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Bürgergeld

Gerade mosert Michael noch zwinkernd (war doch zwinkernd, oder?) in den Kommentaren rum und da kommt auch schon ein Verweis, der die Glosse per proof-of-concept ad absurdum führt.

(Was für ein Satzende!)

Auf Michaels Blog kentucky-blues (da isser, Micha! ;)) wird nämlich auf ein zehn Tage altes, sehr spannendes Interview der Stuttgarter Zeitung mit Götz Werner, dem Chef der Drogeriemarktkette DM verwiesen, das ein Lesen unbedingt lohnt. Da staunt man über einen erfolgreichen Unternehmer, der mit Weitsicht, Mut zur Realität und positiver Radikalität ein Umdenken fordert, für das man ihn in der Politik sehen möchte.

Wir steuern auf eine Gesellschaft zu, in der die Arbeit verschwindet. Und die Frage ist nur, was die Menschen dann alle mit ihrer Zeit anfangen. Das ist eine Kulturfrage. Das Problem, das wir haben, liegt nicht auf dem Arbeitsmarkt sondern eigentlich in der Kultur.

20 Kommentare

  1. 01

    Im April gab es bei brand eins ein ähnliches Interview mit Götz Werner, vielleicht noch etwas ausführlicher. Bei solchen Sachen fragt man sich schon: Warum soll es nicht möglich sein?

  2. 02

    ja, war augenzwinkernd

    und danke…

    …beobachte gerade, wie sich meine hit-statistik aufblaeht.

    bfffffhhhhhhhhhhhhhh

  3. 03
    fgro

    kommunistisch angehauchte, aber trotzdem äußerst interessante und durchdachte Aussagen. Was soll ich sagen, der Kerl is klasse ;)

  4. 04

    ging doch als link… dann will ich nix gesagt haben.. sorry

  5. 05

    was für ein abgefahrenes interview! musste einige male erstaunt und überrascht aufstöhnen.

  6. 06

    @michael

    als ich mal hier in einem artikel erwähnt wurde (wurde ich das überhaupt oder bilde ich mir das ein :D) hats genau 12 Klicks gebracht :D

    also mach dir nicht so viel hoffnung ;)

  7. 07

    @stefan

    kann ich so nicht bestaetigen.

    bffffffffhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhh….

  8. 08
    sek

    Das würde deshalb nicht funktionieren, weil wir nunmal nicht vom Rest der Welt abgeschottet sind. Würden wir das machen, hätten hunderte Millionen andere Leute auch ein Recht auf 1500EUR vom (dt.) Staat. ;)

    „Scheiß“ Globalisierung, sozusagen. Chance verpaßt, jetzt klappt sowas nur noch weltweit (oder zumindest EU-weit)…

    Nicht daß ich das jetzt schlecht fänd’… anderthalb tausend auf’e Hand und ein paar mal im Jahr auf Arbeit erscheinen :D

    Aber das zeigt m.E. letztlich auch, daß Götz Werner Unrecht hat: er bezieht die aktuelle Wirtschaft auf die Politik von vor Jahrzehnten. Mit dem angebrachten kulturellen Wandel hat er natürlich recht, aber die Argumentation ist einfach populistisch (man merkt ihm an, daß er eigentlich schon weiter denkt und um die hypothetische Natur seiner Argumente weiß).

    Puuuh, weiter mit Musik. ;)

  9. 09
    hugo strange

    @fgro:
    na klar, die kommunismus-keule… wird wahrscheinlich das grösste problem sein, wenn man versucht solche diskussionen in der breiten (hicks) öffentlichkeit zu führen.

    hier kann man auch mal reinschauen:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Götz_Werner
    (unten sind noch mehr links).

