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Rock on, Münti

Ökonomie (…) kalkuliert die Menschen zwar ein, aber nur in Funktionen: als Größe in der Produktion, als Verbraucher oder als Ware am Arbeitsmarkt. (…) Unsere Kritik gilt der international wachsenden Macht des Kapitals und der totalen Ökonomisierung eines kurzatmigen Profit-Handelns.

Dann lasst mal Taten folgen, Jungs und Mädels.

[Quelle: SpOn, die gesamte Rede hat HCL hier gefunden.]

17 Kommentare

  1. 01

    genau das dachte ich auch.

    und: ich lese in solchen fällen immer gerne auch den original-text.
    siehe da:
    http://www.spd.de/servlet/PB/menu/1009332/1047695.html

  2. 02

    Merci! Da hatte ich auch nachgesehen, aber nix gefunden. Hab’s eingesetzt.

  3. 03

    Tiefgründige Gedanken…ob ihm das nen Kanzlerposten verschafft?

  4. 04
    stefanolix

    Da muss ich sofort an die „Titanic“-Serie vom Kalifen Harun-al-Schrödah und seinem Münt-el-Fering denken :-)
    Bald ist er Kalif anstelle des Kalifen, bei meinem Bart!

  5. 05
  6. 06
    r0ssi

    Münte wärmt das sozialdemokratische Herz, derweil der Kanzler sich in bester neoliberaler Manier vehält (Wer steht wohl hinter Schröders Anti-Embargo-Haltung bzgl. China? Krauss-Maffei? MBB?). Heiße Luft in Wahlkampfzeiten…..

  7. 07

    Ach, die ganze „Die lügen ja immer und alle“-Paranoia geht mir auch langsam auf den Wecker. Ich persönlich halte den Mann für eine der wenigen glaubhaften Figuren in diesem Theater. Und wenn man die ganze Rede liest, muss man feststellen, dass man Wählerstimmen sicher einfacher und populistischer fangen kann.

  8. 08

    Herr Sinn ist Gott und Newton hat die Marktwirtschaft entdeckt.

    Hans-Werner Sinn (ifo):
    Die Entrüstung über die Gesetze des Kapitalismus ist müßig. Auch wenn diese Entrüstung die Fallgesetze beträfe, hätte Gott dafür nur ein müdes Lächeln übrig.

    (http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,351124,00.html)

  9. 09
    the_stephan

    @hcl: das ist genau die haltung, die mich schon als kleiner schisser auf die höchste aller palmen gejagt hat: wenn mein alter herr mir mal wieder die eben nicht gottgegebene, sondern grade aktuell herrschende (und als solche eben auch gewordene & angreifbare – zumindest aber doch anzweifelbare) scheisse als naturgesetz verkaufen wollte und seine – zugegebenermassen ohnmächtige – anbiederung daran als die smarteste aller welthaltungen, herrgottsackra, könnt ich mich schon wieder aufregen.

  10. 10

    Guter Mann, der Franz, kein Zweifel.
    marginale Anmerkung: Bedenklich an der Rede finde ich nur die breitbrüstige Rückbesinnung auf die Flegeljahre der SPD (insbesondere 1918). Die Regierung Ebert mag Frauen das Wahlrecht ermöglicht haben, dafür hat sie auch gleich einer Frau gewaltsam die Stimme entzogen. Das Kapitel Liebknecht/Luxemburg wird ja leider allzu oft unter den historischen Teppich gekehrt. Gehört aber nicht wirklich hierher.

  11. 11

    Ohne dass das jetzt allzu politisch hier ausartet, aber was immer fehlt, ist dann letztlich doch die konkrete Umsetzung mit lang- und vor allem auch mittelfristiger Wirkung. Parallelen zur Bezahlung von Managern werden laut. Erfolgsabhängig? Klar! Aber: wie will man langfristige und strategische Entscheidungen bezahlen? Oder, transferiert auf die Politik: wie soll das „Volk“ erkennen, welche unpopulären Entscheidungen notwendig waren oder nicht? Was man hätte anders machen können? Aber was uns vielleicht in 15 Jahren mal den Arsch dann doch noch rettet? Klar mag das richtig und wichtig sein, aber was nützt es [VIRTUELLER EGOISMUS]MIR, wenn ICH mir hier den Arsch abfriere, keinen Job und kein Geld habe[/VIRTUELLER EGOISMUS]. Die Zukunft ist wichtig, die Gegenwart darf jedoch auch nicht vergessen werden. Hier fehlt es mir momentan etwas in der Politik. Konzepte, die auch mal in zwei Jahren was bewirken. Das ginge nämlich sogar innerhalb einer Legislaturperiode.

  12. 12

    Das Ding is, Müntefering kann den Linken rauskehren so lange er will. Die Politik, die von der SPD gemacht wird, ist letztlich doch eine andere.

