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Versuch einer Zusammenfassung

Knapp 400 Kommentare beinahe jeder inhaltlichen Couleur zu „dem Bild“, Spreeblick mit 15.000 unique visits pro Tag (für einige Tage) und (natürlich) Hass-Mails, die mich des „Diebstahls“ bezichtigten… was ist hier eigentlich passiert in den letzten Tagen?

(Dieser Artikel soll nicht die DBD-Diskussion ein weiteres Mal starten. Es geht mir in diesem Fall um ein paar persönliche Gedanken über die Rolle, die Spreeblick im gesamten Zusammenhang spielt.)

Chronologien der Ereignisse finden sich u.a. bei Glück auf (Andreas hat auch eine Blogschau verfasst), fest steht: Das Bild tauchte über Foren und Blogs auf und hatte wenige Tage später den Weg in die klassischen Medien gefunden. Derzeit sorgt es im Ausland für Interesse. Dass das Foto bzgl. der aktuellen Kampagne generell veröffentlichungswürdig war und ist, steht für mich außer Frage und ich frage mich, wie Kommentatoren mit dem Foto umgegangen wären, deren Grundtenor „Na und? Was ist daran jetzt so wichtig?“ lautete. Na klar musste das kein Blog veröffentlichen, Blogs müssen erstmal sowieso gar nichts, doch für Spreeblick war es ein Muss, immerhin reden wir uns schon seit Mai die Köpfe heiß über die Kampagne. Als ich schon soooon‘ Hals hatte, noch bevor es die Kampagne überhaupt gab.

Überhaupt, der Grundtenor. Gibt es einen? Nein, es gibt natürlich und zum Glück gleich mehrere und trotz einiger üblicher Ausfälle in den Kommentaren bin ich doch immer wieder erfreut und beeindruckt, mit welchem Interesse und auch größtenteils differenzierter Auseinandersetzung diskutiert wird. Womit sich übrigens die Frage nach der Wichtigkeit des Bildes erübrigt hat, denn ganz offensichtlich bot das Bild als Auslöser genügend Raum für Diskussionsbedarf, auch wenn „die Blogosphäre“ selbst das streckenweise anders sah. Denn selten zuvor habe ich so oft ein distanziertes „es wird eine neue Sau durch die Blogosphäre getrieben“ in Blogs über Blogs lesen können. Soll vielleicht heißen: „ich schreibe auch etwas darüber aber bevor jemand sagt, dass da schon alle anderen drüber schreiben schreibe ich gleich dazu, dass ich es albern finde“. Oder so. Meine Meinung: Es ist Teil dieses Blogdingens, dass sich Themen ergeben und herauskristallisieren, sicher auch mal hochschaukeln und man kann sich ebenso leicht raushalten wie einmischen – nur was soll daran schlecht sein? Ich habe eher wenig Einträge gelesen, die „eine Sau getrieben“ haben, einige haben nur hin- und hergelinkt, andere haben sich aus unterschiedlichen Perspektiven mit dem Thema beschäftigt. So sind Blogs und so mögen wir es, oder etwa nicht?

Anfangs (lange vor dem einhundertsten Comment) wollte ich übrigens die Kommentare sperren, einfach weil ich nicht verstand, warum das Thema gerade bei Spreeblick so heiß läuft und mich irgendwie fühlte, als hätte ich jemandem etwas weggenommen. Die Kommentare wurden immer mehr, die „etablierte“ Presse begann zu zitieren. Aber warum Spreeblick? Das Thema war doch hier schon fast durch! Wir waren nicht die ersten, die das Bild hatten, es gab nicht einmal den ausführlichsten oder kontroversesten Artikel dazu hier zu lesen. Klar, hier wurde schon früh über das Thema diskutiert und die flickr-Aktion startete ebenfalls bei Spreeblick, hat sich aber inzwischen längst verselbständigt. Immer wieder las ich also meinen Eintrag um zu prüfen, ob ich an irgendeiner Stelle etwas falsches oder besonders sensationalistisches geschrieben hätte. Aber ich fand nichts.

Kein Wunder. Die Tatsache, dass ein großer Teil der Diskussion rund um die „Du bist Deutschland“-Kampagne anhand des Ludwigshafen-Fotos bei Spreeblick stattfand, hatte mit meinem Artikel oder der Frage, wer das Bild zuerst hatte, rein gar nichts zu tun. Spreeblick war „nur“ der Haupt-Treffpunkt geworden, man hatte sich ohne große Absprache auf Spreeblick als einen der zentralen Diskussionsplätze geeinigt. Die Leserinnen und Leser hatten Spreeblick übernommen, sozusagen. Die Gründe dafür kann ich nur erhoffen: Mein eigener Standpunkt ist recht klar, unsere bisherigen Diskussionen sind zwar oft kontrovers, aber nie ausartend, der Grad der Moderation hält sich in einem vernünftigen Rahmen, die Leserinnen und Leser können sich meistens vernünftig ausdrücken… so bastelte ich mir das zurecht. Und war dann ein bisschen stolz darauf und ließ die Kommentare geöffnet. Denn plötzlich wurde mir klar, dass es in diesem Fall eben gar nicht um meine getippte Meinung und die Reaktionen darauf geht, sondern dass Spreeblick für einige Leute, Leser wie Blogger, für irgendetwas steht mit dem sie nicht immer konform gehen müssen, das sie aber für solch eine Diskussion als temporären, virtuellen Treffpunkt-Konsens akzeptieren können.

