Das kann man den Franzosen gar nicht hoch genug anrechnen, dass sie uns in musikalisch schwerigen Zeiten wie diesen beistehen, und ebenfalls wie blöde Tokio Hotel-Tonträger aus dem Fnac nach Hause tragen. Der eingetretene Bündnisfall hatte eine sofort spürbare Entspannung auf den hiesigen Boulevards zur Folge. Zeit sich bei unseren Nachbarn zu bedanken. Reparationszahlungen können an Renan Luce geleistet werden. Georges Brassens wäre stolz auf den kleinen Räuber: Read on, my dear…
Archiv
Unglaubliche Reise in einer verrückten Reihe von Röhren
Es war ein typischer Berliner Frühherbsttag. Die Vögel zwitscherten mangels Existenz nicht, der zarte Tyrannengesang von Kindern, die ihre Eltern maßregelten, wehte aus der Ferne heran und ich beschloss, in die Reihe von Röhren einzusteigen.
Darkly dreaming Dexter
Dexter. Die (US-)Serie sollte ein klassischer Geheimtipp sein. Bis auf eine exklusive Pay-TV-Ausstrahlung wurde Dexter hierzulande nicht weiter veröffentlicht. Premiere hat im Frühjahr die erste Staffel relativ schnell weggesendet, die dritte lief gestern abend in den Staaten an und die zweite steckt wahrscheinlich irgendwo in der Mitte fest. Folglich gab es in den etablierten Medien auch keine Berichterstattung. Ohne Rezensionsexemplar keine Rezension. Und dennoch, sieht man sich einmal in der Schattenwelt um, hat irgendwie jeder bereits die Geschichte um das dunkle Geheimnis des Blutforensikers Dexter Morgan (gespielt von Six Feet Under-Star Michael C. Hall) gesehen.
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Tina Fey als Sarah Palin
Die wunderbare Tina Fey, Erfinderin und Hauptdarstellerin von 30 Rock in ihrer neuen Traumrolle als Sarah Palin.
Wahl im Freistaat: Expertengespräch
Wahl in Bayern: Shakespeareske Einbußen bei der CSU (“Was bleibt, wenns dicke kommt“), prometheushafter Aufstieg der Grünen, der FDP und der Freien Wähler, irgendwas mit Werner bei der SPD (“Nicht gut“) und die Linke macht auf Kerkeling (“Ich bin dann mal irgendwo ganz anders, weiter oben zum Beispiel“). Mich lässt das ratlos zurück, also greife ich zum Telefon: Expertengespräch.
Popgun! 38 The Muslims - Rock the Casbah
1965, die Beatles waren gerade dabei die USA mit wehenden Haaren im Sturm zu erobern, entwickelten zwei deutsche Kunststudenten für eine kleine Beat-Band, eine handvoll Ex-GIs, soetwas wie eine konterrevolutionäre Corporate Identity. Vom Artwork über Auftritt, Kleidung und Frisur wurden die Fünf komplett neu uniformiert. Das auffälligste phänotypische Merkmal und gleichzeitig Tippgeber für den Bandnamen war dabei die damals fürs politische Selbstempfinden so wichtige Frisur. Allen Fünf wurde aus dem Scheitel die Tonsur heraus rasiert. Konsequenterweise nannten sich die komplett schwarz gekleidenten Jungs fortan The Monks. Read on, my dear…
Paul Newman ist tot
Der große Paul Newman ist gestern verstorben.
Nachrufe bei Spiegel Online, FAZ, SZ, FFF, IMDB, Handelsblatt …
Rechte Links
„Was ist links, Harry Rowohlt?“ - „Keine Ahnung.“
„Sind Sie links?“ - „Ja.“
Harry Rowohlt hat dieses Interview vor drei Jahren der taz gegeben. Und mit seiner hierzulande seltenen, da meist eher dem angelsächsischen Raum zugeordneten Mischung aus freundlicher Arroganz und Single-Malt-Humor zwei Dinge klargestellt: Die erste Frage ist bescheuert. Und die zweite auch.
Bloggen mit dem iPhone
Eine Zeitlang habe ich bei Spreeblick mit Blogeinträgen von unterwegs rumgespielt, die sich meist auf das Posten von Fotos beschränkten – wir hatten ja damals noch kein Twitter, und längere Texte auf einem Handy zu tippen ist trotz T9 kein Vergnügen.
