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Indiekarma

indiekarma

Angaben des Statistischen Bundesamtes zufolge arbeiteten im Jahr 2005 etwa 89% der Deutschen Erwerbstätigen in fester Anstellung, demnach waren 11% selbständig.

Diese Zahlen werden sich meiner Meinung nach in den kommenden Jahren rapide ändern, immer mehr Menschen werden sich um die Finanzierung ihres Lebensunterhalts selbst kümmern. Denn während das Angebot an Arbeit in Festanstellung nachlässt, nimmt die Nachfrage nach Dienstleistungen und Unterhaltung zu.

Ich war mir gestern im Gespräch mit einem Autor, der im Herbst ein Buch zum Thema veröffentlichen wird, einig: auch das Bild des Selbständigen wird sich ändern. Die einzelne Einnahme-Möglichkeit ist passé, die wirtschaftlichen Einheiten Mensch oder Familie werden sich aus diversen Quellen nähren (müssen).

Spreeblick kann als Beispiel fungieren für das, was ich meine, denn wir finanzieren unser Leben durch einen Mix an Leistungen und Einnahmequellen. Ein Teil kommt über die Ads auf unseren Seiten, ein Teil durch die Verkäufe aus dem Shop, ich halte Vorträge und bekomme dafür Honorare, hin und wieder erstellen wir Websites für Dritte oder Konzepte dafür.

Ich mag diese Art zu arbeiten, sie ist stressig, aber abwechslungsreich, sie lässt Raum für positive Überraschungen und vor allem für Ziele, sie hält uns intellektuell und kreativ auf Trab und sie gibt uns Flexibilität – der Wegfall einer Quelle bedeutet nicht den kompletten Verdienstausfall. Auch wenn es natürlich immer wieder schwache Momente gibt, in denen ich mir das feste Gehalt und den bezahlten Urlaub (oder überhaupt mal Urlaub…) wünsche, wissen mein Bauch und mein Herz, dass dieser Mix genau das ist, was ich will.

Natürlich sind wir nicht allein mit unserer Art zu leben und zu arbeiten. Und da sich immer größere Anteile der modernen Arbeit komplett virtuell abspielen, denken viele Personen und Unternehmen darüber nach, wie die Zukunft des Geldtransfers im Netz aussehen könnte. Die bisherigen Modelle der Werbefinanzierung stammen aus der alten Ökonomie und passen daher nur bedingt – und selbst wenn Google und andere einige der Probleme erkannt haben und durchaus respektable Lösungsansätze umgesetzt haben um Online-Werbung in ein neues Modell zu übertragen, bleibt im Falle von Blogs und Foren und Websites (deren Betreuung über den Hobby-Status und über Selbstausbeutung hinaus gehen soll) oft ein fader Beigeschmack bei der Finanzierung über Anzeigen. Wollen wir wirklich, dass sich Inhalte nur noch über Werbung finanzieren können?

Die einzig möglichen Alternativen für Betreiber der genannten Sites sind Spenden oder Bezahlung der Inhalte durch die Leser/-innen. An sich auch keine neue Erkenntnis, denn so mancher Straßenmusiker verdient besser als seine nach Auftritten suchenden Kollegen und schließlich bezahlen wir ja auch (noch) für Zeitungen und Magazine, für Kino und DVDs.

Doch die Abrechnungsuhren im Netz ticken anders. Wer würde schon einen Euro bezahlen, um sich eine Website ansehen zu können? Oder einen Film bei YouTube? Niemand.

Aber was ist mit einem Cent?

Einen Cent für jeden Spreeblick-Besuch? Für regelmäßige Leser/-innen bei zwei täglichen Besuchen also 60 Cent im Monat? Bei zehn Blogs, die man ähnlich häufig besucht, sechs Euro?

Klingt fair, denken auch die Macher/-innen von IndieKarma und schlagen vor: Jeder bei ihnen registrierte Nutzer zahlt einen Cent (beim aktuellen Umrechnungskurs etwas mehr, denn es ist in diesem Fall ein Penny) an den Betreiber einer ebenfalls registrierten Website, die sie besuchen.

Auch wenn ich ähnlich wie Kottke Probleme im System sehe (die nötige „Kritische Masse“ für das Gelingen scheint mir das augenscheinlichste davon zu sein und ein von Kottke nicht angesprochenes Manko ist die Tatsache, dass ich im Fall mir unbekannter Sites bereits bezahlt hätte bevor ich wusste, was mich erwartet), mag ich den Ansatz. Mag sein, dass IndieKarma allein nicht ausreichen würde, dass hier und da kleinere Ads dennoch ihren Teil zum Umsatz beitragen müssten. Besser als Blogs voller Popups und animierten Flash-Bannern wäre es jedoch allemal.

Der richtige Mix könnte es sein. Wie im Leben.

[wia]

Anmerkung: Es gibt jetzt die Möglichkeit, Spreeblick mit Spenden zu überraschen.

85 Kommentare

  1. 01

    OK, ich spende ein bißchen (habe aber meine TAN nicht hier — also erst nachher, wenn ich zu hause bin) — Du mußt aber vorher noch sagen, ob es nur für spreeblick.de oder für den gesamten Verlag ist.

    Aber: gerade für regelmäßige Leser ist ein Preis pro Besuch irgendwie lusttötend. Selbst wenn es nicht viel ist, tickt dann die Uhr im Kopf.

    Ein Monatsabo wäre erheblich angenehmer.

  2. 02

    Wie zahlt man? Bequem drei Cent via Lastschriftverfahren – zu bewilligen für jeden Webauftritt?

  3. 03

    Nee, man muss ein Guthaben haben (1 Dollar Minimum). stralau, das ist zunächst für spreeblick.com/.de, aber je entspannter wir sind, desto mehr haben die anderen auch davon. :)

  4. 04

    wie ist es, wenn ich einer diskussion im blog folgen möchte? wird dann auch jedesmal ein cent abgebucht? wer hat/will da noch etwas anmerken? anders gefragt: wird der kleine mann von der straße so nicht aus der diskussion herausgehebelt?
    die karma-idee ist gut, aber das system noch nicht bereit, denke ich.
    was den verdienst-ansatz der zukunft angeht, gebe ich dir allerdings recht.

  5. 05

    halte ich aus verschiedenen gründen für nicht tragfähig, das konzept. kostet dann auch jeder reload kohle? was ist mit rss, kostet mahoni extra? klar, fragen kann man klären aber ich fürchte man/du wirst damit auf einen schlag einen gößtteil deiner leserschaft los und damit auch die teilweise interessanten diskussionen hier.

