ja genau. in deutschland hat sich keiner darueber aufgeregt.
> >
> > mein punkt ist dieser verdammte ethnozentrismus. das ging mir bei wong
> > schon immer auf den wecker.
>
> Warum? Was ist an Mister Wong ethnozentrisch?
na, weil ein deutscher bookmarkdienst schon im namen die assoziation
„chinesischer diener“ weckt. das funktioniert in deutschland ganz gut,
weil wir noch immer klichees von asiatischen bediensteten in den
koepfen haben - z.b. aus filmen der 50er Jahre und davor.
wenn du aber in einem multiethnischen land wie den usa deinen dienst
anbietest, muss du darauf gefasst sein, dass sich asiatisch staemmige
menschen auf den schlips getreten fuehlen.
stell dir vor, es hiese nicht mister wong sondern onkel tom und das
icon zeigte einen dicklippigen schwarzen mit grossen kulleraugen.
oder stell dir vor, ein japanischer internetdienst fuer was auch
immer, heisst adolfhitler. hitler hat in japan vielleicht einen ganz
guten ruf, die deutsche ordentlichkeit ist angesehen, warum nicht
einen web-speicher adolf hitler nennen. schön mit runenschrift im
logo.
was denkst du als deutscher? das bin nicht ich. genau. und so fuehlen
und denken asiaten, die mit dem bescheuerten klichees des grinsenden
chinesen konfrontiert werden.
>
> > und blackfacing geht nicht. frag mal einen
> > schwarzen deutschen.
>
> Ach komm. Jedes Jahr wenn irgendwelche Schüler in Süddeutschland die
> heiligen drei Könige nachspielen und es im Dorf keinen Schwarzen gibt
> malt sich einer von denen das Gesicht an.
>
klar. geht ja auch in ordnung. hier wird ja auch nicht „neger“
verballhornt sonder ein schwarzer koenig(!) gespielt. grosser
unterschied.
> Warum geht das nicht?
>
> Welche Fingerfarben dürfen sich Kinder denn ins Gesicht schmieren?
>
alle farben der welt, solange erwachsene sie nicht fuer ihre
(kommunikations-)zwecke missbrauchen.
> > ich will die unicef geschichte auch gar nicht mehr hochkochen. es geht
> > mir nur darum, dass man nachdenken sollte, will man international
> > auftreten. und ja: die unicef kampagne ist insofern international,
> > weil sowas heute einfach nicht mehr nur national bleibt.
>
> Bestimmt sollte man drüber nachdenken. Insbesondere weil es
> offensichtlich Menschen gibt, die einer Unicef Kampagne Rassismus
> unterstellen.
>
ja. das tue ich aber nicht. ich weise nur darauf hin, dass diese
motive missverstanden werden koennen. und als ich die bilder zum
ersten mal bei riemer gesehen habe, war die assoziation da.
> > aber ist doch toll. wir diskutieren wieder :)
>
> Aber worüber?
>
> Mich macht diese ganze Diskussion ungeheuer wütend. Dieses ständige
> Über-PC artet langsam in Richtung Zensur aus. Hätte Mr. Wong exakt
> das gleiche Logo mit runden Augen statt Schlitzaugen gemalt und der
> Dienst hiesse „Herr Schmidt“, hätte sich keine Sau darüber aufgeregt,
> auch nicht in Amerika. Das läuft darauf hinaus, dass man nur noch
> weiße Westeuropäer bildlich darstellen darf.
>
kontext! es kommt auf den kontext an. keine ahnung, was ein dienst mit
namen schmidt und einem europaer als logo, sagen wir mal in suedafrika
ausloesen wuerde. nix gutes, denke ich.
und ich finde das ueberhaupt nicht ueber-pc.
ich halte das fuer selbstverstaendlich.
ich glaube wirklich, dass es hilft, wenn man sich seiner eigenen
klischees und stereotypen von anderen, die man so im kopf hat, bewusst
wird.
und uebrigens: wir selbst sind mindestens einmal in die falle gtappt.
und ich bin mir sicher, dass das uns morgen um die ohren fliegen wird:
http://www.spreeblick.com/2006/09/26/xing-xang-xong-entscholdigong/
aber vielleicht bin ich ueberempfindlich und ueber-pc.
irgendwas muss ich von meinem studium gehabt haben…. har, har…
.as
> Max
01
na, da hat spreeblick mal wieder die welt gerettet. fehlt nur noch das hartzIV-logo zum bafög-enthusiasmus.
Alle Kommentare von lana
02
Die PC wird langsam Montypythonesk.
Ich sag nur Volksfront zur Befreiung Palästinas…
Alle Kommentare von Peter H aus B
03
Ha — schöne Idee, das mit den Kommentaren. Gefällt mir. Kann man als Leser allerdings nicht mehr viel hinzufügen.
