krieg der Kulturen voranzutreiben, etc. Das Traurige ist doch: es gibt vor Ort kaum Leute, die kein Interesse an der Eskalation haben …
Alle Kommentare von mspro
05
Diesen Link habe ich schon bei MoMo geposted …
Ein Beitrag in der FAS vom WE, den man in diesem Zusammenhang gelesen haben muss.
http://tinyurl.com/7zo2k
Gruß
Erik
Alle Kommentare von erik
06
Im indirekten Zusammenhang mit dem passt das:
http://tim.geekheim.de/2006/01/31/tlf001-gold/
Hier gehts primär um Gold und wie man am Goldpreis erkennen kann, ob erwartet wird das es in kürze Krieg geben wird. Ist etwas mühsam anzuhören aber sehr interesannt.
Alle Kommentare von panzi
07
Um ganz ehrlich zu sein: der einzige Grund, aus dem ich selber noch nichts zu dem Thema geschrieben habe, ist der, das ich im Moment nicht wüsste, was.
Ich stimme Dir zu, es ist alles zu offensichtlich, viel zu unverständlich der Mangel an Hinterfragung, und steuert auf ein Ziel zu, das mir Angst macht.
Koppelt man das ganze jetzt mit einer Weltwirtschaft (die stinkt), Freiheitsverlusten und Menschenrechtseinschränkungen in vielen Ländern (die stinken) - bei mir zumindest kommt da ein fürchterliches Szenario zusammen…
Vorhin gefunden: die Zeitenwende, wo Michael(?) diese Informationen zusammenfasst als den “Zusammenbruch des Westens”. Und ich hoffe, das wir alle Unrecht haben.
Alle Kommentare von diaet
08
Da bist du mir leider mit deinem Artikel zuvor gekommen. Ich schwanke auch zwischen Entsetzen und Wut über das Verhalten beider “Parteien”. Hinzu kommt ja schließlich noch, dass man so einen Ausnahmezustand gerade am wenigsten gebrauchen konnte.
Alle Kommentare von Axel
09
Sich Gebetsmühlenartig auf die Pressefreiheit zu berufen finde ich ziemlich albern, schliesslich ignoriert man es ja auch nicht, wenn man jemanden mit dem Auto überfahren hat, obwohl man Vorfahrt hatte.
Eine öffentliche Entschuldigung der Herausgeber wäre OK, kostet nix, würde nicht wehtun und würde Extremisten den Wind aus den Segeln nehmen.
Nicht dass ich die Zeichnungen so schreklich finde, aber toll sind sie auch nicht, eigentlich eher plump und langweilig.
Alle Kommentare von leo
10
volle zustimmung, johnny. habe gestern genau das thema mit gleicher fragestellung in einem gespräch behandelt; das ende war hilfloses achselzucken & betroffene gesichter.
Alle Kommentare von Eva
11
Manueller Trackback:
“(…)wie der bewunderte George W. so nutzt auch Pflüger die Diskussion um die Mohammed-Karikaturen aus, um die eigene Agenda zu pushen. Ja sicher würden die Muslims überreagieren, aber dennoch hätte die Pressefreiheit ihre Grenzen. Auch gegenüber dem Christentum würde hierzulande viel zu wenig Rücksicht genommen… und man dürfe Religionen einfach nicht beleidigen.(…)
Alle Kommentare von Batz
12
wo hast du denn die info her, dass es eine klage gegeben hätte?und welche rolle sollen schon die blogs spielen — keine.
Alle Kommentare von m
13
Johnny, du hast es geschafft, das auszudrücken, was unsereiner nicht geschafft hat.
Stimme dir komplett zu.
Alle Kommentare von chrizzle
14
guter post,
sehr viel differenzierter als die meisten kommentare im moment.
der tenor scheint in den medien ja momentan noch immer zu sein, dass hier gute/notwendige arbeit im kampf um die pressefreiheit getan wurde..
naja..
wie gesagt, guter artikel, dankeschön. ;)
Alle Kommentare von philipp
15
Danke für diesen Eintrag!
Alle Kommentare von Michael
16
Auch ich schaffe es nicht, meine Gedanken so niederzuschreiben, dass sie dem Thema wirklich angemessen sind. Kaum bin ich der Meinung, einen Aspekt nun für mich korrekt erfasst zu haben, kommt ein neuer hinzu, der mich diesen wieder in Frage stellen lässt.
Menschlichkeit ist allerdings etwas, was ich bei dieser hauptsächlich politisch/presserechtlich motivierten Diskussion immens vermisse. Dankeschön, dass du sie mit deiner Hilflosigkeit gezeigt hast.
Alle Kommentare von serotonic
17
@m
Hier der Link zu einem am 29. Oktober bei politiken.dk veröffentlichten Artikel, der sich mit der Strafanzeige elf islamischer Organisationen gegen Jyllands-Posten befasst (leider nur auf dänisch):
http://politiken.dk/VisArtikel.sasp?PageID=405080
Grundlage der Strafanzeige ist der dänische Blasphemie-Paragraph 140:
„§ 140. Derjenige, der öffentlich die Glaubenslehre oder Gottesverehrung irgendeiner legal in diesem Land bestehenden Religionsgemeinschaft verspottet oder verhöhnt, wird zu einer Geldstrafe oder Haftstrafe bis zu vier Monaten verurteilt.“
(siehe dänischer Wikipedia-Eintrag: http://da.wikipedia.org/wiki/Blasfemi )
Alle Kommentare von mArTiN
18
Ausserdem sollte man all denen, die sich so über diese Karikaturen echauffieren, dieses pdf rechts und links um die Ohren hauen…
Alle Kommentare von mArTiN
19
Mir ist die Sache viel zu groß und unübersichtlich. Ich sitze hier vor meinem Rechner und muss das hinnehmen (oder auch nicht), was mir die hiesigen Medien vermitteln. Ich kann nicht beurteilen, ob die Berichterstattung subjektiv, objektiv oder überhaupt wahr ist. Mein Gefühl ist nur, dass das Thema immer mehr gepusht wird. Jeden Tag überschlagen sich die Meldungen. Genauso weiss ich nicht, was man dem aufgebrachten islamistischen Volk erzählt. Die haben sicherlich dasselbe Problem.
Alle Kommentare von Zwen
20
Sehr lesenswerter und aufschlussreicher Bericht in der Süddeutschen:
http://www.sueddeutsche.de/,tt1m3/ausland/artikel/662/69593/
Alle Kommentare von mArTiN
21
Der Krieg steht vor der Tür, aber Sharon fällt aus. Und der wäre nötig um den Leuten zu erklären, warum man so einen Krieg braucht. Also Plan-B: Neue Gründe. Ein Laptop ist schon aufgetaut (äh aufgetaucht), ne Bin Laden Nachricht und jetzt der Eindruck, dass es sich ohnehin nur um unzivilisierte Wilde handelt. So kompliziert ist Politik nicht, nur die Inszenierungen werden von Profis veranstaltet, die Gründe sind der Kriegstreiber sind seit je her immer nur: Macht und Kohle. Und unsre Angie schafft es uns diesmal mit ins Boot zu nehmen.