Und das ist, wenn es denn so stimmt, erstmal ziemlich cool. Danke daher an alle, die sich hier wohlfühlen, regelmäßig vorbeikommen, sich anständig benehmen und eifrig ihren Senf dazugeben.

Wer geht als nächster zur Jukebox?

52 Kommentare

  1. 01
    Rob Liebwein

    Zusammengefasst:

    „Du bist Deutschland“, seit dem 14.10.2005 jetzt auch eingetragene Marke fuer die naechsten 10 Jahre:

    ————-schnipp————-

    (Gekürzt von Johnny, da genau der gleiche Kommentar bereits hier auftaucht)

  2. 02

    sehr schöner artikel johnny. hast ja recht. du bist ein treffpunkt, du führst leute zusammen, du bist deutschland. (hihi)

    @schnapp: vor allem christbaumschmuck finde ich toll..dbd-kugeln, das wär doch der knaller dieses jahr.

  3. 03

    Sehr schön zusammengefasst und trifft so ziemlich exakt meine Meinung. Auch ich habe ja Spreeblick zitiert, aber so ziemlich genau in dem Geiste: Spreeblick als Auslöser, als Katalysator vielleicht.
    Sei froh, man klebt dir an den Lippen! :-)

  4. 04
    Skyliner

    Tja Johnny.

    Ich glaube du wirst dichg langsam mit dem Gedanken anfreunden müssen, dass Spreeblick zur Rathaus von Klein-Bloggerdorf wird. Soll nicht heißen, dass du der Dorfbürgermeister wirst, aber zumindest ist das Rathaus inzwischen zentraler Anlaufpunkt.

  5. 05

    Ich denke es hat viel mit Netzwerkeffekten und Rückkoppelungen zu tun.
    Große Masse an Diskutanten -> höhere Anziehungskraft für andere Diskutanten -> noch größere Masse -> noch mehr Anziehung …

    Und der Spreeblick Planet hat nun mal im deutschsprachigen Bloggoversum so ziemlich die höchste Schwerkraft.

  6. 06
    RB

    IMHO, der Grund, warum alle bei dir kommentieren, Johnny, ist, dass hier am meisten Besucher zu erwarten sind, am meisten gelesen wird, am meisten die klassischen Medien zitieren und so die Chance hoch ist, dass die Kommentatoren gelesen, evtl. sogar in der Presse zitiert und das eigene Blog/die eigene Seite besucht werden. Jeder will halt gerne gelesen werden.

  7. 07

    Ich bin jetzt einfach mal böse und behaupte, dass der Erfolg von Spreeblick in einer Firma namens Jamba begründet liegt. Da kann man noch so sehr mit Meinungsmache kommen, aber die meisten verbinden Spreeblick nunmal mit diesem (wirklich guten) Artikel.

  8. 08

    @jeriko

    Begründet mag durchaus sein, aber ein guter Artikel macht noch keinen guten Blog. Der langfristige Erfolg von Spreeblick liegt meiner Meinung nach schlicht und einfach darin begründet, dass es ein guter Blog ist! Jamba hat Spreeblick nur in unser Blickfeld gerückt!

  9. 09

    Ich hab auch nur deswegen von Spreeblick erfahren.
    Mal sehen, was wir den Journalisten als nächstes wegschnappen :)

  10. 10

    Jeriko, das ist nicht böse, da ist ja was dran, aber es ist nur ein Teil der Geschichte.

    Jamba war ein Hauptgrund für viele Leute, sich zum ersten Mal Spreeblick oder vielleicht überhaupt ein Blog anzusehen, kein Zweifel. Aber das ist jetzt fast genau ein Jahr her. Und sowohl was die Seitenabrufe als auch die Kommentare angeht, hat der ganze DBD-Kram die Jamba-Story längst überholt und heimlich still und leise gibt es auch andere Artikel, die immer noch sehr oft gelesen, wenn auch nicht so massiv diskutiert und verlinkt werden.

    Vor dem Jamba-Artikel war Spreeblick ein „Insider-Tipp“ für einige. Dann kam die erste Hit-Single, die in die Charts ging. Das folgende Album verkauft sich immer noch recht stetig und die Tour war auch okay, selbst die Kritiker halten sich mit Schelte noch zurück. Nach einigen Achtungserfolgen mit weiteren Singles ging die DBD-flickr-Aktion auch in die Charts und jetzt warten wir mal aufs zweite Album im nächsten Jahr. Wobei das dritte dann eh das schwerste wird.

    Und irgendwann finden wir alle zu Gott und produzieren ein experimentelles viertes Album mit einem Querflötenspieler in Indien das eher mässigen Erfolg haben wird, dann lösen wir uns auf um kurz danach geläutert wieder zurück zu kommen und uns wieder auf unsere Wurzeln zu besinnen. Oder so. :)

  11. 11

    Wie jetzt, Wurzeln? Werd mir mal bloß nicht zu sesshaft, sonst können wir ja keine Perlen dieser Güte mehr erwarten!

    Ich finde der Weltraumpapst hat mit der Schwerkraft nicht ganz unrecht – hier kommen wohl die meisten immer mal wieder vorbei (schon allein, weil sie auf den 42ten „42“-Teil warten, oder wenigstens mal auf die Defcom-Fortsetzung ;))

    Und weil Du vielleicht – das ist jetzt aber meine ganz persönliche Meinung – eine Schreibe (und bei den Podcasts „Spreche“) hast, die einen selbst bei kontroversen Themen nicht direkt mit dem Holzhammer abschreckt, sondern eher, ich sach ma‘ (Gott, werde ich das vermissen), „menschelnd“ oder „natürlich nachdenklich“ daherkommt.