Ich fand Mister Wong auch schon immer idiotisch. Aber nicht, weil ich Angst gehabt hätte, Chinesen könnten sich verletzt fühlen, sondern weil das Logo (in meinem Klischee) eine bestimmte dumpfe Art von Humor anspricht, die wiederum mein Abgrenzungsbedürfnis ggü. denen weckt, die sowas gutfinden. Was ich damit sagen will: evtl. hat Mr. Wong mit dem alten Logo seine Zielgruppe auch stark eingeschränkt.
Ganz gut fand ich übrigens einen Text von Volker Strübing zu Pro-Bono-Plakaten.
Alle Kommentare von stralau
04
Ich verstehe die Bedenken, aber stereotype Abbildungen sind manchmal auch sehr zielführend. In der Werbung werden Motive mit Babys menschlicher Natur und Tierbabys immer noch am besten getestet.
Gelerntes Sehen, so einfach wie für uns Leserichtung Links-nach-Rechts.
Bilder von afrikanischen Kindern wecken Mitleid und nicht zuletzt die Spendenbereitschaft.
Das das nicht immer des Werbers Anspruch ist, kann man auch an der Begrifflichkeit “Neger vor Hütte” ablesen, der in der Werbung dafür benutzt wird, im Motiv schon offensichtliches, noch durch eine Headline zu beschreiben. Das ist immer der einfachste Weg eines Kampagnenmotives.
Ich empfinde das Unicef-Motiv tatsächlich daher eher als ein Solidaritätsbekenntnis, fernab von dieser üblichen Betroffenheitskommunikation.
Schwenk zu Wong:
Ich finde Karikaturen, um gleich mal das Killerwort zu benutzen, sehr oft sehr entspannend. Es entkrampft den Umgang mit Vorurteilen, wenn man gewillt ist, sie so zu lesen, bzw. es zu können.
Kann man das nicht, dann haben diese stereotypen Abbildungen sehr wohl die Fähigkeit sehr verletzend zu sein.
Das muss man dann widerum akzeptieren. Deshalb finde ich den Schritt von Mr. Wong richtig.
Alle Kommentare von Mathias Richel
05
ich bin da ganz bei max, kann das auch nicht so richtig nachvollziehen. bei der unicefkampagne vielleicht noch eher als bei mr. wong. und einen diener kann ich, beim besten willen, in der figur nun wirklich nicht sehen. sicher, die illustration ist nicht sonderlich originell, aber nunmal alles andere als beleidigend. so, ich muss mir jetzt erstmal meine lederhosn anziehen gehen. schliesslich ist hier ja das ganze jahr oktoberfest…;)
Alle Kommentare von nilz
06
Da ja die Diskussion schon geführt wurde: Nur eine kurze Bestätigung von Andreas, Frederics und Renes Meinung: Mit Klischees zu spielen, die leider immer noch in den Köpfen vieler Menschen hier vorhanden sind, um Werbung zu machen — und sei es auch nur für eine gute Sache, ist töricht und dumm. Und wenn durchaus viele intelligente Menschen dies noch nicht einmal als Klischee erkennen, um so bedenklicher: Es zeigt, wie fest diese Klischees in uns drin sitzen. Ich werde nicht arm, weil ich schwarz werde. Ich werde nicht dumm grinsen, weil ich Asiate bin.
Vorurteile schön und gut (ohne sie wäre das leben halb so spannend… und ernsthaft: auch teilweise einfach nicht machbar), aber so bald man etwas besser weiß, sollte man das auch kommunizieren. Dass das ner Firma wie Mr. Wong passiert ist das eine (allerdings schon ausreichende…), aber Unicef…
Und was den latenten Rassismus (man möge ihn jetzt Ethnozentrismus oder Exotismus nennen) angeht: Der ist nicht nur hier im Dresdner Umland vorhanden. Auch nicht nur an den Stammtischen in Bottrop und Kleingiesingen. Und deshalb ist es so wichtig, das aufzuzeigen, wo immer es geht.
Alle Kommentare von einbecker
07
Bei uns gab’s auch Neger, früher.
Alle Kommentare von UK
08
Über dieses Thema kann man wirklich streiten. Der lustige Mister Wong im Logo war einfach der Stereotyp eines Chinesischen Händlers oder Verwalters, wenn ich das richtig verstanden habe. Dass man sich darüber aufregen kann, kann ich nachvollziehen … aber was ist mit den ganzen Stereotypen in Film und Fernsehen? Japanische Köche, die mit Hackbeilen werfen … oder die ganzen chinesischen Quaksalber, die immer wieder in verschiedenen Serien auftachen. Was ist mit denen?
