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Kopi Luwak oder: Der beste Kaffee, den ich je getrunken habe

Vorgestern Abend. Zeit, den älteren Sohn von seinem Besuch bei einem seiner Kumpel abzuholen. Üblicherweise bleibt dabei Zeit für einen kurzen Plausch mit den Eltern des Schulfreundes und so folgt auch diesmal die nette Einladung, vor dem Gehen doch noch kurz im Wohnzimmer Platz zu nehmen.

„Möchtest du eine Tasse Kaffee?“, fragt mich der Herr des Hauses und überrascht mich damit — denn sonst gab es immer Tee. Während er in der Küche den Kaffee vorbereitet, warte ich auf der Couch und wundere mich ein bisschen über die geschlossene Küchentür.

Einige Minuten später wird der Kaffee serviert, eine Tasse für mich, eine Tasse für den Gastgeber. Wir reden, ich nippe an meinem Kaffee und sofort fällt mir der ungewöhnlich gute Geschmack auf. Ungewöhnlich gut: nicht für dieses Haus oder diese Uhrzeit oder diese Gegend, sondern ungewöhnlich gut für eine Tasse Kaffee. Das Getränk schmeckt zart und kräftig zugleich, scheint eine Spur von Schokolade ohne aufdringliche Süße zu haben, versprüht dennoch typischen, aber etwas wärmer als gewohnten Kaffeeduft, umgarnt die Geschmacksnerven wie eine Katze, die sich an ihren Besitzer schmiegt, und ich muss gerade lachen, denn sowas tippe ich normalerweise nicht.

Ich überlege kurz, den Kaffee zu loben und lasse es sein, denn es kommt mir albern vor, zu trivial. Ich beginne zunächst noch unbewusst, diesen Kaffee anders zu trinken als ich es sonst tue, ich nippe an ihm wie ein Kenner an einem hochwertigen Wein.

Verdammt guter Kaffee, denke ich. Mehrmals.

Während ich ansonsten aus dummer Angewohnheit und ohne besondere Absicht meist einen kleinen Rest in meinen Kaffeetassen hinterlasse, bleibt nach meinem letzten Schluck diesmal keine Spur zurück. Ich stelle die Tasse auf den Tisch, stehe auf um zu gehen und muss jetzt doch tun, es geht nicht anders:

„Der Kaffee war ausgezeichnet. Ich meine, auffallend großartig!“

Er grinst: „Das freut mich ja. Sagt dir Kopi Luwak was?“

Während ich den Sohn dränge, sich jetztbittemallangsam die Schuhe anzuziehen und damit „sofort“ meine, schaue ich den Mann an, als hätte ich seine Worte nicht verstanden, denn ich habe seine Worte nicht verstanden.

„Kuppi was?“, frage ich zurück.
„Kopi Luwak. Oder hast du schonmal was von Musang Luwak gehört?“

Während ich den Sohn dränge, sich jetztbittemallangsam die Schuhe anzuziehen und damit „sofort“ meine, forme ich mit meinem Gesicht ein Fragezeichen. Ich habe keinen Schimmer, wovon der Mann spricht. Das freut ihn umso mehr und er erzählt mir von einer äußerst seltenen Kaffeebohne. Er berichtet von einer indonesischen Katzenart oder so, die diese äußerst seltenen Bohnen fräße, dann wieder ausscheide, und das, was dann übrig bliebe, sei Kopi Luwak. Und damit das, was ich soeben getrunken habe.

Keine Sekunde lang ekelt mich der Gedanke an Kot-Kaffee, denn das, was ich gerade getrunken habe, hätte von mir aus Pinguinurin (nur fürs toll aussehende Wort, der Vergleich) sein können, es hat dermaßen fantastisch geschmeckt, dass mir die Herkunft völlig egal ist. Solange niemand dabei zu größerem Schaden gekommen ist.

Ich ekel mich auch deshalb nicht, weil ich ihm kein Wort glaube. Und lache einfach mit ihm. Während ich den Sohn dränge, sich jetztbittemallangsam die Schuhe anzuziehen und damit „sofort“ meine, schreibt mir mein Gastgeber das neu gelernte Wort auf einen kleinen Zettel und erklärt mir, dass dieser Kaffee sehr schwer zu bekommen sei und dass eine Tasse davon in den wenigen Häusern dieser Welt, die ihn servieren, etwa 30 Euro kosten würde.

