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StudiVZ: Interview mit Martin Weber, Holtzbrinck Ventures

Für ein Live-Interview reichte es leider nicht, immerhin aber konnte ich für die letzte Ausgabe von TRACKBACK ein E-Mail-Interview mit Martin Weber führen, einem der Geschäftsführer von Holtzbrinck Ventures, die zu den StudiVZ-Investoren gehören. Im Podcast der Show haben wir die Antworten verlesen, hier sind sie nach dem Klick als Text zu finden.

Johnny Haeusler: Verfolgt Holtzbrinck-Ventures als StudiVZ-Investor die Berichte in den Blogs? Und wenn ja: Wie ernst nehmen Sie die Ereignisse?

Martin Weber: Wir verfolgen für uns wesentliche Blogs ständig. Sie sind für uns eine interessante Informationsquelle. Hier werden oftmals neue Trends., Meinungen zu Websites und Hintergrundinformationen diskutiert.

Insofern verfolgen wir nicht nur, aber auch die Diskussionen um StudiVZ und seine Mitglieder. Wir nehmen Blogs immer ernst, was aber für blogs wie für andere Medienberichte nicht heisst dass wir alles für bare Münze nehmen, was geschrieben wird.

Generell befürworten wir den investigativen Journalismus, müssen jedoch auch zwischen den Zeilen und in den Kommentaren oft Dinge lesen, die nicht den Tatsachen entsprechen und/oder allgemeine Probleme von Internetunternehmen anhand des studivz-Falls diskutieren. Wichtig ist, dass auch auf Blogs eine objektive und konstruktive Diskussion geführt wird.

Ohne Frage nehmen wir die Themen die in blogs über StudiVZ berichtet werden ernst und gehen ihnen nach.

Entschuldigungen der GF von StudiVZ kommen nach zunächst vorhergehenden Dementi der Vorwürfe sehr spät, Sicherheitslücken bleiben lange nach den Hinweisen offen und nun wurden Gruppen bei StudiVZ entdeckt, in denen nicht nur 700 männliche Mitglieder, sondern auch Teile der Geschäftsführung weibliche Mitglieder bespitzeln und aggressiv angehen. Ist StudiVZ wirklich noch ein Projekt, in das man viel Geld investieren sollte?

Eine Entschuldigung kann spät aber nie zu spät kommen, wenn sie ernst gemeint und aufrichtig ist. Niemand hat Herrn Dariani dazu gezwungen, sich zu entschuldigen, genauso wenig hatten wir Einfluss auf die Veröffentlichung des Essays am Tag zuvor. Wir können und suchen die Diskussion, erteilen Rat und versuchen zu helfen wo wir helfen können. Aber wir erteilen keine „žAnweisungen“ sich zu entschuldigen. Das muss jeder mit sich selbst ausmachen sonst ist eine Entschuldigung nicht ehrlich und auch nichts wert. Ohne Frage muss StudiVZ an sich weiter arbeiten und zwar nicht nur was PR angeht sondern auch an vielen anderen Themen. Das Projekt ist sehr sehr schnell gewachsen und es wurde und wird von jungen Leuten geleitet und nicht von Konzernmanagern. Es gibt eine Vielzahl von Baustellen die es zu bewältigen gibt. Die Gesellschaft ist dankbar für jeden sachlichen Hinweis der hilft schneller besser zu werden. Es immer einfacher Fehler anzuprangern als sie auszumerzen (oder besser gar nicht erst zu machen). Also, es wird an vielem Themen gearbeitet und die Gesellschaft wird ständig besser. Dazu gehören auch die derzeit heiss diskutierten Themen Performanz und Datenschutz. StudiVZ ist eine Kommunikationsplattform für junge Leute. StudiVZ hat sich und seinen Mitgliedern gewisse Regeln auferlegt, wie man sich auf der Plattform verhalten soll. Die Kontrollmechanismen sind vorhanden, aber müssen weiter verbessert werden. So wurden zwar Gruppen und Beiträge sowohl durch Hinweis der Nutzer als auch durch eigene Recherche gelöscht. Aber 1.000.000 Nutzern und 200.000 Gruppen lassen sich nicht einfach kontrollieren, auch nicht durch die Mitglieder selbst. StudiVZ ist schnell gewachsen, sehr schnell. Insofern gilt es einiges Nachzubessern.