Wie lässt Elfriede Jelinek in ihrem Anti-Kriegs Stück “Bambiland” schreien?
“Setzen Sie sich wieder hin, und wackeln Sie nicht so in dem Boot, in dem wir alle sitzen. Wackeln Sie nicht mehr. Auf der Stelle. Wackeln und wackeln sie jetzt nicht mehr. Warum? Weil ich es sage!”
Alle Kommentare von Harald
22
… ich reihe mich in die Meinung der meisten Vorredner ein - Jonny, woran soll der geneigte Leser noch glauben. Kritische Auseinandersetzung ist kaum noch möglich - subjektive und objektive Empfindungen überlagern sich. Dennoch frage ich mich, wenn hier so “viele” vernünftige Menschen lesen und ihre Meinung teilen, warum sind wir dann unfähig etwas zu ändern? Ich denke immer, jeder sollte in seiner Umgebung Freunde und Bekannte zum überdenken festgefahrener Positionen anregen und konträre Meinungen diskutieren. Hinnehmen und zusehen ist für mich kein Weg.
Alle Kommentare von Dirk
23
Dass es eine dumme Idee war, diese Karikaturen zu veröffentlichen (und vermutlich auch, sie nachzudrucken) dürfte unbestritten sein. Ich habe auch keine Kommentare gelesen, die diese Zeichnungen toll finden. Sie sind ziemlich schlecht (mal von dem “we ran out of virgins” abgesehen…das finde ich sehr lustig). Aber die Reaktionen darauf sind einfach völlig indiskutabel.
Übrigens wurde der dänische Blasphemieparagraph seit 1938 nicht mehr angewandt. Die Existenz eines Gesetzes setzt nicht zwangsläufig die Umsetzung vorraus.
Alle Kommentare von René
24
*grummel* gerade Michelle Malkin.
Wer sich mal über diesen äußerst rechten Rand der amerikanischen Bloggerszene informieren will, kann bei Orcinus anfangen zu lesen:
http://dneiwert.blogspot.com/2005/11/unhinged-indeed.html
Ms. Malkin mag nämlich außer Moslems auch keine Linken. (in Amerika heißt links übrigens “liberal”. Sollte man also nicht mit den europäischen “Liberalen” verwechseln: interessanterweise gibt es unter denen dann nämlich wieder eine Großzahl von Leuten, die in Amerika “liberal” als Schimpfwort benutzen.)
Wenn auch nur ein Teil von dem stimmt, was allein der Herr Neiwert über sie sagt, dann sollte man bei allem, was Ms. Malkin sagt extra aufmerksam sein. Und besser erstmal nichts glauben:
http://dneiwert.blogspot.com/2005/10/journalistic-standards.html
Und was ihre blogroll angeht: jep. In Deutschland würden wohl allein schon “little green footballs” und “free republic” ausreichen. Auf deren Seiten wird nämlich schon häufiger mal zu Straftaten gegen missbeliebige “Liberuls” und “Towelheads” aufgerufen.
Alle Kommentare von apunkt
25
apunkt: sind Towelheads radikale Douglas-Adams-Fanatiker?
(sorry, kleiner Spass am Rande ;) )
Alle Kommentare von philipp
26
Ich glaub ein Douglas Adams-Fan würde das nichtmal als Beleidigung auffassen. ;-)
Alle Kommentare von apunkt
27
Bin ja selbst Einer.
Sorry nur deswegen, weil das eigentliche Thema ja eher ernsterer Natur ist.
Alle Kommentare von philipp
28
… was einen nicht daran hindern sollte, dem Thema mit Humor zu begegnen.
Alle Kommentare von leo
29
Tja, aber wären wir alle Douglas-Fans hätten wir jetzt auch einen Präsidenten der Galaxis, der nichts zu sagen hat, und eine Bürokratie, die alles regiert. Öhm… Moment…
Back on-topic: Krieg mit Iran zeichnete sich ab, seit das mit dem Irak, sagen wir mal “gehörig schiefgegangen” ist (bitte nicht wörtlich nehmen!). Clash of Cultures zeichnet sich ab seit 9/11. Wir sitzen weder in betroffenen Gebieten, noch in beteiligten Regierungen. Was können wir tun?
My 2 cents: nicht viel als weitermachen mit der Diskussion. Und zwar grau abgestuft, nicht in schwarz-weiss. Weder pures Appeasement, noch pures Beharren auf “ist aber unser Recht”.
Wir haben eine immanent wichtige Pressefreiheit. Wir haben auch eine immanent wichtige Religionsfreiheit. Selbst wenn dem einen oder anderen von uns letztere vielleicht wurscht ist: es gibt sie, sie ist gutes Recht. Und auch wenn erstere sich von selbst demontiert, können wir Quellen immer noch genauso von selbst differenzieren, hoffentlich.
Direkt einwirken auf angestachelte, die deswegen gewalttätig werden oder auch “nur” Grenzen überschreiten, können wir von hier aus nicht - aber vielleicht kann die friedliche Mehrheit auf beiden Seiten den Diskurs in beide Seiten weitertragen. Wenn es sie gibt. Selbst das wird ja gerade schwierig zu beurteilen.
Fuck, wieso werde ich eigentlich immer so oberlehrerhaft pathetisch, wenn ich mir wirklich Sorgen mache?
Alle Kommentare von diaet
30
Danke. Danke dass ich mit dieser Art von Gedanken nicht völlig allein dastehe.
Alle Kommentare von olli
31
Nebenbei: danke für die diversen Links der Mit-Kommentatoren. Tragen zum differenzierten Bild bei. Leider wird es nicht zwingend klarer dadurch ;)
Alle Kommentare von diaet
32
zu deiner frage, warum die dänische regierung den § 140 des dänischen strafgesetzbuchs nicht durchgesetzt hat:
1. regierungen setzen keine paragraphen durch, staatsanwälte erheben anklagen ;-)
2. ein staatsanwalt würde sich leicht eine blutige nase holen, würde er in einem strafverfahren das ausmaß eines grundrechtes völlig außer acht lassen
3. es gibt viele urteile des bverfgs, die sich mit der situation befassen, dass verschiedene grundrechte kollidieren
(bekannt möglicherweise in diesem zusammenhang: der anachronistische zug
http://www.oefre.unibe.ch/law/dfr/bv067213.html )
4. vorliegend wären das das recht der muslime auf respekt vor ihrer religion (bei uns aus art.4 abs. 2 gg), das mit den grundrechten der presse- (art 5 abs 1 gg)und kunstfreiheit art.5 abs 3 gg) kollidiert
5. konflikte zwischen verschiedenen grundrechten werden meist nach dem prinzip der praktischen konkordanz gelöst, das heißt, man versucht regelungen zu treffen, mit denen letztlich beide seiten leben können
http://www.lexexakt.de/glossar/praktischekonkordanz.php
6. dies ist in den meisten europäischen ländern jedoch schon in die blaspemieparagraphen eingeflossen, d.h. sie sind so formuliert, dass sie nur noch zur anwendung gelangen, wenn sie eine volksverhetzende tendenz haben
darin, dass hier alle wieder mal ihr süppchen kochen, stimme ich dir allerdings zu; auf der einen seite die ethnischen umternehmer, die analphabetische massen aufwiegeln, auf der anderen seite rechtspopulisten, die auf einmal eine freiheit schützen wollen, die sie sonst mit füßen treten
lest wieder lessing!