Dass Logo von Mister Wong zu entfernen ist für mich ein “kann, muss aber nicht”. Ich finds nicht schlimm, aber auch nur zum Teil nachvollziehbar.
Und, tja, die Unicef Kampagne … OK. Die war wirklich etwas unüberlegt. Ich schmier mir Farbe ins Gesicht und zeige damit meine Verbundenheit und Solidarität etc. … dass das nicht international funzt war irgendwie klar. Gut gemeint, aber irgendwie … naja … sehr missverständlich.
Alle Kommentare von Micha
09
Interessanter Artikel und Analyse. Zu dem Unicef Poster kann und will ich mich nicht aeussern, aber die Mister Wong Geschichte finde ich schon recht interessant und mir war auch bei den Reaktionen auf vielen (nicht allen) Deutschen Blogs (bzw dort in den Kommentaren) etwas unwohl.
Ich glaube hier lesen auch noch ein paar andere Deutsche mit die im Ausland wohnen, ich weiss nicht ob die aehnliche Erfahrungen gemacht haben. Haengt vielleicht auch ein bisschen damit zusammen wo genau man lebt.
Ich lebe in England. Wunderschoenes Land, ich fuehle mich sehr wohl hier, die meisten Leute die ich kenne sind sehr sehr nett und freundlich. Nichtsdestotrotz wird man immer wieder mal mit den Deutschen Stereotypen konfrontiert. Dem Militarismus, den Nazis, German efficiency, die Handtuecher auf den Badeliegen, all diese Sachen. Man findet sie in Witzen, in der Werbung, teilweise in der Berichterstattung in den Medien und halt immer wieder mal in Unterhaltungen.
Da kann man drueber stehen, man kann es ignorieren, man kann sogar drueber lachen. Aber es nervt doch irgendwie schon. Es ist irgendwann anstrengend darueber zu lachen und gute Miene zum “boesen Spiel” zu machen. Diese Stereotypen werden ja nicht bewusst gebraucht (oder wenn nur in den seltensten Faellen) um einen zu aergern, sie sind einfach “gedankenlos”. Es nagt irgendwie schon wenn man immer wieder mit Nazis verglichen oder gleichgesetzt wird.
Und deswegen kann ich die Reaktion auf das Mister Wong Logo schon recht gut verstehen. Ich kenne den Dienst nicht weiter, aber ich habe mir schon vor Monaten gedacht als ich mal auf der Site war, “Na, mit dem Logo und Namen koennte eine internationale Expansion schwierig werden”. Hat sich jetzt ja bewahrheitet.
Alle Kommentare von Armin
10
Es ist wohl niemandem aufgefallen, das die Anzeige Lehrer als “Bloed” bezeichnet. Wobei der Begriff “Manche” eindeutig auf eine groessere Zahl hinweist und damit generell eine Vielzahl von Lehrer als Inkompetent dargestellt werden. “Gar keine Lehrer sind noch bloeder” soll uns sagen, das nach Lehrern/ Bildungssystem nur noch die Armut ein groesseres Leid ist. Damit reitet JvM wieder den Trend allgemeiner Emotionsstroemungen unter Bild-Niveau. Nur so am Rande.
Alle Kommentare von beggar
11
Skandinavier regen sich zukünftig auf, wenn jemand dummes mit blonden Haaren erscheint. Aus Italien und Spanier hagelt es Protest wenn man jemand mit dunklen Haaren sonstwas auf einem Plakat macht.
Man kann diesen Political Correctness Quatsch auch echt übertreiben.
Alle Kommentare von Sebastian
12
Puh, die Kommentare durchzulesen war zwar interessant - aber auch verdammt mühsam, mit den ganzen angehängten Vollzitaten der Kommentare davor. … Egal.
Zu Mr. Wong fällt mir nix ein, wohl aber zu der Unicef-Kampagne. Werbung muss, wenn sie bei möglichst vielen Menschen Wirkung (=Spendenbereitschaft) zeigen soll, einfach funktionieren. D.h. über einfache, gelernte Symbole. Die Kampagne halte ich zwar nicht für den riesengroßen Wurf - aber sie dürfte bei den meisten Menschen die Botschaft rüberbringen. Die Alternative, keine Menschen zu zeigen, (ein weißes Kind wäre ja auch irgendwie rassistisch), würde nicht so gut funktionieren (siehe: Kindchenschema).
Die Menschen in Afrika haben nun mal eher eine vergleichsweise dunkle Hautfarbe, es geht um Hilfe für Afrika, warum nicht schwarze Menschen zeigen? Dass hier angemalte weisse Kinder gezeigt werden kann man natürlich mit der PC-Angebervokabel “Blackfacing” brandmarken -einer rassistischen Darstellungsform, die seit mindestens 50 Jahren nicht mehr praktiziert wird und die vielen nichts sagen dürfte- man kann die angemalten Kinder aber auch anders verstehen: “Kuck mal, Hautfarbe allein macht die Menschen nicht anders, sie könnte auch einfach nur aufgemalt sein”.
