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David Bowie (1947 – 2016)

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Und dann vermischen sich beim morgendlichen Duschen die Tränen mit Wasser und fließen den ganzen Körper entlang. Es fühlt sich immer auch etwas seltsam an, wenn man um einen Menschen trauert, den man nicht persönlich kannte, der Verstand bemüht sich um Realismus und Relativierung, doch der Körper gibt nach und zeigt, wie wichtig das Werk dieses Menschen für einen selbst war und ist.

Es ist zum Heulen. Die kulturellen Refugien, die letzten gebliebenen Konstanten, die verschwinden, nie waren sie wertvoller als in einer Welt, die um einen herum durchzudrehen und nur noch hässliche Gesichter zu kennen scheint.

Das Gute an Künstlerinnen und Künstlern ist: Sie sind unsterblich.
Und trotzdem leben wir jetzt in einer Welt ohne David Bowie, und das ist sehr traurig.

Hier gibt es einen tollen Nachruf von Marc Krebs zu lesen.
Unser Beileid geht an seine Familie und an Freundinnen und Freunde.

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Komm doch, 2016!

Ich bin unsicher, wie ich das Jahr 2015 rückblickend bewerten soll. Dabei war es in persönlicher Hinsicht ein gutes! Die Familie ist gesund, größere Probleme gab es nicht, es geht uns gut. Und beruflich bleibt alles spannend, meine Radiosendung macht Spaß und ist erfolgreich, ähnlich läuft es mit meinen WIRED-Kolumnen; die re:publica steht vor der zehnten Ausgabe, und mit der TINCON haben Tanja und ich (seit kurzem auch mit kleinem Team) das nächste große Projekt gestartet: Einen gemeinnützigen Verein, der u.a. vom 27.-29. Mai 2016 in Berlin eine Konferenz allein für Teenager durchführen wird. Natürlich wird es auch hierbei um digitale Themen gehen.

Der Blick in die Welt allerdings vereitelt das entspannte Lächeln etwas. Mit Pegida und der AfD hat Hässlichkeit in Deutschland ein neues Gesicht bekommen, Brandstiftungen gegen Flüchtlingsunterkünfte, Gewalt gegen hilfesuchende Menschen und hasserfüllte Postings in den sozialen Netzwerken belegen, dass Menschen sich nicht dafür schämen, sondern sich auch noch gegenseitig dafür feiern, wenn sie sich als Rechtsextreme, Gewalttäter und Rassistinnen und Rassisten zeigen.

Das Leid unserer Nachbarn zeigt sich durch vor Kriegen Geflüchtete direkt vor unserer Haustür, und wären da nicht die vielen Helferinnen und Helfer, die vielen hilfsbereiten Menschen, die glücklicherweise das Land auch auf internationaler Ebene viel mehr prägen als die Hasskappen, dann könnte man den Glauben an die Menschlichkeit verlieren.

Und wer hätte gedacht, dass ich einmal froh bin über eine Kanzlerin Merkel, deren Worte sich klar gegen Rechts, gegen den Hass stellen, und die Hilfsbereitschaft zurecht zur ersten Bürgerpflicht ausgerufen hat. Ob es bei der Kanzlerin reine Empathie ist oder das Wissen, dass es auch die westliche Politik der letzten Jahrzehnte ist, die eine Mitschuld an den aktuellen Zuständen trägt, weiß ich nicht, es ist mir aber in diesem Fall egal.

Und dann ist da noch die Trauer um all diejenigen auf der ganzen Welt, die Opfer von brutalen Anschlägen wurden, für die mir die Worte fehlen und die mein Verstand niemals bewältigen kann.

Die Welt ist nicht okay, leider. Und sie wird es auch 2016 nicht werden. Ich wünsche euch und uns dennoch und deshalb, dass jede und jeder von uns es schafft, ein klitzekleiner Teil einer Lösung gegen Hass, Krieg, Gewalt und Ignoranz zu sein. Ein Lächeln, ein eigenes Projekt, ein Widerspruch in der Kneipe und im Netz – es braucht nicht viel um zu zeigen, dass Schluss ist mit Zynismus und Ironie und Wegschauen, dass es Zeit für klare Haltung ist.

Es gibt keinen anderen Weg in eine bessere Welt als den gemeinsamen.
Wir müssen nur losgehen.

Auf ein gutes, tolles, friedliches und gesundes 2016 für alle!