Beeindruckt ziehe ich die Augenbrauen hoch, höre nickend zu und freue mich. Ich schiebe mich verabschiedend aus der Haustür, bugsiere den Sohn in den Fahrstuhl, gehe nochmal zurück in die Wohnung um die Schuhe zu holen und bedanke mich für das nette Gespräch und den hervorragenden Kaffee.

Diesen verdammt guten Kaffee. Der aus vom Verdauungstrakt des in Indonesien lebenden Fleckenmusang fermentierten Kaffeekirschen-Kernen gewonnen wird und bis zu 1.000 Euro pro Kilo kosten kann, da nur rund 200 Kilogramm pro Jahr produziert werden können.

Ich habe vor zwei Tagen die nicht nur zweifelsfrei beste, sondern wahrscheinlich auch teuerste Tasse Kaffee meines Lebens in einem muslimischen Haushalt in Kreuzberg serviert bekommen und ja, ich habe mich später natürlich noch einmal extra bedankt.

Und zwinge mich seit zwei Tagen, nicht nach Bestellmöglichkeiten im Internet zu suchen.

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60 Kommentare

  1. 01

    Interessant, ich hatte mal von diesem Kaffee gehört, aber wieder vergessen. Kommste mal bei mir vorbei, serviere ich Dir einen noch besseren Kaffee. Wie, wird vorher natürlich auch nicht verraten.

  2. 02

    Ich kenne den Kaffee nicht, aber das ist ein verdammt guter Text!

  3. 03

    Hee, psst,
    “¦ gibt’s auch bei Amazon und diversen anderen Anbietern, im 125g-Beutel, für gar nicht mal so fürchterlich viel Geld “¦

    na komm, schmeiss google an :-)

  4. 04
    alter hase

    So gut wie der Text kann der Kaffee gar nicht sein.

  5. 05

    Ich glaub der Kaffee ist Scheiße.

  6. 06
    bongokarl

    Nicht die Bucket List gesehen?
    http://de.wikipedia.org/wiki/Das_Beste_kommt_zum_Schluss

    Dachte seit dem Film wär der Kaffee allgemein bekannt. ;)

    Aber interessant/erfreulich zu hören, dass er WIRKLICH so gut ist! :)

    /edit: Der Amazon-Kauf ist vielleicht kritisch zu sehen. Wiki sagt:
    “Aufgrund des beschränkten Angebotes kann es Kopi Luwak auf einem breiteren Weltmarkt praktisch gar nicht geben. Dass er doch immer wieder in relativ großen Mengen auftaucht, lässt sich nur dadurch erklären, dass das Einsammeln und Aufbereiten in Ländern erfolgt, in denen konsequente Profitmaximierung an der Tagesordnung ist und Betrügereien in der Regel ohne staatliche Konsequenzen bleiben. Bei preiswerten Angeboten (selbst in renommierten Kaufhaus- und Kaffeeketten) und zwielichtigen Auktionsverkäufen sollte Vorsicht angezeigt sein, da die Gefahr von Fälschungen besteht. Es bleibt nur eine Subskription über verlässliche Beziehungen oder der Kauf direkt vor Ort – und selbst dort kann man sich nie sicher sein.”

  7. 07
    Chris

    Ich war vor Kurzem in der Kaffeerösterei in der Hamburger Speicherstadt und hab dort aus Neugier den Kaffee bestellt. Als ich am Tresen dabei zusah, wie der Kaffee aufgebrüht wurde, fragte ich den, äh, Kaffeemacher warum der so teuer ist. Er sagte, das hängt gar nicht so damit zusammen, dass der so lecker ist. Vielmehr ist es einfach die geringe Menge, die davon hergestellt wird. Als ich den Kaffee dann trank, gings mir wie dir. Er schmeckt nicht so abgefahren, wie es die Geschichte dazu vermuten lässt aber er schmeckt nach dem leckersten Kaffee, den man je getrunken haben wird.

  8. 08
    eric

    hi, zu dem thema durchaus interessant: der chaosradio express mit dem thema kaffee..:
    http://chaosradio.ccc.de/cre119.html

  9. 09

    Großer Gott, wie konnte ich das hier vergessen: http://www.uiuiuiuiuiuiui.de/hast-du-kaffee

    mein Kaffee-Song!

  10. 10

    habe kopi luwak in java, indonesien getrunken. da hat die tasse umgerechnet immerhin 7€ gekostet (für dortige verhältnisse sehr teuer, zumal quasi an der “quelle”). aber in der tat sehr guter kaffee!

