Damals.
Als es noch Werte gab. Und kein Death Metal. Und keine Computerspiele. Und keine Außenseiter. Und alle waren immer froh. Da hat es so etwas noch nicht gegeben. Nur so etwas.
Damals.
Als es noch Werte gab. Und kein Death Metal. Und keine Computerspiele. Und keine Außenseiter. Und alle waren immer froh. Da hat es so etwas noch nicht gegeben. Nur so etwas.
01
Und jetzt werden wieder alle Counterstriker, Metal-Fans und Freunde von Softair-Spielen generalverurteilt und jeder ist ein potentieller Massenmörder.
Nein: Ich finde das nicht witzig! Eine Menge Leute die keine Ahnung haben, haben nun wieder viel zu sagen. Dies ist nicht ein Problem der Spiele- oder Musikindustrie sondern ein gesellschaftliches. Vielleicht kann mal jemand die Eltern fragen, warum sie nichts gemerkt haben?
Alle Kommentare von Schneyra
02
Wenn ich Amok laufe werde ich meinen pc voller teletubies, Glücksbärchen und Sesamstraße Videos hinterlassen. Das wird den Psychologen etwas zu denken geben.
Alle Kommentare von digriz
03
jaja, damals als es noch werte gab…als die mauer noch stand und sich viele auf den dritten weltkrieg vorbereiteten….da haette es sowas wie amoklauf an einer schule nicht gegeben.
Alle Kommentare von mp_464
04
Ich konnte mich gerade nicht zurückhalten und musste SPON einen Leserbrief schreiben:
Ich spiels selber zwar nicht, aber ich kenns sehr gut - Counter-Strike. Und da SPON das mit dem Satz abhandelte “Meist spielte er dort “Counterstrike”. Ballernd bahnt man sich darin den Weg durch virtuelle Gänge, versucht so viele Menschen wie möglich zu erschießen.”, war mir das irgendwie nicht ausreichend.
Unfassbar, wie kann man eigentlich so einen guten Ruf als Magazin bekommen und dann bei diesem grundsätzlich so schlecht recherchieren/balancieren?
Wahrscheinlich total sinnlos, was ich gemacht hab, aber hey…
Alle Kommentare von Tom
05
Das da als erstes auf die Gewohnheiten am PC geschaut wird, ist schon über alle Maßen seltsam. Das ZDF zeigte sogar Forenbeiträge des Jungen, wo man sich schon fragt, wie schnell solche Informationen zu den Journalisten kommen.
Woher die Waffen kommen, ist indes noch unklar. Ein Schelm, der Böses dabei denkt.
Alle Kommentare von metrohead
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hat spon wirklich so einen guten ruf?
Alle Kommentare von mp_464
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die keule von malte ist richtig. ersetzt aber trotzdem nicht eine auseinandersetzung mit dem eigentlichen problem. wo ist die familie gewesen? warum kann er alleine vor sich hinwerkeln und bomben basteln? klar, solche fälle werden sich nicht gänzlich vermeiden lassen, aber deshalb sollte man den versuch sowas möglichst zu verhindern nicht unterlassen, oder?
computerspiele zu verbieten ist allerdings völliger quatsch.
Alle Kommentare von sabbeljan
08
Bei mir/uns wohl nicht (mehr). Aber ansonsten wird es gemeinhin als das renommierteste Qualitätsmagazin angesehen…
Btw: ResistantiX war sein Nick. SPON findet das “selbstgefällig”. Ich nenn mich “Guru”. Bin ich religiös? Bin ich ein Sektenführer? Bin ich ein Opinion (Onion) Leader? Nö, nö, nö.
Alle Kommentare von Tom
09
Auch auf die Gefahr hin, mich beim hier bei der vermutlich eher pro-Computerspiele gestimmten Mehrheit unbeliebt zu machen (ja ich mag Harmonie): Ist die Kausalität nicht vielleicht eine andere? Nicht er ist komisch, weil er solche Spiele spielt, sondern er spielt solche Spiele, weil er komisch ist? Und das ist natuerlich nicht ausschliesslich zu sehen. Ich weiss, es gibt viele Leute die solche Spiele spielen ohne komisch zu sein. Aber irgendwie überrascht es mich nicht, dass diese durchdrehenden Spätpubertierenden zu Hause am Rechner Ballerspiele spielen, statt mit Ölfarben zu malen oder im Männerchor zu singen.
Frank
Alle Kommentare von Frank 72
10
@ digriz: ich bin dabei. schöne mordmethoden finden sich bei grimms märchen und in der bibel. die leg ich dann dazu.
Alle Kommentare von heidrun
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@ Frank:
Vollkommen richtig, das ist der Knackpunkt an der ganzen Sache. Das heißt ja nicht gleichzeitig, dass alle Zocker solche Typen sind, heißt aber, dass einige (bisher alle Amokläufer? oder nicht) sich da ausleben.
Was mich sofort zu der Frage führt: Was würden sie tun, wenn es keine Ballerspiele gäbe? Würden sie “harmlos” werden? Oder krasser? Ölfarben malen oder doch dem Schützenverein beitreten mit Jahreskarte?
Alle Kommentare von Tom
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@Tom: Nicht verwechseln: DER SPIEGEL, SPIEGEL Online und SPIEGEL TV haben ausser SPIEGEL im Namen und eines funktionierenden Cross-Marketings und funktionierender Verwertungskette nicht viel miteinander zu tun.
Natürlich soll die der Glanz und das Renommé des SPIEGELS (print) auf die elektronischen Medien abfärben. Aber hast Du schon einmal Spiegel TV gesehen?
Alle Kommentare von Andreas
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@ Andreas: Spiegel TV habe ich da unausgesprochen nicht mit einbezogen. Aber SPON und SPIEGEL haben schon was miteinander zu tun. Sie teilen den Ruf, Redakteure und Artikel.
Klar sind die klassischen “Spiegel-Recherchen-hier-ein-skandal-dort-ein-missstand”-Dinger hier auszunehmen.