Um auch noch auf die aktuellen Diskussionen zum Thema „žStalking“ einzugehen: Wir werden sexuelle Belästigungen, egal in welcher Form, nicht tolerieren.

Ich kenne natürlich ihre Exit-Strategie nicht (bitte korrigieren sich mich also gerne, wenn ich komplett falsch liege), doch ich nehme einen bevorstehenden Verkauf von StudiVZ an. Sehen Sie eine Behinderung oder Verschlechterung der Verhandlungen durch die Ereignisse und Berichte in den Blogs?

Wir investieren in junge Unternehmen und Unternehmer, damit diese ihre Ziele besser umsetzen können um Innovationen und Wachstum zu schaffen. Eigentlich ja nicht schlechtes, oder? Ein Grossteil des Kapitals das wir bereitgestellt haben wurde für neue Server benötigt, um der hohen Nutzungsfrequenz gerecht zu werden.

Klar machen wir das nicht zum Selbstzweck und wollen für dieses Risikokapital eine angemessene Rendite erzielen. Wir sind Partner auf Zeit, aber wir nehmen uns auch die Zeit die nötig ist um nachhaltige und sinnvolle Geschäfte zu entwickeln. Wir sind gerade erst eingestiegen und es gibt noch viel zu tun. Wir sind keine Händler von Beteiligungen.

Sind Konsequenzen bei StudiVZ zu erwarten? Und wenn ja: Welche und wann?

Ja, gestern wurde ein Update der IT vorgenommen, vor einigen Tagen wurde eine erfahrene Person für das Thema Datenschutz eingestellt und so weiter. Die Gründer haben aus ihren Fehlern gelernt, sind jedoch gerade auch machmal ratlos, da all ihre Bemühungen, Dinge richtig zu machen, sofort!wieder kaputtgeschrieben werden. Ich kenne kaum einen Unternehmer der mit einer solchen Wachstumsdynamik wie wir sie bei StudiVZ gesehen haben ohne jede Probleme fertig geworden wäre und das gilt umsomehr für junge Menschen die so was zum ersten Mal machen. Es wird aber natürlich noch weitere Konsequenzen geben. StudiVZ ist eine Kommunikationsplattform und muss sich mehr um die Inhalte kümmern die Ihre Mitglieder publizieren. Da muss und wird mehr passieren.

Stellt ein Unternehmen wie Holtzbrinck nur Geld zur Verfügung? Oder gibt es nicht auch Berater, die in Krisenfällen zur Seite stehen und den jungen Gründern zeigen, wie man mit Kritik umgeht? Wenn es diese Berater gibt: Was empfehlen sie derzeit?

Trotzdem wir Minderheitsgesellschafter sind, kümmern wir uns als Investor relativ intensiv um unsere Unternehmen. Die Gründer haben, wie auch wir, in letzter Zeit eine Menge gelernt im Umgang mit den neuen Medien. Wir raten dem Team an dieser Stelle, sich um die Behebung der verbleibenden Schwachstellen zu kümmern und gleichzeitig ihre Stärken nicht zu vernachlässigen — denn bei aller berechtigter Kritik: Das Team hat die am schnellsten wachsende Community in Europa gegründet und mehr als 1 Mio. Mitglieder nutzen dieses Angebot, um ihre Kontakte zu pflegen, alte und neue Freunde zu finden. Es kann nicht geduldet werden, dass die Aktionen von einzelnen das gesamte Unternehmen in Verruf bringen.