  6. 06

    Toco, ich denke auch, dass man das, wenn überhaupt, auf einen Cent pro Tag beschränken müsste. Derzeit reden sie von einer Stunde Limit… alles irgendwie schwer, wenn man die Uhr ticken hört.

    Aber: Wie könnte es denn gehen?

  7. 07

    hört sich jetzt vielleicht komisch an, aber spontan fällt mir dann doch „pop-up“ ein. spendenwillige könnte vor der abbuchung des zweiten/dritten/x-ten cents gefragt werden, ob sie dies überhaupt wollen, wobei ich den hilfsbereiten spendern unterstellen würde, dass sie – auf altruistische art – das bisschen mehraufwand dann auch noch auf sich nehmen.

  8. 08
    laanda

    Ich weiß ja nicht, welche Technik IndieKarma beutzt, interessant fände ich eine eine Auflistung am Ende jeden Monats, wie viel Artikel man gelesen, wie viel Zeit man verbracht oder auch wie viel Traffic man verursacht hat. Und dann werden einem nach dieser Liste Centbeträge abgebucht, allerdings sollte der Leser selber entscheiden, wie viel er zahlen möchte (z.b: 1/2/3cent/tag oder 1/2/3cent/6Artikel, etc.), vielleicht auch für verschiedene Blogs unterschiedlich viel, je nachdem, wie wichtig sie einem sind.
    Laanda

  9. 09
    bolec

    dieses prinzip in zig jobs zu arbeiten (ich genieße es ca 50 std pro woche) ist echt großartig. da es bei mir häufig immernoch nicht für meinen unterhalt reicht, ich folglich demnächst mal die 60 stundenwoche probieren darf, ist die diskussion um „geldfürspreeblick“ für mich irrelevant. denn die antwort liegt nah – ohne mich!

  10. 10

    war der Grund des Internets nicht seine „Freiheit“?

  11. 11
    timtester2000

    Hi,

    schön, dass ihr euch für den „Spendenknopf“ entschieden habt.
    Also ich finde es normal für einen Dienst den ich regelmäßig freiwillig nutze auch den Verursacher zu honorieren. Das die Anzahl der Stammleser
    mit Spenden den Unterhalt eines Verlages nicht decken kann versteht sich von selbst. Also ich zahl was für die gelungenen Podcasts, den eine oder anderen klasse Artikel inkl. großartiger WebLinks und natürlich für Toni…

    Über andere Formen des Bezahlens im Forum zu diskutieren ist, wie man sieht, eher schwierig.

    So long…

    Tim

  12. 12
    jochen

    schon ewig gucke ich meistens mehrmals taeglich bei spreeblick vorbei. ich fuehle mich hier (schon fast) „zu hause“ und ich mag den ganzen kram hier wirklich sehr.

    ich gebe fuer ganz anderen quatsch geld aus, also warum nicht mal fuer sinnvolles?

    es waere aber angenehm wenn nicht pro aufruf oder pro artikel gebuehren erhoben werden wuerden. ehrlich gesagt waere mir eine freiwillige abgabe am liebsten. dann kann weiterhin jeder hier teilnehmen und wem es geld wert ist der gibt’s.
    das hat natuerlich zur folge dass hier keine feste monatliche einnahme kommt und somit nicht fest in den verdienst eingerechnet werden kann.

    aber wie es auch immer kommt, bitte nur sich selbst treu bleiben und in keine falsche abhaengigkeit geraten.

    danke :-)

  13. 13
    philippe

    wären wir dadurch nicht alle ärmer?

  14. 14

    Tja – schwierige Sache das.
    Zum einen: natürlich würde ich für täglich (gerne) besuchte Blogs auch einen Cent abdrücken. Aber ich bin auch einer von diesen mehrmals Klickern – also wäre auch mir einen Monats Abo Variante lieber. Beonders in Hinsicht auf den von Toco angesprochenen Punkt – einer Diskussion zu folgen kann da schon „teuer“ werden.
    Zum anderen: Das von Jonny genannte Problem. Erst zahlen – dann lesen. Wer kauft schon den Content im Sack? Unbekannteren Blogs macht es so ein Zahlungssystem natürlich schwer neue Leser zu finden.

    So richtig ich so ein „Pay-per-Read“ System fände, mir scheint der Spendenbutton da doch der bessere Weg zu sein.
    Zumindest solange es keinen ausgeklügelteren Weg gibt, als den von IndieKarma.

  15. 15

    Dass mehr Leute sich aus verschiedenen Quellen finanzieren müssen, davon können wir wohl ausgehen. Anstatt in nur einem Brotjob zu arbeiten, werden wir uns wohl eher in einer ganzen Reihen von Freelance und Teilzeit- oder anderen Anstellungsverhältnissen befinden – einserseits. Und andererseits auch in verschiedenen Projekten etc engagieren, die uns interessieren oder die wir für wichtig halten. Während wir also einerseits dafür bezahlt werden, das zu tun, was wir mögen und für das arbeiten, was uns wichtig ist, werden wir permanent Aufgaben und Engagements jonglieren und balancieren müssen. Diese Flexibilität wird wohl gleichzeitig Fluch und Segen der nächsten Jahre werden…

  16. 16

    Ich werde, falls das missverständlich war, IndieKarma hier nicht installieren, denn obwohl ich den Ansatz und die Idee gut finde (allein schon, um die Diskussion mal wieder anzuschubsen), halte ich auch nicht viel von automatisierten Bezahl-Systemen, ich hätte z.B. auch immer Sorge, dass ich meinen „Kontostand“ vergesse…

    Wichtiger Punkt aber auch von Matti (Comment 10)! Rückfrage dazu von mir: Welche Freiheit meinst du?

  17. 17

    Grundsätzlich klingt das System nicht verkehrt. Am meisten störte mich bisher bei Micropayment-Modellen, daß man sich jeweils irgendwo einzuloggen hatte und sich ein weiteres Kennwort zu merken hatte.

    Allerdings werden diejenigen, die für Spreeblick bezahlen, irgendeine Form von Mehrwert erwarten gegenüber denjenigen, die weiterhin kostenlos lesen.

  18. 18

    Achso: Noch ein Satz zu Eurem T-shirt-Shop. Da hätte ich längst schon mal bestellt, wenn ich das Spreeblick-Logo nicht so -Verzeihung- matrosig finden würde.

    Sowas würde ich weder anziehen noch verschenken wollen.

  19. 19

    Wie könnte es denn gehen?