Alle Kommentare von Tom
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@ frank 72: das mit dem malen oder singen hätten sie vor den spielen auch nicht gemacht. ich finde computerspiele auch komisch, aber nicht so komisch, dass ich sie ernsthaft für amokläufe verantwortlich machen würde.
es würde mich im übrigen auch nicht wirklich überraschen, wenn die eltern des jungen ihre freizeit teilnahmslos vor der glotze sitzen.
diese nachricht im radio mit dem mittlerweile ja standardmäßigen ballerspiel-zusatz war es, die mich heute morgen aufgeweckt hat, indem sie mich direkt auf die palme getrieben hat.
Alle Kommentare von heidrun
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@Frank und Tom: nicht mit Ölfarben anfangen, sondern mit Wandfarben aus dem Baumarkt, ist billiger, trocknet schneller und lässt sich auswaschen.
Und wieso verteidigt niemand mit solcher Inbrunst das Malen und Singen, wie das Spielen am Bildschirm?
Alle Kommentare von Martin
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Ich glaub, ich installier mal wieder Counter-Strike. Aus Solidarität.
Alle Kommentare von Tom
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ich find den print-spiegel auch scheisse.
Alle Kommentare von heidrun
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martin: weil das malen und singen nicht im kreuzfeuer der bigotterie steht.
Alle Kommentare von heidrun
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@heidrun genau das wollte ich ja auch nicht - computerspiele fuer Amoklaeufe verantwortlich machen. Die Frage ist - wie Tom schon geschrieben hat- was würden die machen, wenn es keine Ballerspiele gäbe? Oder um auf Johnnys Posting zurückzukommen: Hätten Nazis Ballerspiele gespielt?
Frank
Alle Kommentare von Frank 72
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Psssst: Es war Malte ;)
Bei Johnny hätte doch “Hallo Generation Praktikum 2.0″ drübergestanden! (hihihi)
Oh, Antwort von SPON:
“Danke für ihre Anmerkungen, aber leider ist es uns aus Platzgründen nicht immer möglich, alle Details bei Counter-Strike und Konsorten zu nennen”.
Ich bin begeistert! Und habe eine Idee:
“Man setze ein:”
Sp_eg_l __line:
Der ira_ische ___sident __________ hat am __. November bekannt gegeben, dass er plane _______ Atombombe zu bauen.
Danke für die Freiheit meiner Meinungsbildung. Darf ich jetzt irakisch auch einsetzen? Und eine / keine Atombombe? Danke!
Alle Kommentare von Tom
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@ frank: es kommt imho nicht darauf an, was gewalttätige leute in ihrer freizeit tun, sondern was sich dabei in ihren köpfen abspielt. du kannst ja auch kampfsport machen, um dabei einen meditativen zustand zu erreichen, genauso gut gibt es in deinem kurs vielleicht einen, der das deswegen macht, um andere effektiver verprügeln zu können.
wenn einer morden will, dann kann er das auch mit klassik-radio im hintergrund.
Alle Kommentare von heidrun
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Ich weiß nicht, es hat schon immer Menschen gegeben die auf besonders tragische Weise nicht mit dem Leben zu Rande kommen! Bei den meisten richtet sich die in Aggression mündende Verzweiflung gegen sie selbst, während andere (leider!) total die Kontrolle verlieren und naja… :(
Vermutlich gab es das schon immer, nur dass es in der Vergangenheit in einer anderen Art und Weise Ausdruck fand! Schrecklich und traurig ist es nach wie vor, dass das Umfeld solcher Menschen nicht wahrnehmen will (?)/kann welches Desaster sich da anbahnen könnte!
Und ich bin mir nicht sicher, ob sich immer alles auf die Medien und auf manipulative visuelle Reize zurückführen lässt! Ich meine kennt Ihr noch diese Telespiele von früher, Tennis auf dem TV? Da gab es auch Schießen und ich habe mit großer Begeisterung mittels einer Kunststoffpistole auf den Bildschirm gezielt! Meine Eltern waren damals im Schützenverein und bei uns zuhause hingen bestimmt 5 Gewehre an der Wand und darunter im Schrank war die Munition, frei zugänglich. Darüber hinaus hatte ich, im Ernst jetzt, eine ziemlich beschissene Kindheit und Jugend (jede Menge Psychotherapieerfahrung!). Ich meine nur, wenn man so will…
Alle Kommentare von kleines frühstück
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@heidrun: und genau da fängt die Diskussion an überflüssig zu werden, denn irgendwann unterhält man sich nur noch darüber, wie man Gewalt am liebsten hätte. Natürlich werden Ehe, Ratenkauf und Festanstellung, die den Mann zum Axtmord brachten, niemals verboten werden. Ja, nicht einmal Äxte.
Ein Verbot, Beatles-Lieder auf der Mundharmonika zu spielen, finde ich viel schlimmer.
Alle Kommentare von Martin
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“Und ich bin mir nicht sicher, ob sich immer alles auf die Medien und auf manipulative visuelle Reize zurückführen lässt!”
du bist dir nicht sicher?? ich bin mir sicher. dass es nicht so ist.
eltern, lehrer und restliches umfeld können sich schön einfach aus der verantwortung stehlen, wenn sie laut schreiend “counterstrike” o.ä. beschuldigen. inzwischen weiss bei einem solchen vorfall sofort ganz deutschland,was als letztes beim täter über den bildschirm geflimmert ist, aber was/wie war denn das letzte gespräch mit seinen eltern und freunden?
@martin: “irgendwann unterhält man sich nur noch darüber, wie man Gewalt am liebsten hätte.” versteh ich nicht.
und ich finde es wichtig, darüber zu diskutieren, warum bei einigen menschen so viel schiefläuft. es ist wichtig, die wirklichen gründe zu finden. und es ist wichtig,dass leuten, die kinder in die welt setzen, klargemacht wird, was erziehung bedeutet, und dass sie darin unterstützt werden. aber das ist nur meine meinung.
was für ein beatles-mundharmonika-verbot???
