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> <channel><title>Comments on: Im Kontext betrachten</title> <atom:link href="http://www.spreeblick.com/2007/04/05/im-kontext-betrachten/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" /><link>http://www.spreeblick.com/2007/04/05/im-kontext-betrachten/</link> <description>I live by the river!</description> <lastBuildDate>Fri, 10 Feb 2012 06:39:42 +0000</lastBuildDate> <sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod> <sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency> <generator>http://wordpress.org/?v=3.3</generator> <item><title>By: studi</title><link>http://www.spreeblick.com/2007/04/05/im-kontext-betrachten/comment-page-2/#comment-396556</link> <dc:creator>studi</dc:creator> <pubDate>Mon, 09 Apr 2007 22:25:09 +0000</pubDate> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/2007/04/05/im-kontext-betrachten/#comment-396556</guid> <description>Nachdem hier nun auch noch Einer geistige Bruderschaft bei sich festgestellt, war es das dann für mich.
Mein letzter post.</description> <content:encoded><![CDATA[<p>Nachdem hier nun auch noch Einer geistige Bruderschaft bei sich festgestellt, war es das dann für mich.<br
/> Mein letzter post.</p> ]]></content:encoded> </item> <item><title>By: kleiner Nazi</title><link>http://www.spreeblick.com/2007/04/05/im-kontext-betrachten/comment-page-2/#comment-396475</link> <dc:creator>kleiner Nazi</dc:creator> <pubDate>Mon, 09 Apr 2007 19:35:43 +0000</pubDate> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/2007/04/05/im-kontext-betrachten/#comment-396475</guid> <description>Ich glaube man muss die dinge mal in Abwägung bringen.Klar die Ziele waren aufs höchste ehrenwert und hatten einen revulutionär geprägten Hintergrund.
Auch mit dem Morden hat der Staat angefangen.
Auch Willy Brandt hätte wohl nicht zu &quot;mehr Demokratie wagen&quot; aufgerufen, und diese dann auch zumindest in teilen durchgesetzt, wen es die RAF nicht gegeben hätte.
Alles keine Frage und sollte eigentlich geschenkt sein!Nur eine Revolution war es nicht was die RAF gemacht hat, denn dafür fehlte ihr der beistand der Massen! Und da es keine Revolution war, welche die taten im nach hinein hätte rechtvertigen hätte können sind es dafocto nun mal verbrecher. Ich denke das sind einfach mal die Fakten! Mein Vater sagte mir zwar als kleiner Junge das man Ulrike Meinhoff nochmal ein Denkmahl bauen wird aber das war wohl nichts ;)
Gut, es gibt halt mehr verlohrengegangene Revolutionen als erfolgreiche!Ob die Jungs nun ein paar Jahre länger oder weniger einsitzen ist eigentlich auch geschenkt. Das war einkalkuliert und so oder so stellen die Leute heute weder eine Gefahr für Politiker noch für mich dar. Wobei ich mich persönlich zu keinem Zeitpunkt von einen RAF Anhänger jemals bedroht gefühlt habe. Eher hatte ich das Gefühl der Bruderschaft im Geiste!Auch stellt sich nicht die Frage ab wann der Mensch jemand anderes Töten darf. Denn das ist eine Frage die außerhalb jedes Gerichtssaales jeder für sich selber entscheiden muss. Kein vernünftiger Mensch stellt den Anspruch der Gerechtigkeit an einen Richter. Dieser muss lediglich das in einer Gesellschaft als Recht definierte zur Ausführung bringen. Es stellt sich viel mehr die Frage wie hätten die Leute der RAF in der damaligen Situation, in der Kameraden zusammengeschlagen, inhaftiert und von der Polizei getötet wurden, hätten anders reagieren können?Den Falsch war es alleine schon aus dem Grund weil es nicht erfolgreich war. Ein ganz einfaches Gesetz der Evolution!
Oder war es am Ende doch erfolgreich?</description> <content:encoded><![CDATA[<p>Ich glaube man muss die dinge mal in Abwägung bringen.</p><p>Klar die Ziele waren aufs höchste ehrenwert und hatten einen revulutionär geprägten Hintergrund.<br
/> Auch mit dem Morden hat der Staat angefangen.<br
/> Auch Willy Brandt hätte wohl nicht zu &#8220;mehr Demokratie wagen&#8221; aufgerufen, und diese dann auch zumindest in teilen durchgesetzt, wen es die RAF nicht gegeben hätte.<br
/> Alles keine Frage und sollte eigentlich geschenkt sein!</p><p>Nur eine Revolution war es nicht was die RAF gemacht hat, denn dafür fehlte ihr der beistand der Massen! Und da es keine Revolution war, welche die taten im nach hinein hätte rechtvertigen hätte können sind es dafocto nun mal verbrecher. Ich denke das sind einfach mal die Fakten! Mein Vater sagte mir zwar als kleiner Junge das man Ulrike Meinhoff nochmal ein Denkmahl bauen wird aber das war wohl nichts ;)<br
/> Gut, es gibt halt mehr verlohrengegangene Revolutionen als erfolgreiche!</p><p>Ob die Jungs nun ein paar Jahre länger oder weniger einsitzen ist eigentlich auch geschenkt. Das war einkalkuliert und so oder so stellen die Leute heute weder eine Gefahr für Politiker noch für mich dar. Wobei ich mich persönlich zu keinem Zeitpunkt von einen RAF Anhänger jemals bedroht gefühlt habe. Eher hatte ich das Gefühl der Bruderschaft im Geiste!</p><p>Auch stellt sich nicht die Frage ab wann der Mensch jemand anderes Töten darf. Denn das ist eine Frage die außerhalb jedes Gerichtssaales jeder für sich selber entscheiden muss. Kein vernünftiger Mensch stellt den Anspruch der Gerechtigkeit an einen Richter. Dieser muss lediglich das in einer Gesellschaft als Recht definierte zur Ausführung bringen. Es stellt sich viel mehr die Frage wie hätten die Leute der RAF in der damaligen Situation, in der Kameraden zusammengeschlagen, inhaftiert und von der Polizei getötet wurden, hätten anders reagieren können?</p><p>Den Falsch war es alleine schon aus dem Grund weil es nicht erfolgreich war. Ein ganz einfaches Gesetz der Evolution!<br
/> Oder war es am Ende doch erfolgreich?</p> ]]></content:encoded> </item> <item><title>By: studi</title><link>http://www.spreeblick.com/2007/04/05/im-kontext-betrachten/comment-page-2/#comment-396292</link> <dc:creator>studi</dc:creator> <pubDate>Mon, 09 Apr 2007 12:23:39 +0000</pubDate> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/2007/04/05/im-kontext-betrachten/#comment-396292</guid> <description>Radikalisierungspotential ist sicher da und entspricht dann einer gewalttätigeren Art der Überreaktion und Hysterie.
Vermutlich unterlagen die Richter einer emotionalen Fehleinschätzung der Situation und Intention des Schreibens in einem bessonders schweren Fall.
Was mich wieder auf meine Juraprofessoren bringt, die sagten, das Problem sei, dass der Mensch keinen Subsumptionsmaschine sein kann.
Dass die fehlerhafte Subsumption allerdings erst durch den BGH aufgedeckt wurde, ist allerdings bedenklich.</description> <content:encoded><![CDATA[<p>Radikalisierungspotential ist sicher da und entspricht dann einer gewalttätigeren Art der Überreaktion und Hysterie.<br
/> Vermutlich unterlagen die Richter einer emotionalen Fehleinschätzung der Situation und Intention des Schreibens in einem bessonders schweren Fall.<br
/> Was mich wieder auf meine Juraprofessoren bringt, die sagten, das Problem sei, dass der Mensch keinen Subsumptionsmaschine sein kann.<br
/> Dass die fehlerhafte Subsumption allerdings erst durch den BGH aufgedeckt wurde, ist allerdings bedenklich.</p> ]]></content:encoded> </item> <item><title>By: Maltefan</title><link>http://www.spreeblick.com/2007/04/05/im-kontext-betrachten/comment-page-2/#comment-396275</link> <dc:creator>Maltefan</dc:creator> <pubDate>Mon, 09 Apr 2007 12:02:04 +0000</pubDate> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/2007/04/05/im-kontext-betrachten/#comment-396275</guid> <description>@studiDu hast natürlich recht, dass das relativ normal ist. Man kann allerdings von der Justiz verlangen, dass sie zumindest versucht, sich außerhalb der Hysterie zu stellen. Sie soll ja gerade keine Urteile fällen, die dem &quot;gesunden Rechtsempfinden&quot; der Massen entspricht. Das war damals offenbar nicht der Fall, denn sonst hätten auch die anklagenden Staatsanwälte und die untergeordneten Gerichte bemerken können, dass an diesem Brief überhaupt nichts strafbares ist. Das einzige, was man diesem Brief vorwerfen kann, ist, dass drinsteht, dass es dem Verfasser um die Person Bubacks nicht sonderlich leid tut. Es wurde damals sogar versucht, den Professoren, die ein Vorwort zu einem Wiederabdruck dieses Briefes geschrieben haben, Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung anzuhängen. Wegen einer Meinungsäußerung, die im Übrigen eine klare Absage an terroristische Gewalt enthielt!Gerhard Schröder war damals der Strafverteidiger dieser Professoren und sprach selber von &quot;Gesinnungsverbrechen&quot;, die es ja wohl laut Verfassung nicht geben darf. Stell Dir mal vor, Du erteilst der Gewalt eine klare Absage und wirst deswegen 2 Jahre lang strafverfolgt und in Deiner beruflichen Existenz bedroht. Wenn Du das erhebliche Radikalisierungspotential solchen Verhaltens nicht siehst, kann ich Dir auch nicht helfen ...</description> <content:encoded><![CDATA[<p>@studi</p><p>Du hast natürlich recht, dass das relativ normal ist. Man kann allerdings von der Justiz verlangen, dass sie zumindest versucht, sich außerhalb der Hysterie zu stellen. Sie soll ja gerade keine Urteile fällen, die dem &#8220;gesunden Rechtsempfinden&#8221; der Massen entspricht. Das war damals offenbar nicht der Fall, denn sonst hätten auch die anklagenden Staatsanwälte und die untergeordneten Gerichte bemerken können, dass an diesem Brief überhaupt nichts strafbares ist. Das einzige, was man diesem Brief vorwerfen kann, ist, dass drinsteht, dass es dem Verfasser um die Person Bubacks nicht sonderlich leid tut. Es wurde damals sogar versucht, den Professoren, die ein Vorwort zu einem Wiederabdruck dieses Briefes geschrieben haben, Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung anzuhängen. Wegen einer Meinungsäußerung, die im Übrigen eine klare Absage an terroristische Gewalt enthielt!</p><p>Gerhard Schröder war damals der Strafverteidiger dieser Professoren und sprach selber von &#8220;Gesinnungsverbrechen&#8221;, die es ja wohl laut Verfassung nicht geben darf. Stell Dir mal vor, Du erteilst der Gewalt eine klare Absage und wirst deswegen 2 Jahre lang strafverfolgt und in Deiner beruflichen Existenz bedroht. Wenn Du das erhebliche Radikalisierungspotential solchen Verhaltens nicht siehst, kann ich Dir auch nicht helfen &#8230;</p> ]]></content:encoded> </item> <item><title>By: studi</title><link>http://www.spreeblick.com/2007/04/05/im-kontext-betrachten/comment-page-2/#comment-396267</link> <dc:creator>studi</dc:creator> <pubDate>Mon, 09 Apr 2007 11:47:14 +0000</pubDate> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/2007/04/05/im-kontext-betrachten/#comment-396267</guid> <description>@ PatrickDenke was du willst, ist ein freies Land. Wenn du meinst, dass jede Diskussion zu Ende geführt werden kann, dann wünsche ich dir viel Spass. Ich bin aber zuversichtlich, dass du zustimmen wirst, dass manche Diskussion ab einem bestimmten Punkt keinen Sinn mehr machen. Diese gehört für mich dazu.@ MaltefanKollektive Hysterie und Überreaktion sind Merkmale, die unsere Gesellschaft und den Menschen im Allgemeinen - wenn auch oft nicht im positiven Sinne - auszeichnen.