Aber wenn man auf Teufel komm raus etwas falsch verstehen will, kann man das natürlich auch bei dieser Kampagne. Die Alternative, die in den Kommentaren schon vorgeschlagen wurde, “keine Menschen, besser ein Katastrophengebiet zeigen, dass nicht zu afrikanisch aussieht”, dürfte zwar durch die fehlende Emotionalisierung nicht halb so viel Spenden generieren - aber Hauptsache, alles ist politisch korrekt.
Passt am Rande zum Thema: letztens sah ich ein Interview mit einem Entwicklungshelfer, der sagte dass eines der Hauptprobleme der Werbung für Hilfsorganisationen sei, das nur gespendet würde, wenn man die Menschen als möglichst unselbstständig und unfähig zur Selbsthilfe darstellen würde. Bei uns entsteht dadurch das Bild von hilflos rumsitzenden und auf die Rettung aus den Industrienationen wartenden armen Afrikaner. Diese Fehlinformation ist u.a. deswegen so problematisch, weil selbst viele Entwicklungshelfer ihr auf den Leim gehen - und sich vor Ort als weisse Halbgötter fühlen und verhalten.
Alle Kommentare von Mart
13
Müsste es nicht besser heißen:
Ml. Wong ?
Alle Kommentare von John Dough
14
Schön, dass das Thema hier mal angesprochen wird. In letzter Zeit hatte ich häufig den Eindruck, dass das Bewusstsein für rassistische Darstellungen und Formulierungen hierzulande immer noch deutlich unterentwickelt ist. Hinweise darauf findet man allerdings nicht nur im Internet, sondern auch überall in deutschen Warenhäusern.
Seit einiger Zeit ist z.B. der sogenannte Kolonialstil bei Wohnungseinrichtungen wieder in. Und dazu werden Deko-Figuren und Bilder angeboten, die meiner Ansicht nach eigentlich lautstarken Protest seitens der Anti-Diskriminierungsverbände auslösen müssten. Aber bis jetzt hab’ ich da in den Medien noch nix in der Richtung wahrgenommen. Beispiele gefällig?
http://tinyurl.com/32o9xx
http://tinyurl.com/265nhh
http://tinyurl.com/2xqr2d
http://tinyurl.com/2gkcz2
http://tinyurl.com/2jtt8f
Alle Kommentare von Iris
15
@lana (1): das ist das mit abstand dümmste, was ich bislang hier gelesen habe.
@stalau (3): danke fuer den link.
@Mathias Richel (4): Du beschreibst genau das, was ich mit Exotismus meine. Du sieht ein Bild von einem afrikanischen Kind das Mitleid in Dir weckt? Warum ist das so? Da funktioniert ein bestimmtes, durch die Medien transportiertes Aftika-Bild.
Das Logo von Mister Wong war keine Karrikatur sondern einste Stereotypisierung. Grosser Unterschied.
@nilz (5): naja, du bist nun mal kein in den USA lebender Asiate. Ich kann mir schon vorstellen, dass Logo un Name beledigend wirken
@einbecker (6): danke.
@UK (7): Sowas wuerde man heute aus Gruenden der PC nicht mehr machen. Aber sonst ein Superbeispiel fuer Exotismus. Nicht Rassismus
@micha (8): Klar hat jeder Mensch Stereotypen und Vorurteile im Kopf. Und logischerweise kommen die durch Buecher, Filme, Musik und sonstige Medien in deinen Kopf. Richtiger macht es sie nicht. Mein Punkt ist ja auch nur bei Mister Wong: Doofer Name, doofes Logo - erst recht, wenn man international expandieren will.
@Armin (9): Ganz interessanter Punkt, den Du da ansprichst. Es kann sein, dass die Erfahrung selbst Ausländer zu sein (oder gewesen zu sein) und mit den gaengigen Klischees und Stereotypen über seine eigene Kultur konfrontiert zu werden, enorm dabei hilft, die Wahrnehmung Anderer und Fremdwahrnehmung zu justieren.
@Sebastian (11): Hmm, nicht verstanden? Vielleicht liest Du den Artikel einfach nochmal?
@Mat (12): Danke für die “Angebervokabel” hab ich schon seit der 12. Klasse nicht mehr gehört. Wieso wird das Blackfacing nicht mehr betrieben? JvM haben es doch gerade eben inszeniert?
Du argumentierst als / wie ein Werber. Ist aus deren Sicht ja auch alles Richtig. Dennoch: Das Motiv wurde ausserhalb Deutschlands missverstanden. Und zwar so nachhaltig, dass UNICEF Deutschland alle Spuren davon beseitigt hat.