  11. 11

    Fuck. Jetzt muss ich den auch mal testen :)

  12. 12

    zum Thema “Verdammt guter Kaffee” möchte ich auf diese Japan-only-Twin-Peaks-Alternative hinweisen. Skurril dürfte das richtige Wort sein:
    http://blogs.taz.de/popblog/2009/04/17/twin_peaks_meets_japan/

  13. 13

    “Hmm, das haut einen um, Johnny, ist ein richtiger Gourmet-Kaffee!” – frei nach Pulp Fiction

  14. 14
    Gee

    der kaffee-song rockt!

  15. 15
    thuu

    trinkt man so einen Kaffee mit Milch und Zucker?

  16. 16
    Gee

    machst du mir nen kaffee
    ohne zucker, ohne milch,
    dann muss ich ihn leider spucken
    denn so ganz pur schmekt er nich

  17. 17

    Die Geschichte habe ich schon öfter gelesen, allerdings meistens mit der Pointe mit dem Verdauungstrakt. Ich zweifle war vorsichtig an dem Wahrheitsgehalt, obwohl ich den Kaffee auch gerne selbst probieren würde ;).

  18. 18

    @Raventhird: Hast du Links? Ich hab nämlich so gut wie nix gefunden, Zeit eben und Wikipedia, oben verlinkt. Würde mich interessieren.

  19. 19
    j4k3

    “Solange niemand dabei zu größerem Schaden gekommen ist.”

    Nun, was das angeht muss ich dir wohl vor den Kopf stoßen, denn die Katzenknüttel sind in den letzten Jahren derart populär geworden, das die Viecher mittlerweile in Käfigen gehalten und den ganzen Tag mit Kaffee gefüttert werden.

    Ich war auch entsetzt, als ich das gehört habe. Aber so hat das jedenfalls Yumi erzählt. Im Chaosradio Express Nr. 119, mit Tim Pritlove. Ein Podcast, der überhaupt sehr hörenswert war, klickst du hier: http://chaosradio.ccc.de/cre119.html

  20. 20
    j4k3

    War schon verlinkt, seh ich grade. Den News-Aggregator nur einmal täglich zu leeren und mit viel Verzögerung auf Blogeinträge zu reagieren ist eine furchtbare Angewohnheit. Muss ich mir abgewöhnen.

  21. 21

    @j4k3: Ich hab sowas befürchtet “¦ also dass dort sofort wieder Raubbau bzw. Misshandlung stattfindet.

    Menschen.

  22. 22

    Aso,
    ich dachte aber mal gelesen zu haben dass die Tiere in Käfighaltung sterben (eingehen klingt so zynisch) und genau deshalb auch nur geringe Mengen geerntet werden können. Hat da jemand Fakten ?

  23. 23

    Sagt mal, könnt ihr nicht mal einen Tweet-this Button anbauen? Solche Texte legitimieren das und ich bin so faul beim copy/pasten. Aber jetzt mache ich das nochmal.

  24. 24
  25. 25

    Tja, wenn es Hobbythek noch gäbe “¦

  26. 26

    bonanza coffee heroes, oderberger straße.

    ich habe noch niemanden erlebt, der nach einer tasse kaffee dort nicht gesagt hätte, daß der der beste kaffee seines lebens war. niemanden. ehrlich. (das hat jetzt zugegebenermaßen nichts mit kopidings zu tun, aber sollte der vollständigkeit halber erwähnt werden in jeder diskussion, in der es um guten kaffee geht. der laden wird betrieben von coffeenerds und würde ich dort umdieeckiger wohnen, wäre das das paradies und mein untergang zugleich.)

    just sayin’.

  27. 27

    ich werde das jetzt selber einmal ausprobieren. Ein halbes pfund bohnen habe ich schon drin….

  28. 28
    Lebedjew

    Das mit dem Rest in der Tasse mache ich auch andauernd.
    Bei mir vermutlich eine nicht vollständig verarbeitete Kaba-, Nesquickallergie. Es ekelte mich jedes Mal, wenn ich der schwarzen Bodensatzpampe mit jedem Schluck näher kam und zugleich immer mehr schwarze Pulverklumpen wie Vorboten an die Oberfläche gehüpft kamen. Ein dafür bis in alle Eeiwgkeit verfluchter Schulfreund liebte es daher, seine Tasse in meiner Gegenwart komplett auszulöffeln.