Jüngere Bsp.: Sicherheitsverlangen nach 9/11, Anit-Amerikanismus in den folgenden Jahren, Angst vor der Mehrwertsteuererhöhung, Hilfsbereitschaft nach Katastrophen in Anbetracht des alltägl. Leids, WM, Jugend/Alkohol Debatte, KnutWas man dagegen tun kann, weiß ich selber nicht. Ich will nicht mal den Beteiligten (Journalisten, Politiker) immer böswillige Schürung der Emotionen vorwerfen, sondern glaube, dass sie oftmals die Gefühle teilen. Es gibt sicher auch das Gegenteil, aber das menschl. Wesen ist in diesem Zusammenhang meines Erachten meist bestimmend.</description> <content:encoded><![CDATA[<p>@ Patrick</p><p>Denke was du willst, ist ein freies Land. Wenn du meinst, dass jede Diskussion zu Ende geführt werden kann, dann wünsche ich dir viel Spass. Ich bin aber zuversichtlich, dass du zustimmen wirst, dass manche Diskussion ab einem bestimmten Punkt keinen Sinn mehr machen. Diese gehört für mich dazu.</p><p>@ Maltefan</p><p>Kollektive Hysterie und Überreaktion sind Merkmale, die unsere Gesellschaft und den Menschen im Allgemeinen &#8211; wenn auch oft nicht im positiven Sinne &#8211; auszeichnen.<br
/> Jüngere Bsp.: Sicherheitsverlangen nach 9/11, Anit-Amerikanismus in den folgenden Jahren, Angst vor der Mehrwertsteuererhöhung, Hilfsbereitschaft nach Katastrophen in Anbetracht des alltägl. Leids, WM, Jugend/Alkohol Debatte, Knut</p><p>Was man dagegen tun kann, weiß ich selber nicht. Ich will nicht mal den Beteiligten (Journalisten, Politiker) immer böswillige Schürung der Emotionen vorwerfen, sondern glaube, dass sie oftmals die Gefühle teilen. Es gibt sicher auch das Gegenteil, aber das menschl. Wesen ist in diesem Zusammenhang meines Erachten meist bestimmend.</p> ]]></content:encoded> </item> <item><title>By: Maltefan</title><link>http://www.spreeblick.com/2007/04/05/im-kontext-betrachten/comment-page-2/#comment-396249</link> <dc:creator>Maltefan</dc:creator> <pubDate>Mon, 09 Apr 2007 10:43:26 +0000</pubDate> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/2007/04/05/im-kontext-betrachten/#comment-396249</guid> <description>Zum Thema Überreaktion der Justiz damals ist es vielleicht auch ganz lehrreich, sich mal kurz mit der Göttinger Mescalero-Affäre zu befassen (siehe http://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%B6ttinger_Mescalero) -- da kam gestern zufällig eine Dokumentation drüber im Fernsehen. Wegen dieses Briefs wurde ein riesiger Justizapparat in Betrieb gesetzt und ca. 140 Menschen wurden wegen einer Meinungsäußerung jahrelang strafverfolgt, an der überhaupt nichts strafbares war, wie über 2 Jahre später der Bundesgerichtshof (IIRC) festgestellt hat. In der Dokumentation sprach ein Staatsanwalt selbst von &quot;Überreaktion&quot; und &quot;emotionalisiertem Handeln&quot; -- er hielt das für eine Blamage der Strafverfolgungsbehörden.Das einzig beruhigende ist, dass das System am Ende funktioniert hat. Trotzdem gab es erhebliche Kollateralschäden: Mein Mann war damals in der Studentenvertretung in einer westdeutschen Kleinstadt aktiv und berichtete, dass er selbst erlebt hat, wie im Dunstkreis des Asta bis dato harmlose Leute im Zuge der Mescalero-Strafverfolgung radikalisiert wurden und in den Untergrund gegangen sind.Die unverhältnismäßig harten Strafen gegen RAF-Terroristen fügen sich mMn nahtlos in dieses Bild der kollektiven Hysterie und Überreaktion.</description> <content:encoded><![CDATA[<p>Zum Thema Überreaktion der Justiz damals ist es vielleicht auch ganz lehrreich, sich mal kurz mit der Göttinger Mescalero-Affäre zu befassen (siehe <a
href="http://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%B6ttinger_Mescalero" rel="nofollow">http://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%B6ttinger_Mescalero</a>) &#8212; da kam gestern zufällig eine Dokumentation drüber im Fernsehen. Wegen dieses Briefs wurde ein riesiger Justizapparat in Betrieb gesetzt und ca. 140 Menschen wurden wegen einer Meinungsäußerung jahrelang strafverfolgt, an der überhaupt nichts strafbares war, wie über 2 Jahre später der Bundesgerichtshof (IIRC) festgestellt hat. In der Dokumentation sprach ein Staatsanwalt selbst von &#8220;Überreaktion&#8221; und &#8220;emotionalisiertem Handeln&#8221; &#8212; er hielt das für eine Blamage der Strafverfolgungsbehörden.</p><p>Das einzig beruhigende ist, dass das System am Ende funktioniert hat. Trotzdem gab es erhebliche Kollateralschäden: Mein Mann war damals in der Studentenvertretung in einer westdeutschen Kleinstadt aktiv und berichtete, dass er selbst erlebt hat, wie im Dunstkreis des Asta bis dato harmlose Leute im Zuge der Mescalero-Strafverfolgung radikalisiert wurden und in den Untergrund gegangen sind.</p><p>Die unverhältnismäßig harten Strafen gegen RAF-Terroristen fügen sich mMn nahtlos in dieses Bild der kollektiven Hysterie und Überreaktion.</p> ]]></content:encoded> </item> <item><title>By: Patrick</title><link>http://www.spreeblick.com/2007/04/05/im-kontext-betrachten/comment-page-2/#comment-396147</link> <dc:creator>Patrick</dc:creator> <pubDate>Mon, 09 Apr 2007 08:51:19 +0000</pubDate> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/2007/04/05/im-kontext-betrachten/#comment-396147</guid> <description>@ studiEs ist immer einfach von Aufwand und Nutzen zu faseln. Klingt dann ziemlich arrogant, aber mitnichten glaubwürdig. Die Missverständnisse entstehen auch nicht durch den Umfang, sondern durch Diskussionsgegner, die sich nicht die Mühe machen, dass was der Andere schreibt zu lesen und nicht nur zu überfliegen. Der Vorteil von schriftlichen Diskussionen ist dagegen, dass man die Möglichkeit hat, nachzulesen bevor man antwortet, aber das scheint in vielen Fällen einfach zu viel verlangt zu sein.Aber: Danke für deine Empfehlung. Vielleicht oder vielleicht auch nicht, werde ich mich damit mal beschäftigen. Es ist und bleibt für mich halt ein Thema, dass wie oben bereits angesprochen, nicht rechtlich geregelt werden kann. Entweder räumt man das Recht zum Widerstand ein und schränkt es so weit es eben geht ein, lebt dann aber auch mit den Auswüchsen, die ein Widerstand, der zweifellos aus einer Situation geboren wird, hat oder man gibt nicht explizit das Recht zum Widerstand.</description> <content:encoded><![CDATA[<p>@ studi</p><p>Es ist immer einfach von Aufwand und Nutzen zu faseln. Klingt dann ziemlich arrogant, aber mitnichten glaubwürdig. Die Missverständnisse entstehen auch nicht durch den Umfang, sondern durch Diskussionsgegner, die sich nicht die Mühe machen, dass was der Andere schreibt zu lesen und nicht nur zu überfliegen. Der Vorteil von schriftlichen Diskussionen ist dagegen, dass man die Möglichkeit hat, nachzulesen bevor man antwortet, aber das scheint in vielen Fällen einfach zu viel verlangt zu sein.</p><p>Aber: Danke für deine Empfehlung. Vielleicht oder vielleicht auch nicht, werde ich mich damit mal beschäftigen. Es ist und bleibt für mich halt ein Thema, dass wie oben bereits angesprochen, nicht rechtlich geregelt werden kann. Entweder räumt man das Recht zum Widerstand ein und schränkt es so weit es eben geht ein, lebt dann aber auch mit den Auswüchsen, die ein Widerstand, der zweifellos aus einer Situation geboren wird, hat oder man gibt nicht explizit das Recht zum Widerstand.</p> ]]></content:encoded> </item> <item><title>By: studi</title><link>http://www.spreeblick.com/2007/04/05/im-kontext-betrachten/comment-page-2/#comment-395820</link> <dc:creator>studi</dc:creator> <pubDate>Sun, 08 Apr 2007 20:05:15 +0000</pubDate> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/2007/04/05/im-kontext-betrachten/#comment-395820</guid> <description>@ Aleksander
Danke, dass du dir die Mühe gemacht hast. Ganz überwiegend Zustimmung.@ Patrick
Bei weiteren Fragen zum Widerstandsrecht empfehle ich ein Grundgesetz Kommentar. Zum Einstieg das von Jarass und Pieroth, dort findest du sicher auch Verweise auf vertiefende Literatur.Ansonsten magst du ruhig denken, dass mir die Argumente ausgehen..
Ich habe halt keine Lust soviel zu schreiben, da stehen Aufwand und Nutzen in keinem guten Verhältnis mehr. Außerdem sieht man, dass die längeren Ausführung häufig zu Missverständnissen führen. Diskussionen dieses Umfangs führe ich dann doch lieber verbal, oder gar nicht.</description> <content:encoded><![CDATA[<p>@ Aleksander<br
/> Danke, dass du dir die Mühe gemacht hast. Ganz überwiegend Zustimmung.</p><p>@ Patrick<br
/> Bei weiteren Fragen zum Widerstandsrecht empfehle ich ein Grundgesetz Kommentar. Zum Einstieg das von Jarass und Pieroth, dort findest du sicher auch Verweise auf vertiefende Literatur.</p><p>Ansonsten magst du ruhig denken, dass mir die Argumente ausgehen..<br
/> Ich habe halt keine Lust soviel zu schreiben, da stehen Aufwand und Nutzen in keinem guten Verhältnis mehr. Außerdem sieht man, dass die längeren Ausführung häufig zu Missverständnissen führen. Diskussionen dieses Umfangs führe ich dann doch lieber verbal, oder gar nicht.</p> ]]></content:encoded> </item> <item><title>By: Patrick</title><link>http://www.spreeblick.com/2007/04/05/im-kontext-betrachten/comment-page-2/#comment-395765</link> <dc:creator>Patrick</dc:creator> <pubDate>Sun, 08 Apr 2007 17:56:26 +0000</pubDate> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/2007/04/05/im-kontext-betrachten/#comment-395765</guid> <description>&quot;Bei SDS und APO darf man nicht außer acht lassen, dass es sich hier um eine Minderheit handelte. Sicherlich eine lautstarke, aber trotzdem keine, die grössere Teile der Bevölkerung repräsentierte. Was an den Universitäten entstanden ist und aus eigenem Verständnis heraus eine ganze Bevölkerungsschicht anging, ist bei ebenjener nicht angekommen.&quot;Wobei das nicht viel zu bedeuten hat. Schau dich doch mal heute in der breiten Bevölkerung um. Was glaubst du wie viele der Leute, die wie Lemminge immer schwarz oder immer rot oder immer gelb wählen überhaupt wissen warum sie das tun? &quot;Weil sie es immer getan haben&quot; - ein Spruch, den man da nicht all zu selten hört. Es ist heute, wie damals, also gar nicht verwunderlich, wenn die Gruppe derer, die sich engagieren und etwas ändern wollen immer nur eine Minderheit ist.&quot;Das GG organisiert System A, nun versucht jemand, System B zu erzwingen, woraufhin sich Widerstand bildet und auf das GG gestützt System C schafft? Das ergibt keinen Sinn. Alles, was auf dem Boden des GG passiert, muss sich an ihm messen lassen. Wer sich auf 20 IV beruft, muss sein Ziel also im Kontext des GG haben. (Und das Fass, inwieweit es sich bei der RAF um Freiheitskämpfer gehandelt hat, mag ich jetzt nicht öffnen.)&quot;Naja, wenn System C ein verbessertes System A ist, ist das IMHO durchaus denkbar.
Denn meiner Auffassung nach ist das Problem, dass ein Widerstand als solcher nicht rechtlich geregelt werden kann. Viel mehr ist er Reaktion auf etwas, auf schwere Missstände, und da kann man nur entsprechend der Situation reagieren. Nicht vorher seh- oder gar planbar.&quot;ch glaube das nicht. &quot;Widerstand&quot; ist ein richtig dickes Ding; das ist mehr als einfach nur &quot;dagegen zu sein&quot;. Ich kann als Nicht-Zeitzeuge nur schwer abschätzen, wie der &quot;normale Bürger&quot; die BRD vor dreissig Jahren wahrgenommen hat, aber ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass jemand rational der Meinung sein konnte, der Staat sei derart hoffnungslos hinüber, dass eine Rettung ohne bewaffneten Kampf nicht möglich wäre (hier mitlesende Zeitzeugen mögen mich gerne eines besseren belehren).&quot;Natürlich ist Widerstand mehr als nur &quot;dagegen zu sein&quot;. Darum geht es ja gerade. &quot;Dagegen zu sein&quot; ist eine Grundeinstellung, nicht subjektiv aber schon gar nicht objektiv. Einfach nur so, weil es zur Szene oder zum Typen dazu gehört (Punks). Widerstand ist aktive Gegenwehr. Dazu gehört eine Menge mehr an Voraussetzung.
Und die Voraussetzungen waren da. So wird es mir zumindest von Leuten berichtet die passiv oder aber auch aktiv (nicht RAF!) dabei waren. War ja selbst, wie bereits erwähnt, auch nicht dabei (bin noch jünger als du).&quot;Ich kenne Bilder von Demos, bei denen Polizisten, äh, von ihrem Schlagstock Gebrauch machen, und habe das auch schon live miterlebt. Soweit ich es selbst mitbekommen habe bzw. aufgrund von Berichten aus zweiter Hand einschätzen kann, passiert sowas aber nicht aus heiterem Himmel, sondern hat mit entsprechenden Handlungen seitens der Demonstranten zu tun. Auch Benno Ohnesorg, um mal noch weiter in die Geschichte zu gehen, taugt nicht dazu, das Bild eines mordbereiten Staatsapparates zu malen.&quot;Da hab ich leider schon anderes erlebt, war aber Gott sei Dank nicht selbst betroffen. Stell dir folgende Situation vor: Angemeldete Nazi-Demo, ebenfalls angemeldete Links-Demo. Es kommt natürlich, wie immer, ganz schnell zu Ausschreitungen. Allerdings geht die Gewalt zunächst von Rechts aus. Dann kommt die Polizei um zu &quot;de-eskalieren&quot;. Aber statt die zwei prügelnden Gruppen voneinander zu trenen (wobei zwangsläufig beide Seiten was hätten abbekommen müssen) schlägt ein Polizist vor meinen Augen mit dem Schlagstock auf einen Punk ein, bis der in Abwehrhaltung am Boden liegt. Der involvierte Nazi lässt unterdessen von dem Punk ab und nimmt sich den nächsten vor. Gebe zu, dass das das einzige Erlebnis war, dass ich direkt mitbekommen habe. Habe aber ähnliches schon von Leuten gehört, die an und für sich keinen Grund hätten, das zu erfinden.&quot;Auch Benno Ohnesorg, um mal noch weiter in die Geschichte zu gehen, taugt nicht dazu, das Bild eines mordbereiten Staatsapparates zu malen.&quot;Das seh ich im geschichtlichen Kontext aber ein bisschen anders. An diesem Tag an dem Benno Ohnesorg ums Leben kam ging eine riesen Menge Gewalt NICHT von den linken Demonstranten, sondern von den Persern und der Polizei aus. Es gibt einige Bilder von blutüberströmten Demonstranten, die erst von Jubelpersern und später von Polizisten niedergeschlagen wurden. Und Benno Ohnesorg stellte mitnichten eine Gefahr dar. Es gab also wirklich keinen Grund ihn in den Hinterkopf zu schießen. Und das es sich um einen versehentlich gelösten Schuss handeln soll, wie der schießende Polizist später behauptete, halte ich ehrlich gesagt für erstunken und erlogen. Denn es ist mir - schon rein technisch - absolut schleierhaft, wie sich ein Schuß, in den Hinterkopf eines Flüchtenden, also noch nicht mal in einer Rangelei, versehentlich lösen kann. Ich will mir garnicht ausmalen, welch Sicht dieses Ereignis in den Köpfen von den Linken erzeugt haben *muss*. Denn ganz ehrlich: Wenn in der Zeit, wo ich mich stark an Demos und dergleichen beteiligt habe, einer der wirklich friedlichen Demonstranten erschossen worden wäre, hätte ich es in meiner Wut auf das System (die ich als Demonstrant mit Sicherheit habe) als Kriegserklärung gewertet. Und Benno Ohnesorg war nicht der einzige Tote, der auf das Konto der Polizei ging, noch bevor die RAF irgendwen ermordet hatte. Das sollte man bei allen Erwägungen auch nicht vergessen.