You tube my space, flickr? Com!


(Foto © swanksalot)

Seit Wochen geht mir eine Frage durch den Kopf. Sie lautet: Bin ich eigentlich bescheuert?

Richtigerweise müsste die Frage „Sind wir eigentlich bescheuert?“ lauten, doch erstens ist es anmaßend für ohnehin schon schwer definierbare Gruppierungen zu sprechen und zweitens macht die Eingangsformulierung mehr her.

Für diesen Text lasse ich die mir persönlich bekannten Personen außen vor, deren Antwort auf die Frage „Ja!“ lautet und erkläre lieber, was ich meine. Ausgelöst wurde die Frage durch die sowohl positiv als auch negativ faszinierende Diskussion um das, was „Web 2.0″ sein könnte, manifestiert hat sie sich jedoch erst nach der nicht unanstrengenden Lektüre von Geert Lovinks Artikel „Zugriff verweigert“, nachzulesen in der Jungle World.

Mir geht es mit Lovink so wie es Ix mit Diederichsen geht (und mir geht es auch mit Diederichsen so wie es Ix mit Diederichsen geht): Ich habe viele Texte von ihm begonnen und keinen einzigen, mit Ausnahme des oben verlinkten natürlich, bis zum Ende lesen können und mögen, zu vertrackt und akademisch sind mir diese Texte und Gedankengänge und zu oft schweift er ab.

Aber ich schweife ab.

Eine der 193 Thesen, die Lovink im Text aufstellt, interpretiere ich wie folgt:

Der „Segen“ von Web 2.0, Social Networks, Medienumwälzung, „Graswurzel“-Dies und Das… alles Blödsinn. Denn solange mit der Veränderung von Produktionsmethoden und -möglichkeiten nicht auch neue ökonomische Modelle einhergehen, solange wird sich gar nichts ändern. Das Geld nämlich, das nunmal, like it or not, einen erheblichen Einfluss auf unser Leben im Kapitalismus hat, wird weiterhin dort verdient, wo es schon immer verdient wurde: Bei den Aggregatoren der Inhalte, nicht bei den Produzenten.

Lovink zitiert für diese These u.a. einen Blogger namens Oso, seines Zeichens Lateinamerika-Redakteur bei Global Voices:

Aggregatoren sind besser mit Kapital ausgestattet als die Produzenten von Inhalten. Wir treiben in einem Meer aus Lärm umher und sind von den Inseln der Aggregation abhängig (Digg, Google News, del.icio.us/popular, Newsvine, Boing Boing, Global Voices), die uns zu den Perlen führen. Unsere Abhängigkeit von diesen Webseiten sichert ihnen ihre Finanzierung (durch Investoren, Fördergelder oder Anzeigen). Die Leute hingegen, die den tatsächlichen Inhalt, das Herz der Artischocke schaffen, gehen leer aus.

Kurze Pause. Zeit für ein „Na und? Ich blogge, weil’s mir Spaß macht, das ist ein Hobby, kein Beruf!“. Schön und gut. Point taken. Kann man machen. Man kann sich aber auch mal die Zeit für ein paar beispielhafte Überlegungen der o.a. These nehmen und damit vielleicht wenigstens eine spannende Diskussion einleiten:

a) Die Wikipedia.

Eines der spannendsten, engagiertesten und nützlichsten Projekte im Internet. Jeder teilt sein Wissen mit dem Rest der Welt, alle Inhalte stehen unter der GNU Free Documentation License, einer mit deutschem Recht nicht einmal kompatiblen Lizenz, die u.a. die kommerzielle Nutzung erlaubt.

Dass die Autoren der Wikipedia an einer möglichen kommerziellen Nutzung ihrer Texte nicht monetär partizipieren würden, stört die Autoren bisher nicht, denn jedem ist klar, wie unmöglich ein Abrechnungssystem wäre und alle arbeiten zunächst für die freie Version, die online und auf günstigen Datenträgern zur Verfügung steht. Bisherige gedruckte Ausgaben werden von einem seriösen Verlag veröffentlicht, mit dem die Zusammenarbeit gut zu laufen scheint und dem man keinerlei unmoralische Ziele unterstellen mag. Dass dort irgendwann auch ein wenig Geld hängen bleiben könnte sollte niemanden entrüsten, im Gegenteil.

Was würde aber passieren, wenn die regelmäßige Sonntagsbeilage der BILD AM SONNTAG eine in feinem Leder gebundene und damit wohnzimmertaugliche Serie von Enzyklopädie-Bänden wäre, deren Inhalte sich ausschließlich aus der Wikipedia speisen? Wer von den engagierten Wikipedia-Autoren hat Lust, mit seiner ehrenvollen Arbeit für erhöhte Umsätze beim Axel-Springer-Verlag zu sorgen?

b) Open Source Software

Wie gut kann eine Software sein, die von nicht in einem Unternehmen gebündelten Menschen erstellt wird und an der theoretisch jeder Coder mitarbeiten kann? Ganz außerordentlich gut! So außerdordentlich gut, dass sie u.a. den Kern der meisten Webserver bildet. Als Coder, der aktiv an Open-Source-Projekten beteiligt ist, hat man neben viel Arbeit auch Spaß und einen guten Stand in der Community. Man ist ehrenamtlich dabei, da man an die Idee glaubt, weil Open Source den Konsumenten freie Alternativen zu den Produkten der Großkonzerne bietet und weil schließlich niemand damit Geld verdient.

Niemand?

c) Blogs

Eine der großartigen Eigenschaften von Blogs ist, dass man sie nicht startet um damit Geld zu verdienen. Denn selbst wenn das klappt, ist der Weg dorthin lang und beschwerlich und sogar von Zufällen gesäumt, auf die sich Geschäftsleute ungern verlassen. Nein, mit Blogs lässt sich kein Geld verdienen.

Es sei denn, man ist Google und verdient Millionen mit der Werbung auf unzähligen Blogs. Oder man ist technorati oder Bloglines und kann den Service der Aggregierung und Auswertung von Bloginhalten als Dienstleistung an Unternehmen verkaufen (eine Vermutung von mir).

d) Creative Commons

In Zeiten von Urheberrechtsgesetzen, die dem digitalen Zeitalter sträflich hinterherhinken, bieten CC-Lizenzen eine begrüßenswerte Alternative für eine neue und bisher einzigartige Parallelkultur und offerieren Kreativen jeder Gattung mehr eigene Kontrolle darüber, wie und wo und in welchem Rahmen ihre Inhalte genutzt werden dürfen.

Ob CC-Lizenzen über ausreichende rechtliche Grundlagen in den jeweiligen Ländern verfügen und vor allem, wer ihre Einhaltung garantieren und im gegebenen Fall verfolgen könnte - darüber herrscht Unklarheit.

Derweil erstellen wir in unseren Blogs (die ohne CC-Lizenzen nicht möglich wären), mit unseren Podcasts und unseren Fotos munter freie Inhalte, von denen sicher alle Internet-Nutzer (also auch wir selbst) kulturell profitieren, die sich jedoch in den Händen der mit Kapital ausgestatteten Unternehmen (flickr/Yahoo, YouTube, Apple etc.) schon jetzt oder in naher Zukunft in bare und vielstellige Münze verwandeln. Wir schimpfen über Blogger, die sich einen Tausender von Opel abholen und schicken gleichzeitig unsere „freien“ Songs zu MySpace, einem Portal, das von einem Marketing-Unternehmen gegründet wurde, inzwischen einem der größten Medienkonzerne der Welt gehört und bei dem man vor lauter Werbung unsere tollen freien Songs nicht mehr findet.

Und um das noch absurder zu machen, widerstrebt uns sogar jede eigene kommerzielle Auswertung unserer Inhalte, gerne sehen wir jedoch dabei zu, wie das Dritte für uns übernehmen. Für die wir kostenlos Werbung betreiben.

Sind wir eigentlich bescheuert?


108 Kommentare

  1. 01

    Matthias (aus Dresden):

    Darf man dir in jedem Punkt zustimmen oder wäre das verwerflich im Sinne derer, die eben nicht diese Meinung teilen?