Alle Kommentare von heidrun
25
mich nervt dieser sich wiederholende automatismus “ballerspiele -> amok”, der trotz aller bisherigen vorkommnisse “bemühungen” immer wieder auf’s neue aufgewärmt wird.
es wird mal wieder deutlich, dass unser gehirn halt am besten bei ganz einfachen, linearen ursache-wirkungs-ketten funktioniert. nur leider ist die realität nicht ganz so einfach in ein solches modell zu pressen. es ist zwar nicht von der hand zu weisen, dass alle diese amokläufer killerspiele spielen, aber die ursache-wirkungs-beziehung ist konstruiert und falsch.
die eigentliche ursache dieser amokläufe (egal wann und wo) ist die stigmatisierung der täter und darauf folgend dann die stigmatisierung der “welt” durch die täter bei gleichzeitiger ignoranz/hilflosigkeit/unwissenheit des sozialen umfeldes.
Alle Kommentare von ~thc
26
Oha, SPON hat’s geändert:
“Sebastian B., den alle nur Bastian nannten, galt als internetsüchtig und soll den ganzen Tag vor dem Computer gesessen haben. Er spielte den Horror-Shooter “Doom 3″, in dem man in einer Science-Fiction-Welt auf Gruselmonster schießt, und angeblich auch “Counter Strike”, einen sogenannten taktischen Shooter, in dem sich Teams von “Terroristen” und “Polizisten” gegenseitig bekämpfen [...]
(http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,449738,00.html)
Da schau her… zumindest mal keine falsche Information drinnen ;)
Alle Kommentare von Tom
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Ich setz mal nen manuellen Trackback:
http://campino2k.blogspot.com/2006/11/und-wieder-mal-computerspiele.html
Alle Kommentare von .chris
28
Und wenn, die Diskussion jetzt losgeht, ein Verbot lässt sich nicht durchsetzen. Ausserdem hat Deutschland eines der härtesten Jugendschutzgesetzte, einschliesslich der USK, in Europa. Beispielsweise kann man bei unseren Nachbarn in Össtereich mit 12 solche “Killerspiele” im Laden kaufen.
Alle Kommentare von k567123
29
Vier Zeilen, wie ein Faustschlag.
Aufwachen, ihr moralinen Wächter über 50+. Hier kommt eine zum großen Teil reflektierte Generation, die mit virtuellen Welten aufgewachsen ist, sie gestaltet und hinterfragt.
Wieviel Reflexion liess eigentlich der Volksempfänger zu?
Ihr habt Angst vor dem binären!
Nur weil ihr nie gelernt habt, damit umzugehen.
Wickelt sich in Brandenburg ein Auto um den Baum und im Radio läuft noch Bumsmugge, schreibt man auch gern “Macht Rave aggressiv?” (so geschehen) Antwort: Nein, ein Idiot ist einfach besoffen in der Disconacht gegen einen Baum gerauscht.
Alle Kommentare von Mathias Richel
30
Bemerkenswert ist auch Herr Wiefelspütz, laut tagesschau.de begann der Amoklauf um 9:30, und um ca. 16:10 waren schon erste Pressemeldungen des Herren online die ein Verbot von Computerspielen fordern. Gestern wurde erwähnt das die Autopsie der Täterleiche heute stattfinden soll, heute war zu lesen das die Angehörigen des Täters schwer geschockt waren so das sie von der Polizei noch nicht vernommen werden konnten. Es gab also noch keinerlei Untersuchungen zu dem Thema, worauf stützt Herr Wiefelspütz denn dann seine Forderung?
(manuelles Trackback)
Alle Kommentare von scholt
31
Nun geht das ganze wieder von vorne los. Computerspieler sind alle potentielle Massenmörder und jagen mit Äxten hinter Schulmädchen her. Ist klar!
Statt präventiv gegen die wahren Ursachen von Gewalt vorzugehen, werden neue Medien und, der breiten masse nicht geläufige, Tätigkeiten als Grund für Gewaltakte herangezogen.
Medienkompetenz muss gefördert werden. Das Verbot bringt garnichts.
Alle Kommentare von micha
32
die schuld auf computerspiele, musik und schwarze mäntel zu schieben, na ja, damit wird es sich wieder leicht gemacht. die immer kälter werdene gesellschaft zu hinterfragen, wo jeder einzelne nur humankapital ist… aber wer bestimmte anforderungen nicht erfüllt, un ein humankapital zu sein, ist im grunde ein nichts, höchstens ein parasit, der nur an unser sozialstaat saugt etc. ja, das wäre zu tiefgreifend, zu anstrengend, zu viele fragen mit zu vielen ungelösten anworten… also, computerspiele, die sind schuld! bitte weiter weg schauen (da sind wir deutsche ja sehr geübt drin)
Alle Kommentare von anna
33
Im Abschiedsbrief (http://www.keinmensch.de/alteseite/) gibt der Täter an, dass Hip Hop und Rap-Musik schuld waren an seiner Situation.
Ich finde, man sollte Hip Hop und Rap-Musik verbieten.
Alle Kommentare von Pascal
34
computerspiele - naja
- aber bei einem der vergangenen amokläufe (war nicht der von erfurt - sondern ein junge der aus dem haus heraus auf passanten geschossen hat) haben die ermittler nicht nur schauderhaft stolz die bösen computerspiele der öffentlichkeit präsentiert sondern auch seine “gewaltverherrlichende” lektüre: u.a. stephen king und …. …. “gevatter tod” von terry pratchett
Alle Kommentare von Inga
35
Die Frage ist (nachdem ich mir gerade mal flüchtig seinen wirren “Abschiedsbrief” angesehen habe) doch eher, wieso merkt niemand, wie verwirrt der Junge war? Im Grunde ist das Verbot von Medien doch nur eine Ablenkung von einem Versagen von Schule, Elternhaus und Gesellschaft. Oder?
Alle Kommentare von Andreas
36
“(da sind wir deutsche ja sehr geübt drin)” deutschen-bashing ist genauso beknackt wie computerspiel-bashing, das nur nebenbei.
@ andreas: sehr gut erkannt.das müssten jetzt nur noch spiegel, stern, bild, faz etc. etc. auch noch mitkriegen. aber das wären dann ja komplexe zusammenhänge. ob man den leuten das zumuten kann?
