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GEMA-Tarife für Podcasts

Thomas Wanhoff berichtet im Blog des Podcastdays von kommenden GEMA-Tarifen für Podcasts.

Wer einen kompletten Song in seiner wöchentlichen Podcast-Sendung spielen will, muss zehn Euro bezahlen, wer täglich einen Song spielt, soll dreißig Euro Gebühr entrichten. Wie lange die Sendungen dann online stehen dürfen, ist noch nicht klar.

Auch wenn ich gespannt bin wie ein Flitzbogen, wie die GEMA die Dauer der Existenz einer Audio-Datei im Netz reglementieren will: Das ist kein Tarif, nicht einmal im Ansatz, dass ist unausgegorener Mist. Das ist Excel-Denke. Das ist Blödsinn aus den Köpfen von beratungsresistenten Opas, deren Bezüge aus vielfachen Vorstandsmitgliedschaften dem Kapitalbedarf einer fünfköpfigen Familie mit Vorliebe für echten Kaviar entsprechen.

Es geht nicht mehr um Minuten, um Sendedauer, um Reichweiten, um Sende-Exklusivität. Das ist vorbei. Für immer. Jeder kann senden und sehr viele werden senden, immer und überall. Weltweit. Und noch mehr werden zuhören.

So geht das alles nicht, GEMA, sondern so:

Erstmal braucht ihr einen Server, der die einfache Meldung der gespielten Songs möglich macht, denn bevor ich etwas zahle möchte ich eine Garantie, dass das Geld an die Künstler geht deren Musik ich gespielt habe. Und nicht an Michael Jackson. Schöner wäre natürlich eine automatisierte Lösung mit, aber nun wollen wir mal nicht zu neumodisch werden.

Als nächstes braucht ihr Flatrates – in drei, vier, fünf Stufen unterteilt nach Häufigkeit des Podcasts und nochmal nach Non-Profit oder kommerzieller Ausrichtung. Anders ist das nicht zu verwalten.

Und dann, GEMA, wenn es am unteren Flatrate-Ende einem Amateur-Podcaster ohne Werbe-Einnahmen mit einem wöchentlichen, ein- bis zweistündigem Podcast möglich ist für 5 Euro im Monat auch die bei euch gemeldete Musik zu spielen, dann sprudelt das Geld rein, da kennt ihr keine Sonne mehr. Versprochen. Und mehr CDs und Downloads verkauft man dadurch auch noch.

Schön. Das hätten wir also geklärt. Als nächstes finden wir dann noch raus, warum sich „Podcast-Experte“ Thomas Wanhoff in seinen eigenen Blog-Postings in der dritten Person selbst zitiert. (Update: Weil es eine Pressemitteilung ist, die Thomas gepostet hat)

Ich zitiere auch, aber nicht mich, sondern tatsächliche Dritte:

9 to 5 and 5 to 9 ain’t gonna take it
It’s our time we want the world
And we want it now we’re gonna take it, anyhow

We want the airwaves We want the airwaves We want
the airwaves, baby if rock is gonna stay alive

Oh yeah-well all right let’s rock-tonite all night

Where’s your guts and will to survive
And don’t you wanna keep rock & roll
Music alive Mr. Programmer I got my hammer

And I’m gonna smash my smash my radio

We want the airwaves We want the airwaves We want
the airwaves, baby if rock is gonna stay alive

(The Ramones, „We Want The Airwaves“)

Yes, it“™s time for the Dr. Göbbels show!

There“™s a tower in the heart of London
With a radio station right at the top
They don“™t make the city beat
They“™re making all the action stop

A long time ago there were pirates
Beaming waves from the sea
But now all the stations are silenced
„™cos they ain“™t got a government license

Wanna tell your problems
Phone in from your bedsit room
Having trouble with your partner
Let us all in on the news

If you wanna hear a record
Get the word from aiden day
He picks all the hits to play
To keep you in your place all day

Capital radio
In tune with nothing
Don“™t touch that dial

(The Clash, „Capital Radio“)

I was tuning in the shine on the light night dial
doing anything my radio advised
with every one of those late night stations
playing songs bringing tears to me eyes
I was seriously thinking about hiding the receiver
when the switch broke ‚cause it’s old
They’re saying things that I can hardly believe.
They really think we’re getting out of control.

Radio is a sound salvation
Radio is cleaning up the nation
They say you better listen to the voice of reason
But they don’t give you any choice
‚cause they think that it’s treason.
So you had better do as you are told.
You better listen to the radio.

I wanna bite the hand that feeds me.
I wanna bite that hand so badly.
I want to make them wish they’d never seen me.

Some of my friends sit around every evening
and they worry about the times ahead
But everybody else is overwhelmed by indifference
and the promise of an early bed
You either shut up or get cut out;
they don’t wanna hear about it.
It’s only inches on the reel-to-reel.
And the radio is in the hands of such a lot of fools
tryin‘ to anaesthetise the way that you feel

(Elvis Costello, „Radio, Radio“)

67 Kommentare

  1. 01

    Warum nicht einfach GEMA-freie Musik podcasten?

  2. 02

    Da stimme ich Acid zu. Wenn man GEMA-lizensierte Musik in sein Podcast bastelt, muss man wohl damit rechnen, dass man wie jeder Radiosender auch seine Gebühren dafür entrichten muss.

    Bei blogread.de zum Beispiel sind Links zu freier Musik zu finden, da kann man sich als Podcaster jederzeit aus einem reichlichen Angebot seine Musik wählen. Lediglich eine Namensnennung des Musikers ist notwendig. Das ist das beste Mittel, damit die GEMA nichts an den Podcasts verdienen kann.

