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Spendenaufruf

Manchmal denke ich darüber nach wieder Musik zu machen und dann denke ich ich sollte dann deutsch singen im Gegensatz zu früher meine Güte dieses Wort früher immer und überhaupt scheibt man das nicht groß zurück zu den deutschen Texten weil man will ja verstehen soll worum es geht auch wenn man nunmal kein Englisch kann und dann höre ich das neue Olli Schulz Album und finde das gut aber wie so oft stelle ich fest und das ist jetzt nicht speziell auf Olli Schulz bezogen dass es eben auch nicht leicht ist mit der deutschen Sprache und dem Rock’n Roll und dem Pop weil so viele Stücke nur nebenbei gehört eben ohne dass man hört was da gesungen wird sondern nur feststellt dass da überhaupt gesungen wird leider so schnell nach Schlager klingen jetzt gar nicht mal böse gemeint sondern ich weiß auch nicht was es ist aber hört euch mal Money in my pocket von Dennis Brown an oder so und dann fragt euch mal warum Seeed mit dem neuen Album immer mehr Englisch singen und hach ich will ja eigentlich aber es geht eben auch um Flow Fluss und solche Dinge und ich glaube ich müsste bei Englisch bleiben wenn es denn überhaupt so weit kommt weil das Deutsche einfach verbietet banal zu sein sobald man banal ist (was jedoch im Rock und Pop von enormer Bedeutung ist) klingt man nach Schlager was dann natürlich irgendwie schon wieder Pop eben in unserem Sinne ist aber ich bin nun mal Pop eher im britischen Sinne weil die Specials und Clash und Costello eben kein einziges Equivalent in Deutschland bieten und das tut mir alles so leid mit dem deutschen Gesang weil ich es wichtig und richtig und gut finde und Olli Schulz ist toll und An alle Ladies und Wir sind Helden auch obwohl die japanische Version dann eben doch besser klingt einfach nur klingt denn es geht eben auch um Klang und die Brote sind groß und Kettcar auch und Baby Melancholie ist so unglaublich toll dass ich neidisch darauf bin obwohl ich ja gar keine Musik mehr mache und es gibt so viele andere Bands und Hey Tocotronic aber der Tocotronic-Podcast von Lado klingt in der Ankündigung ganz beschissen aber es tut mir trotzdem so sehr leid mit den deutschen Texten ich weiß das ist mein Problem aber es tut mir so leid dass ich beinahe schonmal dafür gespendet hätte.

32 Kommentare

  1. 01

    Darf ich Dir ein paar Punkte und Kommas spenden? Johnny Kafka?

  2. 02

    das macht dann wohl auch den unterschied aus zwischen guten „deutschen“ bands und eben schlechten. und bevor es peinlich wird, es lieber ganz sein lassen, oder eben auf englisch singen. denn da darf man ja wirklich alles sagen und singen.

  3. 03
    martin

    Ich mach mal den Anfang mit spenden ;P:
    …………………… ,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,

    Es stimmt, wass du sagen tust: Deutsch klingt schnell nach Schlager. ein Grund, warum ich Silbermond und Echt usw nie leiden mochte. Es ist in der tat ein kunststück, gut klingende Lieder mit dieser kantigen Ecke zu machen, denke ich, aber die Helden kriegen das ganz gut hin. denen steht das ganz gut.

  4. 04

    Deutsche Texte klingen genau dann irgendwie peinlich, zu intim und blöd, wenn man sich beim texten Deine Gedanken dazu macht. Dann ist man schon zu verkrampft und viel zu tief im Thema. Beim Englischen würde das nicht passieren.

  5. 05

    Englisch zu singen, weil’s cooler ist, ist einfach derb spießig und verklemmt. Wieso ist ne fremde Sprache überhaupt cooler als die eigene? Ich glaube, dass kommt daher (auch wenn’s banal klingt), weil wir nach dem Krieg nur Ami-Mucke gehört haben. Alles, was aus den Staaten kam, war eben cool. Und das wieder aus den Köpfen rauszuprügeln dauert ewig.

    Deutsche Songs klingen auch nicht tendenziell nach Schlager. Was für abstrakte Gedanken. Was ist mit Bands wie Wizo, Sammy Deluxe, Die Ärzte, den Helden. Außerdem rockt weitaus mehr, wenn man die Inhalte wirklich versteht.

  6. 06

    7an: Also da gibts ja nun auch noch ein kleines, aber nicht unwesentliches gebiet im lande, wo nicht nur ami-mucke gehört wurde….. und ausserdem sind „wir“ ja nun auch nicht mehr die generation, die von nach-dem-weltkrieg-musik beeinflusst sind….. oder

    Johnny: Und ich wette, der Text war schwierig zu schreiben und du musstest nicht wenige male zurück und den aus versehen gesetzten punkt wieder wegmachen…..

  7. 07
    bussibaer

    bis auf wenige ausnahmen, die auch hier schon genannt wurden, sind deutsche bands immer imitate und deshalb klingen die auch so — nämlich scheisse!

