• Archiv
  • Shop
  • Hilfe
  • Impressum
  • Kontakt

Spreeblick

I live by the river!
03.12.08
  • Pop
    • Fotografie
    • Musik
    • Film/TV/Radio
    • Netz
    • Literatur
    • Popgun
    • Kunst
    • Unfug
    • Klickfest
    • Sport
    • Games
    • Pigeon
  • Politik
    • Inland
    • Ausland
    • Personen
    • Netzpolitik
    • Medien
    • Unternehmen
  • Produkte
    • Spreeblick
    • Hardware
    • Software
    • Services
    • Dinge
    • Verlosung
  • Positionen
    • Podcast
    • Gates Of The West
    • Toni Mahoni
    • Essays
    • Stories
    • Alltag
    • Reflektionen
    • Ahoi Polloi

Pop von Malte Welding | 20

Kevin

Kevin Kuranyi ist aus der deutschen Fußballnationalmannschaft rausgeworfen worden, weil er das Team während des Spiels gegen Russland (für die, die es nicht gesehen haben: erste Halbzeit wie gegen Portugal, zweite wie gegen Kroatien) verlassen hat. „Während er gespielt hat?“, fragte meine Lieblingslektorin. „Nein, von der Tribüne ist er gegangen.“
„So schlecht war das Spiel doch gar nicht.“

Kevin Kuranyi war, dazu muss man kein Psychologe sein, tief verletzt. Bei der WM 2006 nicht berücksichtigt zugunsten des fußlich herausgeforderten Mike Hanke, zur EM wieder dabei und doch nicht so richtig und jetzt auf der Tribüne - das ist keine reine Freude.

Gleichzeitig ist die Fähigkeit zur Selbstverleugnung die wichtigste Charaktereigenschaft eines Fußballers.
Da kann man sechs Tore geschossen haben, man muss auf Reporterfragen nach der eigenen Leistung sagen, dass die egal sei, im Vordergrund stehe die Mannschaftsleistung. Dabei weiß jeder, dass zur gleichen Zeit der Berater des Spielers mit Inter Mailand telefoniert.

Es werden im Fußball die Werte hochgehalten und im selben Atemzug an die nächste Biermarke meistbietend versteigert.
Keine Macht den Drogen, klar, aber danach ein frisches Becks. Kinder werden fit mit Nutella, beweglich mit Mercedes und gesund durch all die guten Schmerzmittel, die Fußballer zu sich nehmen (als bekannt wurde, dass der Bremer Mannschaftsarzt die Nierenerkrankung von Ivan Klanic übersehen hatte, hieß es in diesem Zusammenhang, dass Fußballer regelmäßig vor den Spielen acht Aspirin einwerfen - das ist die zulässige Tageshöchstdosis, darüber schwappt die Magensäure aus dem Mund heraus. Und nochmal: vor dem Spiel).

In diesem Klima der allumfassenden Verlogenheit kommt nichts so schlecht an wie Ehrlichkeit. Als Toni Schumacher in seinem Buch Anpfiff über Doping im Fußball schrieb, wurde er aus der Nationalmannschaft entfernt und auch sein Vertrag mit dem 1.FC Köln wurde gekündigt. Als Stefan Effenberg pöbelnden Fans den Mittelfinger zeigte, wurde er während der WM 1994 aus dem Kader geworfen.

Jeder weiß, dass Fußballer dopen, jeder weiß, dass Fans manchmal zum Mob werden und die Pest sein können. Aber man darf es nicht zum Ausdruck bringen.

Elf Geschäftspartner sollt ihr sein und über allem Business ist Ruh´.

Um kein Missverständnis aufkommen zu lassen: Man braucht Regeln, um das hochkomplizierte Miteinander im Mannschaftssport zu gewährleisten. Und diese Regeln hat Kuranyi verletzt. Wenn man die Szene, in der er Mirko Slomka nach seiner Auswechslung im Europapokal den Handschlag verweigerte, dazunimmt, sogar schon zum zweiten Mal.

Aber ich bin kein Freund von Rauswürfen auf Fehler hin. Wir reden hier von jungen Männern, die in der Unterhaltungsindustrie arbeiten. Wenn man diesen jungen Männern alle öffentlich ausgelebten Egoismen austreiben will (Trainer von der geistigen Spannkraft eines Felix Magath erregen sich ja nicht nur über die Frisuren von Spielern - über die sowieso - von Magath ist überliefert, dass er einen Fußballer nicht verpflichtet hat, weil der bei einem Schnee-Spiel Handschuhe trug), jedes Diventum verteufelt - dann hat man am Ende elf Hitzlspergers. Aber keinen Arschawin. Für den wäre so etwas wie die Tribünenflucht Kuranyis eine Nummer aus dem Kindergarten.