Alle Kommentare von malte welding
33
Bring hier in der Zeitung mal ne Karikatur ala Jud-Süß raus und zähl die Tage, bis du im Knast bist wegen Volksverhetzung o.ä. Soviel zur demokratischen Meinungsfreiheit, gell? Wir haben dieses Tabuthema und die ihres, so ists nun mal auf der Welt.
Alle Kommentare von Egal
34
Eine mögliche Reaktion auf die Karikaturen war die Löschung des servers hagalil.com in Berlin durch hacker. Die schauen gerade, was sie wieder herstellen können und wer dahintersteckt. Karikaturen gabs im übrigen auch schon von Sharon (der kinderfressend dargestellt wurde) in den arabischen Medien, die sich jetzt so empört über die westeuropäische Pressefreiheit zeigen. Das wird schön instrumentalisiert, um die Massen zu mobilisieren, wofür nur…?
Alle Kommentare von Chris
35
Ich glaube man braucht sich gar nicht so viele Gedanken über die Hintergründe machen. Letztendlich geht es doch immer nur um den Erhalt von Macht und Geld.
Ich zitiere mal meinen Lieblingsonanisten: “Die bloße Zugehörigkeit zu einer organisierten Masse, lässt selbst gebildete Individuen mehrere Stufen auf der Leiter der Zivilisation herabsteigen. Die Masse ist leichtgläubig, kritiklos, neigt zu Extremen, ist intolerant und autoritätsgläubig.” ( Sigmund F.)
Was will man da mehr verlangen - um Randale zu veranstalten. Der Zeitpunkt scheint gut gewählt und alle fallen in den Kanon ein.
Ich finde es sehr erfrischend, dass hier ein ruhiger Ton vorherrscht. Sehr angenehm.
Alle Kommentare von monochromer
36
Zunächst mal Danke für diesen differenzierten Beitrag Johnny.
Tja, wie soll man die Lage beurteilen? Um meine derzeitige persönliche Einschätzung mal auf den Punkt zu bringen: Dieser von Fanatikern aller Seiten provozierte und geschürte Grabenkampf kommt eigentlich viel zu vielen Macht- und Geldstrategen gelegen, als dass ich z.Zt. irgendwo ‘nen Rettungsanker entdecken könnte …ehrlich gesagt, nicht mal ‘nen Strohhalm :o((
Alle Kommentare von Iris
37
naja. es lässt sich das ganze auf eine Sache runterbrechen (die es aber ganz und gar nicht einfacher macht):
wir sind eben alle (bloß) Menschen. Mit viel Potential in nicht nur friedlicher Hinsicht. überall(!) gibts eben auch die Sorten “dumm”, “machtbesessen”, “gewalttätig”, “mutwillig”, “leichtgläubig”, … die Liste lässt sich beliebig fortführen.
das ist es doch, was einen so hilflos macht. Es schaffen immer ein paar, sich ein Stück weit von der Gewalt und dem Machtgerangel zu entfernen. (Mal ne Bevölkerungsgruppe, mal jemand Einzelnes) Und dann - zack - holt einen die Realität ein.
Ich bin froh, zu der friedlichen Sorte zu gehören. Weil ich das Glück hatte, in einer Gesellschaft und mit Eltern großzuwerden, die mir das vorgelebt haben. (An der Gesellschaft zweifle ich allerdings mehr und mehr)
Alles was unsereins tun kann, ist, die eigene friedliche Überzeugung zu leben. Sich immer mal wieder zu hinterfragen, und nicht alles zu schlucken, was die nächstbeste Persönlichkeit - und sei sie noch so angesehen - sagt.
Wenn ich dran denke, was zum Beispiel in den Kreuzzügen alles mit Überzeugung angestellt wurde, wirds gruselig. Die heutigen Möglichkeiten geben Überzeugungstätern noch ganz andere Mittel an die Hand. Nicht bloss Waffen. Medienmacht eben auch.
Ehrlich: es war doch nur ne Frage der Zeit, dass die Menschen mitkriegen, dass Globalisierung nicht heißt, dass plötzlich alle miteinander klarkommen und sich verstehen.
Nichts gegen Globalisierung. Jedenfalls nicht grundsätzlich, das ist eines dieser das-muss-man-differenziert-sehen-Themen.
Überlegt doch mal: Seit Jahrtausenden gibts die Menschheit aber mit diesen bescheuerten alltäglichen Missverständnissen müssen wir uns immer noch rumschlagen. Da hat das mit der Evolution noch nicht so recht geklappt. Und aus den kleinen missverständnissen werden fiese Konflikte, je nachdem an welchem Hebel einer grad sitzt.
Hoffentlich machen wir uns nicht mal selbst zum Dead-End. Per Atomkrieg oder so.
Hoffnung und Optimismus und versuchen den eigenen Alltag in Ordnung zu halten sind auch so was typisch menschliches. Das ist grad mein Rezept.
Fällt jemand noch was anderes ein?
Alle Kommentare von Rike
38
something is rotten in the state of denmark.
Alle Kommentare von pepe
39
wie bei jedem Verbrechen ist die erste Frage:
wer hat einen Vorteil
Alle Kommentare von gerd
40
Ich denke, das Festhalten und Beharren auf der Überzeugung, daß Menschenrechte (und damit Meinungsfreiheit) universal sind, sollten wir uns von niemanden ausreden lassen. Ganz besonders im Interesse der vielen Menschen in der islamischen Welt, die nicht botschaftsabfackelnd auf die Straße gehen. Das ist kein westlicher Kulturimperialismus, das ist zunächst nur die Weigerung, in den schlimmen Vorgängen “den” Islam erkennen zu wollen.
Alle Kommentare von Maternus
41
Wer wissen will, wie der Verband der europäischen Rabbiner - also garantiert keine übertrieben islambegeisterten Leute - über den Fall denken, möchte sich das hier anschauen.
http://chuzpe.blogger.de/stories/382023/
Nur so zur Ergänzung angesichts des dreisten Geschnatters selbsternannter rechter Judenfreunde.