    Was spricht denn gegen ein Monatsabo, was nicht auch gegen die Pay-per-Visit-Lösung spricht?

  20. 20

    niels, naja, das Logo ist eben Geschmackssache…

    Alle die mit uns auf Kaperfahrt fahren,
    müssen Männer mit Bärten sein!
    Jan und Hein und Claas und Pit,
    Die haben Bärte,
    Jan und Hein und Claas und Pit,
    Die haben Bärte, die fahren mit!

    Aber es kommen ja auch bald neue Shirts. ;)

    Und das mit den Zusatzleistungen glaube ich nicht. Dann sind wir bei „Premium Content“: wer zahlt, sieht Toni, die anderen nicht? Finde ich nicht gut. Ich denke dass es zu einer Form von „Internet Ökonomie“ gehören kann, dass man bezahlt, wenn man will und nicht neidisch ist, dass andere ohne Bezahlung die gleichen Inhalte bekommen.

    Wenn ich eine Zeitung gelesen habe, verschenke ich die oder lass sie im Café liegen, damit andere was davon haben.

  21. 21

    Ich kann mich mit der Idee nicht anfreunden. Einen Blog ins Netz zu stellen macht jemand aus Überzeugung und Spaß an der Kommunikation. Das es viel Arbeit macht, ist selbstverständlich und natürlich möchte man gerne auch eine solche Arbeit unterstützen. Eine Spende wäre für den Blog dann am ehesten zu empfehlen.
    Wenn aber etwas bezahlt werden muß, sollte auch eine entsprechender Mehrwert geboten werden, der den Preis rechtfertigt.

  22. 22

    Johnny: Wäre schön, wenn es auch so klappt.

    Eine gute Bekannte von mir hat viel mit der Organisation von Konzerten für Kirchengemeinden zu tun. Da gibt es -neben Sponsoring, Großspenden und Zuschüssen aus der Gemeindekasse- zwei Möglichkeiten der Finanzierung: Entweder vertreibt man Eintrittskarten oder man spart sich die Kosten für Vorverkauf, Ticket-Druck und Wechselgeld, indem man um angemessene Spenden bittet.

    Wenn man sich für die zuletzt genannte Möglichkeit entscheidet, ist es leider nicht so, daß der durchschnittlich gespendete Betrag auch nur annähernd dem sonst üblichen Preis einer Eintrittskarte entsprechen würde.

  23. 23

    @stralau, Monatsabo kann man ja jetzt hier machen. Und jederzeit ohne SMS stoppen. ;)

    Einen spannenden Aspekt dabei und generell zum Thema möchte ich aber noch „laut andenken“:

    Viele Lesern sorgen sich sicher nicht ganz zu Unrecht um den Effekt, den Werbung auf Autoren haben könnte, man befürchtet Einflussnahme der Werbekunden auf Inhalte etc. – eigentlich eine Selbstverständlichkeit, dass diese nicht stattfinden darf. Im Bereich der Blogs hängt das aber ganz sicher von den einzelnen oft auch in dieser Hinsicht unerfahrenen Personen (den Autoren) ab, wie sehr sie sich abhängig machen lassen (langes Thema nur kurz angerissen).

    Was aber ist mit der möglichen Einflussnahme der zahlenden Leser? Nehmen wir an, nach einigen Monaten wäre die Anzahl der Abonnenten eines Blogs auf eine einträgliche Zahl gestiegen. Plötzlich bemerkt der Autor, dass die meisten Abos wegen seiner lustigen Video-Postings abgeschlossen wurden, denn in den Kommentaren zu seinen kritischen Artikeln zur Fußball-WM (etwas konstruiert, ich weiß…) werden immer mehr Stimmen laut, die die Abo-Kündigung ankündigen. Und dies auch tun.

    Was tut der Autor?

    Ich weiß, dass es das gibt, aber ich habe auch zu Agenturzeiten noch nie selbst erlebt, dass ein werbender Kunde Einfluss auf Inhalte nehmen wollte (wie gesagt: gibt es trotzdem, vielleicht in anderen Ligen, wenn es um richtig viel Geld geht) – die Kunden wollen an die Leser und die bemessen sie nach Anzahl und vielleicht noch „Qualität“, wenn überhaupt messbar.

    Von Blog-Lesern höre ich hingegen öfter mal „schreib mal über dies“ oder „mach mal nicht mehr soviel das“. Wie mag das werden, wenn die Leute bezahlen? Ist es nicht wahrscheinlich, dass der Druck durch Leser viel höher sein könnte als durch Werbekunden? Ein Leser ist viel emotionaler, er würde viel eher nach einem Artikel, der ihm nicht gefällt, „ich kündige sofort, das gefällt mir nicht mehr!“ rufen als ein Werbekunde, dem im Normalfall die Zugriffszahlen und die Klicks auf sein Banner viel wichtiger sind als die Inhalte eines Artikels.

    ?

  24. 24
    jochen

    ja, jemand koennte auf den gedanken kommen dass man fuer das abo (oder was auch immer) einen mehrwert erwarten kann. es muss klar sein das es nicht so laufen wird.
    wenn ich hier geld bezahle dann ist mein wunsch dass das keinen einfluss auf die arbeit nimmt. ich moechte lediglich dazu beitragen die arbeit zu ermoeglichen und wenn das bedeutet dass saemtliche einnahmen in molinari-kaffee investiert werden. was nutzt uns spreeblick wenn nur noch selten artikel online gehen, oder die besten ideen alleine am zeitmangel scheitern, weil die macher ja auch von irgendwas geld nach hause bringen muessen.

    Ich denke dass es zu einer Form von „Internet Ökonomie“ gehören kann, dass man bezahlt, wenn man will und nicht neidisch ist, dass andere ohne Bezahlung die gleichen Inhalte bekommen.

    ja!! erstmal so probieren und gucken wie es laeuft.

  25. 25

    @ Niels:
    „Wenn aber etwas bezahlt werden muß, sollte auch eine entsprechender Mehrwert geboten werden, der den Preis rechtfertigt.“

    …dann nenn mir doch mal einen adäquaten Gegenwert zu 0,01 Euro ;-))

    @ Johnny:
    Der Druck durch Leser würde enorm höher sein. Ich kenne das aus der fotocommunity.de. Dort bezahlt man, wenn man alle Funktionen und mehr Uploads haben will. Und es gibt regelmäßig Nutzer, die einen Heidenaufstand machen, wenn mal eine Stunde ein Absturz der Seite vorliegt, oder wenn die Admins mal wieder Bilder zensieren, oder wenn A denkt, dass B ja im Voting bevorzugt wird… und C dann… blablabla.

