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Nerdzone: SE K750i im Test

Da mein Test des K700i von SonyEricsson, der nun beinahe genau ein Jahr zurückliegt und bei dem mir leider bei irgendeinem Blog-System-Wechsel die Bilder abhanden gekommen sind, noch immer zu den meistgelesenen Spreeblick-Artikeln gehört (die Kombination Handy-Test und englische Sprache dürfte eher der Auslöser dafür sein, als der Inhalt), folgt hier nun der Nachfolger.

Das SonyEricsson K750i im gnadenlosen Spreeblick-Alltags-Test!

Abmessungen und Design

Beginnen wir mit den äußeren Werten.

Mit einer Höhe von ziemlich flach (aber nicht so flach wie noch flachere Geräte) eignet sich das Gehäuse gut für tragbare elektronische Gadgets, mit denen man auch telefonieren kann. Ein Lob für diese richtig getroffene Wahl an SonyEricsson, denn für einen Toaster wäre das Gehäuse klar unterdimensioniert. Und SE hätte einen neuen Geschäftsbereich aufbauen müssen. Macht man ja auch nicht mal so eben nebenbei, die ganzen Abstimmungen mit den CEOs, Meetings, Meetings, Meetings, dann müssen ja auch noch Verträge aufgesetzt werden und der ganze Kram, mal ganz abgesehen von den zusätzlichen Arbeitsplätzen. Und schon wieder ein neuer Pitch mit neuen Marketingabteilungen. Und kosten tut das auch, was die Investoren sicher nicht so erfreuen würde. SE und Toaster also: Jetzt noch nicht.

k750_1Leider nicht überzeugen konnten die Maße des neuen SE Flagschiffes im Praxistest. Zu fragil auf den Kanten stehend taugt es leider auch auf der Unterseite liegend nicht als zufriedenstellender Türstopper, sobald die DIN-Norm der gemeinen Neubauwohnung verlassen wird (Bild 1).

k750_2Doch wen interessieren die Maße, wenn das Produktdesign erfreut? In zurückhaltendem Schwarz, welches in der Dunkelheit fast unsichtbar wird, und mit spärlichen Metallic-Variationen geschmückt reiht sich das K750i nahtlos in die Reihe der Gebrauchsgegenstände mit ähnlicher Farbgebung ein (Rasierapparate, Küchenmesser von Woolworth für nur noch 99 Cent, Hifi-Anlagen aus den späten 70ern, Stromzähler) und setzt unaufdringliche Akzente im Ambiente des modernen Wohnens. Ein Ladekabel im Blumentopf: Mit dem K750i werden botanische Träume Realität (Bild 2)!

k750_3k750_4Das K750i als Musik-Player

Wenden wir uns den inneren Stärken des K750i zu. Die vielgepriesenen Fähigkeiten als portables Musik-Abspielgerät haben unsere Tests nur knapp überstanden. Mag sein, dass die derzeitige Vielfalt an Formaten eine Mitschuld daran trägt, doch wenn ein als Musik-Player annonciertes Gerät selbst mit Formaten, die sich seit Jahrzehnten auf dem Markt behaupten können, nicht oder nur unzureichend zurecht kommt, dürfen berechtigte Zweifel an der Praxistauglichkeit angemeldet werden. Unsere Tests mit Hüsker Düs „Zen Arcade“, der 7″-Version von „Going Underground“ (The Jam) und dem weißen Album der Beatles waren ebenso erfolglos wie der Versuch mit „Strangers in the night“ von Frank Sinatra (Bild 3). Da das kleine Schwarze von SonyEricsson auch mit Morrisseys „You are the quarry“ (Bild 4) nicht überzeugen konnte: Punktabzug!

k750_5Drahtlose Kommunikation

Ausgestattet mit Infrarot, Bluetooth und der brandneuen STET („Sound To Ear Technology“) lassen die Kommunikationsfähigkeiten des K750i die Herzen all derjenigen Nutzer höher schlagen, die regelmäßig Infrarot, Bluetooth oder die brandneue STET („Sound To Ear Technology“) nutzen. Vorsicht ist jedoch geboten, denn auch hier konnte das Gerät nur bedingt überzeugen. Zwar lief der Datenaustausch mit unserer Kaffeemaschine relativ reibungslos, doch schon der Versuch, dass Telefon mit einer Bluetooth-Maus zu verwenden, schlug fehl (Bild 5). Die Entwicklungsabteilung von SE teilte auf Anfrage mit, dass dies ein Bug im uns vorliegenden Test-Modell sein müsse, der bei den Serienmodellen nicht mehr vorhanden wäre. Warten wir’s ab.