&quot;Das macht es schwierig, die damalige Stimmung zu rekonstruieren; aber wie gesagt, selbst wenn ich mir hier einen worst case bastle, ist der Schritt zur Gewalt, den die RAF gegangen ist, immer noch ein durch nichts relativierbarer Wahnsinn, den ich schlicht in keinen positiven Kontext bekomme.&quot;Es ist ja auch ein Wahnsinn. Seh ich doch ganz genauso. Aber ich versuche es halt nachzuvollziehen (wie auch Carsten schon sagte), was keineswegs heißt, dass ich es toleriere, gut heiße oder sonst irgendwas Positives. Und ich sehe es halt schon so, dass der erste Schritt in Richtung Gewalt NICHT von der RAF, sondern von der Polizei und der Springer Presse gemacht wurde. Wobei Letzterer mit ihrer Hetzkampagne wirklich ein Anteil am Dutschke-Attentat nachgesagt werden kann.</description> <content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Bei SDS und APO darf man nicht außer acht lassen, dass es sich hier um eine Minderheit handelte. Sicherlich eine lautstarke, aber trotzdem keine, die grössere Teile der Bevölkerung repräsentierte. Was an den Universitäten entstanden ist und aus eigenem Verständnis heraus eine ganze Bevölkerungsschicht anging, ist bei ebenjener nicht angekommen.&#8221;</p><p>Wobei das nicht viel zu bedeuten hat. Schau dich doch mal heute in der breiten Bevölkerung um. Was glaubst du wie viele der Leute, die wie Lemminge immer schwarz oder immer rot oder immer gelb wählen überhaupt wissen warum sie das tun? &#8220;Weil sie es immer getan haben&#8221; &#8211; ein Spruch, den man da nicht all zu selten hört. Es ist heute, wie damals, also gar nicht verwunderlich, wenn die Gruppe derer, die sich engagieren und etwas ändern wollen immer nur eine Minderheit ist.</p><p>&#8220;Das GG organisiert System A, nun versucht jemand, System B zu erzwingen, woraufhin sich Widerstand bildet und auf das GG gestützt System C schafft? Das ergibt keinen Sinn. Alles, was auf dem Boden des GG passiert, muss sich an ihm messen lassen. Wer sich auf 20 IV beruft, muss sein Ziel also im Kontext des GG haben. (Und das Fass, inwieweit es sich bei der RAF um Freiheitskämpfer gehandelt hat, mag ich jetzt nicht öffnen.)&#8221;</p><p>Naja, wenn System C ein verbessertes System A ist, ist das IMHO durchaus denkbar.<br
/> Denn meiner Auffassung nach ist das Problem, dass ein Widerstand als solcher nicht rechtlich geregelt werden kann. Viel mehr ist er Reaktion auf etwas, auf schwere Missstände, und da kann man nur entsprechend der Situation reagieren. Nicht vorher seh- oder gar planbar.</p><p>&#8220;ch glaube das nicht. &#8220;Widerstand&#8221; ist ein richtig dickes Ding; das ist mehr als einfach nur &#8220;dagegen zu sein&#8221;. Ich kann als Nicht-Zeitzeuge nur schwer abschätzen, wie der &#8220;normale Bürger&#8221; die BRD vor dreissig Jahren wahrgenommen hat, aber ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass jemand rational der Meinung sein konnte, der Staat sei derart hoffnungslos hinüber, dass eine Rettung ohne bewaffneten Kampf nicht möglich wäre (hier mitlesende Zeitzeugen mögen mich gerne eines besseren belehren).&#8221;</p><p>Natürlich ist Widerstand mehr als nur &#8220;dagegen zu sein&#8221;. Darum geht es ja gerade. &#8220;Dagegen zu sein&#8221; ist eine Grundeinstellung, nicht subjektiv aber schon gar nicht objektiv. Einfach nur so, weil es zur Szene oder zum Typen dazu gehört (Punks). Widerstand ist aktive Gegenwehr. Dazu gehört eine Menge mehr an Voraussetzung.<br
/> Und die Voraussetzungen waren da. So wird es mir zumindest von Leuten berichtet die passiv oder aber auch aktiv (nicht RAF!) dabei waren. War ja selbst, wie bereits erwähnt, auch nicht dabei (bin noch jünger als du).</p><p>&#8220;Ich kenne Bilder von Demos, bei denen Polizisten, äh, von ihrem Schlagstock Gebrauch machen, und habe das auch schon live miterlebt. Soweit ich es selbst mitbekommen habe bzw. aufgrund von Berichten aus zweiter Hand einschätzen kann, passiert sowas aber nicht aus heiterem Himmel, sondern hat mit entsprechenden Handlungen seitens der Demonstranten zu tun. Auch Benno Ohnesorg, um mal noch weiter in die Geschichte zu gehen, taugt nicht dazu, das Bild eines mordbereiten Staatsapparates zu malen.&#8221;</p><p>Da hab ich leider schon anderes erlebt, war aber Gott sei Dank nicht selbst betroffen. Stell dir folgende Situation vor: Angemeldete Nazi-Demo, ebenfalls angemeldete Links-Demo. Es kommt natürlich, wie immer, ganz schnell zu Ausschreitungen. Allerdings geht die Gewalt zunächst von Rechts aus. Dann kommt die Polizei um zu &#8220;de-eskalieren&#8221;. Aber statt die zwei prügelnden Gruppen voneinander zu trenen (wobei zwangsläufig beide Seiten was hätten abbekommen müssen) schlägt ein Polizist vor meinen Augen mit dem Schlagstock auf einen Punk ein, bis der in Abwehrhaltung am Boden liegt. Der involvierte Nazi lässt unterdessen von dem Punk ab und nimmt sich den nächsten vor. Gebe zu, dass das das einzige Erlebnis war, dass ich direkt mitbekommen habe. Habe aber ähnliches schon von Leuten gehört, die an und für sich keinen Grund hätten, das zu erfinden.</p><p>&#8220;Auch Benno Ohnesorg, um mal noch weiter in die Geschichte zu gehen, taugt nicht dazu, das Bild eines mordbereiten Staatsapparates zu malen.&#8221;</p><p>Das seh ich im geschichtlichen Kontext aber ein bisschen anders. An diesem Tag an dem Benno Ohnesorg ums Leben kam ging eine riesen Menge Gewalt NICHT von den linken Demonstranten, sondern von den Persern und der Polizei aus. Es gibt einige Bilder von blutüberströmten Demonstranten, die erst von Jubelpersern und später von Polizisten niedergeschlagen wurden. Und Benno Ohnesorg stellte mitnichten eine Gefahr dar. Es gab also wirklich keinen Grund ihn in den Hinterkopf zu schießen. Und das es sich um einen versehentlich gelösten Schuss handeln soll, wie der schießende Polizist später behauptete, halte ich ehrlich gesagt für erstunken und erlogen. Denn es ist mir &#8211; schon rein technisch &#8211; absolut schleierhaft, wie sich ein Schuß, in den Hinterkopf eines Flüchtenden, also noch nicht mal in einer Rangelei, versehentlich lösen kann. Ich will mir garnicht ausmalen, welch Sicht dieses Ereignis in den Köpfen von den Linken erzeugt haben *muss*. Denn ganz ehrlich: Wenn in der Zeit, wo ich mich stark an Demos und dergleichen beteiligt habe, einer der wirklich friedlichen Demonstranten erschossen worden wäre, hätte ich es in meiner Wut auf das System (die ich als Demonstrant mit Sicherheit habe) als Kriegserklärung gewertet. Und Benno Ohnesorg war nicht der einzige Tote, der auf das Konto der Polizei ging, noch bevor die RAF irgendwen ermordet hatte. Das sollte man bei allen Erwägungen auch nicht vergessen.</p><p>&#8220;Das macht es schwierig, die damalige Stimmung zu rekonstruieren; aber wie gesagt, selbst wenn ich mir hier einen worst case bastle, ist der Schritt zur Gewalt, den die RAF gegangen ist, immer noch ein durch nichts relativierbarer Wahnsinn, den ich schlicht in keinen positiven Kontext bekomme.&#8221;</p><p>Es ist ja auch ein Wahnsinn. Seh ich doch ganz genauso. Aber ich versuche es halt nachzuvollziehen (wie auch Carsten schon sagte), was keineswegs heißt, dass ich es toleriere, gut heiße oder sonst irgendwas Positives. Und ich sehe es halt schon so, dass der erste Schritt in Richtung Gewalt NICHT von der RAF, sondern von der Polizei und der Springer Presse gemacht wurde. Wobei Letzterer mit ihrer Hetzkampagne wirklich ein Anteil am Dutschke-Attentat nachgesagt werden kann.</p> ]]></content:encoded> </item> <item><title>By: Carsten Dobschat</title><link>http://www.spreeblick.com/2007/04/05/im-kontext-betrachten/comment-page-2/#comment-395711</link> <dc:creator>Carsten Dobschat</dc:creator> <pubDate>Sun, 08 Apr 2007 15:57:14 +0000</pubDate> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/2007/04/05/im-kontext-betrachten/#comment-395711</guid> <description>&lt;blockquote&gt;Ich soll mir die damalige Situation anschauen, um daraus dann Rückschlüsse über die RAF bzw. speziell deren Nachvollziehbarkeit ziehen zu können. Und da komme ich nicht weiter, bzw. habe den Eindruck, den ich hier (überspitzt) formuliert habe: Selbst wenn ich die damalige Situation in düstersten Farben ausmale, finde ich immer noch nichts, was als nachvollziehbare Kausalität für das Handeln der RAF taugt. Realität und beschrittener Weg sind für mich einfach nicht in ein vernünftiges Verhältnis zu bringen. Offenbar gibt es da aber andere Sichtweisen. Deshalb meine Nachfragen.&lt;/blockquote&gt;Keine Ahnung, was Du als &quot;nachvollziehen&quot; verstehst - ich für meinen Teil verstehe darunter, dass ich versuche die Motive und Reaktionen der betroffenen Personen (und damit meine ich nun nicht nur der RAF) anschaue, die Umstände und dann versuche mir das vorzustellen. Das bedeutet absolut nicht, dass sich daraus ergibt, dass ich die Handlungen verstehe, befürworte oder gar für die richtigen und objektiv logisch folgende Handlungen halte. Im Gegenteil - nur weil ich nachvollziehen kann, dass einige Menschen in der damaligen Situation zu den Waffen gegriffen haben ändert das nichts daran, dass ich diesen Weg für falsch halte, im Gegenteil: gerade weil ich versuche deren Motivation nachzuvollziehen bestärkt mich das in meiner Überzeugung, dass Waffengewalt und Mord nicht der richtige Weg zu politischen Veränderungen war und ist.</description> <content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Ich soll mir die damalige Situation anschauen, um daraus dann Rückschlüsse über die RAF bzw. speziell deren Nachvollziehbarkeit ziehen zu können. Und da komme ich nicht weiter, bzw. habe den Eindruck, den ich hier (überspitzt) formuliert habe: Selbst wenn ich die damalige Situation in düstersten Farben ausmale, finde ich immer noch nichts, was als nachvollziehbare Kausalität für das Handeln der RAF taugt. Realität und beschrittener Weg sind für mich einfach nicht in ein vernünftiges Verhältnis zu bringen. Offenbar gibt es da aber andere Sichtweisen. Deshalb meine Nachfragen.</p></blockquote><p>Keine Ahnung, was Du als &#8220;nachvollziehen&#8221; verstehst &#8211; ich für meinen Teil verstehe darunter, dass ich versuche die Motive und Reaktionen der betroffenen Personen (und damit meine ich nun nicht nur der RAF) anschaue, die Umstände und dann versuche mir das vorzustellen. Das bedeutet absolut nicht, dass sich daraus ergibt, dass ich die Handlungen verstehe, befürworte oder gar für die richtigen und objektiv logisch folgende Handlungen halte. Im Gegenteil &#8211; nur weil ich nachvollziehen kann, dass einige Menschen in der damaligen Situation zu den Waffen gegriffen haben ändert das nichts daran, dass ich diesen Weg für falsch halte, im Gegenteil: gerade weil ich versuche deren Motivation nachzuvollziehen bestärkt mich das in meiner Überzeugung, dass Waffengewalt und Mord nicht der richtige Weg zu politischen Veränderungen war und ist.</p> ]]></content:encoded> </item> <item><title>By: Carsten Dobschat</title><link>http://www.spreeblick.com/2007/04/05/im-kontext-betrachten/comment-page-2/#comment-395696</link> <dc:creator>Carsten Dobschat</dc:creator> <pubDate>Sun, 08 Apr 2007 15:47:55 +0000</pubDate> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/2007/04/05/im-kontext-betrachten/#comment-395696</guid> <description>&lt;blockquote&gt;Glaubst du (und Johnny, Maltefan, Carsten) im ernst, dass man sich dieses ziemlich krude Weltbild einer braun durchzogenen kriegstreibenden faschistoiden BRD, das wie ein von der RAF selbstgemaltes Zerrbild der Realität aussieht, vor Augen führt und sich dann sagt &quot;ja, wenn das so ist, haben die ja eigendlich ganz richtig gehandelt&quot;?&lt;/blockquote&gt;Das ist nicht Ziel des Betrachtens der Situation. Es geht darum zu sehen, wie es damals aussah, wie es auf einige gewirkt hat und dann vielleicht sagen zu können &quot;ja, ich kann nachvollziehen, was diese Menschen dazu gebracht hat zu tun, was sie getan haben&quot;. Und bevor es wieder verdreht wird: etwas nachvollziehen zu können bedeutet nicht es zu verstehen und schon gar nicht, es zu befürworten.&lt;blockquote&gt; Und noch was: Ist hier schon gefragt worden (ich glaube von studi), aber soweit ich sehen kann nicht wirklich beantwortet worden: Wieso sollte das skandalös niedrige Strafmass für einige Nazi-Verbrecher Auswirkungen auf die RAF haben?&lt;/blockquote&gt;Siehe oben, es geht um den Versuch etwas nachzuvollziehen und nicht um irgendwelche Auswirkungen...</description> <content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Glaubst du (und Johnny, Maltefan, Carsten) im ernst, dass man sich dieses ziemlich krude Weltbild einer braun durchzogenen kriegstreibenden faschistoiden BRD, das wie ein von der RAF selbstgemaltes Zerrbild der Realität aussieht, vor Augen führt und sich dann sagt &#8220;ja, wenn das so ist, haben die ja eigendlich ganz richtig gehandelt&#8221;?</p></blockquote><p>Das ist nicht Ziel des Betrachtens der Situation. Es geht darum zu sehen, wie es damals aussah, wie es auf einige gewirkt hat und dann vielleicht sagen zu können &#8220;ja, ich kann nachvollziehen, was diese Menschen dazu gebracht hat zu tun, was sie getan haben&#8221;. Und bevor es wieder verdreht wird: etwas nachvollziehen zu können bedeutet nicht es zu verstehen und schon gar nicht, es zu befürworten.</p><blockquote><p> Und noch was: Ist hier schon gefragt worden (ich glaube von studi), aber soweit ich sehen kann nicht wirklich beantwortet worden: Wieso sollte das skandalös niedrige Strafmass für einige Nazi-Verbrecher Auswirkungen auf die RAF haben?</p></blockquote><p>Siehe oben, es geht um den Versuch etwas nachzuvollziehen und nicht um irgendwelche Auswirkungen&#8230;</p> ]]></content:encoded> </item> <item><title>By: Aleksander</title><link>http://www.spreeblick.com/2007/04/05/im-kontext-betrachten/comment-page-2/#comment-395692</link> <dc:creator>Aleksander</dc:creator> <pubDate>Sun, 08 Apr 2007 15:35:04 +0000</pubDate> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/2007/04/05/im-kontext-betrachten/#comment-395692</guid> <description>@ Patrick:Bei SDS und APO darf man nicht außer acht lassen, dass es sich hier um eine Minderheit handelte. Sicherlich eine lautstarke, aber trotzdem keine, die grössere Teile der Bevölkerung repräsentierte. Was an den Universitäten entstanden ist und aus eigenem Verständnis heraus eine ganze Bevölkerungsschicht anging, ist bei ebenjener nicht angekommen. Mit APO-Demos und konkret-Artikeln war die geforderte &quot;andere Abhilfe&quot; aus meiner Sicht nicht mal ansatzweise ausgeschöpft. Was sich nach dem Auseinanderbrechen der Studentenbewegung speziell in der RAF manifestiert hat, war mehr der Versuch einer ideologisch motivierten Zwangsbeglückung als eine Durchsetzung eines weit verbreiteten Willens. Hier stellt sich sehr schnell die Sinnfrage, ganz besonders dann, wenn diese Minderheit zu Zwangsmitteln greift. Das ist der Punkt, wo ich in bezug auf die Nachvollziehbarkeit nicht mehr mitkomme.