    Ich sage Dir – sowas ist als Leser schon stressig. Als Verantwortlicher? Würde ich nicht tauschen wollen ;-)) Ich klicke lieber 2, 3 mal die Woche auf ein Google-Ad, als jeden Tag 1 cent zu bezahlen. Warum? Keine Ahnung, ich fühle mich dadurch irgendwie… autonomer. Andererseits habe ich auch gar nichts dagegen, wenn sich in Weblogs auch mal andere Werbeformen (Sponsoren-Links, gezielte PR-Aktionen wie jetzt gerade die Opel-Geschichte, sowas wie unterstütztes Musikrätsel usw.). Wichtig ist mir, dass die Werbung „passt“. Dann kann man sie im besten Fall auch als Mehrwert empfinden und nicht als lästiges Übel.

    Denn was ja auch mal ganz klar ist – ohne Werbung geht es einfach nicht. Weder in der alten Medienwelt, noch in der neuen. Und das ist auch ganz ok so. Denn die Alternative heisst dann: für jeden Artikel zahlen, und zwar im Voraus. Da würde schon viel verloren gehen.

    Gruß, Manuel

  26. 26

    Ein Leser ist viel emotionaler, er würde viel eher nach einem Artikel, der ihm nicht gefällt, „ich kündige sofort, das gefällt mir nicht mehr!“ rufen als ein Werbekunde, dem im Normalfall die Zugriffszahlen und die Klicks auf sein Banner viel wichtiger sind als die Inhalte eines Artikels.

    Mh. Das bedeutet also, ihr müßtet Euch also unabhängiger von der Meinung des einzelnen Lesers machen. Das ist ja bei Zeitungen nicht anders: Während die Drohung mit Abokündigung bei der Taz schon zum guten Ton gehört, wird man bei der FAZ damit niemanden hinter dem Ofen hervorlocken können.

    Wenn die Leserzahlen etwas gleichmäßiger zwischen den Verlagsblogs verteilt wären, könnte das bedeuten, daß man auch Generierung der Einnahmen auf alle verteilt, in der Hoffnung, daß auch die meisten Leser was für ihren Geschmack finden (so wie eine Zeitung eben auch Feuilleton, Wirtschafts-, Politik- und Sportteil hat, aber man als Käufer alles bezahlen muß).

  27. 27
    y

    ich finde fas finanzierungskonzept von last.fm sehr gut. das grund feature der website ist umsonst – wer mehr möchte bezahlt (hier 3 € im Monat).

    Kommentieren bei Spreeblick nur noch wenn man 50 Cent im Monat bezahlt? Ich wäre dabei.

  28. 28

    y, mutiger Ansatz, ich fürchte nur, du wärst einer der wenigen. :)

    Inhaltlich finde ich das schwierig: Mitreden nur gegen Geld? Nee.

    Man musses ja nicht so kompliziert machen. Ein paar Ads sind okay, mal ein Sponsor, ein paar Jobs die sich durchs Blog ergeben können, Spendenmöglichkeit. An sich ein guter Mix. Die Überlegungen „geht es auch ganz ohne Werbung“ spinnt man trotzdem immer weiter. Ich würde dafür bezahlen. Und viele andere auch, in zwei, drei Jahren, wenn alles zugekleistert ist mit Ads.

    stralau, da gehen unsere Überlegungen auch manchmal hin.

  29. 29
    mucknich

    Zunächst mal bin ich auch einer von Denen, die durchaus bereit wären, zu bezahlen. Ich bin auch einer von Denen, die bei einer Gebühr (in welcher Form auch immer) zunächst an einen Mehrwert denken. Andererseits kann ich mich auch mit dem Gedanken der „neidlosen Internet-Ökonomie“ durchaus anfreunden, auch wenn’s sich ungewohnt anfühlt… Aber irgendetwas hält mich noch von meiner Spende ab… melde mich wieder zu Wort, wenn ich weiß was es ist.

    @y (Comment27): damit drängt man seine Leser in die Passivität. Und genau das sollte verhindert werden.

  30. 30
    leo

    Bezahlen fürs Kommentieren widerspricht Web 2.0
    Ist auch blöd, da die Motivation dadurch sinkt.
    Besser finde ich einen Mehrwert für den Preis
    zu bekommen, wie höher auflösende Bilder Videos,
    bessere Podcastaudioqualität. Das z.B. ist auch
    mit höheren Ausgaben für Bandbreite etc. zu recht-
    fertigen.

  31. 31
    y

    ist es möglich blog inhalte inhalte weiter zu vermarketen – gibt es nicht content agenturen die soetwas machen?

    den spreeblick podcast auf jeden BMW iPod …

  32. 32
    jochen

    nein, ich bin gegen mehrwert.
    bisher hat man hier „premium-content“ fuer umme bekommen (okay, subjektiv). lange genug konnte man sich davon ueberzeugen welchen wert einem dieses blog bringt. warum nicht auf freiwilligenbasis etwas zurueckgeben ohne „mehr“ zu verlangen?
    wer braucht denn rock’n roll radio oder toni in besserer qualitaet? dauert doch bloss laenger bis man drankommt und letztendlich zaehlt noch immer der inhalt.

  33. 33
    seb

    Also spenden würde ich als die beste möglichkeit sehen, als beispiel Radioparadise welches allein von Spenden lebt und auch direkt zu Spenden aufruft, weil es sonst nicht überleben können.

    Und wer Spreeblick gerne liest und es sich leisten kann etwas zu Spenden wirde dies sicherlich auch gerne tun, nur muss er auch erstmal erfahren das Spreeblick zumindest teilweise darauf angewiesen ist. Ich hab davon erst jetzt gelesen.

  34. 34

    Ja, was das angeht, sind wir zu leise vielleicht. Das sagen viele in Mails… aber ich finde, das ist so dicht am Betteln.

  35. 35
    y

    verschenkt doch einen spreeblick sticker zu jeder spende… Dublab haben das eine Zeitlang gemacht.

  36. 36
    julian

    wie wäre ein individueller spendenvorschlag, der sich aus den hits des jeweiligen lesers berechnet?
    das ganze sollte natürlich ohne komplizierten login passieren zb per cookie?

  37. 37
    lana

    lasst euch was intelligenteres als geld einfallen, mit dem ihr eure ideen honorieren lassen könnt.
    als leserin investiere ich hier schon einen teil meiner freizeit. demnächst verlange ich dann auch einen cent für jeden meiner kommentare. sobald hier lesegebühren erhoben werden, weiche ich auf freie alternativen aus.