Eine allgemeinere Frage: Es ist sicher unmöglich für einen Investor, jeden Teil eines Unternehmens, in das investiert werden soll, vor der Investition zu prüfen und so kann es im schlimmsten Fall später zu unschönen Überraschungen kommen. Mich interessiert dennoch, ob Holtzbrinck bei Invesititionen generell in irgendeiner Form moralische und ethische Maßstäbe bei den jungen Firmen ansetzt. Wenn ja: Welche Maßstäbe sind das?

Sie als Journalist sind mit den hohen qualitativen Maßstäbe der Verlagsgruppe Holtzbrinck sicherlich vertraut. Auch wenn wir als Risikokapitalgeber keine Inhalte generieren, so sind wir natürlich den moralischen und ethischen Leitsätzen des Hauses Holtzbrinck verpflichtet. Neben Qualität ist dies auch Meinungsfreiheit. Wir haben uns die Inhalte auf StudiVZ so genau angesehen, wie es bei einer solchen Plattform mit User Generated Content möglich ist. Wir haben aber sicher nicht alle Inhalte und alle Gruppen gecheckt. Hätten wir das getan und hätten wir mehr als die eigenen Nutzer und das eigene Unternehmen gefunden, hätten wir sicher einzelne Gruppen sehr kritisch beleuchtet. Wir wollen hier nicht zensierend eingreifen nur weil wir persönlich andere Meinungen vertreten — aber natürlich darf eine Community kein rechtsfreier Raum sein. Es ist jedoch schwer, mehr als 1 Mio. Kommentare in über 200.000 Gruppen am Tag zu beobachten.

Vielen Dank für das Gespräch.

44 Kommentare

  1. 01
    y

    Habt ihr eigentlich auch bei StudiVZ wegen einem Interview angefragt?

  2. 02

    Nein. Mit StudiVZ gibt es bereits massig Interviews, u.a. jüngst bei SpOn. Und ein älteres Interview mit dem Pressesprecher von StudiVZ musste bei jetzt.de gelöscht werden. Mich hat eine Stellungnahme der Investoren interessiert.

  3. 03

    Wieso musste das bei jetzt.de gelöscht werden?

  4. 04
    Sylvan

    Zusammengefasst: ach naja, die sind doch noch so jung (und keine „Konzernmanager“, haha) und unerfahren und das ganze Ding ist so schnell (und ihnen etwas über den Kopf) gewachsen und überhaupt, Fehler macht ja jeder mal. Entschuldigt haben sie sich auch (wobei man bekanntlich nur um Entschuldigung bitten kann) und Fehler wurden bereits korrigiert, also alles kein Problem. Natürlich muß noch mehr passieren, aber es wird ja investiert und das ist doch per se was Gutes.
    Das Ganze verpackt in PR-Phrasen und ab dafür.
    Vielen Dank für das Gespräch.

  5. 05
  6. 06

    Also ich finde das ist teilweise schon starkers PR gebrabbel. Auf die Frage ob das nun Einfluss auf den Verkauf hat rechtfertigt er diesen nur. Toll ist auch die Aussage mit „Datenschutz und so weiter“, wurden denn die Sicherheitslücken behoben?

    Gibt es eigentlich auch Stellungnahmen/Interviews von/mit den Betroffenen wie die das ganze sehen?

  7. 07
    Koppa

    Ganz schön windig hier.

  8. 08
    westernworld

    es gibt sie noch die dinge auf die man sich verlassen kann, die einem halt geben, die erkenntnisse die bleibenden wert haben in dieser sich immer schneller verändernden welt.

    dazu gehört die gewißheit daß die aussagen von politikern, managern und professionellen öffentlichkeitsarbeitern jedweder couleur unwiederbringlich den informaionswert, den wahrheitgehalt und die glaubwürdigkeit im allgemeinen von waschmittelwerbung bei weitem unterschritten haben.

    wenn man mit bullshit heizen könnte wäre mir um unsere energieversorgung nicht bange.

