Sommer 1998.
Ich liege am Badesee und schau den schönen Frauen nach, die an unserem Mosaik aus Badetüchern vorbeiwackeln. Kinder quieken und plantschen vergnügt mit ihren Müttern im Wasser. Chris sagt: „Schau mal“. Er meint eine Szene die sich circa 50 Meter vor uns abspielt. Eine Gruppe Kiddies im Alter von so 14 Jahren mobben unter den Augen von hunderten erwachsenen Menschen den Außenseiter der Gruppe, stoßen ihn in den Sand und lassen ihn Staub fressen. Machen sich über ihn lustig und gackern wie die Hühner dabei. Chris und ich sehen uns an, beide haben wir eigene Erfahrungen mit Mobbing und Gewalt in der Schule gesammelt. Ich als ich mit 12 Jahren umziehen musste und auf einmal der Neue und Kleinste in der Klasse war. Er, als er aus Russland rüberkam und sich im Kaff durchboxen musste. Wir wissen wie sich das anfühlt.
Als wir rübergehen, hört die Bande augenblicklich auf und trollt sich. „Weißt Du“ meine ich zu dem Jungen, „vor 10 Jahren war ich genau wie Du. Das geht vorbei, glaub mir, in 10 Jahren kannst Du auch Weiber aufreißen und denen da ins Gesicht lachen. Vorher aber: such Dir richtige Freunde. Die Bande Wichser da sind es mit Sicherheit nicht. Halt die Ohren steif.“
Frühling 2006.
Ein Internetvideo macht die Runde (Nein, nicht DAS Video!), ein Ausschnitt aus einer RTL-Sendung, in der Vorstadt-„Gangsta“ gezeigt werden. Detlev Bucks Film „Knallhart“ hat Premiere und wie ein Echo in der Realität richten nur 2 Wochen danach die Lehrer der Berliner Rütli-Schule einen Hilferuf an den Berliner Senat: die Gewalt an der Schule eskaliert. Okay. Man fragt sich: erst jetzt? Erst jetzt dieser Brief? Erst jetzt eine Eskalation? Erst jetzt dieser Film? Erst jetzt dieser Artikel?
Selbstverständlich ist Gewalt und Mobbing Teil der Teenager-Phase. Wie war das? Wer frei ist von Schuld, der werfe den ersten Stein? Zum Teenager-Sein gehört es, sich zu hauen und andere runterzumachen. Das ist Teil des Sich-Abgrenzens, des Sich-Findens. Ich habe auch schon gemobbt und glaubt mir: ich habe mich beschissen gefühlt danach. Aber das Mathe-Buch flog so schön. Ich habe mich übrigens bei Klaus entschuldigt dafür, wie so wenige. Das hat mir mich selbst ein Stück näher gebracht. Die Eskalation der Gewalt an Hauptschulen hat allerdings nichts mehr mit diesem normalen Rahmen zu tun.
Hier wächst eine Generation auf, die „Opfer“ als Schimpfwort kennt. Das ist bezeichnend. Denn sie sind Opfer, auch wenn sie es nicht wahrnehmen. Sie sind Opfer eines Schulsystems, das Gleichtaktung und Abgrenzung fördert. Dumme bleiben unter Dummen und Schlaue unter Schlauen dumm. Sie sind Opfer eines Wirtschaftssystems, das den Schwachen keine Chance gibt. Das Ergebnis sind elitäre Wichtigtuer, die BWL mit Philosophie verwechseln und eine ghettoisierte Masse ohne Perspektive, die sich ihr Weltbild aus der Bildzeitung und den Talkshows zusammenzimmert. Und die Kinder dieser Menschen blicken nun auf unsere durchökonomisierte Gesellschaft und orientieren sich an ihr. Oliver Lück formuliert dies im spOn-Interview so: „Gewalt ist nun mal die ökonomischste und einfachste Art und Weise, Erfolgserlebnisse und Macht zu erleben. Aggression und Gewalt sind für diese Jugendlichen eine hoch ökonomische Überlebensstrategie.“ Denn nichts anderes lehrt der Markt: das Recht des Stärkeren. In einer Gesellschaft, die sich im großen Maße mit der Ökonomie identifiziert, sind solche Auswüchse nicht wirklich überraschend. Im Grunde sind die Checker in Neukölln also „nur“ sehr konsequent und haben scheinbar begriffen, wie Deutschland tickt. Ich könnte ihnen fast gratulieren zu diesem Scharfsinn, aber das Thema ist zu ernst für Ironie.
Und wie man eigene Kinder von diesen Zuständen fern halten kann, verraten Bekannte von mir: „Die 13jährige Schwester eines Schulfreunds von L. geht seit zwei Jahren nicht mehr zur Schule. Das bleibt von offizieller Seite unbemerkt und stört die Eltern nicht, weil es ein Mädchen ist und ihre Zukunft vermutlich längst verplant ist!
Es ist trostlos und was folgt ist klar: wir werden unseren Sohn die Schule wechseln lassen, weitere werden folgen und wir fühlen uns absolut beschissen dabei, diese Kinder scheinbar naserümpfend zurück zu lassen. Man hätte eigentlich eine tolle Chance zur Integration, denn die Kinder sehen keine Unterschiede. Die verstehen sich prächtig.“
Und die Politik reagiert natürlich wie man es von ihr erwartet:
„Die Zeiten des Wegsehens und der Blindheit auf Grund einer falsch verstandenen Multi-Kulti-Ideologie sind nun wirklich vorbei (…) Die dramatischen Vorfälle in der Berliner Rütli-Schule spiegeln wie in einem Brennglas das Integrationsdefizit vieler ausländischer Jugendlicher in unserer Gesellschaft.“ (CDU-Fraktionschef Volker Kauder)
Wer sich nicht integrieren wolle, „tut uns einen Gefallen, wenn er wieder geht“ (Brandenburgs Innenminister Jörg Schönbohm)
Lieber Schuldige suchen anstatt das derzeitige Schulsystem in Frage zu stellen. Ich habe nicht anderes von Euch erwartet. Ihr seid so billig. Allerdings kann es auch nicht sein, dass man die Kiddies gänzlich aus der Verantwortung entläßt und die Schuld ausschließlich im System sucht. Was ist tatsächlich los mit den Kids?
Warum tauschen sie Videos von realen Prügeleien? Woher kommt der Erfolg von so unmenschlichem Scheiß wie „Bum-Fights“? Woher diese Lust an realer Gewalt (im Gegensatz zu fiktiven Action- oder Splatter-Filmen)? Ist es eine unbewußt ausgelebte Provokation des Establishments? Was? Wahrscheinlich ist es eine Kombination aus allem. Die mangelnde Perspektive, die Bewusstwerdung des eigenen Status in der Gesellschaft. Die fehlenden Vorbilder. Die vorgelebte Gewalt auf der Straße und Zuhause und in der Kultur. „Ein Knirps wirft eine leere Plastikflasche, ein anderer schmeißt einer erwachsenen Frau, die vor dem Zaun steht, ein arabisches Schimpfwort an den Kopf. „Hurentochter“, hat er gesagt. Da spuckt sie ihm ins Gesicht.“ (Süddeutsche)
Wahrscheinlich sind die meisten der Leser hier mindestens auf die Realschule gegangen und kennen die Verhältnisse auf Hauptschulen nicht. Mir geht es auch so. Ich kenne aber die Menschen und ich kenne Typen, die früher einfach mal wahllos auf den nächstbesten eingeschlagen haben. Aus Frust, natürlich. Aus Hass auf eine Gesellschaft, die ihnen keine Perspektive bietet flogen da wegen Nichtigkeiten die Fäuste. Dieselben Typen wohnen heute übrigens mit ihrer Freundin zusammen und machen Musik und kiffen nichtmal mehr. Und genau das traue ich auch jedem Neuköllner Checker zu.
Stellt Euch vor, ihr geht in die Schule. Du kommst nicht mit, Bruchrechnen ist Dir ein Gräuel und Hausaufgaben machst Du prinzipiell nicht. Wenn Dir der Lehrer dumm kommt (doch das wird er nicht), findet sich eben ein sehr großer Kratzer in seiner Karre. Du kiffst Dir schon während der großen Pause die Birne voll, dann ist nämlich alles viel weicher und angenehmer. Du kommst nach Hause und siehst Deine Eltern, die vom Amt gezwungen werden, ihre persönlichen Verhältnisse darzulegen, weil Ihnen unterstellt wird, sie würden den Staat ausbeuten. Aber Dich interessiert das nicht, denn Dein Handy klingelt und Du bekommst gerade ein Video auf’s Display. Ha, Murrat hat’s diesem Weißbrot gezeigt, der sagt so schnell nix mehr. Du schaltest den Fernseher an. Im Gericht hat die Freundin einer Freundin gesagt, dass sie gesagt hat, er hätte nicht. Natürlich bestreitet er das. Du weißt, dass das Bullshit ist. Deshalb schaltest Du um auf MTV und siehst Sido mit der Maske und er rappt Dir aus der Seele:
„Ich geh klaun,
scheiß auf Fraun
und nehm Drogen
doch Mama kann mir vertraun
ich bleib auf’m Boden
Ich hab die Schule verkackt
und zwar so schlecht wie keiner
man war halt nicht so konzentriert
wenn man schon morgens high war.“
Du gehst ins Jugendzentrum, kaufst vielleicht noch ein bißchen Shit und abends kiffst Du mit deinen Kollegen. Und morgen dasselbe. Und übermorgen auch. Depremierend? So geht es vielen, vielen Kids jeden Tag und das allerschlimmste: sie haben (scheinbar) keinerlei Aussicht auf Besserung. Sie denken, dass es für sie nie anders sein könnte und flüchten sich in das, was ihnen bleibt: die Musik, die Familie, die Freunde und die Ehre.