  38. 38
    quAsimodo

    was haltet ihr von einem „Spendenbutton“..
    pro click 5 cent, (ist sowas technisch möglich)
    einen schönen Abend bei Spreeblick gehabt, noch einmal
    auf den Spendenbutton gedrückt und gut´s nächtle..

  39. 39

    lana: Schön aber, dass es dir hier gefällt, solange alles umsonst ist. Sorry, dass wir dir deine Freizeit stehlen. Den Cent für deinen ersten Kommentar überweise ich dir gerne, wohin soll’s gehen?

  40. 40
    y

    wieso eigentlich spenden – das hört sich wirklich etwas nach betteln an.

    Ihr leistet etwas großartiges dafür könnt ihr auch geld verlangen.

    Nehmen wir mal an ein Spreeblick Abo kostet 50 Cent im Monat – nur bevor man bezahlt kann man Sprreeblick testen und zwar uneingeschränkt und so lange man will.

    Ich könnte wir vorstellen dass so etwas funktionieren könnte – ähnlich wie die Weinerei in der Fehrberlinerstr.

    Man bezahlt für ein gutes Gewissen – wo bekommt man schon so etwas?

  41. 41
    quAsimodo

    finde es sollte schon auf freiwilliger Basis sein oder
    über ads/sponsoren.
    sonst läufts sicher gehäuft so wie es lana hier
    so charmant andeutet.
    und wär n schuss ins knie.

  42. 42
    guido

    von der überlegung geld in einem pott zu sammeln, aus dem dann verschiedene sparten etwas abbekommen, halte ich nicht sehr viel. genau das ist der punkt, der mich an der gebührenfinanzierung des öff.rechtl.runfunks so störrt. ganz klar: wenn ich ums bezahlen nicht rumkomme, dann bitte nur für das, was ich auch abrufe. ich weiss, dass sich hier die katz in den schwanz beisst, und wir wieder bei der frage um förderung und einflussnahme enden, aber vielleicht muss man da garnicht hin.
    gennerell finde ich werbung eher überflüssig, insofern begrüsse ich die überlegungen in richtung werbefreien spreeblicks. aber gerade ihr fallt in dieser beziehung bis jetzt nicht negativ auf und ich denke das thema kann man auch in zukunft selbstbewusst handhaben. wenn ihr bei verlinkung zu kaufbarer musik webung für den händler macht, störrt mich das nicht weiter, es läuft ja nicht eurem anliegen zuwider. (ihr leistet euch ja auch eine ewig lange blogroll, die kein dauernutzer mehr wahrnimmt.) eine weitere nette idee, werbug für mich akzeptabel zu machen, ist die redaktionelle bearbeitung, wie sie bei „riesenmaschine.de“ praxis ist.
    ob die werbefinanzierung aber wirklich zukunftsfähig ist, bleib bei immer besser werdenden werbeblockern einiger browserhersteller aber noch offen.
    im moment halte ich die spendengeschichte am besten geeignet einen kleinen unkostenbeitrag einzutreiben. vorstellbar wäre, nutzern die einrichtung eines „treugehandelten spendenkontos“ zu ermöglichen, aus dem per knopfdruck (ein entsprechender unaufdringlicher knopf sollte jedem artikel anhängen) ein festgelegter betrag, z.b. 5ct, gespendet werden kann. somit wäre es mir auch möglich, bei entsprechender begeisterung, mit 10 knopfdrücken 50ct zu spenden, und wenn ich mich dabei um 5ct überhoben habe, werde ich nett darauf hingewiesen, dass ich, wenn ich meine freundlichkeiten weiterhin der entsprechenden seite zukommen lassen möchte, mein konto auffüllen müsste.
    ob soetwas praktikabel ist weiss ich nicht, vielleicht verhindert auch die faulheit beim dritten mal das auffüllen des kontos, aber sympathischer als zahlen um zu sehen, mitzureden, erscheint es mir auf jeden fall.
    wichtig ist auch, dass finanzierungssysteme nicht zusätzlichen finanzierungsbedarf schaffen, was bei verteilungsaufgaben sehr leicht passiert.

  43. 43

    Also das bewußte Klicken von google Werbung auf Blogs zählt für mich definitiv bereits zu meinem Alltag um gute Blogs zu „belohnen“.

    1. Es kostet mich selbst nichts (pfui, unmoralisch – aber ich bin davon überzeugt, dass das umwegrentabilitätsmäßig bei mir ohnehin auf den Milchpreis aufgeschlagen wird ;-) )

    2. wenn ich nicht grad auf ebay-Anzeigen klicke, kommen mehr zusammen als 3 cent und

    3. find ich da oben gerade eine Jamba-Werbung (und die lass ich jetzt mal für das Feature hier zahlen :-).

    Liebe Grüße :-)

  44. 44

    ergänzend: Publishern ist es verboten, zum Klicken auf Google-Werbung der eigenen Seiten aufzufordern … aber ich kann das hier als Kommentator durchaus ;-)

  45. 45

    andy, Jamba ist im Filter, eigentlich. Haste mal’n Screenshot?

    Gespendet haben bisher von allen Begeisterten übrigens…

    Zwei. ;)

    Was sich aber trotzdem toll anfühlt. Meine ich ernst. Die Idee mit dem Gimmick nehmen wir auch auf, ein Badge für jeden über X Euro oder so.

  46. 46
    Dagger

    Großartige Lust, mich irgendwo anzumelden, nur um zu lesen verspüre ich nicht. KISS – keep it simple, stupid.
    Und mir geht es dabei weniger um den einen Cent pro Tag. Aber technisch stelle ich mir das schon schwieriger vor, wenn es eben *einfach* für die Leser bleiben soll. Ich lese Spreeblick von so einigen Computern aus.

    Freizeit stehlen ist gut ;-)

  47. 47
  48. 48

    Fieser Trick, an .at hatte ich nicht gedacht! ;)

    Inzwischen sehe ich das aber eh entspannter und würde sie fast aus dem Filter rausnehmen. Denn wir absurd wäre es denn, wenn Jamba einen Mini-Teil von Spreeblick finanziert? Sehr, genau.

  49. 49
    guido

    da wo bei andy69 die google-werbung trohnt, ist bei mir nichts (habe mich schon gewundert, wovon hier immerzu geredet wird). soviel zur werbefinanzierung.

  50. 50

    Ad-Blocker oder 800er Monitor? :)

  51. 51
    guido

    wahrscheinlich blocker, die suche sehe ich.