  10. 10

    kann ich so nicht bestaetigen.

    bffffffffhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhh“¦.

    ich hatte sowas befürchtet…

  11. 11

    wer arbeiten will, soll rüber machen! (rüber nach
    südchina)

  12. 12

    Ich glaube auch, dass unsere Wirtschaftsform nicht das Gelbe vom Ei ist, aber ich sehe im Moment keine Lösung. Ein Land mit einer wettbewerbsorienten Wirtschaftsform wird immer einem „kommunistischen“ (nicht verwechseln mit stalinistisch) System „überlegen“ sein. Weil die Chance, durch sich gegenüber anderen abzusetzen oder einen Vorteil zu erlangen, einfach ein sehr starker menschlicher Antrieb ist. Zuviele erliegen der Versuchung (und glauben der Lüge) wenn einer kommt und sagt: „Mach was für mich und ich mache dich reich.“

  13. 13

    http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/detail.php/916564

    ein weiterer feiner artikel der Stuttgarter Zeitung „žLangfristig wird die Arbeit verschwinden“.
    Interview mit dem US-Ökonom Jeremy Rifkin.

  14. 14

    @ sek
    Nur weil jemand hierher kommt, muss er noch lange nicht das Recht auf volles Bürgergeld haben.

    @ marcc
    Die Wettbewerbsorientierung bleibst ja für die Firmen bestehen. Auch Reich werden wäre nicht unmöglich, wenn mann eine entsprechende Arbeit macht. Es gibt ja immer Arbeit, die kein Computer oder eine Maschine erledigen kann. Da sagt Werner ja selbst, dass man eben für diese Arbeit mehr zahlen muss, damit sie einer macht. Und Chefs wird es immer geben…

  15. 15
    sek

    @Anfängerin
    Jeder Bürger der EU hat das gleiche Recht auf Wohnen und Arbeiten innerhalb der EU. Wenn ich Bürgergeld bekomme, dürfen es auch alle anderen (EU-BürgerInnen) verlangen (und umgekehrt).

    Neinnein, was ich meinte ist eher, daß man für ein solches Wirtschaften ein Wirtschaftssystem erfinden müßte, welches noch nicht erfunden ist. ;)

    @marcc
    Was G. Werner da vorschlägt, ist doch kein Kommunismus… !?
    Die Idee des Bürgergeldes steht übrigens nicht im Widerspruch zum Wettbewerb, wie Anfängerin schon richtig bemerkte…

    Im Übrigen hätte ich nix dagegen, wenn mal wieder einer eine Synthese aus Kommunismus und Wettbewerb versucht.

    Ansonsten:
    Ich wäre vorsichtig, G. Werner jetzt zu hypen… ;)
    Er hat eine Drogeriemarkt-Kette, in der ich noch nie war, bezeichnet sein Unternehmen als das effizienteste von allen (?!) und ist doch nur in Subzentren zu finden, tja und nun sollen wir mit ihm auch noch eine Kulturrevolution durchziehen?

    Puh, erstmal wieder Musik… :D

  16. 16

    Kommunismus schrieb ich ja auch in Anführungszeichen, weil es das eben nicht ist.

    Wichtig wäre an einem neunen Ansatz zum Wirtschaften halt, dass er auch gegen die Volkswirtschaften anderer Länder bestehen kann, denn sonst drücken die einen an die Wand.

  17. 17

    „Ich wäre vorsichtig, G. Werner jetzt zu hypen…“

    Ich würde einfach noch ein bisschen mehr über den Mann lesen, der Wiki-Link oben führt zu viel Info, daher nochmal:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Götz_Werner

  18. 18
    sek

    Klar doch! ;)

    Mir ist er ja auch sympathisch, aber er ist Betriebswirt, kein „Volkswirt“.

    Das Problem sehe ich halt nicht in der Richtigkeit seiner Gedanken, sondern in der Machbarkeit ohne Verstoß gegen die eigenen (antroposophischen) Grundsätze…

    Immerhin kann er es sich „leisten“, so zu wirtschaften. Aber das von allen UnternehmerInnen zu verlangen, würde m.E. so nicht klappen…

    Recht hat er aber. ;)

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