57

Liebe SPD,

ich muss jetzt einfach mal fragen.

Dass Frauen immens ideenreich sein können ist wohl wahr. Auch die Kombination Frau/Technik sollte man heutzutage nicht leichttfertig abtun, gut.

Das weite Feld der Nanotechnologie wirft für mich zwar immer noch einige Fragen auf und auch was Halbleiter angeht bin ich nicht wirklich fit, ich geb’s zu. Dass das Betasten einer Fischer-Technik-Konstruktion aber den Schutz einer Schweisserbrille erfordert kann ich nicht glauben und frage mich also Tag um Tag, was die Dame auf dem aktuellen SPD Wahlkampf-Plakat tut.

ideenreich

Oder bezieht sich das „kosequent ideenreich“ auf die von Ihnen beauftragte PR-Agentur, die immer so töffe Einfälle hat?

57 Kommentare

  1. 01

    Ich mag diese SPD nicht.

  2. 02

    Mhm, was beim überfliegen des Plakates hängen bleibt, ist „Platz 2“ und „SPD“. Das passt doch irgendwie ganz gut, oder?

  3. 03
    Malte

    Und die SPD hat den skeptischen Blick durch eine getönte Brille hindurch entworfen?
    Danke, SPD.

  4. 04
    msc

    Das ist doch keine Schweisserbrille!

  5. 05
    Rike

    möglicherweise ist das gar keine Schweisserbrille. Die Partei will vielleicht damit zeigen, dass man es auch mit hässlicher Brille oder schlechtem Geschmack zur Fischer-Technik-beta-Testerin bringen kann … ?

  6. 06
    Stefan_K

    Ich tippe mal: die Brille gehört nicht zum Experiment „Berlin in Slow-Motion“, sondern dem abgebrochenen Versuch mit den gepiercten Friedhelm-Pflüger-Puppen.

  7. 07
    leo

    Nee, also mit der Brille schweissen tut bestimmt in den Augen weh. :)
    Das ist ganz offensichtlich eine Skibrille.

    @tboley: geht mir auch so. ich muss immer wieder die empathischen Fähigkeiten dieser überbezahlten Werbetexter in Frage stellen. Die scheinen oft einfach nur irgendwas aus dem Ärmel zu schütteln, ohne dass ihnen solche Pannen auffallen und gehen wohl davon aus, dass das Volk das nicht merkt, weil das Volk von diesen Dingen ja nix versteht…

  8. 08

    Auflösung: in dem gelben Becherchen befindet sich eine ätzende Chemikalie… Jede Wette!

  9. 09

    Liebe Tanja,

    ich glaube du unterschätzt deutlich die Gefahren innovativer Forschung. Alleine in den letzten 25 Jahren sind 2342 Menschen durch den unsachgemäßen Gebrauch von Lernspielzeug zu Tode gekommen oder haben bleibende Verletzungen davon getragen. Der Satz „Spiel nicht mit Fisher-Price, du bastelst dir noch ein Auge raus!“ kommt ja nicht von ungefähr.

    Hinzu kommt das bisher ungeklärte Problem der SSE (Spontane-Selbst-Erblindung), welches grade bei solchen hochkonzentrierten Experimental-Beobachtungen immer wieder erlebt wurde. Ich finde es sträflich leichtsinnig, wenn du in deinem Artikel junge Frauen leichtfertig zum fahrlässigen Umgang mit hochinstabilen Forschungsmaterialen verleitest.

    Hochachtungsvoll,

    der Batz

  10. 10

    Ich frage mich etwas ganz anderes: Warum ist der weiße Kasten so schräg gesetzt, dass er da steht wie die Titanic kurz vor ihrem Untergang?

  11. 11
    dart

    Da stimme ich tboley zu: „SPD“ und „Platz 2“ merkt sich das Unterbewusstsein.

  12. 12

    @Rike

    An Beta-Tests musste ich bei Tanjas Satz schon denken, weil ich das erst falsch gelesen habe bzw. bei dem Wort einfach hängengeblieben bin: „Dass das Betasten einer Fischer-Technik-Konstruktion aber den Schutz einer Schweisserbrille…“ :-)

  13. 13

    Und immer mehr Frauen arbeiten heute in Werbeagenturen.

    *scnr*

  14. 14
    Rike

    @kreuzberger
    na is doch total logisch: schräg ist „anders“, ist „innovativ“, ist „ideenreich“ – einfach nur gaaanz megatoll und aber auch j e d e r versteht das auf Anhieb und möchte auch zur SPD gehören… ;-)

    @Henning
    huch, das mit dem Wortspiel war eigentlich zufall — ich glaub ich bin zufällig innovativ. Und eine Frau! Hui, ist das toll :) Ich bin Zukunft. Ich bin SPD. ich bin die ganze Welt….

