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Wahlkampftrinken

Ich glaube, dieser ist der absurdeste Wahlkampf, den ich jemals miterleben musste. Markus geht auf lautgeben.de auf einen Artikel des Manager-Magazins ein, nach dem TPFKAP (The Party Formerly Known As PDS) die Bier- und Sektsteuer abschaffen will.

Ob damit die vom Manager-Magazin zurecht als „abenteuerlich“ bezeichneten Steuerpläne der Linkspartei ausgewogen werden können, ist zu bezweifeln.

Und falls jemandem eine Partei einfällt, die sich mit Argumenten, Mut, Kenntnis der aktuellen Sach- und Lebenslagen, Klarheit im Programm und ohne schmutzige Pseudo-Guerilla-Websites und ähnlichen Kinderkram den WählerInnen stellt, bin ich für Hinweise sehr dankbar.

(Disclaimer: lautgeben.de wird von 42 Autoren in der 7qm großen Besenkammer der Spreeblick-Towers produziert)

11 Kommentare

  1. 01
    flufo

    Ich hatte schon die Idee eine eigene Partei zu gründen und die Eingliederung der Bundesrepublik Deutschland in die Vereinigten Staaten von Amerika zu fordern.
    Wäre zumindest mal was anderes.
    Alternativ fände ich auch eine „Partei für gemischte Angelegenheiten“ reizvoll. Mal für besseres Wetter, mal für Intelligenz für Alle und mal für selbstreinigendes Geschirr. Und für Weltfrieden und Nachhaltigkeit sowieso. Die Forderung nach der Eingliederung könnte man dann da ja auch noch problemlos drin unterbringen.

  2. 02

    Wie soll ein Wahlkampf, der von solcherart kasperhaften bis inkompetenten Hauptprotagonisten (in ausnahmslos allen Parteien!) betrieben wird, anders als absurd geraten?

  3. 03

    Die traurige Wahrheit ist: es gibt keine wählbare Partei. Jedenfalls nicht, wenn man als Anspruch an Wählbarkeit ein realistisches Programm voraussetzt, daß die Probleme unserer Zeit nicht nur benennt, sondern auch mit realistischen Lösungen begegnet.

    Das geht beim Problem der Arbeitslosigkeit los. Da fehlt einfach mal die gesellschaftliche Einsicht, daß es total toll ist, daß wir nicht mehr die ganze Zeit uns den Buckel krummschuften müssen, um unser Überleben zu sichern. Stattdessen jammern wir darüber. Wir haben kein Arbeitslosigkeitsproblem, wir haben ein Umverteilungsproblem.

    Insofern bleibt einem wohl nichts anderes übrig, als strategisch zu wählen. Mithin die eigentlich wegen akutem Linksfaschismus unwählbare Linkspartei, das beschert uns nämlich eine große Koalition. Und die wird wenigstens ausreichend handlungsunfähig sein, um nicht allzuviel kaputtzumachen.

  4. 04
  5. 05

    Seit wann wählt man bitte schön eine partei nach dem Programm oder sogar nach personen. man wählt das geringste übel… und das ist gar nicht leicht zu finden :(

  6. 06

    Sind es nicht eher 42 Besenkammern und 7 Autoren?

  7. 07

    gips eigentlich noch die Deutsche Biertrinker Union?

  8. 08

    „Mithin die eigentlich wegen akutem Linksfaschismus unwählbare Linkspartei, das beschert uns nämlich eine große Koalition.“

    Diese Argumentation gab es auch 1998. Da hieß es, wer PDS wählt, wählt Kohl. Die Logik: kommt die PDS mit über 5% in Bundestag, reicht es nicht für Rot-Grün. Und was ist passiert? Die PDS kam mit Fraktionsstärke in den Bundestag und wir bekamen trotzdem eine rot-grüne Regierung.

    Ich glaube nicht daran, daß die aktuelle Stärke der Linkspartei automatisch zu einer großen Koalition führt.

    Ich denke eher, die CDU rappelt sich auf und wir bekommen eine ganz ordinäre schwarz-gelbe Koalition. Der SPD wird sauber eine übergebraten, die Grünen werden auf Normalmaß zurecht gestutzt, die FDP sieht sich als Wahlsieger und die Linkspartei wird drittstärkste Partei.

    Ohne die Linkspartei sähe es sicher ähnlich aus.

  9. 09

    Eine (potentielle) Kanzlerin, die nichteinmal brutto und netto auseinanderhalten kann, ist von der Lebenswirklichkeit offensichtlich weit entfernt…

    Das Programm der FDP ist das glaubwürdigste….leider haben sie kein entsprechendes Personal.

    Die Grauen a.k.a. Die Grauen Panther sammeln augenblicklich noch 2.000 Unterschriften pro Bundesland, um überhaupt zur Bundestagswahl zugelassen zu werden. (Da Die Grauen im letzten Bundestag nicht vertreten waren)
    Nach einem längeren Gespräch mit der stellvertr. Vorsitzenden der bayerischen Abteilung, war ich dann doch positiv überrascht über die sinnvollen Programmpunkte, die hier aufgeführt werden:
    – Schließung der ‚Wartehallen‘ Arbeitsamt a.k.a. Agentur für Arbeit, stattdessen professionelle Vermittlung
    – Umfassende Krankenversicherung f. alle
    – Leistungsbezahlung im Öffentlichen Dienst
    – wirtschaften statt verwalten
    – Subventionsabbau
    – Wiederherstellung der Glaubwürdigkeit u. des Vertrauens in die politische Führung
    Damit erscheint mir diese Partei unterstützenswert…

    Noch nicht enthalten sind:
    – Reduzierung der Anzahl der Bundesländer
    – Kopplung der Wahlkampfkostenerstattung an die Wahlbeteiligungsquote
    – Landtagswahlen zusammenlegen
    – Straftatbestand für Untreue im Amt schaffen

  10. 10
    Jörg

    Das muß ein Mißverständnis sein, die Linkspartei sollte natürlich nur die Alkohol-Steuer auf Bier abschaffen, und die auf Sekt UM EIN VIELFACHES ERHÖHEN!

    Wer Sekt trinkt, macht sich doch wohl als Feind des hart arbeitenden bzw. arbeitslosen Proletariats verdächtig.

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