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Politik mark von Johnny Haeusler | 13

moli: (We) Control Your Privacy?

Schön und gut, wenn ein irisches Social Network mit dem Claim „Control Your Privacy“ 20 Millionen Euro Zusatzkapital auftreiben kann, aber irgendwie blöd, wenn neue Nutzer mit PR-Spam begrüßt werden.

Die Basis-Geschäftsidee von moli ist dabei nicht die schlechteste. Die Site, die bald auch in Deutschland starten will (“Freuen Sie sich darauf – da wird es wirklich spannend!“) will u.a. mehrstufige Kontaktfreigaben ermöglichen.

Soll heißen: Ich kann bei moli verschiedenste Social Networks (Facebook, LinkedIn, MySpace usw.) integrieren oder „mergen“, mit einem Login erreichen und die von mir hinterlegten Inhalte (Fotos, Videos …) einzeln für von mir festgelegte Kontaktgruppen freigeben. Meine Bikini-Fotos könnten somit nicht alle meiner „Kontakte“ sehen, sondern nur diejenigen, die ich persönlich bei den ABCs (den Anonymen Bikini Crossdressern) kennengelernt habe.

Netzweite Kontrolle über die eigenen Daten ist ein immer lauter werdender Wunsch von Internet-Nutzern und garantiert eine gute Business-Chance für entsprechend vertrauenswürdige Anbieter. Ob moli ein solcher ist, darf zur Zeit jedoch noch bezweifelt werden.

Denn kurz nachdem sich die irische Designerin und Bloggerin Sabrina Dent bei moli angemeldet hatte, wurde sie von ihrer moli-Mailbox bereits mit Spam-Freundesanfragen begrüßt, die nach ihrer durch Kommentare in ihrem Blog ausgelösten Recherche auch noch direkt von moli-Mitarbeitern stammten.

Kein wirklich guter Start in die angebliche Kontrolle der Privatheit, sondern eine weitere Warnung vor zu viel Vertrauen bei der Weitergabe von persönlichen Daten an kommerzielle Anbieter. In diesem recht harmlosen Fall ging es vielleicht um übereifrige StartUp-Teams, in anderen Fällen könnten es auch mal Praktikanten sein, denen u.U. der Zugriff auf unsere als „privat“ gekennzeichneten Daten nicht verschlossen ist und die in ihrer Weitergabe entweder einen lustigen Witz oder ein gutes Geschäft vermuten könnten.

Ein System, dass die Kontrolle über persönliche Daten im Netz erlaubt, kann daher nur ein offenes und dezentrales sein. Ein weiter ausgebautes OpenID etwa (Update: siehe hierzu jedoch auch die vorhandenen Bedenken, via).

Johnny Haeusler 30.01.2008 um 11:50

NetzPolitikUnternehmen

Du kannst kommentieren, oder einen Trackback von deinem Blog aus setzen.


13 Kommentare

  1. 01

    Philipp:

    Ich will auch deine Bikini-Fotos sehen, Johnny. :)

    30.01.2008 um 12:04 | Antworten
    Alle Kommentare von Philipp
  2. 02

    Johnny Haeusler:

    @Philipp (1): Da musst du erstmal eine Freundesanfrage schicken und mich in dein Profil ploppen oder wie das heutzutage heißt …

    30.01.2008 um 12:11 | Antworten
    Alle Kommentare von Johnny Haeusler
  3. 03

    einbecker:

    Sehr wahr — nur der letzte Satz mit Verweis auf OpenID ist eher nicht so ganz das gelbe. siehe Identity Corner oder auch Ralf Bendrath. So ganz gelöst sind die Probleme, die alle möglichen Anbieter vereint, noch nicht.

    30.01.2008 um 12:33 | Antworten
    Alle Kommentare von einbecker
  4. 04

    Florian:

    @Johnny Haeusler (2): gruscheln, heißt das ;)

    Aber zum Artikel: Im Prinzip “vergrößert” man seine Privatsphäre dadurch nicht, man verschiebt sie nur. Jetzt ist eben die Frage traue ich Facebook oder Moli mehr? Und besonders wenn es um die netzweite Identität geht, sollte man sich ziemlich genau überlegen, ob und wem man vertraut. Schließlich (reine Annahme von mir jetzt) hinterlegt man seine Benutzerdaten für zahlreiche andere Netzwerke.

