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Positionen mark von Malte Welding | 29

Ist ein Biologe anwesend?


Foto: samta

Ich war in Biologie immer ganz schlecht. Von ein paar Dingen glaubte ich aber, dass ich sie verstanden hätte. Jetzt bin ich wieder völlig verunsichert. Es geht um eine schwarze Engländerin, die ein Zwillingspärchen bekommen hat. Sie sagt, es sei mit einem weißen Mann gezeugt worden. Ein Baby ist weiß, das andere schwarz. Der Zwillingsforscher Heinz Schepank schließt daraus (in der SZ, Artikel online nur gegen Gebühr), dass die Frau fremdgegangen ist - mit einem schwarzen Mann - und spricht von Superfecundatio. Wer das googlen muss, kann mir auch nicht helfen. Schepank behauptet, dass Kinder, die Weiße mit Schwarzen zeugen, immer mittelbraun sind. Ist das so? Könnte nicht ein Kind schwarz sein, eins weiß, eins dunkel- und eins mittelbraun? Ist es also nicht einfach Zufall?

Malte Welding 30.10.2006 um 11:25

Positionen

Du kannst kommentieren, oder einen Trackback von deinem Blog aus setzen.


29 Kommentare

  1. 01

    Matthias (aus Dresden):

    @Malte: Ich weiß nur, das die Jungs meistens schwarz, die Mädels eher weiß sind. Kenne ich jedenfalls so aus der eigenen Familie. Ist doch eigentlich egal, oder? (Bis auf besagte Mutter die jetzt in Erklärungsnöte kommt)

    30.10.2006 um 11:29 | Antworten
    Alle Kommentare von Matthias (aus Dresden)
  2. 02

    Malte:

    Und woran liegt das?

    30.10.2006 um 11:43 | Antworten
    Alle Kommentare von Malte
  3. 03

    flynn:

    Warum ist das interessant?

    30.10.2006 um 11:52 | Antworten
    Alle Kommentare von flynn
  4. 04

    Toni Antoni:

    Der Typ in der SZ hat recht. Punkt aus basta.

    30.10.2006 um 11:53 | Antworten
    Alle Kommentare von Toni Antoni
  5. 05

    Malte:

    @ flynn
    Warum ist Vererbungslehre nicht interessant?
    @ Toni Antoni
    Du redest wie meine Biolehrerin.

    30.10.2006 um 11:58 | Antworten
    Alle Kommentare von Malte
  6. 06

    Fabi:

    Ich lasse einfach mal den Biologieunterricht revue passieren:

    Also bei Blumen ist das glaub ich so:
    Wenn man eine rote mit einer weißen paart, dann entstehen entweder:
    1. (rot ist dominant) nur rote Nachkommen
    2. (beide sind gleichwertig (Fachausdruck vergessen)) nur rosa Nachkommen

    Es gibt je zwei Genotypen (rot und weiß). rr=rot (sowieso klar); rw=rot (wenn rot dominant);rw=rosa (wenn gleichwertig); ww=weiß (erst in der nächsten Generation mögl.)

    rr+ww
    / | | \
    rw rw rw rw

    Beim Menschen ist das soweit ich weiß noch etwas komplizierter. Aber ich bin eben kein Biologe.

    Die Frage ist also: ist die dunkle Hautfarbe dominant oder sind beide gleichwertig?
    Mal angenommen die Frau hatte auch weiße Vorfahren und der Mann auch schwarze, dann wäre es also zu den Blumen analog:

    sw+sw
    / | | \
    ss sw sw ww

    Dann stünde die Chance auf ein weißes Kind 1:3. Bei schwarz dominant
    wären 3 von 4 schwarz, bei gleichwertig nur eines und dafür 2 von 4 mittelbraun.

    Falls noch jemand durchblickt, ich jedenfalls nicht^^.

    30.10.2006 um 12:02 | Antworten
    Alle Kommentare von Fabi
  7. 07

    rrho:

    Schepank behauptet, dass Kinder, die Weiße mit Schwarzen zeugen, immer mittelbraun sind. Ist das so? Könnte nicht ein Kind schwarz sein, eins weiß, eins dunkel- und eins mittelbraun?

