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Die etwas andere Roboter-WM

robo02Panzer-ähnliche Roboter, die auf den süßen Namen OFROS hören (wenn sie denn Ohren haben), sollen während der WM 2006 in den Stadien eingesetzt werden, um nach ABC-Waffen zu suchen. Ein Job, den Angestellte mit hauptsächlich organischen Bauteilen ja eher ungern übernehmen.

Otto hat sich noch nicht entschieden. 3.500 Euro Miete im Monat oder alternativ 80.000 Euro pro käuflich erworbenem Robi sind kein Pappenstiel. Und einer reicht ja nicht. Derzeit bleibt der Einsatz der Minipanzer also noch der Wunsch des Berliner Unternehmens Robowatch, das nicht etwa Roboter beobachtet, sondern selbige beobachten lässt und daher eher Watchrobo heißen sollte.

Auf der Site von Robotwatch wird der eventuelle WM-Hüter, den übrigens jeder mit dem nötigen Kleingeld ausgerüstete Bürger mieten kann, als „Mobiler Sicherheitsroboter für die Freilandüberwachung“ bezeichnet, und:

Mit OFRO’s (sic) hochempfindlichen (sic) und wetterunabhängigen Sensorik werden potentielle Täter bereits beim Betreten eines Grundstückes erkannt.

Schon irre, was möglich ist seitdem die auf dem Mond waren. Sind das gedankenlesende Roboter? Oder haben die eine interne Kleidungsmuster-Datenbank, die jeden mit einer Strickmütze über dem Kopf sofort erkennt?

Auch wenn hinter den OFROS (Achtung: AFROS sind etwas anderes! Nicht verwechseln!) ganz sicher eine Menge Entwicklungsarbeit steckt und die Dinger bei der nächtlichen Überwachung eines Stadions sogar Sinn machen könnten, kommt man um das ein oder andere Lachen nicht herum. Da werden die Vorteile des E-Wächters in einem Artikel bei der Deutschen Welle u.a. damit erklärt, dass OFRO keine Kaffeepause braucht und nicht müde wird (und wenn die Batterie leer ist?), und das Zeitlupen-Video auf der Robowatch-Site könnte auch aus einem Monty-Python-Sketch stammen, entsprechender Sound dazu vorausgesetzt. Und wie das in einem vollbesetzten Stadion genau aussehen soll, wenn sich ein OFRO „ganz alleine durch die Fan-Masse bewegt“ und diese Fan-Masse dem kleinen OFRO dann ganz alleine das ein oder andere Bier ausgibt, erfährt man leider auch nicht.

robo01

Ein bisschen Sorgen macht man sich schon, wenn man sich die fahrenden Überwachungs- und Schnüffelgeräte (gibt’s auch für zu Hause, mit dem MOSRO MINI) ansieht. Noch schießen die Dinger nicht, aber wer täglich am Computer sitzt oder auch nur ein Handy besitzt, weiß, wieso man sich auf Technik in heiklen Situationen vielleicht besser nicht verlassen sollte.

Und letztendlich sehen die OFROS völlig langweilig aus. Wenn schon Roboter, dann doch bitte so!

(Und jetzt bin ich schon ein bisschen auf die Box gespannt: Roboter, Panzer oder Armbanduhren?)

2 Kommentare

  1. 01

    Die werden bestimmt noch zusätzlich mit Merchandiseartikeln bestückt, damit beim DurchDieMenschenmasseFahren auch noch der ein oder andere Fußballschal verkauft werden kann. Vielleicht wird ihm auch noch ein Soundprozessor eingebaut, mit einer Marktschreierfunktion. Aber den sollte er ja sowieso schon haben, um lauthals zu brüllen: „Bitte verlassen Sie umgehend das Stadion, ich habe soeben eine Atombombe unter ihrem Sitz lokalisiert!“ ;-)

  2. 02

    Wenn sie eh schon durch die Sitzreihen fahren, können sie auch gleich Snacks vertickern, um die Anschaffungskosten wieder einzufahren.

    Otternasen, Lerchenzungen, Ozelotmilch…

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