  8. 08

    Ganz abgesehen von mögliche Zielgruppen, Befindlichkeiten in Bezug auf die deutsche Sprache und Imagefragen, bietet die englische Sprache für mein Verständis diese Möglichkeit, einige Dinge kürzer zusammenzufassen und universeller auszudrücken. Daher: why not?

  9. 09

    und wo findet sich der Lado Podcast? oder dauert sowas nach der Ankündigung noch ein paar wochen…

  10. 10
    frank r.

    irgendwer hat mal was ähnliches gesagt wie: ‚wer statt deutsch englisch singst ist entweder ein poser oder hat nichts zu sagen.‘ der satz ist hängengeblieben. und den gegenbeweis konnte mir seither auch noch niemand erbringen.

  11. 11

    mit das übelste beispiel (für mich!) sind element of crime. entsetzlich dröge nichtssagende texte, von einer hip-schickeria und trockengelegten angestelltinnen hochgejubelt. ganz ganz flach. pop-geschreibsel übelster sorte. verhöhnung aller leute, die sich dieses zeug kaufen. und dieses „buch“. naja. ich mag es nicht. es flacht genauso.

  12. 12

    GUTE Texte schreiben ist, egal in welcher Sprache, schwer.

    Außerdem gehen wir mit unserer Sprache viel zu verkrampft um.
    Ein guter Text bedeutet für mich nicht das er immer eine tiefgehende „Botschaft“ haben muss. Er darf auch gerne einfach „nur“ unterhalten oder mich zum lachen bringen.
    Und ihr müsst doch zugeben das z.B. „Da Da Da“ von Trio ein großartiger Text ist, oder ?!

  13. 13

    …“Pop eher im britischen Sinne weil die Specials und Clash und Costello eben kein einziges Equivalent in Deutschland bieten…“

    dann kannst du ja der erste sein. wenn’s schon zehn deutsche clashs und costellos geben würde, bräuchte man ja auch keinen elften.

    ach ja, clash t-shirts kann man jetzt auch bei H&M kaufen, habe ich gehört.

  14. 14

    Englisch singen ist ja nicht der Weisheit letzter Schluss… man muss es eben auch erst mal können. Hab mir z.B. gerade die Band mit dem coolen Namen aus dem vorherigen Beitrag angehört. Die Musik find ich klasse und live machen die sicher ne „geile Party“… aber bei den MP3s hört man eben schon raus, dass die Sängerin kein native speaker ist, wie ich finde. Es gibt hierfür sicher noch bessere (oder eher schlechtere) Beispiele, denn soo schlimm isses nun auch wieda nich bei „Hände Weg Johnny“, doch eben dieser deutsche Akzent löst bei mir stellenweise ein leichtes Schaudern aus, das den Flow beim Anhören auch ganz schön bricht…Wenn man es nur ab und zu mal raushört finde ich das fast noch schlimmer, als wenn man gleich sagt „drauf geschissen“ und richtig mit deutschem (oder jamaikanischem?) Akzent singt => Flow…
    Wie gesagt, ich würd mir „Hände Weg Johnny!“ live trotzdem anschauen.

  15. 15

    @Els: Trotz der Generationenwechsel blieb aber der „American Way of Life“ und auch die Ami-Mucke beliebt. Pauschale Anti-Amerikanisierung ist zwar doof, aber immer noch ganz schön.

    Mich würde mal interessieren, wie populär englischsprachige Musik heutzutage wäre, wenn man in den USA nicht Englisch sprechen würde.

  16. 16

    Hm, ich habe das Radiokonzert von Olli Schulz am letzten Montag gehört, bei dem seine Band zu spät kam. Ich bin extra eineinhalb Stunden rumgefahren, um es im Auto auf einer nächtlichen Strasse zu hören, und wenn einer mich allein mit seiner Gitarre so lang durch die Nacht bringt, dann ist es schon gut. Wenn man nur ein paar Meter neben der – meines Erachtens völlig überschätzten und hilflos unkreativen Berlin Connection a la Wir sind Helden und Juli und Silbermond schaut, sind da schon ein paar gute Leute. Klee, Nachlader zum Beispiel.

  17. 17

    Ich spende hiermit einen Hörtipp, weil selber hochgradiger Fan von ihm:
    Tom Albrecht.
    Ist vielleicht nicht ganz Dein Fall, weil gerade das erste Album (danke Management) vom Sound ein wenig Pop-lastig wurde.

    Spätestens seine akustischen Nummern (nur Piano, oder ein bissken Jazzgitarre) und die neuen Sachen sind aber eine Gänsehaut wert. Meines Erachtens ehrlich & kreativ, die besten Texte seit Ewigkeiten, mit dem richtigen Hauch Melancholie, Kanten im Gesang, Sahne.

  18. 18
    sdf

    ddaasdffDDF DDDF

  19. 19
    martin

    warum diskutieren hier alle nur um die sprache der musik? dass johnny hier uebers wiedermusikmachen nachdenkt, find ich mindestens ebenso interessant… sucht der 24/7-blogger etwa nach „neuen“ herausforderungen? oder hab ich nur den anfang des artikels nicht verstanden?