Alle Kommentare von Uceda
42
Abgeschnitten, von den für mich verständlichen, Massenmedien sitz ich hier Thailand und versuche mir ein Bild von der Angelegenheit übers Internet zu machen - was bei sehr schlechten Datenleitungen nicht das leichteste ist. Ich frage mich allerdings was in einer Welt los ist in der eine solche Karrikatur ausreicht um solch einen Eklat und solche Reaktionen auszulösen. Für mich gab und gibt es täglich schlimmeres in den Medien, es gibt vor allem genug Übel auf der Welt gegen das Muslime und auf ihre Meinungsfreiheit bedachte Mitbürger GEMEINSAM ankämpfen könnten. Doch daran hat wohl keiner Interesse. Aber immerhin es wird darüber geerdet - miteinander reden ist ja auch nicht so leicht.
Alle Kommentare von Gene October
43
schlimmer find ich
StGB §§328 Absatz 2.3: Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer eine nukleare Explosion verursacht
Alle Kommentare von stackevil
44
Die europäische Bevölkerung wird ganz klar auf den geplanten Krieg eingestimmt. Seit zwei Jahren wird am Rad gedreht und Stimmung gemacht. ALLE reden mitlerweile von Krieg. Das ist DIE gelungene Kampagne. Angesichts der Hassbilder kann niemand mehr öffentlich den Weg des Ausgleichs mit dem Iran fordern, ohne sich lächerlich zu machen. Merkel selber sagt schon andauernd, daß militärische Mittel evtl. notwendig sind.
Die Amis kämpfen nicht für Öl, sondern verteidigen Ihren Dollar! - Dafür brauchen sie den Krieg, sonst bricht das Imperium in sich zusammen.
Wir wissen doch alle was abgeht, den Spin haben wir vor dem Irak-Krieg auch erlebt - Wir wissen heute das alles gefaked war. Jetzt kommt eine neue Variante hinzu: Die niedersten Instinkte der Leute werden aufgestachelt.
Komische Zeiten in denen sich ein Innenminister Schäuble als Sachwalter der Pressefreiheit gerieren kann.
Eine iranische Zeitung hat heute zu einem Karikaturenwettbewerb zum Thema Holocaust aufgerufen.
Alle Kommentare von VERTAN
45
Danke.
Alle Kommentare von Gunnar
46
Zu Lessing/Nathan: Ich habe schon am Samstag in meinem Blog darüber geschrieben, dass Geistliche und Gläubige aus drei Weltreligionen in Leipzig für die beiden entführten Ingenieure gebetet haben. Zwar getrennt: in der Leipziger Moschee, in der Nikolaikirche und in der Synagoge. Aber immerhin für das gleiche Ziel … http://stefanolix.blogg.de/eintrag.php?id=66
Ich finde es besonders mutig, wenn sich hier in D lebende Moslems gegen den allgemeinen Wahnsinn stellen.
Alle Kommentare von stefanolix
47
@ Johnny:
Danke.
Wofür? Tja wofür eigentlich?
Du findest gute Worte für die Ratlosigkeit. Das hilft schon einmal. Wirklich.
@ die Beiträger von weiterführenden links
Seit ebenfalls bedankt. Da ist viel wertvolles dabei. (der link zur FAS z.B. - da hätte ich nie geguckt sonst).
Mir scheint, wir alle brauchen die größtmögliche Besonnenheit, derzeit.
Was mir auffällt, wie schnell das mit dem Fundamentalismus geht. Nicht nur bei den jeweils “anderen”. In diesem Zusammenhang vielleicht:
@ Maternus
Du schriebst: “Ich denke, das Festhalten und Beharren auf der Überzeugung, daß Menschenrechte (und damit Meinungsfreiheit) universal sind, sollten wir uns von niemanden ausreden lassen.”
Mir fallen die Worte “beharren” und “xxx ist universal” auf. Täusche ich mich, oder ist das nicht auch eine fundamentalistische Haltung. Anders gesagt: Tausche einmal xxx mit yyy. Dann steht da schnell: “Ich denke, das Festhalten und Beharren auf der Überzeugung, dass das Abbildungsverbot im Islam (und damit das Verbot von “Karrikaturen” des Propheten) universal sind, sollten wir uns von niemanden ausreden lassen.
Täusche ich mich - oder liegt nicht auch in deiner Formulierung die geistige Saat des Fundamentalismus?
Versteht mich nicht falsch - mit geht es im Moment nicht um Meinungsstreit und auch nicht darum, Maternus anzugreifen. Es geht mir mehr darum, sensible zu werden, wie schnell man in einen Fundamentalismus hineingeraten kann. Und welche Denkweisen und welche Sprache dazu beiträgt.
Mir scheint, wir müssen immer dann aufpassen, wenn es um “Prinzipien” geht. Wenn Prinzipien so formuliert werden, dass sie alles rechtfertigen. Dass sie - zur Not: rrrrrrrücksichtslos - durchgesetzt werden müssen.
Mir scheint das auch mit der “Universaität” von Menschenrechtenten und Meinungsfreiheit durchaus diskutabel. Was meint man eigentlich damit? (Ich meine jetzt nicht mit den Menschenrechten, sondern der Universatlität).
Ist das eine Tatsachenbehauptung? Dann wäre sie offenkundig falsch.
Ist das eine normativer Forderung? So sollte es sein?
Auch im zweiten Fall würde sich aber mehrere Fragen stellen: Ist zur Durchsetzung dieser Norm *jedes* Mittel recht? Auch landet man leicht bei Dogmatismen, bei Totalitarismen. Der Zweck heiligt jedes Mittel usw. usf.
Wenn nein: Wo sind die Grenzen? Welche Mittel sind angemessen, welche nicht?
Wenn ich z.B. sage - was meine Auffassung wäre - die Durchsetzung von “Meinungsfreiheit” rechtfertigt keine Krieg, da muss es andere Mittel geben, dann schränke ich den Absolutismus und die “Universalität” für mich ein. Da gibt es also im Zweifel noch höhere Güter …
Ich mache hier mal Schluss - aber über die Worte “Beharren auf Überzeugung” und “universal” bin ich schon gestolpert.
Alle Kommentare von meinereiner
48
@VERTAN: Way over the edge. Alle anderen Kommentare finde ich wirklich gut, insbesondere weil man das Gefühl hat, hier nicht in einem Wald voller Trolle und Selbstdarsteller zu stehen. Da können sich SPON-Forum-Poster mal dreissig Scheiben von abschneiden :-)
Alle Kommentare von Felix
49
@meinereiner: Ich hätte da ein Wort, das in diesen Tagen imo viel zu selten gebraucht und noch seltener mit Inhalt gefüllt wird: Mitgefühl.
Und jezz komm’ mir bitte keiner mit: ‘Der muss aber zuerst…’ oder ‘Der hat aber angefangen…’. Iss doch schließlich kein Kindergarten, Menno …oder doch?