Interessant ist Dein letzter Absatz. Wenn diese Erkenntnis sogar bei den (pro-bono)Auftraggebern angekommen ist, warum setzen die Agenturen dann immer noch auf diese alten Ideen?
Alle Kommentare von Andreas
16
@Andreas: Kannste bitte mal eben meinen Kommentar freischalten? Der wurde vermutlich rausgefiltert, weil ich kleine Linkliste (Anschauungsbeispiele) beigegeben hab’.
Alle Kommentare von Iris
17
Für den einen ist es ein “Mindestmaß an interkultureller Kompetenz und Respekt vor den Anderen” für den anderen ein Übermaß an “political correctnes”.
Dieses “Mindestmaß” festlegen zu dürfen, ist doch genau die Anmaßung der “political correcnes”-Verwalter. Abstrakte Begriffe wie “Exotismus” und “Ethnozentrismus”, die durch einen Link zu Wikipedia auch nicht klarer werden, ganz zu schweigen von solchen Ungeümen wie “geblackfaced” werden als Moralkeulen geschwungen, ohne dass der Versuch gemacht wird, nachvollziehbar zu zeigen, dass die angegriffenen Darstellungen hier und heute rassistische Wirkungen haben könnten.
Statt dessen wird mit dem Varieté des 19. Jhd.s argumentiert. Angelehnt an Mario Barth möchte man sagen, ich kenne keinen unter meinen Freunden und Bekannten der beim Anblick dieser UNICEF-Plakate sagt: “Das erinnert mich jetzt aber schon so ein bisschen an das Varieté des 19.Jahrhunderts!” Wahrscheinlich bin ich dafür nicht intelektuell genug.
Alle Kommentare von Jörg Friedrich
18
@Andreas
>> warum setzen die Agenturen dann immer noch auf diese alten Ideen?
Muhahaha.
Das lass mal lieber nicht die guys’n'girls von JvM hoeren!
Alle Kommentare von beggar
19
Das mit Mr. Wong sehe ich ganz wie stralau! Ich habe mir das erste mal als ich die Seite sah nur gedacht, das dass wohl ein paar Jugendliche sind, die sich über ein rassistisches Bild lustig machen. Den Sinn des Dienstes und diesen ganzen anderen habe ich immer noch nicht verstanden…
Alle Kommentare von mathis
20
Exotismus - geiles Todschlagwort. Gilt das auch für Amis und Japaner die in Lederhosen rumlaufen?
Alle Kommentare von Jan(TM)
21
@jan (21): na klar. ich sass mal in china in einem “café europa”. europäische kaffehauskultur, bzw. das, was sich chinesen darunter vorstellen. das war exotismus pur.
Alle Kommentare von Andreas
22
“stell dir vor, es hiese nicht mister wong sondern onkel tom und das
icon zeigte einen dicklippigen schwarzen mit grossen kulleraugen.”
Ne Karikatur von Uncle Benz? Sorry aber das ist jetzt ungefähr so wie die Leute die Tim und Struppy’s Abenteuer im Kongo verbieten wollen weil Tim darin Belgien als Herrscher Kongos ausweißt. Zu schade nur das sie das damals, gerechtfertigt oder nicht, waren.
Alle Kommentare von fabiank22
23
@fabiank22 (23): das was du beschreibst, waere die karrikatur einer weiteren stereotypen darstellung. was meinst du, warum uncle bence so aussieht und damals auch so gesprochen hat (70er jahre tv anyone?)
Zu Tim & Struppi. In der Debatte geht es weniger um den Privatbesitz(!) des damaligen belgischen Koenigs, als um die doch recht zweifelhafte Darstellung der dort lebenden Bevölkerung.
Ich halte ein Verbot auch fuer ueberzogen. Aber wissen, dass dort Klichees verbreitet werden, sollte man schon.
Alle Kommentare von Andreas
24
Andreas, laut Wikipedia ist ein Café Europa in China alles, aber kein Exotismus. Und selbst wenn es so wäre, was soll schlimm daran sein? Warum soll ich mich daran stören, wenn in China Leute so Kaffe trinken wie sie glauben es würde hier getan werden?
Alle Kommentare von Max
25
@Andreas (16):
Ich argumentiere nicht nur wie ein Werber, ich bin einer (nein, nicht bei JvM).
Was ist das Kriterium für “Blackfacing”?
“Blackfacing” ist doch nicht so in Verruf gekommen (und das vollkommen zu Recht), weil sich jemand das Gesicht schwarz anmalte, sondern weil er den so geschaffenen “Neger” mit den immer gleichen stereotypen Verhaltensweisen ausstattete: unbedarft doof, triebgesteuert, abergläubisch etc. DAS ist für mich blackfacing - und das habe ich Gott sei dank zum letzten mal bei einer “Väter der Klamotte”-Wiederholung gesehen.
