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Gruppe G: Frankreich, Schweiz, Südkorea, Togo

Eine Einsteingruppe: Für Frankreich relativ einfach, für Togo relativ schwer.
Nach Auskunft von Radio Eriwan ist Frankreich in dieser Gruppe im Prinzip unangefochtener Favorit.
Ginge es nach der Besetzung des Kaders allein, wäre Frankreich sogar einer der Topfavoriten auf den Titel. Der französische Sturm mit Trézéguet und Henry ist ebenso stark einzuschätzen wie der brasilianische.

Das Rätselhafte ist jedoch: Sie treffen im Nationaltrikot das Tor nicht. Frankreich nullzunullte sich durch die EM-Qualifikation und wurde erst durch den Mönchsprinzen Zidane in höchster Not wachgeküsst. Ob es einen Zickenkrieg zwischen den alternden Nationalhelden und den aktuellen Stars gibt, darüber kann man nur spekulieren. Der Trainer Raymond Domenech hat zweifellos nicht das Format, eine Mannschaft höchster Güteklasse taktisch zu prägen. Er scheint ein typischer Verbandstrainer zu sein, der eine Neigung zum Beamtenfußball hat. Schaut man sich jedoch die Statistik an, wird deutlich, dass Frankreich nur so schlecht wirkt, weil sie noch im Jahr 2000 so überragend waren. Für die Gegner in dieser Gruppe dürfte auch das biederere Spiel der Gegenwart ausreichen.

Die Schweizer Zuchterfolge der letzten Jahre werden sich voraussichtlich erst bei der EM 2008 auszahlen.
Zwar wurde in der Qualifikation zweimal Remis gegen Frankreich gespielt, die hoch einzuschätzende Türkei wurde dank der Auswärtstorregel besiegt, und in Stuttgart wird man ein Heimspiel haben. Doch es dürfte den Schweizern an mentaler Robustheit mangeln. Ich lasse mich da gerne von eidgenössischen Mitautoren eines besseren belehren.
Zwischen den unsicheren Kantonisten und den koreanischen Leichtathleten wird der zweite Platz ausgemacht werden.
Die Frage wird sein, wie Korea mit strengeren Dopingkontrollen und unparteiischen Unparteiischen zurecht kommt.
Man hat nach dem quasireligiös verehrten Guus Hiddink im koreanischen Verband wohl gedacht: Holländer ist Holländer, aber Dick Advocaat hat schon des öfteren bewiesen, dass er nichts von Menschenführung versteht, zuletzt wurde Mönchengladbach durch ihn traumatisiert.
Von Togo kann man nicht viel erwarten.

6 Kommentare

  1. 01
    Nick

    Vorneweg: Ich bin nicht Schweizer…
    Ich schätze die Schweizer stärker und besonders die Franzosen schelchter ein. Schweizer Nationalspieler haben sich ziemlich unbemerkt in Europa eingensistet und spielen jetzt bei einigen Top-Klubs (z.B. OL, AC, Arsenal) und vom aktuellen Kader spielen nur 3 in der Schweiz (2 davon sind Torhüter). Zugegeben, die Schweiz spielt keinen aufregenden Fußball, eher, na sagen wir mal, solide, und eine Qualifikation ohne Niederlage sagt schon etwas aus.
    Es schenit mir, dass Frankreich und die Schweiz sich um den ersten Platz schlagen werden, ohne dass jedoch die anderen beiden Mannschaften irgendeinen Anspruch auf den zweiten Platz haben werden (schöne Einschätzung von Südkorea)

  2. 02
    bububu

    So ganz ohne Niederlage ging die Quali der Schweizer dann doch nicht über die Bühne: Frag mal die Türken.

  3. 03

    Würdet Ihr die richtigen Fußball-Blogs lesen, wüsstet Ihr schon längst, dass Frankreichs Supermodel-Fußball doch mittlerweile mit zu vielen Falten daherkommt.
    ;-)

  4. 04

    Wie könnte Südtribüne nicht zu meiner täglichen Nahrung gehören?
    Besonders dein Bezug auf 1984 und die Analyse, dass Frankreich keine klassische Fußballnation ist, zeugen von deiner Fachkenntnis. Aber ich sage ja auch lediglich, dass sie stark genug sind für die Schweiz, Südkorea und Togo. Keine zu gewagte Prognose, finde ich.

  5. 05

    Ich bezog mich auch mehr auf den möglichen Titelfavoriten. Aber stimmt schon: auch in der Einschätzung der individuellen Klasse der Stürmer sind wir uns einig. Die Mannschaft dahinter ist allerdings das Problem.

    Stark genug für die Schweiz, Südkorea und Togo sollten sie aber sein. Allerdings würde auch heute noch jeder sagen, dass sie stark genug sind für eine Gruppe mit Dänemark, Uruguay und dem Senegal…

  6. 06

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