  2. 02

    leo:

    Wem gebe ich meine mühselig erarbeiteten Daten (nicht die persönlichen)?
    Muss ich bei Blogger bloggen, muss ich meine Songs beim unsäglich langsamen Myspace hosten, muss ich meine Bilder beim ebenfalls langsamen Flickr hosten? Oder ist mir eine schnelle Infrastruktur und verhältnismässig mehr Kontrolle über meine eigenen Daten wert, ein paar Euro pro Monat zu investieren und mich etwas mehr in die Technik zu vertiefen? Will ich vielleicht stattdessen lieber selber Geld damit erwirtschaften? Muss ich Staatsorganen und Werbern perfekte Schnittstellen bieten, oder lasse ich sie lieber an meiner eigenen kruden Programmierweise verzweifeln? ;)
    Ich bin froh, dass du das Thema aufwirfst. So langsam wird’s Zeit!

  3. 03

    Johnny:

    Matthias, keine Ahnung. :)

    Es ist natürlich alles nicht so leicht, wie ich es hier darstelle, aber ich finde es spannend den allgemein gültigen Status Quo mal wieder zu überprüfen und sich zu fragen, was hier gerade passiert. In kultureller, aber auch in wirtschaftlicher Hinsicht.

  4. 04

    Fleischn:

    Seltsam, genau darüber habe ich mir ebenfalls öfter schon Gedanken gemacht. Da frage ich mich eigentlich nur, warum ich so bescheuert bin und nicht selber Inhalte anderer Menschen “vermarkte” und einfach an die Börse gehe.

    Bescheuert…

  5. 05

  6. 06

    Tim:

    Und dann geht man mal auf die “Webmontage” und findet dort entweder Leute, die an dem Aggregieren selber verdienen wollen, oder es geht nur um Technik Ajax, Ruby, Mahups, und die optimale Programm-Schnittstellen.

    Die wichtigen Fragen, wie die hier gestellten bleiben aussen vor.

  7. 07

    Matthias (aus Dresden):

    Also ich hab mich mit Diensten wie myspace, flickr, youtube etc. noch nicht anfreunden können.
    Ist mir irgendwas für faule Leute die keinen eigenen Webspace betreiben möchten, aber auf ihre 5 Minuten Ruhm nicht warten können.
    Irgendwie mag ich Web 2.0 wohl nicht gänzlich verstehen wollen.
    Die Wikipedia ist ok, aber benanntes Beispiel zur Vermarktung der Wiki wäre mir persönlich ein Grauen. Genauso wie die Sache wenn es um Eintragungen von lebenden Personen bzw. Personen deren Zustimmung man nicht dazu hat geht.

  8. 08

    Michael l:

    *Benachrichtigung aktiviert*
    (Wäre cool, wenn man das mal bald auch ohne Kommentar machen könnte ;) )

  9. 09

    frieder:

    Ihr produziert hier freie Inhalte. Aber Spreeblick tritt doch genauso als Aggregator auf:
    Ihr sammelt und konzentriert Aufmerksamkeit. Klicks.
    Monetär wirkt sich das dann durch Einladungen zu Konferenzen, Interviews, Angeboten von EA,… aus.
    Interessant ist ja, dass ihr damit praktisch eine Mittelstellung einnehmt: Produzent und Aggregator in einem.
    Also lässt sich mit c) Blogs doch Geld verdienen.

    Oder?

  10. 10

    Lusiol:

    Das ist nun mal die Natur der Dinge. Es gibt ein riesiges Angebot, die Aufmerksamkeit fächert sich dementsprechend auf. Jeder darf etwas sagen, aber nicht jeder muss auch zuhören.
    Geld verdienen kann mit Inhalten nur, wer als einzelner enorm viel Aufmerksamkeit auf sich vereinen kann (der “Hitschreiber”), oder eben der Aggregator, der von den unzähligen Nischenangeboten profitiert nach dem Motto “Kleinvieh macht auch Mist” (siehe auch “The Long Tail” http://www.wired.com/wired/archive/12.10/tail.html).

    Konsequenz? Entweder man versucht sich am Hit (Spreeblick ist auf dem besten Weg dorthin) oder man gibt sich aus Spass an der Freude seiner Nische hin.

    Das Internet hat insofern zu einer faireren Verteilung der Aufmerksamkeit beigetragen, als dass es nicht mehr nur die “Hits” gibt, sondern auch die Nischen - und damit das Business-Modell der Aggregatoren geschaffen. Ein Fortschritt allemal.

  11. 11

    Mathias Richel:

    Lieber Johnny

    in diesem Zusammenhang hätte ich gern noch dein Kommentar im Bezug auf MySpace & Murdoch, im Vergleich zu Plattenfirmen & GEMA/etc gelesen. Weil der passte hier auch sehr gut.

    Beste Grüße
    Herr Richel

  12. 12

    johnny:

    Das stimmt, Spreeblick ist auch schon irgendwie Aggregator geworden. Da das nicht geplant war, müssen wir jetzt überlegen, wie man damit umgeht.

  13. 13

    kosmar:

    klar sind wir bescheuert. es geht ja im grunde sogar noch weiter.
    stell dir mal vor du stellst einen blog also unter eine cc lizenz, sagen wir mal by-nc, das heisst niemand darf was an deinen inhalten ändern, und kommerziell nutzen geht auch nicht (nc = non commercial).
    und dann kommt die suchmaschinen deiner wahl, indiziert dich, aggregiert dich, zeigt dich auf serps. und drumrum anzeigen und so. klar. und was hat dir deine nc-lizenz dann gebracht, ist das etwa nc? und unverändert ist dein inhalt auch nicht mehr unbedingt.
    gleichzeitig willst du aber auch gefunden werden … da man könnte auch mit fair use der suchmaschine argumentieren. aber seit wann stellt eine suchmaschine ihr geschäft auf fair use auf?
    dilemma schon an dem punkt der ganzen aggregiererei.

  14. 14

    leo:

    Ich habe nichts gegen Aggregatoren, aber das Mass der mitschwingenden Gefühlskälte spielt für mich eine entscheidende Rolle.

  15. 15

    ~thc:

    was man meint zu dürfen und was man dann tatsächlich tut

    falls ein kommerzielles unternehmen wie der springer-verlag versuchen würde, ein über spenden finanziertes projekt wie die wikipedia für den eigenen marktvorteil auszunutzen, würde ein sturm der entrüstung losbrechen. obwohl im kern marktwirtschaftlich “sinnvoll” wäre der zunachst immaterielle (das ansehen) und dann der materielle (sinkende auflagen) verlust nicht tragbar. heuschrecken im saubermannkostüm reißen sich letzteres nicht so gern vom leib.

    ansehen

    ich glaube, dass die programmierer von open source software nichts dagegen haben, wenn jemand mit ihren produkten geld verdient - solange z.b. die gpl gewahrt bleibt. der immaterielle lohn der ganzen mühen und vielen stunden programmierarbeit ist, ein produkt erzeugt zu haben, das ansehen genießt und von vielen tausend nutzern als nützlich, sinnvoll und schließlich “unverzichtbar” erachtet wird.

    umworben

    ein/e blogger/in wird in der mehrzahl aller fälle nicht deswegen bloggen, weil er/sie geld damit verdienen möchte, sondern aus eigenem interesse. ob dann später google ad-words dazugestellt werden, obliegt der/m blogger/in selbst. wenn man auf keinen fall möchte, dass die eigenen inhalte von anderen kommerziell genutzt werden, stellt man sie nicht offen ins web. punkt.

    halbwissen

    ich habe vor vielen jahren einmal einen beitrag in einer mailingliste gepostet, der es ins faq dieser liste schaffte und mit etwas übung per google auffindbar war. mal fiktiv angenommen, ich hätte damit mehreren administratoren großer konzerne unter die arme gegriffen und viele stunden arbeit und/oder viele stunden serverausfallzeit abgewendet. dann hätten dicke konzerne mit meinem wissen bares geld verdient. ich würde es nicht wissen können, da ich wohl kaum entprechende rückmeldungen bekommen würde. wenn man etwas offen ins netz stellt, muss man damit leben können.

    doppeldenk

    wann immer ich als aktiver nutzer des web auf dienste wie youtube oder flickr stosse, ist die erste frage, die in meinem kopf auftaucht “und wer bezahlt das alles?”. die server, die software, die wartung, die web-anbindung etc. das fällt doch nicht vom himmel. ich jedenfalls wundere mich dann kein bisschen über werbung, data mining, gold-membership und den ganzen müll. bloggern, die mit etwas werbung dazuverdienen, vorwürfe zu machen, ist das klassische messen mit zweierlei mass. für so etwas gibt es schließlich adblocker.