  29. 29
    georg

    wunderbarer text für den start in ein wunderbares wochenende. mein kaffee schmeckt jetzt aber örnzwie naja.

  30. 30

    Der Bericht verleitet absolut zum sofortigen Test. Meine Aufmerksam konzentriert sich nun auch auf den Wikipedia Artikel und etwaige Lieferanten. Die im Büro servierte Massenware mag nun gar nicht mehr schmecken und erinnert an den 3. Muckefuck Aufguss oder die Berühmte Abzusse Badesalz-Film Kaffe im Aufzug-Szenerie.

    Frau von der Leyen: Bitte umgehend diesen exzellenten Artikel zensieren oder sperren lassen, bevor im südlichen, deutschen Ausland ansässige Kaffeedistributoren vor die Hunde bzw. den Fleckenmusang gehen!

    @Johnny: Kommen die Gastgeber aus dem Herstellungsland? Ich hoffe Du hasst dich meine einem überschwenglichen ‘Terima Kasih’ verabschiedet ;)

  31. 31

    Also wie der eine Poster schon sagte ist dieser Kaffee so teuer, weil er so selten ist, nicht weil er so gut schmeckt.

    Und er schmeckt anders als das, was wir jahrelang gewohnt sind.

    Unser Gehirn spielt uns dann Tricks. Wenn ihr in ein Restaurant geht und bestellt was und es ist phantatstisch und ihr geht die Woche drauf nochmal hi und bestellt das Gleiche, dann ist es schon nicht mehr so phantastisch, sondern wird zur Gewohnheit.

    Die Art der Zubereitung ist auch ein entscheidender Faktor, so kann mir niemand erzählen, wenn man das Zeug mit deiner Filterkaffeemschine machen würde, es dann besser schmecken würde, als ein richtiger Espresso.

  32. 32
    Perlen vor die Säue

    …was nützt der beste Kaffee, wenn er vorgemahlen mit Melitta-Tüten in einer dieser unsäglichen Tchibo/Saturn/Mediamarkt-Scheißdreck-0815-Kaffeemaschinen/Vollautomaten vergewaltigt wird? Das ist ja wie Wagner auf nem iPod….

    Wer vorher nur “Jacobs Krönung” soff, sollte sich erstmal mit den “Grundlagen des Kaffeverzehrs” vertraut machen. Sicher schmeckt der Luwack-Kaffee besser. Aber der “Hach Göttchen, das ist der beste Kaffee, den ich je getrunken habe.”-Effekt ist schon durch “normalen guten Kaffee” aus der kleine Rösterei um die Ecke zu erzielen. Gebt einfach mal nen paar Euros mehr aus und fragt vorher die Leute, WIE und WOMIT man Kaffee richtig zurbereitet. Dann wird sich Euch eine weite “Genusses-Welt” auftun, in der Ihr Euch noch lange tummeln könnt.

    …Und die armen Katzenviecher haben erstmal ihre Ruhe.

    ;-)

  33. 33

    Kopi Luwak ist leider mittlerweile ein Kaffee, beim dem jemand zu Schaden kommt — und zwar die Fleckenmusangs. Die Musang futtern nur die reifesten und besten Kaffeekirschen, also nicht übermäßig viele.

    Da aber der Ertrag so gering, der Gewinn dafür aber so hoch ist, haben sich viele Bewohner von Sumatra etwa dazu entschlossen, Fleckenmusangs in Gefangenschaft zu halten und ausschließlich mit Kaffeekirschen zu füttern. Die Tiere gehen daran nach wenigen Monaten zugrunde. Es gibt auch einen Kaffee, der von Vögeln (in China, glaube ich) im Körper fermentiert wird. Gleiches Spiel – die Menschen wollen Profit, die Tiere leiden.

    Außerdem ist umstritten, ob die Nassfermentierung im Musangdarm auch nur einen Deut besser ist als die übliche Nassfermentierung, wenn sie richtig gemacht wird.

    Als Alternative empfehle ich die Verkostung des Jamaica Blue Mountains: http://cafedigital.de/2008/01/19/der-ultimative-kaffeetest-1/

    Ich empfehle jedem Kaffeetrinker, mal ein Kaffeeseminar mitzumachen: http://cafedigital.de/2008/05/24/all-things-kaffee/

    Denn erst dann wisst Ihr, welche Zubereitungsart Euch am besten schmeckt. Die gleiche Bohne schmeckt bei jeder Art komplett anders.