  13. 13
    r0ssi

    ganau so isses, das ist doch einzige funktion von münte. das hat ma nix mit paranoia zu tun.

  14. 14
    nico

    ich bin mir sicher, dass die politische realität wesentlich schwieriger aussieht.
    ich mag den mann. das bestätigen auch die berichte der freundin eines freundes, die in seinem team arbeitet und ihn als sehr integer beschreibt. kennt selbst die putzfrau beim namen. mir fehlen mehr von seinem kaliber, dann bewegt sich auch was.

  15. 15

    sobald man so ein grundsatzprogramm auf die stufe von missionStatements und firmenFilosofien stellt (anders sieht das auch ein herr sinn nicht – kann er gar nicht), dann wird das leicht zur unwichtigen wahlkampfge-rede.
    sicher spielen „Die lausigen Umfragewerte für die Wahl zwischen Rhein und Ruhr. “ (spon) durchaus eine rolle und wenn wir im bild bleiben wollen, klingt es auch ein bisschen nach „besinnung auf die kernkompetenzen“.

    aber wenn parteimitglieder ab und zu ihre entscheidungen auf basis solcher grundsätze fällen wäre schon viel gewonnen.
    für einen kapitalisten ist das so, als ob sich ein manager an markenwerten und leitsätzen orientiert. aber. das ist was anderes.

  16. 16

    Was Münte da von sich gegeben hat, ist ja alles gut und schön. Doch Worte allein nützen herzlich wenig. Taten sind gefragt, und zwar gut überlegte und nicht mal eben ein Gesetz wie kalten Stahl schmieden und gleich darauf hinweisen, es könnte ja noch nachgebessert werden. Kalten Stahl schmiedet man einmal – bei weiteren Umformungsprozessen wird er brüchig.
    Wenn ich an den Generationenvertrag (dieser Vertrag wurde ja nie geschlossen) denke, wird mir schwummerig. Meine Mutter, die als „Trümmerfrau“ nach dem Krieg Schutt weggeräumt und Steine geklopft, 4 Kinder in die Welt gesetzt und erzogen hat, gearbeitet wie mein Vater und die „Wohlstandsgesellschaft“ mitbegründet hat, wird mal so ganz locker durch die Medien informiert, dass die (wohlverdiente) Rente, wie im letzten Jahr, auch in diesem Jahr eine Nullrunde einlegt. Ich habe mich auch schon darauf eingestellt, den Eintritt ins Rentenalter verschieben zu müssen, den Vorruhestand habe ich schon abgeschrieben – nicht weil ich einem jüngeren Menschen meinen Arbeitsplatz nicht gönne – nein, weil ich nicht darf; es sei denn, ich nehme erhebliche finanzielle Einbußen inkauf. Kann mir mal jemand erklären, was an unserem Sozialsystem noch sozial ist? Was ist an der „Riester-Rente“ oder an Hartz IV sozial?
    Eine Milchmädchen-Rechnung: wenn jeder Bundesbürger täglich auf einen T€euro zugunsten des Staates verzichten würde, könnte der Staat theoretisch täglich 80.000.000 €uros einnehmen. Der Verzicht würde Arbeitslose und Rentner schmerzen, also zahlen die nix. Dann würden immer noch ca. 55.000.000 Eurostücke täglich in die Kasse fließen. Die Kindergeldbezieher dürfte das nicht allzu sehr belasten (nicht meckern, ich habe selbst noch ein Kind, für das ich Kindergeld „geschenkt“ bekomme). Nun rechnet selbst, ich komme mit soviel Nullen ohne Taschenrechner nicht klar: 55.000.000 X 360 – das ist doch ein erkleckliches Sümmchen/Jahr, mit dem, sinnvoll eingesetzt, sich viel erreichen ließe. Statt dessen werden Mogelpackungen von der Politik verkauft: Steuersenkungen (die Steuerzahler sparen per anno was weiß ich wie viele Milliarden ein) – nur ich merke davon nix, dafür wird z.B. die Energiesteuer erhöht, da werden für teure Euronen Hubschrauber auf Sprayerjagd geschickt, weshalb ich pflichtkrankenversichert bin, frage ich mich, wo ich einen Großteil der Kosten aus dem eigenen Portemonaie zahlen müsste (ich erfreue mich bester Gesundheit) etc. etc. – diese Liste könnte ich endlos weiter schreiben. Und das wird als SOZIAL bezeichnet – ich kanns nicht fassen.

  17. 17

    Na, da kann man dem Herrn doch sagen:
    Selbsterkenntnis (oder hier besser: Erkenntnis des Schaffens der eigenen Partei) ist der erste Schritt zur Besserung.

    Wenn er denn nun noch seinen Chef-Neoliberalen Clement auf die neue Erkenntnislinie brächte und angesichts der benannten Gefahr für die Demokratie auch unseren inzwischen offenkundig zum totalitären Wahn neigenden Bundesinnenminister zur Raison…

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