  15. 15

    @Rike
    Zukunft, SPD und die ganze Welt sind eine Person? Nett euch kennen zu lernen. ;-)

  16. 16

    @Rike
    Eigentlich schade, dass „innovativ“ mittlerweile für das Gegenteil seiner eigentlichen Bedeutung steht. Denn diese inflationäre Worthure nimmt man halt immer dann, wenn man nicht weiter weiß – oder wenn man der SPD schräge Fischer-Technik-Plakate verkaufen will.

  17. 17
    Uwe

    Klugscheissmodus an,stinknormale Schutzbrille ist das und Berufsgenossenschaften,Gewerkschaften,Innungen,Krankenkassen usw würden die SPD ans Kreuz nageln wenn die gute Frau keine Schutzbrille tragen würde

  18. 18
    Rike

    @kreuzberger
    stimmt – nur dass das weder Agentur noch Partei mitgekriegt haben … die schwimmen weiter auf der innovativ-soße.
    Und unsereins muss sich dann neue Worte ausdenken, um was mit bedeutung sagen zu wollen.
    Sauerei eigentlich.

  19. 19
  20. 20

    @rike:
    Und diese Soße hat ihr Verfallsdatum schon verdammt lange hinter sich.

    Mal sehen, wie lange es dauert, bis in der Wahlwerbung Dinge auftauchen wie:
    „Weltneuheit: Pflüger für Berlin“
    „Neu: Wowereit – mit Q3P2-Formel“
    „Edmund Stoiber – jetzt mit noch mehr ‚ähs'“…

  21. 21
    Daniel a.d.D.

    ach… nachdem ich heute das „jeder hat nen handy, verlasse ich berlin – nach 5 km habe ich null empfang weil kuh, kuh, scharf, haus, kuh, scharf, dorf, scharf. jetzt lege ich den einwurf ein wie konnte sich das jemals durchsetzen?“ von einem Berliner gelesen hab, wundert mich doch gar nichts mehr. Für die Stadtmenschen unter euch: Das weiße, wollgebende, nicht-Eier-legende, vierbeinige Teil schreibt sich ohne r….

  22. 22

    Die Studie, auf die man sich bezieht (2. Platz der innovativsten Regionen Europas), stammt übrigens aus dem Oktober 2004:
    http://www.tagesspiegel.de/politik/archiv/23.09.2004/1376816.asp

  23. 23
    Rike

    2004? früher war alles besser…
    lol :)))
    ach is das schön.
    .. leider auch zum heulen. wahlkampf werbekrampf.

  24. 24

    Öhm, Archivbilder von irgendwelchen tollen CDs, die irgendwelche Firmen an Agenturen etc verkaufen… Die haben dann wahrscheinlich schon den Fehler gemacht, dieses „Brillenproblem“ nicht zu erkennen und die armen SPDler haben sich auf einwandfreies Bildmaterial verlassen…

  25. 25

    CD ist bei dir jetzt ein Creative Director? Wäre schön, wenn nicht so viele Leute immer so viele Abkürzungen ganz selbstverständlich und ohne Erklärung benutzen würden… :-/

  26. 26
  27. 27
  28. 28

    Ich meinte natürlich Abkürzungen, die nicht sowieso jeder kennt. Ich hab Marvins Kommentar etwa drei Mal lesen müssen, bis mir klar wurde, dass sein Beitrag nichts mit Compact Discs zu tun hat.

  29. 29

    Hey Henning, das tut mir leid! Ich hab die Abkz. eig. als. selbstv. angenom. ;)

  30. 30
    leo

    Ohne elitäre, sich gegenseitig überdeckende Akronyme würde das Biz doch nur halb so viel Spass machen.

  31. 31
    Brandstifter

    Ich frage mich Tag um Tag, was die SPD tut. Ich meine außer unsere Steuergelder mit vollen Händen um sich zu werfen (z. B. diese vollkommen unsinnige Kampagne da oben) um sie dann über Steuererhöhungen wieder reinzuholen.

  32. 32

    Vielleicht sollte die SPD vor der nächsten Werbekampagne mal Spreeblick lesen?