Fazit
Mir stellt sich die Frage nach dem Sinn eines Schulsystems, das gleiche Bildungsgrade zusammenpfercht und so die Formierung gleichgeschalteter gesellschaftlicher Gruppen fördert. Das dumme, asoziale Pack hier, die träge Masse dort und da drüben die Gebildeten. Ein Blick auf das schwedische Schulsystem zeigt: es geht auch anders. Und das liest sich unter anderem so:
„Die Grundskola umfasst die Klassen 1-9 (…) Die Lehrer-Schüler Relation beträgt 1 zu 8. (…) Während der 9 Jahre Schule bleiben 20-30 Schüler immer zusammen, das soll die Jugendlichen dazu befähigen, stabile und lange andauernde Beziehungen zu bilden. Die Schüler sollen lernen einander zu helfen, Stärken zu entdecken und Schwächen gemeinsam abzubauen.“ (Herrmann-Vöchting-Gymnasium)
„Die Erziehung zur Selbstständigkeit scheint zu fruchten: Zur Mittagszeit sieht man in der Kantine keine Aufsichtsperson und keinen Lehrer. Die Schüler nehmen sich ihr kostenloses Essen und bedienen sich selbst – es funktioniert.“ (Quarks & Co)
„Notenstress und Bewertungen sind für Schwedens Kinder kein Thema. Zeugnisse mit Noten gibt es erst ab der achten Klasse. Auf diese Weise möchte man vermeiden, dass die Kinder Lerninhalte mit negativen „Bewertungen“ ihrer subjektiven Leistungsfähigkeit verbinden. Die Lust am Lernen soll vielmehr gefördert und belebt werden.“ (heute.de)
„Die auf Integration angelegte Grundkonzeption des schwedischen Schulsystems verlangt implizit natürlich auch Maßnahmen der integrativen Beschulung behinderter Kinder. Zu diesem Zweck stellen Staat und Kommunen erhebliche Mittel zur Verfügung.“ (SPD Bildungsserver)
Und mit diesen Zitaten gebe ich die Diskussion in die Kommentare. Ich bin gespannt wie Du das siehst. Du Opfer!
01
da ich “mee too”s für völlig unterbewertet halte trau ich mich und kommentiere mit einem einfachen “me too” (und der Bestätigung deiner Wahrnehmung des “Systems” etc., die der meinen voll entspricht - oh, und meine stammt aus einem ländlichen Umfeld, da ist es genauso. Außer, dass es weniger “Immigranten” gibt - was aber der Symptomatik keinen Abbruch tut, außer vielleicht, dass es noch besser kaschiert wird, weil’s der “ganz normale” Deutsch-bürgerliche Background ist, der hier nicht auffallen soll)
Alle Kommentare von Sven
02
Sadly, it’s all about tha Money!
Mich würde mal interessieren, wieviele Euronen der schwedische
Staat pro Jahr und Schüler ausgibt, verglichen mit dem Deutschen..
Alle Kommentare von HP
03
Das würde mich in der Tat auch interessieren. Hat jemand Zahlen oder Vergleiche mit den Bildungsausgaben anderer Länder?
Alle Kommentare von Rene
04
Warum greift eigentlich jedesmal des selbe Mechanismus?
Irgendwas mehr oder weniger schlimmes gerät an die Öffentlichkeit.
Das Volk (Opfer?) gerät in Aufruhr.
Die Medien freuen sich ob eines Ereignisses, um es in einen Zeitraum von maximal 2 Wochen dermaßen auszutreten, dass hinterher fast jeder vollgefressen das Interesse verliert. (Wo ist eigentlich die Vogelgrippe? Was war nochmal in Paris los?)
Im selben Zeitraum engagieren (profilieren) sich diverse Politiker durch irgendwelche Parolen notwendiger Maßnahmen bzw Schuldzuweisungen.
Danach bleibt nur ein leeres Gefühl zurück und einjeder freut sich auf die nächste Episode.
Und natürlich wird malwieder das Schulsystem angezweifelt, was ja auch vollkommen richtig ist. Vielleicht kann man das Thema aber auch etwas ganzheitlicher betrachten. Nur wird die Kritik ja doch wieder verstummen.
Und ja - auch ich bin ein Opfer. Auch ich werde es bald wieder vergessen und verdrängen. Unterbewusst will ich das bestimmt auch. Ich habe ja schließlich meine eigenen kleinen Probleme und natürlich keine Zeit und keine Kraft mich für mein Umfeld zu interressieren.
Alle Kommentare von Ernesto
05
Lieber Rene,
das war ein wunderbarer Text. Ich klopfe dir auf die Schultern und finde das du sehr stolz auf deine Worte sein kannst.
Alle Kommentare von christian
06
Die Frage, ob man ein dreigliedriges Schulsystem hat, oder aber eines nach schwedischem Vorbild installiert, erscheint mir zweitrangig angesichts der Zahlen folgender Liste:
Nr. Land (Kontinent) Bildungsausgaben ($) je Einwohner
1 Norwegen (Europa) 3.478
2 Dänemark (Europa) 3.412
3 Schweden (Europa) 2.558
4 Schweiz (Europa) 2.375
5 Vereinigte Staaten von Amerika (Nord- und Mittelamerika) 2.269
….
12 Niederlande (Europa) 1.523
13 Liechtenstein (Europa) 1.509
14 Finnland (Europa) 1.501
15 Deutschland (Europa) 1.454
16 Grossbritannien (Europa) 1.433
17 Neuseeland (Australien u. Ozeanien) 1.421
18 Kanada (Nord- und Mittelamerika) 1.394
19 Israel (Asien) 1.332
20 Japan (Asien) 1.330
Wobei man beachten muss, dass in Japan sehr viel von privater Seite bezahlt wird, um sich fortzubilden. Ein Freund von mir unterrichtet an einer Art privater Volkshochschule in Ozaka Deutsch und erzählt von Hausfrauen, die um 23 h an Kursen teilnehmen, die wesentlich teurer sind als hier die staatlich subventionierten.
In Deutschland herrscht ein bildungs- und intellektuellenfeindliches Klima, nicht umsonst konnte der in Fachkreisen hochangesehene Jurist Kirchhof allein mit dem Wort vom “Professor aus Heidelberg” diskreditiert werden.
Ein Wandel ist demnach nicht durch wie auch immer geartete Maßnahmen erreichbar, nicht einmal allein mit der Zuhilfenahme von Geld, was es allerdings nicht gibt für diesen Zweck: Es ist vielmehr ein dauerhaftes Einwirken erforderlich,; auf sein Umfeld, seine Kinder, um vielleicht über Generationen wieder das zu bekommen, was uns die Nazis durch die Vernichtung der intellektuellen Elite des Landes genommen haben.
Den immer wieder behaupteten Zusammenhang zwischen Gewalt und Gangsta-Rap kann ich nicht nachvollziehen: Die Musik entstammt dem Milieu, sie erzeugt es nicht.
Alle Kommentare von malte welding
07
Ausgaben:
Dänemark, Island, Norwegen, Schweden und Belgien investieren die meisten öffentlichen Mittel in ihre Bildungssysteme – über 6% ihres Bruttoinlandsprodukts (Tabelle B2.1a). In Deutschland liegt der Wert mit 4,4% erst an 20. Stelle unter den 28 OECD-Staaten mit vergleichbaren Daten. Dies wird jedoch teilweise durch einen überdurchschnittlichen Anteil von Privatausgaben im Rahmen des dualen Systems kompensiert. Dennoch bleibt auch der Gesamtanteil öffentlicher und privater Investitionen am BIP in Deutschland mit 5,3% unter dem OECD-Mittel von 5,8% (das bei einer Gewichtung nach der Größe der Staaten sogar auf 6,1% ansteigt). Spitzenreiter sind hier Island und die Vereinigten Staaten (7,4% und 7,2%), gefolgt von Dänemark und Korea (jeweils 7,1%)
(http://www.oecd.org/dataoecd/21/12/35344382.pdf)
Alle Kommentare von Thorsten
08
Malte: Danke für die Zahlen.
„In Deutschland herrscht ein bildungs- und intellektuellenfeindliches Klima, nicht umsonst konnte der in Fachkreisen hochangesehene Jurist Kirchhof allein mit dem Wort vom “Professor aus Heidelberg” diskreditiert werden.“
Hier bin ich absolut Deiner Meinung! Ich kenne selbst Beispiele, wo Studieren an sich keine Option ist, obwohl der Berufswunsch idealerweise ein Studium voraussetzt.
„Die Musik entstammt dem Milieu, sie erzeugt es nicht.“
Genau deshalb schrieb ich „er rappt Dir aus der Seele“.
Alle Kommentare von Rene
09
Danke Thorsten.
Was mich mehr interessieren würde, jetzt wo wir Zahlen haben, habt Ihr eigene Erfahrungen?
