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Wie man sich Freunde macht

stewart

Der Mann rechts im Bild ist Jon Stewart, Gastgeber der Daily Show. Er trinkt Tee mit Pervez Musharraf, Diktator Präsident Pakistans. Dabei erzählt Musharraf von der hohen Kunst der amerikanischen Regierung, sich Freunde zu machen.
Erst ruft Colin Powell an und sagt: „Du bist auf unserer Seite oder gegen uns.“ Zwei Tage später kommt ein Anruf von Richard Armitage, der ergänzt: „Und übrigens – falls du nicht mitmachst, haben wir Bunkerbuster mit Pakistans Namen darauf.“ Jeder kennt das aus seinem Bekanntenkreis; die engsten Freunde sind immer die, deren Leben man bedroht.

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21 Kommentare

  1. 01

    Achja, die Daily Show. Ich wünschte, wir hätten sowas hierzulande… ;-)

  2. 02
    Frank

    Ebenfalls gut: Colbert Report. Gefällt mir mittlerweile sogar besser als die Daily Show.

  3. 03

    ja sowas fehlt uns hier echt

  4. 04

    Staatsfernsehen ist die Schwiegermutter der Ohmacht.

  5. 05

    Kann meinen Vorrednern wirklich nur zustimmen, soetwas wie die Daily Show bräuchte man in Deutschland wirklich.

  6. 06

    Heute abend: Scheibenwischer in der ARD. IMHO oft bissiger als Steward und weniger albern.

  7. 07

    Bill Maher ist auch wunderbar ab und zu. Es gibt 2 US-Blogs, die immer wieder das Beste aus den US-Shows posten:
    Mein Favorit Onegoodmove. Und Crooks and Liars.

    Da Irak kein Thema war in Interview bzw. Buch: Ein paar neue Zahlen dazu .

  8. 08

    Dem Pispers könnte auch mal eine ’ne Sendung geben, finde ich. Hat aber natürlich nichts mit den anders genialen Stewart und Colbert zu tun.

  9. 09
    Nanuk

    Na wenn der Kim aus Nordkorea die Bombe darf er bestimt auch in Daily Show.

  10. 10

    Wobei man das ganze natürlich auch kritisch sehen kann, wie Malte ja auch schon andeutet: Da wird jemand, der sich in der Armee im Kampf gegen Indien profilierte und durch einen Militärputsch an die Macht kam, in einer Comedy-Sendung interviewt. Möchte nicht wissen, welche Ausrufe (zu Recht) von vielen kämen, sollte Herr Schmidt so ein Interview führen.

    (Wobei es schon erschreckend ist, dass so jemand einem sympathischer ist als der Präsident der „größten Demokratie der Welt“)

  11. 11
    westernworld

    wer die daily show toll findet wird im deutschen tv eigentlich auch wunderbar von stefan raab, matthias richling und harald schmidt an seinen schlechten tagen bedient.
    ich hoffe das uns ähnliches erspart bleibt.
    mr. colbert ist ab und an ganz amüsant.

    am aller unerträglichsten ist aber al franken und sein geistiger totalschaden namens air america radio – der peinlich gescheiterte versuch rush limbaugh ein linkes pedant zu verpassen.

  12. 12

    Ein wirklich interessanter Talk… :-)

  13. 13

    Also bitte! Scheibenwischer mit Steward, Maher und Clbert zu vergleichen… Und mit !!Raab!!… das haben sie nicht verdient…

  14. 14

    …also, das haben Steward, Maher und Colbert nicht verdient…

  15. 15
    Etienne

    bin momentan in den staaten und gucke auch fast jeden tag daily show+colbert report. krass ist halt das die sendungen so gut laufen das wirklich die ganz grossen namen dort zu gast sind. montag clinton, dienstag musharraf… die jugendlichen gucken keine nachrichten mehr, die gucken eben diese sendungen. aber ich finde wir in deutschland haben ja auch ein paar sendungen die in diese richtung gehen.

  16. 16

    Das wirft eigentlich ein ziemlich bitteres Licht auf Amerika – genau hier sieht man viel mehr Ignoranz, als dort wo so oft geschrieen wird. Musharraf wird rein utilitaristisch gesehen als Mittel im Kampf gegen Al Quaida/Taliban/WhatNot, es geht ausschließlich um amerikanische Sicherheitsinteressen.

    Das die vielleicht besser bedient wären, wenn man sich mal um die Alltagsrealität in eben solchen Ländern kümmern würde, wird nicht mal gedacht.

  17. 17

    Dieses Video bestätigt mein (Vor-)Urteil, daß die Pakistanis zumindest Humor haben. Reiht sich perfekt ein in diverse Geschichten aus dem Umfeld der Botschaft in Berlin…

  18. 18
    matze

    @martin

    Es geht der Daily Show hier wohl um etwas anderes:
    Dass Bush und Co sich wie ein Elefant im Porzellanladen verhalten.

