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Nichtbesitz belastet auch

Beim Ausmüllen meiner vielen Umzugskartons habe ich mich von einigen Dingen getrennt, deren mittlerweile mehrjähriger Aufenthalt in eben diesen Kartons mir signalisierte, dass ich sie nicht wirklich brauche.

Um jemanden damit zu beglücken, der/die sie vielleicht noch verwenden könnte („Super! ‚Photoshop 2.5 für Einsteiger‘ suche ich schon lange!“), landeten ein paar dieser Produkte- blöde Bücher, veraltete Software, überflüssige Elektronik- im Durchgangsbereich des Hauses. Zum Mitnehmen. Falls niemand Interesse zeigen würde, würden die Dinge auf dem Müll landen.

Ich kann den Durchgangsbereich von meinem Schreibtisch aus sehen und war glücklich, dass die kostenlosen Gaben zufriedene Abnehmer fanden. Aber plötzlich musste mich ob der Tatsache, dass ich den Kram ja eigentlich wegschmeißen wollte, dann doch stark darüber verwundern, wie persönlich verletzt ich mich fühlte, als jemand vor meinem irgendwie ja Nochbesitz stand und… lachte.

Spinnt der? Was gibt’s da zu lachen? Und wenn er das so lustig findet, warum nimmt er dann etwas mit, natürlich nicht ohne verächtliche Gesten?

„Gib das sofort wieder her!“, war mein erster Gedanke. Lieber hätte ich es in den Müll geschmissen, als jemandem zu geben, der darüber lacht. über meine damals vermutlich mit viel Herz und Leidenschaft angeschafften (bestimmt vom Mund abgesparten) Dinge lacht man nicht.

So!

1 Kommentar

  1. 01
    tanja

    jaja,
    aber einen tag später lag an dem platz, an dem deine schätze (die du eigentlich deiner kinder erde zu schlucken geben wolltest) nun nicht mehr lagen ein kleiner zettel und auf dem stand: „danke für die schönen sachen!“
    und da ließ dich dein aufkeimendes ökologisches bewußtsein denn doch sanft lächeln!
    war doch so, oder?

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