  33. 33
    Rike

    @Brandstifter
    ach, was die halt alle machen. sich fragen wer sie sind, und wer die anderen sind. und wer wem was zu sagen hat. und aufpassen, ob die anderen was falsches sagen oder tun, um sie dann öffentlich zur rede zu stellen.
    abundzu noch eine kommision aufstellen und ein paar „experten“ fragen.
    sich bei den sitzungen versichern, dass man sich nicht leiden kann. oder gegenseitig für inkompetent hält. oder den, äh „besseren experten“, äh, hat.
    und so weiter und so weiter…..
    damit kann man eine ganze menge zeit verbringen, sogar mehr als 40-std-wochen, und sich sehr engagiert und weltverbesserisch fühlen.
    manhcmal kommt wohl auch was nützliches bei raus. (in letzter zeit ist mir da aber nichts konkretes aufgefallen.)

  34. 34
    Brandstifter

    @ Rike

    Na solange das Geld fliesst und sie sich keine Sorgen machen müssen, dass mal jemand nachfragt, wofür sie unser Geld ausgeben, kann man sich so die Zeit vertreiben. Beunruhigend finde ich allerdings, dass tatsächlich nichts dabei raus kommt. Und noch beunruhigender finder ich, dass man sie nicht mal abwählen kann. Und am Beunruhigsten finde ich, dass sie obwohl sie unser Geld verschwenden und nicht abgewählt werden können, ja auch gar nicht mehr viel entscheiden und verändern können, selbst wenn sie es wollten.

  35. 35
    Maximilian

    Platz 1 : München?

  36. 36

    Nein, Baden-Württemberg natürlich. :-)
    Regionen sind da wohl Bundesländer.

  37. 37
    Simon

    Jup, Schutzbrille. Standardausrüstung für Wissenschaftler.

    Trage ich auch immer, wenn ich Mathematik mache.

    Viele Grüße,
    Simon

  38. 38
    TR33

    Finde das mit dem 2. Platz für ein Wahlplakat nicht soo clever, vieleicht gibt es ja leute die sich fragen wer denn dort regiert wo man auf platz 1 steht…

  39. 39
    Panama Jack

    Ihr habt wohl früher nie mit Fischertechnik gespielt?

    Sonst wüsstet Ihr, daß sich so ein Aufbau – sofern man es richtig anstellt – ganz wunderbar spektakulär selbst zerlegen kann … ;-)

  40. 40

    Ich frage mich, wieso die nicht die Partei wie jedes andere Waschmittel auch verkaufen können. „Konsequent ideenreich“ hätte gereicht, dazu ein toftes Bild mit viel Schmiss, feddich. … Immer dieser zwanghafte Realitätsbezug, der entweder vollkommen in die Hose geht (s.o., klasse: Fischertechnik-Greifarm mit gelbem Bauklötzchen auf PC) oder die vorbeifahrenden Autofahrer zwingt, das Auto am Straßenrand abzustellen, auszusteigen und lange drüber nachzudenken, was das Wahlkampfplakat einem eigentlich sagen will (Beim letzten Wahlkampf zur Landtagswahl in BW musste ich erst mal googlen, um ein SPD-Plakat zu verstehen!). … Schön wären auch mehr Verben, sonst muss ich mir den Satz immer zu Ende denken: konsequent ideenreich (sind wir, schaffen aber trotzdem nur Platz 2? wollen wir sein? waren wir noch nie?) oder: 4.000.000 Arbeitslose (wollen wir haben? hatten wir mal? sind unser Ziel?).

  41. 41

    Was sagt uns dieses Plakat?
    Eine Frau warscheinlich Anfang 40 hat keine Arbeit. Sie bekomnt kosequent vom Berliner Arbeitsamt einen 1 € Job bei einer Spielzeugprüfungseinrichtung in der Abteilung Materialprüfung. Extra aus dem Bodengestampft um Arbeit zu schaffen. Und in dieser Abteilung ist sone Brille echt angebracht da auch noch andere Leihen dort für 1€ arbeiten. Und der Platz 2 ist dafür das für diesen Job zuviel Geld ausgegeben wird.

  42. 42

    Also ich muss mal noch schnell was sagen.

    1. das ist keine Schweisserbrille sondern eine einfache Schutzbrille
    2. Fischertechnik ist nicht nur Spielzeug. Ganz im Gegegteil wenn ich richtig sehe dann handelt es sich hierbei um den 3 Achsigen 3 D Robot den gibt es mit 9 V oder 24 V gibt und kostet als Komplettsatz ca 600 Piepen
    Hierbei handelt es sich um ein Industriemodell zur Simulation eine günstige Alternative zu den großen Robots. Das man sowas Pc steuern kann sollte wohl klar sein.