    Außerdem wäre den Menschen in Pakistan wenig geholfen, hätten die USA das Land auch noch angegriffen.

    Das Beispiel Afghanistan zeigt ja, wie schwierig Politik ist.
    Da sind die Taliban, Frauenunterdrücker, Spaß- und Drogenverweigerer, nun nicht mehr in Kabul an der Macht und schwups, gibt es mehr Chaos und nicht unbedingt mehr Menschenrechte (dafür mehr Drogen)

    Muss mich sonst den Vorrednern anschließen, Daily Show ist klasse.
    ABER Ich glaube nicht, dass die Jugendlichen keine Nachrichten mehr wegen der Daily Show gucken, das haben sie vorher vielleicht auch nicht getan. Vielleicht ist es eher so, daß viele nun erst recht Nachrichten gucken, weil die meisten Witze unverständlich bleiben, hat man keine politische Ahnung.

  19. 19
    Frank

    >wer die daily show toll findet wird im deutschen tv eigentlich auch wunderbar von stefan
    > raab, matthias richling und harald schmidt an seinen schlechten tagen bedient.

    Raab? Also bitte. Und Kabarett ist was anderes (und wird schwerlich dieselbe Reichweite wie die daily show haben), und Harald Schmidt hätte es vielleicht drauf, wenn er nicht so träge geworden wäre. Leider dümpelt Schmidt mittlerweile 80% aller Sendungen unmotiviert und gesättigt vor sich hin, ohne nennenswertes Programm. Die Autoren scheinen sich da auch nicht zu verausgaben (bzw. es sind zu wenige).

  20. 20

    Es ist aber auch so, dass die politische Kultur in den USA so unglaublich degeneriert ist, dass solche Sendungen einfach notwendig und unverzichtbar sind. Die Fronten sind so verhärtet dass kein Mittel zu schäbig und niederträchtig ist um nicht gegen die jeweils andere Partei eingesetzt zu werden, das ist wirklich jenseits von Gut und Böse. Die Daily Show und Colbert müssen einfach sein um zumindest den Versuch eines medialen Ausgleichs zu schaffen. Der Spin ist einfach so allgegenwärtig, they simply need someone to get up and call bullshit on national television.

    Ich meine, was passiert denn da gerade? Ein Republikaner (Vorsitzender des Kongressausschusses zur Prävention der sexuellen Belästigung von Minderjährigen) wird der sexuellen Belästigung eines Minderjährigen überführt. Wer trägt die Schuld? Laut Fox sind es die Demokraten. Die wussten angeblich davon und haben nichts gesagt. Und überhaupt, Foley ist kein richtiger Republikaner, denn er ist schwul und demnach zwangsweise im Innersten Demokrat, außerdem ist das Ganze sowieso eine demokratische Verschwörung um den Republikanern kurz vor den midterms zu schaden (siehe Hannity). Und außerdem: b-b-b-b-but Clinton! Und um jeden Zweifel auszuräumen, ändert Fox „versehentlich“ Foleys Parteizugehörigkeit und schreibt „D-FL“ unter seine Abbildungen. Mehrfach. We have always been at war with Oceania. Und so geht das da täglich, immer wieder.

    Jede Gelegenheit wird genutzt um Schlammschlachten unterster Schublade zu starten, es geht auf keiner Ebene mehr um Aufrichtigkeit, Gesetze, Takt oder gar Wahrheit, alles wird so gedreht und gewendet bis man es den Demokraten anhängen kann. Ich bin ernsthaft froh dass es hier nicht so zugeht, denn selbst auf die transatlantische Distanz und ohne amerikanischer Staatsbürger zu sein wird mir von dieser schamlosen Wahrheitsverdreherei immer wieder schlecht. Gut, wenn Scheibenwischer das derbste ist was aus der deutschen Politik herausgeholt werden kann. Wenn es hier jemals Sendungen vom Kaliber Daily Show oder Colbert Report notwendig werden, um Sendungen vom Kaliber Hannity und Colmes zu kontern, dann nichts wie weg. Da ist doch echt alles zu spät.

    Hier ist doch der Höhepunkt gegenseitiger Beschimpfung sowas wie die Rote-Socken-Kampagne. Das mag provinziell und niedlich wirken, ist aber letztlich besser so. Hier steht Parteiloyalität (noch) nicht über der Wahrheit.

  21. 21

    So gut und wichtig diese Sendungen sind:
    Trotz (für unsere Verhältnisse) hoher Eischaltquoten vermitteln sie uns hier in Europa wieder mal ein falsches Bild. Die Amis sind beileibe nicht auf einmal zu Anhängern der Liberalen und Demokraten geworden…
    Da ist immer noch der grooooße weisse Fleck zwischen Ostküste und Westküste und dort werden diese Shows kaum gesehen…

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