    Ich glaube: Ja, könnte. Ich bin zwar kein Biologe, aber der Augenschein verschiedener Kinder spricht dafür. Hautfarbe ist ja auch keine einfache Angelegenheit mit Ein-/Ausschalter, sondern wie so vieles andere eine komplexe genetische Eigenschaft, die mit genereller Pigmentierung zu tun hat.

    “Normale” Geschwister von den gleichen Eltern können ja auch sehr unterschiedliche Hauttypen und Haarfarben haben; und je nachdem, was für Hautfarben/-typen sich bei den Grosseltern der beiden Neugeborenen finden lassen, steigen auch die Kombinationsmöglichkeiten noch einmal. (Very basic Mendel, das.) Also können die Kinder in allen möglichen “Schattierungen” vorkommen, und auch, dass sich die Hautfarbe nach der Geburt noch verändert, ist keineswegs ungewöhnlich. Das trifft ja auf Augen- und Haarfarbe (auch Pigmentierungsabhängig) ebenso zu.

    30.10.2006 um 12:09 | Antworten
    Alle Kommentare von rrho
  8. 08

    Jan.Profan:

    Vielleicht dunkelt das andere Kind noch nach?

    30.10.2006 um 12:11 | Antworten
    Alle Kommentare von Jan.Profan
  9. 09

    Touri:

    Naja, es gibt bestimmte gene die “stärker” vererbt werden. Ein gutes und einfach beispiel ist das Zungenrollgen. Hört sich lustig an ist aber ein fakt. Ob jemand die Zunge rollen kann oder nicht wird von unseren Genen bestimmt. Wenn jetzt ein Elternteil mit der Zunge rollen kann und der andere nicht wird das Kind auf jeden fall (mutationen kann es natürlich immer geben) auch mit der Zunge rollen können.
    So sieht es bei der Hautfarbe auch aus. Meines wissen ist die dunkle Hautfarbe dominat. Genau so wie dunkle haare. Aber ausnahmen bestätigen die regel! Den selbst Mendel soll bei seinen Experimenten etwas “nachgeholfen” haben

    30.10.2006 um 12:28 | Antworten
    Alle Kommentare von Touri
  10. 10

    Martin:

    Ich bin zwar kein Biologe, aber lesen kann ich trotzdem: “Die Chance, dass Paare mit unterschiedlicher Hautfarbe Zwillinge mit unterschiedlicher Hautfarbe bekommen, steht nach Angaben von Genetik-Experten bei eins zu einer Million.” Schepank ist Zwillingsforscher, kein Genetik-Experte.

    30.10.2006 um 12:32 | Antworten
    Alle Kommentare von Martin
  11. 11

    Malte:

    @ Martin
    In dem Artikel, auf den ich mich beziehe (der aber online nur gegen Bezahlung erhältlich ist), bezeichnet er gerade diese Aussage als Blödsinn.

    30.10.2006 um 12:34 | Antworten
    Alle Kommentare von Malte
  12. 12

    Papa.M.:

    So, hier mal ein Biologe, wenn auch kein Genetiker.

    @fabi

    Die mendelschen Gesetze kannst du so nicht anwenden bei der Hautfarbe. Da ist das um einiges komplizierter, da mehrere Faktoren (Gene) dafür verantwortlich sind. Mendel hatte eifach “Glück”, das er gerade ein so einfaches Beispiel beobachtet hat. Für die Hautfarbe ist dieses (vereinfachte) Beispel besser:
    http://www.merian.fr.bw.schule.de/Beck/skripten/bilder/pig2.jpg

    bzw. der Bericht:
    http://www.merian.fr.bw.schule.de/Beck/skripten/13/bs13-18.htm

    Zu der Dame aus England:
    Letzendlich klären lässt sich das nur mit einem (bzw. zwei) Vaterschaftstests. Theoretisch ist es bei zweieiigen Zwillingen möglich das jeder das “Extrem” repräsentiert, die Wahrscheinlichkeit ist aber sehr sehr gering. Tendenziel ist der Dunkelhäutige eher dominant, aber ausnahmen bestätigen die Regel.

