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DGW: Chinese Rocks

Wie bereits gestern angekündigt: Die neue Kategorie „Chinese Rocks“ (hier zum ersten Mal genutzt) und welche Artikel sich dahinter in Zukunft verbergen werden.

Vor ein paar Tagen habe ich mich mit Bernhard getroffen, einem Freund, der seit inzwischen über einem Jahr aus beruflichen Gründen zwischen Berlin und Peking pendelt und der mit seiner Familie demnächst einige Jahre komplett in China verbringen wird.

Bernhards Erzählungen von den Vorbereitungen dazu sowie seine ersten Eindrücke aus diesem Land, das ich persönlich so wenig kenne und mit einer Mischung aus politisch motivierter Vorsicht und kultureller Neugier betrachte, sind mehr als spannend. Und so brachte der Abend kürzlich einen Haufen inspirierender Gedanken und Diskussionen, die nach Fortsetzung schreien.

Wir haben daher beschlossen, die kommenden persönlichen Erfahrungen und Ereignisse auf diesem Familien-Trip in lockerer Folge hier bei Spreeblick zu dokumentieren. Ganz sicher werden Bernhards Fotos und Berichte nur einen Einstieg in ein komplexes Thema geben können (der Mann muss ja auch noch arbeiten), aber wir hoffen, dass gerade die persönliche Ebene ein paar Fragen beantworten kann oder auch neue stellen wird. Und natürlich werden eure Kommentare eine große Rolle spielen in der weiteren Hoffnung, dass ihr eure eigenen Eindrücke hinzufügen werdet, falls ihr über solche verfügt.

Vielleicht können wir also alle über die kommenden Monate hinweg einen spannenden Spreeblick in den Osten werfen. Und wenn alles gut geht (will sagen: wenn ich genug Geld dafür habe), werde ich im nächsten Sommer ein paar Wochen lang direkt aus Peking bloggen.

Bevor es in den nächsten Tagen mit dem Zusammenstellen der technischen Ausrüstung und mit den Bildern von der Wohnungssuche in Peking losgeht: Gibt es jemanden unter euch, der die Artikel ins Chinesische übersetzen könnte?

39 Kommentare

  1. 01

    China interessiert mich auch. Freunde von mir haben dort im Krankenhaus gearbeitet, was recht interessante Geschichten hervorbrachte. Ein weiterer Freund von mir wird das nächste Semester in Shanghai und Pjong-King (Oder so…) verbringen, wo ich ihn dann hoffentlich (selbe Gründe wie Johnny) für einen Monat oder so besuchen werde.

    Also: Freu mich auf die Artikel, Bilder und Berichte!

    (Übersetzen kann selbst Google besser als ich)

  2. 02

    Ich lebe momentan auch in Peking, eine Übersetzung dürfte sich aber als sehr schwer erweisen. Wie soll das denn ausschauen? Wollt ihr eine Übersetzung in chinesische Schriftzeichen?

  3. 03

    Interessant für die paar Wochen inwieweit die chinesische Internet-Zensur eine Rolle spielt. Bin auch sehr an China interessiert, betrachte die gegenwärtige Internet-Politik aber mit Argwohn.

  4. 04

    Das ganze hört sich recht interessant an. Freue mich schon auf die Berichte und Fotos aus Fernost.

  5. 05

    Die Zensur des Internets ist teilweise recht deutlich ausgeprägt, teilweise nicht zu bemerken. Gut, es werden Webseiten blockiert, aber welche Mechanismen im Hintergrund arbeiten, bekommt man wirklich nicht mit. Manchmal darf ich halt nicht auf meinen Yahoo-Mailserver, aber woran das letztendlich liegt, werde ich leider nie erfahren. Generell stellt die Internetnutzung aber vor allem in öffentlichen Cafes kein Problem dar, sofern man ein Notebook hat – mittlerweile haben sehr viele Cafes WLAN-Router und bieten kostenlose Internetzugänge an.

  6. 06
    Jingjing

    Ich komme aus Beijing und bin sehr gespannt wie er über Beijing berichten wird :-)

  7. 07

    Das sind wir auch! Auf alle Fälle werden wir wohl was lernen! ;)

  8. 08
    Miriam

    众人去在中国。也柏林河看。
    Nein, ich kann nicht übersetzen. Aber Ihr könnt schonmal gucken, ob die Fonts installiert sind und ich freue mich auf die Artikel.

  9. 09

    Bei mir sieht’s toll chinesisch aus, Miriam, und ich glaube, dass es „Da ist ein Rotormat in ihrer Tütensuppe!“ heißt. Oder so.