  34. 34

    Hallo Ihr hippen Hauptstädter.
    Sonst bei jedem Peta-Plakat gaffen und dann so ein Artikel.
    Ist das pc ? nein das ist Kaffee.
    Auch Kaffee ist ein Politikum fairtrade ? kein Wort.
    Und Kuba und so und überhaupt.
    Ich mach mir mal mit 1000 Watt und 16 bar 4cl Kaffee, bei Lidl erstanden.

  35. 35

    @claude: Mit dem letzten Satz führst Du deine ganze Moralpredigt ad absurdum… ;)

  36. 36

    Johannes:

    “Ich glaub, der Kaffee ist Scheiße.”

    Hülsenfrüchte,
    wenn nicht angebrochen, durwandern den
    Magen-Darmtrakt. Mais ist -wenn nicht ge-
    kaut- ein sichtbares Ergebnis der Geschäfte.
    _
    http://www.gesundheit.de/anatomie-lexikon/verdauungssystem/ausscheidung.shtml
    (Werbung)

  37. 37

    Das klingt sowas von verlockend — beim Lesen — das ich ernsthaft darüber nachdenke, diesen Kaffee zu versuchen.

    Also ihn erstmal zu beschaffen.

    Also irrsinnig viel Kohle dafür auszugeben.

    Also es nicht selbst mit meinem Hund zu probieren.

  38. 38
    Flo

    Ehrlich gesagt schmeckt mir der Kaffee “beschissen”. Ich habe mal eine Packung, speziell für meinen Kaffeebereiter gemahlen, geschenkt bekommen. Den Geschmack würde ich am ehesten mit erdig beschreiben. Für mich und auch alle anderen die das Gebräu bei mir probiert haben war das kein guter Kaffee, aber durchaus besonders ;) Er war zwar sehr mild ohne Säure, hat aber stark nach feuchten Boden und sehr, sehr bitterer Schokolade geschmeckt. Keine besonders gute Kombination.

  39. 39
    Klau3

    Ich habe in Indien sehr guten Kaffee getrunken der aus grünen Kaffeebohnen gemacht wurde. Anfangs hielt ich das Getränk für leckeren Tee, bis mir jemand erklärte, dass es sich hierbei um Kaffee handle. Als ich später in Deutschland meinen Mitmenschen davon erzählte bekam ich stets zuhören, dass mein Gegenüber noch nie Kaffee aus grünen Bohnen getrunken hätte. Da ich eigentlich keinen Kaffee Trinker bin, weiß ich nicht so recht, wie ich das Erlebnis einordnen soll (ob es etwas besonderes war).
    Wollte es einfach mal so in den Raum werfen.
    Falls ihr auch keinen Kaffee aus grünen Bohnen kennen sollte – ausprobieren lohnt sich.

  40. 40

    Bei Galileo wird Kopi Luwak geröstet.

  41. 41
    Ben

    Und wie wird der Kaffee jetzt zubereitet?
    Nach der Espressomethode, also fein gemahlen mit hohem Druck in einer entsprechenden Maschine, oder so omamäßig mit Filter so daß das Wasser ganz langsam durchsickert?

  42. 42
    frau b.

    eins frag ich mich noch. diese ausgeschiedenen bohnen, werden die mit allem kladderadatsch, der da dranklebt, getrocknet, oder werden die noch saubergemacht, sodass sie ausschauen wie ganz normale bohnen? denn wenn die nicht abgewaschen werden -vielleicht ja aromafördernd?- ist das dann nicht ganz schön riskant? also so ne katze frisst ja wohl neben kaffee auch anderen kram, mäuse oder was-weiß-ich. also kein kaffee für vegetarier.

  43. 43

    @ frau b. Kot ist nicht gleich Kot. Es gibt Tiere, bei denen hat Kot eine wesentlich andere Zusammensetzung als beim Menschen oder z.B. Fleischfressern generell.

    Ich gehe mal davon aus, das eine Katzenart, die eine Art Kaffeebohne vertilgt, nicht gleichzeitig Mäuse jagt.

    Den Kot halte ich also für sehr unbedenklich.