    Mal abgesehen von der Themenbreite, die so unerwartet ist wie das Leben.

    So, genug schultergeklopft. :)

  12. 12

    Tja, Johnny, dass dieses Bildchen Diskussionen auslösen würde war ja irgendwo klar. Auch in anderen Blogs und vielen Foren gab es hefftige und vorallem textreiche Diskussionen und teilweise bösartige und auch defarmiernde Kommentare, gegen und für die spackige DbDKampagne.

    Doch dass es spreeblick heftig werden würde war abzusehen, das Spreeblick als einer der Vorreiter der deutschen Blogszene gilt. Doch ich bin auch der Meinung, dass das gleiche Kommentargewurste bei einem anderen Blog wie z.b. ix, wirres.net zu erwarten gewesen wäre wenn das Bild dort rechtzeitig augetaucht wäre.

    Dass hier so ein trubel herrschte lag wohl haupsächlich an der popularitat spreeblicks und an der relativ neutralen Meinung des „Gastgebers“.

  13. 13

    diaet, aber die 42-Serie ist doch abgeschlossen! Die defcom-Story… die noch nicht. :)

  14. 14

    Johnny,
    du bist eine Blog-Autorität.. und hast dir einen werten Grad an Bekanntheit erarbeitet. Das, was jetzt passiert, sind die Lorbeeren, die dir zustehen.

    Tina

  15. 15

    johnny,

    auf die defcom-vollendung warte ich allerdings auch (sehr sogar). oder habe ich zwischenzeitlich, im ganzen dbd &co. mitlesen, was uebersehen?

    aba

  16. 16

    Sei froh, man klebt dir an den Lippen! :-)

    Ich wär da nicht so froh drüber. Wenn Herr Shhhh besoffen in der Siegener Innenstadt an eine Laterne pinkelt, interessiert das keine Sau. Wenn Robbie Williams das gleiche in London macht, dann geht das Wochenlang (inkl. Fotomaterial) durch die Presse. Merke: Wenn zwei das gleiche machen, ist das noch lange nicht das Selbe.
    Ähnlich verhält es sich mit dem Spreeblick. Wenn Jonny Haeusler etwas schreibt, dann wird es schon fast als in Stein gemeisselt angesehen: „Das was der Jonny schreibt, dass stimmt schon so„. Damit besteht die Gefahr, dass eine persönliche Meinung vom Spreeblick ganz schnell mal von vielen ungeprüft übernommen wird. Eine Situation die mir persönlich mehr als unangenehm wäre.

    Von daher war ich auch positiv überrascht das es Stimmen gibt, die nicht wortlos mit allem einverstanden sind was im Spreeblick steht. Die Kritik an der DBD-Kampagne konnte ich anfangs noch teilen, bis sie in meinen Augen (!) irgendwo ins Lächerliche abrutschte. Dieses Foto war dann nur noch das Krönchen oben drauf.

    Leider wurde Kritik an Spreeblick bis jetzt oft als persönliche Kritik an Jonny Haeusler angesehen. Dementsprechend gibt es da auch schon mal den einen oder anderen verbalen Ausrutscher gegen die Spreeblick-Kritiker. Viele merken anscheinend nicht das sich der Spreeblick schon seit längerem von einem rein persönlichen Blog weit entfernt hat. Auch wenn sich der Inhalt nicht viel von einem Blog mit 30,100 oder 5 Besuchern unterscheidet, die Wirkung unterscheidet sich schon gravierend.

    Es ist spannend zu beobachten wie sich das ganze entwickelt. Ich hoffe es bleibt spannend.

  17. 17

    johnny,

    ot: ich seh die border von den form-feldern hier kaum (also den rahmen um die eingabefelder des formulars zum kommentiere). uffn notenbuch.
    ist das normal oder bin ich randgruppe?

    aba

  18. 18

    gloob ix nicht, dass es bei mir eine ähnliche diskussion gegeben hätte. spreeblick ist schon rein technisch gesehen diskussionsaffiner (kommentare stehen auf der gleichen seite wie der beitrag, kein popup), ganz abgesehen davon dass der gastgeber hier freundlicher zu seinen lesern ist und man hier besser zwischen ironie und ernst unterscheiden kann.
    ausserdem nimmt man johnny mittlerweile (zu recht) ernst.

  19. 19

    (junge junge hier wird diskutiert, kaum is man fertig, wurde man schon von 6 kommentare überholt, ix bezog mich mit der 18 auf die 12)

  20. 20

    Ralf, das ist alles auch Thema hier, na klar. Ja, Spreeblick hat sich verändert, was grundsätzlich okay ist, aber manchmal auch etwas befremdlich und ich muss damit auch noch weiter umgehen lernen und natürlich möchte ich nicht, dass ich eines Tages aufwache und Spreeblick etwas ist, das ich nicht mehr kenne. Ich denke über viele Artikel dreimal nach, bevor ich sie abschicke, und das ist manchmal schade. Ich kann mir nicht mehr so viele Stimmungen leisten wie andere Blogs. Das ist nicht immer leicht. Nimm‘ den „Neustart“: ich mache vier Wochen Pause und zwei Tage später donnert das hier wegen eines ausnahmsweise mal sehr vorsichtig formulierten Postings los wie nie zuvor… das ist nicht nur toll. Das ist auch ein wenig beängstigend manchmal…

    Hätte ich nicht dreizehn Jahre lang Radio gemacht und zehn Jahre lang in einer Band gespielt, wäre mir das alles extrem fremd (soll heißen: ich habe ein bisschen Erfahrung im Umgang mit „Publikum“, auch wenn man das nicht immer merkt… :)).

