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Süddeutsche Zahlenrätsel

Zahlen in der Süddeutschen sind eine gefährliche Herausforderung an den Realitätssinn. Ich versuche immer, sie zu überlesen, denn verwirrt bin ich schon von ganz allein.
Allzuoft ist von amerikanischen Billionären die Rede, die WM wird von 3 Milliarden Menschen geschaut, genauso wie Formel-1-Rennen. Prozentangaben oder Etats, Umfrageergebnisse oder Schätzungen:
Beinahe immer Blödsinn (Belege fehlen mir, da ich Auschnitte seit meinem 19. Geburtstag nicht mehr in Klarsichthüllen sammele, es ist also eine Frage des Vertrauens, mir einfach mal zu glauben).
Aber ab und an versagt meine Hirnzensur und eine der verbotenen Zahlen aus der Süddeutschen dringt doch in mein Bewusstsein.

Diesmal ein Zahlenspaß aus einem Artikel über Natascha Kampusch:

Bis zu dreistellige Euro-Summen, heißt es in den grauen Kulissen der bunten Presse, würden für das Erstlingsrecht auf ein Gespräch mit der Entführten geboten.

12 Kommentare

  1. 01

    Zwar nicht die Süddeutsche, aber unser Sport/Deutsch-Lehrer meinte seinerzeit in der Deutsch-Stunde: „Niemand passt auf, die eine Hälfte hört überhaupt nicht zu, die andere ist einfach zu dumm und der Rest ist schlichtweg faul“

    Dafür konnte der Mathematik/Informatik-Lehrer den DOS-Befehl „dir“ nicht buchstabieren sondern hat auf die Frage, wie man das schreibt etwa 20 Mal das Wort laut in die Klasse gerufen.

    Aber ich schweife ab ;-)

  2. 02

    Ich stimme dir grundsätzlich zu, aber in diesem Fall nicht: ich denke, der Redakteru hat sehr gut erkannt: mehr als ein Hunni ist so ein Interview wirklich nicht wert…

    … unwirklich zwar schon, aber wer will schon virtuelle Realitäten?

  3. 03
    leo

    In Österreich ist halt alles ein bisschen kleiner. ^^

  4. 04

    Ich frag mich auch jeweils, ob da eigentlich das Denken bewusst ausgeschaltet wird. Plötzlich sitzen den Millardären die Billionen locker, schon erstaunlich…

    Und hey, ein dreistelliger Euro-Betrag, das geht ja immerhin bis 999.- ;-)

  5. 05

    Sonderbar ist an dieser Stelle nur, dass die Verwechslung nach „unten“ stattfindet. Sonst wird eher übertrieben.

  6. 06

    Wie man auf dreistellig kommt, ist mir wirklich auch ein Rätsel. Dass man von billion auf Billion kommt, leutet ja noch einigermassen ein, aber woher das dreistellig kommt, ist seltsam…

  7. 07
    Malte

    Die haben es aber auch nicht leicht. Mit solchen Zahlen werden sie versorgt:

    32 Milliarden Mal hat ein Fernsehzuschauer (und folglich auch ein Konsument) seinen Fernseher eingeschaltet, um sich 1994 ein Spiel der Fussball Weltmeisterschaft anzuschauen!

    Dabei hat selbst die GfK eingeräumt, dass sie gerade bei einer WM keine zuverlässigen Zahlen liefern kann. Und das in Deutschland, wo jede vom Brötchen gefallene Rosine erfasst wird.
    Aber es gilt halt das „Erste Statistikgesetz“: Wenn Du keine genauen Zahlen hast, dann schreib auch noch welche hinter das Komma, dann glaubt jeder Deine Zahlen.
    Und zu dem Honorar für das Interview: Wahrscheinlich meinte er : Dreistelligen Millionenbetrag.

  8. 08

    Gemeint war sicher ein Betrag mit drei Stellen vor dem Tausenderpunkt. Also „Bis zu dreistellige TEuro-Summen“ … Oder nich?

  9. 09
    Malte

    @ Cem
    Tja, das ist ja das Wesen des Zahlenrätsels:)
    Niemand weiß es.

  10. 10

    Also ich gebe für dreistellige Euro-Summen gerne Interviews. Falls jemand Interesse hat.

    Chris

  11. 11
    martin

    Naja, bei den Billionen sollen sie entschuldigt sein. Schließlich hat ein amerikanischer Billionär leider nur ein Promille des Geldes eines festland-europäischen Billionärs.
    Bei den anderen Zahlen fällt mir allerdings bei bestem Willen keine Erklärung ein…

  12. 12

    Gestern gehört: Erstes Interview nun auf ORF, und die haben nach eigenen Aussagen nichts (d.i. einen dreistelligen Nullerbetrag) bezahlt. So.

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