  3. 03

    Ich hab das schonmal thematisiert: Natürlich ist das prima, GEMA-freie Musik zu spielen. Aber es ist keine Lösung. Es geht doch nicht darum, irgendeine Musik zu spielen. Sondern die, die ich spielen will. Ich will das verdammte Recht haben, Johnny Cash spielen zu dürfen.

  4. 04
    mp_464

    die gema wird auch in den nächsten 5 jahren kein vernünftiges modell hinbekommen, weil die strukturen bei dieser veralteten organisation überhaupt nicht mehr zum heutigen musikmarkt passen. ich gehe auch nicht davon aus dass die gema-leute von heuten auf morgen ihre ganzen modelle aendern werden.

    das beste finde ich immer noch wenn ein kuenstler bei der gema registriert ist und er will ein paar seiner songs zb unter creative commons lizenz stellen dass das einfach nicht geht. da der kuenstler bei der gema ist und folglich alle seine songs auch nur gema lizensiert werden koennen.

    es gibt aber bestimmt auch noch andere wunderbare beispiele…

  5. 05
    mat

    auch heftig finde ich: man bucht einen künstler(gemamitglied), und bezahlt auf das konzert, für das man ihn eingekauft hat und für das er gage erhät, auch noch gema-gebühren.

  6. 06

    Ich will das verdammte Recht haben, Johnny Cash spielen zu dürfen
    Das Recht hast du doch, wenn du ordentlich löhnst.
    Ich finde, dass freie Musik die vielgespriesene Experimentierfreudigkeit der Podcasts mehr widerspiegelt, als die Hitliste irgendeines Formatradios. Das kann ein echter Mehrwert sein, auf die GEMA-Musik zu verzichten.
    Abgesehen davon ist das ein Standpunkt. Die Mainstream-Industrie geht uns doch allen seit geraumer Zeit auf die Nerven. Die verklagen ja schon Singvögel
    :)

  7. 07

    Ja na klar. Davon bekommt aber der Künstler was ab. Bzw. die Autoren der Songs. Das ist nicht immer dasselbe. Du zahlst die GEMA nicht für die Band, sondern für die Autoren der Songs.

  8. 08

    Ja Johnny, das wäre ja schön, leider gibt es aber kein Recht darauf, Lizenzen einfach nicht zu beachten. Aus Sicht des Podcasters wäre das natürlich ein wunderbarer Zustand, kostenlos seine Lieblingsmusik spielen zu dürfen. Aber gute Musik fällt nun mal nicht vom Himmel. Aus Sicht des Künstlers und dessen Plattenfirma erschaffen sie mit mehr oder weniger Aufwand ein Kunstwerk und möchten daran verdienen.

    Im Supermarkt bekomme ich ja schließlich meine Cola auch nicht kostenlos nur weil es mein Lieblingsgetränk ist.

  9. 09
    mp_464

    wie johnny im artikel schon geschrieben hat, ist musik in podcasts doch eigentlich ’ne super promo fuer die bands. ich bin auf diese weise schon auf etliche bands aufmerksam geworden.

  10. 10

    Herr Dr., bitte den Artikel nochmal lesen, niemand redet von kostenlos.

    Acid, man kann nicht „löhnen“. Es gibt keine Tarife für Podcasts. Daher die neue, oben beschriebene Planung. Und dann nenne mir mal bitte deine 10 absoluten Lieblingsbands (die bereits Veröffentlichungen haben). Jede Wette: Alle bei der GEMA.

  11. 11

    „Als nächstes finden wir dann noch raus, warum sich „žPodcast-Experte“ Thomas Wanhoff in seinen eigenen Blog-Postings in der dritten Person selbst zitiert.“

    Weil er eine Pressemitteilung zitiert hat. Steht oben drüber glaub ich. Müsste man halt lesen.

  12. 12

    Das ist stimmt. Das Modell ist gaga und wird einfach dazu führen, dass die Leute piratisieren oder auf GEMA-Freie Musik ausweichen. Das ist ja eigentlich schade, denn auch die GEMA hat gute Musik.

    10,- für *einen* Song pro Woche?

    Ich denke, die Ausknobler dieses System wissen noch nicht wirklich, für was sie da eigentlich ein Abrechnungsmodell basteln sollen: „Wie lange die Sendungen dann online stehen dürfen, ist noch nicht klar. Der Tarif soll endgültig im Sommer veröffentlicht und angeboten werden, sagte Pappi.“

    Will heißen: wir haben keine Ahnung, aber wir machen da was, notfalls nehmen wir euch einen 10er pro Song ab.

  13. 13

    Daniel: Naja. Stimmt, ist unter „Pressemitteilungen“ kategorisiert. Sieht trotzdem bescheuert aus und ist nicht als Zitat gekennzeichnet, sondern sieht wie alle Artikel aus.

  14. 14

    andy69, die GEMA „hat“ keine Musik. Die GEMA vertritt Komponisten und Autoren, die oft auch die Musiker sind, aber eben nicht grundsätzlich.

  15. 15

    Es geht nicht um kostenlose Musik? Ja ok, dann habe ich den Kommentar falsch verstanden, besser gesagt, ohne Bezug zum Artikel gelesen.

    Muss man eigentlich für Balkonmusik auch löhnen? Wenn ja, könnte ich dem siffigem Partyvolk im Haus gegenüber mal einen gehörigen Schrecken einjagen.

  16. 16

    Davon bekommt aber der Künstler was ab. Bzw. die Autoren der Songs.
    Zu dem speziellen Fall: is Johnny Cast nicht schon tot?