Alle Kommentare von Iris
50
Sorry Leute, aber all die ach so liberalen, toleranten Islam-Versteher versteh ich leider gar nicht.
Auf der einen Seite: Karikaturen. Auf der anderen: brennende Botschaften, getötete Menschen, Hass. Satire, Kritik, sich Lustigmachen, ja auch verletzte religiöse Gefühle muss man aushalten können. Jedenfalls in unserer demokratischen Welt. Die Zeit des Mittelalters, der Hexen und der Scheiterhaufen, die haben wir zum Glück überwunden. Die islamische Welt hingegen scheint in ihrer Entwicklung noch im tiefsten Mittelalter zu stecken. Fatwas, unterdrückte Frauen und gewaltbereiter, religiöser Hass sind da nur die Spitze des Eisberges.
Dass es dabei einen Unterschied zwischen fanatischen Islamisten und gläubigen Moslems gibt, weiss ich. Die von mir geschätzteste Persönlichkeit der Welt (nach meiner Frau), ein Pakistani, ist strenggläubiger Moslem. Aber, und das ist vermutlich der Unterschied: Aftab (so heisst er) hat lange in England gelebt, ist viel um die Welt gereist und hat daher ein umfassendes Weltbild. Meine Vermutung ist, dass die Bevölkerung vieler islamischer Staaten von ihren Regierungen bewusst im Dunkeln gehalten und desinformiert werden. Ein gesundes Feindbild stabilisiert die Macht der Herrscher, lenkt von den Problemen ab und stiftet Identität. Der Schlüssel, dies zu ändern, ist Bildung. Aber Bildung bewirkt genau das Gegenteil: sie führt zu fragmentarischen Meinungen, destabilisiert demnach.
Ich erinnere mich noch dunkel an die Proteste, als “Life of Brian” rauskam. Aber an brennende Häuser und erschlagene Menschen kann ich mich nicht entsinnen.
Zum Schluss noch Wikipedia: “Der Ausdruck Toleranz bezeichnet die soziale, kulturelle und religiöse Nichtverfolgung von Einzelnen oder Gruppen, deren Glaubens- und Lebensweise vom etablierten religiösen oder gesellschaftlichen System abweichen.”
Ach noch was: Ihr Verschwörungstheoretiker - kommt mal runter.
Alle Kommentare von Frank R.
51
@ Frank R.
ich wär mir nicht so sicher, dass wir das Mittelalter überwunden haben. Klar, genauso wirds nicht mehr. Aber es gab sicher Zeiten, in denen die islamische Welt “zivilisierter” war als wir hier. Und das kann sich durch aus auch mal wieder ändern. Guck dir doch an, wie die Leute hier zuhause in Talkshows miteinander umgehen.
Viel zu viele Menschen benehmen sich tatsächlich “wie im Kindergarten” (danke Iris, das triffts). Nur dass man als Erwachsener dann richtig schlimme Sachen anstellen kann.
Zum Thema Toleranz: Wenn ich jemanden nicht verfolge, weil er anders ist, heißt das aber noch nicht, dass ich ihn anerkenne oder gar verstehe. Toleranz ist das mindeste was man versuchen sollte, aber sie überbrückt nicht die Unterschiede, sondern betont sie u.U. noch.
Alle Kommentare von Rike
52
Ich möchte mich an dieser Stelle bei George W. Bush bedanken, der uns das alles eingebrockt hat: Oh, Fuck.
Wurde nicht eine “Destabilisierung der Gesamtsituation” nach dem Angriff auf den Irak vorhergesagt?
Danke auch an alle Journalisten, die brennende Flaggen in alle Welt senden. Guter Beitrag zur Entspannung, Leute!
Alle Kommentare von Grisi
53
wo haben die da unten eigentlich dänische fahnen her? kann man die da kaufen? und warum sind dann immer kameras dabei, wenn die was abfackeln?
Alle Kommentare von rene
54
nichts hinzu zu fügen.
Wobei sich wirklich die Frage stellt, warum die Menschen in den muslimischen Ländern nun demonstrieren, ich glaube sie wissen es teilweise selber nicht. Und dazu kommen gleich mehrere Organisationen ( Hamas etc. ) die diesen Konflikt ihrerseits nutzen und die Menge anheizen.
Die Frage der Pressefreiheit oder eine Frage des Respektes.
Um was geht es? Wir werden sehen.
Alle Kommentare von Mik ley
55
Danke für den intressanten Blogeintrag und die ganzen Kommentare, ich hatte ne Menge zu lesen, aber so genau was dazu sagen kann ich irgendwie trotzdem nicht. Für mich klingen beide Seiten (sowohl die Pressefreiheit-Verteidiger als auch “die Islamisten”, obwohl es ja nur eine kleine Teilmenge ist, von der man dann Bilder sieht, die evtl noch gestellt sind) durchaus nach Kindergarten, der Begriff fiel hier ja schon.
Ich gebe auch ehrlich zu nicht zu wissen wem ich wo wann da was glauben soll, und kann nur für mich selbst sagen, dass ich von beiden Seiten nicht sonderlich begeistert bin, wobei ich leider von medialen Darstellungen ausgehen muss, da ich ja weder in Dänemark noch in irgendeiner (vielleicht auch nur für die Medien) brennenden Botschaft im nahen Osten anwesend bin. So kann ich auch nur dem Titel dieses ganzen Blogeintrags und der folgenden Diskussion zustimmend sagen:
Ich glaube an gar nichts mehr.
Alle Kommentare von DarkMoonWolf
56
die malen sich die flaggen mit filzstiften aus hilfslieferungen. wunderbar! wer zuviel in die glotze starrt, der könnte meinen diese bunten stoffe sind auschließlich zum verbrennen da. aber wir sind ja alle schlau und glauben desinformation sei nur seitens der regierung möglich, nicht wahr, frank r.?
Alle Kommentare von pepe
57
ich will dem ganzen hier wirklich keinen verschwörerischen schubs verpassen, aber wie du selbst sagst johnny, das ganze scheint ein großer inszenierter scam zu sein.
der zusammenhang zwischen atombomben, öl und dem kampf der kulturen? der iran will am 20. märz seine eigene ölbörse (IOB) eröffnen und diese in euro abrechnen. das gleiche hat saddam auch versucht. was das für den dollar bedeuten würde, kann man sich vorstellen, seit 2004 warnen analysten vor dem doppeldefizit der usa, das sich nur durch die ölabrechnung in dollar tragen lässt. befürchtet wird ein dominoeffekt und wir gehen mit unter.