  44. 44

    Also wir hier in Heilbronn haben das Traditionshaus “žHagen Kaffee”, welches den Kopi Luwak anbietet. 1.000 Euro habe ich dafür nicht bezahlt: http://tinyurl.com/nichtganz1000

  45. 45
    Schnake bitte

    Johnnys Horizont als Impulsgeber, toll = supi gebloggt.
    Trinkste mal wieder n Tässchen und schon gibts was für die Hausfrauenecke.
    & Genau, wird bei Pro7 geröstet.

  46. 46

    @Ingo Vogelmann: @frau b.:

    Laut Wikipedia frisst das Viech hauptsaechlich Fruechte, aber wohl auch Insekten, Wuermer und ab und zu auch mal kleine Saeugetiere (was immer das heissen mag) oder Voegel.

    Warum spekulieren wenn man das mit 2-3 Klicks rausfinden kann?

  47. 47
    franx

    Verabschiede mich jetzt für alle Zeiten von dir, weil ich nun weiss, wo du dir deine Klugheit scheissen lässt.

  48. 48

    Lopi Kuwak, der Kobe Rind unter das Kaffees. Es ist wohl nur eine Frage der Zeit bis Ferran Adrià daraus eine Schaumrolle baut, innen Kopi, aussen Luwak.

  49. 49

    Kopi Luwak zu 13,- Euro pro 100 gr gibt es hier.

    Im Übrigen ist es – unter den weniger seriösen Kaffeehändlern – ein gewinnsteigernder Brauch, die teuren Kopi-Luwak-Bohnen großzügig zu verschneiden.

    (so, und jetzt wird es spannend)

    Zum Verschneiden – bzw. als Ersatz – empfehle ich einen guten Java-Kaffee oder einen Monsooned Malabar…

    (*flöt*)

    Wer einen richtig schokoladigen, runden, ausgewogenen schmeckenden und bestens gerösteten Kaffee trinken möchte, ökosozial progressiv zumal, probiere mal den Vilcabamba aus dem Tal der Hunderjährigen von Maskal.

    Mit dem kann kein Kopi Luwak mithalten.

    Johnny, mal abseits von den Genießertipps: das Selberrösten von Grünkaffee mit Hilfe von gepimpten Popcornröstern (bei Ebay für ´nen Euro), gäbe, gefilmt, garantiert ´nen schönen Spreeblick-Beitrag.

  50. 50

    “Kot ist nicht gleich Kot. Es gibt Tiere, bei denen hat Kot eine wesentlich andere Zusammensetzung als beim Menschen oder z.B. Fleischfressern generell.

    Ich gehe mal davon aus, das eine Katzenart, die eine Art Kaffeebohne vertilgt, nicht gleichzeitig Mäuse jagt.

    Den Kot halte ich also für sehr unbedenklich.”

    Mir ist es eigentlich egal was diese Katzen fressen. Es gibt anziehende und abstossende Dinge. Für diese Katzen ist ihr Kot etwas abstossendes, darum scheiden Sie Ihn aus, fühlen sich nicht zu Ihm hingezogen. Ich finde Ihn ebenfalls abstossend. Obwohl man keine Krankheiten davon bekommt finde Ich diesen Kaffee dennoch nicht unbedenklich.

  51. 51

    Johnny, dass du so langsam bieder wirst, ist offensichtlich… Aber dass du jetzt auch noch diesen Schicki-Kram mitmachst… nee nee nee :-))

    P.S. Wenn du mal ne Kaffee-Beratung brauchst, stehe ich gerne zur Verfügung!

  52. 52

    Der ist auch so teuer (neben der Seltenheit), weil die Bohnen, die von der Schleichkatze ausgeschieden werden umständlich gesucht und per Hand gesammelt werden müssen. Die Viecher zu züchten würde keinen Sinn machen, denn sie müssen ja herumstreunen und wilde Kaffeebohnen finden.

    Der gute Geschmack könnte daher kommen, dass:

    1. die Schleichkatze sich nur die leckersten Bohnen auswählt
    2. die Säurehaltigen Inhaltsstoffe durch den Verdauungsprozess ausgefiltert werden.

    Es gibt zahlreiche Fälschungen in diesem Bereich, die als Kopi Luwak verkauft werden. Erstaunlich ist, daß den Kaffee in Indonesien selbst kaum jemand kennt.

    Ich selbst hab den Kaffee erst einmal probiert. Wie gut er nun wirklich ist, kann ich nicht beurteilen – bin eher Teeologe als Kaffetrinker.