&lt;i&gt;Mit keinem Wort steht in dem Gesetz, dass der Widerstand darauf hinaus läuft die selbe Ordnung wiederherzustellen.&lt;/i&gt; - Das GG organisiert System A, nun versucht jemand, System B zu erzwingen, woraufhin sich Widerstand bildet und auf das GG gestützt System C schafft? Das ergibt keinen Sinn. Alles, was auf dem Boden des GG passiert, muss sich an ihm messen lassen. Wer sich auf 20 IV beruft, muss sein Ziel also im Kontext des GG haben. (Und das Fass, inwieweit es sich bei der RAF um Freiheitskämpfer gehandelt hat, mag ich jetzt nicht öffnen.)&lt;i&gt;Das einzige was ich wirklich glaube, ist das es Grund zum Widerstand gab.&lt;/i&gt; Ich glaube das nicht. &quot;Widerstand&quot; ist ein richtig dickes Ding; das ist mehr als einfach nur &quot;dagegen zu sein&quot;. Ich kann als Nicht-Zeitzeuge nur schwer abschätzen, wie der &quot;normale Bürger&quot; die BRD vor dreissig Jahren wahrgenommen hat, aber ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass jemand rational der Meinung sein konnte, der Staat sei derart hoffnungslos hinüber, dass eine Rettung ohne bewaffneten Kampf nicht möglich wäre (hier mitlesende Zeitzeugen mögen mich gerne eines besseren belehren).Ich kenne Bilder von Demos, bei denen Polizisten, äh, von ihrem Schlagstock Gebrauch machen, und habe das auch schon live miterlebt. Soweit ich es selbst mitbekommen habe bzw. aufgrund von Berichten aus zweiter Hand einschätzen kann, passiert sowas aber nicht aus heiterem Himmel, sondern hat mit entsprechenden Handlungen seitens der Demonstranten zu tun. Auch Benno Ohnesorg, um mal noch weiter in die Geschichte zu gehen, taugt nicht dazu, das Bild eines mordbereiten Staatsapparates zu malen.Das ist das grundlegende Problem, mit dem ich mich als &quot;nachgeborener&quot; bei RAF-Debatten immer konfrontiert sehe: Ich sehe zwei Realitäten. Zum einen das BRD-Bild der politisch weit linken Seite, bei dem man annehmen könnte, dass Altnazis in deutschen Amtsstuben mehr oder weniger der Regelfall seien, die Gesellschaft insgesamt autoritär ausgerichtet sei, Schwache gnadenlos ausgenutzt und benachteiligt würden, die Regierung von Frieden und Gewaltlosigkeit nicht viel hält usw.usf., und zum anderen das BRD-Bild, das ich aus Büchern, Dokumentationen und Erzählungen älterer Verwandter/Bekannter kenne und das durchweg ein positives ist. Zusätzlich lassen im Rückblick Dinge wie der Umstand, dass die Notstandsgesetze ohne weitere Auswirkung geblieben sind oder die Nachrüstung das Ende des Kalten Krieges eher befördert hat die damalige Anti-Haltung heute mehr wie wilde Hysterie erscheinen und die zugehörigen politischen Bewegungen wie Leute, die sich hoffnungslos in ihrer eigenen Ideologie verrannt haben. Das macht es schwierig, die damalige Stimmung zu rekonstruieren; aber wie gesagt, selbst wenn ich mir hier einen worst case bastle, ist der Schritt zur Gewalt, den die RAF gegangen ist, immer noch ein durch nichts relativierbarer Wahnsinn, den ich schlicht in keinen positiven Kontext bekomme. Wenn ich mir den &quot;Stadtguerilla&quot;-Aufsatz (als thematischen Schlüsseltext) anschaue, sehe ich verblendeten Irrsinn, aber kein nachvollziehbares Konzept, schon gar nicht eins für mehr Freiheit. Diese zwei Seiten prallen aufeinander und lassen mich etwas ratlos zurück. In der Debatte um Mohnhaupt und Klar beobachtet man unter den prominenten Zeitzeugen in erster Linie, wie alte Grabenkriege munter neu aufgelegt werden. Für eine sinnvolle Einschätzung bleibt da wenig Luft, aber wie gesagt, ich kann mir nicht vorstellen, dass die RAF bei einer solchen auch nur ansatzweise positiv wegkommt oder ihr Handeln rational verständlich wäre.</description> <content:encoded><![CDATA[<p>@ Patrick:</p><p>Bei SDS und APO darf man nicht außer acht lassen, dass es sich hier um eine Minderheit handelte. Sicherlich eine lautstarke, aber trotzdem keine, die grössere Teile der Bevölkerung repräsentierte. Was an den Universitäten entstanden ist und aus eigenem Verständnis heraus eine ganze Bevölkerungsschicht anging, ist bei ebenjener nicht angekommen. Mit APO-Demos und konkret-Artikeln war die geforderte &#8220;andere Abhilfe&#8221; aus meiner Sicht nicht mal ansatzweise ausgeschöpft. Was sich nach dem Auseinanderbrechen der Studentenbewegung speziell in der RAF manifestiert hat, war mehr der Versuch einer ideologisch motivierten Zwangsbeglückung als eine Durchsetzung eines weit verbreiteten Willens. Hier stellt sich sehr schnell die Sinnfrage, ganz besonders dann, wenn diese Minderheit zu Zwangsmitteln greift. Das ist der Punkt, wo ich in bezug auf die Nachvollziehbarkeit nicht mehr mitkomme.</p><p><i>Mit keinem Wort steht in dem Gesetz, dass der Widerstand darauf hinaus läuft die selbe Ordnung wiederherzustellen.</i> &#8211; Das GG organisiert System A, nun versucht jemand, System B zu erzwingen, woraufhin sich Widerstand bildet und auf das GG gestützt System C schafft? Das ergibt keinen Sinn. Alles, was auf dem Boden des GG passiert, muss sich an ihm messen lassen. Wer sich auf 20 IV beruft, muss sein Ziel also im Kontext des GG haben. (Und das Fass, inwieweit es sich bei der RAF um Freiheitskämpfer gehandelt hat, mag ich jetzt nicht öffnen.)</p><p><i>Das einzige was ich wirklich glaube, ist das es Grund zum Widerstand gab.</i> Ich glaube das nicht. &#8220;Widerstand&#8221; ist ein richtig dickes Ding; das ist mehr als einfach nur &#8220;dagegen zu sein&#8221;. Ich kann als Nicht-Zeitzeuge nur schwer abschätzen, wie der &#8220;normale Bürger&#8221; die BRD vor dreissig Jahren wahrgenommen hat, aber ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass jemand rational der Meinung sein konnte, der Staat sei derart hoffnungslos hinüber, dass eine Rettung ohne bewaffneten Kampf nicht möglich wäre (hier mitlesende Zeitzeugen mögen mich gerne eines besseren belehren).</p><p>Ich kenne Bilder von Demos, bei denen Polizisten, äh, von ihrem Schlagstock Gebrauch machen, und habe das auch schon live miterlebt. Soweit ich es selbst mitbekommen habe bzw. aufgrund von Berichten aus zweiter Hand einschätzen kann, passiert sowas aber nicht aus heiterem Himmel, sondern hat mit entsprechenden Handlungen seitens der Demonstranten zu tun. Auch Benno Ohnesorg, um mal noch weiter in die Geschichte zu gehen, taugt nicht dazu, das Bild eines mordbereiten Staatsapparates zu malen.</p><p>Das ist das grundlegende Problem, mit dem ich mich als &#8220;nachgeborener&#8221; bei RAF-Debatten immer konfrontiert sehe: Ich sehe zwei Realitäten. Zum einen das BRD-Bild der politisch weit linken Seite, bei dem man annehmen könnte, dass Altnazis in deutschen Amtsstuben mehr oder weniger der Regelfall seien, die Gesellschaft insgesamt autoritär ausgerichtet sei, Schwache gnadenlos ausgenutzt und benachteiligt würden, die Regierung von Frieden und Gewaltlosigkeit nicht viel hält usw.usf., und zum anderen das BRD-Bild, das ich aus Büchern, Dokumentationen und Erzählungen älterer Verwandter/Bekannter kenne und das durchweg ein positives ist. Zusätzlich lassen im Rückblick Dinge wie der Umstand, dass die Notstandsgesetze ohne weitere Auswirkung geblieben sind oder die Nachrüstung das Ende des Kalten Krieges eher befördert hat die damalige Anti-Haltung heute mehr wie wilde Hysterie erscheinen und die zugehörigen politischen Bewegungen wie Leute, die sich hoffnungslos in ihrer eigenen Ideologie verrannt haben. Das macht es schwierig, die damalige Stimmung zu rekonstruieren; aber wie gesagt, selbst wenn ich mir hier einen worst case bastle, ist der Schritt zur Gewalt, den die RAF gegangen ist, immer noch ein durch nichts relativierbarer Wahnsinn, den ich schlicht in keinen positiven Kontext bekomme. Wenn ich mir den &#8220;Stadtguerilla&#8221;-Aufsatz (als thematischen Schlüsseltext) anschaue, sehe ich verblendeten Irrsinn, aber kein nachvollziehbares Konzept, schon gar nicht eins für mehr Freiheit. Diese zwei Seiten prallen aufeinander und lassen mich etwas ratlos zurück. In der Debatte um Mohnhaupt und Klar beobachtet man unter den prominenten Zeitzeugen in erster Linie, wie alte Grabenkriege munter neu aufgelegt werden. Für eine sinnvolle Einschätzung bleibt da wenig Luft, aber wie gesagt, ich kann mir nicht vorstellen, dass die RAF bei einer solchen auch nur ansatzweise positiv wegkommt oder ihr Handeln rational verständlich wäre.</p> ]]></content:encoded> </item> <item><title>By: Maltefan</title><link>http://www.spreeblick.com/2007/04/05/im-kontext-betrachten/comment-page-2/#comment-395689</link> <dc:creator>Maltefan</dc:creator> <pubDate>Sun, 08 Apr 2007 15:28:09 +0000</pubDate> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/2007/04/05/im-kontext-betrachten/#comment-395689</guid> <description>@Aleksander
&lt;i&gt; Und was die Bedrohung angeht: Ich betrachte es als eher zweitrangig, ob mich jemand ganz persönlich bedroht oder &quot;nur&quot; den Staat, in dem ich lebe. &lt;/i&gt;
Im Gegensatz zu den Brigate Rosse war die paar Hansel von der RAF niemals eine reale Bedrohung für den Staat. Und dass der Staat glaubt, linksextrem sei nicht so schlimm wie rechtsextrem, ist mMn einfach nicht richtig. Rechtsextreme Straftaten werden immer noch sehr viel milder bestraft als linksextreme. Warum? MMn weil rechtsextreme Straftaten häufig gegen Ausländer und &quot;normale&quot; Menschen gerichtet sind und eben nicht gegen Funktionsträger. Go figure!&lt;i&gt; Die Strafe wird nicht in Relation zur Tat bewertet, sondern über Umwege, um damit eine generelle Parteilichkeit des Staates nachzuweisen. &lt;/i&gt;Ja, wonach soll man sich denn sonst richten wenn man wissen will ob eine Strafe unverhältnismäßig hart ist oder nicht? Das persönliche Rechtsempfinden taugt da nicht. Das kann mir noch so oft sagen, dass einer der x Morde begangen hat, ruhig 26 Jahre im Knast sitzen darf, wenn es in unserer Gesellschaft eben absolut nicht üblich ist, dass man dafür so lange sitzt. Die Angemessenheit einer Strafe kann man doch ausschließlich im Kontext der Strafen, die eine Gesellschaft für vergleichbare Taten verhängt, bewerten. Da ist nichts mit &quot;Umweg&quot;.Zum Thema, es sei irgendwie verständlich, dass im Klima der damaligen zeit sich Leute für den bewaffneten Kampf entschieen haben: Die RAF selber war in meinen Augen ein lächerlicher Fanatikerhaufen, der überhaupt nicht wußte, was er eigentlich will, angeführt von einem skrupellosen Mordbrenner-Pärchen, das verwirrte junge Leute verführt hat, die meinten, irgendwas sei falsch in diesem Staat und man müsse was dagegen tun. Der bereits angesprochene Artikel von Reemstma zeigt die Gruppendynamik, in der das vor sich ging, recht schön auf.In MEINEN Augen steckte da nicht mehr dahinter. Das mit dem Klima der Zeit stimmt zwar, aber wenn sich da was zum besseren verändert hat dann ausschließlich durch gewaltlose politische Gruppierungen.</description> <content:encoded><![CDATA[<p>@Aleksander<br
/> <i> Und was die Bedrohung angeht: Ich betrachte es als eher zweitrangig, ob mich jemand ganz persönlich bedroht oder &#8220;nur&#8221; den Staat, in dem ich lebe. </i><br
/> Im Gegensatz zu den Brigate Rosse war die paar Hansel von der RAF niemals eine reale Bedrohung für den Staat. Und dass der Staat glaubt, linksextrem sei nicht so schlimm wie rechtsextrem, ist mMn einfach nicht richtig. Rechtsextreme Straftaten werden immer noch sehr viel milder bestraft als linksextreme. Warum? MMn weil rechtsextreme Straftaten häufig gegen Ausländer und &#8220;normale&#8221; Menschen gerichtet sind und eben nicht gegen Funktionsträger. Go figure!</p><p><i> Die Strafe wird nicht in Relation zur Tat bewertet, sondern über Umwege, um damit eine generelle Parteilichkeit des Staates nachzuweisen. </i></p><p>Ja, wonach soll man sich denn sonst richten wenn man wissen will ob eine Strafe unverhältnismäßig hart ist oder nicht? Das persönliche Rechtsempfinden taugt da nicht. Das kann mir noch so oft sagen, dass einer der x Morde begangen hat, ruhig 26 Jahre im Knast sitzen darf, wenn es in unserer Gesellschaft eben absolut nicht üblich ist, dass man dafür so lange sitzt. Die Angemessenheit einer Strafe kann man doch ausschließlich im Kontext der Strafen, die eine Gesellschaft für vergleichbare Taten verhängt, bewerten. Da ist nichts mit &#8220;Umweg&#8221;.</p><p>Zum Thema, es sei irgendwie verständlich, dass im Klima der damaligen zeit sich Leute für den bewaffneten Kampf entschieen haben: Die RAF selber war in meinen Augen ein lächerlicher Fanatikerhaufen, der überhaupt nicht wußte, was er eigentlich will, angeführt von einem skrupellosen Mordbrenner-Pärchen, das verwirrte junge Leute verführt hat, die meinten, irgendwas sei falsch in diesem Staat und man müsse was dagegen tun. Der bereits angesprochene Artikel von Reemstma zeigt die Gruppendynamik, in der das vor sich ging, recht schön auf.</p><p>In MEINEN Augen steckte da nicht mehr dahinter. Das mit dem Klima der Zeit stimmt zwar, aber wenn sich da was zum besseren verändert hat dann ausschließlich durch gewaltlose politische Gruppierungen.</p> ]]></content:encoded> </item> <item><title>By: Patrick</title><link>http://www.spreeblick.com/2007/04/05/im-kontext-betrachten/comment-page-2/#comment-395586</link> <dc:creator>Patrick</dc:creator> <pubDate>Sun, 08 Apr 2007 12:49:16 +0000</pubDate> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/2007/04/05/im-kontext-betrachten/#comment-395586</guid> <description>@ AleksanderIch weiß garnicht, ob ich jetzt lachen oder weinen soll. Lachen, in der Freude, dass mal jemand sich die Mühe macht nachzudenken und zu argumentieren, oder Weinen darüber, dass es nicht der/die ist, mit der ich diskutiert habe. Ist aber auch egal.Zunächst einmal stimme ich dir zu, dass diese zwei Voraussetzungen wichtig sind und evtl. nicht gegeben waren. Was du über Ulrike Meinhof schreibst, ist richtig. Sie ist aber (damals) nur Teil größerer Initiativen/Bewegungen gewesen. Es gab Demonstrationen (die auch ein probates Mittel darstellen), in der eher poltisch orientierten Schiene den SDS, APO, etc. Die Forderungen an die Politik wurden also ziemlich deutlich und mit vielen Mitteln vertreten, nicht nur mit Artikeln von Frau Meinhof. Und der von dir beschrieben Wandel muss seinen Grund gehabt haben. Ulrike Meinhof schien an und für sich eine ganz intelligente Frau gewesen zu sein (was wohl auch Leute dazu trieb ihr Gehirn nach ihrem Tod noch zu untersuchen), mit einem ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit. Sie forderte anfangs Menschlichkeit, nicht mehr und nicht weniger. Propagierte anfangs nicht einmal Gewalt. Das alles spricht dafür, dass eben jener Weg &quot;anderer Abhilfe&quot; alles andere als erfolgreich war. Auch die blutigen Angriffe auf Demonstranten sind Beispiele dafür.