  16. 16

    scholt:

    Ich denke bei Blogs kommt es nicht nur auf den Inhalt an sondern auch wer das Blog liest.

    An OpenSource Projekten können aber - zumindest theoretisch - auch die Coder selber verdienen. Wenn ein Unternehmen sich entschließt die Software zu verwenden aber noch Anpassungen benötigt sind nunmal die Autoren der Software die besten Ansprechpartner da sie sich mit dem Code am besten auskennen.

  17. 17

    scholt:

    @~thc (15) ich glaube über das Ansehen brauch sich ein Unternehmen wie der Springer Verlag keine Gedanken machen, und ich glaube nicht das deren Auflage sinken würde wenn sie irgenwo klauen. (auch wenn das nur ein Argument in diesem speziellen Fall ist)

  18. 18

    Oliver Wagner:

    Interessante Diskussion. Allerdings fehlt mir ein Aspekt.

    Wenngleich wir Tools wie flickr, delicious oder dergleichen nutzen, so ist die Motivation dabei nicht nur, vielleicht nicht mal primär, den eigenen Content dort zu publizieren (und so zur Aggregation freizugeben), sondern vielmehr das sichern der eigenen Daten, das zur Verfügung stellen für einen bestimmten Kreis von Personen/Freunden.

    Zusätzlich können diese Aggregatoren dabei noch die Funktion eines Filters ausüben. Sie trennen für mich Signal von Rauschen und führen mich zu Inhalten Dritter, die für mich (anhand meiner Inhalte/meines Netzwerkes/meines Verhaltens im System …) relevant sind und die ich so vielleicht nie gefunden hätte.

    Würde jeder also nur auf seinem eigene Server publizieren, würden uns diese Punkte der Vernetzung und des sozialen Filterings abhanden kommen.

    Es gilt aus meiner Sicht also abzuwägen, wie gut das Angebot, der Nutzen eines Produktes ist, bevor ich meine Inhalte einstelle. Sehe ich keinen Mehrwert darin (für mich persönlich oder mein Umfeld oder grundsätzlich für alle - siehe Wikipedia), werde ich es nicht machen.

  19. 19

    bby:

    a) ich hätte weniger Probleme damit, daß ein von mir der Wikipedia/WikimediaCommons zur Verfügung gestelltes Bild mit korrekter Quellenangabe in der Bld erschiene, als mich für 500 Euro pro Bild diesem Moloch zu verkaufen. Ersteres würde ich als doppelt positive Reputation auffassen, letzteres als negative.

    b) an OpenSource beteilige ich mich aus persönlichem Interesse und um dann damit indirekt Geld zu verdienen. Theoretisch kann zwar jeder z.B. ein offenes CMS einrichten und verwalten, in der Praxis mangelt es dann aber an Zeit und Basis-KnowHow. Und hier sind dann an der Entwicklung beteiligte die gefragtesten. Und ich freue mich über jeden, der es selbst schafft ein freies Programm zu verstehen und zu nutzen, bin ich doch eigentlich faul.

    c) ich blogge weil ich es kann. Weil ich schon immer (na ja, über zehn Jahre zumindest) E-Mail Verteiler für alles war was heute Blogs ausmacht. Wo ich früher überlegte wen eine im Netz gefundene Information alles interessieren könnte, akzeptiere ich heute den Streuverlust eines Blogs und habe so weniger Arbeit. Wie gesagt, ich bin faul. Wer das dann nicht liest ist selber schuld, weiß ich doch auch nicht ob er es per Mail wirklich gelesen hätte. Und wenn sich ein “Fremder” an meinem Blog erfreut hat das auch was von Guter Tat. Ich werde wohl wahrscheinlich kein Geld mit dem Blog verdienen, aber die Erfahrungen die ich dabei sammle werden mir irgendwann sicherlich auch was bringen. Und wenn nicht hat es wenigstens auch Spaß gemacht.

    d) ich veröffentliche alles was nicht durch einen Auftrag entstanden ist (Fotos, Videos, Texte) unter CC (by-nc) weil ich meinen Spaß weitergeben will. Will jemand direkt mit meinen Inhalten Geld verdienen will ich was davon abhaben. Bei einem flickr-Bild hat das auch schon funktioniert. Und wenn jemand schlau genug ist indirekt Geld zu verdienen wie z.B. flickr, gönne ich es ihm. Ich habe schließlich auch was davon.

    und bescheuert war ich schon vor dem Internet.

  20. 20

    Henning:

    Sehr interessante Diskussion.
    (Und auch ich will eigentlich nur die Benachrichtigung aktivieren.)

  21. 21

    Walljet:

    Richtig! Wir sind alle bescheuert. Deshlab produzieren wir auch für YouTube solche Filme: http://www.youtube.com/watch?v=2B3S2g1Z5Jo Oder hast Du nicht gewusst, dass man mit dem Internet auch Geld verdienen kann ;-)

  22. 22

    georg:

    Wenn ich hier lese und kommentiere, helfe ich dem Spreeblick, Geld mit Reichweite zu verdienen. Im Gegenzug gibt es interessante Inhalte.

    So wie andere vielleicht Aggregationsplattformen besuchen, weil es nützlich für sie ist. Die aggregierten Inhaltelieferanten profitieren von zusätzlicher Reichweite oder vielleicht sogar in Zukunft von Revenue Shares in Werbeumfeldern.

  23. 23

    scholt:

    @bby (19) so ein Zufall kommen ja quasi aus der gleichen Gegend ;) aber: veröffentlichst du Videos auf YouTube? Laut AGB gehört doch alles was dort hochgeladen wird denen.

  24. 24

    bby:

    @scholt YouTube gehört nicht alles, aber sie dürfen mit den Inhalten machen was sie wollen. Und nein, ich veröffentliche nicht bei YouTube, genau deswegen.

  25. 25

    Stefan Ramone:

    Diverse Gedanken, die mir zu dieser Thematik durch den Kopf schwirren:

    - Ja, wir sind bescheuert. Es wäre doch nur gerecht (Ha! Who cares about Gerechtigkeit?), die Content-Lieferanten am großen Topf teilhaben zu lassen. Nun könnte man sagen, OK, ihr bekommt ja schon den ganzen Webspace für Eure Flickrbildr oder Euren MySpace-Account - Geldwerter Vorteil! Bei Google zu suchen kostet auch nix.

    - Modelle? Keine Ahnung. Nur eine Befürchtung: wenn flickrn oder Myspacen für den einfachen Content-Lieferanten _direkt_ finanziell lukrativ werden würde, wären diese Dienste ruck, zuck, zugespammt und völlig unattraktiv für User Du und Ich… Also hat der Staus Quo auch Vorteile.

    - aber es geht doch um etwas vieeeel größeres (langer Artikel aus Wired)

  26. 26

    micha:

    Ich hab nichts dagegen wenn die Aggregatoren wie Flickr, Youtube und Co. Geld durch das “verwerten” fremder Inhalte verdienen. Allerdings sollte sich der Aggregator natürlich nicht zuviel “rausnehmen” und die Nutzer der Dienste zuvorkommend behandeln und auch etwas “zurück geben” - Dienste weiter ausbauen, neue Kapazitäten schaffen usw.

