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Dankeschön!

An wen? Na an wen wohl?

Drei Tage lang stand Spreeblick unter der Fuchtel dreier anderer Herren. Drei Tage, an denen ich mich ob anderer Verpflichtungen (Bericht folgt) in der ungewohnten Situation befand, Spreeblick als Beobachter erleben zu dürfen. Als Leser. So wie der größere Teil der Menschen, die jemals spreeblick.com in ihrer Browser-Adress-Zeile eingetippt haben, bei denen die Auto-Vervollständigung allerdings nicht sofort den Link zum Backend vorschlägt.

Und was soll ich euch sagen? Ich fand’s klasse. Ich habe es gern gelesen, ich habe das Gefühl gehabt wichtige und witzige Dinge mitzubekommen und ich fand die den Artikeln folgenden Diskussionen spannend. Sollte Spreeblick das auch für die aktuellen Leser bedeuten, bin ich sehr zufrieden.

Noch viel wichtiger für mich war aber das beruhigende Gefühl, dass Spreeblick auch „funktionieren“ kann, wenn nicht ich allein das Baby füttere. Vielleicht hat dieses Blog hier eine gewisse Eigendynamik entwickelt, vielleicht haben sich Max, René und Andreas von dieser Dynamik leiten lassen, vielleicht ist das aber auch totaler Bullshit und die drei haben einfach gemacht, was sie für richtig hielten (wovon ich sowieso ausgehe), Fakt ist: es geht. Die Leser/-innen rennen nicht weg, wenn nicht unter jedem Artikel „Johnny“ steht, ganz im Gegenteil, zumindest die „erkennbaren“, nämlich die Kommentierenden unter euch scheinen an dem Experiment ebenso viel Vergnügen gehabt zu haben wie wir.

Mein ehrlicher Dank geht also nicht nur an die drei Blog-Autoren, die den „Laden“ hier haben leben lassen, als ich nicht einmal WLAN hatte, sondern auch euch, die ihr neugierig geblieben seid. Dankeschön!

Warum das nun alles so erwähnenswert ist, mag sich der ein oder die andere nun fragen. Ganz einfach: Seit längerer Zeit frage ich mich, wie lange ich das hier allein noch durchhalten kann. Podcasts, Artikel, News, nette Links, viel schreiben, viel lesen (!), nebenher auch noch ein paar Euro verdienen, die Familie nicht vergessen …

Die Anwort ist leicht: Nicht mehr lange. Nicht etwa die Lust steht im Weg – No way, José! – das Tippen rund um die Uhr, das Beantworten der Kommentare und Mails, das Podcasten macht mir mehr Spaß dennn je und ich werde einen Teufel tun, es weniger werden zu lassen! Es ist eher eine Frage der Inspiration, die fürs Bloggen so nötig ist wie eine funktionierende Internetz-Anbindung und die umso wirkungsvoller und nachhaltiger ist, je mehr sie aus verschiedensten Winkeln dieses beschränkten Daseinszustandes, den wir Leben nennen, herangekrochen kommt.

Soll heißen: Damit dieses Blog spannend bleibt, muss GElebt werden, muss ERlebt werden. Volle Kanne. So gut, wie es eben geht, so stümperhaft, banal, grandios und verrückt wie es jedem einzelnen von uns gelingt. Damit es etwas zu lesen, zu lachen, zu weinen, zu unterstützen, zu bekämpfen, zu berichten, zu diskutieren gibt. Und damit wir nicht vergessen, dass die Welt nicht aus 1024 x 768 Pixeln besteht. Und damit ich auch mal wieder ein Liedchen aufnehmen kann.

Ich habe mit den anderen noch nicht darüber geredet, mal sehen, was die so meinen. Ich kann mir eine Erweiterung von Spreeblick sehr gut vorstellen, speziell nach den letzten drei Tagen.

„Where we going, man?“ – „I don’t know but we gotta go.“
Jack Kerouac mal wieder, der alte Hippie.

26 Kommentare

  1. 01

    „You need new people with new ideas.“

    Aber mit Menschen ist es wie mit Mutationen: eine von 1.000 hilft weiter, erweitert, macht besser.
    Der Rest macht entweder gar nichts oder (zer)stört das Fließgleichgewicht aus Inspiration, Motivation und Interesse am Schreiben.

    Sich weitere Schreiber mit an Bord zu holen, von Hand ausgewählt, könnte gewisse Beiträge de- und refokussieren, einem die Möglichkeit geben, direkt in Frage gestellt zu werden, vor allem bei genau jenen Dingen, die nicht stupide kategorisiert werden können/sollten.

    Aber.. am Ende bleibst du das Zugpferd, auf dich setzen die meisten hier, da dies deine Kopfgeburt ist, entstanden aus Muße und Eitelkeit.
    Und einen Johnny1.5 will keiner von uns sehen.

    Ich zumindest nicht.
    Wenn zwei Menschen gleich denken und fühlen, wird einer überflüssig.