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John Bradbury (1953 – 2015)

Leider gibt es noch eine traurige Nachricht aus der Musikwelt. John Bradbury, der Schlagzeuger der Specials, ist heute im Alter von 62 Jahren verstorben. Das haut mich ganz besonders um, weil der Mann noch bis vor kurzer Zeit bei den Gigs der Specials wie ein junger Gott trommelte und absolut fit wirkte, wie man hier sehen kann:

Das ist sehr traurig.
Unser Beileid geht an Brads Familie und Freunde.

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Lemmy Kilmister (1945 – 2015)

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Bildquelle

Nun ist er tot. Lemmy Kilmister verstarb am 28.12.2015 an einem „extrem aggressiven“ Krebs, von dem er zwei Tage zuvor erfahren hatte.

Mit ihm geht ein Stück Musikgeschichte, die größer als das Leben war. Das hoch hängende Mikrofon, der für einen Metal-Bassisten äußerst untypische Rickenbacker-Bass, das Outfit, die Stimme, die Warzen, das von Sex, Drogen und Alkohol geprägte Dasein und – natürlich – die Musik von Motörhead machten den Mann zu einer Ikone für das, was nur wenige Menschen längere Zeit durchhalten: Das Leben nach eigenen Regeln und mit dem konstant ausgestreckten Mittelfinger Richtung Establishment.

Unser Beileid geht an seine Familie und seine Freunde.
Und an den Rock’n’Roll.

Ich wurde darauf hingewiesen, dass Motörhead eigentlich keine Metal-Band sind, sondern purer, harter Rock’n’Roll. Das stimmt. Insofern passt dann ein Rickenbacker-Bass irgendwie doch.

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Frohe Feiertage

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Wir wünschen euch und uns allen entspannte und vor allem friedliche und gesunde Feiertage!

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Adventskalender 2015 – Tag 24

Wie im vergangenen Jahr wird euch auch 2015 der Spreeblick-Adventskalender begleiten, Johannes legt sich ins Zeug und präsentiert grandiose oder mindestens bemerkenswerte Perlen der deutschsprachigen Popkultur. Alle Einträge für 2015 sind hier zu finden.

Es ist der 24.12.: Heute gibt es Geschenke, und da ist deren Garantiezeit in den kommenden Wochen gegebenenfalls von Bedeutung – Mary Roos nimmt dieses Zusicherung zum Anlass und singt hier sogar von „Liebe mit Garantie“.


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Adventskalender 2015 – Tag 23

Wie im vergangenen Jahr wird euch auch 2015 der Spreeblick-Adventskalender begleiten, Johannes legt sich ins Zeug und präsentiert grandiose oder mindestens bemerkenswerte Perlen der deutschsprachigen Popkultur. Alle Einträge für 2015 sind hier zu finden.

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„Tirez sur le Stromguitariste“ hieß es am 13.11. im Bataclan, als drei fanatische Irre das Konzert der Eagles of Death Metal stürmten, 89 Konzertbesucher ermordeten und viele weitere verletzten – laut dem Bekennerschreiben der verantwortlichen Terrororganisation ist das Konzert im Bataclan Ziel des Anschlags gewesen, weil sich dort „hunderte Götzendiener in einer perversen Feier versammelt“ hätten…
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Adventskalender 2015 – Tag 22

Wie im vergangenen Jahr wird euch auch 2015 der Spreeblick-Adventskalender begleiten, Johannes legt sich ins Zeug und präsentiert grandiose oder mindestens bemerkenswerte Perlen der deutschsprachigen Popkultur. Alle Einträge für 2015 sind hier zu finden.

Holla, heute habe ich es durch die Arbeit im Büro und zugunsten eines wunderbaren Kinobesuchs verpasst, das Kalendertürchen rechtzeitig vorzubereiten, und da frage ich mich natürlich: ist es nicht zu spät?


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Gute Gaben 2015 – Geschenketipps [Update]

Das Einzige, was wir uns wirklich wünschen, ist Gesundheit, Frieden und ein Dach überm Kopf für alle. Und dann noch Respekt und Freundlichkeit. Und gutes Essen, gute Musik, gute Getränke.

Andere, vielleicht weniger wichtige, aber auch schöne Dinge zu verschenken bringt jedoch ebenfalls Freude, weshalb es auch in diesem Jahr die Spreeblick-Geschenketipps gibt, wenn auch etwas eingeschränkt, dafür aber wie immer kurz vor Schluss (wobei man ja auch außerhalb vorgegebener Feierzeiten schenken kann).