Alle Kommentare von heidrun
37
Es ist so einfach die Schuld auf Metal, Computerspiele und Splatterfilme zu schieben, aber die Ursachen zu bekämpfen will dann doch wohl keiner.
Mir hat mal ein Amerikaner erzählt wie die damit umgehen. Die Gefängnisskapazitäten werden an die Schülerzahl der 4. Klasse angepasst, da von diesen x % da später mal da landen werden. Aber warum das so ist…
Alle Jahre wieder tauchen solche Artikel von Menschen auf, die keine Ahnung haben wovon sie schreiben. Heizen mal wieder die Öffentlichkeit an. Kubrick-Filme sind Kunst. Splatter Filme sind böse und wer sowas guckt ist potentieller Amokläufer, also wird ständig sein Haus durchsucht. Schön, wenn man die Welt so einfach einteilen kann.
Woher die Waffen? Man will sich doch nicht die schöne Tradition der SChützenvereine kaputt machen lassen, wo man sich mit den Kammeraden immer wieder gerne unter Reichskriegsflagge trifft, Bierchen trinkt und von den guten Zeiten damals erzählt. Als die ansständigen Landser noch ordentlich gemordet haben. Ja früher war die Welt noch in Ordnung.
Jetzt wird wieder geredet, viel Blödsinn erzählt und gefordert. Am Ende wird sich nichts geändert haben und wir warten auf den nächsten Amokläufer. Womit wieder alles von vorne beginnen wird.
Alle Kommentare von Melchior
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Vielleicht sollte man nicht außer acht lassen, dass der Täter sich an diesem Tage wegen unerlaubten Waffenbesitzes zu verantworten gehabt hätte. Also der Auslöser war höchstwahrscheinlich eine konkrete Stress-Situation.
Bemerkenswert halte ich die Texte auf dieser Seite der psychosozialen Onlineberatung (die nur mehr im google cache liegt). Da hat jemand nach Hilfe gerufen. Der knallharte Counterstrike/Softair hat von sich aus Hilfe gesucht - bei so einer “uncoolen” psychosozialen Beratung.
Die Frage stellt sich tatsächlich weniger nach den häuslichen Spielgewohnheiten sondern der häuslichen Kommunikation.
Und jetzt noch was gedankenwinderisches: Wieviele Leute eigentlich nicht in ihrer trostlosen Welt Amok laufen, weil sie ihre Aggressionen in derartigen Spielen kanalisieren können. Jaja, ich weiß, es gibt da anders lautende Untersuchungen, trotzdem halte ich diese Frage für interessant.
Alle Kommentare von Andreas.
39
Ich habe, ebenso wie Marcel Bartels, den Abschiedsbrief veröffentlicht, da er meiner Meinung nach jede Menge zutreffende Gesellschaftskritik enthält. In den Medien wird nur der Täter thematisiert, nicht das Umfeld, die Biographie und die Gesellschaft, welche ihre Jugend immer häufiger im Stich läßt. Das System darf nicht kritisiert werden! Die Schuld liegt nur beim Individuum! Dumm nur, dass die Tat wohl eher das Ergebnis von häufig und im großen Umfang gescheiterter Interaktion des Individuums mit seiner Umwelt ist. Folglich muss man beide Aspekte betrachten. Die Zensur der Polizei NRW erachte ich als widerwärtig.
Gruß
Alex
Alle Kommentare von Perspektive2010
40
mmh.. der abschiedsbrief verträgt sich fürwahr nicht so richtig mit der computerspiel-these. der ist echt? puh.
Alle Kommentare von heidrun
41
Auf tagesschau.de gibt es zu dem Thema auch ein Interview mit einem Psychologen
Alle Kommentare von scholt
42
Puuuh, der Abschiedsbrief verdient Aufmerksamkeit! Muss ich mir gleich nochmal durchlesen, das erste Mal erschlägt er einen ja—
Alle Kommentare von Tom
43
Gegen die Zensur und die Meinungsmache der Medien
In dieser Datei hat jemand zusammengesammelt, was es von B. bis gestern Nacht noch im Netz zu finden gab. Mit dabei sein Abschiedsbrief, sein Livejournal von 2004 bis 2005 und sein Hilferuf bei das-beratungsnetz.de 2004, wo er sich auch im Januar 2006 nochmal dazu äußerte.
Ich denke, davon kann man sich ein besseres Bild machen, als von dem was die Medien jetzt daraus machen.
Alle Kommentare von Steph
44
Auschwitzvergleich? Also irgendwo gibt es Grenzen…
Alle Kommentare von imYemeth
45
Manueller Trackback (Self confident)
Alle Kommentare von Mathias Richel
46
Liebe? Wärme? Zuneigung? Aufmerksamkeit?
Das fehlt doch sovielen heutzutage, oder?
Alle Kommentare von sunny3d
47
Was Auschwitz hier verloren hat wüsste ich jetzt aber auch gern. Den Vergleich kann ich ganz und gar nicht nachvollziehen.
Alle Kommentare von Moe
48
@moe, Auschwitz kann man durchaus als kollektiven Amoklauf betrachten.
Alle Kommentare von stockwerk23
49
mann! es geht darum, dass auch schon wesentlich krassere, entmenschlichtere und durchgeplante dinge passiert sind, als es die bösen computerspiele noch nicht gab, die so gern als singuläre ursache für amokläufe hingestellt werden. das ist doch nicht so schwer zu verstehen.
Alle Kommentare von heidrun
50
Heidrun, natürlich ist das nicht schwer zu verstehen, denn es ist eine unheimliche triviale Feststellung. Warum man dazu die Auschwitz-Keule auspacken muss verstehe ich nicht.
Alle Kommentare von Moe
51
Mich würde interessieren, wie die Ego-Shooter-Verteidiger über ein fiktives Pädophilen-Spiel denken würden (halt ein Ego-Spiel, wo das Kopf wegschießen von Mitspielern durch entsprechende andere Grausamkeiten ersetzt würden). Hätte das auch keine Auswirkungen auf die Spieler und würde sie nicht beeinflusssen? Wäre das auch genauso ok?