  53. 53
    Christa Bauer

    Wir waren dieses Jahr drei Wochen in Vietnam und sind ebenfalls in den Genuss dieses Kaffees gekommen. Es stimmt wirklich, er schmeckt fantastisch; egal, wie er “produziert” wurde!!!!

  54. 54

    Toller Artikel, könnte von einem GUTEN Werbe-Profi sein ;-)

    Mal generell, es hat doch jeder das Recht, seine eigene Meinung zu diesem Kaffee zu haben >:-) Aber auch die Kritiker, die Kopi Luwak gern abfällig als ‘Katzenkackekaffee’ bezeichnen, sollten den Liebhabern dieser Spezialität deren kleinen Spleen nicht vergällen und vielleicht, statt mit Ignoranz zu glänzen, eher mit einem kleinen Augenzwinkern zuschauen, wie durch Genuss eines Schlückchen Luxus die Steuerkasse etwas aufgebessert wird ;-)

    An die Skeptiker:

    - Der Kaffee ist gesundheitlich, unabhängig Labor geprüft, wirklich absolut unbedenklich.

    - Igittigitt? Ei, Ei… wo kommt DAS denn her? Oder der süße Honig? Und so manche Wurst kommt ohne Kunstpelle auf den Tisch ;-) Und einige beliebte Nahrungsmittel würden ohne Parasiten gar nicht…

    - Es stimmt, dass mancherorts Musangs in Käfighaltung mit Kaffeekirschen gefüttert werden, um die Produktionsmengen zu erhöhen; es stimmt auch, dass der Erfolg zweifelhaft ist, da die Käfighaltung sehr problematisch ist; der bessere Weg wurde z. B. von unseren Partnern beschritten, die in ihren ‘Kaffee-Gärten’ bzw. Plantagen die Musang Populationen durch Einsetzen von Zuchttieren entsprechend erhöhen konnten.

    - Es gibt Fälschungen und Streckungen, aber diese sind verlässlich überprüfbar, spätestens, seit Massimo Marcone von der University of Guelph in der Provinz Ontario durch seine Untersuchungen auf die entsprechenden Fakten gekommen ist; unsere zertifizierten Kopi Luwak Bohnen halten jedem Labortest stand.

    - Die Nass-Fermentation ist nichts Neues; sie sorgt für bemerkenswerte Ergebnisse, – aber Kopi Luwak kommt bei ihr nunmal nicht heraus >:-)
    Übrigens ist auch Kopi Luwak gar nichts Neues! Den Begriff ‘Zibet-Kaffee’ kann man schon sehr weit zurück verfolgen und Oprah Winfrey oder The Bucket List haben nicht einmal dafür gesorgt, dass der Kaffee zu seinem hohen Preis gekommen ist. Im Gegenteil, seine Seltenheit und der daraus resultierende hohe Preis haben für die TV- und Film-Präsenz gesorgt und die folgende erhöhte Nachfrage hat nicht etwa den Preis steigen lassen, sondern zu einer Erhöhung der Produktion und einem stärkeren Konkurrenzkampf geführt, der die Preise erheblich purzeln ließ >:-( Ich selbst habe mich etwa 1990/91 auf meine erste Indonesien-Reise vorbereitet – und bin dabei auch auf den schon damals irre teuren Zibet-Kaffee gestoßen. Nebenbei bemerkt: es ist ganz und gar nicht unnormal, dass viele der ca. 200 Millionen Indonesier nicht viel über Kopi Luwak wissen. Vor der Ära Kohl hat außerhalb von Rheinland-Pfalz ja auch kaum ein Deutscher je etwas von ‘Pfälzer Saumagen’ gehört >;-)

    - Der zurzeit günstigste Kopi Luwak ist inzwischen auch über den top Link (s.o.) nicht mehr für nur 13,- € zu haben; die produzierten ECHTEN Bohnen belaufen sich mengenmäßig selbstverständlich NICHT nur auf 200-230 Kg pro Jahr, auch nicht auf alternativ aufgeführte 500 Kg; wäre es so, dann würden selbst in den USA ‘schlappe’ 1000 USD für ein Kg nicht reichen; der Vergleich mit anderen knappen Gütern ist ja nicht abwegig, und lockere 10tsd € für einen Liter Edelduft, bei schlechter Ernte der Basisblüten oder Hölzer etc. auch gerne mal das doppelte, sind Fakt; auch ein Lamborghini oder ein Bugatti sind nicht umsonst zu haben…

    - Kopi Luwak ist fast immer ganz automatisch ‘fair trade’; auch, wenn die, die die körperlich anstrengendste Arbeit bei der Produktion verrichten, leider einmal mehr den geringsten Anteil am Profit haben.