  9. 09

    …niemand hat die absicht, eine mauer zu bauen.

  10. 10

    StudiVZ ist momentan auf allen Servern offline.
    So oder so, dass Thema damit hoffentlich bald auch.

  11. 11

    Nach dem Artikel und Verlinkung auf Spon die Blogbar jetzt auch. Nur Spreeblick hält durch. STRATegisch gute Entscheidung. ;)

  12. 12
    Notwendig

    Ich bin weder studiVZ-Mitglied, noch -Hasser oder sonstwas (noch nicht einmal mehr Student). Allerdings kann ich mich selbst bei zusammengekniffenen Augen nicht des Eindrucks erwehren, dass Johnny Häusler hier ne ganz üble Hate-Kampagne fährt. Bei allem Unfug und Fehlern bei studiVZ – derart offensichtlich auf ein etwas zu steil emporschiessenden Neuling auf dem Web2.0-Markt loszugehen und derart plump immer wieder Stöckchen in die Übernahme-Speichen zu werfen lässt mich einfach nur den Kopf schütteln. Johnny, du hattest mal mehr Niveau – deine Moralpredigten werd ich in Zukunft nur noch mit der Kneifzange anfassen. Mit der Kampagne haste auch dir selbst etwas ins Knie geschossen. Leider.

  13. 13

    blogbar funktioniert!

  14. 14

    Neehee. Leider nicht.

    Edit: Geht mal, geht mal nicht. SpOn-Dauerfeuer.

  15. 15
    nrq

    An #13:
    Kann hier keine Kampagne erkennen, eher das Gegenteil. Seit wann lässt man denn bei Kampagnen auch die Gegenseite zu Wort kommen?

    Jeder Leser der „Zeit“ dürfte sich sehr dafür interessieren, was denn die Holtzbrinck Leute zur StudiVZ-Sache zu sagen haben. Das endlich mal jemand nachfragt und sogar eine Antwort bekommt finde ich persönlich sogar richtig großartig.

  16. 16

    @nrq: Danke, sowas ähnliches wollte ich auch gerade schreiben.

    Was auf der Blogbar passiert ist eine ganz andere Sache – aber ich fand das (nun mal wirklich existente) Thema gerade von Johnny bisher sehr fair und sachlich aufgearbeitet.

  17. 17
    Useeme

    @ #13:

    Und sonst so?

    „…bloß weil ich paranoid bin, heisst es noch lange nicht, dass sie nicht hinter mir her sind…“ (oder wie?)

    *kopfschüttel*

  18. 18
    Heide

    Keine Sorge. Heute ist Montag und SCO kommt immer Freitags.

  19. 19

    StudiVZ ist offline, soweit ich das aus den Kommentaren lesen kann, schon was länger heute. Ohne Vorankündigung?! Ich dachte, die hätten was gelernt?! Lektion 1: Niemals eine Seite offline nehmen, ohne Warnung. Und wenn der vorgeschobene Grund offensichtlich Humbug ist, lieber irgendwas ausdenken, als wortlos abschalten.
    Das regt nur wieder Diskussionen an (was vielleicht erwünscht ist? Gratis Werbung!)
    Nach so einem Aufruhr plötzlich eine Abschaltung sieht schon merkwürdig aus. Vielleicht durchforsten die gerade alle Gruppen und so nach „unschönen“ Beiträgen. Das ist aber auch keine dauerhafte Lösung.

  20. 20

    Es gibt nur Vermutungen.

    Dass man das Abschalten einer Site vorher ankündigt, wünschen sich wohl viele Admins auch. Möglich ist das aber nicht immer, kann ja sein, dass man das nicht geplant hatte oder schnell reagieren musste. Daraus würde ich nun wirklich keinen Vorwurf stricken.

  21. 21
    tim

    so ein dummes geschwafel. warum gibt er nicht einfach zu, dass es ihm ausschließlich um geld und nicht um inhalte geht?!