    10 absolute Lieblingsbands:
    verGEMAte fallen mir nur 3 ein:
    Skinny Puppy (die durften nach einem Labelwechseln einen ihrer Songs nicht auf ein Live-Album packen – Lizenzprobleme)
    Magma (Christian Vander)
    Frank Zappa (leider auch bereits tot)

    Podcasten würde ich keinen der genannten. Ich verweise im Blog nur auf (GEMA)freie Musiker, die via Podcast ihre Traxx vorstellen – und die Jungs kenne ich alle seit Jahren aus div. Foren, bzw. aus dem sogenannten Real Life. In meinen eigenen Podcasts sind nur meine eigenen Abartigkeiten und ich bin selbstredend kein GEMA-Mitglied.

  17. 17
    mp_464

    soweit ich weiss muss man bei oeffentlichen veranstaltungen gema gebuehren zahlen. desweitern muessen glaube ich auch bars, cafe’s usw. gema gebuehren zahlen wenn sie gema pflichtige musik spielen.

  18. 18

    Johnny, is schon klar .. aber wenn die GEMA bestimmten kann, ob ich legal Musik in meinem Podcast spielen kann, dann ist der Grund, *warum* sie das tut (vertritt Komponisten, Autoren, Musiker etc.) eigentlich nebensächlich.

    So als Nichtradio-Profi steht für mich: Ich will Musik spielen, GEMA will dafür Geld, sonst darf ich nicht. Also hab ich das Geld, das die GEMA will und die GEMA die Musik, die ich will …

    vielleicht kann ich mich um dreiviertel drei auch nimmer wirklich richtig ausdrücken ;-) .. schöne Nacht noch :-)

  19. 19

    Bars, Kneipen, ect. auf jeden Fall. Es gab sogar Berichte, dass Kindergärten, Grundschulen löhnen mussten/sollten, weil sie auf Klassenreise irgendein geschütztes Liedgut trällerten.

    Schnell gegooglet:
    Das mit den Kindergärten war in Finnland. Ob die das hier auch so handhaben?!

    Wenn der Busfahrer den Kegelverein ins Schigebiet fährt und dabei Radio oder Kassetten laufen lässt oder auch die Schüler ihre mitgebrachten Kassetten auf der Klassenfahrt abspielen lassen, werden auch GEMA-Gebühren fällig!
    [Telepolis]

  20. 20
    mp_464

    also wenn im kindergarten „alle meine entchen“ gesungen wird (ich weiss nicht ob das unter gema lizenz steht, aber wenn!) muesste die schule zahlen??? hammer!
    soviel zum thema freie bildung und kultur.

  21. 21

    Wir reden die ganze Zeit über die GEMA, aber was ist mit der GVL? Müsste die nicht auch abgegolten werden irgendwie? Ich erinnere mich, dass Johnny da auch schon mal einen Artikel zu hatte…
    Ich war gestern beim Panel anwesend von daher einige Erläuterungen:
    Erstens soll dieser Tarif vielleicht im Sommer kommen. Vielleicht. Kann aber auch sein, dass die GEMA sich nochmal anders orientiert. Was ich nicht glaube, aber wer weiß.
    Zweitens: Wo fließt das Geld hin? Die Bereitschaft, was zu bezahlen war beim Panel auf der Podcasterseite ja eindeutig und man würde sogar gerne bezahlen wenn man wüßte, dass der Betrag dem Künstler, den man spielt, zugute kommt. Die Rede war aber von einem „Topf“, da scheint man sich keine Gedanken drüber zu machen.
    Von der Dreier-Regel – nur drei Songs aus einem Album pro Stunde – war gar nicht erst die Rede und etliche andere Detailfragen wurden auch nicht beantwortet. Das Ganze ist meiner persönlichen Meinung nach vollkommen unausgegoren und das ist erstaunlich, schließlich sind der Podcastverband und der Podcastclub doch schon seit längerem in Gesprächen mit der GEMA. Hat man da die falschen Fragen gestellt?
    Es war eine Wonne wie C. C. Shapman Herrn Stein verständlich zu machen suchte, dass er für seine Vermittlung von Künsterln nichts außer der Musik bekommt… Wie gesagt: Das sind zwei Welten. Man bewegt sich immerhin aufeinander zu, aber wenn die GEMA noch länger wartet wird sie obsolet.
    Der Begriff Alternative Musikindustrie wird ja nun nicht ohne Grund verwendet – übrigens auch desöfteren auf dem Panel. Und dass hinter dem Namen der Veranstaltung kein Fragezeichen stand deutet darauf hin, dass man sich bewußt ist, dass da was entsteht, was paralell zur GEMA existiert. Was schlecht für die GEMA ist, da dann das Geld nicht in deren Kassen fließen wird.
    Oh, übrigens meinte Herr Pappi, man könne beim Wahrnehumgsrechtevertrag – also diesem Wisch mit dem man nach dem ersten Mitgliedsantrag beglückt wird – einfach die Punkte durchstreichen, die einem nicht passen würden. So könnten die CD-Rechte bei der GEMA bleiben, die Online-Vertriebsrechte aber beim Künstler. Ich glaube nicht, dass das wirklich funktioniert, doch er hats gesagt – leider ist es nicht bei der Aufzeichnung mit drauf, gehört haben es aber etliche. Johnny, kannst du das verifzieren? Wäre das wirklich möglich?
    Ad Astra

  22. 22

    Fehlt zur wirklichen lizensierten Erlaubnis, GEMA Musik zu spielen nicht noch die GVL? Die haben keine Tarife und auch in Zukunft keine geplant soweit ich weiss.

  23. 23

    Wer braucht GEMA-Musik in Podcasts?!?
    Grüße,
    markus @ NoTalkRadio (

  24. 24
    friz

    Ich will GEMA Musik in Podcasts, denn Podsafe ist irgendwo doch nur Ausweichstrategie weil man „die Großen“ eben nicht spielen darf. Musik ist doch auch Popkultur und drumherum.