    Die Letters sind gespannt.
    ..und die Tasten werden wieder brennen vor Leben, beschissen und mickrig, zwischen Insekten und Göttern.. so lange wie es eben geht.

  2. 02

    Ha, ähnliche Gedanken in Richtung Gruppenblog hatte ich heute auch. „Könnte Spreeblick das deutsche Boingboing werden?“ Ich denke schon, eine geeignete Besatzung hast du imho gefunden.

  3. 03
    Helen

    Ein 3fach hoch auf die jungs und auf dich!
    ich fand´s klasse :D

  4. 04

    Wer behauptet denn sowas Unsinniges wie dass die Welt aus 1024×768 Pixeln bestehe.
    Natürlich besteht die Welt aus 1280×1024 Pixeln.

  5. 05
    Peter the man without hair

    Wieso ? Warst Du etwa nicht da? Ist mir gar nicht aufgefallen! Nein, ich denke, daß die Drei einen ziemlich guten Job gemacht haben.

  6. 06

    einerseits klingt es recht spannend, wenn der spreeblick noch ein paar andere mit ins (eigene) blog boot holt, auf der anderen seite besteht ja ein unterschied zwischen 3 tagen und „bis auf weiteres“. nicht dass es hier noch verwässert.
    wie immer unentschlossen
    der toco

  7. 07
    M*a*n*u*e*l aus L.

    Ja, war spannend. Die Beiträge können ruhig weiterhin von Dritten eingestellt werden. Aber den Podcast, den mach bitte Du weiter :-)

  8. 08

    Ich finde auch die Jungs haben einen guten Job gemacht. Ich finde allerdings, dass Spreeblick in erster Linie Johnnys Stil ist, Dinge zu kritisieren und darzustellen. Mir gefällt vor allem die Herangehensweise an verschiedene Themen. Nicht so sehr dagegen was so täglich an „Füllern“ veröffentlich wird, das überfliege ich meistens eher. Diese Artikel sind völlig in Ordnung, halt nicht so meins.
    Ich fänds auch besser sich etwas von dem „YouTube Filter“ wieder loszulösen.

  9. 09
    friz

    Spreeblick ohne Johnny funktioniert nicht, wie einer meiner Vorredner schon sage: es würde warscheinlich verwässern. Die letzten 3 Tage waren zwar supernett, aber eben nicht das, wofür ich „SPREEBLICK“ im RSS Feed habe.

  10. 10

    Du hast doch bestimmt auch minderwertige sites im feed, friz, ein user ist kein Ritterschlag für eine Website..
    Nicht persönlich nehmen.

    Ich finde, dass die Idee absolut okay ist, vielleicht sogar bitter nötig, weil man etwas ERLEBEN muss, um darüber schreiben zu können.

    Das Leben findet entgegen landläufiger Meinung ausserhalb des Computerraums statt.
    Und dafür muss man Zeit haben, sie sich nehmen und einen Teil der Arbeit auf sehr motivierte (und vor allem liebgewonnene Schreiber) abwälzen.

  11. 11

    wtf das hab ich nicht ganz verstanden mit den minderwertigen Blogs in seinen Feeds.
    Es geht doch nicht darum einfach irgendwie Artikel zu schreiben. Das liegt Johnny sicherlich auch völlig fern. Ich halte es schon für gewagt die Autoren und damit ja den Stil dieses Blogs zu verändern. Ob Spreeblick sich da langfristig wirklich auf seinen Lorbeeren ausruhen kann… ich weiss ja nicht.

    Damit man mich nicht gleich falsch versteht. Ich finde nicht dass hier schlecht geschrieben wurde. Nur lese ich Spreeblick wegen Artikeln von Johnny Haeusler und nicht weils so putzige Tassen im Shop hat und jeder diesen Blog zumindest schonmal gehört hat.
    Jetzt bin ich der Buhmann oder= :-)

  12. 12

    macsepp: ja, aber eigentlich nur, weil du „der blog“ sagst.

  13. 13

    Zur Erklärung: man gewinnt und verliert ständig Leser und Hörer, egal was man macht.
    Nur gibt es manche Konsumenten, die meinen, dass, weil sie regelmäßig auf eine Site gehen und ggf. da mal was schreiben/kommentieren, ihnen diese site etwas „schuldet“.
    Friz‘ Kommentar schien mir in diese Kerbe zu schlagen.

    Allein schon, dass wir alle Herr Haeusler ‚Johnny‘ nennen (dürfen), gibt dem Ganzen eine Kumpelhafigkeit sondergleichen.

    Könnte der Stil Spreeblicks verändert werden ?
    Ich lehne mich mal aus dem Fenster und sage „joah, aber er wird erweitert, nicht zerstört“.
    Würde sich Spreeblick auf irgendwas ausruhen wollen, gäbe es hier nicht täglich etwas zu lesen und zu beschwatzen.

