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Lass es leuchten!

Ich sah das Wembleystadion mit den zwei Türmen. Keine Stätte wird je an Fußballheiligkeit übertroffen werden. Ich sah die Anfield Road in Liverpool, unübertroffen an Fanbattles und -gesängen. Doch wenn man des nachts (und es muss Nacht sein!) auf der Autobahn an Münchens Allianz Arena vorbeibrettert, werden selbst Fußballstadien-Globetrotter ein dezentes Verkehrschaos verursachen.

Die Hitze, die uns heute Steppen brannte, gab nicht nach – nicht einen Deut. Das fahrzeuginterne Thermometer zeigte selbst um 22 Uhr noch 31 Grad, als sie in dunkler Nacht vor mir erschien, in ufoblau erstrahlte, beinahe schwebte, und wäre ich nicht vorbeigebrettert worden, sondern selbst gefahren, wäre es aus mit mir und mit diesem Eintrag.

Man muss diesen hypnotischen Anblick sehr bewusst genießen, diesen Anblick eines nicht bloß angestrahlten, sondern innerlich leuchtenden Stadions, mit sehr lauter Musik bei offenen Fenstern, hinreißender Vorbeibretter-Begleitung und mehreren Runden um das an sich profane Objekt.

Dann nämlich wird aus dieser einfachen Umhüllung für ein paar Quadratmeter Gras der touristische Grund schlechthin, einfach mal nach München zu reisen. Frauenkirche is gone, gone, gone.

3 Kommentare

  1. 01

    bestimmt ganz wunderbar, aber doch nichts im vergleich mit mittags um 12 uhr 30 auf dem parkplatz vorm hermann-löns-stadion in solingen-ohligs in sengender sonne auf den start der neuen verbandsliga-saison zu warten.

  2. 02

    @ 500
    und wieder fällt mir meine reizende freundin t. ein (ja, die mit dem “gott hat mich in solingen gewollt-shirt”).
    ich saß bei ihr zum abendwein, dass telefon klingelte, ich schrie hinein: “union, union, du bist der einste hohn.”
    natürlich ihr vater.
    der ein sofortiges kontaktverbot bewirkte.

  3. 03

    Union Solingen wollten wir mal bei ebay ersteigern (wurde da verramscht). Aber wir haben leider nicht genug Leute zusammenbekommen. Sonst wäre ich jetzt so eine Art Oberliga-Nordrhein-Abramovich (und ja, das würde mir gefallen).

    Für Fangesänge allerdings empfehle ich einen Besuch in Müngersdorf. Eine hübsche Nachtszene mit dem alten Münchener Olympistadion gibt es übrigens in Sönke Wortmanns “Kleine Haie”. Schön anzuschauen sind sie immer, die Münchener Stadien.

    Aber eine Arena, in der der Gegner von der Stadionregie via digitalem Laufband mit Häme überschüttet wird, ist irgendwie nicht mein Fall.

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