Alle Kommentare von Rene
10
dieser artikel ist wunderbar. ich werde dieses jahr 30 und bin damals auf eine realschule mit einer hauptschule nebenan gegangen. einige meiner freundin sind auf eine realschule mit einem gymnasium nebenan gegangen. und was soll ich sagen? dieses problem gab es auch damals schon. man hat es ganz deutlich gemerkt. “was du gehst auf diese realschule? wie schlimm, da ist doch die hauptschule nebenan” . man war gleich unten durch in der gesellschaft. wir haben auf der realschule ganz andere dinge gelernt als meine freundinnen mit dem gymnasium an der realschule. irgendwie wurde man schon ganz anders behandelt von den lehrern. nicht richtig gefördert. es waren keine einheitlichen lehrpläne an den schulen und das hat mich traurig gemacht. aber diese schule war näher an meinem zu hause. die gewalt war tatsächlich auch schon zu dieser zeit sehr schlimm. es wurden die ersten rauchenecken bestimmt und gekifft wurde dort in den pausen. man hat aufklärung betrieben. aber für meine verhältnisse in die falsche richtung. es ging nur um die gesundheit etc etc. viel zu wenig über die phsychischen folgen und die auswirkungen auf das spätere leben.
auch ich wurde als kleinste und zarteste in den mülleimer gesteckt. es gab eine zeit da habe ich mich sehr schlecht gefühlt. heute weiss ich allerdings das ich viel stärker als manch anderer bin. die meisten leute die damals das kiffen als lebensinhalt sahen sind heute wirklich in der geschlossenen oder haben diabetis vom speed und so kann ich noch einige viele dinge aufzählen….bin ich froh das ich alles sehr sehr gut überstanden habe und nicht einmal mehr viel alkohol trinken brauch. es ist ein weiter weg zur besserung in unserer gesellschaft
Alle Kommentare von conni
11
Was ich in den 4 1/2 Jahren auf einer intigrierten Gesammtschule begriffen habe, dass die Deutschen gute Ideen einfach halbherzig umsetzen, oder an dem Punkt, ab dem es kompliziert wird wieder das altbewährte System greifen lassen. So war ich beispielsweise völlig überrascht, als ich in der 7. Klasse von der Realschule auf eben diese Gesammtschule wechselte. Das Lernsystem hat mich total fasziniert, bsonders die Freiarbeit (http://www.liebfrauenschule-ratingen.de/schulprogramm/freiarbeit.htm)hat es mir angetan. Wenn man mal genervt ist oder es einfach zu laut im Klassenraum ist, hat man sich einen Teppich geschnappt, hat sich auf den Flur gelegt und hat eben da weiter gearbeitet. Allerdings gab es nicht bei allen Fächern diese Arbeitsmethode, interessanterweise waren dort die Leistungen am schlechtesten. Im Frontalunterricht wurden dann die selbsterarbeiteten Stoffinhalte verwendet.
Das ging zwei Jahre ganz gut, bis man uns sagte, dass es ab der neunten Klasse keine Freiarbeit mehr geben wird, weil der Stoff einfach zu komplex ist und wir uns langsam auf „den Ernst des Lebens“ vorbereiten sollen. So und das war’s dann mit einer großartigen Unterrichtsmethode, einfach wegrationalisiert!
Außerdem vesteh’ ich bis heute nicht, warum wir uns integrative Schule schimpfen, wir haben auch behinderte Menschen in unseren Klassen, klar.
Aber Aufklärung diese Menschen genauso zu achten und zu respektieren, wie Menschen ohne Behinderung fehlt irgendwie. Hier machen sich Checker nämlich auch über solche Menschen lustig und das nicht zu knapp.
Jetzt sitze ich in der 11. Klasse, hier natürlich keine anderen Arbeitsmethoden ausser Frontalunterricht, wir sollen uns daran gewöhnen, weil es im Studuim nicht anders zu geht, heißt es. Aber ich bin kein Student verdammt, ich bin noch drei Jahre Schüler und so möchte ich mich auch fühlen. Denn eigentlich könnte ich zu Hause bleiben und mir den Unterricht per Live-Stream ansehen, denn die LehrerInen sind ja sowieso nur ein Tonband, das jedes Jahr zurüchgespult wird. Wieso dann überhaupt noch Schulgebäude bauen, die sowieso durch Jugendliche verschandelt werden? Ich fühle mich wie in einem abgeriegelten Lernlager, das alle 45 min. für 10 min. aufgeschlossen wird.
Unsere Schule erfüllt außerdem den Zweck die Schüler, die es am Gymnasium nicht geschafft haben, eine Möglichkeit zu geben trotzdem an ihr Abitur zu kommen, eigentlich lobenswert möchte man meinen. Im Schullalltag sieht das aber ganz anders aus, anstatt für die zweite Chance dankbar zu sein und sich angemessen zu verhalten, ist der Unterricht in der Kursstufe eine einzige Katastrophe, was nicht zu letzt an den unterschiedlichen Wissensständen liegt. Aber das ist am Gymnasium bestimmt nicht anders. Es liegt natürlich auch an der Einstellung der Schüler. Auf die Frage unserer Ethiklehreri, ob
Abschließend möchte ich noch sagen, dass es mir einfach nicht begreiflich ist, dass tolle Ideen immer unter dem Rationalismus leiden müssen. Ich würde gerne in die Vergangenheit reisen, um meinem frühreren Ich zu sagen, dass es lieber nach Schweden auswandern sollte.
Alle Kommentare von Oli
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Oli, da fehlt was in deinem Kommentar. Am Ende vor dem letzten Absatz…
Alle Kommentare von Rene
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Mist! Blöde Enter-Taste!
…Ethiklehrerin an einen Schüler, ob er den Text, welcher zu Hause zu lesen war auch gelesen hat, antwortete er: „So ’nen Dreck les’ ich nich!“
Da fällt mir einfach nichts mehr zu ein…
So, Korrektur beendet!
Alle Kommentare von Oli
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es ist ein problem, da geb ich dir durchaus recht. was ich aber an dem text vermisse sind auch lösungsvorschläge. dass es nicht gut geht, wissen wir doch alle schon.
machen wir einen strich unter die sache, fassen wir zusammen: es gibt klügere und weniger kluge leute. das ist nunmal so. der nicht so intelligente ist vielleicht wo anders sehr gut, aber in der schule wird er mal sicher nicht so gut sein. was eine gesellschaft in den heutigen tagen produktiv macht ist nicht die personenkraft die dahinter steckt, sondern die intelligenz in einem land. ausbildung, leistung, usw. sind gefragt, wenn man von anderen menschen in anderen längern etwas haben will (z.b. geld für seine arbeit).
natürlich muss man sich fragen, ob man in so einem leistungssystem leben will, aber wir können auch nicht einfach sagen: hey, du bist nunmal dumm, mach dir nichts drauß, du bekommst trotzdem im monat geld vom staat, wir machen das schon gemeinsam.
da würde sich doch jeder der in der schule gut ist und gewillt ist leistung zu erbringen verarscht vorkommen. mal ehrlich: wenn ihr die wahl habt zwischen nichts tun und etwas leisten, was würde der durchschnitt wohl machen? früher war es der hunger der die menschen zur arbeit getrieben hat, heute ist es das geld. menschen sind nicht gewillt in großem maßstab einfach so zu arbeiten. kennt doch jeder schon von der fernbedienung ;)
zumindest hier in österreich gibt es unterschiedliche schulen. niemand ist gezwungen auf eine zu gehen. ich ging vier jahre aufs gymnasium, merkte dass es nicht mein bereich ist, hab auf eine hblva gewechselt und mache in ein paar wochen matura. zusätzlich zur matura habe ich am ende dieser 5 jahre auch eine ausbildung zum chemiker. natürlich hätt ichs auch einfacher haben können. ich hätte am gymnasium bleiben können und schon vor einem jahr matura gemacht. aber warum mache ich das? weil ich gewillt bin etwas zu leisten.
warum machen das nicht alle? warum geht jemand in eine schlechtere schule wenn er 2km weiter eine bessere hat? es gibt durchaus die fälle in denen die leute diesen kleinen mehraufwand auf sich nehmen, aber zu sagen, nur weil es schlechtere schulen gibt muss man auf diese gehen, halte ich für ein bisschen entschuldigend. niemand wird gezwungen an eine schlechtere schule zu gehen, aber die meisten wählen nunmal den weg des geringsten widerstandes.
die leute sollten aufwachen aus ihrem naiven traum, dass sich straßen von selber bauen, krankenhäuser von alleine finanzieren und hochwasserschäden vom lieben gott wieder hergerichtet werden. wir verlangen viel von unserer gesellschaft - wir sollten auch viel hineinstecken!
aus nichts wird nichts.
grüße aus wien,
andreas
Alle Kommentare von andreas
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hi andreas. lösungsvorschläge habe ich mit den zitaten zum schwedischen schulsystem ganz bewusst nur angedeutet, weil es keine einfache lösung für dieses problem gibt, weil es ein gesamtgesellschaftliches ist.
“aber wir können auch nicht einfach sagen: hey, du bist nunmal dumm, mach dir nichts drauß, du bekommst trotzdem im monat geld vom staat, wir machen das schon gemeinsam”
was ist die alternative? einen ganzen bevölkerungsanteil vom wohlstand aussperren nur weil sie so sind wie sie sind? das ist mir zu einfach.