Ich halte Gewaltspiele nicht für ursächlich, denke aber, dass täglichen Nachspielen von brutalen Gewaltakten, einen Menschen beinflussen kann und ihm gewisse Lösungswege in einer aussichtlosen Situation vorspielt.
Alle Kommentare von Fred
52
(Fiktive Umfrage)
Alle Welt spricht über den gestrigen Amoklauf. Welchen Beschäftigungen ist der Täter Ihrer Meinung nach in seiner Freizeit nachgegangen?
Counter-Strike (76%), Killerspieler (22%), keine Angabe (2%)
Wo fand der Amoklauf statt?
keine Angabe (54%), Emsdetten (21%), Münster (15%), Erfurt (10%)
Alle Kommentare von Sven
53
Fred (55):
Naja, Das Thema Pädophilie in Spiele einzubetten, kann man wohl als unmachbar einstufen.
Aber in Filmen ist es möglich. Hat der übermäßige Konsum von Filmen wie “Hard Candy” oder “Mysterious Skin” negative Auswirkungen auf den Konsumierenden? Oder setzt sich der Zuschauer nur kritisch mit dem Thema auseinander?
Alle Kommentare von Sven
54
naja zumindest SPON hat es dann doch noch verstanden:
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,449843,00.html
Alle Kommentare von Thorsten
55
Die Forderung nach einem Verbot von “Killerspielen” wurde dieses Jahr ja schon öfters laut. Und ich verstehe auch warum: weil es so einfach ist. Mit solch einer Forderung erreicht man eine breite Öffentlichkeit und kann seine Reputation als Politiker aufwerten.
Diejenigen die jetzt Ende zwanzig bis Mitte dreissig sind, sind diejenigen, die de Generation angehören, die den Siegeszug der Computerspiele miterlebt haben. Wer von denen hat nicht irgendwann mal Doom oder Quake gespielt, oder mit Genuss Tarantino Filme gesehen? Sind das alles potentielle Massenmörder? Bestimmt nicht.
Aber diejenigen, die diese Entwicklung nicht miterlebt haben, haben kein wirkliches Bild von der Sache und da zieht so eine Forderung einfach. Welcher Politiker war es noch mal, der vor ein paar Wochen nach einem Verbot von “Killerspielen” geschrien hat und dann zugegeben musste, dass er sich noch nie so ein “Killerspiel” gesehen hat?
Aber warum soll man es sich schwer machen und sich mit den gesellschaftlichen Problemen auseinander setzen, wenn man den schwarzen Peter so leicht abgeben kann? Ich bin gespannt, wer der nächste Schuldige ist, sollten “Killerspiele” und “Killerfilme” verboten werden, und es trotzdem zu solchen Vorfällen kommt. Welche Gemeinsamkeiten wird es dann zwischen den Tätern geben? Sind in Ihrer Kindheit mit Telletubbies verstraht worden? Sind regelmässig beim McDonalds und Co. essen gewesen?
Wir können gespannt sein.
Alle Kommentare von alexk
56
@ andy69
Schön, dass das mal jemand sagt. Genau das denke ich auch jedesmal. Wenn man die Zahl der Schülerselbstmorde in Relation zu den Amokläufen setzt - und diese Selbstmörder würden wahrscheinlich fast jeden Punkt des Abschiedsbriefes unterschreiben - dann ist es eher erstaunlich, dass Amokläufe so selten sind.
@ Fred
Ich habe mir die Frage gestellt, was ich von Spielen halten würde, in denen beispielsweise rassistische Gewalt Punkte brächte. Um ehrlich zu sein: Ich selbst spiele keine Egoshooter, das gewalttätigste für mich war bisher Tomb Raider. Daher weiß ich auch nicht, was in Spielen Usus ist. Matthias von d-frag meinte, dass die Beispiele aus San Andreas alle erlogen wären. Mit der Folge, dass dann Leute wie ich über etwas anhand von Fehlinformationen diskutieren. Grenzen müssen tatsächlich gezogen werden, aus Respekt beispielsweise vor Opfergruppen, auch wenn ich diese Grenzen weit ziehen würde, weil Spiele Fantasiewelten bebildern und abbbilden und halt nur Fantasiewelten und eben nicht zuletzt unter die Freiheit der Kunst fallen. Am Ende ist es nicht die Aufgabe des Staates, sondern die der Eltern, zu sehen, womit sich ihr Kind beschäftigt und es für das Kind in Relation zur Realität zu setzen. Mein Vater hat zum Beispiel mit mir Krieg der Sterne gesehen und war empört darüber, wie leichtfertig Darth Vader Menschen erwürgt und wie nebenbei es gezeigt wird. Allein diese Empörung hat mir verdeutlicht, dass es sich eben auch dabei um Gewalt handelt, bei der ein Mensch ums Leben kommt.
@ Moe, Imyemeth und Gedankenstücke
Ausschwitzkeule, Ausschwitzvergleich, Godwin. Nichts davon trifft es. Ausschwitz ist in einer Zeit geschehen, die außer Erbauungs- und Heimatfilmen wenig an Kunst produziert hat. Das hat nur insofern etwas von einer Keule, als dass das Argument schlagend ist. Es gibt einen Zusammenhang zwischen der Darstellung in der Kunst und der Realität nicht in dieser behaupteten Form. Ich hoffe übrigens, dass sich auch manche den Ausschwitz-Link näher angeschaut haben. Ich habe ihn nämlich reingepackt, weil der Hessische Rundfunk da sehr gute Arbeit geleistet hat. Diese Dokumente sind wirklich verstummen lassend.
Alle Kommentare von Malte
57
Der Auschwitz-Vergleich ist insofern etwas prekär, als dass der Abschiedsbrief ja mit der Forderung endet, alle Türken (”Muchels”) sollen vergast werden.
Für mich nicht nachvollziehbar wie das weiter oben in den Kommentaren zu zutreffender Gesellschaftskritik hochstilisiert wird.
Alle Kommentare von boo
58
@boo arbeitest du bei der Bild ?
wenn zitieren, dann doch bitte den ganzen Absatz und nicht nur das, was einem gerade gefällt.
Hier mal komplett, und man beachte die Reihenfolge der Nennungen
Nazis, HipHoper, Türken, Staat, Staatsdiener, Gläubige…einfach alle sind zum kotzen und müssen vernichtet werden!
