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Mexiko gegen Portugal 1:2

Argentinier und Holländer, die sich nicht nur von Fehlern ihrer Gegner, sondern auch von Steaks und Käse ernähren, können heute abend bei einem gemeinsamen Picknick herausfinden, wie wunderbar ein Steak schmeckt, wenn man Käse darauf zum Schmelzen bringt. Es wird ein sehr kooperatives letztes Gruppenspiel werden, denn es ist beiden Teams gleichgültig, ob sie die Mexikaner oder Portugiesen für deren Teilnahme an der WM bestrafen.
Das Spiel heute nachmittag war iberisches Bauerntheater, es starben mehr Schwäne als auf norddeutschen Inseln. Oma Bravo wetteiferte mit der gesamten portugiesischen Abwehr um den Titel der größten Lachnummer. Seit 15 Spielen ist Portugal ungeschlagen. Gegen wen sind sie in der Zeit angetreten? Gegen die afghanische Frauenfußball-Liga, deren Teams zwar extrem ballfertig sind, aber wegen ihrer Burkha-Trikotage Schwierigkeiten mit der fließenden Bewegung haben?

Ich bin einfach zu alt, um Portugals Pracht zu erkennen, es ist wie mit dem Frauenfußball. Zu Beginn meiner Zuschauerkarriere war Portugal ein Entwicklungsland, nicht nur im fußballerischen Sinne, und wenn die Portugiesen nicht die nächsten 20 Jahre bei jeder WM oder EM mindestens ins Halbfinale kommen, werden sie das vor meinem inneren Schiedsrichter auch immer bleiben. So ein 0:3 wie vor sechs Jahren wird da als ribbeckbedingter Ausrutscher verbucht.
Und die Mexikaner erscheinen mir ohne Hugo Sanchez hilflos.
Wie schön wäre es ein 15- oder 35jähriges Mädchen zu sein.
Dann könnte ich auch mit der Zunge schnalzen, wenn Cristel Ronaldo am Ball ist.
So aber bleibe ich allein mit meiner Ehrfurcht vor Holländern (Gullit!), Italienern (Zoff!) und Engländern (Gascoigne!).
Armer alter Mann.

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