&quot;Viel wichtiger aber ist b) &quot;diese Ordnung&quot;, im Zusammenhang des Art. 20 also der demokratischen Rechtsstaat bzw. das, was man allgemein mit dem Begriff &quot;freiheitlich-demokratische Grundordnung&quot; bezeichnet. Und hier wäre es mir jetzt echt neu, dass das Ziel der RAF die Verteidigung der FDGO gewesen wäre; das kann mir keiner erzählen, ohne ausgelacht zu werden.&quot;Das ist tatsächlich der ausschlaggebende Grund, weshalb es womöglich nicht aufgeht. Sie wollten nicht die Demokratie verteidigen, sondern die Freiheit. Ihr Ziel war nicht, zurück in eine funktionierende Demokratie, weil sie die in den herrschenden Zuständen als gescheitert ansahen. Allerdings beziehen sich deine Hervorhebungen nicht auf das Ziel, sondern auf den Ausgangszustand. Der Widerstand kann und darf sich erheben gegen *den* der es unternimmt diese Ordnung zu beseitigen. Mit keinem Wort steht in dem Gesetz, dass der Widerstand darauf hinaus läuft die selbe Ordnung wiederherzustellen. Wobei es natürlich Sinn macht, klar.Ich denke schon - wie du - das die RAF nicht im Sinne eines Widerstandes im Sinne unserer Verfassung handelte. Das einzige was ich wirklich glaube, ist das es Grund zum Widerstand gab. Auf einem anderen Blatt steht ob ein solcher Widerstand hätte unbewaffnet erfolgen sollen. Natürlich halte ich unbewaffnet für adequat aber andererseits halte ich einen Kampf/Widerstand gegen ein System mit mehreren Zehntausend bewaffneten Polizisten ohne Waffen für eine illusorische Wunschvorstellung. Das wäre, wie eine Befreiung des Irak mit Plüschpanzern.&quot;Ganz abgesehen davon: Dass Politiker &quot;nicht das machen, wofür sie gewählt wurden&quot; oder Gesetzesänderungen &quot;nicht im Sinne des Volkes&quot; sind, wie du in #51 beklagst, ist ansichtssache und begründet zunächst mal kein Recht auf Wiederstand.&quot;Es ist wirklich zu viel verlangt die Zusammenhänge aus den Texten zu lesen und dann zu  kommentieren oder? Nirgends hab ich gesagt, dass dies allein das Recht auf Widerstand begründet. Wie du oben schon erläutert hast, wird dieses erst durch die Ausschöpfung der verfügbaren Mittel begründet. Die Aussage bezog sich mehr oder weniger auf eine Randdiskussion ob Demokratie hier nun funktioniert oder nicht.&quot;Dein Szenario von Polizisten, die auf friedliche Demonstranten (warum betonst du eigentlich extra, dass diese &quot;deutsche Bürger&quot; sind?) einprügeln, ist so pauschal schlicht Blödsinn.&quot;Inwiefern ist die Aussage pauschal? Meine Sätze beinhalteten das Wort &#039;oft&#039;, was bedeutet, dass es häufig aber nicht immer vorkommt. Ich würde dir jetzt gerne Beispiele nennen, aber ich bezweifel stark, dass dir das helfen würde. Denn nicht jede Demonstration schafft es in die Presse. Und schon garnicht wirst du in der Presse die Bilder von blutigen Demonstranten sehen, die ich schon gesehen habe.&quot;Da musst du schon mit &quot;˜nem konkreten Fall ankommen und den erläutern; dein Bild vom Polizeistaat, der seine Bürger an Versammlungen und Meinungsäusserungen hindert, ist bezogen auf die BRD aus meiner Sicht lachhaft.&quot;Da hast du Recht. Ein Bild von einem Polizeistaat, wie du ihn aus meinen Aussagen heraus lesen willst, der seine Bürger an Versammlungen und Meinungsäusserungen hindert ist lachhaft. Problem an der Sache ist nur, dass ich dieses Bild nicht gemalt habe.&quot;Auch der neueste Quatsch von Schäuble ist zwar weder sinnvoll noch erstrebenswert, aber immer noch weit davon entfernt, aus der BRD ein Unrechtsregime zu machen, gegen das gewaltsamer Widerstand das probateste Mittel wäre.&quot;Auch da stimme ich dir zu. Wobei ich dich aber gleichzeitig frage, was du als probates Mittel ansiehst. Demonstrationen? Gründung einer Anti-Grundgesetze-Aufweich-Partei, der Blitzversuch in der Kürze der Zeit genug % zu erreichen um in den Bundestag zu kommen um den Mist den die da verzapfen zu kippen? Oder soll ich meine Abgeordneten anschreiben? Was darauf hinaus läuft (denn ich habs oft genug gemacht, in verschiedensten Fällen), dass man von Sekretären unterschriebene Briefe zurück bekommt, in der die eigenen Bedenken, durch standardisierte Floskeln (wie sie vermutlich jedem geschickt werden) versucht werden zu beschwichtigen. Und wie schafft man es eigentlich die mehr als 50% des Wählervolkes, die Partei X wählen &quot;weil sie sie immer gewählt haben&quot;, davon zu überzeugen, dass es nicht nur ihr Recht ist die Rechte unserer Verfassung in Anspruch zu nehmen, sondern auch ihre verdammte Pflicht mir und allen anderen Staatsbürgern gegenüber ist, sie zu verteidigen? Und sei es nur indem sie sich beim Kreuzchen-Machen vorher mal über die Konseqenzen informieren?&quot;Abhilfe sein kann, als kleine Gruppierung auf die Idee zu kommen, es a) besser zu wissen und b) das Recht zu haben, die eigene Ansicht durchzumorden und&quot;Mensch, es stellt doch niemand in Frage, dass das nicht erfolgreich sein konnte. Das es falsch war, auch nicht. Wieso muss ich das eigentlich immer und immer wieder runter beten? Ist es eigentlich so schwer, einfach mal zu lesen, was die Anderen schreiben, statt immer wieder den selben Unsinn zu antworten?&quot;Und noch was: Ist hier schon gefragt worden (ich glaube von studi), aber soweit ich sehen kann nicht wirklich beantwortet worden: Wieso sollte das skandalös niedrige Strafmass für einige Nazi-Verbrecher Auswirkungen auf die RAF haben? Die Nazis sind viel zu lasch für ihre Morde bestraft worden, also muss man bei der RAF gefälligst auch die Samthandschuhe anziehen? Wenn jemand mit 1000 Morden nur einmal lebenslänglich kriegt, darf jemand mit 10 Morden auf jeden Fall nur kürzer im Knast sitzen?&quot;Das sagt doch gar keiner. Aber bevor ich mir hier die Finger wund schreibe um zu sagen, was schon milliarden Male gesagt worden ist verweise ich auf die Antwort von Maltefan. Die sagt im Großen und Ganzen das aus, was ich denke.&quot;Und nochwas: Du hast geschrieben, dass die RAF ja nicht angefangen hat mit dem Töten und dass die Bürger von ihr sowieso nix zu befürchten hatten, weil sie sich gegen den Staat richtete. Da stellt sich mir die simple Frage: Na und?&quot;Wieder fehlt dir der Kontext. Der Grund für die Aussage ergibt sich aus dem Kontext. Er widerlegt nur, was gesagt wurde, dass die RAF die Demokratie erschüttert hätten, weil sie eine Gefahr für die Bevölkerung darstellten.&quot;Ist ein Mord jetzt weniger schlimm, wenn&quot;™s einen Polizeibeamter oder einen Generalbundesanwalt trifft? Sind die weniger wert? Sind die irgendwie vogelfrei?&quot;Gegenfrage: Ist ein Mord jetzt weniger schlimm, wenns einen Linken trifft oder einen harmlosen Demonstranten, der das erste Mal in seinem Leben demonstriert? Oder wenn es einen Brandleger trifft? Sind die weniger wert, obwohl sie nach unserem Gesetz trotzdem noch die Rechte unserer Verfassung genießen? Oder wenn es einen Studentenführer trifft, der sich an und für sich nur politisch für eine bessere Gesellschaft für alle engagiert hat?</description> <content:encoded><![CDATA[<p>@ Aleksander</p><p>Ich weiß garnicht, ob ich jetzt lachen oder weinen soll. Lachen, in der Freude, dass mal jemand sich die Mühe macht nachzudenken und zu argumentieren, oder Weinen darüber, dass es nicht der/die ist, mit der ich diskutiert habe. Ist aber auch egal.</p><p>Zunächst einmal stimme ich dir zu, dass diese zwei Voraussetzungen wichtig sind und evtl. nicht gegeben waren. Was du über Ulrike Meinhof schreibst, ist richtig. Sie ist aber (damals) nur Teil größerer Initiativen/Bewegungen gewesen. Es gab Demonstrationen (die auch ein probates Mittel darstellen), in der eher poltisch orientierten Schiene den SDS, APO, etc. Die Forderungen an die Politik wurden also ziemlich deutlich und mit vielen Mitteln vertreten, nicht nur mit Artikeln von Frau Meinhof. Und der von dir beschrieben Wandel muss seinen Grund gehabt haben. Ulrike Meinhof schien an und für sich eine ganz intelligente Frau gewesen zu sein (was wohl auch Leute dazu trieb ihr Gehirn nach ihrem Tod noch zu untersuchen), mit einem ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit. Sie forderte anfangs Menschlichkeit, nicht mehr und nicht weniger. Propagierte anfangs nicht einmal Gewalt. Das alles spricht dafür, dass eben jener Weg &#8220;anderer Abhilfe&#8221; alles andere als erfolgreich war. Auch die blutigen Angriffe auf Demonstranten sind Beispiele dafür.</p><p>&#8220;Viel wichtiger aber ist b) &#8220;diese Ordnung&#8221;, im Zusammenhang des Art. 20 also der demokratischen Rechtsstaat bzw. das, was man allgemein mit dem Begriff &#8220;freiheitlich-demokratische Grundordnung&#8221; bezeichnet. Und hier wäre es mir jetzt echt neu, dass das Ziel der RAF die Verteidigung der FDGO gewesen wäre; das kann mir keiner erzählen, ohne ausgelacht zu werden.&#8221;</p><p>Das ist tatsächlich der ausschlaggebende Grund, weshalb es womöglich nicht aufgeht. Sie wollten nicht die Demokratie verteidigen, sondern die Freiheit. Ihr Ziel war nicht, zurück in eine funktionierende Demokratie, weil sie die in den herrschenden Zuständen als gescheitert ansahen. Allerdings beziehen sich deine Hervorhebungen nicht auf das Ziel, sondern auf den Ausgangszustand. Der Widerstand kann und darf sich erheben gegen *den* der es unternimmt diese Ordnung zu beseitigen. Mit keinem Wort steht in dem Gesetz, dass der Widerstand darauf hinaus läuft die selbe Ordnung wiederherzustellen. Wobei es natürlich Sinn macht, klar.</p><p>Ich denke schon &#8211; wie du &#8211; das die RAF nicht im Sinne eines Widerstandes im Sinne unserer Verfassung handelte. Das einzige was ich wirklich glaube, ist das es Grund zum Widerstand gab. Auf einem anderen Blatt steht ob ein solcher Widerstand hätte unbewaffnet erfolgen sollen. Natürlich halte ich unbewaffnet für adequat aber andererseits halte ich einen Kampf/Widerstand gegen ein System mit mehreren Zehntausend bewaffneten Polizisten ohne Waffen für eine illusorische Wunschvorstellung. Das wäre, wie eine Befreiung des Irak mit Plüschpanzern.</p><p>&#8220;Ganz abgesehen davon: Dass Politiker &#8220;nicht das machen, wofür sie gewählt wurden&#8221; oder Gesetzesänderungen &#8220;nicht im Sinne des Volkes&#8221; sind, wie du in #51 beklagst, ist ansichtssache und begründet zunächst mal kein Recht auf Wiederstand.&#8221;</p><p>Es ist wirklich zu viel verlangt die Zusammenhänge aus den Texten zu lesen und dann zu  kommentieren oder? Nirgends hab ich gesagt, dass dies allein das Recht auf Widerstand begründet. Wie du oben schon erläutert hast, wird dieses erst durch die Ausschöpfung der verfügbaren Mittel begründet. Die Aussage bezog sich mehr oder weniger auf eine Randdiskussion ob Demokratie hier nun funktioniert oder nicht.</p><p>&#8220;Dein Szenario von Polizisten, die auf friedliche Demonstranten (warum betonst du eigentlich extra, dass diese &#8220;deutsche Bürger&#8221; sind?) einprügeln, ist so pauschal schlicht Blödsinn.&#8221;</p><p>Inwiefern ist die Aussage pauschal? Meine Sätze beinhalteten das Wort &#8216;oft&#8217;, was bedeutet, dass es häufig aber nicht immer vorkommt. Ich würde dir jetzt gerne Beispiele nennen, aber ich bezweifel stark, dass dir das helfen würde. Denn nicht jede Demonstration schafft es in die Presse. Und schon garnicht wirst du in der Presse die Bilder von blutigen Demonstranten sehen, die ich schon gesehen habe.</p><p>&#8220;Da musst du schon mit &#8220;˜nem konkreten Fall ankommen und den erläutern; dein Bild vom Polizeistaat, der seine Bürger an Versammlungen und Meinungsäusserungen hindert, ist bezogen auf die BRD aus meiner Sicht lachhaft.&#8221;</p><p>Da hast du Recht. Ein Bild von einem Polizeistaat, wie du ihn aus meinen Aussagen heraus lesen willst, der seine Bürger an Versammlungen und Meinungsäusserungen hindert ist lachhaft. Problem an der Sache ist nur, dass ich dieses Bild nicht gemalt habe.</p><p>&#8220;Auch der neueste Quatsch von Schäuble ist zwar weder sinnvoll noch erstrebenswert, aber immer noch weit davon entfernt, aus der BRD ein Unrechtsregime zu machen, gegen das gewaltsamer Widerstand das probateste Mittel wäre.&#8221;</p><p>Auch da stimme ich dir zu. Wobei ich dich aber gleichzeitig frage, was du als probates Mittel ansiehst. Demonstrationen? Gründung einer Anti-Grundgesetze-Aufweich-Partei, der Blitzversuch in der Kürze der Zeit genug % zu erreichen um in den Bundestag zu kommen um den Mist den die da verzapfen zu kippen? Oder soll ich meine Abgeordneten anschreiben? Was darauf hinaus läuft (denn ich habs oft genug gemacht, in verschiedensten Fällen), dass man von Sekretären unterschriebene Briefe zurück bekommt, in der die eigenen Bedenken, durch standardisierte Floskeln (wie sie vermutlich jedem geschickt werden) versucht werden zu beschwichtigen. Und wie schafft man es eigentlich die mehr als 50% des Wählervolkes, die Partei X wählen &#8220;weil sie sie immer gewählt haben&#8221;, davon zu überzeugen, dass es nicht nur ihr Recht ist die Rechte unserer Verfassung in Anspruch zu nehmen, sondern auch ihre verdammte Pflicht mir und allen anderen Staatsbürgern gegenüber ist, sie zu verteidigen? Und sei es nur indem sie sich beim Kreuzchen-Machen vorher mal über die Konseqenzen informieren?</p><p>&#8220;Abhilfe sein kann, als kleine Gruppierung auf die Idee zu kommen, es a) besser zu wissen und b) das Recht zu haben, die eigene Ansicht durchzumorden und&#8221;</p><p>Mensch, es stellt doch niemand in Frage, dass das nicht erfolgreich sein konnte. Das es falsch war, auch nicht. Wieso muss ich das eigentlich immer und immer wieder runter beten? Ist es eigentlich so schwer, einfach mal zu lesen, was die Anderen schreiben, statt immer wieder den selben Unsinn zu antworten?</p><p>&#8220;Und noch was: Ist hier schon gefragt worden (ich glaube von studi), aber soweit ich sehen kann nicht wirklich beantwortet worden: Wieso sollte das skandalös niedrige Strafmass für einige Nazi-Verbrecher Auswirkungen auf die RAF haben? Die Nazis sind viel zu lasch für ihre Morde bestraft worden, also muss man bei der RAF gefälligst auch die Samthandschuhe anziehen? Wenn jemand mit 1000 Morden nur einmal lebenslänglich kriegt, darf jemand mit 10 Morden auf jeden Fall nur kürzer im Knast sitzen?