  52. 52

    Am Ende kommen immer alle und wollen Geld. Als ob die Ökonomisierung wirklich aller Lebensbereiche nicht eh schon im Stechschritt vorangetrieben wird. Leistung muss sich wieder lohnen! Nee, das hat IMNSHO weder mit 2.0, noch mit Blogs was zu tun. Zu glauben, ein solcher Schritt würde die Produktion nicht beeinflussen, ist naiv. Ich sehe das ähnlich wie Lana. Ein Grund, warum blogs reizvoll sind, ist die Freiheit, daran teilzunehmen, ohne wieder in der Geldmaschine zu landen. Ihr schreibt, ich lese, ich schreibe ihr lest. Was, wenn ihr ein Thema von mir aufgreift? Warum kassiert ihr dann für meine Idee Geld? Oder zahlt ihr dann Lizenzen? Von einem Cent? Das ist albern. In dem Moment, in dem der erste blog Geld verlangt, ist das Thema gegessen. Ach ja, ich war übrigens auch seit drei Jahren nicht mehr im Urlaub.

  53. 53

    Ich verdiene schon etwas länger Geld mit diesem Blog. Nicht viel, aber auch nicht gerade wenig. Ich glaube auch, dass den meisten Blogs das völlig egal ist und diese werden immer kostenlos bleiben, wunderbar und wichtig. Es ist genug Platz für alle.

    Und dennoch halte ich das Thema oben für wichtig. Einfach zu sagen „es muss und wird alles für alle kostenfrei sein“ ist kurzsichtig, denn natürlich beeinflusst das die Produktion, in jeder Hinsicht, nicht nur in einer.

    Das alles bedeutet aber nicht, dass die Freiheit, daran teilzunehmen beschränkt werden darf. Das wäre Mord. Hach, ich könnte stundelang darüber schreiben. Bin aber müde und muss bis morgen noch etwas für einen Kunden fertig haben. :)

  54. 54
    TriIIian

    Ich wollte – es passt gerade so gut – nur mal anmerken, dass ich extra wegen Spreeblick(!) die Google-Ads wieder aus dem Adblocker rausgenommen habe.

    Aus zwei Gründen: zum einen klicke ich ab und zu mal drauf, in der Hoffnung, dass es euch was nützt. Zum anderen haben die doch tatsächlich einen gewissen Unterhaltungswert. Je nachdem, welches Thema hier gerade besprochen wird, kommen da manchmal sehr lustige Ads raus.
    Also, Johnny, darauf kannst du dir echt was einbilden, denn bei mir wird ansonsten gnadenlos jede Werbung eliminiert.

    Ob die „Premium-Content“-Variante so funktionieren würde, wage ich zu bezweifeln. Bei mir hört es schon auf, wenn ich zusätzliche Plugins installieren muss, um mir irgendwas anzusehen. Dann verzichte ich meistens eher aufs Ansehen. Und die Plugins sind ja in der Regel kostenlos.

    Freiwillig zu spenden könnte ich mir da schon eher vorstellen. Habe ich – z.B. für Software – auch schon gemacht, wenn mir was gut gefallen hat und ich einen Nutzen davon hatte.

  55. 55

    TriIIian, danke. Und ja, es nützt. ;)

  56. 56
    leo

    für’n Anfang wäre der „donate“-Button ja schonmal ganz gut…

  57. 57

    Das liebe Geld. Die 1 cent Idee finde ich persönlich nicht praktikabel. Warum versucht ihr es nicht wie Dr. Web?
    Etliche Artikel sind kostenlos aber es gibt auch den „Nur für zahlende Kunden“ Content.

    Oder wie die Taz, unter jeden Artikel einen dicken „Was ist Ihnen dieser Artikel Wert“ Button.

  58. 58
    lana

    Vielleicht wäre eine offene Kommerzialisierung dieses Blogs gar nicht verkehrt, da konsequent und ehrlich. Immerhin dient es ja heute schon als Werbeplattform für die Verlagsprodukte und bindet Leser ans Merchandising. Und wo lässt sich mit Jammern über Produktionsbedingungen schon Geld verdienen? Hier funktioniert’s, bei LIDL an der Kasse nicht.
    Kostenfreier Zugang zu Informationen war mal ein Vorzug des Dienstes www. Ich sag nur: Animal Farm, die Scheunenwand und die Schweine.

  59. 59
    Frank

    Besser fände ich auch eine Honoration auf freiwilliger Basis.

    Wäre Wikipedia, mit einem anderen Modell, so populär wie es ist?

  60. 60

    Wenn Ihr mit dem Blog mehr Geld verdienen wollt, macht doch eine Bezahlseite daraus (Spenden ist nicht wirklich sinnvoll, oder?). Dann wird sich die Struktur der Leserschaft verändern, was sich auch auf die Vielschichtigkeit und eh schon seltene Kontroversität der Kommentare auswirken wird. Ich würde einfach mal schauen, ob es funktioniert. Von einem Projekt, in das man so viel Mühe und Herzblut hineinsteckt, kann man auch erwarten, dass es dazu beiträgt, das eine oder andere Kürbiskernbrötchen zu kaufen. Generell ändert sich beim Menschen jedoch die Erwartungshaltung, wenn er für etwas bezahlen muss. Mit dem Anspruch müsstet dann Ihr klar kommen.

  61. 61
    Andreas Behn

    einen cent pro tag finde ich nicht gut. nicht jeder tag und sein inhalt ist gleich gut. eine spendenkasse wäre viel besser. sie hat ausserdem den vorteil, dass jeder nach eigener leistungsfähigkeit mal mehr oder weniger beitragen kann.

  62. 62
    Andreas Behn

    … oder macht doch einfach anfang des jahres ein fundraising. wenn die gewünschte summe durch spenden erreicht ist, geht es im betreffenden jahr mit dem blog weiter.

  63. 63

    @lana:

    Kostenfreier Zugang zu Informationen war mal ein Vorzug des Dienstes www. Ich sag nur: Animal Farm, die Scheunenwand und die Schweine.