  25. 25

    Feine Diskussion :)

    Aber mal ein paar kurze Anmerkungen. Einige sprachen hier die GVL an – diese hat imho mit den Verwertungsrechten, welche Podcasts berühren mal überhaupt nichts zu tun. Es sei denn ihr wollt Podcast und Radio gleichzeitig machen, dann wiederum ja. Ansonsten gehts hier nur um Vervielfältigungsrechte und die werden von der GEMA lizensiert.

    Zur GEMA: So pauschal wie das oben geschrieben steht, möcht ich das mal nicht stehen lassen. Fakt ist, dieser Verein ist ein Monopolist und es gibt in Deutschland keine Alternativen dazu. Fakt ist auch, das diese „Exclusivität“ nicht grad förderlich ist – speziell wenn man den Bereich Internet betrachtet. Die Aushandlung eines recht pauschalen Tarifes für Onlineradios war auch ein jahrelanger Kampf. Und genau dieser hat nun eben erst für Podcasts begonnen. Das geht noch eine Weile – da wirds erst einen experimentellen Tarif geben, das Ausloten von Grenzen, ein Sturm der Entrüstung der Hobbycaster und irgendwann in 2-3 Jahren eine für beide Seiten angenehme Regelung.

    Aber! Man kann mit den Leuten von der GEMA durchaus reden – und wie jemand weiter oben schon anmerkte, eventuell wars der falsche Rahmen oder es wurden die falschen Fragen gestellt.

    Die Diskussion um das Verteilungsprinzip, die Ausschüttung der Anteile und die fehlende Transparenz, die Johnny bemängelt hat mit dem Tarif als solchen ja erstmal nichts zu tun – sollte und muss allerdings auch weiterhin geführt werden.

  26. 26

    Bei einer Ausstrahlung im grössten nationalen Radiosender in der Schweiz fallen SUISA-Gebühren (die GEMA der Schweiz) von ungefähr fünf Franken, also so um die drei Euro an. Verhältnismässigkeit? Wieviele Zuhörer hast du so, Johnny?

  27. 27

    wer berät die eigentlich? oh je

  28. 28

    Wo kann ich freie Musik melden? Der Micha hat da Einiges, um mal Werbung für einen guten Kumpel zu machen.

  29. 29
    Ingo

    Das ist doch noch billig. Als ich vor Jahren, als MP3 für die MI noch gleichbedeutend mit dem Untergang des Abendlandes war, für eine befreundete Band bei der GEMA gefragt habe, was es denn so kosten würde, ein paar Songs der Band ausschnittsweise auf deren Homepage zum Anhören zu stellen, da hiess es wenn ich mich recht erinnere:
    50 EUR pro Liedausschnitt pro Monat. Wenn wir sicherstellen, dass wir nicht mehr als 100 Downloads haben.

    Klar, 30% davon hätte die Band wieder bekommen, sie sind ja die Autoren. Aber 35 EUR pro Monat pro Ausschnitt sind für ein Freizeitprojekt immernoch unbezahlbar.

    Eigentlich ist das System der GEMA genau das was du suchts: Du darfst jede Musik verwenden und mußt nur marktübliche Preise dafür zahlen. Das ist deutlich besser als das was Zypris gerade einführen will: Freie Vertragswahl, d.h. wenn der Verwertungsrechteinhaber von Clash von dir ausgerechnet 2000$ haben will dann hast du Pech gehabt. Zunächst probiert sie es bei Texten, aber bei Musik wird sie auch nicht mehr lange warten.

    Wenn sie nur nicht so schwerfällig wäre, diese GEMA.

  30. 30
    rotor

    das heißt wenn ich jetzt vorhätte einen täglichen cast zu machen mit ca. 5 liedern und dazwischen von gott und der welt reden, das 5 mal die woche würde mich im monat 1.000 euro kosten und das obwohl mir nur 2,5 leute im schnitt zuhören und ich damit kein geld verdiene ?!?
    ich finde ja das es zu wenig musik in den podcasts gibt, diese eingeschlagene richtung wird das wohl nicht verändern :/

    wenn die gema die eingesetzte vertretung ist für die künstler, könnten die künstler denen dann nicht mal erzählen wo es lang geht?

    naja, aber vieleicht ist das ja ne super angelegenheit um das medium internet in dem jeder sender sein kann doch noch wieder in geregelte bahnen zu lenken – nur zu schade das das noch nicht zwangsmäßig anwendbar ist auf alles was mensch in den äther sendet, z.B: für meinen comment – für 10ct veröffentlichungsschutzrecht-gebühr würde ich 2 mal nachdenken (aber vielleicht zitiert mich ja jemand dann bekomme ich 0,1ct zurück).

  31. 31
    Tim

    Das wird ein Zwangsmodell – wie halt die Gema so ist. Jeder posdcaster wird erstmal löhnen müssen. Wie immer gilt die GEMA-Vermutung:
    http://www.gema.de/musiknutzer/information_service/vermutung.shtml

    Ist eine Beweislastumkehr – rechtlich abgesichert. Daher brauchen die sich keine grossen Gedanken, um Modelle oder Flatrates zu machen. Jeder wird abkassiert werden.

  32. 32

    Das mit dem Zwangsmodell sollen sie gerne mal versuchen. Ich stimme Johnny zu, das wird so nix.

    Selbstverständlich ist Podsafe eine Alternative – für den Moment. Auf lange Sicht wird die Aufbruchstimmung nicht ausreichen und wir werden andere neue Modelle benötigen.

    Am heutigen Tage funktionieren jedoch Modelle wie podsafe für den Künstler besser als Gema und CO. Es wird Zeit, die Urheberrechte und Vergütungen wieder auf das auszurichten, wofür sie da sein sollten: Auf Basis von für beiden nützlichen Vereinbarungen Wege der Vergütung zu finden.