  27. 27

    Lusiol:

    @Stefan Ramone (25): Stefan, die Content-Lieferanten sitzen doch am grossen Topf, aber es sitzen halt so viele am grossen Topf, dass für die meisten nur ein kleines Schlückchen drin ist.
    Jeder kann z.B. Google Ads auf seiner Web-Seite platzieren, aber Geld verdient nur der, der mehrere zehntausend Seitenaufrufe pro Tag hat (und natürlich Google als Aggregator der Millionen Mini-Produzenten, die nicht mal 5 Seitenaufrufe bekommen).

  28. 28

    LoK:

    Johnny: du kannst ja Deine Blogs auch mal in Form eines Buches “aggregieren” und damit Geld verdienen.

  29. 29

    Filzo:

    Guter Text - hat mich mal zum Nachdenken angeregt…

    Eine Kleinigkeit hab’ ich allerdings auszusetzen: Open Source Software ist nicht zwangsweise auch frei!

  30. 30

    Armin:

    Man ist ehrenamtlich dabei, da man an die Idee glaubt, weil Open Source den Konsumenten freie Alternativen zu den Produkten der Großkonzerne bietet und weil schließlich niemand damit Geld verdient.

    Autsch. Mit der Aussage habe ich so einige Probleme.

    Ein sehr sehr sehr grosser Teil der Open Source Programmierer ist nicht ehrenamtlich dabei, das sind Angestellte von diversen grossen Firmen die dafuer freigestellt werden/wurden.

    Ein sehr grosser Teil der Mozilla Entwickler waren Netscape (und damit AOL/Time Warner) Angestellte. Inzwischen duerften die meisten bei der Mozilla Foundation angestellt sein. Ich glaube so einige Open Source Entwickler arbeiten fuer Intel, unter anderem da Intel Interesse daran hat dass Open Source Software auf Intel Prozessoren gut laeuft. AMD duerfte aehnlich sein. OpenOffice? Da duerfte ein Grossteil der Developer bei Sun arbeiten. Google duerfte so einige haben die an Open Source Projekten mitarbeiten, macht sich ja gut wenn man nichts boeses tun will und ausserdem die Software in GooglePacks anbieten kann. IBM duerfte hunderte wenn nicht sogar tausende Leute haben die an Open Source Software mitarbeiten. Usw, usf, etc, pp.

    Klar, es gibt auch einige die es ehrenamtlich machen, aber ohne die Unterstuetzung vom “Big Business” waere Open Source bei weitem noch nicht wo es heute ist.

    Allerdings stimmt es ansonsten schon, mit der Software verdient niemand Geld direkt, sondern nur mit dem Service drumherum. Aber ist das nicht oft so, dass Leute mit einem Service um ein Produkt herum Geld verdienen? Sei es weil die Leute die Zeit oder das Wissen nicht haben, sei es weil sie es sich leisten koennen andere die Arbeit machen zu lassen.

  31. 31

    SimSullen:

    mir ist zu den angesprochenen diensten gerade der etwas schräge vergleich zu mikrowellenmenüs eigefallen… convenient eben. wenn ich einige meiner fotos auf flickr schmeiße dann aus einer mischung aus faulheit (den ganzen krempel mal eben in den uploadr zu pasten ist selbst mir nicht zu anstrengend), pragmatismus (würde ich die bilder auf meinem eigenen webspace veröffentlichen wäre es ungleich komplizierter sie einer großen anzahl potenziell intersessierter schnell auffindbar und nutzbar zu machen - und damit meine ich eher blogger als bildredakteure) und mehr oder weniger bewußter naivität (die relativ konsequente cc implementierung bei flickr lässt mich glauben die meinen das ernst was bei bspw. bei youtube und myspace schon wieder ganz anders aussieht). und das die den service nicht für nöppes anbieten ist ja klar, aber wer sich mal die preise für mikrowellenmenüs angeschaut hat bracht auch gute argumente sich nicht selbst an den herd zu stellen.
    macht das sinn? keine ahnung.
    generell hast du aber völlig recht, daß man nicht aufhören sollte ein kritisches auge auf die situation zu haben und immer mal wieder einen schritt zurück zu treten um sich den ganzen publishing wust mal als ganzes zu betrachten.
    jetzt mal ganz trocken, was war deine erste adresse als du nach einem freshen titelbild für diesen artikel gesucht hast… und wo hast du es schließlich gefunden

  32. 32

    Fuchs:

    Für mich ist das ganze ein symbiotisches System, in dem sich Inhalteanbieter/produzenten und Aggregatoren hervorragend ergänzen.

    Das System ist dabei nicht wirklich neu, denn in den Medien wird es schon seit Jahrzehnten so gehandhabt. So profitieren Nachrichten-”Erzeuger” selten monetär; das Geld verdienen zunächst Agenturen und später die Verteiler. Ähnlich sieht es bei Leserbriefen, TV- und Radio-Talks, Vereinen etc. aus.

    Trotzdem erzielen auch die Produzenten einen Gewinn. Ein paar Stichworte, die mir dazu ohne weiter nachzudenken einfallen wären Unterhaltung, Spaß, Aufmerksamkeit, Anerkennung, Erfahrung.

    Darüber hinaus kann man als “Erzeuger” mit den eigenen Inhalten im Web (2.0) durchaus auch Geld verdienen, sei es durch das Einbinden von Werbung oder aber auch indirekt durch das Knüpfen von Kontakten. Tatsache ist, dass das Internet ohne Aggregatoren nicht funktionieren könnte, denn ohne Auffindbarkeit von Inhalten, kaum Konsumenten und daraus folgend auch kaum Inhalteproduzenten.

    Ein aktueller Fall, der zum Thema passt, ist die belgische Copiepresse gegen Google, in dem der Inhalteproduzent eben genau das verlangt, was oben angedacht ist. Sie wollen etwas vom Google-Kuchen abhaben, vergessen allerdings, dass sie das indirekt schon lange tun. Dazu ein paar interessante Gedanken und Argumente von Danny Sullivan auf Search Engine Watch.

    PS: Warum kann kann ich die href= URI im Link nicht in Anführungszeichen setzen?

  33. 33

    SimSullen:

    achtung: der letzte satz meines obigen kommentars ist klugscheißer content und nicht soo ernst zu nehmen! ;)

  34. 34

    Daniel:

    Ich kann mich meinem Vorredner nur anschließen. Auch meine Erfahrung sagt, dass nicht direkt mit der Software, sondern mit dem Know-How und vor allem der Zeit, diese einzusetzen also anzupassen, Geld verdient wird.
    Sehr interessante Gedanken auf jeden Fall… (weiter so)

  35. 35

    Tanzpartner:

    Sage ich schon lange dass in der “Freiheit” eine ganze Menge Hipocracy steckt.

    Danke für’s Formulieren!
    Hans

  36. 36

    Felix:

    Wem schadet es denn, wenn mit “Web 2.0″ Geld verdient wird?

  37. 37

    kornecke:

    Uhm, ich sehe das Problem so nicht. Die ‘kleinen’ (im Falle von open-source Software sind esja, wie schhon bemerkt, oft keine unbezahlten kleinen Nerds) Content-Produzenten und die ‘großen’ Aggregatoren gehen quasi eine Symbiose ein. Die einen können nicht ohne die anderen.

    Der Unterschied ist, dass es für die einen ein Business ist und für die anderen ein Spaß. Kein Blogger oder Wikipedia-Autor macht das, was er macht um Geld zu verdienen; er hat andere Motivationen, die sich im weitesten Sinne als ‘Spaß’ verstehen lassen. Die Aggregatoren stellen eine Plattform bereit (wieviele der heutigen Blogs gäbe es, wenn jeder seine eingene Domain betreiben, eigene Software installieren etc. müsste? 10 Prozent?) und verdienen daran. Die ‘Nutzer’ haben Spaß und im besten Fall ihre 15 minutes of fame. Aber ohne die Aggregatoren würde web2.0 nicht funktionieren. Und ohne den Content wären die Aggregatoren natürlich sinnlos. Am Ende bekommt jeder, was er will. Der Punkt ist eben, dass nicht für alle Beteiligten der finanzielle Gewinn das ist, was sie wollen.