Fotografieren mit dem K750i

Mit keinem anderen Wort als „erstklassig“ können die Fotografie-Features des neuen SE-Handys bezeichnet werden. Hier zeigt sich, zu welchen Glanzleistungen moderne Ingenieurs-Arbeit fähig ist. Wie unsere Fotos beweisen, verhielt sich das K750i in allen Situationen der modernen Fotografie, sowohl im Amateur- als auch im professionellen Bereich vorbildlich. Ohne Strom- oder Verbindungsausfälle ließ es sich bei Tages- wie auch bei Kunstlicht fotografieren und hielt außerordentlich still. Dass die Fotos alle leicht verwackelt sind, lag am hohen Gewicht der von uns benutzten Nikon D70 und unseren restalkoholisierten Blutbahnen, dem SE-Knüller sind hier also keine Vorwürfe zu machen. Das einstimmige Urteil der einköpfigen Redaktion: Referenzklasse!

Weitere Features

k750_6k750_7Das K750i wurde als erstes Gerät der SE-Handy-Reihe mit einem „Slider“ auf der Rückseite ausgestattet. Die von uns getesteten Untergründe Stein, behaarte Männerbeine, Moos, Non-Disclosure Agreements und Sand ließen sich damit problemlos befahren und auch die jüngeren Tester hatten ihren Spaß mit dem K750i auf Holz (Bild 6). Die Entwicklung des neuen „Slider“ kann damit getrost als Erfolg bezeichnet werden und man darf gespannt sein, wie die SE-Konkurrenz mit zukünftigen Geräten auf dieses Novum reagieren wird.

Als Überraschungs-Sieger in der Kategorie „Sonderfeatures“ geht jedoch die von SonyEricsson in das K750i eingebaute „Licht“-Funktion aus unserem Testmarathon hervor. Erstaunliche drei Tage diente sie der Redaktion als Kühlschrankbeleuchtung (Bild 7). Am vierten Tag schienen zwar einige Betriebssystem-Funktionen eingefroren zu sein, doch auch hier versprach uns SE Besserung bei Erscheinen der Serienmodelle. Auch im Laternen-Bereich wusste „Licht“ zu überzeugen (Bild 8), hier führten jedoch kleinere Mängel im Abstrahlungwinkel zu Abzügen in der Gesamtwertung. Trotzdem: Bravo!

Fazit

Mit dem K750i deutet SonyEricsson den richtigen Weg in die Zukunft der mobilen Kommunikation an. Auch wenn der ein oder andere Wermutstropfen das Ergebnis negativ beeinflusst: Handy-Nutzer, die unbedingt ein SE K750i haben wollen, kommen um den Kauf des Geräts nicht herum.

(Anmerkung des Autors: Das K750i ist tatsächlich eines der besten Handys, die ich bisher benutzt habe, die Kamera rockt und das Gerät eignet sich prima auch zum mobilen Bloggen. Und als Hinweis für paranoide Pappnasen: Nein, das ist keine bezahlte Werbung. Diese würde als solche gekennzeichnet sein, wir sind nicht die ARD oder SpOn.)

43 Kommentare

  1. 01

    Als k700 Besitzer wäre ich an paar richtigen Fakten schon nicht uninteressiert… :|

  2. 02

    Dominic: Installier doch mal Google auf deinem Rechner…

  3. 03
    Boris

    > Das K750i ist tatsächlich eines der
    > besten Handys, die ich bisher benutzt habe

    Finde ich auch. Nur das quietschen der Huelle stoert mich ein wenig.

  4. 04

    Nun, es geht mir nicht so sehr um eine Tabelle.

    Den k700 Artikel fand ich ziemlich informativ und gerade ein Vergleich wie Du es damals zum T630 gemacht hast, fänd ich recht interessant.