    Das das eine Baby überhaupt weiß ist liegt wohl auch daran, dass die Mutter nicht “nacht-schwarz” ist, sonder eher “maron”. (>Bitte das nicht als Rassenkunde sehen, ich habe Hautfarbetypen in Westafrika in den Persos gesehen, das ist einfach ein Unterscheidungsmerkmal… blaue Augen und Haarfarbe taugt in Afrika meist nix) Das erhöt die Wahrscheinlichkeit einer noch helleren Hautfarbe beim Kind. (siehe Artikel oben)

    Fazit: Der Herr der SZ sollte nicht so voreilige Schlüsse ziehen, es ist möglich, das beide vom gleichen Vater sind.

    30.10.2006 um 12:44 | Antworten
    Alle Kommentare von Papa.M.
  13. 13

    Martin:

    @Papa M. + @Malte, sag ich ja, weil es Focus sagt weil es Genetiker sagen und weil SZ einen Zwillngsforscher ungefragt fragt.

    30.10.2006 um 12:50 | Antworten
    Alle Kommentare von Martin
  14. 14

    Papa.M.:

    @Martin

    Na dann sind wir uns einig: Die SZ soll mal besser arbeiten. :-)

    Wollte eigentlich auch nur nen besseren Link posten für die Leute die das interessiert. Biologie ist recht kompliziert und immer schwer auf Schlagwörter reduzierbar. Abwer das ist eine andere Geschichte….

    30.10.2006 um 13:02 | Antworten
    Alle Kommentare von Papa.M.
  15. 15

    Malte:

    Danke, papa.m., so verstehe ich das.

    30.10.2006 um 13:03 | Antworten
    Alle Kommentare von Malte
  16. 16

    Martin:

    Wow, da haben wir mit einer klugen Nachfrage und 15 Kommentaren mal wieder gezeigt, dass Blogs sehr sinnvoll sind (ich hätte ja selber gar nicht drüber nachgedacht!)

    30.10.2006 um 13:10 | Antworten
    Alle Kommentare von Martin
  17. 17

    Robin S. a.k.a. MakeAMillYen:

    Aber was soll das gruselige Foto?

    30.10.2006 um 13:57 | Antworten
    Alle Kommentare von Robin S. a.k.a. MakeAMillYen
  18. 18

    Malte:

    Das ist ein verwirrtes, mittelbraunes Baby.

    30.10.2006 um 13:59 | Antworten
    Alle Kommentare von Malte
  19. 19

    rrho:

    Ist schon verwirrend, wenn das alles nicht so genau zuzuordnen ist, so mittelmittel und so…

    30.10.2006 um 14:02 | Antworten
    Alle Kommentare von rrho
  20. 20

    Fabi:

    @Papa.M.

    Ja, wie gesagt. Ich habe keine Ahnung von dem Zeug. War nur eine Revuepassierung (?) von Wissensschnipseln.
    Aber wenigstens bin ich jetzt auch ein bisschen schlauer.

    30.10.2006 um 14:38 | Antworten
    Alle Kommentare von Fabi
  21. 21

    Hanno:

    LOL
    “nachdunkeln” ;)
    geil

    30.10.2006 um 15:00 | Antworten
    Alle Kommentare von Hanno
  22. 22

    Malte:

    Dabei hellt in Wirklichkeit das andere auf.

    30.10.2006 um 15:06 | Antworten
    Alle Kommentare von Malte
  23. 23

    Sven:

    Die SZ ist scheinbar nicht die einzige Zeitung mit Falschmeldung zum Thema. Sollte der Link aus Comment #12 korrekt sein (und die Hautfarbe von 3 Genen abhängen), schreibt auch die WamS fehlerhaft Informationen. Diese spricht von 4 Genen, die die Hautfarbe beeinflussen.

    Die schwarze Engländerin hat übrigens englisch-nigerianische Eltern - auch sie hat also einen hellhäutigen Elternteil.