    Klar sollte man den Bloggern, MySpacern & Co. vorher deutlich sagen, was sie an Rechten aufgeben und womit sie sich einverstanden erklären. Aber würde es viel weniger Nutzer geben, wenn sich alle über das Kleingedruckte im Klaren wären? I doubt it.

    Nein, ich denke, wir sind nicht so richtig bescheuert. Wir beliefern sie mit Content und haben Spaß dabei, sie nutzen unseren Content um damit Geld zu verdienen. Habe ich kein Problem mit…

  38. 38

    Chat Atkins:

    Warum nicht einfach all diese Goldschmieden weiter links liegen lassen? Wenn wir Contentproduzenten unsere Inhalte - ob Text, Code, Bild oder Wissen - “rechtefrei” stellen, dann heißt das eben, dass sich auch diese Money-Grabber dort bedienen dürfen. Sollen sie doch, sie müssen doch damit moralisch klarkommen und unter Umständen die doppelte Menge an Marschierpulver in ihrem ohnehin schon geschädigten Hirn verlöten, wir doch nicht: Absolut unfähig, Content überhaupt zu erzeugen, bleiben sie trotzdem. Loser eben, gerade gut genug fürs Marketing …

  39. 39

    Johnny:

    Danke an alle (auch die Korrekturen und Ergänzungen zu Open Source), ich bin echt froh, wie sich die Diskussion entwickelt, denn der Artikel hat mich drei Wochen (nicht am Stück :)) gekostet und es ist die vierte Version, die dann das Licht der Welt erblickt hat.

    Ich mag nämlich viele der genannten Dienste (MySpace nicht so, flickr aber schon), nutze Open Source (na klar), habe aber auch schon oft für Share- und wasweißich-ware gespendet und bezahlt und freue mich, wenn gute Ideen (egal ob von einem Konzern oder von einer Person) erfolgreich sind und Geld verdienen. Trotzdem ging mir diese “andere Sichtweise” als die, die ich bisher hatte, nach dem Lovink-Artikel nicht mehr aus dem Kopf.

    Wahrscheinlich liegt das aber auch an unseren persönlichen letzten Jahren hier mit Spreeblick: Das fing als Hobby und Nebenbei-Spaß an, dann hat man irgendwann gesagt “lass mal gucken, was man daraus machen kann, wenn man sich voll drauf konzentriert” und jetzt “spüren” wir, wie sich die Sicht auf uns verändert hat und auch die Erwartungen an uns. Das hat gute und schlechte Seiten und ist auf alle Fälle sehr spannend und eine Herausforderung. Denn in gewisser Hinsicht haben wir, sehr übertrieben gesagt, “Seiten gewechselt”. Wie schon oben erwähnt wurde, profitieren auch wir plötzlich von den Gegebenheiten, wenn auch sehr gemäßigt, und sind sowohl Inhaltsproduzent als auch Aggregator für die Inhalte Dritter.

    Was das jetzt alles bedeutet: Ich weiß es noch nicht genau. Ich schätze, man sucht einen Weg, auf dem man weder ausnutzt noch ausgenutzt wird.

  40. 40

    DieterK:

    @Johnny
    Zu CC-Lizenzen schreibst Du:
    „(…) offerieren Kreativen jeder Gattung mehr eigene Kontrolle darüber, wie und wo und in welchem Rahmen ihre Inhalte genutzt werden dürfen.“

    Ist das richtig? Das Ziel der CC-Lizenzen ist doch, die Nutzung von Inhalten zu erleichtern, das heißt ohne langwierige Nachforschungen nach den Rechteinhabern, langwierigen Genehmigungsverfahren und Preisverhandlungen. Das heißt, im Unterschied zum Urheberrecht/Copyright verzichten die Inhalteproduzenten gerade auf Kontrollrechte.
    Und da CC-Lizenzen (noch) keine rechtliche Basis haben, würde bei Streitfällen (wie der unerlaubten kommerziellen Nutzung) nur das (gute alte) Urheberrecht/Copyright helfen.

    Zum im Artikel angesprochenen Grundproblem, der kommerziellen Verwertung der von den Nutzern generierten
    Inhalte:
    Wie die Gliederung schon deutlich macht, sind Wikipedia, Open Source Software und „Web2.0“-Seiten wie YouTube völlig unterschiedliche Phänomene, die differenziert betrachtet werden müssen. So scheint mir Google News nicht nur rechtlich in Ordnung zu sein, sondern auch von Vorteil für die verlinkten Nachrichtenproduzenten. Und wer die Dienstleistungen von MySpace & YouTube in Anspruch nimmt, muss sich halt ein paar Gedanken darüber machen, auf was er sich einläßt.

    Zur These von Lovink:
    Geht es um das Machtverhältnis zwischen Aggregatoren und privaten Inhalteproduzenten, dann ist die These richtig.

    Völlig anders sieht es aus, wenn die Produzenten selbst Konzerne sind. Beispielsweise werden die Musikkonzerne die Verwendung von ihren Videos bei YouTube sehr bald unterbinden oder – wie die WMG – eine Beteiligung an den erzielten Einnahmen verlangen.
    Die Frage danach, wer mehr Macht hat, die Aggregatoren (Portalseiten) oder die Inhalteproduzenten, dass ist die alte Frage nach der Machtverteilung zwischen Distribution (Kabel-, Satellitennetze, TV-Networks) und Content (Film-, Musikindustrie). Die Antwort schwankt je nach Börsenkonjunktur und den aktuellen Vorlieben der Analysten (integrierte Multimediakonzerne oder auf Kernkompetenzen fokussierte kleinere Einheiten).

  41. 41

    Johnny:

    Dieter, danke. :)

    Zu CC: Es geht schon um mehr bzw. detaillierteren Einfluss der Urheber, sie können irgendwann ja gar nicht auf “Kontrolle” verzichten, denn wer kümmert sich denn um die Einhaltung der Lizenzen? Die GEMA (noch?) nicht, CC sowieso nicht, der Urheber selbst kann das kaum leisten.

    Dass bei CC die leichtere Nutzung für Dritte abfällt, ist prima und wird von CC auch gut kommuniziert, der Nutzen für die Urheber aber auch.

  42. 42

    leo:

    Auch freie Lizenzen haben prinzipiell bestand vor Gericht. Es gab Fälle, in denen Softwarefirmen meinten GPL-Software selber mit einem eigenen Logo kompilieren und verkaufen zu müssen… Die Free Software Foundation überwacht so was prinzipiell und klagt im Zweifelsfall, auch wenn sie da weniger Energie reinstecken als z.B. die Musikindustrie. ;)
    Ich kann mir aber ebenso eine Free Content Foundation vorstellen, auch wenn ich glaube, dass Schriftsteller, Musiker und Künstler schwerer zu vereinen sind als Softwareentwickler.

  43. 43

    mp_464:

    @dieterk (#41): die cc-lizenz wurde schon mal vor gericht bestaetigt netzpolitik.org im maerz 2006.

  44. 44

    Fuchs:

    @mp_464: In dieser Richtung ist die “Bestätigung” aber nicht wirklich hilfreich, da es in dem konkreten Fall unerheblich ist, ob die CC-Lizenz gilt oder nicht.

    Gilt sie, dann muss der Verwerter sich an die Bestimmungen halten.
    Gilt sie nicht, dann darf der Verwerter gar nichts mit dem Content anfangen, ohne gesonderte Erlaubnis des Urhebers. Die CC-Lizenzen geben ja eben den Verwertern zusätzliche Rechte, nicht den Autoren.

  45. 45

    Matou:

    also ich kann nur sagen, dass ich “blogger” nutze, weil ich keine plan von der technik dahinter hab. insofern finde ich es okay, wenn die mit meinem blog geld verdienen, da sie mir ja kostenlos die technik zur verfuegung stellen und ich mit meinem eigenen blog auch kein geld verdienen koennte.

    wenn ich jedoch das know-how haette um eine website zu basteln wuerde ich das wohl eher tun, anstatt mich der vorgekauten “blogger”technik zu bedienen.

