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Politik von Malte Welding | 0

Ein modernes Vorbild

Ich kannte mal einen jungen Mann, der war an seinem VWL-Studium gescheitert.

In der Volkswirtschaftslehre gab es ein recht kompliziertes System von Malus-Punkten, dass die VWL-Studenten uns Jurastudenten beharrlich zu erklären versuchten und ich meine auch mich zu erinnern, dass ich es mal verstanden hatte, jetzt ist es aber wieder weg.

Daraufhin hat der junge Mann sich aus dem Internet eine Diplomarbeit herausgesucht, hat das Thema beackert, bis er prüfungsfest war und hat sich bei verschiedenen Firmen als Diplomvolkswirt beworben. Lange vor seinen ehemaligen Mitstudenten war er ein gemachter Mann. Zur gleichen Zeit kannte ich einen anderen jungen Mann, der ließ sich seine Doktorarbeit, finanziert von seinen Eltern, schreiben. Aus meiner ursprünglichen, naturbelassenen Freude an der modernen Arbeitswelt heraus stellte ich mir gerne vor, wie die beiden später einmal Geschäfte miteinander machen würden und was dabei wohl heraus käme.
Wie anders ist da die Geschichte von Stephan „Don’t call me Doc!“ Mayerbacher. Das ist der Geschäftsführer der Callactive GmbH. Callactive produziert zur Zeit die beliebte Bei-Anruf-Gewinn-Show Moneyexpress, zuvor auch Klassiker wie das Viva PLUS Quiz, Call II Win und viele mehr. Wer Fernsehen von dieser Güte produziert, der braucht auch in der Geschäftführung Menschen mit Weitsicht, Klugheit, Durchsetzungsvermögen und Güte. Stefan Niggemeier zufolge deutet einiges darauf hin, dass Stephan Mayerbacher noch vor ein paar Jahren mehr Buchstaben in seinem Namen mit sich herum trug. Als da wären, d, r, r, e, r und p,o ( der letzte Buchstabe muss erraten werden). Das wäre mal ein anderer Weg, als der, den ich eingangs beschrieben habe: Man macht seinen Doktor und legt ihn dann aus Bescheidenheit ab, spendet ihn möglicherweise an bedürftige Politikstudenten aus den neuen Ländern oder versteigert ihn bei Ebay für Powerchild. Ein Weg mit Zukunft. Danke, Herr Mayerbacher!

Unter den Juristen kursierte übrigens der Scherz, man solle seinen Sohn Dragoslav Juri nennen. Das würde den Weg zum Dr. jur. kostengünstig abkürzen. Ich halte das immer noch für eine gute Idee.

Kommentare geschlossen, siehe Hinweis bei Stefan Niggemeier.

Malte Welding 30.11.2007 um 14:12

MedienPersonenPolitikUnternehmen

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