Die Software-Tastatur des iPhones mag nun ebenfalls keine Lösung für den nächsten ersten Roman sein, lässt aber ein vergleichsweise flüssiges Schreiben zu, so dass dem kurzen Blog-Eintrag während irgendeiner Wartezeit eigentlich nichts mehr im Weg stehen müsste, wären da nicht ein paar Hemmschwellen. Diese lassen sich jedoch leicht überspringen: Mit einem Klick.
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Titelschutzbeantragung
Unsere Buchbesprechung zum neuen Werk von Kathrin Passig und Sascha Lobo, „Dinge geregelt kriegen (ohne einen Funken Selbstdisziplin)“, wird den Titel „Wie man ein Kochbuch schreibt (ohne ein Rezept zu haben)“ tragen.
Der Artikel selbst wird wahrscheinlich auch erscheinen, aber für den Titel melden wir hiermit schonmal Titelschutz an, bevor die Süddeutsche auf die gleiche Idee kommt (wobei die ja zumindest online mittlerweile BILD-Niveau erreicht haben, doch dazu an anderer Stelle mal mehr, wahrscheinlich).
Das Buch ist übrigens sehr unterhaltsam, soviel soll schonmal verraten sein. Es gibt auch eine Internetseite dazu.
Hinweis: Sascha Lobo arbeitet mit uns zusammen, Kathrin Passig haben wir einmal gesehen und „Hallo“ gesagt und dabei gelächelt.
Wir sind null Prozent
Quelle: Onlinestudie 2008 von ARD und ZDF (pdf)
Teil einer täglichen Surfroutine sein: Das wäre schon was. Die tägliche Surfroutine des gemeinen Onliners (lateinisch: Bos qliceri) jedoch beinhaltet der ARD/ZDF-Online-Studie 2008 zufolge nicht das Verweilen auf Web-2.0-Angeboten. Weblogs kommen nicht von der Stelle, ihre Akzeptanz ist wieder auf das Niveau von 2006 gesunken und das Hauptproblem: Leser vertrauen Weblogs nicht. „Nur 29% halten die auf Weblogs verbreiteten Informationen für glaubwürdig.“
Gratis-Sampler von Wichita Recordings
Wichita Recordings haut 15 Gratis-Tracks raus, darunter Songs von meinen Lieblingen Los Campesinos!, Les Savy Fav und Peter Bjorn & John. Hier die Tracklist:
One Man AC/DC-Coverband
Dieser junge Mann heisst nicht Jack White, singt aber wie er und spielt Drums wie dessen Schwester Meg. Back in Black, nach dem Dingens.
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Contra pro Köln
Er war ein voller Erfolg, der Anti-Islamisierungskongress, denn er fand nicht statt. Was an Bildern übrig bleibt vom letzten Wochenende: auf dem Rhein entlangtuckernde Teilnehmer, die sich nach dem Ausflug auf improvisierten Pressekonferenzen ein Lächeln aus dem Gesicht wringen müssen. Ein paar verirrte Gestalten vor leeren Bühnen auf dem Heumarkt. Und eine Diskussion über Meinungsfreiheit in Deutschland.
Angela Merkel bekommt eine extreme Photoshop-Behandlung
Politikberater sagen ja immer „Wahre Schönheit kommt vom Spinnen“ (Entschuldigung), aber es gibt da noch einen weiteren Weg, herrlich auszusehen. Martin Mißfeldt ist Künstler und Photoshop-Superheld und er führt an Angela Merkel vor, dass sich heute niemand mehr operieren lassen muss.
(Nachdem ich gerügt worden bin, dass ich bei dem Wario-Post die Überraschung vorweggenommen habe, sage ich jetzt nur): Das Startbild nimmt die Überraschung vorweg, aber das Video ist immer noch großartig, denn der Weg ist ja schon viel.
Der Maulwurf aus diesem Internet
Gestern Abend war der sympathische und wirklich witzige Puppenspieler und Entertainer René Marik, dessen Erfolg eine kleine Sensation ist, wenn man bedenkt, dass sich sein Humor abseits von schlüpfrigen Altherrenwitzen bewegt, zu Gast bei TV total. (Man könnte denken, ein Maulwurf mit Sprachfehler wäre nicht besonders weit von Wadehadedudeda entfernt, aber man läge falsch.) Interessant zu beobachten war dabei besonders Raabs Umgang mit diesem Internet, von dem jetzt alle reden.