  46. 46

    JKE:

    Interessante Diskussion - wer-verdient-Geld vs. content provider.

    Ob bescheuert oder nicht, für mich ist das Blog und Nutzung von Flickr & Co. einfach ein idealer Weg, um - eigene - Inhalte veröffentlichen zu können. Und ich glaube dieser Drang dazu (was ja nicht unbedingt immer Selbstdarstellung ist), kann für mich gut damit vereinbart werden, dass andere mit der Bereitstellung von Diensten Geld verdienen.

    Unterscheiden möchte ich aber dennoch zwischen “Massen-aggregatoren” und Plattformen wie Spreeblick. Was zählt ist doch die Auswahl an interessanten Stories, die Qualität der Inhalte und dass man einem sympathischen Typen wie Johnny und seinem handverlesenen Team :-) die Inhalte lieber abkauft als großen Aggregatoren, die lieber eine breite Masse erreichen wollen und einfach querbeet und teilweise echt bescheuerte Inhalte wiedergeben (bei BoingBoing ist ja auch nicht alles so top).

    Am “Spreeblick Empire®” faszinieren mich jedoch nicht nur die Inhalte, sondern vor allem der Mut dazu, über das Geldverdienen mit einem Blogverlag immer wieder öffentlich nachzudenken und diese Gratwanderung zwischen eigenen Inhalten und finanziellem Input zu leisten. Das ist für mich ein sehr interessantes Experiment und auch Vorbild für andere.

  47. 47

    Tim:

    Ein Punkt, der noch nicht angesprochen wurde: Der Wert des “content”. Eine einzelne myspace-Seite ist ziemlich uninteressant. Monitär wertlos. Dagegen sind 1.000.0000 myspace-Seiten wertvoll. Durch die Masse wird erst eine Vermarktung möglich.

    Es gibt natürlich auch “premium-content”, aber das ist im Vergleich zu der “Masse” eher die Ausnahme.

    Bei youtube oder flickr treffen sich die beiden “content-Welten”. Da gibt es dann Meisterwerke neben Schrott.

    Selbstvermarktung wird nur von Leuten gefordert, die selber Qualitäts-Inhalte produzieren. Die sind natürlich nicht glücklich von den Aggregatoren, die die Masse bedienen und primär Marketing im Fokus haben. Da fehlen Vermarktungsansätze.

  48. 48

  49. 49

    JKE:

    Interessant finde ich auch, dass die kritische Auseinandersetzung mit ökonmischen Modellen wie bei Lovink durch kein Geld der Welt oder die typischen dot-com Finanzierungsmodelle erzeugt werden kann - und für mein Verständnis ist das die halbe Miete bei der Diskussion um die Vermarktung von Online Inhalten jeglicher Art.
    Dieses Miteinander, der Austausch und die typische Web 2.0 Interaktivität (siehe letztens den YouTube lonelygirl hype) sind doch Dinge, die man vielleicht generieren (lonelygirl), aber nicht wirklich erkaufen kann. Und genau da müssen die Blogger und Content-Ersteller imho ansetzen wenn sie sich über eigene Vermarktungsfehler aufregen.

    Manchmal denke ich auch das ist dann wie bei Momo damals - bezahlt werden nicht mehr Inhalte, sondern die Zeiteinheiten, die wir für den Konsum aufwenden.

  50. 50

    Rerun:

    “If this does not reflect you view you should understand
    That those who own the papers also own this land
    And they’d rather you believe
    In Coronation Street capers
    In the war of circulation, it sells newspapers”

    (B.Bragg, It says here, 1983)

    -> Song lief grad per Zufallsfunktion als ich den Beitrag las, wenn das mal kein Zeichen ist ;-)

  51. 51

    leo:

    @Eckpfeiler #46: Das ist ja der Hammer, damit hat sich die Aggregatorenfrage eigentlich erledigt, wenn das jetzt eh staatlich organisiert wird…

  52. 52

  53. 53

    leo:

    Und weil es gerade passt, ein frischer Artikel auf heise.de:
    Deutsches Gericht bestätigt Gültigkeit der GPL

  54. 54

    DieterK:

    @Johnny (#42):
    Die GEMA kümmert sich schon um die Einhaltung der Lizenzen und das Abkassieren, was ihr ja immer wieder vorgeworfen wird. (DISCLAIMER: Ich arbeite nicht für die GEMA und bin nicht mal Mitglied)

    Ich kenne die CC-Lizenzen nicht genau genug, um abschließend beurteilen zu können, ob sie im Endeffekt mehr oder weniger Kontrolle für die Urheber bringen. Aber geht es bei CC-Lizenzen wirklich um die Kontrolle durch die Urheber? Aus den Schriften von Lessig geht jedenfalls hervor, dass „die leichtere Nutzung für Dritte“ nicht nebenbei „abfällt“, sondern der zentrale Punkt der CC-Lizenzen ist.
    Meinst Du mit „Nutzen für die Urheber“ den freien Zugriff auf CC-lizenziertes Material? Ansonsten sehe ich – für die Urheber – keine zusätzlichen Vorteile gegenüber dem Urheberrecht/Copyright. Vielleicht kannst Du diesen Punkt noch mal näher erläutern. Danke!

    @mp_466 (#44):
    Sorry, ich hatte mich völlig unverständlich ausgedrückt. Was ich meinte war, dass CC-Lizenzen private Vereinbarungen sind (die, falls man genügend Geld hat, vor Gericht durchgesetzt werden können), Urheberrechte/Copyrights dagegen gesetzlich verankert sind, und – wie z. B. die Beihilfe der Zollbehörden bei Beschlagnahmeaktionen zeigen – vom Staat (im Auftrag/Interesse der Konzerne) durchgesetzt werden.

    @JKE (#51)
    Genau! Die Frage ist nur, ob „dieses Miteinander, der Austausch und die typische Web 2.0 Interaktivität“ (die „wertvollen“ von den Nutzern generierten Inhalte) über kurz oder lang (genau wie bei den heutigen Massenmedien) durch industrielle Beiträge (als User-Beiträge getarnte Filmwerbung von Sony Entertainment in Kinderforen) an den Rand gedrängt werden.

  55. 55

    Florian:

    Ich sehe das Ganze entspannter.
    Der technische Fortschritt hat doch die ‘Web 2.0-Dienste’ erst hervorgebracht: Die breite Masse ist bei Myspace und YouTube etc. Die intellektuelle Schichtung dieser Masse spiegelt sich im Benutzer generierten Inhalt dieser Seiten wider. Und schon beginnt auch hier, sich Spreu vom Weizen zu trennen. Irgendwann werden die Dienste uns so zugemüllt und verblödet vorkommen, dass sich für die dann ‘wahren’ Künstler, Schreiber etc neue Plattformen bilden. Das ist ja eine Entwicklung. Myspace ist ja nicht der Endpunkt.
    Diese Trennung ermöglicht dann für Produzenten von freien Inhalten wieder eine Aufwertung ihrer Arbeit. Es wird wieder mehr Ehre spürbar vergeben. Das spornt an.
    Es wird nicht zum Rückschritt kommen; es wird Wenige geben, die sagen ‘Nein, meine Arbeit wird missbraucht, nicht geschätzt und deswegen höre ich ganz auf damit’.
    Diese ‘Web 2.0′ Art von Veräußerung von Gedanken, Bildern, etc, die ist nicht aufzuhalten. Daher werden sich immerneue Wege finden, wo ein jeder sich den ihm angemessensten heraussucht, und damit zufrieden ist.