    Und: der Abstand zwischen Johnnys Hintern und seinem Kopf ist groß genug, ich denke nicht, dass er zu den Menschen gehört, die dir um die Ohren hauen, wie toll ihre site ist und wasweißich.

    Du kannst auch in Zukunft seine Artikel lesen, er schrieb ja nicht, dass er kaum noch was schreiben will.

    Niemand sollte wegen seiner Einstellung ausgebuht werden; lieber eine zweifelhafte eigene Meinung, als ständig jemandem nachzuplappern.

  14. 14
    DAU Jones

    War prima, und ich denke, du kannst die Jungs ruhig mehr einbinden.

    Grüße!

  15. 15
    Chris

    @macsepp:
    ich lese z.B. die SZ regelmäßig wegen des Streiflichts, der Seite 3, den sporadischen Leyendecker-Artikeln und der ziemlich guten Sportseiten am Montag – und natürlich dem Magazin am Freitag. Aber das ist nicht die ganze SZ.

    Spreeblick hat sich zu Aufgabe gemacht, täglich Inhalt zu produzieren und hat damit die Latte deutlich über Bundesjugendspielniveau gelegt. Diesen Anspruch täglich zu erfüllen, das kann einen einzelnen schlicht auffressen. Und dann? Burn-out?

    Das mit der Verlags KG ist sicher ein guter Ansatz und vielleicht wird daraus ja mal ein Metablog. Aber dazu sollte man den Beteiligten auch Zeit und (Frei)Raum zugestehen zu experimentieren, zu irren, zu scheitern und neu zu beginnen um letztendlich zu gewinnen.

    Und eins sollte niemand niemals aus dem Auge verlieren: alles Tun, soll mit Freude und Lust getan werden. Ich hab das beinahe vergessen.

    Chris

  16. 16

    Geh‘ mal ruhig vor die Tür. Ich komm bei Spreeblick auch vorbei, wenn nicht jedesmal vier neue postings warten.

  17. 17

    ich denke das es eine gute Idee ist noch ein paar Leute an Board zu holen. Sicherlich wurde Spreeblick durch die Artikel von Johnny geprägt und sich auch dadurch einen gewissen Namen gemacht. Aber wie schon erwähnt lebt ein Blog vom erlebten. Und mehere Leute erleben mehr. Und vielleicht kann man dann ja auch für jeden Autor einen seperaten RSS Feed machen. Vielleicht gibt es dann auch extra Kategorien pro Autor. Aber ich denke darüber wird sich schon zum gegebenen Zeitpunkt der Kopf zerbrochen werden, so das am Ende alle glücklich sind!

  18. 18

    nunja, wenn ich die gastautoren lesen will, dann lese ich deren blogs. darum haben sie schließlich einen. und wenn es hier etwas ruhiger ist, weil auch mal gelebt werden muss, dann ist das nicht schlimm, sondern durchaus sehr menschlich. und darum geht es doch beim bloggen. du bist schließlich nicht spiegel online.

  19. 19

    Stell doch einfach Max direkt als Co-Autor ein… Seine Artikel in den letzten Tagen gefielen mir am meisten.

  20. 20

    @ Erleben – Co-Autoren – Verlag:

    Mir sind ja weniger „Füll-Einträge“ und ab und zu die von Johnny erwähnten „spannenden“ Einträge mittlerweile lieber, weil ich kaum hinterherkomme, die Kommentare und Hyperlink-Empfehlungen zu verfolgen.

    Von mir aus könnte es also gerne mehr solcher Texte und gerne auch länger geben.
    Bestimmt kommen viele Leser trotzdem vorbei, auch wenn es weniger „Füll-Einträge“ gäbe, das haben ja auch einige hier in den Kommentaren geschreiben…

    @ „Und damit wir nicht vergessen, dass die Welt nicht aus 1024 x 768 Pixeln besteht“:

    Wie war noch mal die Brennweite der menschlichen Augen? 42 mm, oder? Also nix mit 1024 x 768 Pixeln, sondern wieder einmal 42 ;-)

  21. 21

    @Phillip: du musst mir noch deine Kontonummer geben. Wegen dem Zehner. ;)

  22. 22

    Ich dachte wir hätten uns auf mehr geeinigt :)

  23. 23

    Hah! Wenn du weiter so pokerst, dann schreibe ich im Blog was für ein geldgeiler Raffke du bist.

    ;)

  24. 24

    Verdammt… Du bist zu gewieft ;)

    Das ist noch etwas, was dich zum Autor bei Spreeblick prädestiniert.

  25. 25

    Wie wäre denn ein Kompromisslösung, die einerseits den typischen Spreeblick-Stil sicherstellt und andererseits die drei „Vertretungs-Blogger“ mit einbindet. Ich könnte mir vorstellen, daß sie feste Rubriken und Tage bekommen könnten an denen sie jeweils etwas einstellen. Das würde eine gewisse Regelmässigkeit etablieren, die Beiträge von Johnnys Absetzen und dennoch frische Ideen zuführen?
    Nur son Gedanke.

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