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Der Duft der Frauen

Mag an meinem schlichten Gemüt heute liegen, aber es ist ja schon ein wenig witzig sich Wissenschaftler vorzustellen, die zu Forschungszwecken (is‘ klar…) an achselschweißgetränkten Wattekissen schnüffeln.

Selbige (die Wissenschaftler, nicht die Kissen) haben nämlich in vermutlich monatelangen Untersuchungen herausgefunden, dass Frauen je nach Empfängnisbereitschaft unterschiedlich riechen und so Männer entweder anlocken oder abweisen. Verrückt, oder? Gut, dass das mal jemand herausgefunden hat.

Noch etwas luschtiger wird das Ganze, wenn man es bei digg.com findet, dem Fachportal für zwischenmenschliche Beziehungen und deren Ursachen und Wirkungen, und die entsprechend geekigen Kommentare von vermutlich recht jungen Verfassern dazu liest:

Seit wann riechen denn Leute aneinander um herauszufinden, wie attraktiv sie füreinander sind? Diese „Wissenschaftler“ sind doch Idioten.

(Ähnlich sensationell übrigens die Entdeckung von Psychologen, dass der Musikgeschmack einer Person etwas über ihren Charakter sagt. Demnächst: „Amerikanische Wissenschaftler entdecken: Hunger am größten nach längerer Nahrungsabstinenz!“)

10 Kommentare

  1. 01

    solcherlei forschung ist ähnlich erkenntnisbringend wie die feststellung, dass die „ždu bist deutschland“-kampagne doof ist oder der grossteil von podcasts oder vlogs langweilig ist. nämlich, je nachdem wie man solcherlei feststellungen in fragen verpackt, sehr.

  2. 02
    David

    ich kann diese ganzen pseudo wissenschaftlichen erkenntnisse nicht mehr rieche.
    oder:
    mir stinken diese wissenschaftlichen 0815-aussagen mittlerweile gewaltig.

  3. 03
    Stalinallee Nordseite

    ich denk an Al Pachino…

  4. 04
    Stalinallee Nordseite

    jaja ohne h
    ich weiß

    sry

  5. 05
    Gunnar

    Die gebräuchlichere Formulierung der nobelpreisverdächtigen Entdeckungen lautet eigentlich: „Amerikanische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass…“

    Bringt jedes Mal ein Schmunzeln, wenn ich das lese oder höre.

  6. 06
    schnick

    Leute, nur weil Ihr nicht direkt immer alles versteht, ist es noch lange nicht sinnlos. Es sind keine 0815-Aussagen, sondern (eventuelle) Belege für deren Korrektheit. Je nach Güte der Studie. So sollte man eine Studie verstehen.

  7. 07

    Du meinst wie die Studie, dass bei einer Website, die man nur 50ms lang sieht, tatsächlich der erste optische Eindruck entscheidend ist?

    Die war übrigens man Liebling dieser Tage, selten so einen Schwachfug gelesen.

  8. 08
    schnick

    Klar gibt es Trivialforschung. Aber i.d.R. sind die Dinge komplexer und inherent aussagefähiger, als auf SpiegelOnline o.ä. zitiert. Und ich nehme mal stark an, dass Du nicht die Original Papers liest. Macht niemand. Zudem muss man immer den Kontext beachten: Studien werden NIEMALS aus reinem Selbstweck durchgeführt. Sie ist IMMER Teil einer weitaus grösseren Fragestellung und immer nur ein kleiner Stein der Problematik. Aus diesem Grund sehen isolierte Ergenisse oftmals lächerlich aus.
    Aber es gibt natürlich schwachsinnige Forschung. Diesen Post zähle ich aber nicht dazu.

  9. 09

    schnick, natürlich (wieso eigentlich?) habe ich in diesem Fall nicht die Originale gelesen. Allerdings wurden die angesprochenen Ergebnisse nicht nur bei SpOn zitiert, und z.B. bei heise/tp auch deutlich ausführlicher besprochen. Dennoch fand ich, dass auch bei denen als einziges Forschungsergebnis herauskam, dass in einer kurzen Zeitspanne nur der erste Eindruck gravierend greift.

    Wirklich interessant, dass sich dieser zwischen 500ms und 50ms nicht mehr wirklich ändert – aber ansonsten doch eine eher triviale, bereits mehrfach erforschte (für sich selbstverständlich wichtige!) Erkenntnis. Aber was die mit Erforschung von Webdesign in der Praxis zu tun haben soll, erschliesst sich mir nach wie vor nicht. Schliesslich gilt diese Erkenntnis ja quasi für alles, was man nur 50ms lang sieht ;)

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