Streit ist etwas sehr Gutes, jetzt ist Anlass für Streit da, nicht für einen Rauswurf.

Malte Welding 13.10.2008 um 11:30

PopSport

Du kannst kommentieren, oder einen Trackback von deinem Blog aus setzen.


20 Kommentare

  1. 01

    Uwe:

    Ah, Kevinismus.

    13.10.2008 um 11:47 | Antworten
    Alle Kommentare von Uwe
  2. 02

    dré:

    ahh … schon wieder auf dem fußball rumhacken?! pöse, pöse!

    13.10.2008 um 11:54 | Antworten
    Alle Kommentare von dré
  3. 03

    bunki:

    alles kleine Kinder. Daher laufen die auch so oft in kurzen Hosen rum. Leider überbezahlte Kinder …

    Und wenn der Herr K. mal so kicken tuen täte wie der besagte Herr A. aus R., hätte er auch nicht den Nestflüchter von der Tribüne geben müssen. Das positive daran: So bleibt uns wenigstens ein weiterer von den unsäglichen Nutella-Spots erspart. Denn wie sagte weiland der Herr Becker mit feiner Selbstironie: dadurch spiele ich auch nicht besser, bin aber viel besser drauf!

    13.10.2008 um 11:58 | Antworten
    Alle Kommentare von bunki
  4. 04

    bb:

    @bunki (3): ich will dir ja nicht die hoffnung nehmen, aber nach dem ‘ableben’ eines gewissen spielers ‘hinkel’ aus der nati lief besagter nutella-spot _mit_ hinkel trotzdem weiter! :-)

    13.10.2008 um 12:15 | Antworten
    Alle Kommentare von bb
  5. 05

    bunki:

    @bb (4)

    jetzt bin ich deprimiert ;-)

    13.10.2008 um 12:17 | Antworten
    Alle Kommentare von bunki
  6. 06

    textdeluxe:

    Wirklich hübsch bigott. Da geht’s um Leidenschaft und dann darf man sich nicht mal ärgern. Kann man sich denn von einer Mannschaft unterlaubt entfernen, zu der man gar nicht gehört? Armes Kevin.

    13.10.2008 um 12:22 | Antworten
    Alle Kommentare von textdeluxe
  7. 07

    Sanníe:

    Sie haben recht.

    13.10.2008 um 12:25 | Antworten
    Alle Kommentare von Sanníe
  8. 08

    sabbeljan:

    malte, danke. damit hast du mir die mühe eines eigenen beitrags abgenommen. ergänzend würde ich hinzufügen, dass diese dfb-disziplin - nur wer lieb ist, darf für die nationalmannschaft spielen für mich in deslbe reihe gehört wie andere “regeln” des nationalen und internationalen fussballs, wie zum beispiel gelbe karte für ausufernden torjubel (trikot blank ziehen, tartanbahn verlassen) oder auch die coaching-zone mit benimm-regeln. fussball ohne emotionen ist wie fernsehpreis ohne MRR.

    13.10.2008 um 12:31 | Antworten
    Alle Kommentare von sabbeljan
  9. 09

    nilsn:

    Mit Kevin kann es keinen Streit geben, hat er gerade selber gesagt. Das ist seine Natur…oder so. Immer Nett, der Kevin. Und dann auch lieber nicht reden, sondern heimlich davon laufen und sich im stillen Kämmerlein seinen Nutellabart nachmalen. Morgen ist ja PK.

    Nee, im Ernst: Als Protest ist mir das zu kindisch!

    13.10.2008 um 13:34 | Antworten
    Alle Kommentare von nilsn
  10. 10

    Frédéric Valin:

    Aus rein fußballerischen Erwägungen ist Kuranyis Verlust gar keiner. Dass mit Kuranyi eine unerträgliche Zicke gegangen worden ist, ist unter Unterhaltungsaspekten natürlich tragisch.
    (Und ich hatte noch drei Tonnen Frisurenwitze, will sie jemand kaufen, bevor sie übermorgen abgelaufen sind?)