(Den begriff “Türken” benutze ich für alle HipHopMuchels und Kleingangster; Sie kommen nach Deutschland weil die Bedingungen bei
ihnen zu hause zu schlecht sind, weil Krieg ist… und dann kommen Sie nach Deutschland, dem Sozialamt der Welt, und lassne hier
die Sau raus. Sie sollten alle vergast werden! Keine Juden, keine Neger, keine Holländer, aber Muchels! ICH BIN KEIN SCHEISS NAZI)
Ich hasse euch und eure Art! Ihr müsst alle sterben!
Alle Kommentare von andy
59
Neben CS und Metalmusik-Dateien befanden sich sicher auch Solitär und Popmusik auf seinem Rechner..
Alle Kommentare von zahnarztkongress
60
Counter-Strike, Doom, Quake, Battlefield
Früher waren es Räuber- und Gendarm Spiele im Grünen.
Heute eben am Computer oder auch im Grünen in Form von ‘Softair’.
Na und?
Fakt ist doch, dass seine Gesellschaft - ich meine sein Umfeld - versagt hat. Sein Irrweg in die Isolation war ein langer, begleitet mit seinen Hilferufen, wahrscheinlich nicht nur im Internet.
Seine Zuneigung zu Waffen haben ihn schließlich explodieren lassen und nicht implodieren, wie viele andere, die einfach nur von der Brücke springen.
Explosionen fallen auf. Man gibt da besser den Stöckchen, mit denen er spielte die Schuld, statt Ursachen im System zu suchen. Die Frage, warum die Gesellschaft ihn nicht mitnehmen konnte, bleibt offen.
Alle Kommentare von Steph
61
na los, malte, dann schreib stattdessen was vom 1. weltkrieg im allgemeinen (huhu! voraussetzung für auschwitz!) oder von hexenverbrennungen. oder witwenverbrennungen. wenn das besser ist und nicht an die heilige einmaligkeit des dritten reiches rührt (davon hatten wirs hier doch neulich schon mal, mit helge schneider.)
mit “auschwitz-keule” hat das für mich auch sehr wenig zu tun, dieses beispiel hier anzuführen.
edit: der link ist wirklich ziemlich spannend. danke.
Alle Kommentare von heidrun
62
und wenn das letzte computerspiel zensiert is wird man feststellen, dass man kinder erziehen muss…
Alle Kommentare von Janis
63
ich finde außerdem, dass man wieder mehr über den haschischkonsum als ursache für so etwas diskutieren sollte. das waren noch zeiten…
Alle Kommentare von heidrun
64
Was ist so aussergewöhnlich an dem Abschiedsbrief ?
Scheint mir eher der finale Ausdruck einer zurechtgebastelten Psychose zu sein, in der er alles integriert hat. Wird sich schon selbst gründlichst isoliert haben und eben, psychotisch verlangt, wie er wohl war, alles so zurechtgebogen haben, damit es in seine Vorstellungswelt passt. Achja.. und man hätte ihm mal sagen sollen, das “einzig” nicht steigerbar ist. Kann natürlich sein, dass man dann jetzt tot wäre.
Und:
Ob nun die Spiele verboten werden - pfft.. mir fast vollkommen egal. Vielleicht trägt es sogar zu etwas mehr Kreativität der Macher bei. Kann ohnehin keine Ego-Shooter mehr sehen. und wers dennoch braucht kann sie für teuer geld importieren oder halt für nicht-teuer Geld aus dem netz ziehen. Ergo: Ein Verbot ist eh zwecklos. Halt purer Aktionismus.
Alle Kommentare von marc
65
achso, psychoten machen ihre psychosen selbst? wusste ich noch gar nicht.
Alle Kommentare von heidrun
66
War mir auch nicht klar.
Alle Kommentare von Malte
67
Genau Marc, wenn man die Möglichkeit gehabt hätte, mit ihm zu reden, dann hätte man ihn unbedingt auf die Nichtsteigerungsfähigkeit von “einzig” hinweisen sollen.
*kopfschüttel*
Akuter Trollismus
Alle Kommentare von Andreas.
68
marc: bevor ich mich wieder verbal ruiniere, schließe ich mich einfach heidrun an, bzw. finde ich deine feindliche haltung gegenüber psychotisch erkrankten absolut fehl am platz, zumal es noch nicht einmal bestätigt ist, dass er tatsächlich eine psychose hatte, oder irre ich mich da?
Alle Kommentare von sunny3d
69
sunny: das wäre zu komplex. mit seinem fundierten fachwissen kann uns marc sicher auch erzählen, welche art von psychose der junge sich da gebastelt hat. (anleitung auch aus dem internet?)
Alle Kommentare von heidrun
70
Ich sprach von Veranlagung. Und, dass er sich selbst alles zurechtgelegt hat lese ich aus dem wirren, wiedersprüchlichen Abschiedsbrief heraus.
Und warum sollte ich etwas gegen Menschen mit Psychosen haben ?
hab nur was dagegen, wie ernst dieser Brief zum Teil genommen wird. Weil ich ihn halt für reichlich wiedersprüchlich und blödsinnig halte.
Meinte damit, dass er durchaus gefallen an seiner Isoliertheit gefunden und sich fröhlich hineingesteigert hat. Inwieweit das Umfeld daran schuld hat - keine Ahnung. Über die Gesellschaft zu jammern bringt ohnehin nix- nächste Woche ist alles vergessen. Hätte er eigentlich auch wissen müssen.
Alle Kommentare von marc
71
Du liest aus seinem Abschiedsbrief, dass er Gefallen an seiner Isoliertheit gefunden hat? Wie deutlich kann man eigentlich einen Text formulieren, damit nicht einer daher kommt und ihn nach seinem Gutdünken interpretiert?
Alle Kommentare von Malte
72
“widersprüchlich” schreibt man ohne “i”.
“Inwieweit das Umfeld daran schuld hat - keine Ahnung.”
wie war das zitat aus “about a boy”? “no man is an island? i am an island. i’m fucking ibiza!”