Mal grundsätzlich: Die Aufgabe von Kampagnen für Hilfsorganisationen ist es nicht, möglichst PC zu sein, sondern Spenden zu generieren - und das funktioniert nun mal am besten und massenwirksamsten, wenn man sich einer deutlichen Symbolik bedient. So funktioniert Werbung nun mal. Wer etwas dagegen hat, muss sich den Vorwurf gefallen lassen, dass so u.U. weniger Spenden generiert werden. …Und, das mit dem eigenen gefühlten PC-Anspruch einiger Weniger in den Industrienationen damit die Situation in den Entwicklungsländern objektiv verschlechtert wird. Hast du mal direkt bei den Menschen um die es hier geht nachgefragt, ob sie die Darstellung auch so schlimm finden?
Der von mir angeführte Entwicklungshelfer hatte für das Dilemma keine passende Lösung parat. Wenn durch Bilder von apatisch herumsitzenden Kindern mit Wasserbäuchen und Fliegen in den Augen mehr Spenden generiert werden, als von Berichten über erfolgreiche selbstverwaltete Projekte, denen es an Geld/Sachspenden fehlt, dann werden wir weiterhin vor allem solche Bilder zu sehen bekommen.
Alle Kommentare von Mart
26
@max (25): da ist gar nichts schlimmes dran. und fuer mich ist exotismus nicht zwangslaeufig negativ konotiert. im gegenteil, diese chinesische caféhaussimulation war durchaus witzig.
@Mart (26): ich habe in der tat nachgefragt. ein senegalesischer kollege von mir bedauert vor allem die tendenzielle darstellung afrikas in den deutschen medien. die assoziationen werden gehegt und gepflegt. denkst du an afrika, denkst du an hunger, elend und armut. dabei gaebe es zeweifellos ganz andere geschichten zu erzaehlen.
Alle Kommentare von Andreas
27
Sicherlich ist die political correctness ein ehrenwerter Versuch die Ethik zugunsten der Schwachen zu korrigieren. Aber wenn diese in Bildersturm ausartet, biginnt sie vielen schlecht zu schmecken. Sobald die Ethik kodifiziert wird und die Züge eines Gesetzes einnimmt, möchte man sich wehren - gegen die modernen Orakel, gegen diese selbsternannten Interpreten sich ständig ändernder Gesetze.
Überhaupt: werden potentielle Opfer durch die strenge Auslegung der p.c. geschützt oder werden sie erst dadurch zu Opfern gemacht? Wenn jede Darstellung eines Asiaten oder Afrikaners zunächst als Feld für mögliche Fehlinterpretaionen gesehen wird und erst danach als Darstellung eines Menschen, ist es dann nicht die eigentliche Dehumanisierung, wenn auch eine wohlgemeinte?
Alle scheinen sich hier darin einig zu sein, dass hinter beiden Vorfällen keine böse Absicht steckte. Sind es denn überhaupt “Vorfälle” oder sind sie nur Produkte der Empörungsindustrie? Wie viele Amerikaner asiatischer Abstammung waren tatsächlich beleidigt über das Logo? Wie viele dunkelhäutige Deutsche über die Unicef-Werbung? Vielleicht waren beide Sachen auch völlig in Ordnung (ich vermute es sogar stark), aber dank rechtzeitigen Präventivschlags werden wir es nie erfahren.
Es findet sich immer jemand, der sich beleidigt fühlt: ok, so sind die Menschen im Allgemeinen, unabhängig von der Herkunft. Wenn ich als Russe hinter jedem Vorschlag eines deutschen Bekannten à la “wir müssen mal zusammen Wodka trinken…” Russophobie vermuten würde, wäre es unendlich lächerlich. Dabei trinke ich gar keinen Wodka mehr seit meiner Alkoholvergifung nach einer Feier mit diesen Polen vor einigen Jahren…
Alle Kommentare von Neuraum
28
Andreas, das sind doch zwei komplett verschiedene Paar Schuhe. Das ist ein Werbeplakat, das auf ein Problem hinweisen soll. Natürlich erzählt das nicht die positiven Geschichten - es soll ja auf die negativen Hinweisen.
Im übrigen würde ich gerade über diese Plakate sagen, dass sie eher nicht die Standardassoziation bedienen sondern sogar witzig sind.
Alle Kommentare von Max
29
@Mart:
Diese Argumentation wirkt auf mich wie eine Katze, die sich in den Schwanz beißt. Diese Symbolik funktioniert imo deshalb nach wie vor so ‘gut’, weil sie immer wieder bedient wird. Die Medien ‘erziehen’ sich durch solche ständig wiederholten Darstellungen ihre Massen.