Alle Kommentare von Rene
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Wahrscheinlich wissen viele Schüler auch nicht, dass es anders geht. Dass sie eine nicht zu unerschätzende Macht sind. Ich als Schulsprecher weiß das, aber den anderen Schülern zu zeigen, dass sie etwas verändern können wenn sie nur wollen, oder dass sie wenigstens mal konstruktive Kritik üben sollten, anstatt immer nur zu meckern ist schon schwieriger.
Viele wollen wahrscheinlich auch nur jammern, sie kennen es ja auch nicht anders, man muss bloß den Fernseher anschalten…
Alle Kommentare von Oli
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ich bin seit zwei tagen wieder in deutschland und war ehrlich überrascht, als die rütlischule im t.v. wahr( ich wohn im selben block).
mein erster gedanke: jetzt habt ihrs offiziell “bestätigt” bekommen. ihr seid für die nächsten 14 tage keine dummen neuköllnprolls, sondern so richtig krasse gangsta, mit original 2pac-posen-fotoshooting für die BZ.
soooo fett, escht!
mein lieblingstag hier in der straße ist: “sex! gez. 2pac”
@ernesto 15:12 h >> Du bringst es auf den punkt.
Alle Kommentare von Flo
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Sehr schöner Artikel, fasst viel grundsätzliches zusammen. Das die Bildungspolitik keiner Regierung in den letzten 30 Jahren wirklich ein ernstes Anliegen war und das Integrationspolitik nie sonderlich hoch im Kurs stand, liegt auf der Hand. Zum einen gab man sich der dummen Illusion hin, die “Gastarbeiter” werden ja doch irgendwann wieder zurückggehen, auch wenn schon zwei Generationen hier lebten die ihr “Heimatland” höchstens aus dem Urlaub kannten, zum anderen gibt es eben keine oder kaum Wählerstimmen zu holen mit Bildungspolitik, schon gar nicht bei den Mitbürgern mit Migrantenhintergrund (wie ich diese Formulierung hasse). Warum sich also um Leute bemühen, die einem nicht nützen? Qui bono?
Alle Kommentare von Batz
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Hallo Andreas,
“natürlich muss man sich fragen, ob man in so einem leistungssystem leben will, aber wir können auch nicht einfach sagen: hey, du bist nunmal dumm, mach dir nichts drauß, du bekommst trotzdem im monat geld vom staat, wir machen das schon gemeinsam.”
Können wir nicht? Warum nicht? Es ist nunmal so das einiege Menschen klüger sind als andere. Das muss ja nicht heißen das “der dümmere” weniger leisten kann. Die Frage ist doch nicht was kann ein Mensch nicht, sonder vielmehr “Was kann er”. Was sollen deiner Meinung nach diese Menschen tun? Wie sollen sie ihr Geld verdienen?
Ich glaube eher das DEIN Weltbild naiv ist, die Arbeitsplätze für die “dümmeren” werden immer weniger. Vollbeschäftigung wird es nie wieder geben. Wir müssen etwas schaffen damit auch Arbeitslose Menschen ohne Angst vor Armut leben können. Wenn wir das schaffen liegt dort ein enormes Potential. Stell dir vor, 5 Millionen Menschen die den ganzen Tag nichts anderes zu tun haben als “kreativ zu sein”. Momentan liegt dieses Potential brach da ein Arbeitsloser Mensch den ganzen Tag damit zu tun hat auf dem Arbeitsamt zu sitzen oder sinnlose Umschulungen/Fortbildungen,… zu besuchen. Lasst den Menschen endlich ihre Freiräume, befreit sie von der Angst.
Das Schulsystem wie es im Moment funktioniert fördert nur die klugen Menschen, die (in Ökonomischen Sinn) leistungsfähigen Menschen. Alle anderen fallen hinten durch und landen schon mit 10 Jahren auf der Hauptschule und werden von da an nur noch als “Rest” oder “Dreck” behandelt. Es ist also kein Wunder das die Hauptschüler frustriert sind und Wütend auf eine Gesellschaft sind die sie nie wirklich ernst genommen hat.
Meiner Meinung nach ist ein System wie es in Schweden praktiziert wird ein Schritt in die richtige Richtung. Man müsste natürlich dafür sorgen das die Schüler in so einem System besser “betreut” sind als sie es heute werden. Es muss auf jeden Schüler eingegangen werden, damit die “guten” noch besser werden und die “Langsamlerner” trotzdem genügend Wissen erwerben um in der Gesellschaft überleben zu können.
Alle Kommentare von kaitimmer
20
Rene, du sprichst mir aus dem Herzen und hast das Problem richtig auf den Punkt gebracht.
Zu meiner Erfahrung: Ich bin fast 40, Gewalt in der Schule (leider tatsächlich oft durch nicht Deutsche) gab es damals genauso. Ich lebte damals in einem Kaff mit 500 Einwohnern und ging in der Stadt zur Schule, in der ich heute lebe. Mein Sohn geht jetzt auf die gleiche (Real-)schule. Damals hat mich ein Jugo grundlos voll in die Fresse gehauen, der kannte mich nichtmal. War echt ein Schocker für mich. Dann hab ich mit einem Tschechen gequatscht, mit dem hab ich mich ganz gut verstanden. Der war ebenso ein Unikat, da hätte sich niemals wer getaut was gegen den zu tun. Der sagt: “hau dem Tiki (dem Jugo) bei nächster Gelegenheit einfach eine rein, dann hast du für immer dein Ruhe…”.
Ich wollte das nicht glauben, aber ich hab dem trotzdem ebenso unerwartet eins auf die Fresse gegeben wie er mir einige Tage vorher. Zack, da war Ruhe im Karton. Der Schrank hat sich nichtmal gewehrt. Eingesteckt und mich gleichzeitig akzeptiert.
Fortan stand ich zwischen den Stühlen. Die Schläger haben mich in Ruhe gelassen und auch jeden, der irgendwie mir zusammen war.
Ich hab das nie ganz verstanden. Trotzdem bin auch ich absolut gegen diese deutsche Schulsystem, was Menschen in frühester Kindheit trennt und in verschiedene Klassen trennt.
Jürgen
Alle Kommentare von Jürgen
21
Bin selbst mit 12 nach Kreuzberg gezogen und habe dann ca. 5 Jahre ordentlich auf’s Maul gekriegt. Also Word UP für diesen Artikel!
Alle Kommentare von leo
22
toller Artikel. Aber: mehr Geld für Bildung kann keinesfalls schaden, aber ich glaube nicht, dass Geldmangel das Hauptproblem ist. Ganz schlecht ist sicher dieses dreigliedrige System, bei dem ein Aufstieg fast unmöglich ist, wenn man einmal in eine der Schubladen einsortiert wurde. Gesamtschulen scheinen aber auch keine Lösung zu sein, vielleicht werden da auch nur intern diese Stufen abgebildet? ich weiss es nicht.
Ein großes Problem ist mE auch die Lehrerausbildung: in Deutschland lernt man auf hohem Niveau die Wissenschaft der Pädagogik, und dann muss man “bloß” lehren und teilw. jahrelang den gleichen Stoff abspulen. Diesen Lehrefrust, wie er hier: http://www.spiegel.de/unispiegel/schule/0,1518,407815,00.html beschrieben wird, habe ich selbst erlebt: an meinem Gymnasium wurden bei der Gründung ca. 1973 alle Lehrer frisch von der Uni eingestellt. Seitdem sind so gut wie keine neuen hinzugekommen, alle altern sie gemeinsam vor sich hin. Das würde mir auch keinen Spaß machen.
Alle Kommentare von jan
23
Der Artikel ist sehr gut geschrieben, danke Rene.
Das Problem ist doch nicht die mangelnde Bildungsförderung, sondern die Gesellschaft, die Herkunft und die Eltern im Allgemeinen.
Wer “kluge” Eltern - bspw. Professoren, Ärzte Lehrer etc. - hat, kommt fast automatisch auf ein Gymnasium und wenn er/sie es da nicht schafft, wird erst mal gefördert (z.B. Nachhilfe) und wenn dann immernoch nichts geht, kommt man auf die Realschule und danach auf eine weiterführende Schule, um nicht ganz “blöd” dazustehen, den Stolz der Eltern nicht zu verletzen.
Wer aber Eltern eines niedrigeren Bildungsstandes hat, kommt - egal ob klug oder “dumm” - auf die Hauptschule, denn es ist mit dem Stolz und der Gewohnheit der Eltern nicht vereinbar, dass ihr Sohn/ihre Tochter auf eine höhere Schule geht. Schon allein die Vorstellung, dass ihr Sprößling Freunde in einem Gymnasium hat (Kontakt mit der “reicheren Bevölkerungsschicht”), ist für diese Eltern fast nicht zu ertragen.
Und so wächst die Kluft zwischen “klug” und “dumm”, auch die aktuellen Studien zeigen es, ob man es will oder nicht. Und das Schlimmste daran: Es wird so schnell kein Aufschwung geben, Arbeitslosenzahlen steigen und Aussichten auf Jobs sinken, die Motivation geht den Bach runter. Viele wissen nur einen Ausweg: Drogen und Gewalt. Und das führt zu einem Teufelskreis, aus dem Deutschland wohl nicht so schnell herausfinden wird.
