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Maradona good, Pelé better, George …

Zu filigran für einen Fußballer von der Insel, zu sehr Popstar, zu wenig Arbeiter, und doch können Typen wie ihn wohl nur diese bekloppten Inseln hervorbringen, die sich 2 Staaten und 5 Nationalmannschaften leisten. Sein Pech war, in die schwächste der Nationalmannschaften hineingeboren zu werden, in die von Nordirland nämlich. Weltmeister konnte er so nie werden. Doch Manchester United nahm ihn, er wurde zusammen mit Bobby Charlton Meister, Pokalsieger, Europapokalsieger, und die Frauen und die Autos und das Geld und der Alkohol, obwohl er doch immer nur der kleine Belfast Boy mit Beatles-Frisur und Jungengrinsen war, der Fußball tanzen wollte durch alle Gegner hindurch.

Er starb heute vor genau einem Jahr im Alter von 59 Jahren.

1976. Leichtsinnig ist er, der Reporter, als er sich vor dem Spiel gegen die Niederlande anmaßt, ihn danach zu fragen, ob Johan Cruyff nicht der bessere Fußballer sei. Unser Belfast Boy lacht nur dreckig, sagt: „ich tunnele den Cruyff bei der ersten Gelegenheit“.

Anpfiff, erste Minute, er ganz links im Mittelfeld, erhält den Ball und sieht auf, erblickt Cruyff weit auf der anderen Seite am rechten Spielfeldrand, dribbelt quer über den Platz auf ihn zu, lässt dabei drei Holländer stehen, läuft auf Cruyff zu, tunnelt ihn – und reckt danach ganz kurz seine Faust in den Himmel.

So war George Best, der laut Pelé beste Fußballer der Welt. Sich davon selbst überzeugen kann man heute nicht mehr so einfach, zu viel Zeit ist vergangen, zu viel hat sich der Fußball verändert, und doch – die bewegten Bilder von Georgie-Boy bewegen, weil alle anderen Spieler auf dem Platz (die damals topfitte Elite des europäischen Fußballs) neben ihm immer ein wenig aussehen wie Breitmaulnashörner neben Gazellen, wie Betonmischer neben Baletttänzern.

Wie er gestorben ist? Totgesoffen.

5 Kommentare

  1. 01

    Der George fiel eben nicht sofort um, wenn ein Gegenspieler in die Nähe kam… toller Zusammenschnitt. An den Szenen kann man überdeutlich sehen, wie viel dem Fußball durch die Freistoßschinderei verloren gegangen ist.
    Heute fädelt doch ein Angreifer bei der erstbesten Gelegenheit ein und legt sich hin, selbst wenn er durch einen einfachen Hüpfer zu einer guten Gelegenheit käme. Der Spatz in der Hand (Freistoß) ist ihm allemal lieber als die Taube in Reichweite (heraus gespielte Torchance).

  2. 02
    ben

    ^^Das fiel mir auch als erstes auf und ich stimme dir vol und ganz zu.

  3. 03
    Malte Zander

    Naja, begünstigt wird die o.a. Entwicklung natürlich durch Referees, die grundsätzlich auf Freistoß entscheiden, sobald ein Spieler auf dem Boden liegt.

    Netter Beitrag – obwohl man sich den letzten Satz hätte sparen können.

  4. 04

    Schon klar, ‚war beabsichtigt die einseitige Sicht. Trikot zerrende, taktisch foulende Spielverhinderungsathleten sind neben überforderten Schiris (und Gesetzgebern) ein weiteres Symptom veränderter Prioritäten. Das sind halt die Folgen, wenn das Verhältnis zwischen Spiel und (medialem) Geschäft Schlagseite bekommt. Eine gründlichere Betrachtung spar ich mir mal.
    Das wundervolle ist doch, dass Fußball immer noch das Beste aller Spiele ist. Und das trotz Bayern, Berlusconi, Abramowitsch und Holzer etc.pp…

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