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We put the ‚B‘ in ‚Blogging‘!

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Das kennt man. Man kommt ja zu nix. Wie jetzt, Meeting? Ich muss das erst bloggen! Oder: Was heißt hier ‚Banner fertig bis halb zwölf‘? Ich muss doch erst bloggen! Oder: „žRené, kannst Du mal kurz mithelfen, die Küche aufräumen?“ Nix, ich muss bloggen.

DAS ist die wahre digitale Bohème mit korrekter Frisur (also nich so rote Hahnenkämme mit Schnurri oder so), Notebook und Schlips!

36 Kommentare

  1. 01

    René, seit wann tragt ihr in FFM denn wieder Anzüge?

  2. 02

    Du, ich bin mittlerweile konvertierter Investment-Banker, trage nur noch Schlips zum Anzug, gele meine Haare nach hinten und wähle FDP. Aber Hallo!

  3. 03

    Ich trau mich jetzt einfach mal zu fragen, was zum Henker ist(bedeutet) digitale Bohéme? Nach dem SpOn Artikel und dem Blog (wirnennenesarbeit.de) hab ich den Eindruck das das für freiberufliche Webdesigner mit lustiger Frisur steht? Oder überseh ich da jetzt was?

  4. 04
  5. 05

    Bei Büchern ist das oft so wie bei Musik: Es reicht nicht wirklich, nur den Artikel darüber zu lesen.

  6. 06

    Also muss man das Buch (kaufen und) lesen um es zu verstehen?

  7. 07

    Manchmal reicht sogar noch nicht mal eine Stunde drüber reden, bei manchen Leuten. Vielleicht reicht nichtmal Buchlesen, aber Konsens darf auch gar nicht das Ziel von Diskussionen und Meinungsverschiedenheiten sein, das wird oft verwechselt. Insofern bin ich über ein wenig Gegenwind, und sei er auch lauwarm, froh.

  8. 08

    Warum gibt es zur „digitalen Bohème“ noch kein Wikieintrag, Sascha?
    Unter „eBay“ konnte ich nichts finden. ;)

  9. 09
    fehnman

    Es ist das Eigenlabel für all die, die aus einer Not (kein Job) ne Tugend (frei und nicht sozialversichert) machen, um sich dann hinzustellen und das als Grundkonzept verkaufen. ;)

  10. 10

    @Mathias Richel Mathias genau deswegen hab ich gefragt ;) weil ich mir nicht ganz sicher bin worums geht…

  11. 11

    Es geht darum, dass sich immer mehr Menschen über die digitale Welt definieren, weil diese einen Großteil ihres Lebens ausmacht, und das nicht nur beruflich. Sie kommunizieren im Netz, flirten im Netz und im häßlichen Second Life leben sie sogar darin. Das ganze findet schon längst Verlängerungen ins echte Leben (Bloglesungen, Bloggertreffen etc)… und was das alles mit Bohémians zu tun hat, erklärt der Lobo in seinem Buch durchaus fundiert.

    Aber eigentlich finde ich ja nur das Video sehr cool ;-)

  12. 12

    Ich finde es etwas unshmoove, um mal ein von mir geliebtest Wort der 90er Jahre wieder auszugraben und zu preisen, erst selbst was zu erfinden und dann zur Verstärkung einen Wikipedia-Eintrag draus zu machen. Wenn die Menschen im Netz die „digitale Boheme“ als Begriff brauchen, dann werden sie ihn früher oder später da rein schreiben, wenn nicht, dann nicht. Und fehnman, das ist ja nicht unbedingt eine Not, sondern häufiger selbstgewählt, als man glaubt, wenn man die Generation-Praktikums-Beschwerden liest.

  13. 13
    fredge

    klugscheiß: bitte accent überprüfen. ;-)
    wenn schon fremdworte nutzen, dann richtig.

  14. 14

    Frédgè, dánkè für dén Hínwèís ;-)

  15. 15

    @Sascha, ich bin da ganz bei dir.
    Ich versuchte es bloß ironisch zuzuspitzen.

  16. 16

    Was ist denn Ironie?