    Kannst Du was zu den Videos sagen, sind die inzwischen brauchbar?
    Und geht das Radio jetzt auch ohne angesteckte Kopfhörer als Antenne?
    Sowas in der Art, was auf der SE nicht steht…

  5. 05

    Boris, Hülle quietscht bei mir nicht.

    Dominic: Videos sind noch immer kein HDTV, Radio geht immer noch nur mit Antenne.

  6. 06
    taffit

    Eine Frage drängt sich mir auf: Ist es auch Jam*a-kompatibel? ;-)

  7. 07

    Allerdings finde ich mobiles bloggen mit der Mäusetatstatur ziemlich anstrengend. Eigentlich hat es keinen Spass gemacht, zumindest nicht mit dem S700i. Vielleicht lag es auch an der Software, die zwar auf die Kamera zugreifen kann, aber bei einem Anruf den ganzen Text von über 1000 Zeichen in den Orkus gekippt hat.

  8. 08

    Sehr schön soweit! Nur eingeschränkt als Laterne zu verwenden, aha.

    Mich würden noch die Outdoor- und Funsportqualitäten interessiern, zum Beispiel ob das Teil auch „Die Zeit“ stoppen kann.

  9. 09

    Hach, der Handy-Test.
    Mein erster Kontakt mit Spreeblick…

    Ist das echt schon wieder ein Jahr her?
    Meine Güte, irgendwie geht das viel zu schnell…

  10. 10

    achtung, dieser kommentar enthält eigen-blog-werbung:

    das k750i ist wirklich ein feines gerät – mit größerer speicherkarte ein halbvollwertiger ersatz für digicam, mp3-player und telefonzelle. und das beste feature ever: mit dem ultrahellen fotolicht kann man SOS morsen lassen! yeah!

    jetzt die werbung: fotos und videos auf meinem blog sind seit dem 31. mai übrigens alle mit dem k750i entstanden (nachdem meinen digicam leider einen leichten und teuren unfall hatte).

  11. 11
    Carsten

    Toller Artikel, mir fehlt allerdings die Antwort auf die wichtigste aller Fragen: „Wie weit fliegt es“
    Wenn ihr also bitte das noch nachreichen würdet, ihr habt ja meine eMail Adresse.
    Liebe Grüße

  12. 12

    Jaja… die Freuden des Handybesitzers…

    Bis jetzt ist noch keins an mein gutes, altes ME45 rangekommen. Robust, handlich und ohne diesen ganzen Multimedia-Schnickschnack. Mein aktuelles Handy ist zwar ganz nett anzusehen, aber man vermisst halt einige Funktionen, die ein gutes Handy ausmachen.
    Mal schaun, was das nächste bringt…

    Auf jeden Fall ist das Handy gut getestet worden und wird bei meiner nächsten Wahl mit berücksichtigt ;)

  13. 13
    Gregor

    Hmm, ist das jetzt schon die befürchtete Kommerzialisierung von Spreeblick?

  14. 14

    @gregor

    wo siehst du denn bitte kommerz hier? paranoide wahn-, nein, eher wunschvorstellung nenn ich das, für das „hab-ichs-doch-gleich-gewusst!“. oder glaubst du ernsthaft, dass er einen sack mit dollarzeichen drauf für diesen „produkttest“ bekommen hat?

  15. 15

    Simmer mal ehrlich: das doch mal wieder ein guter, lustiger Spreeblick-Artikel. Mehr von sowas.

  16. 16
    Ulf

    Nein, also jetzt ist der Bogen ueberspannt, das ist Kommerzscheiss erster
    Kajuete, – gute Guete, jetzt ist er vom einen Ufer der Spree zum Strand
    des Schweinesystems uebergewechselt, und dann auch noch mitten aus
    Kreuzdorf ueber Produkte aus dem militaerisch/industriellem Komplex
    zu berichten, das ist das Ende.

  17. 17
    detech

    Und jetzt Kaufen Kaufen Kaufen!
    Willkommen beim Weblogmarkting der Firma Spreeblick KG …

  18. 18

    @detech: Du bist da einer ganz großen Sache auf der Spur.

  19. 19
    Lord of Karma

    Mal ne ganz andere Frage:

    Bild 6: Was ist das für ne tolle Spielzeuglandschaft in der das Handy slidet?