    Mir wäre es viel lieber wenn tatsächlich ICH die Kontrolle über meine Daten hätte. Sprich: die zentrale Netzindentität läuft nicht auf den Servern eines übereifrigen Start-ups sondern auf meinem eigenen. Denn nur dann habe tatsächlich ich die Kontrolle über die Daten. Und, zumindest vor einigen Monaten, noch keiner daran gedacht hat, habe ich ein entsprechendes Projekt gestartet > http://cocur.org.

    Sorry für die Werbung, aber es musste sein. Es passt einfach zu gut. Außerdem ist bei Cocur ja alles CC, ohne Werbung und so. Ich hoffe das ist ok.

    30.01.2008 um 12:37 | Antworten
    Alle Kommentare von Florian
  5. 05

    Johnny Haeusler:

    @einbecker (3): Danke, habe ich ergänzt!

    @Florian (4): Kein Problem mit dem Hinweis, gerne doch. Den Mainstream wird man mit einer eigenen Server-Lösung jedoch kaum erreichen, eine Lösung muss ohne jeden Aufwand einfach selbstverständlich integriert sein – für jeden Nutzer. Glaube ich.

    30.01.2008 um 12:44 | Antworten
    Alle Kommentare von Johnny Haeusler
  6. 06

    Florian:

    @Johnny Haeusler (5): Ja. Aber ich glaube auch ein Großteil der Menschen die sich das nicht auf dem eigenen Server installieren, würden sich auch nicht bei Netzwerken wie Moli anmelden, nur um mehr Privacy zu erlangen.

    30.01.2008 um 12:52 | Antworten
    Alle Kommentare von Florian
  7. 07

    Arno:

    Der einzige Weg seine Privatsphäre zu kontrollieren ist immer noch Enthaltsamkeit beim Hochladen.

    30.01.2008 um 14:59 | Antworten
    Alle Kommentare von Arno
  8. 08

    erlehmann:

    @Florian (4): Wie wäre es mit Jabber / XMPP als Basis für das dezentralisierte Social Networking ? Schau dir XEP-0154 [1] an und denk darüber nach.

    Der ganzen OpenID-Kritik können zwei Dinge entgegen gehalten werden.
    1. SSL - Das beugt Phishing wirksam vor.
    2. Wer will, kann sein eigener Provider sein.

    Es gilt - wie sonst auch: Sicherheit kommt nur mit einem Preis - hier ist dieser in eingeschränkter Benutzbarkeit spürbar. Wichtig ist allerdings: Wessen Email-Postfach heutzutage geknackt wird, der hat bereits ein Problem, dorthin werden die Passwörter gesendet.

    [1] http://www.xmpp.org/extensions/xep-0154.html

    30.01.2008 um 18:12 | Antworten
    Alle Kommentare von erlehmann
  9. 09

    Florian:

    @erlehmann (8): XMPP ist zwar für den Austausch von Profilinformationen nützlich, aber um dezentrales soziales netzwerken zu ermöglichen, müssen zusätzlich auch Aktionen wie “Freund hinzufügen”, etc abgewickelt werden können.

    30.01.2008 um 18:57 | Antworten
    Alle Kommentare von Florian
  10. 10

    erlehmann:

    @Florian (9): wieso, das geht doch bei jabber wunderbar - “freund” ist, wer in meiner liste steht ‽

    30.01.2008 um 19:02 | Antworten
    Alle Kommentare von erlehmann
  11. 11

    Igor:

    Was sind die Anonymen Bikini Crossdresser?
    Ein Verein?
    Kann ich da Mitglied werden?

    Wann werden die Bikini´s gezeigt?

    Igor

    01.02.2008 um 10:19 | Antworten
    Alle Kommentare von Igor
  12. 12

    Johnny Haeusler:

    @Igor (11): Mitglied wirst du erst, wenn du dein neues Blog mindestens ein Jahr lang täglich gefüttert hast … und gelernt hast, dass man Bikinis ohne Apostroph schreibt … ;)

    01.02.2008 um 10:34 | Antworten
    Alle Kommentare von Johnny Haeusler
  13. 13

    Igor:

    @Johnny

    Bei der Schreibweise von Bikinis gebe ich dir Recht.

    Igor

    09.02.2008 um 15:15 | Antworten
    Alle Kommentare von Igor

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