    Zurückklugscheiss: Der grosse Vorreiter der Bohèmebeschreibung, Helmut Kreuzer („Die Bohème“) beschreibt in der Vorrede, wie es Bohème, Boheme und sogar Bohéme als Schreibweisen gibt. Passend dazu hiess es in seiner ersten Auflage von 1968 „Die Bohème“, in einer Neuveröffentlichung von 1984 „Die Boheme“:
    http://www.amazon.de/s/ref=nb_ss_b/028-6939082-4744503?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85Z%C3%95%C3%91&url=search-alias%3Dstripbooks&field-keywords=die+boheme+kreuzer&Go.x=0&Go.y=0&Go=Go

  17. 17

    Vollkommen unter ist übrigens der grandiose Film gegangen, der so lustig ist, dass mir die digitale Bohême inzwischen egal ist.

  18. 18

    Ich meine jetzt nicht den elektrischen Reporter, sondern den verlinkten „I’m blogging right now, hold my calls“-Knaller.

  19. 19
    Malte

    Der Monsieur Richel spielt da an auf die weitestmögliche Überdehnung des Begriffs DB, die Lobo/Friebe auf ihrer Lesung angeboten haben: Den EBay-Verkäufer aus Alsdorf. Oder war es Jülich?
    Es geht darum, seine Fähigkeiten unter Zuhilfenahme des Netzes zu Geld zu machen.

  20. 20

    Auf den wollte ich ja auch eigentlich hinaus… kann man mal sehen, was dabei rauskommt, wenn man mit so Modebegriffen um sich wirft… hat ja alles keinen Zweck, also: unbedingt Phil angucken!

  21. 21
    fehnman

    @sascha: Ich hatte mit den Augen gezwinkert. :) Allerdings sind mir im Laufe meines absolut unwichtigen Lebens genügend Leute über den Weg gelaufen, die sogar ihren Rausschmiss als Erfolg verbucht haben, dass ich einfach nicht mehr alles glaube, was ich so als Lebensentwurf lese (jedoch ohne auch gleich ALLES abstreiten zu wollen… ich mein’… gibt schließlich auch Patienten, bei denen Eigenurintherapie hilft.)

    Muss das Buch natürlich noch kaufen und konsumieren usw., finde nur den Bohème-Begriff etwas… sagen wir mal… fehl am Platze, wenn es z.B. um Werbetexter usw. geht. Zudem arg überstrapaziert: Anette Louisane oder wie die Säuseltante heißt, Eisfeld, jetzt also auch bloggende EBVler — und seid Ihr tatsächlich der Meinung, dass Eure Anpassung an die wirtschaftlichen und sozialen Gegebenheiten auch nur entfernt noch irgendetwas mit einer Art Auflehnung gegen Normen und so zu tun hat? Und ist z.B. Bloggen tatsächlich reiner Selbstzweck? Mir war, als ginge es im großen und ganzen dann doch um mehr als „Freie Kunst“…

    Nunja, gern mal bei nem Bier (oder eher Rotwein?), ich muss jetzt wickeln gehen. :)

  22. 22

    und wie sagt eigentlich der ami zur bohëme…?

  23. 23

    Und wann kommt die Digital Bohemian Rhapsody?

    „I’m a just a web geek, nobody loves me!
    He’s just a weeb geek, from a wealthy family!

    Spare him his life from this design-monstrosity-
    WYSIWYG WYSIWIG -,will you let me go-
    Mozilla! no-,we will not let you go-let him go-
    Mozilla! we will not let you go-let him go
    Mozilla! we will not let you go-let me go
    Will not let you go-let me go
    Will not let you go let me go
    No,no,no,no,no,no,no-„

  24. 24

    Ah, ein Smiley war da, ich habe so ein Ödblock-Firefox-Script, das mir automatisch alle Grinsedings ausblendet. Was stimmt, und gerne beim Bier (oder Bier!) diskutierbar ist: wir haben den Begriff „Bohème“ bei digitale Bohème umdefiniert und interessieren uns nicht mehr für Kleidung, Freizeitverhalten, Drogeneinnahme, sondern nur noch für die Frage „Arbeitest Du selbstbestimmt?“. Das mit den Grenzwerten der ebay-Verkäufer ist wahr, bzw. tatsächlich leicht auf den Schlamm gehauen von uns, eher ist es so, dass man die Feuilleton-Begriffe „Unterschicht“ und „digitale Bohème“ in ein Zimmer sperrt und am Ende kommt ein Powerseller raus. Gesprochen ganz ohne die übliche Verachtung als Kreuzungsexperiment von Schlagworten.

  25. 25
    Malte

    Vlt hilfreich zum Verständnis: Das Buch steht unter „Wirtschaft“, nicht unter „Lifestyle“.