  20. 20

    ich bin auch so jemand der englische texte aus dem einfachen grund bevorzugt dass sich eine andere sprache eben im einfach nebenher hoeren besser ausblenden laesst als die in der man gerade spricht oder denkt trotzdem denke ich nicht das es unbedingt nur ums banale im pop geht so sind pulp mit ihrene texten eher alltaeglich aber eben nicht banal was meiner meinung nach guten pop ausmacht aber da kann man sich sicherlich hervorragend drueber streiten andererseits hab ich mir gerade den zweitfrau podcast (sorry zum links raussuchen muesste ich meinen gedankenstrom unterbrechen was einfach gerade nicht geht deshalb schreibe ich lieber einen langen text warum ich nicht zu der band zweitfrau linke oder dem podcast oder deren seite im itunes music store) aufgestoebert und obwohl ich eben nicht der grosse deutsch-sing-fan bin war ich doch positiv von deren song -schnitt- ueberrascht dass ich gleich mal nen euro bei denen in die itms-kleingeldschale geschmissen hab. sind das was du da alles nennst gema-kuenstler oder koenntest du die in deinem podcast spielen?
    was hälst du vom interview mit atilano perez von der berliner labelkommision im verband unabhaengiger tontraegerunternehmen ich wurd gern mal deine meinung darueber hoeren.

  21. 21
    sonrisa

    „und Baby Melancholie ist so unglaublich toll“

    das hat mich jetzt ruhiggestellt, sonst hät ich hier auch gespamt

  22. 22
    Sancho

    Setz dich mal hin und hör Dir engliche Texte an, dann machst du Dir die Gendanken dazu, und du wirst in den allermeisten Fällen feststellen müssen, das Du in Zukunft viel lieber über deutsche Texte nachdenkst …

    Meine Spende: Jupiter Jones … grandiose Texte und tolle Musik dazu!

  23. 23
    yuki

    james joyce?!

  24. 24

    ältere menschen, die verkrampft unverkrampfte deutsch texten wollen, klingen leicht nach schlager. junge nicht: http://www.anajo.de. ja, ich glaube, es ist so einfach.

  25. 25

    @DonA: Die Grenze muß man aber deutlich zwischen Wir sind Helden und ihren Epigonen (Silbermond, Juli) ziehen. Außerdem verstehe ich den Begriff „Berlin-Connection“ in diesem Zusammenhang nicht. Die beiden Kinderbands kommen aus Bautzen resp. Gießen und die Helden bestehen aus Hamburgern, Hannoveranern und zugezogenen Berlinern.

  26. 26

    Nee, nicht dazwischen. Die Holofernes ist Bono nur auf Steroiden. Reden alle übers scheiß Business als ob man nicht Teil davon wär.

    Olli Schulz ist großartig (in Dresden z.B. als Support der Weakerthans) und was den Rest angeht: Kommt ganz einfach drauf an. Schnulz-Texte a la Kettcar gehen auch, wenn sie eben von Kettcar kommen. Rockige Reißer sind trotzdem Scheiße, wenn sie aus Tokioer Kehlchen trällern. Und da würde Englisch auch nicht helfen. (Doch, weil es weniger kauften…)

  27. 27
    Tilman

    Beispiel: Wolfsheim.
    Heppner klingt englisch harmlos und beliebig. Deutsch gesungen bekommen die Lieder erst so richtig Charakter.

  28. 28

    trotzdem gab und gibt es wenige, die die mittel, welche die kantige deutsche sprache bietet erkennen und zu nutzen wissen.

    meine favs sind und bleiben die neubauten, die ersten beiden blumfeld-alben, die erste kettcar geht auch und natürlich so „banales“ zeug wie trio. trio rocken enorm.

    =)

  29. 29

    Sing auf tatschikisch, wenns dir Spaß macht, aber sing! ;)

  30. 30
    michael

    Um jetzt mal ganz doof pauschal zu sein:
    Ich fand englische Lieder, englische Gedichte, schon immer besser als deutsche. Englische Romane wirkten dagegen auf mich immer ein ganz kleines bisschen platt. Nie so schlimm, dass ich sagen würde ich würde aufgrund der Sprache irgendwas von dem nicht mögen, aber irgendwie, doch, man merkte es.
    Aber ich finde und fand das Argument „Es muss mehr deutsche Musik geben, weil Kultur und so bla“ schon immer dämlich. Die Sprache sollte dann eine Rolle spielen wenn man persönlich Musik machen will, ansonsten spielt generell eine Rolle was einen gefällt und da sollte man nicht nach Srache wählen.

  31. 31

    Olli Schulz ist cool. Ich hab ihn im Sommer in Hamburg bei so einem Zeltfest live gesehen. Da kam seine Band auch später, weil die noch bei Tomte spielt oder so,- aufjedenfall ist Olli Schulz auch echt ein super Alleinunterhalter und das neue Album von ihm gefällt mir richtig gut!

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