    Die kommerzielle Nutzung des unkommerziell Erzeugten verringert nicht das Erzeugen an sich.
    Aber das wir uns damit auseinandersetzen ist natürlich trotzdem wichtig. ;)

  56. 56

    LIandis:

    Bloggen ist Online-Exhibitionismus. Das lässt dich auch an diesem Artikel bestens nachvollziehen: nein, du bist nicht bescheuert. Du willst mit deinen Texten nur einfach den Leuten zeigen wie toll, intelligent und wichtig du bist. Bloggen baut auf das gleiche Prinizip wie eine Castingshow. Die Mädels und Jungs prostituieren sich vor der Jury und den Fernsehzuschauern. Der Blogger prostituiert sich im Netz mit seinen unglaublich wichtigen Gedanken. Und er fühlt sich dabei gut. Warum macht der Blogger das? Weil er, und da muss ich dem Verfasser widersprechen, Aufmerksamkeit will und gerne auch mal die 15 Minuten Ruhm abcheckt, die so eine Verlinkung zu seiner Seite auf spiegel online bringt. Das Wohlgefühl steigt dann für einige Zeit ins unermessliche. Denn dann kommentieren viele Menschen die Texte und dem Blogger gehts gut.

    Grundsätlich ist das eine verbreitete Stimmung bei Bloggern: irgendwie fühlen sich alle als Opfer. Opfer von den klassischen Medien, von den Kommentatoren, die nicht nach ihrem Mund reden, und natürlich nicht zu vergessen: vom Kommerz.

    Blogger haben es nicht einfach. Ich fühle mit euch. hehe.

  57. 57

    Jan(TM):

    Jungle World? Na da wundert es mich nur, das er nicht gleich Web2.0 der nazistisch/antisemitischen Weltverschwörung zugeschrieben hat.

  58. 58

    a bollog:

    Das hat aber lange gedauert bis du endlich zu dieser Erkenntnis gekommen bist. UND? Was gedenkst du zu tun?

    In meinen Augen fängt dieses Web2.0 nämlich genau in dem Moment an in dem DU und evtl. auch andere sich genau diese, von dir gestellte, Frage stellen.

    Mach was draus. Wir sind gespannt.

  59. 59

    matze:

    LIandis

    Folgt man Deiner Logik, prostituiert sich jeder Mensch, der arbeitet, indem er nämlich etwas anbietet, was andere haben wollen.
    Nun, willst Du dem Wort Prostitution einen anderen Beigeschmack geben oder willst Dich vielleicht doch nur auf Aufmerksamkeit beschränken.

    Im übrigen finde ich es erstaunlich, daß Du Dich in die Motivationslage ALLER Blogger hineinversetzen kannst und auch genau weißt, wie es jedem Blogger geht.

    Ansonsten: Fast jeder Mensch will Aufmerksamkeit, der eine mehr, der andere weniger, aber bekommen wir keine, haben wir auch keine Arbeit.

  60. 60

    henk:

    wer achtet eigentlich auf die google ads in blogs? ich jedenfalls nie…

  61. 61

    Andreas:

    Würde wirklich alles was an Leistung/Tätigkeiten, etc. in Geld umgerechnet werden könnte und für das andere auch tatsächlich Geld nehmen auch tatsächlich nur gegen Bares zu bekommen sein, würde wohl die Wirtschaft zusammenbrechen.

    Angefangen von der Krankenpflege durch nahe Angehörige bis hin zu unbezahlten Überstunden in hippen Web-2.0-Schmieden.

    Gibts eigentlich eine Untersuchung darüber, wieviel Wirtschafts”leistung” bzw. BIP von den Bürgern kostenlos zur Verfügung gestellt werden?

  62. 62

    Kathrin:

    Sehr interessanter, anregender Text, Johnny!

    Klar, Web2.0 und seine Aggregatoren ermöglichen mir vieles, was ich sonst nicht hinbekommen würde, filtern große Mengen an Infos und ok, sie verdienen auch dabei. Und ich hab meinen Spass.

    In nem größeren gesellschaftlichen Kontext betrachtet wird die Problematik dahinter aber schon deutlich, es geht nämlich um den Wert von Arbeit. Die Frage ist: Welche materielle/immaterielle Arbeit wird wie entlohnt?

    Das menschen ihre Arbeitskraft quasi verschenkten, während andere davon profitieren, gibt es schon länger, z.B. in Form unbezahlter Hausarbeit (altes feministisches Thema). Heute sprechen alle über die Generation Praktikum und die Frage, ob es eigentlich so cool ist, wenn Firmen irgendwelche gut ausgebildeten jungen Leute monatelang für lau oder 150 Euro vollzeit arbeiten lassen (und das auch in Branchen, in denen es keiner großen Einarbeitung bedarf).

    Ich würde ja gerne in einer Welt leben, in der ich freie Software programmiere, gratis auf die Nachbarskinder aufpasse, bei Wikipedia mein Wissen teile, und in meinem Blog meine Ansichten.

    Aber ich muss mir ja was zu Essen kaufen und meine Miete zahlen?!
    Wer kann es sich leisten, zusätzlich diese Sachen zu machen? Wer nicht? Diese neue Freiheit ist auch eine Frage von Privilegien. Es lohnt sich vielleicht, mal darüber nachzudenken, was die konkreten materiellen Voraussetzungen sind, überhaupt die Zeit für Web2.0 zu haben.

    Also frage ich mich auch: sind wir eigentlich bescheuert? oder anders: Was für eine Illusion ist das eigentlich, in einem kapitalistischen System ständig Arbeit zu verschenken. Gelebte Utopie und/oder Selbstausbeutung? Implodiert das System irgendwann, entwickelt es sich weiter, oder was?

  63. 63

    Kathrin:

    uh, benachtichtung anklicken vergessen. sorry!

  64. 64

    alexk:

    Mal wieder ein grossartiger Text von Dir Jonny, der mich zu meinem ersten Kommentar hier bewegt. Denn für mich stellt sich eine viel wichtigere Frage, nämlich warum nutzt man Web2.0 Angebote und/oder freie Lizenzen, als die Frage, ob damit irgendwelche Aggregatoren Geld mit den Inhalten verdienen können.

    Warum nutze bzw. stelle ich eigene Inhalte unter der CC-Lizenz zur Verfügung? Inhalte, die ich veröffentliche, entstehen zumeist aus irgendwelchen Arbeiten und Projekten in meinem Studium. Bei Recherchen freut man sich immer wieder, wenn man was zum gesuchten Thema im Web findet, steht aber immer wieder vor der Frage, in wie weit man das Gefundene für die eigene Arbeit verwenden darf. Wenn entsprechende arbeiten unter der CC-Lizenz veröffentlich sind, läßt sich die Frage ganz einfach beantworten. Man muss nicht erst versuchen Kontakt zum Rechteinhaber aufzunehmen, was recht mühsam sein kann, wenn z.B. die Kontaktinformationen nicht mehr stimmen. Dementsprechend stelle ich eigene Inhalte auch unter einer CC-Lizenz zur Verfügung.

    Ähnlich verhält es sich in meinen Augen bei OpenSource. Ich denke nicht, dass die gesamten OpenSource Entwickler irgendwelche Samariter sind. Meine Erfahrung zeigt mir, dass ein Großteil von OpenSource Projekten aus einem Selbstzweck entstehen: man benötigt ein Stück Software, dass es noch nicht gibt, basiert auf “Forschungsinteresse”, oder ist einfach ein Nebenprodukt. Und warum sollen Dritte nicht auch einen Nutzen davon haben. Und Geld verdienen läßt sich damit trotzdem, wie man an vielen OpenSource Projekten sehen kann, egal ob mit dem Produkt selbst, oder einfach dem Namen, den man sich damit gemacht hat. Und ob Google oder SourceForge jetzt indirekt Geld damit verdienen, ist erstmal zweitrangig.

    Jeder muss sich nur im Klaren sein, was die Nutzung für ihn bedeutet.

  65. 65

    winfried aus chemnitz:

    Na der Osho würde dir wenigstens erklären das dein Ich ein Wir ist!

    Jedenfalls stellen Blog erstmals die Massenmeinung in “Ich” Meinungen einem neuen “Wir” vor, das aber außerhalb von uns liegt!

