12

You can’t block the Bloggers

dragon tattoo
(Foto © hennadervish)

Nicholas D. Kristof, Kolumnist der New York Times, hat dem Drachen auf den Zahn gefühlt.

Er startete einige Blogs und schrieb über Themen, die geeignet schienen, die Kommunistische Partei Chinas zu provozieren. Falun Gong, das Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens, Dinge, die denjenigen, der sie in den Mund nimmt, in China direkt ins Gefängnis führen. Oder zu Sitzungen der Unterweisung zur Korrektur seines Denkens.

Er tat dies von China aus, bloggte auf chinesisch und es geschah – nichts.

Das ist erstaunlich in einem Land, dessen Regierung 30.000 Internet-Zensoren bezahlt, um genau das zu verhindern. Aber diesen 30.000 stehen 120 Millionen Chinesen gegenüber, die das Internet nutzen.

Als bei den Thermopylen 300 Spartaner gegen 120.000 Perser kämpften, blieb den Spartanern zwar der Nachruhm, aufhalten konnten sie die Perser jedoch nicht.

Der chinesische Blogger Li Xinde hat daher auch keine Zweifel, wie der Kampf um die Meinungsfreiheit ausgehen wird.

You can´t stop the Yellow River from flowing, and you can´t block the bloggers.

12 Kommentare

  1. 01

    Hallo Malte, jetzt dauerhaft auch auf Spreeblick zu Hause?

    Willkommen von einem Leser!

  2. 02

    Und weg sind die Einträge wieder. Das wirklich amüsante daran ist eigentlich, dass die Zensoren die gleichen Mittel verwenden, wie die dortige ‚Blogosphäre‘ (was für ein scheiß Wort), sobald also irgendetwas verlinkt wird oder wie auch immer für Traffic sorgt, wird es auffällig, fällt somit auf und wird gekillt. Wahrscheinlich genauso wie jene Blogger, die auf die entsprechenden Artikel verlinken.

    Man mag zwar denken, dass es Hoffnung für die ‚Freiheit‘ (kotz) dort gibt, da es eine Weile dauert, bis etwas gelöscht wird, aber das kommt durchaus den Zensoren zugute: so schauen sie selber nach und überlassenn es eben nicht einem Suchprogramm und können somit schön und in aller Ruhe sondieren, wer gleich löschenswert ist.

    Die Anonymität, die hier als Vorteil gesehen wird, ist ein Nachteil: denn so wird die.. Dingelchensphäre dort zu einem Haufen isolierter einzelner und sehr kurzlebiger Artikel.. wie ein Tafelaufschrieb.

  3. 03
    Malte

    @ wtf
    Die Zensurbehörden lesen auch die NYT, das war dem Autor bewußt.
    Ich sehe nicht ganz, wie der Schritt vom Internet auf die Straße gelingen soll, da stimme ich dir zu. Das gelingt nicht einmal hier, ohne dass die Drohung im Raum stünde, von einem Panzer überrollt zu werden.
    Aber ein erster Schritt ist es schon.
    Erosion, Baby!

  4. 04

    Ah, was mir gerade noch einfällt: es kann sein, dass durch genau solche Aktionen die Zensur verschärft wird, das Ganze somit zu einer Art dummem Schuljungenstreich wird, unter dem die ganze Schule zu leiden haben wird.

    Da saß also einer und überlegte sich maximal provokative Artikel, die den Zensoren aufzufallen haben, die dann wiederum wahrscheinlich die Schere schärfer machen werden.

    Ich denke mir fehlt einfach der Enthusiasmus, um bei einem ersten Schritt gleich an Marathonläufe zu glauben.

  5. 05

    ich habe das an anderer stelle bei spreeblick schon mal kommentiert.
    es geht einiges und viel hier in china.
    es ist z.b. kein problem über phu lng kong zu schreiben.
    man muss nur wissen wie.
    sollte man z.b. info von der wikipedia lesen (ist geperrt) einfach folgende url verwenden:
    http://anonymouse.org/cgi-bin/anon-www.cgi/ plus die eigentliche url.
    geht immer.
    nur bei downloads wird es schwierig.
    da bitte ich einfach einen bekannten in d-land mir das per email zu senden (evtl. den file namen ändern).
    ging bisher auch immer.
    dann gibt es noch das „tor“ projekt.
    in ausnahmefällen den proxy wechseln.

  6. 06

    Whoa alecks!
    Danke!
    Ich hab immer auf Tor umgeschaltet, um gesperrte Webseiten hier in Shanghai lesen zu können – das geht mit deinem Link ja viel einfacher!
    Danke!

  7. 07

    gern geschehen jakob!
    that´s what blogs are for (and for much more)!

  8. 08

    …hey, ich find deine artikel echt lesenswert, aber als studierende der alten geschichte muss ich unbedingt verbessern, dass das ziel der 300 spartaner an den thermophylen nicht gewesen war die perser auf zu halten, sondern um den anderen bundesgenossen den rücken frei zu halten, damit sie sich retten können… ;-) (naja, ich geb ja zu, die aktion war eigentlich als sieg gegen die perser geplant, aber als die griechen verraten wurden, musste sich ja einer opfern und da der spartaner motto lautete, entweder kommen sie auf dem schild oder mit dem schild wieder zurück, hatten sie ja keine andere wahl… ;-) )
    wollt nicht kleinlig werden, denn darum ging es ja im endeffekt nicht, aber es ist doch mal toll, seinen senf dazu abzugeben :-D

  9. 09
    Malte

    @ nadjeschda
    Wer weiß, was die Zensoren auf ihrem Schild stehen haben?
    Senf fürchten sie aber auf jeden Fall, denn er bringt noch mehr Arbeit, ich dagegen liebe ihn.
    @ alecks
    Kann da dann wirklich nichts passieren? Und wie ist es mit dem Schritt ins echte Leben?
    Könnte man übers Internet einen kleinen Saal mieten und sich mit Gleichgesinnten treffen? Oder stünde da dann ein chinesischer O´Brian, der dir mitteilt, dass er anonymouse entwickelt hat?

  10. 10

    passieren?
    die seiten mit „zweifelhaftem“ inhalt werden einfach geschlossen.
    verhaftungen usw. ??
    echte leben?
    china ist gross, sehr gross.
    das ist , meiner meinung mit ein grund, warum das internet sehr wichtig für die chinesen ist.
    was im internet passiert, passiert nur dort.
    treffen mit gleichgesinnten habe ich noch nicht erlebt.
    allein beijing (peking) ist so riesig das treffen fast unmöglich sind.

  11. 11

    apropos 300 spartaner: frank miller (sin city) verfilmt gerade seinen exzellenten comic „300“ über die schlacht an der thermopylen und der erste trailer ist bereits online.

Diesen Artikel kommentieren