  20. 20

    Die professionelle Komerzialisierung von Spreeblick sieht man ja auch schon bei den Goooogle-Anzeigen: Beschläge und Türstopper*. Will heißen: Eigentlich bewirbt der Johnny nicht das SonyEriccson, sondern vielmehr Türstopper, Steckglaskugeln und Spielzeugautos. Und beinah hätte es keiner vor lauter Aufregung gemerkt… ;-)

    *: Türstopper, die: Gegenstände, die das weitere Aufgehen von Türen verhindern, auch gerne nur um den entscheidendenden Zentimeter (wo dann ein Loch in der Wand wäre). In zwei Ausführungen erhältlich: Groß und schwer für den Boden (gerne unfreiwillig von Schuhen ausgefüllt) oder klein und aus Plastik für die Wand. Hier müssen Marketingleute sich gute Namen ausdenken, um ihre unscheinbaren Produkte zu vermarkten. (Ich war neulich im Baumarkt, die große Variante heißt „Bumsi“ und die kleine „Bumsinchen“.)

  21. 21
    bussibaer

    werbung?
    ich glaube da hören manche leute das gras wachsen.
    allerdings ging mir spontan beim durchlesen was anderes durch den kopf.
    mir hätte die anmerkung gereicht.
    den rest fand ich etwas pubertär.
    es gab schon wesentlich bessere bericht hier.
    auch ironisieren will gekonnt sein.
    tip: nochmal den „eulenspiegel“ lesen.

  22. 22
    Gregor

    @safari u.a.:
    Das ist das doofe am Netz, ohne Emoticons schnallt man die Ironie eines Textes einfach nicht :)

  23. 23
    bussibaer

    ironie?
    versucht und gescheitert.
    nochmal: die ironie ist so dünn wie´s handy, gelle!

  24. 24
    tobias

    ZITAT: „Ohne Strom- oder Verbindungsausfälle ließ es sich bei Tages- wie auch bei Kunstlicht fotografieren und hielt außerordentlich still“

    das halte ich für ziemlich „beschönigend“. hab neulich versucht das SE zu fotografieren, als ich angerufen wurde. der vibrationsalarm hat dazu geführt, dass das SE eben nicht still hielt. dem zu folge war das bild total verwackelt und somit unbrauchbar war… ich bitte hiermit im nachbesserung des testberichts.

  25. 25

    tobias, tatsächlich wurde hier im Artikel nicht deutlich, dass vor dem Fotografieren der „No Shake“-Mechanismus aktiviert werden muss. Wir werden das in der Herbst-Ausgabe richtig stellen.

  26. 26
    Erik

    Wie sieht“™s denn aus mit iSync? Klappt“™s?

  27. 27

    Klappt, nachdem ein kleines Script installiert wurde.

  28. 28
    Erik

    @johnny
    Danke
    Dann wird“™s das wohl werden

  29. 29
    Matt

    Nicht zu vergessen, der Sony Theme Creator kostenlos auch für OS X und damit in Verbindung mit der OS X eigenen Software hat man ein rundes Paket.

    http://developer.sonyericsson.com/site/global/docstools/multimedia/p_multimedia.jsp

    Kenn irgendjemand eine taugliche Seite mit free Javaspielen ?

  30. 30
    stefan

    und wie schauts mit der eignung zum bieröffnen aus?

  31. 31

    Stefan, das geht sehr gut. Die Garantie verfällt aber angeblich. Verrückte Welt.

  32. 32

    was mich ja nu noch kurz interessieren würde: kann man mit dem ding auch telefonieren? :D

  33. 33

    Eieiei, Jens, da sprichst du ein heikles Thema an. Zu diesem Test fehlte uns leider die Zeit, wir holen das in der nächsten Ausgabe nach…

  34. 34

    Servus !

    Krasser Testbericht, ehrlich ! Der könnte ja grad von mir sein :-) Also ich habe vor 10 Minuten das Handy bestellt, du hast mich mehr als überzeugt. Weiter so !

    Gruss aus dem Schwobaländle
    -flashman-

  35. 35
    Tino

    Alle Bilder sind kaputt! Herr Seitenbetreiber, bitte reparieren Sie das!

  36. 36

    @Tino: Du hast Recht! Checken wir mal…

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