Alle Kommentare von pausmann
24
wir haben in unserer eigenen geschichte, ein schulsystem gehabt (zumindest im osten), dass die finnen erfolgreich in den sechziger jahren kopiert und von ideologischem unrat befreit haben. wir brauchen also nicht nach schweden, schauen sonden müssen uns nur mal mit dem gedanken anfreunden, dass es in der ddr vielleicht doch einige gute ansätze gab, die durchaus einer weiteren verwendung zu verfügung stehen könnten. bis jetzt hält uns eine eigenartige ideologische “bremse” davon ab.
Alle Kommentare von Andreas Behn
25
Toller Artikel Rene, danke.
*Benachrichtigung aktivier*
Alle Kommentare von Michael L
26
mee too. just not able to express as
Alle Kommentare von Robert
27
“Im Grunde sind die Checker in Neukölln also „nur“ sehr konsequent und haben scheinbar begriffen, wie Deutschland tickt”
Leider nicht scheinbar, sondern anscheinend, oder?
Alle Kommentare von Doener
28
andreas:
Weil das nicht geht. Ist vielleicht in Österreich anders, aber hier gilt: Dir wird nach deinem Wohnort eine Schule zugewiesen. Darauf zu hoffen, dass dich eine andere, vielleicht bessere nimmt, ist in Kreuzberg/Neukölln recht utopisch, denn diese Schulen sind überfüllt, klar. Die Alternative, wie immer: Privatschulen. Wer Geld hat, bekommt auch gute Bildung.
Alle Kommentare von Johnny
29
Danke für diesen Beitrag.
Alle Kommentare von Duddle
30
Rene, ein toller Artikel!
Die Jungen macht das, wie sie es vorgelebt bekommt. Eltern, Fernsehen, Freunde. In Deutschland hakt schon lange es an vieln Ecken dazu.
Alle Kommentare von Dagger
31
Pausmann, Dagger: “Das Problem ist doch nicht die mangelnde Bildungsförderung, sondern die Gesellschaft, die Herkunft und die Eltern im Allgemeinen.”
“Die Jungen macht das, wie sie es vorgelebt bekommt.”
Ich bin mir da nicht sooo sicher. Natürlich stimmen diese Sätze zunächst. Klar. Aber: Ich selbst stamme aus einer Familie, die Bildung NICHT hochhält und in der niemand studiert hat (ich übrigens auch nicht). Dennoch habe ich ein Fachabi von 1,8 geschafft und interessiere mich für Geschichte und Politik.
Das war nicht immer so. Noch vor 5 Jahren habe ich mir täglich die Rübe zugekifft und eigentlich war mir alles scheißegal. Genau deshalb schreibe ich: „Ich traue das jedem Checker in Neukölln zu“. Weil jeder Mensch auch aus eigenem Antrieb Interesse an wichtigen Themen entwickeln kann. Weil sich jeder Mensch mit der Zeit auch Vorbilder außerhalb der Familie suchen kann. Weil sich jeder Mensch ändern kann. Genau aus diesen Gründen glaube ich an die Menschen und genau deshalb habe ich diesen Text (und andere) geschrieben.
Alle Kommentare von Rene
32
Ich habe zwei Kinder im schulpflichtigen Alter.
Die Zustaende auf der uns zugewiesenen Grundschule sind so katastrophal, dass ich auf 4 DinA4 Seiten einen Konvolut an Lügen zusammenbramasiert habe und meine Kinder von der deutschen Schulpflicht befreit und auf einer englischen Privatschule angemeldet habe.
Das kostet ein Vermoegen, das laesst mich in zwei Jobs ackern, das laesst uns nicht mehr in Urlaub fahren, aber: Das ist es wert.
Ich habe 2 glueckliche Kinder, in einem festen Klassenverband bis Klasse 9 (natuerlich mit Ausdifferenzierung) beheimatet, die fliessend englisch, deutsch sprechen und demnaechst noch franzoesisch lernen und noch nichtmal in der 4. Klasse sind.
Nein, meine Kinder sind gewiss nicht hochbegabt, auch maessig nur an Schule, mehr an Super RTL und KiKa interessiert.
Aber sie wachsen in einem idealen Lehr/Lernumfeld auf, kleine Klassen, interventionsbereite Lehrer, keine Toleranz ggue. Gewalt und Mobbing und enges Lehrer/Elternverhaeltnis, ohne Vorwuerfe oder Aggression.
Ich wuenschte mir, unser Schulsystem saehe so aehnlich aus
Alle Kommentare von KaiK
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und unter jugendlichen kursiert seit wochen dieses “witzige” aber eher traurige video im internet… http://youtube.com/watch?v=9Ml4o2xuk64
muss man das noch kommentieren… ?
Alle Kommentare von malak
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oh shit sorry man sollte den beitrag auch richtig lesen… is späät
Alle Kommentare von malak
35
Sehr schön.
Sido hätte ich allerdings außen vor gelassen. Nicht, weil ich ihn für überdurchschnittlich wertvoll halte, sondern, weil es in dem Moment, wo solche Texte (alternativ entsprechende Filme, Videospiele usw.) ins Spiel kommen, meiner Meinung nach schon “zu spät” ist.
Gesäht wurde vorher.
Alle Kommentare von YellowLed
36
unsere gesellschaft brütet einfach gewalt
Alle Kommentare von roman libbertz
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Malak: “oh shit sorry man sollte den beitrag auch richtig lesen… is späät”
Egal, genau dieses Video meinte ich. Man muss sich darüber im klaren sein, dass das ein extrem selektiver RTL-Beitrag ist. Solches Verhalten gehört dazu, vielleicht nicht ganz so krass, aber es gehört dazu. Ich war auch nicht viel besser. Wie soll man heute noch schocken und als Teenager dem Establishment den Finger zeigen? Musik? Sex? Funktioniert nicht, das gibts auf jeder Werbetafel in allem Formen. Aber Gewalt? Hey, die funktioniert!
Alle Kommentare von Rene
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Ich schließe mich an: Super Artikel René!
Das Thema ist wahnsinnig vielschichtig, und ich könnte zu vielen Aspekten meinen Senf abgeben:
Meine Diskussion mit einem bayrischen Landtagsabgeordneten, der wie fast alle konsvervativen Politiker die Schuld immer im Elternhaus suchte und nicht die Chance der Schulumgebung wahrnehmen wollte.
Die miserable Ausbildung von Lehrern, die überhaupt nicht vorbereitet auf den Stress und die Anforderung.
Das Fehlen von Vorbildern für Heranwachsende, die nach nichts mehr streben als einem wahren Sinn im Leben.
Wie man als Schüler mitgekriegt hat, wie langsam das Licht und die Kraft der Veränderung aus den Augen der jungen Lehrer gewichen sind, und wie die alten in fast schon tieftrauriger Lächerlichkeit ihren faulen, hilflosen Status Quo verteidigt haben.
Und, sehr wichtig für mich, wie man spürt, dass man viele gute Ideen – und Vorbilder aus anderen EU-Staaten! – hat, aber trotzdem eine konstante Verschlimmerung der Verhältnisse mitansehen muss.
Ich habe Verwandte in Kanada. Dort haben sie Hilfslehrer, Schulprojekte von denen wir nur träumen, lernen im Kindergarten schon Chinesisch, singen Lieder auf Hindi, bekommen Stipendien und Schnupper-Wochen an den Universitäten – und sind so glückliche Menschen.
Es ist zum Heulen.
Alle Kommentare von Sebastian
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Neue Gedanken: Es war noch nie anders.
Schon immer beherscht Menschen der Gedanke an die Beherschung anderer. Schon immer ist die hervorstechendste Eigenschaft des Menschen die Aggression. Schon immer ist die hervorstechendste Eigenschaft des Menschen die Angst.
Kann es vielleicht auch sein, dass das moderne Modell des Zusammenlebens uns unserer eigenen Affigkeit näherbringt? Kann es sein, dass moderne und hochauflösende Bilder von Gewalt nur deshalb so irritierend wirken, weil wir diese seit Jahrtausenden gewohnt sind? Und jetzt, in unserer scheinbaren Zivilisiertheit ausblenden wollen? Und jetzt, indem wir einen Spiegel vorgehalten bekommen, eben nicht mehr sagen können: “das ist unmenschlich”?
Denn Gewalt ist menschlich. Gewalt ist natürlich. Genau wie Liebe.
Ich bin gespannt.
Alle Kommentare von Rene
40
Um meinen Schulleiter zu zitieren, wenn er Referendare begrüßt: “Wilkommen am Gymnasium Petershagen. Hier ist die Welt noch in Ordnung”. Ich gebe Lehrern nur ungern recht, aber hier muss ich. Denn er liegt nunmal völlig richtig. Die Schüler hier kommen aus den unterschiedlichsten Schichten, die Lehrer sind liberal, gelassen, aber vermitteln doch Wissen, alles ist wundervoll…
…zumindest, so lange man sich auf dem Schulgelände befindet. Denn die Hauptschule ist nur zwei Kilometer weiter. Ich bin froh, mittlerweile ein Auto zu haben, denn meine Buslinie wurde von einigen Hauptschülern tagelang völlig lahm gelegt. Auch mir wurde schon nach der Schule aufgelauert, weil ich angeblich irgendwen “scheiße angemacht” habe. Klar, das war ein Vorwand.
Doch was wird uns erzählt, wenn mal wieder ein Bus wegen ungewöhnlicher Rauchentwicklung anhalten muss, ein Fünftklässler geschlagen oder bedroht wurde oder Rentner angepöbelt werden?
