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Beim Lesen lächeln

Die morgendliche Lektüre der taz hat Spaß gemacht, eher wohlwollende Worte zu Köhlers sonntäglicher Rede, die vermutlich ebenso leicht oder gar leichter zu kritisieren gewesen wäre, lassen auf gute Redaktionslaune schließen, hervorgerufen durch die gelungene Verhinderung der Neonazi-Demo in Berlin und durch die geradezu sensationelle Polizeiansage „Wir danken für ihre Mithilfe!“ an die Gegendemonstranten.

Auch schön im gleichen Zusammenhang: Das Spruchband „Keiner mag euch!“ am Alexanderplatz, welches den Punkt, aber ja auch die Ursache in drei knappen Worten trifft. „Wir haben euch trotzdem lieb!“ wäre zwar etwas länger und zudem massiv gelogen, könnte aber nächstes Mal für dramatische Tränen der Reue sorgen. Na, vielleicht auch nicht.

5 Kommentare

  1. 01

    Hat jemand ein Bild vom Spruchband?

  2. 02

    Willste ne Fotoaktion machen? ;)

  3. 03

    nö, des nicht, aber ich stell mir das grade vor, so bildlich: ein paar tausen fies dreinschauende glatzen unten mit ihren komischen schwarzen flaggen (warum kommen die eigentlich nicht selber drauf, dass sie der dunklen seite der macht verfallen sind? mit den ganzen totenköpfen und so? aber na ja) und obendrüber quer über irgendsoein gebäude: „žkeiner mag euch“, mit grinsekatzen und -katern die aus’m fenster gucken… höhö… gute leistung gestern, ihr berliner ihr!

  4. 04

    Toll, da ist man EINMAL irgendwo, wenn auch was passiert und was ist?!
    Trotzdem keine Zeit!

    Weder für BBerger Tor und die Übertragung der Rede von Bundeshorst, noch für das Nazi-Containment… :-(

    Life’s not fair!

  5. 05
    the_stephan

    ich war dabei gestern, an der brücke unter den linden, wo die polizei die gegendemo angehalten hat (zwischen dom&palast), dann von da an den absperrungen lang bis zum alex etc.
    mein lieblingsspruchband: „nationalstolz – da gibt’S doch was von ratiopharm!“
    ich hatte den eindruck, als wäre das ganze perfekt & minutiös geplant, DAS GANZE, heisst auch: bis zu welcher stelle lassen wir die eratbaren zigtausend gegendemonstranten durch, damit alle was davon haben: die polizei, weil ise 1 guiten job gemacht hat, die nazis, weil sie zumindest angetreten sind und die gegendemonstanten, die sich für ihre tolle blockade feiern können. Will eigentlich nur sagen: alles schön und gut, aber kein so unerwartbarer und spontaner antifa-erfolg, wie er sich in vielen privaten reaktionen darstellt, die ich so höre.
    ich hatte gleich zwei ganz persöbnliche erfolge:

    1. sah ich offenbar verwegen & zeckig genug aus, dass mich die bullerei am hackeschen markt nicht mehr in den sbahnhof lassen wollte – erst als meine freundin sagte „der gehört zu mir, wir wollen nur nach hause“ durften wir dann zum aklex fahren, da aussteigen und erfolgserlebnis 2 kassieren: wir haben echte nazis gesehen und ausgebuht., jawollchen! eine groteske szene: ca. 90 personen unten am ende einer rolltreppe, davon 30 nazis, die ankommen, grimmig gestresst gucken und eben nazimaessig aussehen, 30 normalos, die sie ausbuhen und 30 bullen dazwischen, die auf uns alle aufpassen.
    das war eigentlich das unheimlichste an der ganzen geschichte, dass die faschos in echt (eben nicht im fernseh) VÖLLIG UNSICHTBAR blieben – so gut hatte sie die polizei sortiert, eskortiert, abgeschirmt (und in eigens aufgebauten zelten, die ich aus dem bahnhof sehen konnte, jeden einzelnen nach waffen und verfassungsfeindlichen kennzeichen durchsucht). Scary!

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