  26. 26
    Malte

    Nachtrag: Mathias Richel erzählte mir, dass das neue Buch von Benjamin vSB unter „Witze“ steht.

  27. 27

    „Wir nennen es Arbeit“ Lobo/Friebe Dussmann 3. Etage Wirtschaft Abt. Karriere

    „Was.Wir.Wissen“ BvS-B Dussmann Erdgeschoß Witze. Neben Harald Schmidt.

  28. 28
    Jan(TM)

    Ich kauf mir das Buch auf jeden Fall bevor ich darüber rede, ich warte nur noch 2-3 Monate bis es hier zu finden ist.

  29. 29

    @ Jan(TM): jan ist konservativ. ;-)

    also ich habe das buch bei bewerbungsratgebern gefunden. ich verstehe diesen vorschlag (tag)von der buchhandlung als eine empfehlung zu einer alternativen existenz. so nach dem motto, hey, vergiss das bewerben, werde ein mitglied einer neuen bewegung.

    komischerweise schlägt wikipedia bei dem begriff digitale bohäm „homosexualität im fernsehen“ vor. hm.

    (jetzt aber nicht auf die homosexualität bezogen)aus der not eine tugend machen. warum eigentlich nicht? eins muß man sagen, da in zukufnt die erwerbsbiographien meistesn gebrochen sein werden, kann man diese einstellung den festangestellten gegenüber als die speerspitze einer generation (generation prekär) sehen, die sich von der norm (lückenloser lebenslauf) verabschieden sollte. deswegen sage ich da: mutmachend.

    ich habs gekauf und ich gönne es den autoren. hoffentlich haben sie auch die absicht, die weltherrschaft zu übernehmen.

    die autoren haben auch vollkommen recht, dass man sich in zukunft eher auf seine beziehungen verlassen sollte. sie nennen es vitamin b. ich nenne es freunde.

  30. 30

    Jetzt ist es ganz untergegangen, das witzige Blogging-Video. Ein erster Erfolg der digitalen Bohème?

  31. 31
  32. 32

    Ich hör mir das grad zum 10 mal an, einfach nur genial!!! ;)

  33. 33

    Danke! Das ist wirklich geil geworden!

    *mitsumm*

  34. 34

    @albert

    „die autoren haben auch vollkommen recht, dass man sich in zukunft eher auf seine beziehungen verlassen sollte. sie nennen es vitamin b. ich nenne es freunde.“

    kleingeister wie ich nennen es vetternwirtschaft und ich finde es zum kotzen.
    beziehungen schaden halt immer denen die sie nicht haben gelle.

    zum begriff digitale boheme fällt mir harz4bobo ein, denn die ach so freien und selbstbestimmten helden kehren dann doch gerne ,und auch völlig verständlicher weise so es sich anbietet, zu den geregelten fleischtöpfen zurück, siehe lyssa.

    und johnny würde zu einer schönen stelle als redakteur beim beamtenfunk doch auch nicht so ohne weiteres nein sagen, man hat ja kinder und schließlich wird halt nicht ein jeder von google aufgekauft.

    nix für ungut, aber bei den meisten halte ich da tugend für einen mangel an gelegenheit.

  35. 35
    Malte

    @ westernworld
    Die digitale Vetternwirtschaft ist sicher ein bedenkenswerter Punkt. Natürlich verlinkt man (jetzt aus Bloggerperspektive gesprochen) gern die leute, die man kennt. Aber anteilig doch noch eher völlig Unbekannte, deren Leistungen man schätzt. Interessant wird es, wenn es etwas zu verteilen gibt. Ist dann die DB neapolitanisch oder transparent? Man wird sehen.
    Zu deinem anderen Punkt. Ganz so einfach ist es nicht. Ich beispielsweise habe noch nie staatliche Transferleistungen erhalten, finde aber auch den Tausch Leben gegen Geld, den einige, die ich kenne, vollzogen haben, nicht erstrebenswert. Jeder muss für sich halt Prioritäten setzen. Ich beispielsweise fahre nicht in Urlaub, stattdessen ist mein Leben ein Freizeitpark. Für Johnny kann ich nicht sprechen, habe aber nicht den Eindruck, dass er das hier nur macht, weil ihn keiner will.

  36. 36
    fredge

    @Malte: Das Leben ist kein Ponyhof! Ich würde so gerne mal in Urlaub fahren – gibt es aber leider keine Tickets von B nach B ;-)

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