  10. 10

    :D :D
    Ich kann Chinesisch gut, ist ja schließlich auch meine Muttersprache, btw @ Tobias, es heißt Peking und nicht Pjong-King ;-)

  11. 11

    gsyi: nein, das meine ich nicht. peking ist mir durchaus ein begriff. ich muss bei gelegenheit mal nachfragen, das war das, was haengenblieb ;-)

  12. 12
    Minus

    bevor jetzt alle in eine gemeinschaftliche verzückung über china verfallen china rocks auch auf diesem gebiet ordentlich:
    http://www.chinafokus.de/themen/themen.php?kaid=68

    nur mal so am rande…

  13. 13

    Also ich finde China und den gesamten asiatischen Raum superinteressant: Zum einen, weil meine Freundin von dort kommt, zum anderen, weil ich denke, wir (Europäer) können sehr viel von Asien lernen. Insbesondere finde ich die chinesische Philosophie, die anders als hier auch das Leben beeinflusst, sehr interessant. Desweiteren die 36 Strategeme etc. :-)
    Insgesamt fasziniert mich einfach die Vereinigung von Gegensätzlichem, eine Sache, die für viele Europäer einfach begreifbar ist, weil sie Gegensätze als unterschiedliche Dinge betrachten. Chinesen sehen in Gegensätzen oft nur unterschiedliche Ausprägungen ein und derselben Sache.

  14. 14
    bussi baer

    ich bin zur zeit auch in beijing (peking) und freue mich deswegen um so mehr ueber „china rocks“.
    hier habe ich noch eine superlink fuer alle die schon mal etwas ueber china erfahren wollen aus der sicht von „laowais“ (grob:auslaender).
    http://www.talktalkchina.com
    ein sehr lustiger und lesenswerter blog.

  15. 15

    Ich lebe auch derzeit in China (Nanjing) und muss sagen, das „the great firewall of china“ schon ganz schön nervt. Die technischen Kapazitäten und das Knowhow das dort drin steckt ist schon enorm – leider ist die Filterung doch deutlich und regelmäßig zu bemerken.

    So werden zum Beispiel Google und Yahoo gefiltert, und gerade Google hat mehr oder weniger häufige Aussetzer. Der Cache von Google geht gar nicht, wahrscheinlich wäre das auch noch zu filtern viel zu aufwändig. Gerade große Blogger-Seiten wie blogspot und angelfire sind komplett gesperrt, die Blogger Szene ist auch in China gefürchtet. Aber im deutschen Bereich habe ich bisher kaum Einschränkungen bemerkt – wenn du also auf Deutsch oder gar auf Englisch schreiben solltest, kriegst du kaum Probleme. Sobald du auf Chinesisch übersetzt und den Staat kritisierst, bist du flugs weg vom Fenster, da bin ich mir relativ sicher.

    Achtung, jetzt wird’s technisch: die Firewall wird auch ständig erweitert und ist inzwischen schon beängstigend mächtig. Hat vor einem Jahr noch ein simpler Socks-Proxy im Ausland gereicht, um die Sperrung von zum Beispiel Angelfire zu umgehen, geht das nicht mehr. Mittlerweile scheinen die alle bekannten Proxy-Protokoll live (!) „mitzutracen“ (wunderbarer Wortwust, ich weiß :) – der betreffende Proxyserver wird dann bei Zugriff auf eine gesperrte Adresse auch geblockt. JAP etc. funktionieren auch nicht mehr, die einzige Möglichkeit die bleibt ist ein verschlüsseltes VPN (IPsec zum Beispiel) das alle Verbindungen ins Ausland tunnelt und auf einem deutschen Server ankommt. Leider sehr langsam. :(

    Zum Inhalt selbst: ich bin sehr gespannt drauf, wie sich das Thema hier entwickeln wird. Es gibt leider wenige, die aus/über China zu berichten wissen, ohne in China-Bashing, wirtschaftliche Verzückung oder andere Kategorien zu verfallen – selbst hier in China ist es sehr schwer, die Laowei-Position (also die Sicht des Ausländers) zu verlassen. Dies fällt natürlich gerade in Städten wie Beijing und ganz besonders Shanghai schwer.

    Aber mal sehen, ich bin gespannt und freu mich drauf. :)

  16. 16
    Miriam

    Schade, Arne, der http-Proxy im Gepäck wäre sonst mein Tipp gewesen.