  43. 43
    bonzo

    eigentlich versteckt sich in dem Plakat die Aussage: die frau soll wieder Mutter sein und dort ihrer Kreativität freien Lauf lassen, denn Fischer-technik ist ja zunächst etwas für heranwachsende Kinder. Eine Frau am Herd oder mit Kind auf dem Spielplatz hätte wohl keine so gute publicity erzeugt, deshalb entschied man sich für die gefahrenolle Aufgabe des weiblichen Konstrukteurs, denn auch im haushalt kann die Frau 2konsequent ideenreich“ sein, dazu brauch es keinen gut bezahlten Job in einer Firma, si sie kann doch auch zuhause beim Spielen mit den Kleinen ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Wie viele Maschinenbaustuentinnen gibt es in Deutschland – von einem Bekannten weiß ich, der zeit seines Studiums unter sexuellem Notstand litt, dass es nicht sehr viele sind. Sicherlich, es gibt sie, aber Ausnahmen bestätigen die Regel.

  44. 44

    Um so länger ich das Bild betrachte, desto mehr drängt sich ein Zitat aus dem Roger Corman Bildungs- und Wissenschaftsfilm auf:

    Und ich dachte meine Tochter sitzt im Keller und spaltet Atome

  45. 45

    @martin
    Welches Plakat meinst du denn? Interessiert mich einfach. War in dem Wahlkampf schließlich auch aktiv. Zwar nicht bei der SPD, aber da interessiert einen sowas natürlich. :-)

  46. 46
    Ms_Ing

    Ich bestätige die Regel.

    Wobei wir im Studium leider noch nie mit Fischer Technik gespielt haben. Dafür haben wir dicke Stahlrohlinge zerspant. Interessanterweise braucht man dafür keine Schutzbrille…

  47. 47
    Sam

    ääh… mit Schweißerbrille würde die gute Frau garnicht sehen, an was sie da gerade herumfummelt.

    Das ist ein richtig schlechtes Werbeplakat, anscheinend kann die Werbeagentur die SPD auch nicht leiden…

  48. 48
    Brandstifter

    Wenn das Plakat richtig schlecht ist, (und das ist es, zweifellos), was ist dann mit den wirklich schlechten Plakaten der SPD? Ich erinnere mich an eine Kampagne, wo zu lesen war: „Wir stehen für soziale Gerechtigkeit (hahaha), aber wofür stehen die anderen?“ Dagegen ist das oben stehende Plakat geradezu harmlos, weil es die Intelligenz des Betrachters nur auf einem relativ mittelmässigem Niveau beleidigt.

  49. 49

    @henning
    Ich habe lange nachgedacht, aber mir viel es nicht mehr ein. Es hing vor dem Waldorf-Kindergarten und sollte uns Eltern locken. Es ging um Kindergarten-Plätze, da gibt es wohl eine Liste (grüne Liste, rote Liste, schwarze Liste?) oder eine Tabelle, die sagt, wie gut die Kinderbetreuung ist … hach, ich hab’s vergessen, das war wirklich ein Fachbegriff, den keine Sau kannte.

  50. 50

    @martin
    Trotzdem danke! Ist ja immerhin etwas, es ging also um nen Fachbegriff.

  51. 51
    soso

    Das Bild kenn ich von wo…
    Das war bei einer Presseaussendung von einer Erfindermesse mal dabei. Aus einem anderen Winkel sieht man das die gute Frau mit einer Lichtschranke rumbastellt…

  52. 52
    Ms_Ing

    Na dann muß das ja eine ganz besondere Brille sein, die mit klaren Gläsern vor einer Lichtschranke schützt. Das würde mich dann auch schon fast überzeugen. Vielleicht kann man dann mit der ja auch wirklich schweißen?

  53. 53

    Unterschätzt mal nicht Fischertechnik. Das wird gerade im Konstruktionsbereich sehr häufig angewendet, um Machbarkeitsstudien zu machen.

    Ein Bekannter von mir hat mal im Automatisierungssektor gearbeitet, z. B. bauen die jede Autowaschstraße vorher in Fischertechnik vor.

  54. 54

    Hallo Tanja, coole Brille – warum gibts die nicht bei euch im Shop – ich bestelle gleich drei! Die brauch ich und meine Schwestern … Denn wir sind doch auch so innovativ und haben das ganze Zimmer voll mit Fischertechnik!!!

    bis denne

    Holger

  55. 55

    ich habe als kind einmal ein fischertechnik teil ins auge bekommen, als es beim zusammenbauen klemmte. insofern ist das plakat ein beispiel von vorbildlichem arbeitsschutz ;-)

Diesen Artikel kommentieren