“Lasst die doch, die wissen selbst, dass sie sozialer Dreck sind”. Ja, ich zitiere hier einen Lehrer, der offenbar noch dieses elitäre Denken drin hat. Und die Betreffenden wissen sicher auch um ihre soziale Lage. Ich frage mich, wo wir landen, wenn das so weiter geht. Landen wir überhaupt irgendwo? Oder bleibt Deutschland einfach weiterhin in zwei Lager gespalten, die voneinander immer weniger wissen wollen?
Alle Kommentare von tim
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René,
vielleicht mißverstehe ich, was Du meinst. Natürlich ist Gewalt menschlich. Zivilisation kämpft dagegen an, ist ein Ersatz fürs Faustrecht. Ganz gewinnen wird die Zivilisation nicht, denn das Gewalttätige ist zu tief in uns drin.
Schockierend ist dann allerdings, wenn schon ganz junge Schüler Gewalt als etwas ganz normales sehen; einen Lifestyle sozusagen. Das ist, überspitzt gesagt, Barbarei, ein Rückfall in den Zustand vor den Errungenschaften der Zivilisation. Denn es ist einen großer Unterschied, wie man mit seiner natürlichen Aggression umgeht: ob man sie irgendwie kanalisiert, sublimiert, oder ob man Gewalt tatsächlich in seinem Leben einsetzt, um Ziele zu erreichen. Schlimm ist es, wenn man nicht lernt, mit Gewalt umzugehen, sondern sie benutzt.
Wer nicht gewalttätig ist, ist gegen körperliche Gewalt wirklich total hilflos, weil sie einfach nicht mehr Teil der Alltagserfahrung ist, und damit wohl tatsächlich “Opfer”. Aber in Wirklichkeit ist der Gewalttäter der Verlierer, denn die ganze Aggression steckt kristallisiert in einem schützenden Berg aus Institutionen, Vorschriften, eben Gesellschaft, Zivilisation. Zivilisation gründet genauso auf Machtstrukturen, das ist im Kern auch Gewalt - “power”. Aber diese Art von Gewalt ist unendlich viel raffinierter, klüger, besser - auch im moralischen Sinn. (Oder ist das jetzt zu verstiegen? ich müsste das noch ausformulieren. Ist aber spät jetzt).
Alle Kommentare von jan
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ich bin jetzt 29 und habe meine lebenszeit in verschiedenen wohnabteilungen verbracht (dorf, kleinstadt, großstadt). und dabei sind mir in allen gegenden die selben phänomene begegnet - ich weiss nicht, warum erst jetzt dieser aufschrei durch deutschland geht.
jeder, der mit einigermaßen offenen augen durch die welt läuft, konnte all das, was wir heute brühwarm von den medien präsentiert bekommen, schon im vorfeld sehen und erkennen.
aber das war ja schon immer unser problem: wenn es drauf ankam, haben wir einfach weggesehen. immer schön nach dem motto “lass diesen kelch an mir vorüber gehen”.
stattdessen sucht die geistige “elite” unseres landes dort nach ursachen, wo sie sich selbst aus der verantwortung ziehen kann:
bei den bösen, gewalt- und drogenverherrlichenden hip hoppern, die die jugend anstacheln.
bei computerspielen wie counterstrike etc. die angeblich den gedanken fördern, gewalt könne konsequenzlos eingesetzt werden.
bei falschen vorbildern aus dem unmittelbaren umfeld der “täter”, die den status des kriminellen als erstrebenswertes ziel deklamieren.
dabei sind die meisten der jetzt offen zu tage tretenden probleme in meinen augen hausgemacht.
angefangen bei einer völlig unzureichenden integration der “gastarbeiter” in den zeiten des wirtschaftswunders, weil die meisten der ansicht waren, die gehen wieder nach hause, wenn sie hier genug verdient haben. sind sie aber nicht. im gegenteil, wer konnte, hat verständlicherweise den rest der familie ebenfalls ins land geholt.
das sowas bei minderheiten zwangsweise zur zusammenrottung und in der folge zum gewaltsamen aufbegehren gegen die majorität führt sollte schon damals bekannt gewesen sein.
weiter geht es mit dem thema bildung, was auch nicht erst seit mitte der neunziger ein thema ist: “unter den talaren usw.” dagegen haben schon unsere eltern protestiert, bevor sie sich dezent in ihr reihenhaus auf dem dorf zurückgezogen haben, wo all das politisieren endlich keine rolle mehr spielte. jeder wußte, dass sich was ändern muss, aber dafür konnte man ja schließlich wählen gehen. das sich dabei nichts ändert, weil die mehrheit in deutschland lieber den “status quo” beibehält, statt veränderungen in gang zu bringen, wurde stillschweigend in kauf genommen.
das man sich damit ins eigene fleisch schneidet, merkt man offenbar erst jetzt, wo die blutung fast nicht mehr zu stoppen scheint.
wie soll denn eine jugend einen eigenen stolz, selbstbewußtsein oder selbstwertgefühl entwickeln, wenn ihnen an allen ecken perpektivlosigkeit entgegenspringt?
wer heute auf eine hauptschule geht, hat so gut wie keine chance auf einen ausbildungsplatz, weil die anforderungen der betriebe die fähigkeiten der meisten bewerber übersteigen.
dafür kann man meines erachtens nach die jugendlichen nur bedingt verantwortlich machen. sie befinden sich am boden einer spirale, die man vor 30-40 jahren eventuell noch hätte stoppen können, die sich heute aber immer schneller dreht und immer mehr menschen mitreisst.
denn es sind nicht nur die unterpriveligierten, die sich durch gewalt oder drogenexzesse gehör verschaffen wollen.
ich war zwei jahre an einer öffentlichen, holländischen elite universität. was dort abging, sowohl mit drogen, als auch mit gewalt, steht dem, was das video zeigt um nichts nach.
und dort war es die “elite” unseres landes. meistens kinder extrem reicher eltern, ohne bezug zur realität. gewollt oder ungewollt.
letztendlich erfordern die oben genannten probleme das selbe, wie viele andere probleme in unserem land auch: eine radikale umstrukturierung der gedankenwelt jedes einzelnen und der gesellschaft an sich.
solange wir immer noch denken “alles wird wieder gut…irgendwann”, werden wir weiterhin mit dem gesicht in jenen staub gedrückt werden, den wir vor jahrzehnten aufgewirbelt haben. und der jetzt ganz besonders in den augen brennt.
Alle Kommentare von tobsen25
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Sehr lesenswert ist der Artikel zum Thema bei Telepolis:
„Es geht längst nicht mehr gegen ein System oder um das Recht auf symbolische Ausdrucksformen. Die Krise reicht viel, viel tiefer. Auf dem Spiel steht das, was Frank Schirrmacher in seinem Buch “Minimum” das “geistige”, “moralische” oder “soziale Kapital” einer Gesellschaft nennt, um Mindeststandards also, die das ungehinderte Erlernen und Erfahren von Fähigkeiten und Fertigkeiten möglich machen und das einigermaßen reibungslose Zusammenleben unterschiedlicher Gruppen, Ethnien und Individuen sichern oder anleiten. Gelingt es der Schule nicht, das Einhalten solcher Standards zu gewährleisten, kann sie, wie der Brandbrief richtig formuliert, ihre Türen schließen und sich auflösen.“
Alle Kommentare von Rene
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Schön - hier wird wieder der Deutschen Lieblingssport getrieben: Jammern ohne Ende:
…du, ein Stück weit ist das alles scheisse, ne, also ich bin ganz betroffen…
Alle Kommentare von Peter
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Das schwedische Schulsystem wird gerne als Vorzeigesystem angeführt, jedoch wird dabei häufig die komplett unterschiedliche Struktur Schwedens vernachlässigt.
Man kann, zu Recht, neidisch auf dieses System sein, eine Adaption fürs deutsche Schulsystem ist aber, ohne eine viel größere Umstrukturierung, nicht möglich.
Btw. Guter Artikel. :)
Alle Kommentare von Ole
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Nochmal Telepolis:
„Nötig wäre hingegen eine gesellschaftliche Debatte über die zunehmende Ausgrenzung von Menschen. Davon sind beispielsweise in Stadtteilen wie Nekölln längst nicht nur Jugendliche betroffen. Wer gesehen hat, welche Szenen sich tagtäglich vor dem Jobcenter Neukölln abspielen, weiß, dass Menschen aller Altersstufen in dem Stadtteil ums Überleben kämpfen müssen. Solange die Debatte ethnisiert wird und von Problemen nichtdeutscher Jugendlicher geredet wird, muss man nicht über Armut in Deutschland, über fehlende gesellschaftliche Partizipation breiter Teile der Bevölkerung und ein anachronistisches Schulsystems reden.“
Alle Kommentare von Rene
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Ole: „eine Adaption fürs deutsche Schulsystem ist aber, ohne eine viel größere Umstrukturierung, nicht möglich“
Schon klar. Aber dass „größere Umstrukturierungen“ ohnehin gemacht werden müssen, das ist ebenso klar, oder? Warum also nicht ein kompletter Neuanfang?
Alle Kommentare von Rene
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“Warum also nicht ein kompletter Neuanfang?”