Unsere Vorschläge aus den letzten Jahren (2008, 2009, 2010, 2011, 2012, 2013, 2014) sind natürlich auch noch gültige Empfehlungen.

Und weil das mit dem Dach überm Kopf gerade für viele Menschen, die neu in Deutschland sind, nicht wirklich gut läuft, gehen sämtliche Einnahmen aus den Partner-Links und flattr-Klicks bei diesem und den anderen Dezember-Posts auf Spreeblick an Akinda, die sich um ehrenamtliche Vormünder für unbegleitete minderjährige Geflüchtete kümmern.
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Adventskalender 2015 – Tag 21

Wie im vergangenen Jahr wird euch auch 2015 der Spreeblick-Adventskalender begleiten, Johannes legt sich ins Zeug und präsentiert grandiose oder mindestens bemerkenswerte Perlen der deutschsprachigen Popkultur. Alle Einträge für 2015 sind hier zu finden.

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Gestern vor einem Monat haben wir bei uns einen 14. Geburtstag gefeiert, und hätte mir nicht das brandaktuelle Kampflied gegen die Gentrifizierung (wir versuchen nämlich gerade, uns von Kreuzberg nicht ausspucken zu lassen…) einen Strich durch die Zeitrechnung gemacht, dann hätte Michael Schanze schon gestern sein „Mädchen im Spiegel“ zum Besten geben können.
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Adventskalender 2015 – Tag 20

Wie im vergangenen Jahr wird euch auch 2015 der Spreeblick-Adventskalender begleiten, Johannes legt sich ins Zeug und präsentiert grandiose oder mindestens bemerkenswerte Perlen der deutschsprachigen Popkultur. Alle Einträge für 2015 sind hier zu finden.

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Heute gibt es für alle Reihenhausgirls und Kleinstadtboys zum 4. Advent einen mal ganz aktuellen Titel von Bernd Begemann: Aus dem In-Viertel vertrieben zu werden ist zwar ein Kindergeburtstag verglichen mit der Flucht aus einem Kriegsgebiet, trotzdem schön, wenn es dazu wütende Lieder gibt, und umso besser, wenn sie dann auch noch so treibend geraten!
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Adventskalender 2015 – Tag 19

Wie im vergangenen Jahr wird euch auch 2015 der Spreeblick-Adventskalender begleiten, Johannes legt sich ins Zeug und präsentiert grandiose oder mindestens bemerkenswerte Perlen der deutschsprachigen Popkultur. Alle Einträge für 2015 sind hier zu finden.

Und weiter geht es mit Liedern zum Thema Fremde und Migration, heute mit Peter Kohlhuber, 1942 im tschechischen Ostrava (seinerzeit noch Ostrau in Böhmen und Mähren) geboren, dann in der Nähe von München, also eben auch in der Fremde aufgewachsen, ein ganz klein wenig schöinster Zungenschlag hat er aber offenbar beibehalten:


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Adventskalender 2015 – Tag 18

Wie im vergangenen Jahr wird euch auch 2015 der Spreeblick-Adventskalender begleiten, Johannes legt sich ins Zeug und präsentiert grandiose oder mindestens bemerkenswerte Perlen der deutschsprachigen Popkultur. Alle Einträge für 2015 sind hier zu finden.


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Adventskalender 2015 – Tag 17

Wie im vergangenen Jahr wird euch auch 2015 der Spreeblick-Adventskalender begleiten, Johannes legt sich ins Zeug und präsentiert grandiose oder mindestens bemerkenswerte Perlen der deutschsprachigen Popkultur. Alle Einträge für 2015 sind hier zu finden.