    Für Ausländer gibt es angeblich Interaktionsmöglichkeiten mit der ‚great firewall‘: In einem Spiegel-Sonderheft zu China fand sich Anfang des Jahres der Tipp an China-Touristen, die in Internet-Cafes Probleme mit gesperrten Seiten haben, sich einfach zu beschweren. Die Internetcafe-Betreiber würden dann bei der Internetpolizei anrufen, die dann live die entsprechenden Zugriffe ermöglichen würden. Bizarr.

    Auch wenn ich skeptisch bin, ob der Tipp stimmt, für möglich halte ich es. Ausländer sind in China privilegiert und nicht Zielgruppe der Bevormundung. Und bemerkenswert ist nicht nur der technische Aufwand, der in die Filterung gesteckt wird, sondern auch der personelle.

  17. 17
    Patrick

    Die ganze Firewall-Geschichte bringt mich auf eine simple, aber kostspielige Alternative: einen eigenen Satelliten-Uplink. Man stellt sich eine mobile Sat-Antenne auf das Dach und hat seinen privaten unbeschränkten Zugang. Problematisch könnte das nur werden, wenn die Regierung auch alle Satelliten kontrolliert, die das Land mit ihrem Footprint ausleuchten….
    Da wäre eine Peer-to-Peer-Software für Verschlüsselung wie Entropy (http://entropy.stop1984.com/de/entropy.html) schon praktikabler.

    Übirgens, müsste die Kategorie dann nicht eher „China rocks“ heissen?

  18. 18
    bussibaer

    das mit dem satelliten ist fein aber nicht legal.
    es sei denn man könnte einen tv-sat-schüssel umbauen.
    wenn die das aber spitz kriegen — pech gehabt.
    ich gehe via kunstakademie an der ich unterrichte ins netz.
    null problemo.
    die haben einen eigenen serverraum.

  19. 19
    bussibaer

    ach, ich vergass noch etwas zur bloggerszene in china zu erwähnen.
    nur über blogs war es möglich z.b. privat geschossene fotos von den ausschreitungen gegen japaner, die vor nicht all zu langer zeit hier stattfanden, zu sehen.
    natürlich waren die blogs auf chinesisch.
    die bloggerszene ist sehr virulent in china.
    wenn man die adressen kennt ist es überhaupt kein problem infos zu bekommen.
    sehr beliebt ist auch die chatsoftware „QQ“ über die alles mögliche verschickt werden kann.

  20. 20
    Gero

    einer meiner besten freunde wohnt seit 4 jahren in china (hat aber bald die faxen dicke und macht rüber nach japan). er spricht fliessend chinesisch und könnte sicherlich übersetzen. bleibt nur noch die frage ob du hochchinesisch, mandarin oder kantonesisch vorziehst? ;)

    sag an und ich frage den herrn mal!

  21. 21

    Hey Leute, postet eure Erfahrungen doch erst wenn die Kategorie eröffnet ist, sonst macht ihr den Post unübersichtlich :D

  22. 22

    Die Spreeblicker – der toleranteste Haufen im Internet. Könnte man meinen. Na ja, in der „Guten Woche“ ist eben alles schön. Selbst Länder, die nicht nur in ihrer politischen Entwicklung stark zurück geblieben sind und Menschen wie auch Tiere wie den letzten Dreck behandeln. Dennoch: Packt die Badehose ein und viel Freude auf euren Reisen wünschen euch die QWERTZwerker!

    Und nächsten Monat auf Spreeblick: Einblicke in russische Arbeitslager für Strafgefangene. Scheiß Leben dort – aber irgendwie so anders als hier. Ist bestimmt nen Trip wert …

  23. 23
    tanja

    bussibaer,
    hast du noch die Adressen der erwähnten blogs? Die übersetzen zu lassen wäre ja noch schöner!
    Gero,
    vielleicht hätte dein Kumpel auch Lust auf Übersetzungen ins deutsche?
    Fände ich eine großartige Ergänzung zur allgemeinen Berichterstattung.

  24. 24
    Gero

    @tanja: ich frag ihn mal, er ist eh gerade in deutschland um seinen restlichen hausrat bei ebay zu verscheuern!

  25. 25

    Die Kategorie heißt nicht „China rocks“, sondern „Chinese Rocks“, wie alle anderen Kategorien auf Spreeblick nach einem Song benannt.

  26. 26

    @ QWERTZwerker:
    Ich glaube du warst noch nie in China, Städte wie Shanghai (wo ich herkomme) leben manche Menschen sogar viel besser als die Leute hier in Deutschland, was du meinst, ist China vor 30 Jahre!

