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Produkte von Tanja Haeusler | 18

oMac


Arbeitslose Babysitterinnen in Peking (Foto © Preetamrai)

Freunde von uns haben sich jüngst mit Kind und Kegel für zwei Jahre gen Peking verabschiedet. Damit sich die Kleinen nach all den Jahren nicht von wildfremden Menschen, die von sich behaupten, ihre Großeltern zu sein, abknuddeln lassen müssen, hat Apple iChat erfunden.

Omas und Opas, die zuvor mit Ach und Krach einen vorgestanzten SMS-Gruss auf den Weg bringen konnten, nahmen sich nun, ob der konkreten Aussicht auf Aussicht, des Internets an.

Und siehe da: innerhalb allerkürzester Zeit wurde der Mittagstisch für zwei Personen plus iBook gedeckt, man zwitscherte ein „Ferkelchen!“, wenn sich am Abendbrottisch auf der anderen Seite des Globus der Jüngste die Nudelsuppe über den Latz kippte, las zum Einschlafen Kinderbücher vor oder bastelte mit den Enkeln Papierflieger.

Umgekehrt fanden die Jungs schlafwandlerisch den Weg zum Rechner, um ihnen widerfahrene Ungerechtigkeiten zu beklagen oder hielten ihr verschrammtes Knie vor den vermeintlich pustenden Bildschirm.

Schön und gut soweit.

Aber wo liegt der elterliche Nutzen, wenn die Omis und Opis zwar zu allem ihren Senf abgeben können, sich jedoch, wenn man sie wirklich mal bräuchte, mit dem 8.000-Kilometer-Argument herausreden?

Obwohl…

„Warum eigentlich nicht?“, dachten sich unsere Freunde, als sie zu einer Party eingeladen wurden, die Lütten aber nicht mitnehmen konnten und auch kein Babysitter verfügbar war.

Die gute Oma E. saß schliesslich, sechs Stunden Zeitverschiebung machen’s möglich, gerade müßig im Garten, zählte die Rosenknospen durch und es machte ihr folglich gar nichts aus, sich den Rechner aufs Tee-Tischchen zu stellen.

Den Kindern wiederum kam es völlig normal vor, im Fall des Falles (Pipi, Krokodile unterm Bett) zum Rechner zu gehen und Oma zu sagen, sie solle doch bitte mal Papa anrufen, damit er abputzen und Amphibien verscheuchen kommt.

Future kann schon auch echt super sein, oder?

P.S.: Die Geschäftsidee für Granny-Net® verschenke ich für ‘ne Kiste Müggelsee-Wasser!

Tanja Haeusler 20.07.2006 um 22:35

Produkte

Du kannst kommentieren, oder einen Trackback von deinem Blog aus setzen.


18 Kommentare

  1. 01

    Philipp himself:

    Was es nicht alles gibt in unserer schönen Informations-Gesellschaft.

    20.07.2006 um 22:44 | Antworten
    Alle Kommentare von Philipp himself
  2. 02

    André Fiebig:

    Schöne Geschichte.

    Ist die echt, oder auf Grund des Flickr-Bildes entstanden? ;-)

    20.07.2006 um 22:45 | Antworten
    Alle Kommentare von André Fiebig
  3. 03

    Schneyra:

    Und wo ist der Flaschenöffner?

    Sorry, aber der MUSSTE sein :-) Ist mir als allererstes durch den Kopf gegangen…

    20.07.2006 um 22:46 | Antworten
    Alle Kommentare von Schneyra
  4. 04

    Tanja:

    André, sowas denkt man sich nicht aus. Klar stimmt die story!
    Danke, Schneyra für Gegacker um kurz vor Elf!

    20.07.2006 um 22:53 | Antworten
    Alle Kommentare von Tanja
  5. 05

    stralau:

    Hut ab!

    20.07.2006 um 23:15 | Antworten
    Alle Kommentare von stralau
  6. 06

    Moritz Petersen:

    Pffffff. Wie oft wird diese Story denn noch recycled?

    21.07.2006 um 00:55 | Antworten
    Alle Kommentare von Moritz Petersen
  7. 07

    mac:

    Sehr nette Story.

