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Mexiko – Angola 0:0

Ich finde, das geht von den Sponsoren zu weit, sich nicht nur die Namen von Stadien zu kaufen, sondern gleich von einzelnen Spielern. Die Nr. 3 von Angola, João Pereira, heißt seit dem Kauf seiner Geburtsurkunde durch eine Klingeltonklitsche nur noch Jamba. Auch mit den anderen Namen der Angolaner lässt sich ähnlich hochwertig witzeln: das häufige Wegrutschen der Spieler zum Beispiel wird durch – Achtung! – Akwa-Planing verursacht. Die Mexikaner hingegen konnten sich so gar nicht mit mir über meine pubertären Späßchen freuen, denn Angola trägt nicht nur die hübschesten Stutzen (so nennt der Fußballer seine Kniestrümpfe) der WM, sondern auch einen Punkt zurück ins Hotel.

Nur in der ersten Hälfte der ersten Hälfte spielte Speedy Gonzalez bei Mexiko mit, danach querpassten sich die Jungs vom Popocatépetl langsam zu Tode. Reporter bezeichnen diese Spielweise gerne als pomadig, ideenlos, träge, pomadig, umständlich und pomadig. Auf beiden Seiten wurden kaum Chancen wirklich herausgespielt, die größte Gefahr für die Jungfräulichkeit beider Torlinien ging von individuellen Fehlern und Konzentrationsschwächen des eigenen Keuschheitsgürtels aus. Durchaus verständlich, wenn man wie Gazellen-Torhüter Joao Ricardo derzeit keinem Verein angehört. Durchaus unverständlich, wenn man mexikanischer Nationalspieler ist.

Dass der wackere Andre Venceslau Valentim Macanga 10 Minuten vor Schluss Fußball mit Handball verwechselte und seine rote Trikotfarbe nochmals ausführlich auf der kleinen Karte des Schiedsrichters begutachten durfte, hat den Mexikanern auch nicht mehr geholfen.

Fazit: keine Ahnung. Ehrlich. Gruppe D ist eine doofe Gruppe. Mexiko hat zwei Punkte verloren, Angola mit tapferem Kampf einen gewonnen – rein rechnerisch bleibt alles offen. Wenn Iran zum Beispiel gegen Portugal und Angola gewinnt und Mexiko gegen Portugal, sind Iran und Mexiko durch. Falls Portugal gegen Iran und Mexiko verliert und Angola gegen Iran gewinnt, sind Mexiko und Angola durch. Rein rechnerisch…

Persönlicher Liebling: Figueiredo, den ich aufgrund seines Teints gerne den Asamoah der schwarzen Antilopen (Palancas Negras) nenne.

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