    Und eben nicht nur „die eine Seite gewinnt“ bzw. die dritte aka Unbeteiligte.

  33. 33
    Stephan

    Ironie an:

    Da wurde bestimmt ordentlich diskutiert. Es gab sicherlich einen Tisch, wo Künstler, Blogger, Gema, GVL und weitere daran saßen, um das Thema in Ruhe und sachlich zu besprechen. Sp lößt man ja Probleme, man bindet alle Beteiligten aktiv ein und sucht den besten Kompromiss.

    Ironie aus:
    Warum lese ich nichts über teifgründige Beratungen, wie man es nun am besten macht? Warum lese ich nur: GEMA legt etwas vor. Hier lese ich: Vorschlag ist „gaga“. Klar, weil er die Interessen von Podcastern nicht wirklich berücksichtigt.

    Wir leben scheinbar in einer Welt, wo jeder denkt, dem anderen etwas vorsetzen zu können. So nach dem Motto: Friss oder stirb! Ist das zivilisiert? Wo sind die Errungenschaften unserer Vorfahren: Dialog, Kritik, Gespräche, Gleichberechtigung.

    Crazy world!

  34. 34

    Nee, die GEMA vertritt überwiegend Großkomponisten und SchlagerAutoren. Kleinkünstler fühlen sich schon lange nicht mehr von der GEMA vertreten. Seit gut acht Jahren produziere ich eine eigene Radiosendung, die eigentlich mit Beginn des Jahres 2005 auch 24/7 an’s Netz gehen sollte. Das hat die GEMA, und allem voran die GVL, locker verbockt.
    Hier wird nämlich immer nur von Geld gesprochen. Bei den Netradios hat man sich auf einene faulen kompromiß eingelassen, und den Lobbyverbänden die Macht über die Programmgestaltung überlassen. So kann man mir sagen wieviele Titel ich von wem hintereinander spiele, und welches Album ich in einer bestimmten Zeit wie oft auflege. Zudem darf ich euch nicht mehr mitteilen, dass morgen ein Special über Künstler XY kommt, da sich dann ja jemand auf den Mitschnitt vorbereiten könnte.
    Jedes mal, wenn ich diesen ausrastenden Pimpf dieser Lobbybude in der Glotze sehe -der mich immner an Prof. Hastig aus der Sesamtstraße erinnert-, zuletzt bei den Köln-Razien gegen edonkey, bekomme ich die blanke WUT. Macht euch mal den Spaß, und redet mit einem dieser Industrievertreter, und ihr werdet feststellen: Kontakt zum Boden haben die schon lange nicht mehr. Beispielhaft ist hier etwa die Story von Udo Vieth auf der PopKomm-Köln, in der ein EMI-Dödel mit seinem Maybach vorfährt, und den lauten macht. Nach mehrmaliger Verwarnung hat man ihn aus den Laden geworfen. I’am the Greatest, Man! Bullshit.
    Könnte Euch auch persönliches anhänge, ufert aber aus.
    Die Konsequenz kann nicht sein, etwas nicht zu tun, sondern Einzelvereinbarungen zu treffen. Ich habe immer noch das Ziel eines eigenen Weltmusikprojektes, werde aber keine GEMA und GVL zahlen, das ich den Weg der Freistellung durch Künstler und Verlag suchen werde. Denn eins ist klar: Wir , die wir Musik lieben, promoten den Künstler, und nicht die Idioten, die die Paletten in den Supermarkt schieben mit dem Schild „Super“ versehen.
    Muß Luft holen.
    cu
    Olaf

  35. 35
    Prospero

    @Dominik: Uwe, falls Michael nicht in der GEMA ist, ist es am Einfachsten ihn mal aufs PMN – Podsafe-Music-Network – aufmerksam zu machen: http://music.podshow.com. CC-Lizenz vorausgesetzt. Ansonsten weiß ich zwar, dass es da Portale gibt, aber URLs habe ich so spontan nicht parat.
    Eine zentrale Anlaufstelle jedenfalls gibts hierzulande (noch) nicht, aber kommt vielleicht.
    Halt – moment – Starfrosch.ch wäre eine nette Sache, aber da müsste sich Michael wohl auch selbst kümmern.
    Ad Astra

  36. 36

    „Zudem darf ich euch nicht mehr mitteilen, dass morgen ein Special über Künstler XY kommt, da sich dann ja jemand auf den Mitschnitt vorbereiten könnte.“

    @Olaf – das ist so nicht ganz richtig. Dieser Punkt wurde und wird leider viel zuoft mißverstanden. Passt aber nicht so ganz zum Thema.

  37. 37
    Prospero

    @Stephan: Und genau das, Olaf, befürchte ich nämlich auch für Podcasts, die mehr als nur einen Titel spielen wollen werden – man hat ja schon ein Tarifmodell für die Webradios, da wird man sich vermutlich die Dinge rauspicken die man jetzt haben möchte und Restriktionen a la „Keine Specialankündigung weil man das mitschneiden könnte“ – ähm, seid wann ist das Mitschneiden nicht legal und zahle ich dafür nicht gerade an eine andere Gesellschaft – werden mit Sicherheit kommen.
    Ich bestreite nicht, dass die GEMA nicht kommunikationsfähig ist aber das sind BWLer, keine Leute die Musik um ihrer selbst willen lieben – jedenfalls hatte ich auf dem Panel sehr stark den Eindruck.
    Und jetzt wäre es an der Zeit von den ganzen „Lobbyverbänden“ mal einen Gegenvorschlag zu hören – dass der vermutlich abgelehnt werden wird ist mir mittlerweile auch klar, aber irgendwie habe ich den Eindruck dass weder Podcastverband noch Podcastclub wie das Kaninchen vor der Schlange sitzen und darauf warten von den Tarifen gefressen zu werden.
    Ad Astra