&#8221;</p><p>Das sagt doch gar keiner. Aber bevor ich mir hier die Finger wund schreibe um zu sagen, was schon milliarden Male gesagt worden ist verweise ich auf die Antwort von Maltefan. Die sagt im Großen und Ganzen das aus, was ich denke.</p><p>&#8220;Und nochwas: Du hast geschrieben, dass die RAF ja nicht angefangen hat mit dem Töten und dass die Bürger von ihr sowieso nix zu befürchten hatten, weil sie sich gegen den Staat richtete. Da stellt sich mir die simple Frage: Na und?&#8221;</p><p>Wieder fehlt dir der Kontext. Der Grund für die Aussage ergibt sich aus dem Kontext. Er widerlegt nur, was gesagt wurde, dass die RAF die Demokratie erschüttert hätten, weil sie eine Gefahr für die Bevölkerung darstellten.</p><p>&#8220;Ist ein Mord jetzt weniger schlimm, wenn&#8221;™s einen Polizeibeamter oder einen Generalbundesanwalt trifft? Sind die weniger wert? Sind die irgendwie vogelfrei?&#8221;</p><p>Gegenfrage: Ist ein Mord jetzt weniger schlimm, wenns einen Linken trifft oder einen harmlosen Demonstranten, der das erste Mal in seinem Leben demonstriert? Oder wenn es einen Brandleger trifft? Sind die weniger wert, obwohl sie nach unserem Gesetz trotzdem noch die Rechte unserer Verfassung genießen? Oder wenn es einen Studentenführer trifft, der sich an und für sich nur politisch für eine bessere Gesellschaft für alle engagiert hat?</p> ]]></content:encoded> </item> <item><title>By: Aleksander</title><link>http://www.spreeblick.com/2007/04/05/im-kontext-betrachten/comment-page-2/#comment-395582</link> <dc:creator>Aleksander</dc:creator> <pubDate>Sun, 08 Apr 2007 12:43:31 +0000</pubDate> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/2007/04/05/im-kontext-betrachten/#comment-395582</guid> <description>@ Maltefan: Du hast recht, ich habe dich da in einen Topf geworfen, in den du tatsächlich so nicht hineingehörst. Das war höchst unachtsam von mir; ich bitte aufrichtig um Entschuldigung. (Mit der Anrede &quot;Du&quot; in meinem Kommentar war übrigens immer Patrick gemeint. Hätte ich im unteren Teil besser dazugeschrieben.)Was das Strafmass angeht: Hier laufen zwei Argumentationen parallel. Zum einen wird beklagt, dass die RAF härter bestraft wird als der Durchschnitt, was als unverhältnismäßige und politisch motivierte Verfolgung interpretiert wird. Zum anderen wird beklagt, dass einige Straftäter zu lasch bestraft werden; der genannte Durchschnitt demnach zu niedrig ist. Das passt nicht zusammen. Soweit ich sehe, wird die Strafe für Klar in erster Linie mit dem Durchschnitt ins Verhältnis gesetzt, nicht aber mit den Taten. Das halte ich für grundfalsch. Aus meiner Sicht ist bei Klar etwas richtig gelaufen (wenn auch womöglich zumindest teilweise aus den falschen Gründen), was bei anderen falsch gelaufen ist. Der Ansatzpunkt kann jetzt aber nicht sein, für ihn und andere inhaftierte RAF-Leute etwas weniger richtiges zu verlangen, nur weil man anderswo falsch gehandelt hat.Und was die Taten angeht, mal ein paar Zitate aus dieser Diskussion:
&lt;i&gt;Johnny, #8: &quot;Die RAF ist u.a. als Reaktion und als Protest gegen Altnazis in damals immer noch (bzw. wieder) leitenden Positionen in Deutschland entstanden. Es geht doch bei solchen Links und Artikeln darum, sich mal das Klima in D damals anzusehen, zu versuchen, Zusammenhänge zu verstehen&quot;Carsten, #10: &quot;es geht um den Versuch einen Blick auf die Gesellschaft wie sie damals war zu werfen - die RAF ist ja damals nicht aus dem Nichts gekommen&quot;Carsten, #19: &quot;Zu schauen, was die RAF möglich gemacht hat ist eben auch zu schauen, wie die Situation war, in der die Menschen gelebt haben, die sich entschieden haben, ihr damaliges Leben komplett aufzugeben, in den Untergrund zu gehen und zu töten. Ich kann so eine Entscheidung nicht verstehen, aber ich würde sie gerne nachvollziehen können.&quot;Patrick, #22: &quot;Die RAF hat ihren Terror im wesentlichen* gegen &quot;das System&quot; und seine Machthaber gelenkt. Für den einfachen Bürger stellte sie im Grunde weniger Gefahr dar als der Straßenverkehr auf dem täglichen Weg zur Arbeit.&quot;&lt;/i&gt;Ich soll mir die damalige Situation anschauen, um daraus dann Rückschlüsse über die RAF bzw. speziell deren Nachvollziehbarkeit ziehen zu können. Und da komme ich nicht weiter, bzw. habe den Eindruck, den ich hier (überspitzt) formuliert habe: Selbst wenn ich die damalige Situation in düstersten Farben ausmale, finde ich immer noch nichts, was als nachvollziehbare Kausalität für das Handeln der RAF taugt. Realität und beschrittener Weg sind für mich einfach nicht in ein vernünftiges Verhältnis zu bringen. Offenbar gibt es da aber andere Sichtweisen. Deshalb meine Nachfragen.Und was die Bedrohung angeht: Ich betrachte es als eher zweitrangig, ob mich jemand ganz persönlich bedroht oder &quot;nur&quot; den Staat, in dem ich lebe. Im ersteren Fall ist die Bedrohung zweifellos unmittelbarer und zwingt mich direkt zum handeln, im letzteren Fall ist es mir aber trotzdem längst nicht egal, weil ich garantiert irgendwelche Auswirkungen zu spüren bekommen werde - im harmlosesten Fall Polizeikontrollen mit Maschinenpistole, im schlimmsten Fall ein verändertes (und herbeigebombtes) politisches System. Das die RAF für die Bevölkerung &quot;keine wirkliche Bedrohung&quot; dargestellt haben soll, wie du schriebst, finde ich schlicht unglaublich. Man muss keine Waffe am eigenen Kopf spüren, um bedroht zu sein.Du schriebst: &lt;i&gt;&quot;Die harten Strafen für die RAF waren mMn nicht aus den tatsächlichen Taten motiviert, sondern daraus, dass sie die falschen Leute umgebracht haben und die falsche Gesinnung hatten, etwas, was zutiefst undemokratisch ist.&quot;&lt;/i&gt; Das ist zugleich richtig und falsch. Richtig ist, dass sicherlich die Tötungsdelikte selbst nicht alleinige Ursache des Strafmasses waren, sondern wahrscheinlich unterschwellig auch politische Gründe einflossen; das von dir implizierte Gesinnungsstrafrecht als Hauptgrund halte ich aber für übertrieben. Falsch ist es, weil du aus meiner Sicht die Sache eben von der falschen Seite aus angehst. Die Kritik hier geht in die Richtung: &#039;Sie wurden unverhältnismässig bestraft, weil sie linksextrem waren.&#039; Oder: &#039;Der Staat glaubt, links sei schlimmer als rechts(, in Wirklichkeit ist es aber umgekehrt).&#039; Das halte ich wiederum für einen Strohmann. Die Strafe wird nicht in Relation zur Tat bewertet, sondern über Umwege, um damit eine generelle Parteilichkeit des Staates nachzuweisen. Letzteres kann man ja gerne versuchen, aber die RAF-Strafmasse als Argument heranzuziehen halte ich für der Sache nicht angemessen, weil ich die Relation von Schuld und Strafe bei der RAF für ausgewogen halte, bei dem von Johnny verlinkten Fall nicht. Und jetzt auf Staat, Gesellschaft und Medien einzuprügeln, weil die Linken ja viel schärfer bestraft würden, geht aus meiner Sicht halt am Problem vorbei.</description> <content:encoded><![CDATA[<p>@ Maltefan: Du hast recht, ich habe dich da in einen Topf geworfen, in den du tatsächlich so nicht hineingehörst. Das war höchst unachtsam von mir; ich bitte aufrichtig um Entschuldigung. (Mit der Anrede &#8220;Du&#8221; in meinem Kommentar war übrigens immer Patrick gemeint. Hätte ich im unteren Teil besser dazugeschrieben.)</p><p>Was das Strafmass angeht: Hier laufen zwei Argumentationen parallel. Zum einen wird beklagt, dass die RAF härter bestraft wird als der Durchschnitt, was als unverhältnismäßige und politisch motivierte Verfolgung interpretiert wird. Zum anderen wird beklagt, dass einige Straftäter zu lasch bestraft werden; der genannte Durchschnitt demnach zu niedrig ist. Das passt nicht zusammen. Soweit ich sehe, wird die Strafe für Klar in erster Linie mit dem Durchschnitt ins Verhältnis gesetzt, nicht aber mit den Taten. Das halte ich für grundfalsch. Aus meiner Sicht ist bei Klar etwas richtig gelaufen (wenn auch womöglich zumindest teilweise aus den falschen Gründen), was bei anderen falsch gelaufen ist. Der Ansatzpunkt kann jetzt aber nicht sein, für ihn und andere inhaftierte RAF-Leute etwas weniger richtiges zu verlangen, nur weil man anderswo falsch gehandelt hat.</p><p>Und was die Taten angeht, mal ein paar Zitate aus dieser Diskussion:<br
/> <i>Johnny, #8: &#8220;Die RAF ist u.a. als Reaktion und als Protest gegen Altnazis in damals immer noch (bzw. wieder) leitenden Positionen in Deutschland entstanden. Es geht doch bei solchen Links und Artikeln darum, sich mal das Klima in D damals anzusehen, zu versuchen, Zusammenhänge zu verstehen&#8221;</p><p>Carsten, #10: &#8220;es geht um den Versuch einen Blick auf die Gesellschaft wie sie damals war zu werfen &#8211; die RAF ist ja damals nicht aus dem Nichts gekommen&#8221;</p><p>Carsten, #19: &#8220;Zu schauen, was die RAF möglich gemacht hat ist eben auch zu schauen, wie die Situation war, in der die Menschen gelebt haben, die sich entschieden haben, ihr damaliges Leben komplett aufzugeben, in den Untergrund zu gehen und zu töten. Ich kann so eine Entscheidung nicht verstehen, aber ich würde sie gerne nachvollziehen können.&#8221;</p><p>Patrick, #22: &#8220;Die RAF hat ihren Terror im wesentlichen* gegen &#8220;das System&#8221; und seine Machthaber gelenkt. Für den einfachen Bürger stellte sie im Grunde weniger Gefahr dar als der Straßenverkehr auf dem täglichen Weg zur Arbeit.&#8221;</i></p><p>Ich soll mir die damalige Situation anschauen, um daraus dann Rückschlüsse über die RAF bzw. speziell deren Nachvollziehbarkeit ziehen zu können. Und da komme ich nicht weiter, bzw. habe den Eindruck, den ich hier (überspitzt) formuliert habe: Selbst wenn ich die damalige Situation in düstersten Farben ausmale, finde ich immer noch nichts, was als nachvollziehbare Kausalität für das Handeln der RAF taugt. Realität und beschrittener Weg sind für mich einfach nicht in ein vernünftiges Verhältnis zu bringen. Offenbar gibt es da aber andere Sichtweisen. Deshalb meine Nachfragen.</p><p>Und was die Bedrohung angeht: Ich betrachte es als eher zweitrangig, ob mich jemand ganz persönlich bedroht oder &#8220;nur&#8221; den Staat, in dem ich lebe. Im ersteren Fall ist die Bedrohung zweifellos unmittelbarer und zwingt mich direkt zum handeln, im letzteren Fall ist es mir aber trotzdem längst nicht egal, weil ich garantiert irgendwelche Auswirkungen zu spüren bekommen werde &#8211; im harmlosesten Fall Polizeikontrollen mit Maschinenpistole, im schlimmsten Fall ein verändertes (und herbeigebombtes) politisches System. Das die RAF für die Bevölkerung &#8220;keine wirkliche Bedrohung&#8221; dargestellt haben soll, wie du schriebst, finde ich schlicht unglaublich. Man muss keine Waffe am eigenen Kopf spüren, um bedroht zu sein.</p><p>Du schriebst: <i>&#8220;Die harten Strafen für die RAF waren mMn nicht aus den tatsächlichen Taten motiviert, sondern daraus, dass sie die falschen Leute umgebracht haben und die falsche Gesinnung hatten, etwas, was zutiefst undemokratisch ist.&#8221;</i> Das ist zugleich richtig und falsch. Richtig ist, dass sicherlich die Tötungsdelikte selbst nicht alleinige Ursache des Strafmasses waren, sondern wahrscheinlich unterschwellig auch politische Gründe einflossen; das von dir implizierte Gesinnungsstrafrecht als Hauptgrund halte ich aber für übertrieben. Falsch ist es, weil du aus meiner Sicht die Sache eben von der falschen Seite aus angehst. Die Kritik hier geht in die Richtung: &#8216;Sie wurden unverhältnismässig bestraft, weil sie linksextrem waren.&#8217; Oder: &#8216;Der Staat glaubt, links sei schlimmer als rechts(, in Wirklichkeit ist es aber umgekehrt).&#8217; Das halte ich wiederum für einen Strohmann. Die Strafe wird nicht in Relation zur Tat bewertet, sondern über Umwege, um damit eine generelle Parteilichkeit des Staates nachzuweisen. Letzteres kann man ja gerne versuchen, aber die RAF-Strafmasse als Argument heranzuziehen halte ich für der Sache nicht angemessen, weil ich die Relation von Schuld und Strafe bei der RAF für ausgewogen halte, bei dem von Johnny verlinkten Fall nicht. Und jetzt auf Staat, Gesellschaft und Medien einzuprügeln, weil die Linken ja viel schärfer bestraft würden, geht aus meiner Sicht halt am Problem vorbei.</p> ]]></content:encoded> </item> <item><title>By: apfelbaum</title><link>http://www.spreeblick.com/2007/04/05/im-kontext-betrachten/comment-page-2/#comment-395557</link> <dc:creator>apfelbaum</dc:creator> <pubDate>Sun, 08 Apr 2007 11:56:35 +0000</pubDate> <guid
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isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/2007/04/05/im-kontext-betrachten/#comment-395519</guid> <description>&lt;i&gt; Und wo ich gerade beim tippen bin: Einen Punkt habe ich hier noch nicht verstanden. Wenn wir uns mal &quot;die Situation damasl&quot; vor Augen führen und das hier gemalte Szenario wie dass die USA in Vietnam viele Schlimme dinge getan hat, gegen die die BRD nicht ausdrücklich eingeschritten ist, die Notstandgesetze gegen die Bevölkerung, die friedensgefährdende Nachrüstung, die viel zu milden Strafen für einige wenige NS-Täter und die stillschweigende Weiterbeschäftigung vieler anderer NS-Täter unbesehen für bare Münze nehmen, begreife ich immer noch nicht, wie es eine taugliche Abhilfe sein kann, als kleine Gruppierung auf die Idee zu kommen, es a) besser zu wissen und b) das Recht zu haben, die eigene Ansicht durchzumorden und durchzubomben. &lt;/i&gt;Das war natürlich auch alles Bullshit, und es hat hier glauche ich auch noch niemand etwas anderes behauptet.&lt;i&gt; Glaubst du (und Johnny, Maltefan, Carsten) im ernst, dass man sich dieses ziemlich krude Weltbild einer braun durchzogenen kriegstreibenden faschistoiden BRD, das wie ein von der RAF selbstgemaltes Zerrbild der Realität aussieht, vor Augen führt und sich dann sagt &quot;ja, wenn das so ist, haben die ja eigendlich ganz richtig gehandelt&quot;? &lt;/i&gt;Schöner Strohmann, denn ich zumindest habe nie etwas derartiges behauptet. Da Du mir sowas schon namentlich unterstellst, zitier mir doch bitte mal eine Stelle, wo ich etwas geschrieben habe, was man in dieser Art und Weise interpretieren könnte. Falls Du das nicht kannst, wäre eine Entschuldigung angebracht.&lt;i&gt; Wieso sollte das skandalös niedrige Strafmass für einige Nazi-Verbrecher Auswirkungen auf die RAF haben? Die Nazis sind viel zu lasch für ihre Morde bestraft worden, also muss man bei der RAF gefälligst auch die Samthandschuhe anziehen? Wenn jemand mit 1000 Morden nur einmal lebenslänglich kriegt, darf jemand mit 10 Morden auf jeden Fall nur kürzer im Knast sitzen?