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58
@ #52 (meinereiner):
Ich war schon dabei, eine bahnbrechende Antwort zu verfassen, da bin ich über diesen Text von Sonia Mikich in der taz gestolpert, der es auch sehr schön ausdrückt:
http://www.taz.de/pt/2006/02/06/a0132.1/text
Es ist ganz einfach: meine Vorstellung von der Universalität der Menschenrechte trachte ich nicht mit Feuer & Schwert der Welt aufzuzwingen, aber sie kann ein Antidot gegen die Wirrheit jener sein, die ebendas andauernd versuchen.
Alle Kommentare von Maternus
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Tja Maternus, sorry, ich find’s einfach nur platt. Denn sooo fehlerlos und rosarot sind ja unsere europäischen Gesellschaften nu’ auch wieder nich’, oder? (Massenarbeitslosigkeit, Sozialabbau, Bildungsdefizite, Gen-Patente, Menschenhandel, Zwangsprositution, Fleischskandale, Demontage von Persönlichkeitsrechten und Datenschutz, Gesinnungstests, multimediale Volksverblödung…) Naja, außer man ist Sonia Mikich, dann hat man wahrscheinlich wenig bis gar keinen Kontakt mehr zu den sozialen Problemfeldern, sondern schwebt quasi über den Dingen in der medialen Wunderweltblase ;o).
“Wie fragil, wie oberflächlich müssen die religiösen Werte von Muslimen sein, wenn Karikaturen des Propheten in einer unbekannten Zeitung eines kleinen europäischen Staates einen Sturm auslösen und eine Handvoll organisierter Hetzer weltweit Abertausende auf die Straße scheuchen können.”
Gegenfrage: Wie oberflächlich ist eigentlich inzwischen unser Verhältnis zu elementaren Menschenrechten - wie z.B. das Recht auf Leben, Würde und körperliche Unversehrheit - dass wir bereit sind, ‘im Namen der Pressefreiheit’ für ein paar Spottbildchen, die doch wohl bisher keiner von uns schmerzlich vermisst hat, den organisierten Hetzern bewusst ihre Munition zuzuspielen und sogar Kriege in Kauf zu nehmen?
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60
Rike (#56), mag sein, dass es Zeiten gab, in denen die islamische Welt zivilisierter war. Ganz sicher sogar. Aber heute? Ich würde sagen, heute nicht. Auch wenn das stark generalisierend ist und es sicher auch Gegenbeispiele gibt. Zu den Talkshows: die hauen sich wenigstens nur verbal die Köpfe ein.
Ausserdem: ich mag Unterschiede, liebe sie sogar, möchte gar nicht ohne sie leben.
pepe (#62): hab ich das behauptet?
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hilflosigkeit schön und gut als anfangsgefühl. aber ich finde es ist an der zeit stellung zu beziehen. und dabei ist es durchaus möglich gleichzeitig gegen islamisten und neocons zu sein so lange man sich nicht deren “bist du nicht für uns so bist du gegen uns”-doktrin unterwirft. den schwarzen peter hat mE aber nicht irgendein jütländisches käseblatt sondern regierungen aus so intoleranten und unterdrückerischen ländern wie saudi-arabien, syrien oder sonstigen gegenden. dort wird doch jetzt die aufgestachelte wut der bevölkerung schön in die richtigen bahnen kanalisiert und die eigene position gestärkt. ich las, nach saudi-arabien darf man keine bibel einführen stört ja auch keinen im westen gross, oder? es geht doch auch um die frage welche reaktionen angemessen sind. fahnenverbrennen und botschaften-stürmen gehören nicht dazu. ich bin beileibe nicht gläubig oder in irgendeiner weise rechts. ganz im gegenteil, aber dieses appeasement und geheuchelte verständnis vieler linker kann ich moment ebenso wenig verstehen, wie die “kauft dänisch”-aufrufe der neocon-idioten und islam-hasser. die wahrheit ist wohl doch ein wenig differenzierter.
Alle Kommentare von r0ssi
62
“dort wird doch jetzt die aufgestachelte wut der bevölkerung schön in die richtigen bahnen kanalisiert und die eigene position gestärkt.”
ebenso wie hier.
Alle Kommentare von Iris
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@ Iris: Habe ich das behauptet? Warum wohl schrieb ich nur von der Wirrheit der absoluten Dogmatiker, aber ohne geographische Einengung? Doch nur, weil ich um deren Vorhandensein auch in der westlichen Welt weiß.
Aber dein mißlugener Versuch, die Verantwortung für die Vorgänge letztlich beim Westen zu sehen, ist in der Tat platt. Zugespitzt gefragt: Müssen wir jetzt jeden Presseartikel und jede Karikatur vor Drucklegung vom zuständigen Großayatollah absegnen lassen?
Alle Kommentare von Maternus
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Die Verantwortung für diese Gewaltausbrüche der letzten Tage liegt überhaupt nicht bei uns, sondern bei jedem einzelnen, der sich daran beteiligt. Und natürlich ganz besonders bei denen, die dazu aufgerufen (um nicht zu sagen “aufgehetzt”) haben. Die drei zusätzlich ausgewählten Karikaturen und die bewusst verzerrend zusammengestellte Broschüre der islamistischen Vertreter aus Dänemark haben eine Lawine ausgelöst. Die ursprünglichen Karikaturen hätten das nie bewirken können. Trotzdem bleibe ich dabei: Es liegt in der Verantwortung jedes einzelnen Menschen, ob er mit einem Mob mitläuft, um zu brandschatzen, oder ob er friedlich seine Meinung äußert.
Allerdings ist genauso auf die andere Seite zu blicken. Die oben angesprochenen Rechtspopulisten kochen nun munter ein rassistisches, demagogisch gewürztes Süppchen. Nicht nur in Dänemark …
Alle Kommentare von stefanolix
65
“Aber dein mißlugener Versuch, die Verantwortung für die Vorgänge letztlich beim Westen zu sehen, ist in der Tat platt.”
Du verstehst nicht, warum es mir geht. Ich habe nicht das geringste Interesse daran, einen Schuldigen zu suchen und ihn am nächsten Baum aufzuknüpfen (erstens bringt das keinen irgendwie weiter und zweitens wäre ich dann auch nicht besser als die Extremisten der anderen Seite), sondern mir geht’s in erster Linie darum, zu überlegen, wie man diese katastrophale Entwicklung aufhalten könnte. Und da liegt’s ja wohl nahe, erst mal die Optionen der eigenen Seite ins Auge zu fassen, oder?
“Müssen wir jetzt jeden Presseartikel und jede Karikatur vor Drucklegung vom zuständigen Großayatollah absegnen lassen?”
Das klingt mir doch wieder sehr nach “die oder wir”.
Alle Kommentare von Iris
66
Manchmal sieht man auch zu viel Verschwoerung.
I
Alle Kommentare von till ramone
67
Ooops, Unterbrechnung.
Ich find’s unglaublich, dass da gehetzt wird und ueberall Leute ausflippen um “Ihre” Religion zu verteidigen, die ja ansonsten angelich die friedlichste ueberhaupt auf Erden ist.