Alle Kommentare von Iris
30
@Iris (30): Das Kindchenschema ist keine Erfindung der Werbung, sondern eine der Natur. Ebenso, wie ein angeborener Hilfsreflex, wenn wir Artgenossen in Not sehen. Die Werbung macht sich diese Dinge zu Nutze um uns möglichst wirkungsvoll einen Haufen Dinge, die wir nicht wirklich brauchen anzudrehen - und ausgerechnet bei der einzigen Sache, für die es sich wirklich lohnt funktionierende Werbung zu machen, sollen wir jetzt darauf verzichten?
Alle Kommentare von Mart
31
@ Iris (6): Da fällt mir ein aktuelles Beispiel ein, aber ich find das Produkt nicht mehr: Lego hat vor ungefähr zweieinhalb Jahren son Müllfahrzeug auf den Markt gebracht. Und der Fahrer war, tada, ein Türke.
Alle Kommentare von Frédéric
32
Der Fahrer war ein Türke? Woran konnte man das erkennen?
Alle Kommentare von Max
33
@ iris: das glaube ich nicht. um bei den vielen bildern, die man jeden tag sieht, durchzukommen, muss man bei vielen leuten deutlich werden. welchem bettler gibst du denn eher was in der bahn? wohl dem, der mehr danach aussieht, als hätte er’s nötig, oder?
@ topic: ich weiss gar nicht, ob ich die unicef-kampagne wirklich schlecht finden soll. so richtig super kann ich sie aber auch nicht finden. jedenfalls finde ich es ebenfalls angenehm (da waren doch noch zwei, drei leute “mit mir”, oder? was ist das überhaupt für ein blöder ausdruck “ich bin mit soundso”???), dass sie eben ohne großäugige, dünne afrikanische schulkinder in heruntergekommenen klassenzimmern auskommt.
Alle Kommentare von heidrun
34
Mart (26), hier spricht die Zielgruppe: die Betroffenheitswerbung wirkt unterschiedlich, auf mich zum Beispiel eher abschreckend. Das nicht nur wegen des eigentlichen Inhaltes, sondern auch deswegen, weil diese Plakate so einfallslos und verwechselbar wirken (siehe bei 3 verlinkten Volker-Strübing-Text) und gleichzeitig omnipräsent sind. Aber eben auch, weil ich das Gefühl habe, für dumm gehalten zu werden.
Ein bißchen besser finde ich zum Beispiel die momentane Brot-für-die-Welt-Kampagne („Weniger ist leer“), weil sie das Problem und die Dringlichkeit klarmacht ohne auf die Stereotypen zurückgreifen zu müssen.
Alle Kommentare von stralau
35
@Mart:
Das Kindchenschema steht hier aber m.E. nicht zur Debatte.
Geht’s auch ohne solche manipulativen Vereinfachungen? Funktioniert Werbung für Hilfsorganisationen denn nur mit solchen Mitteln? Oder anders gefragt: Fällt Werbern wirklich nicht mehr ein als die Ansprache von Instinkten oder althergebrachten Vorurteilen?
Davon abgesehen ist in meinen Augen menschliches Handeln nicht allein dadurch gerechtfertigt und über jeden Zweifel erhaben, dass es (im Sinne des Handelnden bzw. seinem Auftraggeber) funktioniert. Wenn es ungewollte oder unangenehme ‘Nebenwirkungen’ hat, trägt der Handelnde imo auch dafür die Verantwortung.
@Frederic:
Ja, genau sowas meinte ich. Barbie ist übrigens imo auch so ein Beispiel…
Alle Kommentare von Iris
36
@ Frédéric (32)
Spüre ich da eine unterschwellige Verachtung für die einfachen Angestellten kommunaler Unternehmen oder kommt es mir nur so vor? :)
Alle Kommentare von Neuraum
37
Ich habe das Müllauto!
hier! von 2000. Kann man ganz deutlich sehen (naja), der Typ mit der Mülltonne in der Hand hat einen Schnauzbart. Und Schnauzbartträger sind ja Türken. Immer.
Mitlerweile gibt es auch eine überarbeitete Version.
Wenn man in dem Archiv rumklickt, findet man noch einige andere Playmobilfiguren mit Bärten, zum Beispiel den Polizisten. Ist das auch ein Problem?
Alle Kommentare von Max
38
@ iris: barbie ist imho ein sexistisches problem, kein rassistisches.
