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03.12.08
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Positionen von Malte Welding | 18

Parken

Jeder, der Berlin kennt, wird bestätigen, dass man in Berlin verglichen mit anderen Metropolen unfassbar gut Auto fahren kann. In Ankara ist die Teilnahme am Straßenverkehr eine Mutprobe, in Paris etwas für Menschen, die gut in zwölf Richtungen gleichzeitig schauen können, in London müsste man vorher seine Gehirnhälften auswechseln und in New York gibt es keinen privaten Autoverkehr.

In Berlin, das größtenteils für Panzerverkehr ausgelegt wurde, gehört die Straße nachts mir allein, es ist wie mit dem Fahrrad durch die Wüste fahren (eine angenehm temperierte Wüste mit Dönerverkäufern am Dünenrand). Allein: Hinter das Fahren haben die Götter die Parkplatzsuche gesetzt. Jedoch, Überraschung! Auch die ist gemütlich in Berlin. Es gibt zwar ein ungünstiges Auto-Parkplatz-Verhältnis, da die Hälfte aller Berliner sich jedoch zu jeder erdenklichen Zeit bei ihren Eltern in Süddeutschland aufhält, um sich von ihnen aushalten zu lassen, wirkt sich dieses Verhältnis nicht auf die Nerven aus. Schwierig ist nur, sein Auto nach dem Abstellen an der richtigen Stelle wiederzufinden.

In Berlin gibt es die Sitte, Verkehrsschilder nach nicht weiter durchschaubaren Regeln einfach so irgendwo hinzustellen. Runzelige Berliner Ureinwohner in kleidsamen Uniformen springen hinter brennenden Mülltonnen hervor und errichten Parkverbotschilder, wo vorher blühende Parklandschaften waren. Umzüge (Berliner ziehen häufig von Kreuzberg nach Friedrichshain - „Ist mehr los“ oder von Friedrichshain nach Kreuzberg „Ich kann keine Tätowierungen mehr sehen“) oder Umzüge (Kreuzberger lassen sich gerne vom Senat dafür bezahlen, dass sie Touristen unter der Behauptung, sie veranstalteten ein multikulturelles Straßenfest, nach Kreuzberg locken, um sich dann vom Straßenrand aus davon zu überzeugen, dass die thüringische Kultur ebensowenig wie die pfälzische mit der diesjährigen Kreuzberger Mode - frühe Claudia Roth mit einem Schuss Pippi Langstrumpf - mithalten kann) werden in den Stunden vor diesen Ereignissen durch diese Schilder annonciert. Mit schrecklichen Folgen.
Beobachtet man sein Auto nicht wie eine Prenzlauer 42jährige ihren erstgeborenen Säugling, wird man umgesetzt, ruft empört die Polizei an und bekommt den Ort des Autoverstecks genannt. Dieses Spiel kostet 150 Euro und wird lustiger, je öfter man daran teilnimmt, aus der Empörung wird erst Nöligkeit, dann Teilnahmslosigkeit und am Ende sagt man zu sich selbst mit rheinischem Akzent: „Ick habbet doch jesagt, du Blötschkopp.“
Dann ist man Berliner.

Malte Welding 13.05.2008 um 10:44

AlltagPositionen

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18 Kommentare

  1. 01

    susan:

    jede zelle meines körpers ist glücklich. nanananaaaana…
    haste mal nen bild von der frühen cloodia? :-)

    13.05.2008 um 11:10 | Antworten
    Alle Kommentare von susan
  2. 02

    jochen:

    oder filmaufnahmen. gerne innerhalb des 3-woechigen urlaubs angekuendigt UND abgedreht. hinterher sieht alles wie vorher aus, nur ohne das eigene auto.

    13.05.2008 um 11:10 | Antworten
    Alle Kommentare von jochen
  3. 03

    Malte Welding:

    @jochen (2):

    innerhalb von drei wochen urlaub wird der wagen so häufig umgestellt, dass er theoretisch sogar wieder auf demselben platz stehen kann

    13.05.2008 um 11:20 | Antworten
    Alle Kommentare von Malte Welding
  4. 04

    susan:

    Weiß jemand, wo es im Netz Bilder von Claudia Roth gibt, die sie zeigen, als sie jung war? Autorisiert natürlich!