  38. 38
    Prospero

    Man streiche bitte das kleine Wörtchen „weder“ im Satz mit der Schlange und dem Kaninchen. Danke. ;-)
    Ad Astra

  39. 39

    @Prospero – auch auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen. Diese Einschränkungen kamen seitens der GVL und _nicht_ von der GEMA und sind außerdem in der Form, wie ihr beide das grad vermittelt, nicht ganz korrekt. Ankündigungen zu den Sendungen sind sehr wohl möglich, allerdings muss ich bestimmte Nutzungen, die die GVL nicht lizensieren kann, vorher mit dem Rechteinhaber selbst absprechen und eventuell auch bezahlen. Mir reichte da bisher ein Griff zum Telefonhörer und alle waren froh.

  40. 40
  41. 41
    Dagger

    Ich find Excel-Denke ein schickes Wort. Wird in den Duden im Kopf aufgenommen.

  42. 42
    mp_464

    hat es da nicht auch letztes jahr auch diese sache mit der gvl gegeben; wo im endeffekt dann server und andere sachen beschlagnahmt worden sind? weil die leute von der gvl („gema“)-musik verbreitet hatten? irgendwas war da, oder bin ich heute komplett neben der spur???

    ich bitte um aufklaerung.

  43. 43

    Hallo
    Gilt diese „Gebühr“ nur dann wenn man auch kommerzielle Musik spielen will oder allgemein verfplichtend?

    Gruss
    Gunnar

  44. 44

    An anderer Stelle hat Johnny es schon gesagt:

    „Was Teil des Problems ist: Wenn sich die Mitglieder mehr einmischen würden, käme auch mehr Bewegung ins Spiel. Die Musiker sind oft konservativer als viele andere Beteiligte, ist mein Eindruck.“

    Den Eindruck teile ich. Ein Beispiel: ein guter Bekannter von mir hat einen kleinen rührigen Musikverlag, ist seit Jahren selbst auch aktiv als Musiker unterwegs, abseits des Mainstream. Er läßt sich in ein GEMA Gremium wählen, wird auch prompt gewählt und…. erzählt mir, wie toll die GEMA doch ist. Irgendwie verkehrte Welt. Wes Brot ich ess,…?

    Nein, sicher nicht nur. Aber es zeigt mir ein weiteres Problem deutlich auf: Es gibt Urheber die mit der GEMA im großen und ganzen zufrieden sind. Und zu denen zählen auch Urheber, die nicht die dicke Kohle mit der GEMA scheffeln.

    Klar, es gibt auch Urheber die gleich null mit der GEMA klarkommen. Zu den zähle ich mich. Und man trifft in Foren und Blogs auch regelmäßig „Gleichgesinnte“. Und in schöner Regelmäßigkeit Ansammlungen von angelesenem Halbwissen. „Ich darf doch 8 Takte… 30 Sekunden.. wenn ich’s rückwärts spiele…“. Dann les ich gestern im medienforum.nrw quer und denke: „Hey, neues Comedy Format von 9Live, nur ohne Anrufen“. Johnnys Ansatz „sich einmischen“ um Bewegung zu erzeugen überzeugt mich. Aber wie? Mit wem? Organisiert/zentral oder dezentral/chaotisch? Fragen über Fragen…

  45. 45
    Prospero

    @Ralf: Dann danke für die Richtigstellung, Falk.
    Gunnar: Wie meinst du das jetzt genau? Die Gebühr wird auch bestimmt dann fällig wenn ich CC-Musik und GEMA-Titel im Wechsel spiele. Wenn du keine GEMA-Titel spielst dann nicht. Frage mich gerade ob man dann der GEMA nachweisen muss dass die anderen Songs nicht von denen waren, aber die Frage mit Listen, Meldungen und dergleichen ist ja noch nicht geklärt. Wir werden sehen.
    In Spanien gabs doch Anfang des Jahres dieses Urteil, das ein Restaurant von der dortigen GEMA-Gebühr befreite weil die im Restaurant nur komplett freie Musik gespielt haben. Ob das auch für hier anwendbar ist keine Ahnung, für Webradios wäre es eine Alternative denke ich mal. Wie das dann praktisch von statten gehen würde, keine Ahnung.
    Ad Astra

  46. 46
    Prospero

    @Boogie: Klar. Natürlich gibts die Künstler, die mit der GEMA zufrieden sind, das war ein Argument im Panel, dass ich nachvollziehen konnte: Nicht jeder Künstler hat die Lust oder die Leute oder die Möglichkeit sich selbst zu promoten, für die ist dann die GEMA die optimale Rundumwohlfühlversorgung – man bezahlt seinen Beitrag und muss sich um nichts kümmern. Klar. Sehe ich ja auch ein, nichts dagegen einzuwenden.
    Es geht ja auch nicht um die Musiker an sich, es geht um die Tarifvorschläge – da waren Johnnys Flatrate-Pauschalen durchaus besser, intelligenter und durchdachter als das, was ich auf dem Panel gehört habe.