    So hilft mir manchmal die Erkenntnis, dass man es nicht allen Recht machen kann und das oft eine Entschuldigung Wunder wirkt und das jeder einen eh so sieht, wie er oder sie will… da hat man nur bedingt Einfluss drauf. Letzendlich hoffe ich aber immer darauf, dass Leute selbst lesen und denken und entscheiden können. Ich reagiere zwar manchmal auf Kritik vielleicht etwas zu harsch (im echten Leben übrigens auch…), aber dennoch lese ich alles und grübel speziell über die kritischen Worte oft tagelang. Und natürlich ist es für mich auch schwer zwischen Spreeblick-Kritik und Haeusler-Kritik zu unterscheiden.

    „Spannend“ ist das richtige Wort. Es gibt nach wie vor keinen Masterplan, learning by doing und wenn es spannend bleibt, ist viel erreicht.

    Ix, das mit dem Unterscheidenkönnen… da bin ich mir nicht sicher. Sicher bin ich mir hingegen, dass du ebenso ernst genommen wirst wie ich, spätestens seit deiner Polit-Bloggerei, die einfach großartig war und einige Kritiker hat verstummen lassen. Aber du nennst halt öfter mal Leute „Arschloch“, die ich nur noch ignoriere. :)

    Ich bemühe mich tatsächlich seit einiger Zeit um etwas mehr generelle Freundlichkeit (die natürlich auch Grenzen hat), einfach, weil mich sonst der Ärger auffrisst und es kann nicht Sinn von Spreeblick sein, dass ich mich dauernd ärgere. Und ich habe akzeptiert, dass Spreeblick inzwischen nicht mehr nur „meins“ ist. Irgendwie bin ich aber derzeit sehr optimistisch. Es scheint, als hätten die regelmäßigen Spreeblick-Leserinnen und -Leser und ich uns eingependelt. Die letzten Diskussionen fühlten sich irgendwie sehr „zusammen“ an, womit ich nicht die Meinungen, sondern den generellen Ton meine .

    Meine Fresse, ich klinge wie ein Hippie.

  21. 21

    Herr Shhhh hat an eine Laterne gepinkelt?

  22. 22

    Nee, Robbie Williams.

  23. 23

    Weiß nicht. Alles unbestätigte Gerüchte.
    Zutrauen würde ich es beiden. Oder? Ne. Dem Herrn Shhhh doch nicht. Der macht sowas nicht.

  24. 24
    cyc

    Warum gibts in diesen Weblog in Weblogs eigentlich keine Statistik in irgendeiner Form die einerseits absolut, andererseits pro Tag, Woche, Monat und/oder was auch immer, zeigt, welche Artikel am meisten gelesen (evtl. auch kommentiert werden).

    Okay, das waren jetzt in Summe verdammt viele Möglichkeiten, aber zumindest eine relative Statistik pro Monat wäre doch ganz nett. Mich würde nämlich wirklich noch interessieren wie stark der Jamba-Artikel frequentiert wird.

    Ach und Einen Nachteil (Vorteil?) haben die Kommentare hier: Man kann nicht direkt (Thread-mässig) auf einen Kommentar antworten. Aber das ist ja auch wirklich minimal.

  25. 25

    tja, schon spannend, dieses blogdingens, und das, was du daraus machst. ich seh dich eher als experimenteller pionier unter den bloggern, der sich stetig darum bemüht, die blogkultur besser zu verstehen und weiter zu entwickeln. das finde ich aus meiner sicht sehr spannend zu verfolgen.

    was den erfolg von ein paar deiner artikel angeht, frisst mich eher der neid auf ;), als dass ich mir da gedanken darüber mache, was das nun zu bedeuten hat, dass so viele leute bei dir kommentieren. als Informatiker mit Schwerpunkt Künstliche Intelligenz und neuronale Netze würde ich sagen, dass dies nun mal das Schwarmverhalten autonom agierender Internetnutzer ist. Es bilden sich immer zentrale Anlaufpunkte heraus, die einen sich selbstverstärkenden effekt haben. da der ganze rest des netzes so chaotisch und unberechnbar ist, lässt sich ein erfolg, wie der, den du hast, nicht planen. das macht es für mich als blogger umso spannender mit möglichst guten artikeln (hin und wieder ;)) zu punkten und einen teil des schwarms auf meine seite zu lenken.

    verzeiht die gross/kleinschreibung, bin müde…

  26. 26

    dominoeffekte führen wohl zu netzwerkknoten und das passiert nicht linear, sondern eher exponential (also keine linie von links-unten nacht rechts-oben, sondern eine explodierende kurve). spreeblick scheint eben genau ein solches hub geworden zu sein.
    ist doch super! cheers.

  27. 27

    Sollte das der Anbeginn einer relevanten deutschsprachigen Blogosphäre sein?