    13.05.2008 um 11:31 | Antworten
    Alle Kommentare von susan
  5. 05

    jochen:

    @ malte: wenn es denn aber auch wie ein wiederholungsfehler im deutschdiktat nur einmal angerechnet werden wuerde, dann waere es ein klasse experiment um den praktischen nachweis dafuer zu erbringen.
    @ susan: was’n das fuern fetisch?

    13.05.2008 um 11:33 | Antworten
    Alle Kommentare von jochen
  6. 06

    susan:

    @jochen (5): nix fetisch! interessiert mich wirklich!

    13.05.2008 um 11:38 | Antworten
    Alle Kommentare von susan
  7. 07

    jochen:

    @ susan: na wenn das so ist, dann such doch an stellen im netz die erfolgsversprechender sind. also suchmaschinen z.b., da wuerde ich mal mit anfangen. weisst der begriff selbst quasi schon drauf hin.

    13.05.2008 um 11:46 | Antworten
    Alle Kommentare von jochen
  8. 08

    Malte Welding:

    suchmaschinen sind oft super, aber habe da auch nix gefunden

    13.05.2008 um 11:50 | Antworten
    Alle Kommentare von Malte Welding
  9. 09

    susan:

    wenn malte weiß, wie die frühe claudia roth ausgesehen hat, dann weiß er vielleicht auch einen link. ich such doch jetzt nicht ne stunde herum!

    @jochen (7):

    jochen - du bist frech!

    aber mit erfolgsversprechenden suchmaschinen hast du den vogel abgeschossen! :-)

    edit: to malte: o.k., danke!

    13.05.2008 um 11:51 | Antworten
    Alle Kommentare von susan
  10. 10

    Meph:

    noch einfacher:
    http://www.claudia-roth.de/29043.0.html

    oder in ihrer Autobiographie gucken, da gibts in der Mitte ganz viele, ganz schreckliche Bilder (dass ich das weiß, zeigt, WIE hart ich mein Geld verdiene…)

    13.05.2008 um 12:12 | Antworten
    Alle Kommentare von Meph
  11. 11

    susan:

    @Meph (10): danke meph!

    13.05.2008 um 12:19 | Antworten
    Alle Kommentare von susan
  12. 12

    BrutusD:

    einfach nur Danke!

    13.05.2008 um 12:20 | Antworten
    Alle Kommentare von BrutusD
  13. 13

    jochen:

    okay susan, ich gebe mich kleinlaut und zu dass es wirklich nicht so einfach ist bilder zu finden wenn man die hp von frau roth mal ausnimmt.

    13.05.2008 um 13:00 | Antworten
    Alle Kommentare von jochen
  14. 14

    susan:

    @jochen (13): eben, aktuell kann jeder. aber ältere bilder…

    :-)

    13.05.2008 um 13:04 | Antworten
    Alle Kommentare von susan
  15. 15

    Elblette:

    Wie es die Berliner schaffen, total hässliche, unmodische und unkleidsame Gegenstände zum ultimativ coolsten Ding seit geschnitten Brot zu definieren, ist mir ein steter Quell der Faszination. Das gilt sogar für Kinderwagen: mit den in Berlin benutzten 80er Jahre (sehen auch aus wie die frühe Claudia Roth) Karren würde sich KEIN Hamburger auf die Straße trauen.
    Was das Parken angeht: Wenn man in der Dauerfilmkulisse St. Pauli wohnt, dann ist die Kiste auch schneller weg, als man Bugaboo sagen kann. Einmal kurz die Gucci-Sonnenbrille um die Alster getragen, und schon hat Studio Hamburg wieder zugeschlagen…

    13.05.2008 um 13:16 | Antworten
    Alle Kommentare von Elblette
  16. 16

    susan:

    @Elblette (15): haha

    13.05.2008 um 17:37 | Antworten
    Alle Kommentare von susan
  17. 17

    henker:

    man ist das billig in berlin, in aachen ist man ab 270 tacken dabei. berlin verhält sich beim parken konträr zu köln-sülz (prenzlauer berg von köln) da sucht man abends gerne ne stunde für nen stellplatz, am ende parkt man da, wo man voe 9 das auto wegstellen muss

    13.05.2008 um 18:37 | Antworten
    Alle Kommentare von henker
  18. 18

    fischyou:

    ich bin für griechenland: this is Joy Divisions’”Decades” in greek:
    http://www.youtube.com/watch?v=sw6SLWpka3s

    13.05.2008 um 19:01 | Antworten
    Alle Kommentare von fischyou

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