Heute ist es etwas spät geworden mit dem Kalender, aber ich nehme jetzt das Thema „Migration“ wieder auf und lasse Georges Moustaki davon singen, wie man sich so in der Fremde fühlt.
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Star Wars: The Force Awakens – und das Patriarchat geht unter

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Heiß ersehnt, hart bespoilert, überall beworben: Star Wars VII läuft an und alles was sich nur halbwegs für das Jedi-Universum erwärmen kann, ist schon ganz aufgeregt und in den Startlöchern für eine vorweihnachtliche Kino-Überraschung. Überraschung?
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Adventskalender 2015 – Tag 16

Wie im vergangenen Jahr wird euch auch 2015 der Spreeblick-Adventskalender begleiten, Johannes legt sich ins Zeug und präsentiert grandiose oder mindestens bemerkenswerte Perlen der deutschsprachigen Popkultur. Alle Einträge für 2015 sind hier zu finden.

gustav

Es ist Mittwoch, 16.12.2015 um 0:50, und ich komme gerade vom Trash-Julklub der Liedertafel Bianca Castafiore heim, mit einer Krups Trockenhaube „Solitair“, einer Voodoopuppe und zwei Eierwärmern im Gepäck, fantastisch, da fühle ich mich 1a aufgehoben!
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Adventskalender 2015 – Tag 15

Wie im vergangenen Jahr wird euch auch 2015 der Spreeblick-Adventskalender begleiten, Johannes legt sich ins Zeug und präsentiert grandiose oder mindestens bemerkenswerte Perlen der deutschsprachigen Popkultur. Alle Einträge für 2015 sind hier zu finden.

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Heute am 15.12. hat Stephan Geburtstag – Alles Gute! – und Andreas Dorau gibt nun den Abschluss der doch unerwartet umfangreich geratenen Telefonserie – mit seiner Miniatur von 1995 über das Freizeichen im Telefon.
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Adventskalender 2015 – Tag 14

Wie im vergangenen Jahr wird euch auch 2015 der Spreeblick-Adventskalender begleiten, Johannes legt sich ins Zeug und präsentiert grandiose oder mindestens bemerkenswerte Perlen der deutschsprachigen Popkultur. Alle Einträge für 2015 sind hier zu finden.

Heute kommen wir zurück zu den Braunschweigern um Thomas Ruhstorfer, und zu seinem Anruf bei Martina Knorr unter der Nummer 118 – so lautete 1983 die Nummer der Telefonauskunft. Und wer sich fragt, wie die damaligen Mitarbeiter (meistens Mitarbeiterinnen) damals vor Einführung der Computertechnik bei der Bundespost eigentlich die gesuchten Nummern so schnell herausfinden konnten, ohne minutenlang Telefonbücher wälzen zu müssen: in den 80er Jahren arbeitete man noch mit den bewährten Mikrofiches, hier ein Bild von so einem Traumarbeitsplatz:
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Gute Gaben 2015 – Die Spreeblick-Geschenketipps (mit Verlosung)

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Wie immer sind wir knapp dran mit unseren Geschenketipps (und auch mit den eigenen Einkäufen, aber wir haben den Kindern schon gesagt, dass es dieses Jahr eh nix gibt, haha), doch die Vorschläge aus den letzten Jahren (2008, 2009, 2010, 2011, 2012, 2013, 2014) sind ja immer noch gültige Empfehlungen. Wir starten in diesem Jahr nicht mit einer Liste, sondern mit einem einzelnen Produkt, denn an dieses ist eine Verlosung gekoppelt und wir möchten den Gewinnerinnen oder Gewinnern ihr Geschenk gerne noch zum Fest zukommen lassen. Details findet ihr ganz unten im Artikel.

Und noch ein Hinweis: Einige der Produkt-Links sind Partnerlinks, für die wir eine Provision erhalten, in diesem Jahr gehen sämtliche Einnahmen aus diesen Links und auch flattr-Klicks für diesen und folgende Weihnachtsartikel an die Initiative Moabit hilft, um ehrenamtliche Flüchtlingshilfe zu unterstützen.

Los geht’s. Wir heben ab.
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Adventskalender 2015 – Tag 13

Wie im vergangenen Jahr wird euch auch 2015 der Spreeblick-Adventskalender begleiten, Johannes legt sich ins Zeug und präsentiert grandiose oder mindestens bemerkenswerte Perlen der deutschsprachigen Popkultur. Alle Einträge für 2015 sind hier zu finden.

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Zu Beginn der aktuellen Themenwoche „Telefon“ habe ich ja bereits ganz kurz die schwedischen Geometriemusiker angesprochen (wegen ihres gespiegelten Bandnamens und der viel-seitigen Arrangements…), heute widme ich ihnen aber mal eine ausführliche Würdigung anlässlich ihres wunderbaren Klingeltons „Ring Ring“, den sie eben dankenswerterweise auch auf deutsch eingesungen haben.
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