    Gelobbyt – ähem – eingemischt haben sich bisher die beiden großen Podcastverbände – der Podcastverband, der Podcastclub. Immerhin hats zu einer Mausgeburt geführt und ich erkenne das von Seiten der GEMA durchaus an. Die wird sich vermutlich um irgendwelche Bemühungen einen Dren scheren weil die als Monopolist tun und lassen kann was sie möchte – aber zumindest einen grünen Tisch mit allen Beteiligten bzw. jetzt Vorschläge von den beiden Verbänden, die dann diskutiert werden können wären schon mal ein Schritt, den ich sehr begrüßen dürfte. Bei der GEMA sitzen eben Leute, die sich nicht mit Podcasting auskennen, denen sollte man dann mal erklären was das ist, mit gut formulierten Vorschlägen kommen. Das Fundament ist da, wie man jetzt Parterre und erste Etage ausbaut, dass müsste man gemeinsam besprechen. Wird vermutlich nicht passieren, aber es wäre ja mal eine Idee.
    Ad Astra

  47. 47

    @ Prospero: 101% agree. Natürlich geht es hier um vernünftige Regelungen (und gegebenenfalls auch Tarife) für Podcaster. Gut, Podcastclub/Podcastverband und die podcastische Befreiungsfront bzw die Befreiungsfront Podcastiens spricht mit der GEMA. Fein. Ich befürchte allerdings das die GEMA noch eine Weile braucht um den Podcaster ansich ernstzunehmen. Eine andere Position könnten sich Urheber/Künstler, die von der GEMA vertreten werden (und zudem auch noch Podcaster/Urheber in Personalunion sein könnten) verschaffen. Ich, als Urheber, sehe da Handlungsbedarf. Die Verträge zwischen Urheber und GEMA müßen den (medien)technischen Bedingungen (und Möglichkeiten) angepasst werden. Daraus resultierend würde auch ein vernünftiger Tarifrahmen für Podcasts, Webradio, Freistellungsrecht einzelner Werke etc. ausgehandelt werden.

  48. 48

    „Daraus resultierend würde auch ein vernünftiger Tarifrahmen für Podcasts, Webradio, Freistellungsrecht einzelner Werke etc. ausgehandelt werden.“

    Mir schwirrt da grad im Kopf rum (vielleicht find ich die Quelle ja noch), dass der Vertreter der GEMA auf dem Panel wohl sinngemäß gesagt haben muss, dass sich die Urheber/Künstler ihren Wahrnehmungsvertrag selbst „zusammenstreichen“ könnten. Also zum Beispiel an die GEMA nur die Wahrnehmung für CD abgeben und den Rest selbst machen. Kann das eventuell jemand bestätigen? Manchmal hab ich den Eindruck, die GEMA ist ein großer Basar.

  49. 49
    Prospero

    Falk: Nicht nur ich habe das gehört…
    „Überraschend kam im Publikum auch die Ansage von Herrn Pappi an, das die GEMA (angeblich) all ihren Mitgliedern die Möglichkeit bietet, der GEMA nur die Rechte für TV und Radio zu übertragen und die Online Rechte zu behalten. Eine Aussage, die wohl auch unter den Musikprofis im Publikum nie zuvor jemand hörte.“ http://www.blogwinkel.de/?p=59
    Bisher hats niemand verifizieren können…
    Ad Astra

  50. 50

    Danke für den Link. Die Aussage ist in der Tat interessant und würde einige Perspektiven für Bands lassen. Allerdings bin ich auch der Meinung, dass damit auch wieder nur die Verantwortung durchgereicht wird an den eigentlichen Urheber. Und dieser ja im Regelfall durch den Beitritt zur GEMA genau diese Sachen nicht mehr selbst regeln möchte. Denn nehm ich digitale Rechte raus entgehen einem ja dann auch die Einnahmen aus Onlineverkäufen. Bzw. müssten dann wiederum im Zweifel Onlineshops oder Webseitenbetreiber/Podcaster im Einzelfall jedesmal beim Urheber vorsprechen und sich die entsprechenden Lizensierungen selbst einholen. Und das ist für Hobbie-Podcaster schlicht der Aufwand zu groß.

  51. 51

    Dazu von mir nur nochmal der kurze Hinweis, das sich diese Aussage von Dc. Pappi evtl. darauf beziehen könnte, das GEMA Mitglieder vor Jahren mal aufgefordert wurden, eine Vertragserweiterung zu unterzeichnen, die der GEMA auch die digitalen Rechte überträgt. (der Hinweis darauf kam übrigens von Jonny – THX). Allerdings – wie auch in meinem vorgestern geschriebenen GEMA Nachschlag Beitrag zu lesen – findet sich in den Anmeldeformularen auf der GEMA Seite keinerlei Option, bei der man zwischen Radio/TV und digitalen Rechten wählen kann.

  52. 52

    Wer glaubt, dass man mit Abgaben an die GEMA das Recht erwirbt, Musik aus dem GEMA Repertoire in seinem Podcast verwenden zu dürfen, irrt! Hier werden ausschlieslich die Rechte der Urheber abgegolten nicht aber die Rechte der ausübenden Künstler. Diese werden normalerweise über die GVL abgegolten; das gilt aber nicht für Podcasts. Das bedeutet, dass man für jeden einzelnen Titel die Lizenz zum Einsatz direkt bei der entsprechenden Plattenfirma und beim Künstler selbst einholen muss.

  53. 53

    Eduard, das ist genau der Punkt, der nicht wirklich geklärt scheint. Damit würde man einen Podcast als „Sendung“ betrachten. Ich persönlich neige ja mehr dazu, ihn als Download zu betrachten, was imho keine Vergütungspflicht in Richtung GVL auslösen würde.