    Normalerweise werden “Ich” Meinungen per Zeitung vervielfacht und es entstehen “Ich” Meinungsklone!

    Wir drängeln uns quasie entgegen dem Strom der Massen und es könnte zum umkippen der Strömumgsrichtung kommen!

  66. 66

    Kenix:

    @ thc(15)
    Vielleicht habe ich ja den Aufschrei verpasst, aber in der Bravo Screenfun, von der Bauer Verlagsgruppe, gab es die Wikipedia auf DVD. Und das hat sicherlich etwas die Auflage gestärkt.

  67. 67

    walled gardens:

    #13: johnny, of course spreeblick wasn’t intended to evolve into some form of aggregator. you simple cannot intend such thins: life is nothing else than the rehearsal for a performance that will never take place.

    “we” crazy people just tend to search for order, or structure, in the chaos called life. die unerträgliche leichtigkeit des seins. we humans often (nihilistic approach: always) just pretend to see structure, or be in control of things. or lets say, our brains pretend this for us. guiding each other out of this mess is what makes us social beings.

    what makes the above even harder, is that “we” (well, at least some of “we”) _know_ that our brains pretend stuff for us. this fact makes us in turn seek for doors in the walls of perception. breaking out of the walled gardens. with drugs, or base jumping, or, watching the matrix trilogy.

    “they” (corporations) however, are sociopath per se: they make money with the walled gardens. of course, since there are humans in charge pretending to see structure (in order to make these humans believe what they pretend, corporations structure their human resources in command hierarchies - “something with structure must have meaning”!)

    a person (i’ll explain later why i’m not giving the name) once said “the medium is the message”, and later “the medium is the massage”. the medium is owned by our belovehated corporations. in an ideal world, communication corporations should be considered a market failure: communication should always be under public “control”. back in reality, sometimes “we” manage to massage the media…

    you know what, i will stop writing at this point. the line of thought is started. continue it or not.

    last note: as promised, let me tell you why i didn’t quote people considered “famous”: they are a product of the media (=corporations) who want to make us to believe there are actually people in control, mastering their lives with sheer perfection (because it sells, as written above). in fact, these “famous” people, be they creative, intelligent, whatever, are nothing more than everyone of “we”: a product of society. society should credit itself.

    do the sheep realize the shepherd is one of them?

  68. 68

    walled gardens:

    and by the way, when i said #13 i meant #12 :)

  69. 69

    Tim:

    @winfried aus chemnitz (65)
    Es lohnt sich vielleicht, mal darüber nachzudenken, was die konkreten materiellen Voraussetzungen sind, überhaupt die Zeit für Web2.0 zu haben.

    Richtig. Blogs & Co sind faktisch ein Privileg von web2.0-Business-peoole, Freiberuflern (gerne Medien), Studenten und andere Unterbeschäftigten oder Quasi-Nichtbechäftigten. Zumindest in Deutschland ist es eine Subkultur, die sich feiert. Mit 1000 visits pro Tag gehört man zu den A-listern. Das sind weniger, als Einwohner in meinem wirklich kleinem real-world Dorf auf dem Land wohnen.

    Ziel sollte es sein, auch andere Bevölkerungsschichten in das web2.0 zu bekommen. Die Motivation dazu muss nicht immer materiell sein. Aber Inhalte zu produzieren, die von Medienkonzernen am besten noch ohne Namensnennung verwertet werden, das ist kein Anreiz. Dann lieber in Vereinen oder Verbänden aktiv sein, wo es zwar auch keinen Gegenwert für die Arbeit gibt, aber man weiss, wem es zugute kommt.

  70. 70

    Chris:

    Was war denn früher? da klappte doch der kulturelle Austausch auch, man traf sich in irgendwelchen Wohnungen, diskutierte oder las sich seine Texte gegenseitig vor und dabei gabs sogar noch Kaffee und was zu knabbern und man wusste noch, wem die Wohnung gehört und welche finanziellen Interessen er verfolgte, oft eben keine. Und heute braucht man sich doch nicht zu wundern, wenn wir verwertet werden von IBM oder Murdoch; wenn man das nicht will, sollte man sich halt wieder in Wohnungen treffen; die Leute, die jetzt schon Kohle verdienen mit ihren bloggs, wie Herr Opel-blog z.B., haben sich früh den Regeln eines knallharten, profitorientierten Systems angepasst und sind darum auch die treuesten und konsequentesten Systemdiener, aber ich schweife ab.

  71. 71

    Peter H. aus B.:

    Auf der einen Seite die Paranoia, was “andere” über mich erfahren könnten (und was sie mit diesen Informationen alles anstellen), auf der anderen Seite aber alles private bei Flickr, Tube und in Blogs veröffentlichen.. Gehts noch?

    Letztendlich sind Blogs, Flickr und Tube für mich riesige Müllhalden.
    Einige sehr wenige Ausnahmen gibt es natürlich - aber das meiste was da veröffentlicht wird ist schlichtweg Datenmüll!
    Wer ausser den Aggregatoren ( und Voyeueren) hat den Interesse an den Erlebnissen/Ansichten/Erfahrungen von Susi und Hans Mustermann?

    Solange Menschen so doof sind und ihrte privatesten Sachen veröffentlichen, solange sollen Aggregatoren auch daran verdienen dürfen…

    PS: Wenn die Wiki von Springer verlegt würde: na endlich hätten die mal was Gescheites im Portofolio ;)

  72. 72

    marcel:

    Bei einigen Argumenten hier habe ich den Eindruck, dass den Leuten entgeht, dass (sinnvolle) Aggregation und Distribution Dienstleistungen sind. Als solche stellt sich für mich die Frage ob die Institutionen dahinter daran verdienen sollen nicht. Die Frage allerdings, _wie_ und in welcher Höhe ist dann allerdings schon interessant. Ebenso wie eine mögliche Kompensation zwischen Servicebereitstellern und Contentbereitstellern aussehen könnte.

    Vor ein paar Wochen hat Calacanis für Furore gesorgt, als er den Top-diggusern jeweils 1000$ bot dafür, dass sie zu Netscape.com wechseln, das als Diggclone gerade wiederbelebt wurde (und wahrscheinlich den Erwartungen nicht entsprechend wuchs). Was auch immer man davon halten mag, ich denke in Zukunft wird es in diese Richtung gehen (Es gab schon vorher andere Seiten, die ihre Topuser mit einem kleinen Obolus ‘belohnen’, andere beteiligen die User an den Werbeeinnahmen von deren Seiten). Während jetzt bereits ein fliessender Übergang zwischen Hobbybloggern, in ihrem Bereich professionellen bloggern und Journalisten beobachtet werden kann (zumindest in den USA), wird man Ähnliches auch bei Socialcontentseiten sehen. Der Übergang zwischen Konsument und freiem Mitarbeiter, der Content zuarbeitet, wird bei etlichen ( conentdriven, dabei extrem vom Communitygedanken abhängigen) Seiten fließend sein- abhängig davon wie gut der eingebrachte Content und die Antizipation dessen durch die anderen Konsumenten ist -> sprich Topuser-, Poweruserstatus.

    Inwiefern die Tatsache, dass die Top10 oder Top20 von den Companies hinter Digg oder Netscape oder blah bezahlt/ ‘belohnt’ werden, Auswirkungen auf das Demokratieverständnis der dortigen User haben wird, das wird sich noch zeigen. Vermeiden lassen wird sich diese Entwicklung wohl kaum, schon allein weil Calacanis die Büchse bereits geöffnet hat.

  73. 73

    flynn:

    Johnny, warum schreibst du “Marketing-Unternehmen” wenn du “übler Spammer-Verein” meinst? Bei diesem youtube::iPod**!! Dings hast du das doch auch in klaren Worten so geäussert.

  74. 74

    ~thc:

    @kenix(69)

    das hätte ich wirklich nicht gedacht. zwar könnte ich jetzt noch argumentieren, dass bravo screenfun auf dem markt eher eine kleine leuchte ist - ob das aber in den verhandungen mit der wikimedia ein argument war, weiss ich nicht.