    - Es ist so Vieles im Leben einfach Geschmackssache, Kopi Luwak MUSS nicht jedem schmecken! Ich für meinen Teil mag diesen Kaffee, kann dagegen aber nicht mit jedem Caviar etwas anfangen. Rolls Royce liefert teure Luxusschlitten, – und die sind zum Teil potthässlich ;-) Bora Bora ist extrem teuer, – ist aber nicht für jeden das einzig wahre Paradies; Aber Bora Bora ist eben Bora Bora, Rolls Royce ist Rolls Royce und Kopi Luwak ist nun einmal Kopi Luwak; Gold mag manch Einem schöner erscheinen, als Platin, aber Platin ist halt seltener ;-)

    Kopi Luwak ist mehr, als eine Ware, – es ist eine Philosophie.

    Und wenn nicht falsch geröstet, falsch gemahlen, falsch gelagert oder falsch gebrüht, dann auch ein Hochgenuss. Für Viele. Nicht für alle.

    Prost Kaffee ;-)

    Noch ein Tipp:
    Kein Kaffeemehl kaufen, sondern Rohkaffee. Die Oberfläche der Bohnen weist Spuren auf, die einen evtl. Betrug verraten. Das Mehl kann bereits an Aroma verloren haben. Das Mehl könnte einen ungewünschten Mahlgrad haben. Die Bohnen selbst rösten und 12-24 Stunden ruhen lassen, dann mahlen und verbrauchen. Beim ersten Kopi Luwak bloß keine dünne Plörre zu sich nehmen, – der Erlebnis-Schaden bzw. das Schadens-Erlebnis könnte fatal sein ;-) Erst einmal pur probieren, dann ggf. mit Zutaten ‘anpassen’. Arabica gilt bei vielen Kopi Luwak Genießern als die bessere Wahl gegenüber Robusta.

    ZELEBRIEREN, nicht nur die trockenen Kekskrümel ‘runterspülen! ;-)

  55. 55
    gerald

    Hallo,
    Schämt Euch, das Zeug ist genauso zu verachten wie Gänsestopfleber… Dabei bin ich kein Vegetarier, ja im Gegensatz zu vielen könnte ich sogar die Tiere töten, die ich esse (mein Vater hatte einen Bauern als Freund und dort waren für uns als Kinder die Schlachtungen ganz natürlich), aber Profitgier damit abzudecken, dass man Tieren das Zeug reinschiebt bis es förmlich hinten wieder rauskommt bis sie daran eingehen, das finde ich abartig.
    Hoffentlich wird der Großteil chemisch nachgestellt wie im Magen der Tiere fermentiert…
    lg
    Gerald

  56. 56
    robert

    hallo,

    ich war vor kurzem bei einem kleinen Familienbetrieb in Sumatra, die organic Kopi Luwak herstellt. Der Unterschied ist, dass der originale organic Kopi Luwak von freien wild lebenden Tieren gewonnen wird und einen deutlich Qualitätsunterschied ausmacht. Die Bohnen werden mit allem anderen was gefressen wird, verdaut. Die Bewegung in freier Natur tut ihr übriges dazu. Nur so werden die Bohnen entsprechend veredelt, was mit alleiniger Fütterung der Kaffeebohnen nicht möglich ist. Man spricht dann von anorganic Kopi Luwak.
    Ich bin am überlegen, in Kürze im Raum München diesen Kaffee von diesem Familienbetrieb zu importieren. Sollten es jetzt schon Interessenten geben, bitte mailen.

    servus
    Robert, soeben im Sumatra

  57. 57

    Die “katastrophalen Bedingungen” unter denen die Tiere gehalten werden, ändern doch nichts am Geschmack des Kaffees?

  58. 58

    @Manuel: Habe den Kommentar gelöscht, war nur Spam.

  59. 59

    @Johnny Haeusler: Ah, ach so – dann kannste meinen auch gerne löschen, das ist i.o. :-)

  60. 60
    Hape Etzold

    @robert: Hätte Interesse an dem organic Kopi Luwak. Verkaufts Du ihn selbst oder kannst Du mir die Adresse der Kooperative nennen?
    Wäre Dir sehr dankbar für ne kurze Info
    Liebe Grüße
    Hape

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