  22. 22
    Wolfgang

    Lieber Tim, willkommen in der wirklichen Welt. Die Geschäftsidee von StudiVZ war eine abgekupferte Web 2.0. Applikation, verpackt als schnuffiger, superfunktionaler WG-Küchentisch, geplant zum baldigen Verkauf an das *hüstel* Vorbild facebook.

  23. 23

    Was lernen wir daraus? Wenn man mit Mitte Zwanzig keine eigenen Ideen hat, einfach was Erfolgreiches aus Amerika kopieren. Jeden Bock, den man schiesst wird mit dem „jugendlichen Alter“ erklärt oder es liegt an dem hohen Ansturm ( die Mitgliederzahlen sind dann unbestätigte eigene Angaben).
    Natürlich kann ich den Geldgeber auch verstehen. Man will ja nicht zugeben, dass man sich da in den Leuten, die sich als offensichtlich total überfordert und absolut unfähig erwiesen haben, so getäuscht hat. Könnte ja zu Rückschlüssen auf die eigene Entscheidungskompetenz führen.

  24. 24

    Danke-
    Interview gut. Welt schlecht.
    wäre es doch andersherum.

  25. 25
    Harm

    Ich bin immer begeistert Profis zuzusehen, wenn sie ihren Job machen. Z.B. den von Martin Weber. Bekackte Ausgangsposition, Produkt hat negative Reputation und ist voll öde, taugt aber evtl. für den Wiederverauf. Und dann das! (Produkt toll, aber, JaHerrGott! Die Fehler! Die Fehler sehen wir natürlich! Aber Produkt voll super!)
    Die Fragen waren allerdings auch klasse, Profis halt. </popcorn>

  26. 26
    Antonia

    @Johnny. Ich versuche jetzt mal sachlich zu sein und dir zu vermitteln wieso die Polarisierung nun nicht nur auf der StudiVZ Kritikerseite sondern auch bei den „Befürwortern“ so groß ist wie sie ist.
    Ich vermute stark das du kein StudiVZ Account hast weil du nicht zu der Zielgruppe gehörst. Sicher, du wirst sagen das dies nicht von Nöten ist da du dir auch so ein objektives Urteil erlauben kannst.
    Dann will ich dir mal ein ganz subjektives geben.
    Ich habe durch StudiVZ Leute vom Gymnasium wieder gefunden, Leute von der Grundschule, studiVZ hat für Leute mit Abi kostenpflichtige Seiten wie stayfriends absolut überflüssig gemacht. Ich habe durch StudiVZ Bekanntschaften wiedergefunden die ich in Cafes/Clubs und auf Fahrten mit diversen Organisationen kennengelernt habe aber zu schüchtern oder was auch immer war nach der Telefonnummer zu fragen. Auch wenn sich das jetzt nach Werbetext anhört, es hilft die Leute von der Vorlesung besser kennenzulernen, zumindest am Anfang, dann kann man das StudiVZ lassen, Kontaktadressen austauschen oder aber gleich nen Cafe in der Mensa trinken gehen. Mag man albern finden das man das nicht sofort macht aber viele brauchen nun mal noch eine virtuelle Instanz vorher.
    Und ja, man kann gezielt nach Kommilitonen suchen die den gleichen Musikgeschmack haben, es gibt StudiVZ Gruppen die sich vor Konzerten bilden, es gibt Gruppen für die Erstsemester usw. die mir durch den Erfahrungsaustausch weit mehr als die Studienberatung geholfen haben.
    Ich denke der interessante Punkt hier und da bin ich für Vergleiche dankbar ist der, das noch nie, oder zumindest selten eine Seite bei einer Zielgruppe so eingeschlagen hat, das mag Probleme hervorrufen, Arroganz der Gründer, „Monopolstellung“ aber zur Zeit ist es einfach toll weil man fast sicher sein kann das alle die man kennt sich dort auch angemeldet haben und ich habe so halt Leute wiedergefunden die ich sonst nie wiedergefunden hätte.
    Und jetzt kommt die Kritik, mangelnde Datensicherheit, auf Privat gestellte Profile sind doch bei der Suche sichtbar, Bilder werden angezeigt wenn man irgendwas an der URL macht. StudiVZ Gründer verschicken geschmacklose Einladungen usw. Gruppen von Schwachmaten werden gegründet und es wird nicht frühzeitig reagiert. Alles registriert, ärgerlich, aber wenn man die Vorteile der Seite erfahren hat, die nicht durch Herrn Dariani kommen sondern durch die Millionen Nutzer dann verlieren diese Sachen an Bedeutung wenn man sie abwägt. Zumindest geht es mir so und vermutlich den meisten anderen auch. Und darum reagieren wir sensibel wenn aufgrund solchen Sachen gefordert wird StudiVZ müsse dicht machen.
    Ich erwarte nicht das du oder die Kritiker diese Position jetzt nachvollziehen könnt, aber wenn es bei euch um eine Seite gehen würde die euch wichtig geworden ist dann würdet ihr auch abwägen und auf „Lasst uns die Seite stürzen!“ dünnhäutig reagieren.