  27. 27

    @gsyi: Scroll mal hoch und zieh dir allein die Informationen aus den Kommentaren. Was die Menschenrechte dort angeht, ist ja ebenfalls genug den Nachrichten zu entnehmen. Mal ganz zu schweigen von den Tierrechten, die es gar nicht gibt.

  28. 28

    Naja, China ist in Sachen wie Politik, Ethik und Menschenrechten wirklich sehr umstritten und das auch zu Recht, man erwähne nur Geburtenkontrolle, Zensur der Medien usw.
    Was aber der wirklich interessanten Kultur, Philosohie und Architektur keinen Abbruch tut…

    China als Urlaubsland Ja, aber dort zu leben ist wieder ganz was anderes…

  29. 29

    OK, dann drücken wir noch mal beide Augen zu.

  30. 30
    tanja

    @QUERTZwerker:
    Deine Beiträge sind wertvoll und an Kompetenz schwer zu toppen.
    Warum nur verschwendest du deine Energie an sinnentleerten Orten wie diesen, wo sie niemand so recht wertzuschätzen scheint?
    Was machen so interessante Persönlichkeiten wie du eigentlich sonst so?

  31. 31

    Früher war ich Reiseführer in asiatischen Ländern. Aber heute trainiere ich als Hochleistungssportler im Schwimmen in der Spree – gegen den Strom versteht sich. Das macht Muskeln.

  32. 32

    @ QWERTZwerker,
    die Leute hier schreiben nur das, was sie in der Zeitung und anderen Medien gelesen oder gesehen haben und ich habe das selber erlebt !

  33. 33
    tanja

    @gsyi:
    ich denke, „Chinese rocks“ soll eben darum einen anderen Blick auf das Leben dort gewähren. Wenn sich daraus kontroverse Diskussionen entwickeln: umso besser!

  34. 34

    Ähm … grübel … hab ich irgendetwas nicht verstanden (kommt ja auch mal vor) oder warum heißt es falsch „Chinese rockS“? Oder ist das einer von diesen Gags in fremden Songs?

  35. 35

    Ich glaub jetzt kapier ich’s: Rocks im Sinne von Felsen also? hehe. Chinesische Felsen also. OK. hmmm …

  36. 36
    bussi baer

    @tanja: die blogadressen sind nur sehr kurzfristig online. bekannt gegeben wird das eben ueber „qq“ und dann heisst es fix sein. ich selber habe das mal aus purem zufall entdeckt. die angst vor spitzeln ist recht gross.
    zu china:
    man sollte zuerst die kultur und deren geschichte kennenlernen bevor man das verhalten innerhalb der jahrtausende gewachsenen kultur verurteilt. europa ist nicht das zentrum des universums, genauso wenig china. es gibt viele dinge die chinesen an europeaern unmoeglich finden. ein kleines beispiel: das benutzen eines taschentuchs. das wird als ekelhaft empfunden. das groesste ist dann noch wenn man dieses zurueck in die hosentasche steckt. das ist natuerlich nicht vergleichbar mit dem europaeischen problem der menschenrechtsverletzungen. dieses bewusstsein gibt es in china nicht in der form wie in europa. als ich freunde hier in beijing auf die grosse anzahl an jaehrlichen erschießungen hinwies gab es nur ein achselzucken. wer einen fehler macht wird eben bestraft. was fuer uns zynisch klingt ist in china normal. das verhaeltnis zu tod und sterben ist ein gaenzlich anderes als in europa.

  37. 37

    Stichwort Taschentuch: Mein Hausarzt meinte zu mir, da ich öfter unter Problemen mit den Nebenhöhlen leide, dass es dieses gesundheitliche Problem auch fast nur in der westlichen Welt gibt. Woanders wird’s stumpf hochgezogen und runtergeschluckt oder ausgespuckt – hier wird immer fleißig geputzt, was überhaupt nicht gut für das Schädelinnere sein soll. Tatsächlich sind uns die Chinesen also was diese Erkenntnis angeht um mehrere Nasenlängen voraus. Da sieht man auch mal gerne über ein paar Exekutionskommandos hinweg.

  38. 38
    bussibaer

    weiter oben erwähnte ich den blog
    http://talktalkchina.com
    die seite ist seit heute der firewall zum opfer gefallen.
    schade!

  39. 39
    Michi

    Johnny möchte nach China? Klasse, dann bring mir doch bitte ein paar WT (Wing Tsun)-DVD’s mit. Wäre super. Sind vor Ort bestimmt viel günstiger als hier…China als Reiseziel stand auch schon lange auf meiner Hitliste…aber mit kleinem Kind wird es dann doch sicher eher Mallorca werden…

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