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Härter beten

So ein Gott hat es nicht leicht.
Neben dem ganzen Alltags- und Schöpfungskram, zusätzlich zur Schaffung von Krankheiten und ihrer Heilung, dem Anrichten von Naturkatastrophen und dem sich von den Überlebenden eben dieser für ihre Errettung feiern lassen, wird er Woche für Woche von mehreren Tausend Fußballern angerufen, die um Gnade für ihr Spiel flehen.
Dieses Erbitten von Gefälligkeiten ist zweifelsohne erfolgreich- nicht umsonst schließlich trägt so ein Gott gern schonmal Beinamen wie “der Gute” oder “der Barmherzige”- denn niemand betet so inbrünstig wie die Brasilianer und niemand verdient mehr Geld mit dem Sport niemand ist besser.

Nun ist Gebet nicht gleich Gebet, vielmehr handelt es sich um ein genau austariertes System von Leistung und Gegenleistung, eine Form des do-ut-des, die von der Internationalen Fußballkongregation in einem 2087 Paragraphen umfassenden Kodex zusammen gefaßt wurde.
So reicht zum Beispiel für Marcelinho ein einfacher Rosenkranz, will er im DFB-Pokal gegen einen Oberligisten ein Tor schießen.
Schlichte Arithmetik liegt hier allerdings nicht vor, für drei Tore im selben Spiel muß er nicht etwa drei Rosenkränze beten, für einen Hattrick bedarf es des Gebets am Bett eines Sportinvaliden.

Je bedeutender das Ereignis, desto mehr wird vom Spieler verlangt.
Ronaldo hat sich vor dem WM-Finale 2002 extra auf die Philippinen bringen lassen, um sich dort an einem Kreuzigungsritual zu beteiligen.
Das Nageln habe ihm neue Kraft gegeben, hieß es später, der gottlose Kahn kann dies wohl bestätigen.

Schwierig wird es, wenn zwei oder gar mehrere Brasilianer aufeinander treffen.
Da hilft dann nur härter beten.
Vom brasilianischen Nationaltorhüter Dida wird berichtet, dass er sich vor Spielen gegen Inter Mailand, also vor Duellen mit seinem ebenso von Gott unterstützten Christenbruder Adriano, über mehrere Stunden von einer Schwester des Ordens der Dienerinnen Jesu in der heiligen Eucharistie mit handgerupften Rosenzweigen geißeln lässt.

Ronaldinho trägt seit dem Weiterkommen gegen Chelsea und der gleichzeitigen Qualifikation des AC Mailand für die nächste Runde ein vom Papst geküsstes Gewicht am Gemächt, um für ein mögliches Aufeinandertreffen mit Kaka gerüstet zu sein.
Dieser widerum hat sein Genital überhaupt noch nie berührt, beim Urinieren hält ihm ein Meßdiener des Mailänder Doms den feuerwehrbehelmten Teufel.

Wir werden sehen, wie das ausgeht.
Erfahren Sie in der nächsten Folge, wie Muslime und Animisten sich auf die WM vorbereiten.

5 Kommentare

  1. 01
  2. 02

    ich würde das gern bejahen, aber an gott kommt ja in diesen harten zeiten keiner mehr vorbei (außer kuzorra)

  3. 03
  4. 04
  5. 05

    *Klugscheißermodus an*
    …außer Libuda
    *Klugscheißermodus aus*

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