  27. 27
    ninjaturkey

    »…Es ist jedoch schwer, mehr als 1 Mio. Kommentare in über 200.000 Gruppen am Tag zu beobachten…«

    Ach ja? Die Verfahren gegen Heise gerade zum Thema „Verantwortung des Betreibers zum Inhalt von User-Kommentaren/Foren, etc“ sind meines Wissens noch nicht abgeschlossen, und da gings nicht um eine seit längerem bekannte und massiv und andauernd pubertierende Community, sondern nur um einige wenige Beiträge. Da hängt noch ein dickes Damoklesschwert über StudiVZ.

  28. 28
    Tim

    Und es dreht sich wieder das Rad… Web 2.0 und der Blogossphäre sei dank, dass überkritisch beäugt und übermenschliches erwartet wird. Wenn Fehler passieren sind sie nicht menschlich oder evtl. nachvollziehbar sondern ein gefundenes Fressen zum verteufeln der Erfolgreichen. Man fülle seinen Weblog und keue alles wieder was gerade aktuell scheint und schon ist man dabei.

    Fraglich bleibt, ob nicht auch das „Fehler machen“ Menschen authentisch mach. Und ist es nicht das was in diverser Weise im Web 2.0 gefordert wird?

    Was soll ein Verantwortlicher eines VC-Unternehmens anders machen als seriöse Worte zu seriösen Fragen zu finden. PR-Gedudel is das deshalb noch lang nicht.

    Ihr erwartet menschliche Maschinen, ne perwollgewaschene lupenreine Weste und den direkten Draht zum lieben Gott der modernen viralen Kommunikation. Wer hat das schon zu bieten und wie soll das funktionieren?

    Also kritisch sein und Misstände aufzeigen ist ja gut, aber man sollte es in keinem Fall übertreiben, denn dann holen einem die eigenen Vorsätze irgendwann wieder ein. Ganz bestimmt.

    Guten Tag Tim.

  29. 29

    @Tim
    Es geht hier nicht um „Fehler machen“. Fehler machen wir alle. Wenn man aber als Erwachsener mit einer gewissen Verantwortung seinen Nutzern bzw. Nutzerdaten gegenüber steht und nur durch pubertierendes Gehabe auffällt, dann ist die Kritik irgendwie berechtigt.
    Es gibt genug Firmen, die professionell reagieren, wenn ihnen Sicherheitslecks oder Fehlverhalten auf ihrer Plattform gemeldet werden. Aber Reaktionen wie „Wir haben über eure Gruppe eine Beschwerde erhalten … bitte ändert den Namen … P.S. darf ich mitmachen?“ sollte man dann schon kritisieren dürfen, oder?