  28. 28

    @cyc (Nr. 24):
    Gibt es. Von meist geklickten, meist kommentierten bis hin zu meist gelinkten Beitrag. Statistisch auswerten kann man eigentlich alles. Nur wer will das schon?
    —–

    Relevante Blogsphäre? Da ist es wieder, dieses böse R-Wort. Bloggen hat doch eher etwas mit Rocken zu tun. Man steht auf einer Bühne und schmeisst der Menge seinen persönlichen Kram an den Kopf. Die finden es gut oder nicht.
    Die Frage nach der Relevanz eines Blogs wäre demnach genauso sinnvoll wie die Frage wie wichtig Tokio Hotel für mich sind, weil sie grade ein oder zwei Hits haben. Ist Tokio Hotel jetzt der Start einer relevanten deutschen Musikszene?

    Natürlich kann man mit seiner Popularität später auch mal versuchen etwas anderes zu erreichen. So ähnlich wie sich Bono von U2 sozial engagiert, könnte man auch als berühmter Blogger versuchen Einfluss zu nehmen. Bloggen um den Regenwald zu schützen, oder so. Aber grade hier sehe ich eine vermischung wo man nur schwer etwas vermischen kann/soll. Musik ist Musik, Bloggen ist Bloggen und Politik ist Politik. Natürlich gibt es immer mal wieder Schnittmengen wie z.B. politische Protestsongs. Aber nun davon auszugehen das die Blogsphäre ähnliches erreicht wie die Musikszene der 60er und 70er Jahre, halte ich doch für ein wenig arg utopisch.
    Wenn man von Relevanz redet, darf man auch nicht aus den Augen verlieren, dass es in Deutschland zehn mal mehr Bildzeitungsleser als Blogger gibt. Und wenn man meint das 3 Millionen Bildzeitungsleser viel sind, im Vergleich mit den 82 Millionen die hier insgesamt in Deutschland leben, ist es doch wieder ein eher recht kleiner Teil.
    15tsd Zugriffe pro Tag sind schon verdammt viel. Aber an der Gesamtbevölkerung gemessen, sollte man mit Begriffen wie Relevanz und Meinungsbildung eher vorsichtig umgehen.

    Für die Blogsphäre ist dieses Blog mit sicherheit relevant und teilweise auch meinungsbildend. Aber für das was in Deutschland insgesamt passiert? Von der Revolution ist die Blogsphäre aber noch meilenweit entfernt.

    Ich würde für mich (!) die Frage von Tommy Blank (Nr.27) so beantworten: Für die Blogsphäre ist die Blogsphäre schon sehr relevant (Selbstreferenzialität). Für das Internet noch nicht so sehr. Die Welt da draussen, the meatspace, hat die Blogsphäre noch gar nicht wahr genommen.

  29. 29

    Im Zusammenhang mit einigen „Parallel“Kommentatoren, die sich über das Geschehen um das besagte Bild meinten, ebenfalls äußern zu müssen, hatte ich den Begriff „Meta-Blogger“ gelesen. Dies nahm ich als Anlass, einmal eine entsprechende Frage danach sowohl in dem entsprechenden Weblog, in dem der Begriff auftauchte wie auch bei mir zu stellen. Falk Lüke (Blogruf von DIE ZEIT) .. ach, wisst Ihr was? Lest einfach selbst: http://www.martina-kausch.de/?p=192 :) (Danke @Johnny, dass ich den Link einstellen darf)

  30. 30

    @Ralf: Ich sag’s wirklich ungern, aber es gibt irgendwas um 12 Millionen Bildleser täglich. Sagt man. Käufer, besser Auflage, irgendwo bei 4.x Millionen, näheres im Bildblog.

    @Johnny: Das mit der Sau frist mich nun schon wieder innerlich auf. Dabei ist es nicht einmal der Gang zur Jukebox, den du möchtest. Das mit den Säuen passiert wohl/offenbar einfach in Blogs. Immer wieder. Aufmerksamkeitswellen, die sich bevorzugt von „A-Listern“ ausbreiten. Dass es (gerade?) (noch?) nicht für destruktive Kampagnen benutzt wird, hat vielleicht (zum Glück?) mit der Struktur der deutschen Blogosphäre zu tun.

    Erinnerst du dich an die Geschichte mit dem CSU-Spam _vor_ der Wahl? Das ging – nicht zuletzt – ausgehend von dir und ix relativ unrecherchiert durch’s Dorf.

    Und nun, Herr Häusler, die Kokettiererei mit dem Erfolg. Ach, das glaube ich Ihnen nun einfach mal. Jedem anderen würde ich die gespielte Naivität ziemlich übelnehmen ,)

    Was unabhängig davon als Frage übrigbleibt: Wieviele Journalisten werten mehr als 5 Blogs aus? Und selbst wenn: Wenn Blogs ein Früherkennungssystem für Themen/Relevanz sind (nicht unbedingt im Sinne von nachrichtlich relevant), ab wann kann/sollte man es ins Blatt nehmen? Wenn es der SWR tickert? Wenn es hier mehr als 150 Kommentare gibt?

  31. 31

    Joerg-Olaf, ich kann nicht mehr folgen. Die „Sau“ war nicht auf dich bezogen, falls das so rübergekommen sein sollte, es haben halt viele geschrieben und ich habe nicht verstanden, warum ein Thema plötzlich eine Sau wird.

    Mehr Recherche ist in manchen wenigen Blogs nötig, na klar. Aber ich fand in diesem Fall ausgerechnet die Recherche z.B. von Andreas okay. Die Bildrechte hätte man exakter recherchieren können, stimmt. Vieles davon übrigens auch schon mal laut angedacht hier.