    13.10.2008 um 14:59 | Antworten
    Alle Kommentare von Frédéric Valin
  11. 11

    antifalten:

    der dfb ist ein verlogener harmonie-haufen, der sich dann aber wundert, warum es hierzulande keine “spieler-persönlichkeiten” mehr gibt.

    kreativität und spielfreude wird den spielern ja schon vorher ausgetrieben. kann mich noch an sammer als bvb-trainer erinnern, der “seinen” brasilianern das tanzen nach einem erzielten tor verbieten wollte…

    13.10.2008 um 15:27 | Antworten
    Alle Kommentare von antifalten
  12. 12

    Nanuk:

    Wenn ich in Gelsenkirchen wohnen würde und in Dortmund im Manschaftshotel schlafen sollte würde ich mich auch an den Kopf fassen…
    Das ist 10 Minuten Autobahn!!!

    13.10.2008 um 16:04 | Antworten
    Alle Kommentare von Nanuk
  13. 13

    christoph kratistos:

    Wenn ihr dem Massen-Fußball ab jetzt hier huldigt, könnte fooligan dann nicht - anstatt zu versauern- zur 2.- und vielleicht sogar 3. Ligabühne werden?
    Auch wegen Hansa und so.

    13.10.2008 um 20:48 | Antworten
    Alle Kommentare von christoph kratistos
  14. 14

    PiPi:

    @Uwe (1):
    Das Ist Gut

    Mal schauen:
    http://www.kevin-kuranyi.de/

    Auch in der Zeit, als er bei VFB- Stuttgart aktiv war,
    gab es immer mal wieder ‘Dissonanzen’ bzgl. seiner
    Einstellung zum Verein u. sonstiger Eskapaden.

    [Alles Nachzulesen]

    Der Kerl verdient ein Schweinegeld, selbst wenn er nur
    am Spielfeldrand, oder auf der Tribühne sitzt

    Da werden gestandene Erwachsene zu Kindern.
    ‘Ääääh, ich will will will.’
    —
    Ist nur meine besch. Meinung.

    13.10.2008 um 21:23 | Antworten
    Alle Kommentare von PiPi
  15. 15

    martin:

    tschuldigung, aber “das nutella” ist einfach nur eine heulsuse…
    andere wurden ebenfalls lange nicht berücksichtigt (z.b. wiese), obwohl sie es verdient hätten. und in dieser saison war kuranyi bisher auch nicht wirklich überzeugend (vom wolfsburg-spiel mal abgesehen).
    soll er wegbleiben, so eine träne braucht kein mensch.

    13.10.2008 um 21:56 | Antworten
    Alle Kommentare von martin
  16. 16

    Anna:

    Wenn Herr K. so Fußball spielen würde wie er seinen Bart trimmt, dann hätte er - von mir aus - gerne bleiben können. In der Nationalelf (oder 18) wird er nicht fehlen… .

    Ich finde es weiterhin amüsant, dass der “Ranicki-Eklat” beim Fernsehpreis den “Kuranyi-Eklat” bei den Qualispielen medial um Längen übertrumpft. Kuranyis Trotzreaktion war weniger zu erwarten und hatte deshalb m.A.n einen höheren Newswert. Der MRRsche Ausfallschritt ist bei solchen Veranstaltungen ja immer vorprogrammiert. Mich wundert ehrlich, dass man sich darüber noch wundern kann.

    13.10.2008 um 22:24 | Antworten
    Alle Kommentare von Anna
  17. 17

    pyromanin:

    Die ganze Kevin-Farce basiert meiner Meinung auf seiner schlechten Spielleistung bei der EM diesen Jahres.
    Klar wäre er im Kader gewesen, hätte er nicht beleidigt sein müssen, weil er nicht im Kader war, wäre er nicht abgehauen, wäre er deshalb nicht entlassen worden, hätte er nicht so miserabel gespielt.
    Sein zickiges Verhalten zum Aufhänger für den Rauswurf zu nehmen war vielleicht einfach die elegantere Variante zu “Du hast scheiße gespielt deshalb fliegst” (Im Sinne von: “Wir beleidigen ihn, der wirft sich schon selbst raus”)

    14.10.2008 um 11:16 | Antworten
    Alle Kommentare von pyromanin
  18. 18

    nodge:

    Warum hacken alle auf Kevin rum?!