  30. 30
    apfelbaum

    @ antonia: that’s not the point. Ja, studivz kann super sein, ja, die Idee ist auch irgendwie gut. Aber es gibt eben Schwierigkeiten, offene Fragen, und es gibt meine Daten auf der Seite. Meine Daten: Das ist das Kapital von studivz. Damit bezahlen die 50 Leute, damit machen sie sich zum erfolgreichen start-up und geben selbstgefällige Interviews. Sobald die Frage kommt: Wie isses mit der Kohle? Wie isses mit der Datensicherheit? und das vz sich dazu entschliesst, einfach die Klappe zu halten, oder Weihnachtskarten von mir haben will, ja dann… Ich denke, das studivz ist dann eine gute Idee, wenn es um ein Wir geht, die User und die Macher, und nicht: Der Macher macht was mit dem User. Wenn das vz keine Fragen beantworten will, wird es jemand anderes tun – das der Ton dann rauer wird, das liegt an ihrem Versäumnis.

  31. 31
    bis einer weint

    ganz ehrlich, niemand wird gezwungen irgendwelche daten frei zu geben. wer keine lust hat irgendetwas von sich preiszugeben, sollte sich doch auch bitte nicht in einer community anmelden.
    wenn ich bei studivz daten von mir reinstelle, dann dochwohl mit dem wissen, dass andere leute zugang zu diesen haben. mir persönlich ist es ziemlich egal, ob jemand weiß wo und was ich studiere. man muss ja nich gleich seine handynr reinstellen. und wenn doch, dann halt wie gesagt mit dem wissen, dass andere leute es sehen werden. mich stört’s überhaupt nicht! und ich denke ne menge anderer user auch nicht. studivz is einfach ne jute „erfindung“, wenn auch nich von den leuten selbst, sondern ma eben bei facebook abgekupfert. ja und? mir doch egal! der rechtskram interessiert den großteil der user wohl herzlich wenig.. so traurig es vielleicht für manchen klingen mag, aber that’s it.

  32. 32

    „ganz ehrlich, niemand wird gezwungen irgendwelche daten frei zu geben. wer keine lust hat irgendetwas von sich preiszugeben, sollte sich doch auch bitte nicht in einer community anmelden.“

    Meine Güte, wie oft muss man sich solchen ahnungslosen Unfug, immer wieder von Leuten, die nicht einmal die Eier haben, mit eigenem Namen für ihre Meinung zu stehen, noch anhören?

    Dir ist das alles egal und blahblah, genauso wie bei Jamba damals, als es hieß „wer zu blöd ist, dass Kleingedruckte zu lesen, darf eben kein Handy haben“. Nur dass ihr jetzt mit euren IPs vorsichtiger umgeht.

    Mach doch, was du klasse findest. Niemand zwingt dich, Kritik ernst zu nehmen. Vielleicht freuen sich aber, wenn du mal groß bist, wenigstens deine Kinder darüber, dass sich irgendwann mal Leute um Themen wie Datensicherheit und -schutz gekümmert haben. Leute, denen eben nicht alles egal ist, die der „Rechtskram“ sehr wohl interessiert.

    Netzwerke sind immer eine gute Idee, daran hat niemand etwas auszusetzen. Es geht nicht um die Idee von StVZ. Es geht um die Umsetzung und die Motivation dahinter.

    Dir egal? Prima. Erstaunlich jedoch, dass dir die Kritik an einer Sache, die dir so egal ist, offenbar doch eine Einmischung wert ist. Darf ich fragen, wer dich schickt?