    Den Part mit der Kokettiererei verstehe ich nicht. Es gab viele Fragen, wie sich der Kram auf Spreeblick ausgewirkt hat und oben steht die Antwort. Was genau würdest du mir übelnehmen? Dass ich mich freue, dass Spreeblick in diesem Fall zu einer Diskussions-Anlaufstelle geworden ist?

    Entweder einer von uns beiden macht es sich gerade zu kompliziert oder zu leicht. :)

  32. 32

    Ein netter Artikel über Johnny und Mario:

    http://www.diegegenwart.de/ausgabe46/relaunchmitmensch.htm

    Ich verlinke das jetzt mal, obwohl mir Medien (in diesem Fall Online-Magazine) sehr suspekt sind, wo der Macher überall seinen Namen hinschreibt, damit man es auch ja mitbekommt.
    Profilneurose? Ego-Trip? Ups, das darf man wahrscheinlich gar nicht kritisieren bei den vielen Preisen, die Björn B. bekommen hat… Nun gut, vielleicht mag ich auch einfach nur eher so rührige, bescheidene Leute wie Stefan Tenner :)

  33. 33

    Nunja, das mit der Sau durfte ich schon missverstehen, auch wenn ich es mir nicht anziehen wollte.

    Da gibt“™s wenigstens ein paar sinnvolle Gedanken und bisher erfreulich wenig Geschrei. Bis die nächste Sau durch“™s Dorf getrieben wird.

    Nachtrag: Diese Sau wurde schon vorher angeworben.

    … hieß es damals drüben bei Medienrauschen.

    Ansonsten glaube ich schon, dass du die „Größe „und – nun – Beachtung, die Spreeblick im Moment zu Teil wird, recht gut abschätzen kannst. Da könnte man ein, „Ach, verstehe ich doch auch nicht, warum gerade ich nun zitiert werde, ich bin doch nur eines vielen vielen kleinen Bloggerlein“ durchaus als Show sehen. Auch wenn es anders gemeint sein mag.

    Hast du eigentlich schon mit Falk Lüke telefoniert?

  34. 34

    Joerg-Olaf, die Sau hatte ich nicht zuerst bei euch gelesen. Die stand wirklich auffallend oft in lauter Blogs, die ich gar nicht kannte.

    Aber stimmt, Medienrauschen war auch dabei, aber hey: So blöd Medienrauschen dissen wäre peinlich und grundlos, ich schätze Medienrauschen sehr. Keine Ahnung, ob euer Artikel der Ausschlaggeber war für den Begriff.

    Jetzt verstehe ich das mit der „Show“ auch, danke für die Ergänzung. Ja, stimmt, kann man so lesen. Muss man aber nicht, in anderen Fällen freue ich mich ja sehr über viele Leser, in diesem Fall aber hatte ich den Eindruck, dass ich nicht derjenige war, der es „verdient“ hat. Soviel Abstand hab ich schon noch zu Spreeblick.

    Nee, mit Falk habe ich nicht telefoniert, sollte ich? Muss die Diskussion mal checken drüben, habe nicht erwartet, dass das auch ausartet und keine richtige Zeit gehabt. Hole ich nach.

  35. 35

    Irgendwo musste die Diskussion schließlich stattfinden, und da man sich schlecht kreuzweise hin und her an 15 Punkten unterhält, kam Spreeblick als Treffpunkt gut in Frage. Sicherlich zeigt das einfach nur die „Blog-Autorität“, darüber solltest du dich freuen, es ehrt dich das du es etwas differenzierter siehst.

    Apropos „mangelnde Recherche“; das plötzlich jeder Blogger mit den Maßstäben des Journalismus gemessen wird — auch wenn es dann darum geht aufzuzeigen, das sie an ebendiesem Maßstab manchmal scheitern (genauso wie natürlich viele „echte Journalisten“ an den Maßstäben eines Bloggers scheitern würden) — das jedenfalls zeigt ja wohl, wie weit es Blogger in der Auffassung der Öffentlichkeit und oder Journalisten geschafft haben… denn im Gegensatz zu „echten Journalisten“ macht ein Großteil der Blogger das ganze nebenbei und ohne Bezahlung, was einem andere Möglichkeiten eröffnet. Trotzdem hat die *Blogwelt insgesamt* die Sache faktisch gut aufgedeckt, die „Mainstream-Medienberichte“ enthielten kaum einen einzigen neuen Gedankengang.

  36. 36

    @ Johnny – Wegen Falk Lüke:

    Ich hatte eben im Kommentarbereich seines Blogs von jemandem gelesen, dass dessen Kommentar gelöscht wurde, nachdem dieser schon veröffentlicht war:

    http://blog.zeit.de/blogruf/?p=68#comment-144

    Also löscht dort jemand (Falk oder jemand anderes) doch Kommentare wegen der inhaltlichen Ausrichtung und es ist nicht wie von Falk behauptet die Filterautomatik, denn dann würden ja die Kommentare erst gar nicht veröffentlicht werden und das behauptet dieser Leser ja, er sagt sogar, er hätte ein PDF als Beweis!

    Sieht nicht gut aus für Falk Lüke, oder?