Alle Kommentare von heidrun
39
@heidrun:
Ja klar. Was ich sagen wollte ist, dass Barbie imo ebenfalls ein Beispiel für diskriminierendes Spielzeug ist. Mir persönlich geht es aber in der Diskussion solcher Themen nicht vorrangig ums Brandmarken oder eine Durchsetzung von Verboten, sondern um die gemeinsame Bildung eines sozialen Bewusstseins für versteckte (und vielfach über Generationen vererbte) Botschaften und Mehrdeutigkeiten. Es geht um die Entwicklung von Verständnis dafür, wie Menschenbilder entstehen und wie sie auf wen wirken. Und dafür ist es imo sehr hilfreich, wenn man Derartiges öffentlich thematisiert und analysiert. Es geht nicht um Schuldzuweisung sondern um gemeinsames Arbeiten an der Wahrnehmung von Unterschieden und Unterscheidungen.
Alle Kommentare von Iris
40
@Iris:
“Geht’s auch ohne solche manipulativen Vereinfachungen? Funktioniert Werbung für Hilfsorganisationen denn nur mit solchen Mitteln? Oder anders gefragt: Fällt Werbern wirklich nicht mehr ein als die Ansprache von Instinkten oder althergebrachten Vorurteilen?”
Ich finde die Unicef-Kampagne kommt weitgehend ohne all diese Dinge aus. Was sehe ich? Ein selbstbewusst lachendes Kind (das Kind an sich kann man einer Kampagne bei der es um Schulen geht ja nur schwer kritisieren). Aber gut, wenn man da unbedingt “Blackfacing” drin sehen will, kann man das natürlich.
Ich habe letztens einen Folder für einen Verein gemacht, der zusammen mit Selbsthilfeprojekten in Afrika Solaröfen baut. Viel Text und ein paar, eher dokumentarische Bilder auf 6 Seiten. Der Folder funktioniert (hoffe ich), weil er sich an eine Zielgruppe (Teilnehmer an Fachtagungen, Besucher von Ethnoveranstaltungen etc.) richtet, die bereit sind sich mit dem Thema länger auseinander zu setzen. Bei einer Anzeigenserie in normalen Illustrierten hätte das nicht funktioniert. Da braucht es einfache Reize. Ich finde das genau so schade wie du. Aber von ausführlicher, fundierter Information, die auf dem Weg zum Adressaten versandet, hat auch keiner was.
Alle Kommentare von Mart
41
zu dem lieben herrn wong:
ich glaube, dass jedes urteil von einem individuum über etwas (eigentlich egal was, hier herr wong logo), aus der eigenen gedanken-welt des individuums realisiert wird. weiter–>
Alle Kommentare von Dough
42
@Mart:
Davon gehst Du aus - von Deiner Sichtweise. Und danach beurteilst Du solch eine Kampagne? Nur danach? Ich denke nicht. Als Werber fragst Du Dich doch wohl vor allem, was andere sehen, oder? Deine Auftraggeber? Deren Adressaten? Und vielleicht eben auch die, denen mit einer Spendenkampagne geholfen werden soll?
Ob eine Menschendarstellung diskriminierend ist oder nicht, entscheidet imo letztlich nicht der Sender oder unbetroffene Zuschauer, sondern die, die sich in der Rolle der Dargestellten zwar gemeint, aber nicht als gleichwertige Menschen abgebildet fühlen.
Alle Kommentare von Iris
43
@Iris:
Wir drehen uns im Kreis.
Erstens geht es bei einer Anzeige für ein Projekt einer Hilfsorganisation nicht zuerst darum, eine nicht-diskriminierende, umfassende Darstellung von Irgendwem zu zeigen, sondern darum, Spenden zu generieren.
Zweitens gehe ich natürlich von meiner Sichtweise aus, genau so wie du von deiner ausgehst. Und dabei wird es auch vorerst bleiben, da bei diesem Blog anscheinend momentan sehr wenig Schulkinder aus Tansania mitlesen. Sprich: wir sind auf unsere Vermutungen angewiesen, wie die Kampagne nun auf jene Schulkinder und ihre Eltern wirkt. Ok, deine Vermutungen unterscheiden sich von meinen, allein: es sind und bleiben beides Vermutungen.
Alle Kommentare von Mart
44
Marketing ist “Denken im Kopf des Kunden”.
Somit ist nicht “JvM” PI sondern wir alle.
Alles andere Aufgerege ist mE komplett überflüssiges 80′er “lass uns drüber reden”-WG-Tisch-gelabere.
Danke für’s lesen.
Alle Kommentare von PS
45
@Mart:
Menschen nicht diskriminierend darzustellen sollte imo gar nicht besonders gefordert werden müssen, sondern es sollte ein selbstverständlicher Anspruch jeder öffentlichen Menschendarstellung sein - egal worum es geht.
Dargestellt wurden in der Unicef-Kampagne aber nicht Schulkinder aus Tansania, sondern schwarz angemalte Kinder. Und wie einige Schwarze Menschen vom Verein Der Braune Mob das sehen, darüber zumindest musste ich keine Vermutungen anstellen, sondern ich hab’s gelesen.