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Raum lassen in Manhattan
Ich habe keinerlei Ahnung von Bildkomposition, weder in der Fotografie noch im Film. Sicher gefallen mir gerade deswegen verständliche Beispiele wie die von Stuart Immonen so gut:
[via]
Vorratsdatenspeicherung: Jetzt noch verfassungswidriger
Das Verwaltungsgericht Berlin hat dem Bundesverfassungsgericht die Klage eines Telekommunikationsunternehmens zur Entscheidung vorgelegt, da es die Meinung vertritt, der Zwang zur Übernahme der Kosten der Vorratsdatenspeicherung verstoße gegen das Grundrecht des Unternehmens auf freie Berufsausübung und auf das auf Eigentum am eingerichteten und ausgeübten Gewerbebetrieb.
Darüber hinaus befreite das Gericht das Unternehmen bis auf Weiteres von der Pflicht zur Umsetzung der zur Vorratsdatenspeicherung notwendigen Maßnahmen.
Bedeutet vermutlich: Statt über den Umweg von Gebührenerhöhungen muss man jetzt seine eigene Überwachung per Steuern bezahlen.
Mehr zur Vorratsdatenspeicherung auf Spreeblick.
Das Google-Phone
Heute Abend um 19 Uhr wird Jetzt grade stellt T-Online das HTC G1/Dream vor, das als erstes mit Googles Betriebssystem für Handys kommt – Android. Die Gerüchteküche brodelt (One-click Google search and easy access to all Google Applications - Quick and easy access to the Internet in one click, Gmail account required to sign in and use), das Ding kommt mit MP3-Downloads aus dem Amazon-Store und soll tatsächlich „nur“ 199 Dollar kosten, was es natürlich zum direkten iPhone-Konkurrenten macht. Für mich allerdings noch viel interessanter: Das Handy wird mit der Fähigkeit zu Augmented Reality ausgestattet sein.
Wario zerlegt Youtube
In den 90ern habe ich nächtelang zitternd nicht aufhören können, meine Konsole zu bespielen. Zitternd, weil ich leider immer Verpackungsbeilagen lese und somit wahrscheinlich der einzige Mensch bin, der fest damit gerechnet hat, dass ihn bei Tekken irgendwann einmal der Schlag trifft. (Zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass meine Hauptkonsolenzeit war, als gerade in Japan eine Legion japanischer Schulkinder epileptische Anfälle von Pokémon bekommen hatte). Dieses Video übertrifft allerdings selbst meine damaligen Erwartungen an durch Videospiele angerichtete Schäden.
Hinweis: Wir haben mal für Nintendo gearbeitet.
Search Engine Battle Rap
Yahoo vs Google nach dem Klick, MSN vs Yahoo und MSN vs Google auf der Website. Die Macher dieser, ähm, Battlerapvideos arbeiten übrigens an einer Rockumentary namens „Spaceship Excellent“. Ich habe bei all dem keine Ahnung, worum es wirklich geht, aber es ist schick, auf so ‘ne Art.
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Mikrokultur Festival
Die Popkomm kommt. Immer näher. Und weil bei all den Konzerten und Bands - die Popkomm spricht von über 2.000 Bewerbern - schnell der Überblick dahin ist, empfehlen wir guten Gewissens gleich einen ganzen Abend. Das Mikrokultur-Festival. Read on, my dear…
Colors
Johnny hatte neulich schon das Projekt „Burble“ der Haque Designwissenschaftler ausgegraben, die machen aber noch viel mehr von diesem Zeugs. Nach dem Klick ein Video von einer Farbwolke, die durch Interaktion mit Festivalbesuchern gesteuert wird.
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Gossip
Ich bin wahnsinnig neugierig. Ich sauge Beziehungsdramen in mich auf und Familiengeschichten und ich muss Leute nur fünf Minuten kennen, um in sie reinzukriechen wie Kai Diekmann in ein gerade freigewordenes Rektum. Ich will alles wissen. Für Promi-News gilt das nicht.
Jake the Rapper
Jake liebt Dich und alle lieben derzeit irgendwie Jake den Rapper. Jake berserkt auf der Bühne und bricht lässig mit den stereotypischen Erwartungen an einen Electroirgendwas-DJ. Read on, my dear…
Popgun! 37 beim Berg des Propheten
Mit etwas Verspätung Neues von TV On The Radio (Foto), The Long Blondes, Cold War Kids, Dan Le Sac VS Scroobius Pip und Elbow. Read on, my dear…
Neues Oasis-Album “out on the streets”
Vielleicht war der Schubser doch etwas doller, jedenfalls lassen Oasis die Songs ihres neuen Albums „Dig Out Your Soul“ von anderen Musikern spielen – nur als PR-Gag, natürlich. 15 Straßenmusiker spielten am 12. September drei neue Songs der Gallaghers auf den Straßen von New York.
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