&lt;/i&gt;Ach Du heilige Empörung, ist es denn wirklich zuviel verlangt, dass Du einfach liest, was geschrieben wurde? Diesen Punkt haben wir nun wirklich durch. Die Strafen auch für mehrfache Morde, nicht nur für Nazi-Verbrechen, sind in unserer Rechtsordnung einfach viel niedriger. Das mag man skandalös finden. Dass die Strafen für RAF-Verbrecher sehr viel härter ausfielen als die Strafen für alle anderen bestialischen Mörder, sollte dann allerdings kein Grund zum Jubeln sein, sondern eher ein Indiz, dass da irgendwas im Argen liegt -- etwas, was studi auch shcon zugegeben hat. Die harten Strafen für die RAF waren mMn nicht aus den tatsächlichen Taten motiviert, sondern daraus, dass sie die falschen Leute umgebracht haben und die falsche Gesinnung hatten, etwas, was zutiefst undemokratisch ist.&lt;i&gt; Und nochwas: Du hast geschrieben, dass die RAF ja nicht angefangen hat mit dem Töten und dass die Bürger von ihr sowieso nix zu befürchten hatten, weil sie sich gegen den Staat richtete. Da stellt sich mir die simple Frage: Na und? Ist ein Mord jetzt weniger schlimm, wenn&quot;™s einen Polizeibeamter oder einen Generalbundesanwalt trifft? Sind die weniger wert? Sind die irgendwie vogelfrei? Frau Schmitz von nebenan zu erschiessen ist grausam und hassenswert, aber der Buback, der war ja Teil des faschistoiden Systems, und der Schleyer ein menschenverachtender KApitalist, da muss man mit sowas halt rechnen? ch will dir so eine denke hier beileibe nicht unterstellen, aber das ist so ungefähr der Eindruck, der sich mir beim lesen aufgedrängt hat.&lt;/i&gt;Du scheinst nicht in der Lage zu sein, verschiedene Kommentatoren auseinanderzuhalten. Das erste habe ich nicht geschrieben, das zweite kam so in der Art in meinen Kommentaren vor. Lesen scheint aber eine aussterbende Kunst zu sein, denn ich habe nirgendwo geschrieben, dass es weniger schlimm sei, einen Generalbundesanwalt umzubringen als Lieschen Müller von nebenan. Ganz im Gegenteil, und da bricht übrigens Deine &quot;Argumentation&quot; dann auch endgültig zusammen, wie ich noch ausführen werde.Was ich geschrieben habe, bezog sich auf die Hysterie in der einfachen Bevölkerung, die mMn nur durch die Presse geschürt worden sein kann, da die RAF für sie einfach keine wirkliche Bedrohung darstellte. Die Bevölkerung hätte heute viel mehr Anlaß zur Hysterie, da sich islamistischer Terror im Gegensatz zu RAF-Terror ausdrücklich gegen sie richtet. Trotzdem wurde die RAF damals mehr als Bedrohung wahrgenommen als heute Al Qaida. Warum wohl?So, und nun zur Frage: Ist es weniger schlimm einen Generalbundesanwalt umzubringen als Lieschen Müller von nebenan? Es sollte eigentlich genau gleich schlimm sein. Und wenn das so wäre, sollte es sich auch in irgendeiner Form in Urteilen und Strafmaßen widerspiegeln. Und da sieht man einfach, dass es ungefähr 4-mal so schlimm zu sein scheint, einen Generalbundesanwalt umzubringen wie Lieschen Müller. Wenn man 5 Lieschen Müller umbringt, kriegt man lebenslänglich und ist im Schnitt nach 17 Jahren wieder draußen. Wenn man 5 Juden umbringt, kriegt man 12 Jahre. Wenn man 5 Generalbundesanwälte umbringt, kriegt man 4mal lebenslänglich, mindestens 24 Jahre. Man könnte also fast meinen, ein Buback sei mehr wert als ein Lieschen Müller, die wiederum mehr wert ist, als ein Jude. DAS ist doch die skandalöse Implikation aus diesen Urteilen, und warum man das befriedigt zur Kenntnis nimmt und sich auch noch empört, dass überhaupt gewagt wird, diese Urteile auch mal in Relation setzt, werde ich wohl so schnell nicht begreifen.</description> <content:encoded><![CDATA[<p><i> Und wo ich gerade beim tippen bin: Einen Punkt habe ich hier noch nicht verstanden. Wenn wir uns mal &#8220;die Situation damasl&#8221; vor Augen führen und das hier gemalte Szenario wie dass die USA in Vietnam viele Schlimme dinge getan hat, gegen die die BRD nicht ausdrücklich eingeschritten ist, die Notstandgesetze gegen die Bevölkerung, die friedensgefährdende Nachrüstung, die viel zu milden Strafen für einige wenige NS-Täter und die stillschweigende Weiterbeschäftigung vieler anderer NS-Täter unbesehen für bare Münze nehmen, begreife ich immer noch nicht, wie es eine taugliche Abhilfe sein kann, als kleine Gruppierung auf die Idee zu kommen, es a) besser zu wissen und b) das Recht zu haben, die eigene Ansicht durchzumorden und durchzubomben. </i></p><p>Das war natürlich auch alles Bullshit, und es hat hier glauche ich auch noch niemand etwas anderes behauptet.</p><p><i> Glaubst du (und Johnny, Maltefan, Carsten) im ernst, dass man sich dieses ziemlich krude Weltbild einer braun durchzogenen kriegstreibenden faschistoiden BRD, das wie ein von der RAF selbstgemaltes Zerrbild der Realität aussieht, vor Augen führt und sich dann sagt &#8220;ja, wenn das so ist, haben die ja eigendlich ganz richtig gehandelt&#8221;? </i></p><p>Schöner Strohmann, denn ich zumindest habe nie etwas derartiges behauptet. Da Du mir sowas schon namentlich unterstellst, zitier mir doch bitte mal eine Stelle, wo ich etwas geschrieben habe, was man in dieser Art und Weise interpretieren könnte. Falls Du das nicht kannst, wäre eine Entschuldigung angebracht.</p><p><i> Wieso sollte das skandalös niedrige Strafmass für einige Nazi-Verbrecher Auswirkungen auf die RAF haben? Die Nazis sind viel zu lasch für ihre Morde bestraft worden, also muss man bei der RAF gefälligst auch die Samthandschuhe anziehen? Wenn jemand mit 1000 Morden nur einmal lebenslänglich kriegt, darf jemand mit 10 Morden auf jeden Fall nur kürzer im Knast sitzen?<br
/> </i></p><p>Ach Du heilige Empörung, ist es denn wirklich zuviel verlangt, dass Du einfach liest, was geschrieben wurde? Diesen Punkt haben wir nun wirklich durch. Die Strafen auch für mehrfache Morde, nicht nur für Nazi-Verbrechen, sind in unserer Rechtsordnung einfach viel niedriger. Das mag man skandalös finden. Dass die Strafen für RAF-Verbrecher sehr viel härter ausfielen als die Strafen für alle anderen bestialischen Mörder, sollte dann allerdings kein Grund zum Jubeln sein, sondern eher ein Indiz, dass da irgendwas im Argen liegt &#8212; etwas, was studi auch shcon zugegeben hat. Die harten Strafen für die RAF waren mMn nicht aus den tatsächlichen Taten motiviert, sondern daraus, dass sie die falschen Leute umgebracht haben und die falsche Gesinnung hatten, etwas, was zutiefst undemokratisch ist.</p><p><i> Und nochwas: Du hast geschrieben, dass die RAF ja nicht angefangen hat mit dem Töten und dass die Bürger von ihr sowieso nix zu befürchten hatten, weil sie sich gegen den Staat richtete. Da stellt sich mir die simple Frage: Na und? Ist ein Mord jetzt weniger schlimm, wenn&#8221;™s einen Polizeibeamter oder einen Generalbundesanwalt trifft? Sind die weniger wert? Sind die irgendwie vogelfrei? Frau Schmitz von nebenan zu erschiessen ist grausam und hassenswert, aber der Buback, der war ja Teil des faschistoiden Systems, und der Schleyer ein menschenverachtender KApitalist, da muss man mit sowas halt rechnen? ch will dir so eine denke hier beileibe nicht unterstellen, aber das ist so ungefähr der Eindruck, der sich mir beim lesen aufgedrängt hat.</i></p><p>Du scheinst nicht in der Lage zu sein, verschiedene Kommentatoren auseinanderzuhalten. Das erste habe ich nicht geschrieben, das zweite kam so in der Art in meinen Kommentaren vor. Lesen scheint aber eine aussterbende Kunst zu sein, denn ich habe nirgendwo geschrieben, dass es weniger schlimm sei, einen Generalbundesanwalt umzubringen als Lieschen Müller von nebenan. Ganz im Gegenteil, und da bricht übrigens Deine &#8220;Argumentation&#8221; dann auch endgültig zusammen, wie ich noch ausführen werde.</p><p>Was ich geschrieben habe, bezog sich auf die Hysterie in der einfachen Bevölkerung, die mMn nur durch die Presse geschürt worden sein kann, da die RAF für sie einfach keine wirkliche Bedrohung darstellte. Die Bevölkerung hätte heute viel mehr Anlaß zur Hysterie, da sich islamistischer Terror im Gegensatz zu RAF-Terror ausdrücklich gegen sie richtet. Trotzdem wurde die RAF damals mehr als Bedrohung wahrgenommen als heute Al Qaida. Warum wohl?</p><p>So, und nun zur Frage: Ist es weniger schlimm einen Generalbundesanwalt umzubringen als Lieschen Müller von nebenan? Es sollte eigentlich genau gleich schlimm sein. Und wenn das so wäre, sollte es sich auch in irgendeiner Form in Urteilen und Strafmaßen widerspiegeln. Und da sieht man einfach, dass es ungefähr 4-mal so schlimm zu sein scheint, einen Generalbundesanwalt umzubringen wie Lieschen Müller. Wenn man 5 Lieschen Müller umbringt, kriegt man lebenslänglich und ist im Schnitt nach 17 Jahren wieder draußen. Wenn man 5 Juden umbringt, kriegt man 12 Jahre. Wenn man 5 Generalbundesanwälte umbringt, kriegt man 4mal lebenslänglich, mindestens 24 Jahre. Man könnte also fast meinen, ein Buback sei mehr wert als ein Lieschen Müller, die wiederum mehr wert ist, als ein Jude. DAS ist doch die skandalöse Implikation aus diesen Urteilen, und warum man das befriedigt zur Kenntnis nimmt und sich auch noch empört, dass überhaupt gewagt wird, diese Urteile auch mal in Relation setzt, werde ich wohl so schnell nicht begreifen.</p> ]]></content:encoded> </item> <item><title>By: Aleksander</title><link>http://www.spreeblick.com/2007/04/05/im-kontext-betrachten/comment-page-2/#comment-395467</link> <dc:creator>Aleksander</dc:creator> <pubDate>Sun, 08 Apr 2007 10:41:44 +0000</pubDate> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/2007/04/05/im-kontext-betrachten/#comment-395467</guid> <description>@ Patrick:&quot;Gegen jeden, der es unternimmt, DIESE Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, WENN ANDERE ABHILFE NICHT MÖGLICH IST.&quot; (Hervorhebungen von mir.)Zwei wichtige Vorraussetzungen: a) Die Unmöglichkeit &quot;anderer Abhilfe&quot;, also im Kontext eines demokratischen Staates der Weg des politischen Diskurses. Den findet man ansatzweise bei Ulrike Meinhof, wenn man sich mit ihrer Entwicklungslinie von den &quot;konkret&quot;-Artikeln bis zur &quot;Stadtguerilla&quot; beschäftigt und dabei feststellt, dass die Gute relativ nüchtern angefangen hat und dann einer fortschreitenden Frustration unterworfen war, bis hin zum extremen Schritt, eine Veränderung nicht mehr mit Worten, sondern mit Waffen zu versuchen. Als vollwertigen Versuch, die Politik der Bundesrepublik wirklich zu verändern, kann man das aber sicher nicht betrachten. Redakteure stehen eher nicht im Ruf, mit ihren Texten politischen Wandel zu befördern.Viel wichtiger aber ist b) &quot;diese Ordnung&quot;, im Zusammenhang des Art. 20 also der demokratischen Rechtsstaat bzw. das, was man allgemein mit dem Begriff &quot;freiheitlich-demokratische Grundordnung&quot; bezeichnet. Und hier wäre es mir jetzt echt neu, dass das Ziel der RAF die Verteidigung der FDGO gewesen wäre; das kann mir keiner erzählen, ohne ausgelacht zu werden.Ganz abgesehen davon: Dass Politiker &quot;nicht das machen, wofür sie gewählt wurden&quot; oder Gesetzesänderungen &quot;nicht im Sinne des Volkes&quot; sind, wie du in #51 beklagst, ist ansichtssache und begründet zunächst mal kein Recht auf Wiederstand. Dein Szenario von Polizisten, die auf friedliche Demonstranten (warum betonst du eigentlich extra, dass diese &quot;deutsche Bürger&quot; sind?) einprügeln, ist so pauschal schlicht Blödsinn. Da musst du schon mit &#039;nem konkreten Fall ankommen und den erläutern; dein Bild vom Polizeistaat, der seine Bürger an Versammlungen und Meinungsäusserungen hindert, ist bezogen auf die BRD aus meiner Sicht lachhaft. Auch der neueste Quatsch von Schäuble ist zwar weder sinnvoll noch erstrebenswert, aber immer noch weit davon entfernt, aus der BRD ein Unrechtsregime zu machen, gegen das gewaltsamer Widerstand das probateste Mittel wäre.Und wo ich gerade beim tippen bin: Einen Punkt habe ich hier noch nicht verstanden. Wenn wir uns mal &quot;die Situation damasl&quot; vor Augen führen und das hier gemalte Szenario wie dass die USA in Vietnam viele Schlimme dinge getan hat, gegen die die BRD nicht ausdrücklich eingeschritten ist, die Notstandgesetze gegen die Bevölkerung, die friedensgefährdende Nachrüstung, die viel zu milden Strafen für einige wenige NS-Täter und die stillschweigende Weiterbeschäftigung vieler anderer