    Bitte komm zurück! –> http://www.boehlersworld.de

    14.10.2008 um 17:53 | Antworten
    Alle Kommentare von nodge
  19. 19

    PiPi:

    @nodge (18):
    Das hat auch das ÖR-Hörfunkprogramm
    [www.SWR.de] bereits durchgenudelt.

    Wer bist denn Du?
    Und wer liest das?

    http://www.tinyurl.com/5qh257

    14.10.2008 um 19:37 | Antworten
    Alle Kommentare von PiPi
  20. 20

    steffi:

    @christoph kratistos (13) hervorragender gedanke! da bin ich auch sehr dafür!

    15.10.2008 um 13:26 | Antworten
    Alle Kommentare von steffi

Diesen Artikel kommentieren

Vorschau

Frischer Spreeblick

  • Lieber Roland Kotz!
  • Spezies des Monats: Hühner
  • Begrüßungsgeld 2.0
  • Cyndi Lauper & The Hives - A Christmas Duel
  • Rechner schlägt Go-Meister
  • Der YouTube-Kanal von Coldmirror ist wieder online
  • Evan Roths Bad Ass-Visitenkarte
  • One fight in Bangkok
  • Obama goes Creative Commons
  • Und plötzlich bist du Terrorist - Der Fall Holm im SWR
  • SUCHE

Eselsohren


    Archiv

    Neueste Artikel

    Pop

    • Spezies des Monats: Hühner
    • Cyndi Lauper & The Hives - A Christmas Duel
    • Rechner schlägt Go-Meister
    • Der YouTube-Kanal von Coldmirror ist wieder online

    Politik

    • Lieber Roland Kotz!
    • Begrüßungsgeld 2.0
    • One fight in Bangkok
    • Obama goes Creative Commons

    Produkte

    • Linux auf dem Taschenrechner!
    • Popgun! 45 Eugene McGuiness Freikarten für Berlin
    • re:publica’09 – Shift happens!
    • iPhone Fingergrinding

    Positionen

    • Warum eigentlich bringen wir Mörder nicht um?
    • Berlin ist anders geworden
    • Malte Welding gibt seine Trennung bekannt
    • Meine RAF

    Meistkommentiert

    • Gefangen in der Blogosphäre oder: Benutze Faust mit Gesicht
    • One more time: Du bist Deutschland
    • Du bist Deutschland - Ich mach’ mit!
    • Jamba Kurs
    • Peter Alexa - Ein ehemaliger Unterstützer der RAF
    • Grimme für Spreeblick!
    • Ihr, nicht ich!
    • Politically Incorrect - Die etwas andere Sicht der Dinge
    • Du Opfer!
    • Erfolgreich bloggen - so geht’s!
    • Read on, my dear: Spreeblick 2008!
    • China und das Internet
    • Per Anhalter durchs Web 2.0
    • Offener Brief an Musikschaffende
    • Wir sind BILD: The Chrome Conspiracy
    • Ich glaube gar nichts mehr
    • [DIE VERWENDUNG DES URSPRUENGLICHEN NAMENS DES UNTERNEHMENS WURDE UNS UNTERSAGT]: Werbung in Blogs
    • StudiVZ-Spendenaktion
    • TRACKBACK - Die Show mit Spreeblick
    • Bandnamen finden

    Frisch Kommentiert

    • Lieber Roland Kotz!
    • Spezies des Monats: Hühner
    • Begrüßungsgeld 2.0
    • Evan Roths Bad Ass-Visitenkarte
    • De Beers vs The Yes Men
    • Obama goes Creative Commons
    • NDRs Satireshow „Team Deutschland“ unter CC
    • Kein internationaler Terrorismus in Indien
    • Cyndi Lauper & The Hives - A Christmas Duel
    • One fight in Bangkok
    • Linux auf dem Taschenrechner!
    • Rechner schlägt Go-Meister
    • Der YouTube-Kanal von Coldmirror ist wieder online
    • Warum eigentlich bringen wir Mörder nicht um?
    • Und plötzlich bist du Terrorist - Der Fall Holm im SWR
    • Craig Robinson: Pigeon (8)
    • Popgun! 45 Eugene McGuiness Freikarten für Berlin
    • Let me Google that for you
    • Der elektrische Reporter: Zum Zweiten
    • Terminator: Schäublation

    Feeds

    • Alle Beiträge
    • Alle Kommentare
    • Podcast
    • Podcast in iTunes

    Ausgezeichnet mit dem Grimme Online Award Powered By Strato

    Spreeblick is proudly powered by WordPress

    blogoscoop