12

USA: Facebook beauftragte PR-Unternehmen mit Anti-Google-Kampagne

Ein Mangel an Geschichten rund um bekannte Internet-Giganten herrscht derzeit nun wirklich nicht: Nach dem kürzlichen Bekanntwerden einer jahrelang bestehenden Sicherheitslücke in der Facebook-API für App-Anbieter hat “Fake Steve Jobs” Dan Lyons nun für The Daily Beast eine, wie er es nennt, “Schmieren-Attacke” von Facebook gegen Google aufgedeckt.

Nur nach und nach – und nach einem vorwurfsvollen Artikel bei USA Today – gab Facebook dabei zu, den PR-Giganten Burson-Marsteller damit beauftragt zu haben, Artikel in großen Medien und Blogs zu lancieren, die Google ein Eindringen in die Privatsphäre der Nutzer unterstellen sollten. Als ein bekannter US-Blogger das Anliegen von Burson-Marsteller ablehnte und veröffentlichte, kam die Sache ins Rollen und die Suche nach dem Auftraggeber begann. Dass er “Facebook” heißt, steht nun fest.

Dass sich Facebook durch geplante und bei Google anscheinend sehr hoch priorisierte Google-Aktivitäten im Social-Media-Bereich bedroht fühlt, ist kein Geheimnis, dass sich das Unternehmen jedoch zu solchen Maßnahmen hinreißen lässt, wird als äußerst peinlich bewertet. Die beiden mit der Kampagne beauftragten Burson-Marsteller-Mitarbeiter, der ehemalige CNBC-Reporter Jim Goldman und der ehemalige Politjournalist John Mercurio, sollten sich dabei auf den Google-Service “Social Circle” konzentrieren, der die sozialen (Netz-)Verbindungen eines Google-Nutzers mit Anderen auch über Google hinaus anzeigt – zum Beispiel via Facebook. Die PR-Fachleute sollten dafür sorgen, dass Medien dies als schweren Eingriff in die Privatsphäre der Google-Nutzer interpretieren, um das Ansehen des Such- und Werbegiganten in der Öffentlichkeit zu schwächen. Dass es Facebook dabei eher um den eigenen Unmut wegen der Verwendung von Facebook-Daten durch Google (und um einiges mehr ging), darf vermutet werden.

I live by the river!- Werbung in eigener Sache -
Es gibt das Spreeblick-eBook "I live by the river!" mit 15 Krachern der Unterhaltungsliteratur für lächerliche 99 Cent bei Amazon, Beam und als iBook in iTunes! Infos dazu gibt es auch hier.
- Ende der Werbung in eigener Sache -

12 Kommentare

  1. 01
    Insider

    Auch im Auftrag von Microsoft ist Burson-Marsteller dabei, am Image von Google zu kratzen.

  2. 02

    dachte was datenschutz angeht, ist bei google der lack schon ab.

  3. 03

    @Insider: Falls es dazu mehr Info gibt: johnny at spreeblick.com. Danke!

  4. 04

    Apple hat John Gruber dafür beauftragt, Fanboys zu züchten.

  5. 05

    Peinlich, wenn aufgedeckt! Es ist jedoch davon auszugehen, dass keines der großen IT-Unternehmen nur mit fairen Mitteln um Marktanteile kämpft.

  6. 06

    3 Gründe, warum die PR-Abteilung von Facebook versagt hat: http://bit.ly/jX5pEB

  7. 07
    Lim

    Die Zeit des offenen Internets geht eh ihrem Ende entgegen. In maximal 10 Jahren wird das gesamte Netz zwei oder drei großen Firmen gehören, die dann über alles entscheiden können, was passiert.
    Von daher sind solche Spielchen nur Kleinigkeiten, verglichen damit, was auf uns zukommt.

Diesen Artikel kommentieren