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Marc Singer: Dark Days

dark days

Frühjahr 1994, vier Uhr morgens. Ich sitze im 7A in New York und versuche die Kellnerin zu beeindrucken, indem ich Texte in ein Notizbuch schreibe und ab und zu gedankenversunken aus dem Fenster auf die nächtliche Straße schaue. Dorthin, wo sich plötzlich ein Gullideckel beiseite schiebt und ein Mann aus der Kanalisation klettert.

“Ja ja, ich weiß”, antwortet die Kellnerin auf mein Ausnutzen dieser Steilvorlage für eine Gesprächsanbahnung. “Der wohnt da unten. Viele wohnen da unten. Nichts besonderes!”

“Dark Days”, ein Dokumentarfilm von Marc Singer aus dem Jahr 2000, zeigt die Menschen, die New Yorks Untergrund bewohnen. Die ersten 10 Minuten gibt es nach dem Klick zu sehen, Links zum ganzen Film folgen ebenfalls.

Live Leak hat den Film in eins, zwei, drei Teilen. Und on-point ist ebenfalls einen Besuch wert.

[via, via]

8 Kommentare

  1. 01
  2. 02

    Tolle Dokumentation!
    …und vielen Dank für die Erwähnung in den Quellen.

  3. 03
  4. 04

    Das ist ein Beispiel dafür, weshalb es sich lohnen kann bei Spreeblick mitzulesen.

  5. 05
    idlesince74

    ach jottchen, die jibts in f.hain auch…

  6. 06
    Irreversibel

    …was das Thema (zumindest wenn es in NYC oder im Ausland stattfindet) automatisch uninteressant macht, oder wie soll man diesen “Einwand” verstehen? Oder ist es für Dich aufgrund der Vorkommnisse in Berlin einfach völlig normal, dass Menschen unter der Erde leben (müssen/wollen)? Na dann mal herzlichen Glückwunsch zur totalen Abgestumpftheit!

    Habe den Film vor ein paar Jahren gesehen. Sehr gut.

  7. 07
    Fette Kette

    Die Doku ist wirklich der Hammer und es ist auch nachvollziehbar, warum die Leute “dort unten” hausen – aber dieses vermeintliche Happy End fand ich schon sehr, sehr strange – wie im gemeinen Hollywood-Streifen: den armen, von der Gesellschaft böse mitgespielten wird ein schönes warmes Heim bereitet?! Ich mein, es wird doch nicht jedem Obdachlosen in NYC, nur weil ihm das Leben und die Welt so übel mitgespielt hat, mal eben eine Wohnung gegeben?! Oder habe ich da einfach irgendwas im dritten Teil nicht richtig mitbekommen?
    Nichtsdestrotrotz: eine großartige Doku über (für mich) unvorstellbare Dinge.

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