Dafür! :)
Leider aber wohl nur ein Traum. Die Flickschusterei der letzten 25 Jahre (mindestens), stets mit einem Blick nach Hinten (vermutlich auf die 60er), immer bedacht darauf den damaligen[tm] Staus Quo zu erhalten, hat dazu geführt, daß es auf lange Sicht in der Tat keine andere Möglichkeit geben wird als einen Neuanfang zu starten. Nur leider fühlt sich niemand von heute dafür verantwortlich.
Das Verantwortungsbewustsein hat eine Haltbarkeit von maximal einer Legislaturperiode, meistens aber auch nur bis zum Amtsantritt. Fehler machen grundsätlich nur die anderen und nach uns die Sintflut.
Alle Kommentare von Ole
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@ Ole
Will man das Thema also in seiner ganzheitlichen Pracht ernstnehmen, müsste man doch über mehr direkte Demokratie nachdenken.
Und damit meine ich nicht eine Volksabstimmung über Gangsta-Rap (keine Sorge, Rene, ich habe dich verstanden).
Denn der angesprochene “Nach-uns-die Sintflut-Gedanke” sollte doch zumindest bei der Elterngeneration einem “ich- bin-mitten-im-Tsunami-Gedanken” weichen. Zudem gehen Wähler, die direkt entscheiden können, erwiesenermaßen verantwortungsbewußter mit Finanzmitteln um, als Menschen, die mit fremdem Geld hantieren.
Alle Kommentare von malte welding
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Hallo! Ersteinmal herzlichen Glückwunsch dazu, daß dieses Thema hier ohne Alltagsrassismen ausgekommen ist. Andererseits fehlt mir die Tatsache, daß es mehrheitlich um Migrantenkids geht. Denke nicht weil es Ausländer sind die sich nicht integrieren wollen oder weil der ausländeranteil so hoch ist, das wäre zu einfach und rassistisch, da will ich nicht hin. Es geht viel mehr um uns deutschen.
Ich persönlich war auf einer Gesamtschule, und die war Mitte der 90er schon vorbei, aber auch da hatten wir das gleiche Problem.
Es ist ein Ausländerproblem, so leid es mir tut. Es ist ein Integrationsproblem, da haben die Politiker recht. Aber nicht die Einwanderer haben das Problem oder sind das Problem sondern wir Deutschen.
Wir sind kein bisschen gastfreundlich, wir sind im Gegenteil Rassisten durch und durch, auch wenn wir uns Multikulti auf die Fahnen schreiben, wollen wir eigentlich nix mit diesen Ausländern zu tun haben.
Sie werden nie richtig akzeptiert und die Jugendlichen haben nie wirklich eine Chance und das haben die seit Jahrzehnten schon begriffen und verinnerlicht. Warum also diesen Aufstand von wegen Ausbildung und Schule, wenn doch eh keine Sau einen einstellt und die einzigste Perspektive ist Müllman oder Arbeitsloser zu werden? Dann doch lieber selbstbestimmter Gangsta.
Du hast schon Recht das die MTV Gesellschaft Mitschuld ist, die Medien und die alltägliche Gewalt, aber auch die Werbung und die Ideale die einem aufgezwängt werden. Das was man alles besitzen muss, aber für so Jugendliche sind die tollen Markenklamotten eh ewig weit weg und das neusste Handy ist unbezahlbar und die Gesellschaft schliesst einen aus und tritt die Leute mit Füssen, da tritt man dann zurück und hat genausowenig Respekt und nimmt sich das Zeug einfach. Gewalt kann so einfach sein und wird einem ja überall vorgelebt.
Und da die Gesellschaft einen eh jeden Moment spüren lässt, daß man Mensch zweiter oder dritter Klasse ist sind die Hemmungen noch geringer.
Und auch das Milieu in dem sich das abspielt. Warum gerade Neuköln? Es ist die Ghettoisierung. Die Deutschen wollen unter sich sein und pferchen Ausländer und Arbeitslose in Neuköln und Kreuzberg zusammen um im restlichen Stadtgebiet unter sich zu sein. Steuert man einfach über die Mieten. Einfach in einem Stadtteil anheben über die Jahre und in anderen senken … Und es wird noch schlimmer, hunderttausende Hartz4 Leute sollen in den nächten Jahren konzentriert werden. Da gehts dann erst richtig los. Denn das alles ist gewollt! Es ist die Politik die das möchte und forciert. Obwohl man es weis, daß diese Ghettobildung genau diese Probleme bringt, das kennt man aus Frankreich nicht seit ein paar Monaten, da brennen die Autos seit Jahren.
Es ist ein Problem des Rassismus und ein Problem der ungerechten Verteilung des westlichen Reichtums.
Fassbinders “Angst essen Seele auf” ist das allerbeste Beispiel dafür das die Integration gescheitert ist, aber nicht weil der Türke sich nicht integrieren lassen wollte, sondern weil ihn keiner integrieren wollte. Und dieser Frust schafft Aggressionen.
Alle Kommentare von rafa
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„Als besondere Problemgruppe an deutschen Schulen erscheinen Kinder von Migranten. Es stimmt jedoch nicht, dass diese Jugendlichen generell gewalttätiger wären.
Die Studie der Unfallkassen belegt, dass ausländische Kinder unterdurchschnittlich oft in “Raufunfälle” verwickelt sind. Die Analysen der Eichstätter Gewaltforscher wiederum zeigen, dass die Schulgewalt unter Migrantenkindern zwar höher ist, dies aber weit gehend durch Merkmale wie Geschlecht, Alter und Schulart relativiert wird.
Dies bestätigen auch Studien des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN).“
(Süddeutsche)
„Warum also diesen Aufstand von wegen Ausbildung und Schule, wenn doch eh keine Sau einen einstellt und die einzigste Perspektive ist Müllman oder Arbeitsloser zu werden? Dann doch lieber selbstbestimmter Gangsta.“
Hier hast Du sicherlich Recht.
„Steuert man einfach über die Mieten. Einfach in einem Stadtteil anheben über die Jahre und in anderen senken … Und es wird noch schlimmer, hunderttausende Hartz4 Leute sollen in den nächten Jahren konzentriert werden. Da gehts dann erst richtig los. Denn das alles ist gewollt! Es ist die Politik die das möchte und forciert.“
Hier fehlt mir eine Differenzierung. Meinst Du wirklich, alle Immobilienbesitzer setzen sich mit der Politik zusammen und planen Ghettos? Das ist doch ein Prozess der sich gegenseitig bedingt. Mieten sinken, weil die Wohngegend weniger attraktiv wird. Bleibt die Frage wie man Neukölln aufwerten kann. Das muss von den Menschen kommen, die da wohnen. Nicht von Politikern.
Woher nimmst Du die Feststellung, das „hunderttausende Hartz4 Leute“ „konzentriert“ werden sollen? Wer will das tun? Glaubst Du wirklich, Frau Merkel schmiedet heimlich Pläne für einen Arbeitslosen-Stall? Generell mit dem Zeigefinger auf „die“ Politiker zu zeigen, das ist mir zu einfach. Das ist mir alles zu pauschal verurteilt. Sorry.
Alle Kommentare von Rene
52
Ich stelle mir ob Pisa Studien und anderer fataler Feststellung über Deutschland und seine Kinder bzw. Jugendlichen schon lange die Frage warum man nicht einfach ein erfolgreiches System wie das aus Finnland oder Schweden kopiert. Deutsche Politiker glauben immer das Rad neu erfinden zu müssen. Das dauert dann mal eben 30 Jahre und am Ende kommt ein Haufen gequirlter Scheisse heraus. Siehe Rechtschreibreform. Mit der hochgelobten Föderalismusreform geht Bildung endgültig auf die Länder über und garantiert bis zu 16 verschiedene Bildungssysteme bzw. Wertigkeiten in einer Republik. Wenn ihr mich fragt: Wir haben schwer einen an der Waffel in diesem Land….
Alle Kommentare von Michael
53
Natürlich ist es einfach zu sagen, daß Schulsystem ist schuld, oder das Elternhaus, die Politik, oder dieses und jenes…
Sicher prägt auch alles zusammen die einzelne Person in seiner Entwicklung und der Einstellung anderen Mitmenschen gegenüber.
Aber ganz so einfach kann man es sich meiner bescheidenen Meinung nach dann doch nicht machen, wie Rene schon im Kommentar 36 festgestellt hat. Besagter Kommentar von Rene hat mich persönlich im übrigen mehr bewegt, als der eigentliche Artikel.
Ich denke schon, daß es zum größten Teil an jedem selber liegt, “etwas” aus sich zu machen und nicht den Kopf in den Sand zu stecken, zum Dauerkiffer, Schläger oder Ähnliches zu werden.
Und das es funktioniert, hat Rene ja bestens bewiesen.
in diesem Sinne…
Alle Kommentare von lahnix
54
Es waren auf meiner Schule schon in den 70ern die Migranten Kinder, die Terror gemacht haben - und sie sind es noch heute überwiegend.
Das hat nichts mit Rassismus zu tun - es ist ein Fakt.
Und warum sind es die MK?
Weil sie sich nicht anpassen. Aber das sollten sie, genauso wie ich mich in einem anderen Land anpassen muss.
Geh mal als Mädchen im Bikini in Indonesien an den Strand - ei da ist was los… Der kluge Reisende oder (wie es bei uns genannt wird) Austeiger passt sich also an, um Ärger zu vermeiden.
Tun das die Miganten in D? Nein - die wollen das wir uns denenn anpassen und immer schön tolerant bleiben.