    Naja, das Beispiel halte ich für etwas hoch gegriffen. Natürlich stimmt das mit dem Vorzug des www – aber Server, I-Net-Anbindung etc. kosten nun mal, selbst ohne den Aufwand für den Content. Und Johnny bittet ja hier nicht drum, dass wir ihn schnelltsmöglich zum Millionär machen (obwohl… ;)

    Ich fänd’s denke ich auch erstmal über Spenden am sinnvollsten. Ich denke, davon erhoft sich auch keiner größere Einflussnahme – was bei Abonnenten vermutlich wirklich anders aussähe… Ich hoffe, da hat sich auch gegenüber der Shareware-Situation vor ein paar Jahren (keiner zahlte) ein bisschen was bewegt und suche mir jetzt erstmal ein T-Shirt aus :)

  64. 64

    Die Goooooogle-Anzeigen sind mir noch gar nicht aufgefallen. Wahrscheinlich mache ich das Browser Fenster nicht groß genug auf… Dafür habe ich eine Idee, wie ihr von Amazon noch ein paar Cent einheimsen könnt: http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3828023118/ref=pd_sxp_f/302-6481993-6163223 Ansonsten finde ich monatliche Spende ganz sinnvoll, aber dann wenigstens einmal im Jahr sowas wie „Treue-Prämie“, gedruckte Sonderausgabe o.ä. als Anreiz.
    just my two cents (sic!)…

  65. 65

    Mit genau DEM Buch nimmt man eben nichts ein, denn es ist ja nicht mehr im Programm, taucht aber dauernd in den amazon-Anzeigen auf. :)

  66. 66

    Offenbar haben es aber einige noch nicht gesehen: Den „Donate-Button“ gibt’s. Er ist im Artikel verlinkt und auch auf der Startseite.

    Zum Thema „Information soll frei sein“: Ist sie doch weiterhin. Zumindest ich rede ja nicht von Paid Content. Und so wie ich es verstanden habe, würde ja auch eine bei IndieKarma registrierte Site frei für alle bleiben, die IndieKarma-Nutzer würden aber einen Cent zahlen.

  67. 67
    flx

    Ja ja, was ist wenn der Jonny auf einmal viel Geld hat, kann er dann überhaupt noch so einen Spreeblick machen wie er es jetzt tut? Oder kommen dann so Artikel wie „Verchromte oder vergoldete Felgen für meinen Flitzer“? Der Toni würde vielleicht nicht mehr so sehr den kleinen Unternehmen zusprechen weil er METRO-Aktien besitzt oder so.
    Wir sollten die Jungs aber auch nicht verhungern lassen, denn was sollen wir dann lesen?
    Wir müssen Alle ein bischen öfter auf die Google-Ads klicken oder den PayPal Button nutzen.
    Für einen Klingelton mit ToniM’s Vögeln würde ich sogar 2,99 €uro zahlen.
    Und wenn ich nach dem lesen eines genialen Beitrags gefragt würde wie viel mir Dieser Wert sei, dann würde ich mich schon mal erkenntlich zeigen.
    Lieber Werbung als Zahlen müssen, sonst ist der Blog tot. Die Werbung muss aber deutlich gekennzeichnet sein.

    Cheers

  68. 68
    leo

    @johnny: dieser donate-button ist aber äusserst tageslichtscheu. ich konnte ihn nur mit mühe finden. ich finde, der muss gelb und rot blinken und auf jeder seite, das logo überlappend in der kopfleiste stehen. :)

  69. 69
    Morpheus

    Doofe Idee Johnny. Das ist hier bestenfalls Unterhaltung, wers braucht bitteschön, doch ernsthaftere Auseinandersetzung mit Themen und Inhalten werden woanders geführt. Da sind das Ausschlaggebende nicht Trends oder Themen, sondern der Austausch mit Leuten die andere interessante Perspektiven und Sichtweisen haben. Die Bloggerszene neigt meiner Ansicht dazu, im eigenen Saft zu schwimmen. Blogger zitieren Blogger,
    Blogger bloggen andere Blogger,
    Blogger interviewen Blogger,
    Blogger machen Lesungen für Blogger
    Blogger halten Vorträge übers bloggen.

    (-:

    Das ist langweilig und öde. Man kann mehr aus dem Medium machen. Und wer damit Geld verdienen will, soll doch Journalist werden und seine Artikel verkaufen.

  70. 70

    Nochmal zum angesprochenen „Reload- oder Diskussionsproblem“ bei einem System wie Indiekarma:
    Liese sich doch ganz einfach lösen, indem man für jede feste url (und damit jeden Artikel und die damit verbundene Diskussion) nur einmal zahlt. Das lässt sich doch relativ einfach implementieren.
    Zusätzlich wäre da noch die Möglichkeit, im eigenen Account nur die Blogs zum Bezahlen freigeben, die man auch entlohnen will. Und zack, schon hat man da ne gute Kontrolle drüber und das Bezahlsystem wäre schon sehr akzeptabel. Denn wer will schon für neu entdeckte Blogs bezahlen auf die man vielleicht nur mal kurz draufklickt.
    In ein paar Jahren wird da bestimmt was Vernünftiges irgendwo mal entwickelt worden sein.
    Und ich fänd das gut.

  71. 71

    obwohl ich die Diskussion um das Entgelten von Blog sehr interessant fand, hat es meine Aufmerksamkeit auf 11 % Selbstständige gelenkt. ja denn am Freitag bin ich auch so einer. Ich habe meinen festen warmen Alltagsjob aufgegeben und versuche einen kleinen Traum zu verwirklichen.

    Vielleicht in einem Jahr werde ich sagen, oh- totale falsche Entscheidung. Aber zumindest werd‘ ich es Mal wissen.

    Ich verstehe nicht warum im „Land der Ideen“ nicht mehr Menschen Risikobereit sind, die Selbstständigkeit auszuprobieren: nur 11 Prozent! Bin gebürtiger Ami – aber nach 10 Jahren in „good old Germany“ ist dies mir einen Rätsel geblieben.

    (p.s. Selbstständigkeit = ich schreibe Audioguides für Berlin und nun weitere Städte – http://www.smartertours.com)

  72. 72

    Mmmh, also ich wäre ein Freund der ‚Klick-für-5/10/20-Cent‘ – Idee. Also einfach ein Button, mit dem man einen kleinen Betrag bezahlt.