Ich find’s unglaublich, dass bei diesen Menschen ein paar Bilder nicht ins Konzept passen und es fuer sie voellig in Ordnung ist mit Gewalt zu reagieren. Die Extremisten im Islam dominieren eindeutig in den letzten Jahren das Bild, was die Welt von dieser Religion hat.
Vielleicht faellt dem einem oder anderen noch auf, dass das weniger zu Ihrem Vorteil ist.
Alle Kommentare von till ramone
68
Der letzte Kommentar! ;)
Auch ueberaus interessant ist, dass alle Kritik Rechtspopulismus ist. Wahrscheinlich bin ich jetzt auch ein Nazi. Ein halb-arabischer Nazi, moechte ich anmerken. :)
Alle Kommentare von till ramone
69
@till: dominieren das Bild, richtig. Und wenn diese Seite kein Fake ist, fällt durchaus Leuten auf, dass das nicht zwingend zu irgendwessen Vorteil ist:
http://www.sorrynorwaydenmark.com
Alle Kommentare von diaet
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@Till Ramone: Es sollte Dir erstens aufgefallen sein, dass ich den Rechtspopulismus nicht mit dem Wort “Kritik” geadelt habe. Und Du solltest zweitens bemerkt haben, dass ich die Gewaltausbrüche selbst kritisiert habe. Der Unterschied zum Populismus (jeder Coleur) besteht darin, dass ein Populist natürlich per se nicht differenzieren und abwägen kann. Denn das würde seinen Prinzipien widersprechen …
Alle Kommentare von stefanolix
71
mohammed der prophet sagte: “selig sind die gläubigen, die [...]dem gerede kein gehör schenken…”
Alle Kommentare von problematik-blogger
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@diaet: Das ist eine tolle Aktion, nur halte ich die fuer aehnlich sinnvoll wie diese “Sorry, dass Bush noch Praesident ist”-Aktionen nach der Wahl in den USA. Verlinken kann man es ja trotzdem. :)
@stefanolix: Ja, schon klar. Fakt ist auch, dass wir uns selbstbeschneiden, wenn es um andere Kulturen und Religionen geht. Darauf wollte ich (etwas) ueberspitzt hinaus.
Verantwortung fuer ihr eigenes Handeln kannst Du vielen Menschen aufzwingen, aber die Realitaet sieht so: Wir sind alle schwach und lassen uns leicht beeinflussen. Der eine mehr, der andere weniger.
M.E. gebe ich schon dann einen Teil der persoenlichen Verantwortung ab, wenn ich mich auf eine sogenannte Glaubensreligion (mit hoeherem “Wesen”) einlasse oder an so etwas wie Schicksal und Berufung glaube. Allerdings fuehrt die Diskussion jetzt zu weit.
Alle Kommentare von till ramone
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Ich zwinge den Menschen doch keine Verantwortung auf. Sie haben einfach die Verantwortung für sich selbst und ihr Handeln ist zumindest teilweise kriminell. Eine ganz andere Art von Verantwortung haben wiederum die Ideologen, Hassprediger (und ähnliche Leute).
Gegenüber den vernünftigen Vertretern anderer Religionen muss ich mich übrigens weder in Worten noch in Taten selbst beschränken. Ich empfinde das nicht als Beschränkung, mit ihnen respektvoll umzugehen. Das Problem sind auf allen Seiten die Leute, die Hass predigen und verbreiten. Und da hört nicht nur der Respekt auf: gegen die muss mit allen rechtsstaatlichen Methoden vorgegangen werden …
Alle Kommentare von stefanolix
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weiters fällt mir auf, dass in dieser debatte die vertreter des westens ständig versuchen reaktionär eine “kultur der ehre” zu adaptieren und das nur um einen zwang zur gegeneskalation zu entwickeln und um die wahnsinns feststellung zu machen: ich wurde auch schon mal beleidigt. rofl.
Alle Kommentare von pepe
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Diese Lagerbildung ekelt mich an: ,,wir” und ,,uns” gegen ,,die”
Religion, die nicht mehr Lebenshilfe ist, sondern Vorwand einem anderen aufs Maul zu hauen.
Was waren noch gleich die ersten Opfer eines Krieges?
Und wer sind die Leittragende? Alle die sich nicht wehren können. Die Menschen, am Ende werden die Kollateralschäden wieder alles andere überragen. Die Leute werden sich fragen, wieso sie sich bei so einem Wahnsinn haben einspannen lassen.
Alle Kommentare von Sven
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Naja, ich weiß nicht, aber andererseits muss man ja auch beachten - obwohl - es ist vielleicht gar nicht so - und dennoch ist es ja irgendwie, trotzdem man auch die anderen bzw. man selbst, nichts desto trotz oder auch nicht…
Sorry, Leute. Wir haben einen ganz klaren Konflikt. Entweder bezieht man zu diesem auch Stellung oder man lässt es bleiben. Dieses indifferent-schwammige Gerede, aus dem der Artikel und die Kommentare zu einem Großteil besteht, bringt gar nichts. Im Gegenteil: So lange sich die Intelligenz nicht klar äußert, überlässt sie das Feld denjenigen, die ihr braunes Süppchen kochen wollen und sich deshalb klar positionieren.
“Freiheit ist immer die Freiheit des anderen”, sagte Rosa Luxemburg einst. Das kann man in die eine oder in die andere Richtung deuten. Allerdings - und das ist mir in den letzten Tagen bei meinen Streifzügen durch Klein-Bloggersdorf extrem aufgefallen - lassen wir uns bereits jetzt in unserer Freiheit gewaltig einschränken. Wie sonst ist zu erklären, dass die deutschen Blogs - ansonsten Lästermäuler ohne Gleichen - sich vornehm bedeckt halten. Frei nach dem Motto: Bloß nichts schreiben was irgendwie missverstanden werden könnte, sonst steht morgen die Hamas vor der Tür und steckt das Haus an.
Haben wir diese durchaus reale Angst auch, wenn wir alle gemeinsam (berechtigt, wohlgemerkt!) auf George W. Bush einschlagen? Hat irgendjemand der zigtausend “Klowand-Affäre-Kommentierer” Angst davor gehabt, dass ihm Jung von Matt hintenrum die berufliche Karriere versaut? Johnny: Hattest du während der Hochzeit der Jamba-Diskussion davor Angst, dass die dir irgendein angeheuerter Schlägertrupp die Beine bricht?
Wie kann man Verständnis für Leute aufbringen, die seit mittlerweile einer Woche randalieren, bomben, bedrohen, morden, brandschatzen? Natürlich wurden religiöse Gefühle verletzt, natürlich hätte das nicht sein müssen. Aber diese Verletzung der religiösen Gefühle fand im September (!) statt und wäre nie so hochgekocht worden, wenn nicht eine Delegation des dänischen Moslem-Zentralrats zwei Monaten lang auf Road-Show durch den Nahen Osten gezogen wäre auf der Suche nach jemanden, der den Ball endlich aufnimmt. Wenn also überhaupt jemand die Verantwortung für das trägt, was gerade passiert, dann der Zentralrat des Muslime in Dänemark. Ansonsten wären die Karrikaturen eine klitzekleine Randnotiz aus der Provinz geblieben.