KOPFSCHÜTTEL
Alle Kommentare von heidrun
73
Zum einen steht dort wie böse und geüfhllos alle Menschen sind.. ein paar Zeilen weiter sollen Türken vergast werden.
Nur ein Beispiel für nicht ernstzunehmende Wirrnis.
Alle Kommentare von marc
74
achso, hat ja auch nur ein paar menschen das leben gekostet. braucht man nicht ernstzunehmen. lass solche leute mal vor sich hinvegetieren (wie er es slbst bezeichnet hat), dann löst sich das von selbst. ist doch kein gesellschaftliches problem, sowas. wir haben wirklich andere sorgen.
so, hoffentlich bist du jetzt sattgefüttert.
Alle Kommentare von heidrun
75
Ich sprach allein vom Brief - nicht von der tat.
Und schön ich kann nun sagen, die Gesellschaft wird jetzt aufwachen, wir werden alle im Kreis tanzen und “Hava Nagila” singen - aber so wirds wohl leider nicht kommen. War halt nur eine realistische Einschätzung- nicht das mir die gefällt aber so ist es leider.
*edit Meinte nur, es gibt tausendfach Erklärungen und Vorsätze nach solchen taten, die zum Teil auch lobenswert sind aber eben nicht grad lange bestand haben. Schon allein, weil eine Woche später wieder jeder an seinen eigenen Problemen nagt.
Alle Kommentare von marc
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eben, irgendwann muss man anfangen andere menschen ernst zu nehmen, nur dann ist es möglich ihnen zu erklären, was für einen schwachsinn sie produzieren, bzw. mit ihnen reden, um zu erfahren woher diese wut kommt.
und das sollten eltern, freunde, das gesamte umfeld…
Alle Kommentare von sunny3d
77
Das beste Zitat zu diesem Thema stammt von Marylin Manson in „Bowling for Columbine“, aus einer Frage, was er den Columbine-Attentätern gesagt hätte:
Bei mir aus den Kommentaren gefischt.
Alle Kommentare von rene
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Malte, es ist also kein Werteverfall zu beklagen? Wow, das wusste ich nicht. Aber ist ja eigentlich logisch. Ich hatte den Holocaust fast vergessen, ich Dösbaddel! Der widerlegt natürlich die Weisheit “früher war alles besser”. Wenn doch alles so einfach wäre… *freu*
Das bedeutet jetzt für uns: wir können so lange scheiße bauen, bis wir uns wieder der Messlatte Auschwitz nähern. Erst wenn wir die überschritten haben, können wir in Erwägung ziehen, einen Werteverfall zu beklagen. Dann müssten wir vielleicht n bisschen kürzer treten. Aber das dürfte noch dauern… Wie viele pickelige Kellerkinder wären das in etwa, die noch Amok laufen müssten, bis wir in den Holocaustbereich kommen? Sehr viele? Nagut… Geil, dann können wir uns ja zurücklehnen.
Vielleicht ist unter den Schul-Amokläufern, die noch kommen, ja auch mal einer dabei, der nicht CS auf’m Computer installiert hat. Wenigstens ein einziger! Dann würden die Herren “ich habe noch nie CS gezockt” Politiker auch mal ihr inkompetentes Maul halten!!1
Alle Kommentare von ajo
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Besonders “interessant” finde ich wie gerade bei Brisant gesehen: Im Beitrag über den Täter selbst wird aus dem im Netz bekannten Hilferuf (natürlich?) nur das Zitat “es geht um Amoklauf” gebracht. Der darunter stehende Ruf nach Hilfe geflissentlich überlesen. Dass weiter unten auf der Seite ein Eintrag des Täters steht, wo dieser sich wieder etwas besser fühlt, natürlich auch. Gewaltspiele, Waffenbastler, Internetsüchtiger.
Und danach ein analytischer Beitrag der Redaktion, die die Themen, die der Täter in diesem Posting angesprochen hat (Mobbing, Statussymbole, Individualismus), als Expertenmeinung abfragt und präsentiert. Zumindest wurde gesagt, dass ein Verbot von “Gewaltvideos und -spielen” kein geeigneter Weg seien. Expertenmeinung.
Ich möchte noch was zweites sagen, weil das Argument im Laufe der Zeit immer wieder auftaucht: Nein, mit dem Befassen der Hintergründe und Motive des Täters werden die Opfer NICHT vergessen. Die werden (so hoffe ich) gut betreut). Das Befassen mit den Hintergründen soll dazu führen, dass es keine Opfer mehr geben soll.
Alle Kommentare von Andreas.
80
Um mal zu zeigen, dass ich nicht ein emotionaler Eisblock bin:
Gesellschaftliche Kälte gibt es natürlich Dland. Man merkt dies besonders, wenn man in andere Länder reist und seltsamerweise besonders in ärmere Länder.
Ich war relativ oft in Indonesien, dort geht man ganz anders miteinander um.
Nicht, dass es nun ein Paradies wäre aber letzendlich entscheidet ja mein Gefühl darüber, wo ich mich am wohlsten fühle (nunja logischerweise). Ich liebe einfach dieses Land und seine Menschen, trotz Korruption, unmoralischen Militärs, Islamisten usw.
Besonders, wenn ich zurück nach Deutschland komme fällt mir der Unterschied sofort auf, sobald ich den Flughafen verlassen hab.
Ich wage mal zu behaupten, dass der Sozialstaat mit zur Kälte beiträgt. Denn, oft denkt jeder: “Warum soll ich mich darum kümmern, das wird der Staat schon erledigen und wenn was passiert, dann schimpfe ich auf Lehrer, Politiker und Computerspiele oder bin entrüstet, fühle eine Woche emotionell aufgeladen mit und gehe dann wieder zum Alltag über”.
Nicht, dass ich was gegen den Sozialstaat habe, nur hat alles halt zwei Seiten.
Da wird sich auch wenig dran ändern. Wer anders leben will, sollte sehen, dass er hier wegkommt.
Ich bereite soweit ich kann schon alles dafür vor, wobei Indonesien mein Hauptziel ist, da ich dort inzwischen gut zurechtkomme und viele Bekannte und Freunde habe.