  54. 54
    Prospero

    Eduard: Ja, das warf der Rechtsanwalt – der Moderator – auch beiläufig in die Runde ein. Da käme, wenn es den GVL-Tarife für Podcasts gäbe, jede Menge Papierkram auf den Podcaster zu bzw. sehr lange Telefonate um rauszufinden wo denn jetzt welcher Künstler steckt. Dürfte spaßig werden, denn die GVL hat momentan noch gar nicht mal über Podcasts nachgedacht und bietet schon mal keinen Tarif an.
    Johnny hatte das ja auch schon in einem früheren Artikel erwähnt. Ich verlinke mal den Nachfolgeartikel, aber da ist der Link zum ersten überhaupt ja drin:
    http://www.spreeblick.com/2005/07/15/nochmal-podcasts-und-die-gvl/
    Oder für diejenigen, die es nochmal nachlesen möchten ohne zu klicken:
    „Insbesondere wegen der interaktiven Abrufbarkeit von Podcasts (unabhängig davon, ob als Stream oder zum Download) erstreckt sich der Wahrnehmungsauftrag der GVL nicht auf Podcasts, so dass die GVL hierfür leider keine Lizenzen vergeben kann. Für den erforderlichen Erwerb der (Ausschließlichkeits-) Rechte der ausübenden Künstler und der Tonträgerhersteller, der zur Realisierung Ihres Vorhabens erforderlich ist, müssen Sie sich direkt an die entsprechenden Rechteinhaber wenden.

    Das bedeutet: Ich müsste jedes einzelne Label oder gar jeden einzelnen Künstler anschreiben, ob ich dieses eine Stück Musik spielen darf und an wen ich dabei wieviel bezahlen muss. Das ist natürlich ein organisatorischer Aufwand, der alles andere als sinnvoll ist. Es wäre klasse, wenn es dafür eine einzige Anlaufstelle, eine Art Verband“¦ Hoppla! Gibt“™s ja schon! Die GVL!“
    Ad Astra

  55. 55

    Falk, es ist nicht relevant, ob das eine Sendung oder ein Download ist. Man muss im Besitz der jeweiligen Nutzungsrechte sein; übrigens auch unabhängig von jeglicher Vergütung.

  56. 56

    Prospero, die GVL würde vermutlich gerne einen Tarif für die Nutzung von Musik in Podcasts herausgeben und diese so lizensieren. Voraussetzung wäre aber, dass sich die Rechteinhaber vorher einigen. Das war beim Webradio ein langer Weg und das wird es auch beim Podcast sein.
    Warum nutzen wir nicht den Ausweg und spielen Musik von Künstlern ohne vertragliche Bindung? Talente gibt es in Deutschland ohne Ende und fast immer ohne Perspektive, weil sie durch das Raster der Massenmedien fallen. So eine Chance gab es ein halbes Jahrhundert nicht mehr. Und ich gehe noch einen Schritt weiter: „Podcasting ist (wird) das eleganteste und effektivste Instrument zur Publikation von Musik!“ Wir müssen das eigentlich nur be- und die erwähnte Chance ergreifen.
    Eduard

  57. 57

    „ob das eine Sendung oder ein Download ist“

    Das seh ich schon anders. Denn genau diese Diskussion gabs schonmal. Denn dann entscheidet sich, wer die Vergütung stellevertretend übernimmt. Kann mich durchaus irren, bin mir da aber noch zu mindestens 90% sicher, dass dies so war. Ein Download stellt imho eine Vervielfältigung dar = Vergütung durch die GEMA.

    „Daher entstehen Vergütungsansprüche nur dann, wenn eine zweitverwertungsrelevante Mediennutzung der leistungsschutzrechtlich geschützten Tätigkeiten stattfindet.“

    Ist das, was die GVL lizensiert. Und Podcast = Sendung? Was sagen denn da die Medienrechtsprofis dazu?

  58. 58

    Falk, das Deutsche Urheberrecht hat geistiges Eigentum körperlichem Eigentum gleichgestellt. Unabhängig davon, über wen die Vergütung läuft, muss der Besitzer des Eigentums seine Ware erst mal in Dein Regal stellen, bevor Du es nutzen kannst; ob als Sendung, als Download oder als Tonträger. Und noch einmal: Da gibt es die Rechte der Urheber und die der ausübenden Künstler! Die 2. genannten kann die GEMA weder vergeben noch abrechnen.

  59. 59

    Eduard deine Argumention leuchtet mir durchaus ein. Allerdings scheitere ich hier gedanklich daran, warum ein Podcast mehr sein soll, als eine reine Vervielfältigungshandlung, die eben mal „nur“ (anaolog den Downloads) eine Vergütung der Urheber/Textdichter auslöst. Eine Zweitverwertung an der die ausübenden Künstler partizipieren würden, findet da meiner Meinung nach nicht statt. Ob das jetzt gerecht ist, ist eine andere Sache und ich denke auch, das darüber sicher noch diskutiert wird.

    Btw. bin ich heute darüber gestolpert, dass es wohl in England jetzt schon einen Tarif dafür gibt und dieser mir enorm günstig erschien. Hab das aber noch nicht weiter recherchiert. Allerdings hab ich auch im Hinterkopf noch eine Vorgabe der EU, dass der Markt für Verwerter in Europa geöffnet werden muss. Eventuell steht dann ja bald jedem Podcaster frei, wo er seine Lizenzen erwirbt.

  60. 60

    Falk, es geht hier um den Unterschied zwischen Vergütung und Senderecht bzw. Kopierrecht! Dem Inhaber des Sende.- bzw Kopierrechts steht es zu, diese zu erteilen; unabhängig von jeglicher Vergütung!

    Europäische Lösungen wären das Beste! Sonst beklagen sich alle in ein paar Jahren wieder über „Global Player“, die sonstwohin gehen und einfach machen.

  61. 61

    Senderecht – genau da scheitere ich ja. Für mich ist ein Podcast keine Sendung :) Ich würde hierbei auf § 16 und 17 UrhG plädieren. Aber ich bin auch kein Medienanwalt.

  62. 62

    Ich habe miterlebt das § nur auslegungssachen für Richter sind und das gerade bei Nutzungsrechten.

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