Wenn sich das nicht ändert - dann wird es immer schlimmer….
Nicht das wir uns falsch verstehen:
Jeder ist willkommen - wenn er unsere Regeln akzeptiert!
Nicht jammern - handeln!
Alle Kommentare von Peter
55
@rene: war hier gross in der presse: http://www.welt.de/data/2004/09/24/337285.html
http://www.carmilo.de/index.php?showtopic=1979
http://www.google.de/search?hl=de&q=berlin+hartz4+umziehen+100.000
ich glaube nicht das es zufall ist, das es stadtteile gibt wo besondere personengruppen konzentriert sind sondern stadtplanung.
Alle Kommentare von rafa
56
@peter: die passen sich schon an, nur will niemand was mit ihnen zu tun haben, egal wie gut sie deutsch sprechen oder wie sehr sie dem kapitalismus fröhnen … schau doch mal in kreuberg, letztens auf dem mariannenplatz. da spielen 5-10 jährige türkische kids fussball und singen dazu die deutsche nationalhymne … in kreuzberg, wie perfekt sind die schon angepasst und trotzdem will sie keiner haben und sie müssen unter sich bleiben. wir sind die rassisten und grenzen auch die angepasstesten aus, kein wunder das die keinen respekt vor uns haben wenn wir die nicht akzeptieren. ich akzeptier die sogar wie sie sind, ohne das die mir die verfluchte nationalhymne vorwärts und rückwärts singen. so leute wie du sind die wahren schuldigen an der misere. die verdammten vorurteile die nicht aus den köpfen wollen. kein wunder wenn unsere kids deren frust abbekommen.
Alle Kommentare von rafa
57
rafa: danke für die links, interessant, in der tat.
„so leute wie du sind die wahren schuldigen an der misere.“
ich glaube, wir sind alle einen schritt weiter, wenn wir die schuld zunächst mal bei uns selbst suchen.
ich bin mal erster:
Ich bin schuld, weil ich die Kids immer wieder in Schutz und nicht in die Verantwortung nehme.
Jetzt Ihr.
Alle Kommentare von Rene
58
@rafa:
Ach so, alle Migranten passen sich an - aber wir wollen das nicht wahrhaben, oder wie?
Die von dir zitierten Kinder sind eine verschwindend kleine Minderheit.
Es sind ja auch nicht die Kinder, die sich nicht anpassen wollen, sondern deren Eltern, die das zu verhindern wissen…
Und jetzt bin ich natürlich wieder Schuld als Deutscher, das die armen Migranten so benachteiligt werden. Menno…
Kreuzberg? Da wo es in der Oranienstr. kein einziges Geschäft mehr gibt, in dem ich deutsch sprechend einkaufen kann?
Ah ja….
BTW: mich jucken deine Anschuldigungen null, da ich im Gegensatz zu vielen anderen, mit Migranten bestens zusammenlebe…
Alle Kommentare von Peter
59
Rassismus ausmerzen ist viel Arbeit;
mehr davon in einem selbst als auf der Straße.
(http://www.derbraunemob.de)
Alle Kommentare von george
60
Ich weiß nicht.
Gleichzeitig über die generelle Unfähigkeit einzelner Politiker abzukotzen und sich zu fragen, wann diese zum letzten Mal Deutschland wirklich gesehen haben und dann, fast im selben Moment, anzunehmen, dass es so etwas wie einen Bevölkerungsplan gibt, nach dem Teile der Population ghettoisiert werden sollen, erscheint mir unvereinbar.
Ich öffne mal den Bösen Beutel in die generelle Richtung jedweder Aussagen der Marke “Anpassung/Einbürgerung/Akzeptanz”:
Muss ich mich anpassen, um hier leben zu können ? Nein, ich muss per se noch nicht einmal die Sprache richtig beherrschen, die Dynamik in gewissen Firmen ermöglicht das (Beispiel: in jeder Firma, die nach dem Prinzip ‘Bandarbeit’ funktioniert, schließen sich einzelne Ausländer zu Gruppen zusammen, dabei reicht es dann, dass ein einzelner von ihnen den Vorarbeiter versteht, der Rest richtet sich nach ihrem Dolmetscher.. wobei anzumerken ist, dass die Firma diese Menschen eingestellt hat und immer noch einstellt).
Es gibt hier keinen katastrophalen Zustand, überhaupt nicht; dieses System ist tolerant gegenüber Schwankungen.
Zu der Ghettoisierungen: ja, wir haben ähnliche Zustände wie in den amerikanischen Vororten, da sinken ebenfalls die Grundstückspreise angrenzender Immobilien, wenn ‘andersartige’ Familien hinzuziehen.
Dass das dann aber an der Intoleranz der Einheimischen liegen soll, na, ich weiß nicht.
Es gibt da, wie überall, zu viele Faktoren, die einander bedingen könnten oder alle durch etwas vollkommen anderes reguliert werden könnten. Hauptschüler sind im Schnitt ‘dümmer’ als Realschüler, welche im Schnitt wieder ‘dümmer’ sind als Gymnasiasten.
Gynmasiasiten haben im Schnitt mehr Geld zur Verfügung als Hauptschüler, da ihre Eltern im Schnitt mehr verdienen.
Ich kann nicht sagen, ob der IQ etwas mit dem Einkommen zu tun hat, aber zumindest korrelieren diese beiden Werte.
Einen kausalen Zusammenhang kann man dennoch nicht erkennen.
Weiter zu dem Bestreben nach Eingliederung und Anpassung: ich bin kein Deutscher. Ich möchte auch keiner sein, ich gehe lieber den Weg des kleinsten Widerstandes und bleibe bei dem, was ich schon kenne, da, wenn es so etwas wie ein ‘Nationalitätengefälle’ geben würde, man sagen könnte, dass Nationalität a) besser ist als Nationalität b) und das ist für mich nicht erkennbar. Somit: ich scheisse auf die deutsche Staatsbürgerschaft, sie ist für mich (im Moment) unnötig.
Und wenn ich mich bei meiner Sippe durchfrage, fällt die Antwort ähnlich aus.
Dass männliche jugendliche Ausländer einen Zacken aggressiver sind, als die Lokalfauna, liegt auf der Hand.
Aber warum ist das so ? Diesen Monat ist es das System, dass ihnen alle Perspektiven nimmt, nächsten Monat ist es dann die Musik, die sie hören, danach ist es dann wieder ihre Religion, noch später wird es dann zu einer Frage nach dem Zusammenhang zwischen Intelligenz und Aggressivität usf.
Man kann sich auch gleich hinstellen und zugeben, dass man nicht in der Lage ist, genau eine Ursache zu benennen, es gibt viele Faktoren, die Verhalten beeinflussen, keiner dieser Faktoren ist ‘kausaler’ als die anderen.
Bottom line: zu spät, zu spät, alles kommt jetzt zu spät, dieses Land entwickelt sich als Gesellschaft etwas anders als geplant.
Ob jetzt ein Umschwenken oder Umdenken alles kittet, wage ich zu bezweifeln.
Für die späteren Generationen, vielleicht. Für die betroffenen Generationen von heute nicht.
p.s. was das Akzeptieren von Regeln angeht: viele, nicht alle.
Alle Kommentare von wtf
61
ich bin schuld weil auch ich deutschland bin.
http://www.die-unmuendigen.de/unmuendige/selbstda/wir_text/wir__text.html
http://www.kanak-attak.de/ka/flashaudio/mp3/kanak%20attak%20song.mp3
http://www.kanak-attak.de/ka/flashaudio/mp3/kanak%20attak%20song%20acapella.mp3
http://www.kanak-attak.de/ka/flashaudio/mp3/kanak%20attak%20song%20ayalaremix.mp3
http://www.kanak-attak.de/ka/flashaudio/mp3/kanak%20attak%20song%20instrumental.mp3
Alle Kommentare von rafa
62
„mehr davon in einem selbst als auf der Straße.“
Weise Worte, George.
Alle Kommentare von Rene
63
Ich bin vor ca. vier Jahren von einem kleinen Ort bei Königs Wusterhausen nach Berlin (Neukölln) gezogen. Seitdem erlebe ich hier mit meiner Freundin ein freundliches, aber distanziertes Nebeneinander mit einer vorwiegend türkischen Bevölkerung. Annäherung ist von beiden Seiten offenbar nicht erwünscht. Deutsche, die hier wohnen sind vorwiegend gescheiterte Existenzen oder Studenten, die eine billige Wohnung suchen.
Jedoch muss ich sagen, dass ich hier nicht annähernd so viel Stress mit irgendwelchen Krawallbrüdern hatte, wie in Brandenburg. Da brodeln sich in den Pampas Sachen zusammen, die sind nicht mehr feierlich. Das vermisse ich ein bißchen in dem ganzen Medienzirkus.
Es sind nicht nur die türkischestämmigen Deutschen. Das ist ein gesamtdeutsches Problem, meiner Meinung nach ..
Alle Kommentare von teppi
64
Kreuzberg? Da wo es in der Oranienstr. kein einziges Geschäft mehr gibt, in dem ich deutsch sprechend einkaufen kann?
Ah ja….
Das ist doch gelogen. Ich kauf da einmal die Woche ein und kann kein Wort türkisch. Also das sind genau die Vorurteile die wir nicht brauchen.
Alle Kommentare von rafa
65