  33. 33

    @Johnny: Ich glaub nicht einmal, dass er von StVZ ist. Leider gibt es genügend solcher Leute die so denken. Wenn sich solche Leute trotzdem darauf einlassen, dann ist das ihre eigene Dummheit und man kann sie nicht abhalten.
    Es gibt aber genügend User mit weniger technischem Verständnis, und trotzdem einer gewissen Grundintelligenz, die froh sind, wenn man sie auf solche Gefahren aufmerksam macht. Mich würde ja mal interessieren, wie viele Leute deswegen ihren Account gelöscht haben. Oder ist dadurch etwa die Mitgliederanzahl gestiegen, weil einige erst jetzt von diesem Dienst gehört haben?
    Und jeder halbwegs vernünftige User wird sich doch jetzt spätestens abmelden. Was für eine unseriöse Hinterhoffirma fordert denn alle Leute öffentlich zu einem Straftatbestand auf und bezahlt Leute dafür, dass sie Lücken im System finden um Userdaten auszuspionieren? Die Benutzer haben ja bestimmt beim Anmelden irgendwo im Kleingedruckten zugestimmt, dass ihre Daten für Hackversuche missbraucht werden.

  34. 34
    denise aka bis einer weint

    „Es gibt aber genügend User mit weniger technischem Verständnis, und trotzdem einer gewissen Grundintelligenz, die froh sind, wenn man sie auf solche Gefahren aufmerksam macht“ Das heißt also, alle leute die sich sehr wohl dieser gefahr bewusst sind und das schon im vornherein waren, und nich erst durch irgendwelche webblogs aufgeklärt werden müssen, verfügen über nicht über eine gewisse grundintelligenz. aber leute die daten von sich preisgeben, in einer öffentlichen community wohlbemerkt, denen man aber hinterher erstmal erklären muss wie „gefährlich“ das ist, die anführungsstriche dienen nicht der banalisierung sondern der relativierung, die verfügen über eine grundintelligenz ja. noch interessanter. mensch, natürlich ist das scheiße wie das da läuft, aber das wird jawohl alles sehr hochgepusht oder. man könnte tausend beispiele aufführen, in denen kunden, user, whatever verarscht werden. und ja, wer bei jamba das kleingedruckte nicht liest ist dumm; andernfalls läuft die chance in der heutigen marktwirtschaft unverletzt zu überleben gegen null. ich habe keine ahnung von programmieren oder dem ganzen technik kram der bei studivz kritisiert wird, aber ich verfüge sehr wohl über das wissen, dass es meine sache ist dinge von mir preiszugeben und dass, wenn ich das mache, so ungefähr jeder zugang dazu hat. das ist grundintelligenz. bin weder von studivz, noch jemand der meint in irgendeiner art und weise darüber urteilen zu dürfen. aber meinungen dürfen und sollten vertreten werden. genauso wie ein thema kontrovers disskutiert werden sollte.

  35. 35

    „aber meinungen dürfen und sollten vertreten werden.“

    Na sicher. Tust du doch auch. So wie wir. Also alles gut.

  36. 36

    @denise. Klar darf jeder seine Meinung haben und mitdiskutieren, sonst wird’s ja ein Monolog. Aber wenn man dir sagt, deine Daten, privaten Bilder, usw. können nur deine Freunde sehen, dann glaubst du ja das erstmal und meldest dich deshalb an. So war’s dann doch nicht und das wurde für Belästigungen usw ausgenutzt. Sich an einer „öffentlichen Community“ anzumelden heisst ja nicht, dass man sich dann in einem rechtsfreien Raum befindet. Und Argumente wie „man könnte tausend beispiele aufführen, in denen kunden, user, whatever verarscht werden“ zählen nicht. Dann gibt es halt bald nur noch 999 und dann sind die nächsten dran.

  37. 37
    steffen

    done deal, Zuschlag geht für mehr als 100 Millionen Euro an die Holtzbrinck-Gruppe:

    http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,457536,00.html

  38. 38
    Konni

    … der Sprecher der VZ-Netzwerke, also studiVZ, schülerVZ und meinVZ ist außerdem in einem aktuellen Interview auf dem Studentenmagazin back view zu lesen:

    http://www.backview.eu/gesellschaft/gesellschaft-netzwelt/984-qstudivz-und-co-sind-mehr-als-nur-beschaeftigungstherapieq.html

    Beste Grüße

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