    30.10.2006 um 16:34 | Antworten
    Alle Kommentare von Sven
  24. 24

    Papa.M.:

    @Sven

    es sind eher vier Faktoren ab. Die Abbildung ist mit drei um das Prinzip besser zu erklären.
    Diie Dame muss auch nicht unbedingt weiße Eltern haben, in Nigeria gibt es einen Volksstamm namens “Iboga” die sind für Westafrika sehr hell.

    30.10.2006 um 17:21 | Antworten
    Alle Kommentare von Papa.M.
  25. 25

    Jörg:

    Andere ham scon recherchiert:

    http://www.snopes.com/photos/people/mixedtwins.asp

    30.10.2006 um 17:52 | Antworten
    Alle Kommentare von Jörg
  26. 26

    g.:

    Heh, danke Papa M, das erspart mir mein Humangenetikbuch rauszukramen - ich kannte sogar mal den namen für spontanen Verlust der Hautpigmentierung bei Kindern normalerweise dunkler pigmentierten Menschen, aber es will mir partout nicht einfallen (nein, ich mein keinen albinismus).

    @Sven: in dem verlinkten Text ist die Pigmentierung mit 3 Genen erklärt - bemerke wie da steht *Modell* für Hautpigmentierung (3 Gene) und nicht “absolut endgültige Erklärung mit den 3 Genen der Hautpigmentierung” - man sollte schon genauer hinschauen :-p

    PS: Heinz Schepank, so als emeritierter prof für psychoanalyse ist vielleicht nicht die Quelle, der man absolut vertrauen sollte in der Genetik auf der Höhe der Zeit zu sein.

    PPS: Der einziger Fall von vermuteter Überbefruchtung (Superfecundatio nicht Superfetatio) beim Menschen in neuerer Zeit von dem ich weiss ist 1979 dokumentiert worden und einer der angeführten Gründe für diese Vermutung ist ein signifikanter Gewichtsunterschied der Babies von 450g - danach sehen die beiden Wonneproppen aber zB garnicht aus.

    PPPS: Mein Studium der Genetik und Statistik liegt zwar schon etwas zurück, aber wenn ich mich recht erinner, dann hat jeder Mensch (Statistisch gesehen) eine Mutation von 60 basenpaaren im veränderlichen genom, die ihn oder Sie von den Eltern absetzen. Bei 3 mio basenparen, die den genetischen Unterschied der Menschheit (und einem signifikant kleineren Anteil, die den äusseren morphologischen Unterschied eines Menschen) ausmachen, kannst Du Dir ja als einfache Hausaufgabe ausrechnen, wie gross die Wahrscheinlichkeit ist, dass diese spontanen Mutationen in den Bereich der für Pigmentierung zuständigen Gene fallen. Dann kommt noch als einfache Erweiterung dazu, dass “einfache mendelsche” Genetik solche ereignisse ebenfalls auftreten lässt und ich bin mir ziemlich sicher dass Du feststellen wirst das bei einem genpool von 6 Milliarden Menschen eins zu einer million Chancen häufiger auftreten als Du denkst ;-)

    31.10.2006 um 02:36 | Antworten
    Alle Kommentare von g.
  27. 27

    Uwe Keim (muss sein):

    Und ich dachte Bonduelle hat die Vererbungslehre erfunden.

    31.10.2006 um 06:48 | Antworten
    Alle Kommentare von Uwe Keim (muss sein)
  28. 28

    Christoph:

    http://www.welt.de/data/2006/10/26/1087543.html

    Die zwei können eine gewisse Ähnlichkeit nicht von sich weisen. Ich glaube (hoffe) auch das die Hautfarbe im Leben der beide keine Rolle spielt.

    31.10.2006 um 08:17 | Antworten
    Alle Kommentare von Christoph
  29. 29

    Jan(Konservativ2.0):

    >>Ich glaube (hoffe) auch das die Hautfarbe im Leben der beide keine Rolle spielt.

    Kaum geboren werden die in einer exterm widerlichen Freakshow durch alle Medien gezerrt, Experten beraten ob Mama vielleicht fremdgegangen ist und du hoffst das die Hautfarbe keine Rolle spielt in ihrem Leben. Süss, echt süss.

    31.10.2006 um 11:34 | Antworten
    Alle Kommentare von Jan(Konservativ2.0)

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