Ich habe großes Verständnis dafür, dass die Muslime sich in ihren religiösen Gefühlen verletzt fühlen. Ich habe keinerlei Verständnis dafür, dass ich nun mein eigenes Leben auf die Gefühle der Moselms ausrichten soll. Und wir sind derzeit auf dem besten Weg dahin. “Freiheit ist immer die Freiheit des anderen” - wenn ich mich daran halte, erwarte ich, dass sich auch andere daran halten. Basta! Denn nicht immer ist der “böse Westen” an allem Schuld, auch wenn es Herr Ströbele gerne so darstellt.
Wer auch Verständnis für das aufbringt und es gar rechtfertigt, was gerade im Nahen Osten passiert, sollte sich die Frage stellen, ob er die Inquisition, die Hexenverbrennungen, die Progrome, die Völkermorde, die Ausrottungskriege gegen die amerikanischen Indianer, die Sklaverei, den Kolonialismus, die Apartheit etc. auch damt rechtfertigen kann, dass tiefe (religiöse) Gefühle im Spiel waren.
Im übrigen - und damit komme ich zum Schluss - hätten die Karrikaturen durchaus auch der Anlass einer aufgeklärten Diskussion innerhalb des Islams sein können, ob es denn wirklich sein muss, dass selbst nach den grausamsten Attentaten von den geistlichen Führern ständig nur eine halbgare Pseudo-Verurteilung gegen die Attentäter hervorgebracht werden. Es ist die Aufgabe des Islam selbst, die eigene Religion davor zu bewahren, dass sie von den Attentätern als Rechtfertigung für ihre Taten herangezogen wird. Doch anstatt dass die Karrikaturen der Auslöser für eine kritische Diskussion innerhalb des Islam wurden, hat man sie direkt zu einem weiteren Anlass des “Imperialismus-Bashing” gemacht.
Nur mal zur Erinnerung: Nicht die Karrikaturisten haben den Islam in Verbindung mit dem Terrorismus gebracht, sondern die ungezählten Selbstmordattentäter höchstselbst. Bilderverbot hin oder her.
Alle Kommentare von Matthias
77
“Hattest du während der Hochzeit der Jamba-Diskussion davor Angst, dass die dir irgendein angeheuerter Schlägertrupp die Beine bricht?”
Hatte ich, ein paar Tage lang, als es eskalierte. Nur ein bisschen, aber ich war schon besorgt.
Es geht nicht um Verständnis für Gewalt oder die generelle Eskalation, überhaupt nicht. Es geht um die Problematik, wie schwierig es ist die Situation zu berurteilen, da wir das immer nur mit unseren Mitteln und Werten und Weltanschauungen tun können, diese gelten aber nur hier. Du erwartest ein bestimmtes Verhalten (gegenseitiges Respektieren der Freiheit). Ich wünsche mir das natürlich auch, aber es zu erwarten ist einfach noch nicht möglich. Das muss ich nicht gut finden, aber das ist ein Fakt. Überspitzt gesagt wäre es das Gleiche, wenn ich erwarten würde, dass alle Welt deutsch sprechen kann, da ich es doch auch kann. Das, was du erwartest, sind für uns normale Grundregeln des Miteinanders und der Kommunikation. Aber für andere gelten andere Regeln. Du kannst mir glauben, dass mir die hier geltenden Regeln auch lieber sind, aber wie lange behrrschen wir diese Regeln denn? Ich kann nebenbei bemerkt mit keiner Religion etwas anfangen, ich glaube an keinen Gott.
Ich habe kein Problem damit, klar Stellung gegen Kultur- und Religionskriege, gegen Gewalt, gegen eskalierenden, pöbelnden Mob und deren Anheizer und auch gegen westliche Hetze zu beziehen, aber ich habe im Gegensatz zu dir große Probleme damit, den Schuldigen so klar zu erkennen und zu nennen, meiner Meinung nach ist das ein höchst komplexes Geflecht aus Interessen auf allen Seiten.
Ich bewundere immer wieder, welche Welt-, Kultur- und Religionskenntnis viele Leute scheinbar haben, das meine ich nicht ironisch. Ich habe diese Kenntnisse nicht und erlaube mir daher kein so eindeutiges Urteil wie du.
Alle Kommentare von Johnny
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@ johnny
| ich glaube an keinen Gott
christen, juden und moslems glauben aber an gott. alle drei glauben an den gleichen gott… und deshalb wundere ich mich, wieso gerade diese drei religionen sich immer wieder bekriegen…
Alle Kommentare von problematik-blogger
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@problematik-blogger
na, weil auch Gläubige den klassischen menschlichen Fehlern erliegen.
- Macht haben zu wollen;
- meinen, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben etc.
Und all ihre Überzeugungen sind dann natürlich viel viel wichtiger als der einfache Grundsatz: tu dem anderen nicht weh. da wird dann halt zum Holzhammer gegriffen um “Weisheit” zu verbreiten.
Es gibt immer wieder Leute, die mit innerer Überzeugung Frieden und Liebe vertreten. Die kriegen dann entweder eins auf den Deckel, oder die lieben Jünger benutzen die Lehre bzw. den Ruf ihrer Lehrer, um damit Macht zu gewinnen und damit ist wieder alles beim alten.
@ Johnny: Schuldig ist meiner Meinung nach jeder, der für Gewalt ist, jeder der Gewalt in irgendeiner Form anwendet. Grenzen muss man setzen und aussprechen, wenn man sich verletzt, beleidigt, bedroht oder eingeschränkt fühlt. Aber nie, nie , nie mit Gewalt. Auch nicht mit psychischer.
Das sehen leider viel zu viele anders.
(Aber ich gehöre ja auch zu den “Naivlingen”, die nicht mal Filme angucken können ohne mitzuleiden.
“ist doch nur ein Film” hat bei mir noch nie funktioniert.)
Alle Kommentare von Rike
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@ Johnny
> Ich kann nebenbei bemerkt mit keiner Religion etwas
> anfangen, ich glaube an keinen Gott.
Und genau in diesem Moment hast du etwas getan, das eine Fatwa im Nahen Osten auslösen könnte, so sich denn jemand findet, der nur lange genug durch die Region pilgert und deine Meinung - immerhin im bekanntesten deutschsprachigen Blog geäußert - ein wenig überspitzt Publik macht. Denn das Leugnen der Existenz Allahs ist eine beleidigende Verletzung der religiösen Gefühle. Woher nimmst du das Recht, Millionen Muslime derart rüde zu verunglimpfen?
Siehste.