    Generell habe ich das Gefühl, dass die ‚Spendenbereitschaft‘ (‚Spende‘ halte ich für einen unpassenden Ausdruck, da man für das Geld ja etwas bekommt – man würde es ohne Geld zwar auch bekommen, aber trotzdem…) der Internet-Teilnehmer größer ist, als vermutet.
    In einem Browserspiel habe ich erlebt, dass die Betreiber sagen ‚Das ist und bleibt gratis.‘ aber anlässlich eines Serverupgrades von Spielern gefragt wurden, ob es möglich sei, das ganze finanziell zu unterstützen. Daraufhin haben die Betreiber eine Möglichkeit zur ‚Spende‘ geschaffen. Als die Kosten für ein Jahr Servermiete bezahlt waren, haben sie diese Möglichkeit aber wieder abgeschafft, weil sie keinen ‚Profit‘ erwirtschaften wollen. Jetzt gibt es immer wieder Spieler, die nach eine Möglichkeit zur finanziellen Unterstützung fragen…

    Will sagen: Es ist legitim und sinnvoll, seine User/ Leser/ Kunden nach einem finanziellen Entgelt zu fragen. Manchmal ist guter Content halt noch geiler als Geiz… ;)

  73. 73

    …schade, ich wollte mir schon ein Zippo bestellen – die Nummer 39 ist glaube ich noch frei…

  74. 74

    Johnny, stell doch mal einen Poll auf die Seite und lasse die User abstimmen. Dieses Verfahren ist zwar nicht wasserdicht, aber für einen ersten Eindruck sollte es reichen.

  75. 75
    Kalle

    Johnny, ich finde das geht garnicht. Pfui! Du bietest hier ne Blog-Wiese mit Shopfunktion. Den Content liefert Dir die Schafherde — ohne die wäre hier nischt los. Bezahlst die eigentlich? Nein? Solltest Du vielleicht in Erwägung ziehen, da hier der Mehrwert liegt und nicht auf Deinem Kontostand!

    Sobald hier offiziell der Rubel rollen soll, roll ich entspannt ne Runde weiter.

  76. 76
    Stephan

    Ich bin für Spontanspenden a la Paypal (auch wenn man viel gegen Paypal sagen könnte, es ist praktisch). Besonders die längeren Artikel Podcasts kommen nicht einfach von der Schafherde und werden auch von keiner Schafherde transferiert. Also, PayPal Spendenknopf find‘ ich gut.

  77. 77
    Stephan

    Noch was, Johnny: Kannst Du mal sagen, wie erfolgreich http://spreeblick.com/spenden ist? würde mich interessieren, wieviel die Leute so spenden, wenn überhaupt.

  78. 78

    Ein interessantes Thema.. und so alt, wie das Internet. Ich selbst finde es nur richtig, dass ich – auf freiwilliger Basis – für von mir gern gelesene Blogs, die im Fall von Spreeblick weit über ein Personal Blog hinaus gehen, auch ab und an was spenden würde. Das Problem an der Sache ist, dass ich momentan, wo ich noch Azubi bin und meinen Lebensunterhalt von einem mickrigen Einkommen selbst bestreite kaum in der Lage bin regelmäßig für meine Spreeblick Besuche Geld auszugeben. Ich denke auch nicht, dass man das zur Pflicht machen sollte. Ich fand es nämlich immer richtig, dass Web-Inhalte an sich frei sind und Finanzierung freiwillig via Spenden, via Werbung, Sponsorings oder Aktionen stattfindet. Die Spenden-Sache find ich also gut, aber für ein Pflicht-System.. Tja, es werden sich zu wenig finden, die dazu bereit sind, vielleicht oder nicht zuletzt auch, weil sie für den Zugang zum Internet bereits zahlen, auch wenn es nicht denen zu Gute kommt, die Seiten betreiben

  79. 79

    @Stephan: es haben bisher vier Leute insgesamt 16,38€ gespendet, die wir komplet im Molinari versoffen haben. Rest Trinkgeld.
    Soviel zum Thema Spenden als Finanzierungsmodell!

  80. 80

    Kalle: „Den Content liefert Dir die Schafherde“ – klar.

    Abgesehen davon, dass ich hier keine Schafherde sehe, hast du natürlich Recht: Den täglichen Podcast, Toni, die Artikel und Aktionen, das Lesen der 100 bis 300 täglichen Kommentare, die Kommunikation mit den paar Dutzend zusätzlichen Mails… übernehmen alles die Leser. Sicher.

    Wie wichtig der Leser-Input für ein Blog ist weiß ich, nämlich enorm wichtig, und dass ich das weiß, wissen die Leser, mit denen ich schließlich täglich kommuniziere. Dass wir hier eine theoretische und IMHO spannende Diskussion führen, die nichts damit zu tun hat, dass Spreeblick plötzlich Geld kosten soll, müsste man eigentlich verstehen. Dass hier aber schon seit einem Jahr auch ein wenig Geld verdient wird, hat man ebenfalls mitbekommen können, also liest du versehentlich schon lange das falsche Blog. Die Einstellung „wenn jemand Geld mit seinem Output verdient, dann geh ich weg“ ist aber super, danke dafür!

    Danke an alle anderen für den Input. Und da die Frage kam: Bisher haben drei Leute gespendet, zusammen genau 14 Euro.

    Abschließend (?) vielleicht noch meine Einstellung zusammengefasst: Ich halte nichts von „Premium“ oder „Paid Content“, Spreeblick macht nur Sinn, wenn alles für alle erreichbar ist. Auch an den Erfolg von IndieKarma glaube ich noch nicht. Wer uns unterstützen mag, kann das ja auf verschiedene Art und Weise tun (Spenden, Shop) und wir schätzen das enorm und bedanken uns bei jedem dafür! Ansonsten werden wir wie bisher klar kommen mit ein paar Sponsoren und Ads und mit Jobs, die auch mal durch das Blog reinkommen. Wie oben beschrieben eben. It’s in the mix.

  81. 81

    Oh, sehe gerade dass die Geschäftsführung neue Zahlen vorliegen hatte. :)

  82. 82
    Stephan

    Schade, dass es nur für ein paar Milchkaffee reichte, ich gebe zu auch „nur“ 2 Euro und 04 Cents gespendet zu haben, um mal zu schauen, wie es funktioniert. Vielleicht liegt’s aber auch dran, dass es nicht sehr prominent verlinkt ist, nur am ende dieses Artikels, oder?

    Ich drücke daher weiterhin die Daumen, dass es irgendwie mit dem Mix klappt. An IndieKarma glaube ich auch nicht, PayPal hat im Gegensatz dazu halt schon eine kritische Masse erreicht.

    Übrigens bin ich eher nur Podcast Hörer. Und Molinari Tapes finde ich klasse, auch wenn es nur belangloses Gesülze ist.

  83. 83
    jochen

    wenn man sich die kommentare durchliest koennte man denken das „spenden“ auf eine breite (breitere) zustimmung stoesst.
    16,38 sieht aber nicht danach aus ;-)

  84. 84

    hm, 6E Versandkosten für ein Zippo?

    Gibt’s nicht einen fahrenden Blogger der mir das mal gerade bei Wuppertal reinreichen kann?

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