  37. 37

    @oli: Ich machs kurz mit einer technischen Erklärung. Spamfilter reagieren zum Beispiel auch darauf, wie häufig jemand postet – weshalb zum Beispiel auch einige meiner Kommentare bei Udo Vetter im Spamfilter gelandet sind. Mein Filter zieht dann alle gleichartigen Postings ein. Der besagte Kommentar ist allerdings tatsächlich (nachdem ich ihn im Spamfilter fand) gelöscht – der Kommentator hat per Mail Antwort bekommen. Langsam reichts irgendwie auch mit dem, was ich mir da teilweise anhören darf. Das hat mit inhaltlichem schon lange nichts mehr zu tun, Hauptsache Personen bashen…

  38. 38

    @Falk:
    Tut mir leid, aber das Leben in Klein-Bloggersdorf ist brutal, hart und schmerzhaft. Schlimm daran ist, dass 1. die Nachrichten in einem Affentempo rumgehen und 2. dank der „Cache“-Funktion mancher Suchmaschinen Vergehen noch Jahre später zu lesen sind.

    Sicherlich sind schon mehr Bloggerdorfer gebasht worden, als du dir vielleicht vorstellen kannst. Deshalb mein Tipp: Wenn du dich in Klein-Bloggersdorf begibst, dann vergiss deine Elefantenhaut nicht! Noch was: wer Kritik austeilt muss auch eben solche einstecken (können). Und ich finde, bislang (das, was ich mitbekommen habe) wurde mit dir noch recht sachte umgegangen. ;)

  39. 39

    ich glaube „Marktplatz“ triffts am besten

    cheers engelchen

  40. 40
    TriIIian

    „Café Spreeblick“: man trifft sich, man schnappt dies und das auf, gibt seinen Senf dazu. Dazwischen immer wieder das allgemeine Gemurmel, bis man wieder ein Gespräch am Nachbartisch auffängt und verfolgt. Fast wie ein zweites Zuhause — was ja ein gutes Café erst auszeichnet ;-)

    Der Vergleich gefällt mir besser als der mit dem Bürgermeister…

  41. 41
    Volksvertreter

    Hey Jonny, villeicht kündigt sich hier ja sogar eine Erfolgsgeschichte a la Google, Ebay oder Microsoft an.

    Dir gehört dann das Monopol auf ECHTE Demokratie und Du bist Garant für ABSOLUTE Meinungsfreiheit in Deutschland. Dazu müsstest Du die Themen noch etwas besser strukturieren bzw. kategorisieren. Die Option auf Anonymität der Schreiber muss natürlich erhalten bleiben. Danach expandiert Spreeblick in die ganze Welt – denn Du Jonny, Du bist Deutschland !

  42. 42
    smk

    @Oli & @Falk & anyone else – da ich auch gelöscht wurde (jedenfalls mit einem Link zu Hebig) und der vor allem NICHT im Spamfliter lag:

    Es gibt verschiedene Löschstufen in Blogs, die schon etwas über die (nervliche?) Verfassung der Autoren sagen:

    * Spam löschen – das ist Sorgfalt
    * Trolle löschen – umstritten, aber anstelle diese weiter zu „füttern“ kann das gerechtfertigt sein
    * persönliche Beleidigungen löschen – ich denke damit kommen wir an die Aussage „Langsam reichts irgendwie auch mit dem, was ich mir da teilweise anhören darf“ von Falk ran – nur gab es denn sowas? Ich denke eher, wenn das Fell dünn ist, wird es schnell kalt
    * Das Löschen aber von Hinweisen auf andere Blogs, die auch ein Statement zu dem Text/Autor haben, auch wenn der Text des Hinweises spitz und polemisch ist wie der auslösende Beitrag des Autors selbst(Unter solcher Kategorie fasse ich meinen bei Falk gelöschten Hinweis auf) – Tja, dann hätte ich an Falks stelle schon viel eher angefangen zu löschen. Oder hätte einfach die Kommentare abgeschaltet.

    So aber fragt sich mein kleiner Geist: WTF? Egal. Es gibt ja andere Blogs, und da trifft man sich halt auch. Es ging ja auch nicht um Beleidigung. Sondern eher um mildernde Umstände. Und: Ich bin übrigens auch Praktikant. Fast überall, wo ich das erste Mal arbeite. Und deswegen sehen andere auch dann immer großzügiger über meine Fehler hinweg. Aber das nur am Rande.

  43. 43

    Na, so langsam verstehe ich, was Blogs tatsächlich ablösen: E-Mails. Warum soll man Meinungsverschiedenheiten noch im Zweiergespräch oder Dreiergespräch klären, wenn man doch auch direkt Gott und die Welt, auch die gesamte aus der fernen Zukunft des AskGoogle-Indexes, dazu einladen kann?

  44. 44
    smk

    Für mich liest sich das jetzt so: War Dir(Falk) nie klar, das jeder Deine Artikel und Deine Meinung lesen kann? Und jeden Senf, den alle noch so dazugeben? Auch später, wenn Du etwas völlig anderes machst?

    Heute sagte noch ein Bekannter vom NR zu mir: Man braucht schon jetzt keine aktive Zensur mehr – die Angst, durch Google mit einer Meinung erwischt zu werden, ist schon groß genug.

    Aber um noch eine ernsthafte Antwort zu geben – nein, Blogs lösen nicht eMails ab. Du befindest Dich in den Kommentaren. Und die lösen Diskussionen auf Mailinglisten und geschlossenen Newsgruppen ab. Und erzeugen Transparenz: Du hast (einen?) Verweis(e), zumindest meinen, zu hebig.com gelöscht, ich habe mich per Kommentar beschwert, ein dritter (den ich gar nicht kenne) hat das gelesen und hier geschrieben, du hast den letzten Kommentar bei dir mit dem Löschhinweis wieder gelöscht und ich bin durch ein ganz anderes Blog(hebig.com) wieder hier gelandet und stellte eben richtig, das ich nie im spamfilter war falls du meine einträge meintest. Puh.