NS-Täter unbesehen für bare Münze nehmen, begreife ich immer noch nicht, wie es eine taugliche Abhilfe sein kann, als kleine Gruppierung auf die Idee zu kommen, es a) besser zu wissen und b) das Recht zu haben, die eigene Ansicht durchzumorden und durchzubomben. Was ändert es denn am System BRD, wenn man Kaufhäuser sprengt, den Generalbundesanwalt auf offener Straße erschiesst und prominente Wirtschaftsleute entführt und/oder erschiesst? Was wird dadurch besser? Wie soll ich als &quot;nachgeborener&quot;, der die späten 70er im Kinderbett erlebt hat, mir heute die Weltsicht der RAF vor Augen führen und sagen können &quot;achso, so waren also die gesellschaftlichen Umstände damals, ja, da kann ich nachvollziehen, dass da jemand Terrorist wird&quot;? Glaubst du (und Johnny, Maltefan, Carsten) im ernst, dass man sich dieses ziemlich krude Weltbild einer braun durchzogenen kriegstreibenden faschistoiden BRD, das wie ein von der RAF selbstgemaltes Zerrbild der Realität aussieht, vor Augen führt und sich dann sagt &quot;ja, wenn das so ist, haben die ja eigendlich ganz richtig gehandelt&quot;? Und noch was: Ist hier schon gefragt worden (ich glaube von studi), aber soweit ich sehen kann nicht wirklich beantwortet worden: Wieso sollte das skandalös niedrige Strafmass für einige Nazi-Verbrecher Auswirkungen auf die RAF haben? Die Nazis sind viel zu lasch für ihre Morde bestraft worden, also muss man bei der RAF gefälligst auch  die Samthandschuhe anziehen? Wenn jemand mit 1000 Morden nur einmal lebenslänglich kriegt, darf jemand mit 10 Morden auf jeden Fall nur kürzer im Knast sitzen?Und nochwas: Du hast geschrieben, dass die RAF ja nicht angefangen hat mit dem Töten und dass die Bürger von ihr sowieso nix zu befürchten hatten, weil sie sich gegen den Staat richtete. Da stellt sich mir die simple Frage: Na und? Ist ein Mord jetzt weniger schlimm, wenn&#039;s einen Polizeibeamter oder einen Generalbundesanwalt trifft? Sind die weniger wert? Sind die irgendwie vogelfrei? Frau Schmitz von nebenan zu erschiessen ist grausam und hassenswert, aber der Buback, der war ja Teil des faschistoiden Systems, und der Schleyer ein menschenverachtender KApitalist, da muss man mit sowas halt rechnen? Ich will dir so eine denke hier beileibe nicht unterstellen, aber das ist so ungefähr der Eindruck, der sich mir beim lesen aufgedrängt hat.</description> <content:encoded><![CDATA[<p>@ Patrick:</p><p>&#8220;Gegen jeden, der es unternimmt, DIESE Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, WENN ANDERE ABHILFE NICHT MÖGLICH IST.&#8221; (Hervorhebungen von mir.)</p><p>Zwei wichtige Vorraussetzungen: a) Die Unmöglichkeit &#8220;anderer Abhilfe&#8221;, also im Kontext eines demokratischen Staates der Weg des politischen Diskurses. Den findet man ansatzweise bei Ulrike Meinhof, wenn man sich mit ihrer Entwicklungslinie von den &#8220;konkret&#8221;-Artikeln bis zur &#8220;Stadtguerilla&#8221; beschäftigt und dabei feststellt, dass die Gute relativ nüchtern angefangen hat und dann einer fortschreitenden Frustration unterworfen war, bis hin zum extremen Schritt, eine Veränderung nicht mehr mit Worten, sondern mit Waffen zu versuchen. Als vollwertigen Versuch, die Politik der Bundesrepublik wirklich zu verändern, kann man das aber sicher nicht betrachten. Redakteure stehen eher nicht im Ruf, mit ihren Texten politischen Wandel zu befördern.</p><p>Viel wichtiger aber ist b) &#8220;diese Ordnung&#8221;, im Zusammenhang des Art. 20 also der demokratischen Rechtsstaat bzw. das, was man allgemein mit dem Begriff &#8220;freiheitlich-demokratische Grundordnung&#8221; bezeichnet. Und hier wäre es mir jetzt echt neu, dass das Ziel der RAF die Verteidigung der FDGO gewesen wäre; das kann mir keiner erzählen, ohne ausgelacht zu werden.</p><p>Ganz abgesehen davon: Dass Politiker &#8220;nicht das machen, wofür sie gewählt wurden&#8221; oder Gesetzesänderungen &#8220;nicht im Sinne des Volkes&#8221; sind, wie du in #51 beklagst, ist ansichtssache und begründet zunächst mal kein Recht auf Wiederstand. Dein Szenario von Polizisten, die auf friedliche Demonstranten (warum betonst du eigentlich extra, dass diese &#8220;deutsche Bürger&#8221; sind?) einprügeln, ist so pauschal schlicht Blödsinn. Da musst du schon mit &#8216;nem konkreten Fall ankommen und den erläutern; dein Bild vom Polizeistaat, der seine Bürger an Versammlungen und Meinungsäusserungen hindert, ist bezogen auf die BRD aus meiner Sicht lachhaft. Auch der neueste Quatsch von Schäuble ist zwar weder sinnvoll noch erstrebenswert, aber immer noch weit davon entfernt, aus der BRD ein Unrechtsregime zu machen, gegen das gewaltsamer Widerstand das probateste Mittel wäre.</p><p>Und wo ich gerade beim tippen bin: Einen Punkt habe ich hier noch nicht verstanden. Wenn wir uns mal &#8220;die Situation damasl&#8221; vor Augen führen und das hier gemalte Szenario wie dass die USA in Vietnam viele Schlimme dinge getan hat, gegen die die BRD nicht ausdrücklich eingeschritten ist, die Notstandgesetze gegen die Bevölkerung, die friedensgefährdende Nachrüstung, die viel zu milden Strafen für einige wenige NS-Täter und die stillschweigende Weiterbeschäftigung vieler anderer NS-Täter unbesehen für bare Münze nehmen, begreife ich immer noch nicht, wie es eine taugliche Abhilfe sein kann, als kleine Gruppierung auf die Idee zu kommen, es a) besser zu wissen und b) das Recht zu haben, die eigene Ansicht durchzumorden und durchzubomben. Was ändert es denn am System BRD, wenn man Kaufhäuser sprengt, den Generalbundesanwalt auf offener Straße erschiesst und prominente Wirtschaftsleute entführt und/oder erschiesst? Was wird dadurch besser? Wie soll ich als &#8220;nachgeborener&#8221;, der die späten 70er im Kinderbett erlebt hat, mir heute die Weltsicht der RAF vor Augen führen und sagen können &#8220;achso, so waren also die gesellschaftlichen Umstände damals, ja, da kann ich nachvollziehen, dass da jemand Terrorist wird&#8221;? Glaubst du (und Johnny, Maltefan, Carsten) im ernst, dass man sich dieses ziemlich krude Weltbild einer braun durchzogenen kriegstreibenden faschistoiden BRD, das wie ein von der RAF selbstgemaltes Zerrbild der Realität aussieht, vor Augen führt und sich dann sagt &#8220;ja, wenn das so ist, haben die ja eigendlich ganz richtig gehandelt&#8221;? Und noch was: Ist hier schon gefragt worden (ich glaube von studi), aber soweit ich sehen kann nicht wirklich beantwortet worden: Wieso sollte das skandalös niedrige Strafmass für einige Nazi-Verbrecher Auswirkungen auf die RAF haben? Die Nazis sind viel zu lasch für ihre Morde bestraft worden, also muss man bei der RAF gefälligst auch  die Samthandschuhe anziehen? Wenn jemand mit 1000 Morden nur einmal lebenslänglich kriegt, darf jemand mit 10 Morden auf jeden Fall nur kürzer im Knast sitzen?</p><p>Und nochwas: Du hast geschrieben, dass die RAF ja nicht angefangen hat mit dem Töten und dass die Bürger von ihr sowieso nix zu befürchten hatten, weil sie sich gegen den Staat richtete. Da stellt sich mir die simple Frage: Na und? Ist ein Mord jetzt weniger schlimm, wenn&#8217;s einen Polizeibeamter oder einen Generalbundesanwalt trifft? Sind die weniger wert? Sind die irgendwie vogelfrei? Frau Schmitz von nebenan zu erschiessen ist grausam und hassenswert, aber der Buback, der war ja Teil des faschistoiden Systems, und der Schleyer ein menschenverachtender KApitalist, da muss man mit sowas halt rechnen? Ich will dir so eine denke hier beileibe nicht unterstellen, aber das ist so ungefähr der Eindruck, der sich mir beim lesen aufgedrängt hat.</p> ]]></content:encoded> </item> <item><title>By: Patrick</title><link>http://www.spreeblick.com/2007/04/05/im-kontext-betrachten/comment-page-2/#comment-395388</link> <dc:creator>Patrick</dc:creator> <pubDate>Sun, 08 Apr 2007 09:25:42 +0000</pubDate> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/2007/04/05/im-kontext-betrachten/#comment-395388</guid> <description>@ studi und apfelbaumÜbrigens geht es dem Gesetzgeber keineswegs um Sühne oder Abschreckung, sondern natürlich um Schutz für die Gesellschaft, aber vorallem Resozialisierung.Hierzu ein interessanter Text, was da die aktuelle Rechtsauffassung ist:
http://www.der-jugendrichter.de/html/resozialisierung.html&quot;Dass über die Person Christian Klar die RAF verhandelt wird, und gleichzeitig die RAF-Täter schweigen sollen, das (und jetzt schlag ich mal die Brücke nach oben) zeugt schon von ideologischer Verblendung. Darum gings ursprünglich, glaub ich.&quot;Nun, ich finds nicht gut, dass sie schweigen, weil es unabhängig von Strafverfolgung ein berechtigtes Interesse am Aufklären der &quot;Geschichte&quot; gibt. Allerdings darf man annehmen, dass RAF-Mitglieder beteiligt waren, die noch frei sind. Die derzeitig inhaftierten sehen es wohl als wichtigen Bestandteil ihrer ehemaligen kollektiven Bindung an, dass sie lieber eine höhere Strafe auf sich nehmen, als Ihre Genossen zu verraten. Ob das was mit Ideologie zu tun hat, wage ich zu bezweifeln. Viel mehr hat das was mit Loyalität zu tun.
Und wären es keine Terroristen, würden die meisten dieses Verhalten wohl ehrenhaft nennen.Wobei es andererseits natürlich wenig ehrenhaft ist, dass Mörder draußen rum rennen, die unbestraft sind. Aber, dass es davon wesentlich mehr aus dem rechten Lager geht, ist ja hier ebenfalls zu genüge diskutiert worden.</description> <content:encoded><![CDATA[<p>@ studi und apfelbaum</p><p>Übrigens geht es dem Gesetzgeber keineswegs um Sühne oder Abschreckung, sondern natürlich um Schutz für die Gesellschaft, aber vorallem Resozialisierung.</p><p>Hierzu ein interessanter Text, was da die aktuelle Rechtsauffassung ist:<br
/> <a
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/> Und wären es keine Terroristen, würden die meisten dieses Verhalten wohl ehrenhaft nennen.</p><p>Wobei es andererseits natürlich wenig ehrenhaft ist, dass Mörder draußen rum rennen, die unbestraft sind. Aber, dass es davon wesentlich mehr aus dem rechten Lager geht, ist ja hier ebenfalls zu genüge diskutiert worden.</p> ]]></content:encoded> </item> <item><title>By: apfelbaum</title><link>http://www.spreeblick.com/2007/04/05/im-kontext-betrachten/comment-page-2/#comment-395368</link> <dc:creator>apfelbaum</dc:creator> <pubDate>Sun, 08 Apr 2007 08:40:32 +0000</pubDate> <guid
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Und was die Resozialisierung anbelangt: Man kann durchaus darüber streiten, ob bei Chr. Klar ein ausreichendes Maß an Unrechtsbewußtsein vorhanden ist, da er ja schließlich zum Tathergang schweigt. Ob das ein entscheidendes Kriterium ist - weiß nicht. Wahrscheinlich nicht.Darüber wird aber gar nicht gestritten, sondern über die RAF. Im Grunde transportiert die Medienberichterstattung häufig diesen einen Gedanken: Ein Terrorist ist nicht resozialisierbar, wenn er seine Überzeugungen nicht aufgeben hat wollen. Dass über die Person Christian Klar die RAF verhandelt wird, und gleichzeitig die RAF-Täter schweigen sollen, das (und jetzt schlag ich mal die Brücke nach oben) zeugt schon von ideologischer Verblendung. Darum gings ursprünglich, glaub ich. Ganz jenseits davon, wie man die RAF bewertet.</description> <content:encoded><![CDATA[<p>@ studi: Nee, das war mir nicht so klar. Also das mit der Sühne zum Beispiel nicht. Sühne ist für mich persönlich gar kein Motiv.<br
/> Und was die Resozialisierung anbelangt: Man kann durchaus darüber streiten, ob bei Chr. Klar ein ausreichendes Maß an Unrechtsbewußtsein vorhanden ist, da er ja schließlich zum Tathergang schweigt. Ob das ein entscheidendes Kriterium ist &#8211; weiß nicht. Wahrscheinlich nicht.</p><p>Darüber wird aber gar nicht gestritten, sondern über die RAF. Im Grunde transportiert die Medienberichterstattung häufig diesen einen Gedanken: Ein Terrorist ist nicht resozialisierbar, wenn er seine Überzeugungen nicht aufgeben hat wollen. Dass über die Person Christian Klar die RAF verhandelt wird, und gleichzeitig die RAF-Täter schweigen sollen, das (und jetzt schlag ich mal die Brücke nach oben) zeugt schon von ideologischer Verblendung. Darum gings ursprünglich, glaub ich. Ganz jenseits davon, wie man die RAF bewertet.</p> ]]></content:encoded> </item> </channel> </rss>
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