Alle Kommentare von marc
81
ajo, du hast ganz genau erfasst, worum es hier geht.
früher war natürlich alles besser (weisheit!), auschwitz ist die einzige ausnahme, und gewalt-computerspiele, von “pickligen kellerkindern” gespielt, sind das einzige zeichen für den zu beklagenden wertverfall. du darfst dich freuen, denn deine welt ist anscheinend sehr einfach.
Alle Kommentare von heidrun
82
dass sie das einzige zeichen seien, habe ich nie gesagt.
Alle Kommentare von ajo
83
Ich empfinde den Auschwitz-Link immer noch als unpassend und kann mir der “Erklärung” leider auch wenig anfangen… naja, bin wohl da zu konservativ erzogen als dass ich mit dem Thema “kreativ” umgehen könnte.
Alle Kommentare von imYemeth
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“Ich finde, man sollte Hip Hop und Rap-Musik verbieten.”
Und Jazz. (Gnihihi)
Aber mal Insiderwitze beseite. Ich spiele nur die Sims.
Bin ich jetzt Voyeurin, die gerne in andere Leute Schlafzimmer schaut?
Alle Kommentare von Yetused
85
Diejenigen, die hier groß rumsabbeln vonwegen “Umfeld” und “Zuhören” können sich hoffentlich an ihren eigenen Ansprüchen messen lassen.
Alle Kommentare von m.fehn
86
ja, ich gebe zu, dass es nicht immer funktioniert mit dem zuhören, bzw. ist es manchmal schon ziemlich spät, wenn jemand mit ende zwanzig zum beispiel immer noch nicht seine kindheit verarbeitet hat. da müssen experten ran. aber in der regel geht sowas auch ohne großen psychologischen aufwand - nämlich mit zuhören!
Alle Kommentare von sunny3d
87
@ Alex (Perspektive 2010)
Da man bei Dir nicht kommentieren kann (Du wirst schon wissen, warum Du die Kommentare geschlossen hast):
Ich finde es zu kurz gegriffen, von “richtiger Gesellschaftskritik” zu sprechen. Nun haben gerade Depressive einen vermeintlich klaren Blick und sprechen Dinge an, die andere verdrängen, Ängste aller Art, Ausgrenzungserfahrungen etc. Aber gerade in diesem Brief wird doch eine recht schwerverdauliche Suppe zusammengerührt aus verbrämtem Ausländerhass (”nicht diese Ausländer, nur diese hier” - er bezeichnet sich zwar ausdrücklich als Nicht-Nazi, aber die Definitionshoheit obliegt nun mal nicht allein demjenigen, der solche Sätze schreibt) und persönlichen Angriffen (auf die Direktorin, die wir alle nicht kennen und über die jetzt jeder solche Sätze lesen kann).
@ imYemeth
Ist Dir während deiner Erziehung beigebracht worden, von Auschwitz zu schweigen? Tut mir leid, das ist jetzt vlt etwas plakativ, aber ich verstehe Deine Bedenken nicht.
Alle Kommentare von Malte
88
@ ajo
Werteverfall impliziert, dass es früher (wann auch immer) Werte gegeben habe, die es jetzt nicht mehr gibt und dass diese Veränderung negative Konsequenzen hat. Ich halte dagegen, dass es viele Werte heute nicht gibt, von denen ich aber annehme, dass es sie in diesem “früher” auch nicht gegeben hat, weil wir jetzt weniger Gewalt erleben (krimineller wie miltärischer Natur) als je zuvor. Zustimmung: Heute dreht sich alles um Statusobjekte. Früher hieß das Ehre. Und diese Ehre hieß halt oft: Treue.
Alle Kommentare von Malte
89
Man kann vielleicht auch mal schauen, wie diese seltsam verunstalteten Menschen, genannt Computerspieler, darüber miteinander reden:
“Das hat nicht lange gedauert”
“Es geht wieder los”
“Wie Kinder Spaß am Morden finden”
Alle Kommentare von ntropie
90
Werte haben sich gewandelt. Also statt Werteverfall, sollte man es vielleicht Wertewandel nennen.
Alle Kommentare von marc
91
Politiker fordern: “Alle Schulen verbieten!”
Alle Kommentare von oehi
92
Also mir geht der Auschwitz Link dann doch etwas zu weit. Das Impliziert ja, das es mit dem Verweiß auf Nazi Deutschland ja gar keinen Werteverlust geben kann, so lange wir nicht auf dem Niveau angekommen sind.
Ich stelle mir ein Gespräch mit dir Malte in etwas so vor. “Ich sehe eine Tendenz in den Medienprogrammen, die in mir ein Gefühl des Werteverlustes hervorrufen” - “Aber Jan, reg dich nicht so auf. So schlimm wie bei den Nazis ist es doch nocht nicht!”
Ausserdem erweckt dieser Vergleich den Eindruck, dass die derzeitigen Kritiker an gewissen Computerspielen sich beim Ausspruch “früher war alles besser” sich an die Nazi Zeit erinnern. Nun müßten diese Krtiker mindestens 80 sein. Mir fällt derzeit aber kein 80jähriger ein, der die derzeitige Diskussion entscheidend mitbeeinflusst.
Es ist daher ziemlich ungerecht und auch ein wennig beleidigend. Man kann den Kritikern sicherlich vorwerfen, dass sie keine Ahnung von der Materie der Computerspiel haben und auch nicht mit diesen aufgewachsen sind. Das Empfinden, dass ein genereller Werteverlust (was auch immer das sein soll) aber mit einem Verweiß auf die Nazi Zeit abzubügeln zeugt aber ebenfalls von einer mangelnden Beschäftigung mit der Materie.
Alle Kommentare von Jan
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@ Jan
Extra deinetwegen wälze ich gerade Kriminalstatistiken von 1938 bis heute. Darin findet sich bei schnellem Überfliegen nichts, was dafür spräche, dass ein dramatischer Wertewandel stattgefunden hätte. Woran bemisst du ihn denn?
Alle Kommentare von Malte
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@Malte: Jan schrieb von einer “Tendenz in den Medienprogrammen”. :)
Und man kann