    Als ich das letzte Mal vor 10 Jahren in San Francisco war, lagen neben der Zeitverschiebung auch noch Welten zwischen SF und Deutschland. Heute ist aufgrund von Skype, Blog, Email und Flickr die Entfernung zwischen den beiden Orten ungefähr auf einen Katzensprung geschrumpft…

    21.07.2006 um 02:15 | Antworten
    Alle Kommentare von mac
  8. 08

    Jakob:

    Ja, ich habe auch kein wirkliches Problem mit der Zeit, hier in China. Ab drei Uhr mittags meiner Zeit kann ich in Deutschland anrufen, bis 3 Uhr nachts. Da gewöhnt man sich ganz schnell dran. Und wie mac schon sagte: Skype, Blog und eMail erledigen den Rest… ;)
    Aber die Story ist witzig! Ich wollte meinen Eltern auch eine iSight aufschwätzen, damit wir an Weihnachten live zusammen feiern können - aber letzten Endes sass ich dann in einem Restaurant und habe mich betrunken. Hihi.

    21.07.2006 um 03:51 | Antworten
    Alle Kommentare von Jakob
  9. 09

    martin:

    Echte Großeltern auf dem Bildschirm? Wo lebt Ihr denn?! Schön, wenn man Geschichten aus der guten alten Zeit liest. … “Lyria Populana, du legst sofort die Knarre hin!” … “Wie bitte? Was Leben und was Tod ist? Du stellst vielleicht dumme Fragen!” Ich glaube, Die nächste Form von psychischen Störungen wird nur noch durch die Fehlermeldungen der Computer definiert. Solange der Rechner nicht spinnt, ist alles normal.

    21.07.2006 um 08:52 | Antworten
    Alle Kommentare von martin
  10. 10

    vince:

    Klasse Geschichte .. haben die das tatsächlich so durchgezogen?

    Vor allem überrascht mich die Fertigkeit der alten Menschen. Meine Mutter bekommt es nicht mal hin die Rolladenschalter zu programmieren .. obwohl das vielleicht auch nur Faulheit ist. Mit 60 sollte man das eigentlich noch hinkriegen.

    21.07.2006 um 09:04 | Antworten
    Alle Kommentare von vince
  11. 11

    Holzauge666:

    Besser echte Großeltern auf dem Bildschirm als echte aber leider auch tote Großeltern am Friedhof.

    21.07.2006 um 09:08 | Antworten
    Alle Kommentare von Holzauge666
  12. 12

    alecks:

    für mich war chatten jahrelang eine sache die ich nicht wirklich mochte.
    nachdem ich nun schon längere zeit in china lebe habe ich das aber sehr zu schätzen gelernt.
    ich chatte regelmässig mit der ganzen familie und mit freunden (beide verstreut in europa [also chatten nicht nur nach d-land]).
    apple-to-apple mit bild.
    apple-to-windows leider nur schriftlich.
    8000 kilometer distanz, trotzdem ist eine unterhaltung in fast echtzeit möglich.
    toll!
    ich glaube sogar das diese art sich zu kontaktieren erheblich dazu beiträgt das man sich wieder und vor allem öfters unterhält und “sieht”.
    trotzdem: nichts kann ein herziges in den arm nehmen und drücken ersetzen (schon gar nicht ein computer)!

    21.07.2006 um 09:23 | Antworten
    Alle Kommentare von alecks
  13. 13

    Joern:

    Schöne Geschichte. Mir wäre es allerdings zu aufwendig, dafür extra (zwei?) Macs zu kaufen ;-)

    21.07.2006 um 10:42 | Antworten
    Alle Kommentare von Joern
  14. 14

    Filzo:

    …Krokodile sind allerdings keine Amphibien.
    *scnr*

    21.07.2006 um 12:05 | Antworten
    Alle Kommentare von Filzo
  15. 15

    Kunar:

    Krokodile sind Reptilien, keine Amphibien. Früher lernte man so etwas in der Schule oder aus “Was ist Was”-Büchern, heute gibt’s die Wikipedia.

    21.07.2006 um 12:23 | Antworten
    Alle Kommentare von Kunar
  16. 16

    Filzo:

    Ich habe trotzdem noch ca. 40 ‘Was ist Was’ Bücher, auch wenn ich mittlerweile Wikpedia den Vorzug gebe :)

    Verdammt heiß hier.

    21.07.2006 um 12:50 | Antworten
    Alle Kommentare von Filzo
  17. 17

    bosch:

    Supersache - hoffentlich geht das in China durch die Zensur.

    21.07.2006 um 13:17 | Antworten
    Alle Kommentare von bosch
  18. 18

    Johnny:

    Verdammt… dann sind das da oben womöglich auch gar keine… Babysitterinnen? ;)

    21.07.2006 um 18:03 | Antworten
    Alle Kommentare von Johnny

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