    Jetzt schreiben wir uns hier vor aller Öffentlichkeit und vor allem ganz transparent unsere Kommentare.
    Witzig vor allem, weil sich das alles auf wirres.net, spreeblick, hebig.com und wo sonst noch verteilt. Vielleicht skalieren Blogs doch :-)

    Wenn es jetzt noch um ein bedeutsames Thema gehen würde … es zeigt aber: Man kann vielleicht ein Blog „kürzen“ (ich sage nicht das Wort mit „z“), aber nicht alle. Und damit ist klar, warum Journalisten so eine komische Angst vor diesem Blogdings haben: Es ist nicht aufzuhalten und es vergisst nicht.

  45. 45

    @smk:
    Der Journalismus hat solch eine komische Angst vor dem Blogdings, weil es so schnell ist und eben doch ganz schnell mal per Mausklick etwas ins Vergessen geschickt wird (sprich gelöscht wird).
    Ausserdem habe ich das Gefühl, dass die Journalisten mit den Blogs nichts anfangen können, weil ihnen die passenden Werkzeuge und Methoden fehlen. Versuch mal die Diskussion um das DBD-Foto und der DBD-Kampagne auf eine Zeitung zu übertragen.
    Wenn eine Zeitungsredaktion einen Leserbrief bekommt mit „Hey! Schaut mal welches Foto ich gefunden habe„, dann haben die erstmal ganz viel Zeit um das alles in Ruhe zu recherchieren und nachzuprüfen. Wenigstens bis zur nächsten oder übernächsten Ausgabe der Zeitung. Oder auch gar nicht. Wer kontrolliert denn welche Leserbriefe veröffentlicht werden und welche nicht? Wo hat der Zeitungsleser denn eine sichtbare Reaktion auf seine Leserbriefe?

    Das Leser schon lange das Bedürfnis haben aktiv auf einen Artikel zu reagieren, zeigt doch Heise.de: Heise sind zwar keine Blogger, es ist aber die gleiche Struktur: Artikel und Reaktionen darauf.
    Wundert es also das es im Spreeblick manchmal abgeht wie Schmitz Katze? Bedürfnis und Befriedigung.
    Der Ehrenpreis in Kommunikationsversagen gehört m.E. nach dem SpOn. Technisch wäre es möglich mit dem Leser per Forum/Kommentare zu kommunizieren und ihm eine Diskussionsplattform zu bieten. Das es nicht durchgeführt wird, dürfte wohl eher an idiologischen Gründen liegen. Man will sich halt nicht die Butter vom Brot nehmen lassen.

    Die Diskussion um das DBD-Foto hat gezeigt wie schnell man die Butter vom Brot gekrazt bekommt. Mich hatte bei der Diskussion weniger fasziniert ob das Foto echt oder falsch war. Sondern eher der Aspekt ob man dem Foto Beachtung schenken sollte oder nicht.
    Überträgt man das mal auf eine gedruckte Zeitung, dann würden solche Diskussionen an der Glaubhaftigkeit der Zeitung rütteln. Denn bislang galt doch: Das was in der Zeitung steht, dass stimmt auch (mehr oder minder). Journalisten haben eine absolute Meinung. Sie ist unverrückbar und steht nicht zur Debatte. Falk Lüke demonstriert dies mit seinen Beiträgen immer wieder recht schön.

    So langsam weigere ich mich Blogs mit Journalismus in Verbindung zu bringen. Es gibt Gemeinsamkeiten, trotzdem zeichnet sich immer stärker ab das es zwei ganz verschiedene Dinge sind. Von daher ist auch die Diskussion um die Rechercheleistung von Andreas, Jonny und all den anderen Beteiligten absolut unsinnig.

  46. 46

    @ Falk:

    Ich habe mir jetzt doch mal einige Zeit ans Bein gebunden und bin all diesem Spamfilter-Zensur-gelöscht-dünnhäutig-Kritik-Bashing-Zeugs nachgefolgt, tatsächlich über mehrere Blogs und ich muss sagen, sieht trotzdem schlecht für Dich aus. Immer noch.

    Als unbeteiligter Leser ergibt sich mir ein ähnlicher Eindruck wie auch den meisten anderen Lesern, bzw. Kommentatoren Deines Artikels: Der Text ist nicht wirklich nachvollziehbar = „schlecht geschrieben“ (Zitat), danach dann kein souveräner Umgang von Dir mit der Kritik, die Dir dann entgegnet wurde und es war auch nicht schön, wie Du später einige Löschungen begründet hast.

    So, das ist jetzt mein Eindruck von der ganzen Sache. Mach was draus oder ignoriere es halt :)

  47. 47

    Hi,

    ich schätze das Spreeblick die ganze Publicity auf sich zog hängt damit zusammen, dass dieses Blog scheinbar wirklich sehr beliebt ist – zu Recht, denn die Artikel die hier gebracht werden (insbesondere auch der DbD Artikel) haben eine hohe Qualität, die man zu würdigen wissen sollte. Ich bin zwar zufällig (durch jenen Artikel) auf Spreeblick gestoßen, lese neue Artikel allerdings seitdem auch gerne mit und zitiere dich, dort wo es mir wichtig erscheint.

    Gruß
    Patrick

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